An und auf dem Fluss Una

 

Imposanter Štrbački buk

14. Oktober 2019

Gestern Nacht hat sich ein scheuer Hund unserem WoMo genähert. Der Streuner ist am Morgen immer noch da. Er hat uns treu bewacht und bekommt den Namen Anuk (Grönländisch: Bär).
Wir haben leider kein Hundefutter dabei, doch Annette kocht extra für ihn ein paar Nudeln. Anuk traut sich mit der Zeit nahe an sie heran, wirkt aber angespannt und ist stets fluchtbereit.

 

Annette und Anuk

 

Die vielen Laub- und Mischwälder hier in Bosnien und Herzegowina leuchten in den buntesten Herbstfarben.

 

Herbstwald in Bosnien und Herzegowina

 

Wir fahren zum Eingang 1 des Naturparks Una.
Der Ranger erklärt uns, dass der Zugang hier gesperrt sei, die Strasse müsse repariert werden.
Wir plaudern ausgiebig mit Alen. Er steht vor dem Abschluss seines Ingenieurstudiums. Aber nächsten Sommer werde er zum Arbeiten nach München fahren, weil er hier keine Stelle finde. Als Ranger verdiene er nur circa € 300.–, arbeite aber den ganzen Tag von 7 bis 22 Uhr.

Nach dem angeregten Gespräch fahren wir weiter zu den Stromschnellen Štrbački buk, die wir ab Orašac über eine schmale Schotterpiste erreichen.

 

Una nach Orašac

 

Die Wege und Stege an den Stromschnellen sind wunderschön angelegt. Zudem hat es nur wenige Besucher und kaum Müll.
Überall scheint Wasser aus dem Boden zu fliessen.

Doch genug der Worte, die Bilder sprechen für sich:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo genügend Wasser ist, fühlen sich auch die Alpenveilchen wohl.

 

Alpenveilchen (Cyclamen)

 

Auf der Strassenkarte ist Kulen Vakuf als „sehenswerter“ Ort vermerkt, … also nichts wie hin.
Das Brückengeländer über die Una ist farblich speziell.
Im Bistro Džisrikebir direkt an der Una haben wir Internetempfang und im Dorfladen können wir einkaufen.

 

Bistro Džisrikebir in Kulen Vakuf

 

 

Brücke über die Una

 

Bei einem Spaziergang durch das Dorf sehen wir den Muezzin in der Moschee verschwinden und kurz darauf ertönt vom Minarett sein Aufruf zum Gebet.
Andächtig lausche wir seiner sonoren Stimme, die selbst in einer Oper Aufsehen erregen würde.

Wir haben nicht erkannt, warum der Ort besonders sehenswert sein soll.

Entspannt fahren wir an den Übernachtungsplatz von gestern zurück. Unterwegs kaufen wir in Orašac an der Strasse frischgepflückte Himbeeren. Zum Dank schenkt uns die Verkäuferin einige Weintrauben, die sie direkt von der Pergola pflückt.
Und? … Was kaufen wir noch? …
Richtig! Futter für „unseren“ Hund!

Und siehe da, kaum fahren wir auf den Platz, nähert sich auch schon Anuk.
Annette schreitet zur Fütterung. Doch die Enttäuschung bei unserem vierbeinigen Freund ist gross. Gibt es keine feinen Nudeln, nur diese trockenen Brocken? Nach einigem Zögern frisst er dann doch zwei – drei von den kostspieligen Dingern, mehr um Annette nicht zu enttäuschen, scheint uns.

Link zum Spaziergang an den Štrbački buk:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wandern auf der Strasse und essen auf dem Fluss

15. Oktober 2019

Beim Dorfeingang von Ripać gleich neben der Moschee stehen drei der seltenen Container, in denen Papier, Plastik und Metall sowie Glas separat entsorgt werden können. Die Dame vom Kiosk nebenan hat eine Auge drauf und kontrolliert, dass nicht einfach Abfall weggeworfen wird. Unser Plastiksack voll mit gesammeltem Plastik und Aluminium passt irgendwie nicht in ihr Schema von „Eco“.
Wir entsorgen trotzdem alles fachgerecht.

 

Moschee von Ripać

 

Die vielen Moscheen im Land lassen uns nachforschen und wir erfahren, dass es in Bosnien und Herzegowina drei Hauptreligionen gibt. 50 % der Bevölkerung sind Moslems, 30 % serbisch-orthodoxe Christen und 15 % Katholiken.

Der Parkwächter Alen hat uns gestern erzählt, dass das Restaurant River Dock in Ripać Mahlzeiten auf einem Boot anbiete.
Das interessiert uns natürlich und wir fragen nach. Das River Dock ist wegen Umbaus geschlossen, doch beim Restaurant Emerald werden wir fündig. Wir reservieren für den späteren Nachmittag zwei Plätze.

 

Gartenwirtschaft des Restaurants Emerald in Ripać

 

Erstaunt beobachten wir einen Mann, der seinen Weidling mit einer Schneeschaufel statt mit Ruder oder Stangen über den Fluss und zurück bewegt. Dabei schaut er angestrengt ins Wasser, als ob er etwas suchen würde.
Hält er Ausschau nach Fischen? Oder einem versunkenen Schatz? Oder gibt es hier Nixen?

 

 

Wie dem auch sei, wir wollen den sonnigen Tag nutzen und fahren nach Račić. Von dort versuchen wir den Weg zu den Doppel- und Dreifach-Stromschnellen zu finden.

Unterwegs wandern wir an einer Tafel vorbei, die für ein B&B wirbt. Normalerweise nichts Besonderes, doch hier staunen wir!

 

Werbung für ein B&B

 

Vielleicht gibt es auch Frühstück, wenn man höflich nachfragt?

Nach etwa einer Stunde Marsch auf kleinen Strassen erreichen wir die Dvoslap (Doppelstromschnellen). Sie sind nicht sehr hoch, jedoch idyllisch gelegen.

 

 

 

Dvoslap

 

Danach folgen wir dem Weg weiter und gelangen zu einem neu angelegten Parkplatz. Dort endet die Strasse.
Die Dreifachstromschnellen müssen sehr nahe sein. Deshalb erklimmen wir den Bahndamm und folgen den Geleisen. Der Blick zum Fluss ist durch hohe Bäume versperrt.
Da wir nicht sicher wissen, ob diese Strecke noch in Betrieb ist, kehren wir nach einigen hundert Metern wieder um. Das Risiko von einem Zug überfahren zu werden, ist zu gross.

Am Wegesrand ruht sich eine Schwebfliege auf einer Senfblüte aus.

 

Schwebfliege (Syrphidae) auf Senfblüte (Sinapis)

 

Total verschwitzt (es ist über 25° C) sind wir nach über 2 1/2 Stunden wieder bei unserem NOBIS.
Dann gehts zurück nach Ripać ins Restaurant Emerald. Dort bestellen wir unser Essen, das nach kurzer Zeit auf dem Boot hübsch angerichtet wird.
Beat, schlau wie er ist, hat herausgefunden, dass die Bootsfahrt zu den Stromschnellen und auch wieder zurück geht. Das ergibt nach Adam Riese zwei Wegstrecken. Folglich braucht er auch zwei Flaschen Bier, um unterwegs nicht zu verdursten.
Logisch … oder?

 

Abendessen auf der Una

 

Die Hühnersuppe von Beat und die Tarhana-Suppe von Annette sowie der Rinderbraten mit Ofenkartoffeln und Grillgemüse sind nach der anstrengenden Wanderung genau das Richtige.

 

Bootsfahrt auf der Una

 

Es gibt so viel zu schauen, dass kaum Zeit zum Essen bleibt. Viel zu schnell sind wir bei den Stromschnellen. Dort verweilen wir eine Zeitlang und drehen dann um.

 

Annette gefällts

 

 

Idyllisches Flussufer

 

 

Auch hier liesse es sich gemütlich speisen.

 

Kurz bevor wir wieder anlegen erzählt der nette Kapitän, dass er eigentlich LKW-Fahrer sei. Dort verdiene er aber so wenig, dass er zwischendurch mit dem Boot Touristen auf der Una herumfahre. Natürlich sorgt er sich um die Kosten für die Ausbildung seiner Kinder und natürlich ist seine Frau Diabetikerin und benötigt teure Medikamente.
Irgendwie muss man ja versuchen das Trinkgeld in die Höhe zu schrauben. 😉

Wieder ist ein wunderbarer Tag zu Ende und wir kehren für die Nacht zu „unserem“ Hund zurück. Als Annette es nochmals mit Hundefutter versucht, findet Anuk: „Wenn es keine leckeren Nudeln gibt, dann fresse ich lieber gar nichts!“

Link zur Wanderung zu den Dvoslap und weiter und Bootsfahrt auf der Una:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wasserfälle von Martin Brod

16. Oktober 2019

Die Sonne von gestern hat sich hinter Regenwolken versteckt.

Auf der Fahrt nach Martin Brod kaufen wir in Orašac an der Strasse nochmals Himbeeren sowie eingemachtes Gemüse. Die Frau erkennt uns wieder und freut sich sichtlich. Sie schenkt uns ein ganzes Gefäss voll mit reifen aromatischen Trauben.
Sind wir jetzt schon Stammgäste?

Erste Sonnenstrahlen treffen auf eine Ruine auf dem gegenüberliegenden Hügel. Ist der Regen schon bald wieder vorbei?

 

Burgruine Stari grad Orašac

 

Martin Brod liegt am Zusammenfluss von Una und Unac. Das Dorfrestaurant heisst sinnigerweise Una-C. Wir setzen uns in die Gartenwirtschaft. Der Wirt ist sehr geschäftig und steckt ein ganzes geschlachtetes Lamm auf einen Stahlspiess.

Leider beginnt es kurz darauf zu regnen. Wir machen uns trotzdem zu Fuss auf zu den nahen Wasserfällen. Zuerst spazieren wir an einer kleinen Tuffsteinhöhle vorbei … wobei … vorbei ist falsch … natürlich müssen wir sie erkunden.

 

Eingang der Tuffsteinhöhle in Martin Brod

 

Im Innern ist der Fels mit Sinter überzogen.

 

 

Das gefällt nicht nur uns. Eine Fledermaus hat sich diese Grotte zum Übertagen ausgesucht. (Wow, was für eine originelle Wortschöpfung!)

 

Fledermaus (Microchiroptera )

 

Wir wollen die Schläferin nicht lange stören und verlassen die Höhle wieder. Inzwischen hat es aufgehört zu regnen.

Auch diese Wasserfälle sind sehenswert und den Eintrittspreis von umgerechnet CHF 1.50 pro Person wert.

 

 

Das Dorf Martin Brod wird durch den Fluss Una zweigeteilt. Wir überqueren die schmale Brücke und bestaunen von oben die faszinierenden Sinterbecken.

 

 

Wenig später findet Annette einen kleinen Picknickplatz, mitten im Dorf und direkt am Wasser.

 

Picknickplatz in Martin Brod

 

Wir geniessen das Rauschen des Wassers an diesem idyllischen Ort.

 

Annette relaxed

 

Gleich daneben steht ein im Krieg zerstörtes Haus. Das schmucke rostige Gartentor erzählt von besseren Zeiten.

 

 

Beat fotografiert die Rosen vor der Ruine.

 

 

Auch sie erzählen etwas, nämlich die sich immer wiederholende Geschichte des Lebens von Werden (Knospe), Sein (Blüte) und Vergehen (verblühte Blume).

 

Werden – Sein – Vergehen

 

Die flauschigen Samen der Waldrebe grüssen über die eingestürzte Mauer.

 

Waldrebe (Clematis)

 

Eine alte Frau kommt den Weg entlang. Sie fragt gestenreich (wir sprechen kein Bosnisch, sie keine uns bekannte Sprache), ob wir das Haus kaufen wollten, es gehöre ihr. Die Serben hätten es im Krieg zerstört.

Nein, wir wollen kein Grundstück in Martin Brod erwerben, obwohl die Lage hier gleich neben dem kleinen Katarakt sehr attraktiv wäre.

Da wir nicht kaufwillig sind und uns vor allem kaum verständigen können, zieht sie bald von dannen. Wohin sie wohl mit ihren Hochwasserstiefeln und der Einkaufstasche geht?

 

 

Annette geniesst weiterhin ihren gedeckten Platz am Wasser, während Beat schmucke Details in der nächsten Umgebung findet.
Auch wenn nicht alle etwas mit dem folgenden Bild anfangen können … Beat besteht darauf: … es muss gezeigt werden!!

 

Harmonie zwischen Holz und Kette

 

Leider hat der Schwärmer andere Prioritäten als bewegungslos für eine Aufnahme in der Luft zu schweben. So kommt er halt unscharf auf unseren Blog.

 

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

 

Der Taubenschwanz ist das einzige Insekt, das wir je an einer Geranienblüte gesehen haben.

Wir spazieren durch das Dorf zurück.
Beim Restaurant Una-C wollen wir noch einmal schauen, wie es dem aufgespiessten Lamm geht. Leider ist der Grill geschlossen. Doch der aufmerksame Wirt eilt sofort herbei, als er uns bemerkt und öffnet stolz die Türe.
Der Braten nimmt langsam Farbe an. Auch wenn das Bild wohl einigen unsere LeserInnen eher den Appetit verschlägt als anregt, wollen wir es hier zeigen.
Bei vielen Restaurants hier in Bosnien und Herzegowina stehen neben dem Eingang solche Grillkästen, in denen ganze Lämmer oder Ferkel gebraten werden.

 

Gegrilltes Lamm

 

Heute fahren wir nicht wieder zurück nach Ripać, sondern weiter über die Berge.

 

Oberhalb von Martin Brod: Blick in die Unac-Schlucht

 

In Bosanski Petrovac kaufen wir ein. Auf dem Parkplatz weht die Fahne von Bosnien und Herzegowina. Auch wenn sie im Lichte strahlt, ist doch der düstere Hintergrund und dass sie verdreht am Mast hängt Sinnbild für die politische Lage in diesem noch jungen Staat.

 

 

Der Dayton-Vertrag von 1995 beendete den Krieg. Dieser Vertrag zementierte den damaligen Stand der Frontlinien ohne auf historische Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen. Bosnien-Herzegowina und die Republik Srpska wurden zu einem einzigen Staat zusammengefasst. Umfassende Regelungen wurden eingeführt, um zu verhindern, dass eine der drei Bevölkerungsgruppen übergangen werden kann. Durch diese Bestimmungen wird das Land aber zur Stagnation verurteilt. So besteht z.B. das dreiköpfige Präsidentengremium aus je einem Bosnier, einem Kroaten und einem Serben. Jeder hat den Vorsitz während acht Monaten inne, dann kommt der nächste zum Zuge.
Daneben übt der „Hohe Repräsentant“, ein Vertreter der internationalen Gemeinschaft, wesentlichen politischen Einfluss aus. Diese Amt bekleidet seit 2009 der österreichische Diplomat Valentin Inzko.
Ausserdem gibt es drei komplett unterschiedliche, politische Systeme: die Entität der Republik Srbska wird zentralistisch regiert. Die Entität der Föderation Bosnien-Herzegowina dagegen ist unterteilt in 10 verschiedene Kantone mit jeweils eigenen Regierungen. Und der Distrikt Brčko untersteht einer lokalen Selbstverwaltung.
Das Bildungssystem ist ethnozentrisch zerplittert.
Ein Wir-Gefühl kann so nicht entstehen und politische Anliegen finden kaum je eine Mehrheit im Parlament.

Wer mehr darüber wissen möchte, findet in der ehemaligen Schweizer Zeitung: „TagesWoche“ einen sehr informativen Bericht:

Hier der Link: https//:tageswoche.ch/politik/bosnien-und-das-komplizierteste-politische-system-der-welt/

An jeder Strasse, die in die Republik Srpska führt, steht eine grosse Willkommens-Tafel.

 

Man muss nicht alles verstehen (im doppelten Sinne).

 

Doch wir sind ja nicht hier zum Politisieren, sondern wollen in erster Linie das Land entdecken.
Für heute jedoch suchen wir nur noch einen ruhigen Übernachtungsplatz, den wir am Rand einer kleinen Kiesgrube in der Nähe von Gornije Ribnik auch finden.

 

Übernachtungsplatz bei Gornije Ribnik

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bosnien und Herzegowina

 

Bihać und Umgebung

13. Oktober 2019

Ab heute sind wir wieder zu zweit unserwegs. Bosnien und Herzegowina, wir wollen dich entdecken!
Vorerst erkunden wir aber die Gegend um unseren Übernachtungsplatz.
Der Platz gehört zur „Autonomen Republik Klokot“, wie uns eine Tafel aufklärt. Da haben sich wohl junge Leute mit viel Herzblut direkt am Fluss Klokot einen schönen Picknickplatz gebaut.

 

„Autonome Republik Klokot“

 

Sogar ein origineller Aschenbecher fehlt nicht. Die leere Energydrink-Dose passt perfekt in das Astloch eines Baumes.

 

Aschenbecher nach dem Motto: Leere Dose trifft Astloch … oder so …

 

 

Sitzbank mit Kabelrollen-Tisch

 

Natürlich fehlen auch tiefgründige Sprüche nicht:

 

 

Was damit gemeint ist, sieht man gleich daneben:

 

Echtes Unterwasser-Boot

 

Plötzlich tritt ein Fischer auf Beat zu und sagt freundlich: „Grüezi“.
Beat, überrascht, grüsst ebenfalls.
Fischer: „Woher chömed Sie?“
Beat: „Us de Schwiiz.“
Der Fischer bohrt nach: „Vo wo us de Schwiiz?“
Beat: „Us em Kanton Graubünde.“
Fischer: „Graubünde isch gross, vo wo us Graubünde?“
Beat erstaunt: „Vo Sarn, das lit i de Nöchi vo Thusis.“
Fischer: „Thusis känn ich, ich han vili Jahr bi Flumroc in Mels gschaffet.“

Ja, die Welt ist klein! Das weiss man zwar, aber man staunt doch immer wieder, wenn man daran erinnert wird.

Zum Fluss Klokot weiss Wikipedia zu berichten: „Der Fluss Klokot ist ein Zufluss der Una in Nordwestbosnien. Die Klokot entspringt imposant als Karstfluss direkt aus dem Berg, unmittelbar am Ursprung befindet sich eine Fischzucht und ein Wasserwerk.“

Und wirklich, der schweizerdeutsch sprechende Bosnier erzählt uns, dass wir auf der anderen Flussseite sehr preiswert frischen Fisch kaufen könnten.

 

Fluss Klokot mit Gebäude der Fischzucht

 

Das hören wir gerne und machen sofort uns auf den Weg. Die Klokot tritt tatsächlich schon als veritabler Fluss aus dem Felsen.
Die Forellen werden frisch aus dem Becken geholt und mit Stromschlag getötet. Das funktionniert nicht besonders gut. Wir erlösen einen der Fische, der im Plastiksack weiter zappelt, mit einem gezielten Schlag auf den Hinterkopf.

Das Wasser der Klokot ist glasklar, so dass man zwischen den Wasserpflanzen kleine Lebewesen beobachten kann.

 

 

Weiter sehen wir hier am Ufer, dass es offenbar Bäume gibt, die nicht nur von Wasser und Nährstoffen aus dem Boden leben, nein, einer frisst ganz ungeniert ein Schild!

 

Schilderfressender Baum

 

Vorsichtshalber machen wir einen grossen Bogen um diese gefährliche Kreatur. Vielleicht stehen auch Menschen auf ihrem Speiseplan? … Wer weiss das schon sicher!

Wir wollen noch weitere Perlen Bosnien und Herzegowinas entdecken. Mit dieser Ausrede verlassen wir den wunderschönen, aber wie es scheint nicht ganz ungefährlichen, Ort.

Von weitem sehen wir Stelen auf einem Hügel. Das wollen wir uns genauer ansehen.
Die Steintafel beim Parkplatz hilft uns vorerst nicht weiter.

 

„Leben ist stärker als Tod, Gerechtigkeit ist stärker als Verbrechen, Liebe ist stärker als Hass.“

 

Auf dem Gipfel treffen wir einen Radfahrer, der ursprünglich aus Sarajevo stammt, nun aber in einem Flüchtlingslager in Bihać arbeitet. Er erklärt uns, dass dies ein Mahnmal für die Opfer der kroatischen Ustascha im 2. Weltkrieg sei. Das Monument stelle die Menschen dar, die umgebracht oder von hier vertrieben wurden.

 

Memorial Park Garavice

 

Wikipedia weiss dazu: „Der Garavice-Gedenkpark für die Opfer des Faschismus ist ein Denkmal auf dem Berg Garavice bei Bihać. An diesem Ort und in der Umgebung wurden im Sommer 1941 vermutlich mehrere Tausend Serben und Juden durch kroatische Faschisten ermordet. Eine zuverlässige Angabe der Zahl der Opfer ist bisher nicht möglich.“

 

 

Nach einer kurzen Pause fahren wir dem Fluss Una entlang zur Burg Ostrožac. Beim Restaurant Kostelski Buk halten wir an. Annette erkundet die Insel. Die ist zwar hübsch, auch einige im Fluss liegende Stromschnellen steigern die Attraktivität, trotzdem fahren wir weiter.

 

Hotel und Restaurant Kostelski Buk

 

Kurz darauf treffen wir an einer Einmündung auf folgende Schrift. Hier scheint der Ersteller nicht ganz sicher zu sein, ob sie top ist. Jedenfalls hat er vor das TOP ein grosses Fragezeichen gesetzt … oder haben wir da etwas falsch verstanden?

 

 

Bei der Burg Ostrožac sparen wir uns das Eintrittsgeld. Ein Blick in den Burghof zeigt, dass da noch einiges instandzustellen ist.
Ein Spaziergang um die Festung vermittelt uns trotzdem einen Eindruck.
Nicht nur im Mittelalter war diese Burg umkämpft, sondern auch im letzten Bosnienkrieg (1992-1995), wie die Einschusslöcher in der Fassade zeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wenden uns lieber friedlicheren Dingen zu. Ein Zitronenfaltermännchen, das auf einer Löwenzahnblume nach Nektar sucht, sticht uns ins Auge. Doch halt … friedlich? … der lahme Flügel rechts zeugt ebenfalls von einem Kampf.

 

Zitronenfaltermännchen (Gonepteryx  rhamni ♂)

 

Ein letzter Blick auf Stari grad Ostrožac wie die Burg auf bosnisch heisst …

 

Burg Ostrožac

 

… und weiter über den Fluss Una …

 

 

… nach Bihać führt uns unser NOBIS.

 

Bihać

 

Wir schlendern durch den Gradski Park. Hier herrscht wohl im Sommer Halligalli. Doch jetzt sind die meisten Stände geschlossen, trotz Sonntag und schönstem Herbstwetter.

 

Gradski Park

 

Uns solls recht sein, wir wollten nichts kaufen, sondern nur entspannt etwas von Bihać sehen.
Dem armen Kerl unten scheint es anders zu gehen. Aus vollem Lauf prallt er gegen einen Pfeiler …
Aua!!!

 

Auch hier mitten in der Stadt entdecken wir einen Schmetterling. Der Admiral scheint ebenfalls vom Leben gebeutelt, anders können wir uns seine ausgefransten Flügel nicht erklären.

 

Admiral (Vanessa atalanta)

 

Über ein Wehr gelangt man auf eine kleine künstliche Insel und von da über den „Kupalište Beton“ (das heisst: „Bade Beton“, wohl im Sinne von Mauer, die einen Badesee entstehen lässt) zu einem natürlichen Eiland, das mitten in der Una liegt.

 

Kleines Wehr in Bihać

 

Annette marschiert stramm auf der Staumauer zur kleinen Insel, während Beat nicht an den frisch gestrichenen und gefetteten Getriebeteilen des Wehrs vorbeikommt.

Warum? … Schau selber!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach langem:
dieses Detail und jenes Detail,
aus diesem Winkel und aus jenem Winkel,
ein bisschen mehr von links, nein, besser mehr von rechts,
dieses scharf gestellt, nein, jenes scharf gestellt …

… schafft es auch Beat noch über die Mauer zum Inselchen.

 

 

Nun gilt es einen Übernachtungsplatz zu finden.
Nach Ripać oben in den Bergen Richtung Martin Brod entdecken wir einen ruhigen Platz.

 

 

Wir richten uns gemütlich ein und sammeln herumliegenden Müll ein, wie immer, wenn wir irgendwo frei stehen können und nichts für den Platz bezahlen müssen.

Das ist unsere Art Dankeschön zu sagen!

 

 

Übrigens, für andere WoMo-Reisende: Es ist nicht verboten dies ebenso zu handhaben. Wir haben darauf kein Copyright. 😉

Als wir nach dem Abendessen die vielen Bilder betrachten, merken wir erst, wie ereignisreich der Tag war. Wie viel man sieht und erlebt, obwohl (oder gerade weil!) man nicht nur die Hotspots der Reiseführer abhakt.

So wurde aus einem einzigen Tag ein ganzer Beitrag. Wir hoffen, ihr nehmt uns das nicht übel.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Für kurze Zeit wieder unserwegs!

 

Auf, in unbekannte Gefilde!

9. Oktober 2019

Ja, uns gibt es noch und auch unseren NOBIS.
Wir wollen nun mit ihm Bosnien und Herzegowina entdecken.

Damit wir die zwei Wochen Urlaub von Annette optimal nutzen können, fährt Beat schon mal voraus. Annette wird ihm dann mit einem Fernbus folgen.

Ab dem San Bernardino Pass schüttet es wie aus Kübeln. Zudem hängt sich das Navi auf, ortet mich ständig neben der Strasse und berechnet die Route dauernd neu. Navi raus, Navi rein … nützt nichts. Erst ein Telefonat mit Annette, die empfiehlt das Handy total abzustellen und neu zu starten, hilft.

Getreu dem Motto: Mit dem Auto, ohne Bahn verlasse ich nach Chiasso die Autobahn und fahre auf Nebenstrassen weiter. Das dauert zwar länger, dafür sieht man was von der Gegend. Das heisst zunächst vor allem von der Stadt Como, in der das Navi wieder zickt und mich im Feierabendverkehr endlos Kreise drehen lässt.

Irgenwann und irgendwie schaffe ich es dann doch durch die Stadt und in Lurago d’Erba, finde ich neben dem Friedhof einen perfekten Übernachtungsplatz.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Geheimtipp: Brivio an der Addia

10. Oktober 2019

Nach gemütlichem Frühstück mache ich noch einen „WC-Stopp“ im Übernachtungsdorf, Lurago d’Erba. Der Kaffe kostet € 1.– und das frische, mit Aprikosenkonfitüre gefüllte Croissant, ebenfalls € 1.–, Preise haben die in Italien ….

Dann geht es weiter Richtung Bosnien und Herzegowina. Das Wetter ist goldig und ich zuckle auf Nebenstrassen gemütlich und zufrieden vorwärts.

Von Ferne grüsst das Santuario della Madonna della Pace alla Rocchetta. Doch ich muss weiter.

 

Santuario della Madonna della Pace alla Rocchetta

 

Als ich bei Brivio über die Brücke fahre und das schmucke Dorf unten am Fluss sehe, interessiert mich mein Zeitplan nicht mehr. Es ist zu schön, um daran vorbeizufahren.

Beim nächsten Kreisverkehr drehe ich um und zurück geht es.
Da Fahrverbotstafeln den Weg ins Dorf versperren, parke ich etwas ausserhalb und flaniere auf der Allee der Addia entlang.

 

Fluss Addia

 

 

Flaniermeile in Brivio

 

Die friedliche Stimmung hier lädt ein zum Bleiben, doch ich muss leider weiter. Andere hatten wohl das selbe Gefühl, und so steht auf der gegenüberliegenden Seite eine stattliche Villa.

 

Villa in Brivio an der Addia

 

In Maddalene finde ich (wie so oft in Italien) beim Friedhof einen geeigneten Übernachtungsplatz.
Wasser und Toilette gibt es hier auch … Camperherz, was willst du mehr?

 

Parkplatz beim Friedhof in Maddalene

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Manchmal ist langsam nicht lustig

11. Oktober 2019

Heute zieht sich die Strecke endlos. Kreisverkehr reiht sich an Kreisverkehr, Dorf an Dorf, meistens geht es viel langsamer als die erlaubten 50 km/h vorwärts, man kommt kaum voran. Für 100 km brauche ich 2 1/2 Stunden!
Bei San Giorgio di Nogaro staune ich: Sogar die Starkstrommasten sind hier im Herbst bunt. 😉

 

Herbst bei San Giorgio di Nogaro

 

Endlich schaffe ich es doch noch nach Slowenien, wo ich kurz vor der kroatischen Grenze einen ruhigen Platz finde.
Beim Abendspaziergang durch den Wald fährt eine Polizeiauto neben mich und die Beamtin fragt, was ich hier treibe. Ich schwärme von der frischen Luft, dem schönen Wald und dass ich mich hier ein wenig von dem anstrengenden Tag erholen wolle.
Scheint alles legal, doch warnt mich die Polizistin, dies hier sei eine sehr unsichere Gegend.
Ich vermute, dass sie damit die Migranten meint, die über die grüne Grenze flüchten. Ich glaube nicht, dass diese Menschen an einem Zusammentreffen mit mir interessiert sind und bleibe deshalb da. Ich werde mit einer sehr ruhigen Nacht belohnt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Herbstzeit ist Jagdzeit

12. Oktober 2019

Auch in Kroatien ist der Herbst eingekehrt, und „Herbstzeit ist Jagdzeit“, sagt sich ein Fuchs, der durch die Gegend schnüffelt.
„Herbstzeit ist Jagdzeit“, sage auch ich mir und jage den Fuchs mit meiner Kamera.

 

 

Was will denn der da?
Ist die schwarze Kiste, die er sich vors Gesicht hält, ein Gewehr? Das Ding, vor dem mich meine Eltern immer gewarnt haben?
Ich hau lieber ab …
Gedacht … getan!

 

 

Da für mich die Gegend ohne Fuchs nicht interessant ist, tue ich es ihm gleich.

Früh bin ich in Korenica. Hier wollen Annette, die mir durch halb Europa nachgejagt ist (aufmerksame Leser wissen: „Herbstzeit ist Jagdzeit“!) und ich uns treffen.

Ich warte ungeduldig … endlich, endlich naht der ersehnte grüne Fernbus. „Grün ist die Hoffnung“, sagt man und siehe da, nun ist auch Annette da.
(dadadaaa …Hurra!!!)

 

Bushaltestelle in Korenica

 

Die Nacht ist nicht mehr fern und so fahren wir bald los und finden nach wenigen Kilometern in Bosnien und Herzegowina einen Platz am Fluss Klokot.

Wir fragen zwei Männer, die im nahen Wasserwerk arbeiten und uns interessiert beobachten, ob wir hier schlafen dürften. Sie strahlen und meinen: „Autocamp? No problem!“

Herzlich willkommen in Bosnien und Herzegowina!!!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

unserwegs ist zu Ende

 

Es kann der Frömmste ….

13. Juli 2018

… nicht in Frieden leben, ….

In einem Wald bei Leiden finden wir einen friedlichen Übernachtungsplatz unter der Schirmherrschaft von Johannes Nepomuk. Dachten wir…..

Annette spaziert noch ein wenig rum und sammelt eine grosse Tüte voller Müll, während Beat das Abendessen kocht.

 

Beinahe-Übernachtungsplatz

 

Nach dem Essen spülen wir das Geschirr und räumen um für die Nacht. Beat legt sich schon mal hin und liest noch ein wenig. Annette sitzt auf dem Beifahrersitz und näht zwei Knöpfe an. Plötzlich nähert sich ein Auto und stellt sich ca. 5 m vor unseren NOBIS. Ein älterer Herr steigt aus, Annette grüsst höflich. Er aber fotografiert sichtlich verärgert unser Kennzeichen und das unserwegs-Logo.
Schnell steigt er wieder ins Auto und braust davon.

Ist hier Parken verboten? Wir haben nichts dergleichen gesehen. Doch da wir friedliebend sind und niemanden verärgern wollen, suchen wir uns für diese Nacht einen anderen Platz. Wir fahren weiter bis Ybbs an der Donau.
Hier gibt es offizielle und erst noch kostenlose Stellplätze für Wohnmobile direkt am Ufer der Donau.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ybbs an der Donau

14. Juli 2018

Der Morgen begrüsst uns in zartem Rosa.
Lastkähne und Kreuzfahrtschiffe ziehen gemächlich auf der Donau an unserem NOBIS vorbei.

 

Kreuzfahrtschiff auf der Donau

 

 

Stellplätze in Ybbs an der Donau

 

 

Donau mit Persenbeug und Schloss Persenbeug

 

Vor der Weiterreise spazieren wir durch das Städtchen und staunen über eine riesige Kaplan-Turbine.
Das Wasser der Ybbs, die hier in die Donau fliesst, wird zur Stromerzeugung genutzt.

 

Kaplan-Turbine

 

Wandgemälde zeigen, wie die Stadt vor dem Grossbrand von 1868 ausgesehen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim schmucken Rathaus kehren wir um.

 

Rathaus von Ybbs a. d. Donau

 

Wir fahren in zwei Tagen über Deutschland zurück in die Schweiz, nach Wohlen.

Link zur Strecke vom 14. Juli 2018:

Link zur Strecke vom 15. Juli 2018:

 

 

Campingplatz Thusis

31. Juli 2018

Heute fahren wir auf den Campingplatz von Thusis. Hier werden wir im August und September wohnen, bevor wir am 1. Oktober 2018 unsere Wohnung in Sarn beziehen können.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

unserwegs ist zu Ende

Nach knapp fünf Jahren wird Annette wieder als Ergotherapeutin arbeiten. Ihr hat die Arbeit in letzter Zeit immer mehr gefehlt.

Eine wunderschöne Reisezeit mit Eindrücken der unterschiedlichsten Art liegt hinter uns.
Wir haben den NOBIS vorerst eingestellt.
Vielleicht zieht aber Beat, der immer noch Reiselustige, im Frühjahr nochmals alleine los? Der Blog würde dann wieder aktiviert.
Oder wir zeigen in unregelmässigen Abständen Bilder aus der Gegend unseres wunderschönen Wohnortes?

Wer weiss …

Uns bleibt nur noch all unseren Followern und LeserInnen unseres Reiseblogs herzlich für ihre Treue zu danken.

Speziell möchten wir uns bei all denen bedanken, die in die Tasten gegriffen und uns einen Kommentar hinterlassen haben. Das hat uns immer ausserordentlich gefreut.

Euch allen eine gute Zeit!!

Beat und Annette

 

🙂 🙂 ♥♥ 🙂 🙂 ♥♥ 🙂 ♥ 🙂 

 

 

 

Die letzten Tage in der Slowakei

 

Heute keine Gipfelfahrt für uns

8. Juli 2018

Das Wetter ist prächtig. Heute wollen wir mit der Seilbahn auf den Lomnický štít gondeln.
Wir fahren also zur Talstation, um Tickets zu kaufen. Aber es ist alles ausgebucht. Morgen soll das Wetter schlecht sein. Also reservieren wir Karten für übermorgen.
In der Nähe von Mengusovce entdecken wir einen schönen Übernachtungsplatz unterhalb eines lichten Kiefernwalds.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Sonniger Regentag

9. Juli 2018

Die Sonne weckt uns … das ist also schlechtes Wetter!!! … Meteorologe sollte man sein …

 

Mengusovce mit der Hohen Tatra

 

Hat sich das angekündigte Schlechtwetter wohl verspätet und trifft erst morgen in der Region ein? Wären wir doch bloss schon heute auf den Lomnický štít gefahren!!
Darüber kann man sich nun ärgern oder aber sich an den vielen schönen Dingen erfreuen, die in unmittelbarer Nähe darauf warten entdeckt zu werden. Wir entschliessen uns für zweiteres.

 

Distelknospe (Carduoideae)

 

 

 

 

 

 

 

Stein-Nelke (Dianthus sylvestris)

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich sind wir trotzdem erleichtert, als sich schon bald eine dichte Wolkendecke über die Hohe Tatra legt. 😉

Am Nachmittag fahren wir auf den Parkplatz der Seilbahn in Tatranská Lomnika. Wir wollen morgen bereit sein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lomniký štít

10. Juli 2018

Früh am Morgen ist der wolkenlose Himmel strahlend blau.
Um 9:00 Uhr fahren wir mit der grossen Gondelbahn in die Mittelstation. Doch der Himmel bezieht sich schnell.

 

Irgendwo da oben ist der Gipfel.

 

Zum Glück hängt die Gondel an einem Seil, sie würde den Weg durch den Nebel sonst kaum finden.

 

 

Nun beginnt es auch noch zu regnen. Wir setzen uns ins Restaurant und trinken Tee/Kaffee. Zeitweise mischt sich in den heftigen Schauer sogar Graupel. Keiner geht freiwillig nach draussen.

 

 

Da haben wir uns einen wunderbaren Tag ausgesucht, um auf den Lomniský štít zu fahren. 😦 Die Gondel musste im Voraus auf eine ganz bestimmte Zeit gebucht werden und nach genau 50 Minuten Aufenthalt soll es dann wieder hinunter gehen.
Zudem hängt nur eine einzige Gondel an dem Seil, die lediglich 15 Personen Platz bietet.

Verstehe das, wer wolle!

Langsam klart es im Tal wieder auf, nur um den Gipfel halten sich standhaft dicke Wolken.

 

Blick von der Mittelstation in die Ebene

 

Eine Regenpause nutzen wir für einen Spaziergang um den kleinen Bergsee Skalnaté Pleso, der direkt hinter dem Restaurant liegt.

Sind das die letzten nebelfreien Bilder von unserem Bergausflug?

 

Skalnaté Pleso

 

 

Begegnung in der Pfütze

 

Die Zeit unserer Bergfahrt naht … und siehe da, der Gipfel zeigt sich wieder. Wir können doch noch hoffen!

 

 

Rechtzeitig vor der Abfahrt zur Lomnitz-Spitze (Lomniký štít) sind wir wieder bei der Station. Ein Angestellter der Bahn fragt uns, ob wir Tickets für die Gondelbahn hätten. Obwohl wir erst 20 Minuten später eingeplant waren, können wir gleich in die nächste Gondel steigen und hochfahren. Da scheint jemand vor der Fahrt aufgegeben zu haben.

Für Wissbegierige:
Der Lomniký štít ist mit 2634 m ü.M. der zweithöchste Gipfel der Hohen Tatra und diese „das kleinste Hochgebirge der Welt“! Ja, wir lieben Superlative!

Für Technikfreaks:
Die Seilbahn überwindet eine Höhe von 861 Meter und auf den 1665 Metern Länge steht lediglich eine einzige Stütze.

Für stolze Eidgenossen:
Die Seilbahn wurde von der Schweizer Firma von Roll erbaut.

 

 

Zwerg-Miere (Minuartia sedoides)

 

 

Auf dem Gipfel liegt überall noch Graupel von dem Unwetter.
Die Blumen üben für den Winter.

 

 

Blick in die Tiefe vom Lomniský štít

 

Doch wir haben Glück, der Himmel klart immer mehr auf und gibt das imposante Panorama frei.

 

 

 

 

 

Ein enger, eingezäunter Pfad führt ein paar Schritte auf dem schmalen Grat entlang. Auf allen Seiten geht es annähernd senkrecht in die Tiefe. Nun verstehen wir auch, warum die Gondel nicht grösser und Aufenthaltszeit hier oben begrenzt ist: Es hätte gar keinen Platz für mehr Leute.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit 2634 m ü.M. der zweithöchste Gipfel der Hohen Tatra

 

 

 

 

 

 

Nach 20 Minuten, just als die Gondel einfährt, auf die wir eigentlich gebucht waren, verstecken sich die Berge wieder in den Wolken.
Hei, haben wir da Glück gehabt!!!

 

Bergstation Lomniký štít im Nebel

 

Überglücklich lassen wir uns wieder ins Tal hinunter tragen.

Nun fahren wir Richtung Nove Mesto und finden in Podbanské einen ruhigen Übernachtungsplatz.

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Kleine Karpaten

11. Juli 2018

Am Morgen erscheinen zwei Männer mit Motorsensen und beginnen die Rasenstreifen zwischen den Parkplätzen zu mähen.
Wir wechseln auf den grossen Platz auf der anderen Strassenseite. Kurz darauf taucht ein kleiner Traktor mit Mäher auf, der auch auf unserer Seite Gras schneidet. Keine guten Bedingungen für ein ruhiges Frühstück.

Wir ziehen deshalb bald weiter.

In Teich von Liptovksý Hradok steht ein Fels und darauf ein Bildstock. Originell und zudem vor Vandalen geschützt.

 

Unzugänglicher Bildstock in Liptovksý Hradok

 

Am Nachmittag fahren wir zur Gedenkstätte auf den Hügel Bradlo in der Nähe von Nové Mesto nad Váhom.
Wir geniessen den Blick über die Felder und Wälder im Tal.

 

 

In diesem Grabdenkmal wurde Milan Rastislav Štefánik bestattet. Er war einer der drei Gründerväter der ersten Tschechoslowakischen Republik (1918 bis 1938).

 

 

 

 

 

Für diese Nacht bleiben wir auf dem Parkplatz unterhalb des Monumentes.

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Letzter Tag in der Slowakei

12.07.2018

Heute feiert Annette ihren Geburtstag und morgen werden wir die Slowakei in Richtung Schweiz wieder verlassen.
Grund genug uns nochmals in einem Hotel einzuquartieren und die Annehmlichkeiten zu geniessen.

 

Hotel Tilia in Pezinok

 

Auf einem kleinen Spaziergang durch dieses verschlafene Städtchen entdecken wir die „urbane Natur“.
An zwei grossen Schmetterlingsfliedern beobachten wir verschiedene Insekten.

 

Tagpfauenauge (Aglais io) auf Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)

 

 

Tagpfauenauge (Aglais io)

 

Und „klapp!“ tarnt sich einer der bunten Schmetterlinge.

 

Unscheinbares Tagpfauenauge (Aglais io)

 

Wir wenden uns den anderen Gästen zu, die sich an diesem „Tischlein deck dich“ bedienen.

 

Biene (Apis mellifera)

 

 

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

 

Nun schlendern wir weiter zum nahen Park.

 

Evangelische Kirche in Pezinok

 

 

Blühender Balkon

 

Im Zámocký Park lernen wir etwas über die Zeit, die vergeht, bis sich Abfall zersetzt hat. (Für Nichtslowaken: Rokov heisst Jahre.)
Dies war mit ein Grund, weswegen wir ausnahmslos an jedem Übernachtungsplatz, an dem wir in den letzten gut viereinhalb Jahren gratis stehen konnten, herumliegenden Müll gesammelt haben.

 

 

Nein, das ist kein Abfall, das ist ein Pilz, der hier im Park wächst.

 

 

Wir sitzen auf einer Bank am Teich und lassen die letzten Jahre Revue passieren. Wir haben unglaublich viel Schönes erlebt und gesehen.
Aber nun bricht ein neuer Lebensabschnitt an: Wir werden wieder sesshaft.

 

 

Das ist zwar spannend, stimmt aber auch ein wenig traurig.
Selbst der Tannenzapfen einer Stech-Fichte vergiesst darüber harzige Tränen.

 

Stech-Fichte (Picea pungens)

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Tschüss, du schöne Slowakei

13. Juli 2018

Heute geht es über Österreich zurück in die Schweiz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von steilen Leitern und gemächlichen Flossfahrten

 

Durch die Suchá Belá Schlucht

5. Juli 2018

Wir fahren nach Podlesok. Der Parkplatz-Wächter kommandiert uns so lange auf der Wiese rum (NEIN, nicht so! Front gegen den Feldweg … 20 Zentimeter mehr nach links … einen halben Meter zurück!!) bis der NOBIS genau so steht, wie er sich das vorstellt.
Endlich passt es!
Schmunzelnd wandern wir zum Eingang in die Suchá Belá Schlucht.

 

 

Der Weg liegt zu Beginn mitten im Bachbett, aber es gibt immer Kiesbänke oder Trittsteine. Nach einem eher gemächlicher Start wird die Schlucht enger und steiler. An schwierigen Stellen wurden unzählige Holzstiegen, Treppen, Leitern, Gitter, Seile und Ketten angebracht.
Einzelne Wanderer kommen dabei ziemlich an ihre Grenzen.
Und es leuchtet nun auch ein, warum die Schlucht nur in dieser Richtung begangen werden darf.

Hier ein paar Eindrücke von dieser einmaligen Wanderung:

 

 

 

 

 

 

 

Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwindelfreiheit ist eine Voraussetzung!!

 

 

 

 

 

 

 

Am Ausgang der Schlucht steht ein kleines Holzhäuschen über einer Quelle. Fröhlich sprudelt das Wasser durch die kurze Röhre, bevor es den weiten Weg zum Meer selber suchen darf.

 

„Quellfassung“

 

Wir wandern auf der Forststrasse zurück zu unserem NOBIS. Immer wieder überholen uns Wanderer auf Mountain-Bikes, die man oberhalb der Schlucht für die Talfahrt mieten kann. Doch gemäss unserem Motto: „Zu Fuss sieht man am meisten“, verzichten wir auf die Räder.

Ein Schwalbenschwanz will sich partout nicht fotografieren lassen. Immer wieder setzt er sich auf einer Türkenbundlilie dekorativ in Szene, aber sobald sich ihm Beat mit der Kamera nähert, flattert er weiter.
So wollen wir uns mit der Blume begnügen, doch siehe da, ein Sechsfleck-Widderchen nutzt die seltene Gelegenheit auf unserem Reise-Blog der ganzen Welt vorgestellt zu werden.

 

Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae) auf einer Türkenbundlilie (Lilium martagon)

 

Unter den Insekten spricht es sich schnell herum, dass man hier entdeckt und eventuell sogar berühmt werden kann. Plötzlich krabbeln auch noch eine mit Goldstaub geschmückte Motte und ein glänzend roter Käfer herum. Es gibt keine Grenzen bei Casting-Shows 😉 !
Wir tun unsere Pflicht und zeigen sie hier. Vielleicht ist das ja der Start zu einer internationalen Karriere. Der Tiere natürlich… 😉

 

 

Eine Hummel will nicht berühmt werden. Schnell verkriecht sie sich in einer Fingerhut-Blüte.

 

Hummel (Bombus) in einer Blüte des Gelben Fingerhutes (Digitalis lutea)

 

Link zur Wanderung durch die Suchá Belá Schlucht: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Sprayer in Vel ‚ká Lomnica

6. Juli 2018

Schon früh am Morgen brennt die Sonne und der NOBIS verwandelt sich in einen Backofen. Zum Frühstück fahren wir einige Kilometer weiter an einen schattigen Waldrand.

In Vel ‚ká Lomnica haben wir die seltene Gelegenheit einigen Sprayern am helllichten Tage bei der Arbeit zuzuschauen. An Hand von Vorlagen auf Papier oder dem Handy bemalen sie kunstvoll eine lange Mauer.
Einiges ist bereits fertig gestellt, anderes noch im Entstehen.

 

 

Plötzlich rennen alle panikartig davon. Die Spraydosen lassen sie auf dem Trottoir zurück! … Nein, nicht die Polizei hat sie vertrieben, sondern ein Regenschauer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beeindruckend, oder?

 

Wir fahren weiter nach Červený Kláštor. Von dort wollen wir uns morgen auf einem Floss den Dunajec, den Grenzfluss zu Polen, hinunter treiben lassen.

Zum Abendbrot bereiten wir den Schweizer Klassiker: „Gschwellti mit Chäs!“ zu. Für Nicht-Schweizerdeutschsprechende: Pellkartoffeln mit Käse.
Der slowakische Käse ist ausserordentlich lecker. Es gibt die verschiedensten Sorten. Am meisten staunen wir über die geflochtenen oder geknoteten „Käseschnüre“ und die Käsebänder, die aufgerollt und anschliessend geräuchert worden sind.

 

Slowakische Käseplatte

 

Moment….. der Käse mit den grossen Löchern ist doch ein Emmentaler!
Richtig, gut beobachtet: aber ein in der Slowakei hergestellter. Gute Dinge kann man ja übernehmen … wir warten also auf den Schweizer Käsezopf!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Flossfahrt auf dem Dunajec

7. Juli 2018:

Am frühen Morgen hätte uns eine Bachstelze gerne geweckt, doch mit vollem Schnabel pfeift es sich schlecht.

 

Bachstelze (Motacilla alba )

 

Wir sind aber eh schon wach, haben bereits gefrühstückt und stehen um 9:00 Uhr an der Kasse um ein Ticket für die Flossfahrt zu ergattern.
Ein Junge bindet mit einem Seil je fünf „Holztröge“ zu einem Floss zusammen. Danach werden vorne einige Tannenzweige befestigt, damit die Wellen gebrochen und die Touristen nicht nass werden.
Es wird aber auch erzählt, was der wahre Zweck dieses Reisigs sei: „Es wird zum Kränzeflechten für ertrunkene Touristen genutzt. Dieser Service ist im Fahrpreis inbegriffen.“

 

Ein Floss wird vorbereitet.

 

Wie dem auch sei, wir wagen uns auf eines dieser schaukelnden Gebilde. Bereits nach kurzer Zeit fahren wir an einem der seltenen Schwarzstörche vorbei, der unbeeindruckt durch das seichte Wasser watet und nach Beute Ausschau hält.

 

Schwarzstorch (Ciconia nigra)

 

Doch auch eine andere Spezie hätte gerne Fisch auf dem Speisezettel.

 

Fliegenfischer im Dunajec

 

Gemütlich treiben wir den Fluss hinunter. Vor uns tauchen die „Drei Kronen“ (Polen) auf. Gemächlich ziehen wir an ihnen vorbei.

 

Die steilen spitzigen Felswände des „Drei-Kronen-Massivs“

 

Das Floss wird von zwei Profis gesteuert. Der Frontmann gibt immer wieder Erklärungen ab, leider nur auf Slowakisch. Wir geniessen die Fahrt um so mehr, müssen wir doch nicht den Worten lauschen, sondern können unseren eigenen stillen Beobachtungen nachhängen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So staunen wir über die vielen Kanuten, die mit den Stromschnellen kämpfen und …

 

 

… sind einmal mehr verblüfft über die vielen verschiedenen Grüntöne, die der Wald zur Schau stellt.

 

Symphonie in Grün

 

Nach einer guten Stunde landen wir wieder an. Die Touristen steigen aus und das Floss wird in seine Einzelteile zerlegt und auf einen bereitstehenden LKW geladen.
Wir sind froh, dass wir uns bereits mit den Ersten auf die Fahrt gemacht haben. In immer kleineren Abständen folgt Floss auf Floss.

 

 

Einige müssen sogar in einer Kolonne hintereinander herfahren.

 

Flüssiger Kolonnenverkehr auf dem Dunajec

 

„Und schau da!“ … „Wo?“ … „Da!“ …
Da schwimmt der Fisch, auf den weiter oben der Storch und der Fischer gelauert haben … schlaues Tier!

 

Döbel (Squalius cephalus)

 

Auch hier wäre es möglich mit gemieteten Fahrrädern oder gar mit einer Pferdekutsche zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Doch wer uns kennt, der weiss: „Die wandern.“

Der Weg dem Fluss entlang führt an der schönen Kirche von Sromowce Niżne in Polen vorbei …

 

Katholische Kirche in Sromowce Niżne (PL)

 

… und am Friedhof von Červený Kláštor, wo eine ebenfalls sehenswerte Kirche steht. Die Fassade aus rundgeschliffenen Flusssteinen ist beeindruckend.

 

Friedhofskapelle von Červený Kláštor

 

Kurz vor dem Ausgangspunkt wacht ein Unbekannter mit aufmerksamem, hölzernem Blick.

 

Unbekannter Wächter

 

Nach zwei Stunden Wanderzeit sind wir wieder in Červený Kláštor. Gerade richtig, um dem Abladen der Flosse zuzuschauen. Die Männer arbeiten Hand in Hand, ohne viele Worte. Jeder weiss genau, was seine Aufgabe ist und so ist der LKW im Nu entladen.

 

Abladen der Holzkästen

 

Andere lassen die Holzkästen zu Wasser und binden sie dort wieder zu Flossen zusammen.

 

Ein Floss wird zusammengebaut.

 

Am späteren Nachmittag fahren wir auf den nächsten Pass hinter Rel’ov. Dort am Ende einer Nebenstrasse finden wir einen hübschen Übernachtungsplatz. Von da blicken wir auf die Hohe Tatra mit dem Gipfel Lomnický štít. Der ist unser morgiges Ziel.

 

Einmal mehr ein wunderschöner Übernachtungsplatz im Nirgendwo

 

Link zur Bootsfahrt auf dem Dunajec und der Wanderung zurück an den Ausgangspunkt:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderland Slowakei

 

Auf den Chopok

2. Juli 2018

An der Talstation Krupová registrieren wir uns für den „GoPass“ des Tatra-Gebiets. Damit bekommen wir die Fahrkarten günstiger. Die nette Dame erklärt uns, dass wir für € 20.– bzw. € 16.– (ab 60 Jahren gilt man hier als Senior und erhält Vergünstigungen 🙂 ) ein Retour-Ticket lösen könnten. Dieses berechtigt zu einer Fahrt auf den Chopok-Gipfel, dann auf der Nordseite hinunter nach Demänovská Dolina und wieder zurück.
So viel Gondelfahren lassen wir uns nicht entgehen!

 

Gondelbahn auf den Chopok

 

Wieder auf der Bergstation angekommen, wandern wir auf den nahen „Hausgipfel“.

 

Chopok

 

 

Wow!! Über 2000 Meter!!

 

Der Blick in die Tiefe und in die Weite sind wunderbar. Hier gefällt es uns.

 

Blick vom Chopok

 

In die Bergstation der Luftseilbahn ist auch ein Hotel integriert. Spontan beschliessen wir für eine Übernachtung anzufragen. Wir sind bereit einen hohen Preis dafür zu bezahlen, … doch leider sind alle Zimmer besetzt. 😦

Auf wunderschön angelegten Wegen wandern wir zum Ďumbier, dem höchsten Berg der Niederen Tatra.

 

Bergwanderweg in der Niederen Tatra

 

Die Wanderwege wurden sorgfältig und mit viel Aufwand aus flachen Felsbrocken angelegt.

 

 

 

Ďumbier, 2043 m ü. M.

 

Nach einer ausgiebigen Pause wandern wir zurück zum Grat und weiter zur Chata Stefánika.

 

 

 

 

 

 

Auch Eingeborene geniessen den Blick in die Tiefe.

 

 

Die Chata Stefánika ist ein mächtiges Steinhaus, das sich hinter einem Hügel versteckt. Die drei Frauen, die die wenigen Gäste bewirten, sind heillos überfordert. Die einfachen Mahlzeiten werden einzeln zubereitet und immer, wenn etwas fertig ist, zur Abholung ausgerufen. Es ist so nicht möglich, zusammen warm zu essen, denn zwischen den einzelnen Ausgaben verstreicht immer viel Zeit.

Endlich sind wir an der Reihe. Annette kriegt statt den einfachen Kartoffelpuffern mit Käse ein ganzes Menue. Als sie die Richtigkeit höflich anzweifelt, wird ihr resolut beschieden, dass sie das bestellt und bezahlt habe. So tun wir uns zu zweit gütlich daran, während ein Paar am Nebentisch auf unseren Teller schielt und immer nervöser wird.

Gestärkt wandern wir zur Mittelstation der Chopok-Bahn. Wir hoffen sehr, das auch unsere Nachbarn noch zu ihrem Essen kommen.

 

Weg von der Chata Stefánika zur Chopok Bahn.

 

Wunderschön blüht ein Hauswurz am Wegesrand.

 

Hauswurz (Sempervivum)

 

Wir entdecken sogar einen Türkenbund, der sich unter einem Busch versteckt hat.

 

Türkenbund (Lilium martagon)

 

Nach insgesamt vier Stunden Wanderzeit lassen wir uns von einer Gondel hinunter zu unserem NOBIS fahren, der auf dem riesigen Parkplatz wartet.

Link zur Wanderung auf den Chopok und den Ďumbier: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Fernsehen in Dedinky

3. Juli 2018

Auf dem Weg nach Dedinky sehen wir eine grosse Kuhherde, die von einem Hirten und seinen Border Collies gehütet wird. Eine seltene Idylle in unserer hektischen Zeit.

 

 

Ein Stück weiter stehen zwei Roma-Mädchen (ca. 6 und 8 Jahre alt) am Strassenrand, die einladend eine grosse Schüssel mit Heidelbeeren präsentieren. Als wir anhalten, bricht ein Riesenjubel aus. Wir füllen aus der Schüssel eine Schale für uns ab. Stolz wird als Preis 10 € in den Sand geschrieben. Wir wollen ja die Beeren bezahlen, doch das ist definitiv zu viel. Aber wir einigen uns schnell und so haben sowohl die Mädchen als auch wir einen Gewinn aus dem kleinen Strassenhandel.

Heute brauchen wir ganz dringend guten Internetempfang, denn die Schweiz spielt im Fussball WM-Achtelfinale gegen Schweden. Und Beat MUSS das sehen.

Dedinky liegt hübsch am Palcmanská-Stausee, aber die meisten Unterkünfte sind noch geschlossen. Wir brauchen fünf Anläufe bis wir eine Pension mit WiFi im Zimmer finden.

 

Palcmanská-Stausee

 

 

Pension Pelle in Dedinky

 

Wir geniessen den Blick vom Balkon …

 

 

… und Annette zudem das Kofola zum Aperitiv. Kofola ist ein slowakisches Getränk.
Das ist eine Art Cola mit Caramelgeschmack und überraschend würziger Note. Es schmeckt so lecker, dass wir nicht verstehen können, warum diese Spezialität in unseren Breitengraden noch keine Importeure oder Nachahmer gefunden hat.
Los, JungunternehmerIn! Fülle die Marktlücke!

 

Annette und ihr Kofola

 

Zum Fussballmatch wollen wir nichts schreiben, denn wer verliert, braucht keine Werbung!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Durch die Schlucht Dobšinská Maša

4. Juli 2018

Für das Frühstück fahren wir auf den Dorfplatz, Annette kauft im Laden frische Brötchen, Milch und Joghurt.

Gestärkt machen wir uns auf den Weg. Wir wandern zum Eingang der Schlucht Dobšinská Maša.
Auch eine Grille scheint ihren kurzen Flügeln nach zu schliessen mehr zu wandern denn zu fliegen.

 

Feldgrille (Gryllus campestris)

 

Der Eintritt für den Wanderweg durch die Klus kostet für Annette € 2.– und für Beat 50 Cent. Wie lukrativ, wenn man über 60 Jahre alt ist. 😉

Der Weg führt über mehrere in den Felsen eingelassene Eisenbügel und Gitter und hohe Leitern.

 

Annette am Berg

 

Ein Schmetterling sitzt anmutig auf einer der Ketten, an denen sich unsichere Wanderer in gefährlichen Passagen festhalten können. Er scheint über unsere mühsame Kraxelei zu lächeln.

 

Admiral (Vanessa atalanta)

 

Unglaublich, welcher Aufwand betrieben wurde, um die Schlucht begehbar zu machen. Verständlich, dass man am Eingang einen Obulus entrichten muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht nur Metalleitern erleichtern den Aufstieg. Auch eine „Baumstammtreppe“ wurde gebaut …

 

 

… oder eine umgestürzte Tanne originell zur „Baumschwelle“ ausgesägt. Selbst die Rillen für den besseren Halt wurden liebevoll eingefräst.

 

„Baumschwelle“

 

Wo möglich wurde der Weg naturbelassen, so dass man auf einigen Abschnitten sogar mitten im Bach wandern kann.

 

 

Auch der Türkenbund fühlt sich wohl in dieser Schlucht.

 

Türkenbund (Lilium martagon )

 

 

 

Über uns leuchten die Buchenblätter in der Sonne wie grüne Lämpchen.

 

Buchengrün & Buchenbraun

 

Oben angekommen wandern wir über den Berg Geravy zurück nach Dedinky. Die Sesselbahn, die einst hier heraufführte, wird von der Natur zurückerobert.

 

Back to nature

 

 

 

In den Wiesen im Tal entdecken wir einige Pflanzen mit goldgelben Blüten und leuchtendblauen Blättern an den Spitzen.
Handelt es sich hier um eine Art Klappertopf? Wir finden es nicht heraus.

 

Uns unbekannte Blume

 

Eine Hummel saugt fleissig Nektar aus den Blüten eines Kerbels.

 

Kerbel (Anthriscus) mit Hummel (Bombus)

 

Und ein Wiesen-Storchschnabel kündet jetzt schon den fernen Herbst an.

 

Blatt eines Wiesen-Storchschnabels (Geranium pratense)

 

Unten im kleinen Dorfpark von Dedinky werden wir von zwei Birkenziegen begrüsst.

 

Birkenziegen (Capra birkensis) 😉

 

Nach nur zweieinhalb Stunden sind wir zurück bei unserem NOBIS.
Ein einsamer Fischer steht im See und versucht Beute an seine Angel zu locken.

 

 

Uns jedoch zieht es weiter.

Auf dem Pass Sedlo Súl’Ová finden wir auf einer Holzlagerstelle einen ruhigen Übernachtungsplatz.

 

Link zur Wanderung durch die Schlucht Dobšinská Maša: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke: