Slowakei 2018

 

19. Juni –

Karte zu unserer Reise durch die Slowakei:

 

UFO in Bratislava

19. Juni 2018

Das Thermometer ist auf über 30 °C geklettert.
Wir parken in Bratislava am Donau-Ufer. Die Wassermelonen-Schnitze sind bei dieser Hitze genau das Richtige.
Von hier sieht man die imposante „Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes“.

 

Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes in Bratislava

 

Eine besondere Attraktion ist das Turmrestaurant in 80 Meter Höhe in Form eines UFOs.

 

UFO von Bratislava

 

Von der anderen Seite der Donau grüsst die Burg Bratislava.

 

Burg Bratislava

 

Es ist zu heiss für eine Stadtbesichtigung. Wir fahren deshalb weiter Richtung Berge.
Das Dorf Vel’ké Zálužie (was man da alles für Striche und Bögen auf und zwischen die Buchstaben setzen kann!) liegt zwischen sanften Hügeln inmitten von Getreidefeldern.
Berge sind leider noch keine in Sicht.

 

Dorf Vel’ké Zálužie

 

Wir erinnern uns an die Faustregel, dass pro 100 Höhenmeter 1°C tiefere Temperaturen herrschen und fahren auf einen bewaldeten Hügel zum Zoborsky Kláštor.
Im ehemaligen Kloster ist heute eine Klinik untergebracht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Čičmany

20. Juni 2018

Die Nacht ist sehr unruhig. Viele Autos und Motorräder fahren auf den Parkplatz, um sinnlose Runden zu drehen.
Um halb zwei Uhr nachts beendet einer die „Lärmaktion“, der wohl seine Kleinbubenträume mit Spielzeugautos nicht ausleben durfte und dies nun mit seinem röhrenden Boliden nachholen muss.

Danach herrscht zum Glück Ruhe.

Doch schon früh am Morgen glaubt die Sonne unser NOBIS sei ein Backofen, den sie aufheizen müsse. Zudem sind bereits viele Autos, Linienbusse und Leute unterwegs.Wir flüchten und fahren weiter.
Am See bei Vel’ké Uherce rasten wir und legen die grosse Karte auf dem Rasen aus, um uns zu orientieren.

 

See bei Vel’ké Uherce

 

Ein Mann spricht uns auf Slowakisch an. Er versteht kein Englisch. Seine Frau kommt dazu, sie spricht ein paar Brocken. Sie empfiehlt uns einige Highlights der Region.

Vielen Dank, unbekannte Frau!

Als erstes fahren wir nach Čičmany, um uns die schwarzen Holzhäuser, die mit weissen Mustern und Motiven verziert sind, anzusehen.
Eigentlich wollen wir im Restaurant Javorina nur etwas trinken. Aber ein Blick in die Speisekarte und auf die Uhr lassen uns die Meinung ändern. Annette entscheidet sich für Teigtaschen mit Schafsfrischkäse an einer Sauerrahmsauce mit Speckwürfeli, Beat geniesst Spätzli mit Schafskäse und Speckwürfeli.

 

Pensión Javorina

 

Gemäss der Kellnerin gibt es zwei Erklärungen für die Ornamente an den Häusern:
Zwischen den Frauen im Dorf habe sich ein „Wettbewerb“ entwickelt nach dem Motto: „Wer hat das schönste Haus im ganzen Dorf“.
Oder aber: durch die Abgelegenheit des Dorfes inmitten von Wäldern, blieb der Glaube an Naturgeister lange erhalten. Die Ornamente sollten vor bösen Geistern schützen.

Dann schlendern wir durch das Dorf und bewundern die eigenartig verzierten Häuser. Wir sehen viele abstrakte Muster, entdecken aber auch einige Vögel, Herzen und Kreuze.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Pflanzen eifern den Häusern nach und schmücken sich ebenfalls. Sie tun es mit Blüten.

 

Waldrebe (Clematis)

 

Für die Nacht fahren wir wenige Kilometer zurück und installieren uns auf einem Parkplatz direkt am Waldrand.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Slowakisches Bethlehem

21. Juni 2018

Ein weiterer Tipp der „Frau am See“ ist das „Slowakische Bethlehem“.
Wir fahren also nach Rajecká Lesná und schauen uns das imposante, aus Holz geschnitzte Kunstwerk an.

 

 

Überall entdeckt man Figuren, die sich wie von Geisterhand bewegen, die sägen, hämmern, spinnen und, und, und.
Eine endlose Menschenreihe in slowakischen Trachten zieht vor dem Stall mit dem Jesuskind vorbei, wendet sich kurz der Krippe zu und verschwindet im Berg.

 

 

 

 

Nach diesem sehenswerten Ausflug fahren wir auf den Campingplatz in Varín, denn morgen steht ein weiteres WM-Fussballspiel auf dem Programm, das Beat nicht verpassen will.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schweiz – Serbien 2:1

22. Juni 2018

In der Nacht kühlt ein Gewitter mit ergiebigen Niederschlägen die Luft etwas ab. Tagsüber herrschen jedoch schon wieder knapp 30°C. Wir sind froh um die grossen Bäume mit ihrem Schatten.

Am Abend gewinnt die Schweiz gegen Serbien durch ein Tor von Xherdan Shaqiri in der 90. Minute 2:1.
Uff!

 

 

Schnüre und Bänder aus Käse

23. Juni 2018

In der Nacht ist die Temperatur um über 10°C gesunken und erreicht heute nur noch 17°.
Wir fahren spät los und suchen hinter Zázrivá erfolglos einen geeigneten Übernachtungsplatz.

Dafür staunen wir über die schönen Blumengärten im Dorf. Selbst ein Kartoffelacker will nicht abseits stehen und blüht munter mit.

 

Blumengarten in Zárzivá

 

Etwas ausserhalb des Dorfes stoppen wir bei einer kleinen Verkaufshütte. Noch bevor wir die Klingel läuten können, eilt schon die Verkäuferin aus dem Haus nebenan herbei.

 

 

Wir kaufen bei Maria „Käseschnüre“, die mit einer Käseschnur zusammengebunden sind. Und geräucherte Käsebänder, die fein säuberlich gerollt wurden.

 

„Käseschnüre und -bänder“

 

Liebe Maria, da hast du uns, die Schweizer Käseliebhaber, mit etwas völlig Unbekanntem überrascht!
Übrigens, die Produkte sehen nicht nur originell aus, sie schmecken auch vorzüglich.

Oberhalb von Dolný Kubín fahren wir auf den riesigen Parkplatz des Skigebietes. Doch erstaunlicherweise sind wir jetzt im Sommer nicht alleine da.

 

Blick von unserem Übernachtungsplatz

 

Morgen findet hier ein MTB-Downhill-Rennen statt und es wird fleissig an den Fahrrädern geschraubt und auf der nahen Piste trainiert. Auf dem Parkplatz dröhnen verschiedene riesige Musikboxen.

Kurz vor der Ziellinie springen die Biker über eine Strasse.

 

 

 

 

Am Abend wird es erstaunlich früh ruhig. Wahrscheinlich weil sich morgen alle frisch und ausgeschlafen ins Rennen stürzen wollen. Wir wissen die Stille sehr zu schätzen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Berg statt See, also kein Bergsee

24. Juni 2018

Wir haben kein Bike dabei und auch der Schanze ist es, wenn sie so etwas wie ein Gewissen hat, lieber, wenn wir nicht über sie springen.
Trotzdem wollen wir uns sportlich betätigen.
Wir spazieren also zur Talstation der Sesselbahn und lösen einmal auf den Berg und zurück.

Halt … halt, … nicht lachen!

Das Wetter ist veränderlich und wir wollen nicht im Regen wandern gehen. Ein kurzer Spaziergang von der Bergstation zum kleinen See ist unser Ziel.
Kaum sitzen wir so richtig im Sessel, sind wir auch schon froh über unsere Schirme.

 

Sesselbahn fahren im Regen

 

Oben angekommen hat sich der Regen verabschiedet und wir geniessen die Sicht unter der tiefhängenden Wolkendecke hinunter ins Tal.

 

 

Der Weg ist nicht klar genug ausgeschildert und schon bald stehen wir auf dem Gipfel statt am See.

 

 

Macht nichts, nun nur noch dem Grat entlang und dann rechts hinunter zu unserem Ziel.
Nach einer guten halben Stunde merken wir, dass kein Weg rechts hinunter führt.
Wir starten das Navi, das uns bestätigt, was wir schon seit einiger Zeit ahnten: Wir sind total falsch gelaufen.

„Janusode“, umdrehen wollen wir nicht mehr. Deshalb suchen wir uns einen Weg hinunter zur Talstation, wo wir nach dreieinhalb Stunden ankommen.
Von wegen kurzer Spaziergang … Zum Glück liess uns der Regen unbehelligt.

Link zur Wanderung über den Minčol: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

PS: „Janusode“ ist schweizerdeutsch für „Was soll’s!“

 

 

Besuch bei Graf Dracula

25. Juni2018

In Oravsky Podjámak trinken wir etwas in der Buvette des Fussballclubs. Die beiden Frauen blicken erstaunt auf, als Beat das Lokal betritt. Wahrscheinlich hat noch nie ein Tourist diese Schwelle übertreten.
Vermutlich ist heute Montag auch nur auf, weil die Fussballtenues, die draussen vor der Tribüne hängen, gewaschen werden mussten.

So genau können wir das nicht klären, denn sie sprechen nur Slowakisch, was wir nicht verstehen. Einen Kaffee gibt es aber auch so.

 

Fussballtor als Wäscheständer

 

 

 

Hoch über uns thront eine Burg. Wir beschliessen spontan diese zu besichtigen.

 

Oravsky Hrad

 

Schon bald stehen wir vor einem verschlossenen Tor. Der Türgriff in Form eines Drachens lässt sich nicht dazu überreden uns den Durchgang freizugeben.

 

 

Plötzlich öffnet sich das Tor doch und ein Mann erklärt uns, dass wir unten im Dorf Eintrittskarten kaufen könnten.
20 Minuten später beginnt die Führung, von der wir dank der deutschen App zum Oravsky Hrad auch inhaltlich etwas mitbekommen.

Doch lassen wir lieber die Bilder sprechen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Burg zieht sich über mehrere Stockwerke den Felsen hoch.

 

 

 

 

 

 

Und plötzlich sehen wir ihn, den berühmten Graf Dracula!

 

Graf Dracula bekannt als Nosferatu

 

Auf dieser Burg wurde 1922 der deutsche Spielfilm Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens gedreht.
Der Stummfilm gilt als einer der ersten Vertreter des Horrorfilms und übte einen grossen Einfluss auf das Genre aus.

Ein leichtes Schaudern erfasst uns. Deshalb treten wir hinaus auf die Zinne und lassen den Blick über das Land schweifen. Das beruhigt!

 

 

Die Burg ist sehr eindrücklich und nicht nur wegen Nosferatu ein Besuch wert.

Wir hoffen, ein Kirchenbesuch schütze uns vor Vampiren und folgen in Tvrdosin einem Schild, das zu einer Holzkirche führt, die zum UNESCO-Welterbe zählt.
Da aber weder Juli noch August ist, ist das Welterbe geschlossen. Uns bleibt lediglich ein Blick von aussen.
Diese römisch-katholische Kirche „Allerheiligen“ stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

 

 

 

 

Danach fahren wir bei Roháce auf den Parkplatz der Sesselbahn. Vielleicht ist ja morgen das Wetter besser und wir können eine Bergwanderung in der West-Tatra unternehmen?

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Freilichtmuseum Orava

26. Juni 2018

Die Wolken hängen tief. Wandern in den Bergen ist nicht nur sinnlos, sondern kann sogar gefährlich werden. Doch Annette hat ein Alternativprogramm gefunden.
Wir fahren einige Kilometer talauswärts und sehen uns das Freilichtmuseum Orava an. Hier wurde ein Dorf nachgebaut mit Original-Häusern aus dem 18. und 19. Jh.

 

Heutige Bewohner von Orava

 

Die Gebäude sind mehrheitlich Holzbauten, erst in neuerer Zeit konnten sich wohlhabendere Leute ein Haus aus Stein leisten.
Früher galten verputzte Holzhäuser schon als „mehrbesser“.
Die ärmeren Bauern und Handwerker füllten die Balkenlagen lediglich mit trockenem Moos aus, damit der Wind nicht durch die Ritzen blasen konnte.

 

Freilichtmuseum Orava

 

Durch das abwechslungsreich angelegte Gelände fliesst der Bach Studený potok.

Ein Schornstein fehlt bei all den Häusern. Der Rauch wurde von der Kochstelle ins Dachgeschoss geleitet. Dort hängte man Fisch, Käse, Fleisch und Wurstwaren zum Räuchern auf. Danach zog er direkt durch die Schindeln ab.

 

 

 

 

Bauernhof

 

 

Einfacher Gartenzaun aus geschälten Ruten

 

 

Schraubenziege (Capra falconeri)?

 

Natürlich sind die Häuser offen und man entdeckt da so einiges … Bekanntes und Unbekanntes!

 

Stube des Lehrers im 19. Jh erbaut

 

 

Haus des Schultheiss von 1828

 

In der Stube des Gemeindevorstehers standen die Waagen und Masse für Getreide und Kartoffeln, die in dieser Gemeinde gültig waren.

 

Haus eines Kleinbauern von 1790

 

Was steht denn da mitten in der Stube?
Ah! eine Gehhilfe für ganz kleine Kinder. So konnten sie ihre ersten Schritte wagen, ohne umzufallen und ohne in die Nähe des offenen Herdfeuers zu geraten.
Diese Konstruktion scheint beliebt gewesen zu sein, man findet sie auch in anderen Häusern.
Wir schmunzeln über das Töpfchen.
Die bemalte Truhe war ein wichtiger Teil der Brautaussteuer.

 

Backstube

 

An der Wand steht der grosse Trog, in dem der Brotteig geknetet wurde. In den Strohschüsseln konnte der Teig in Ruhe aufgehen. Der „Wedel“ diente zum Befeuchten des Brotes während des Backens.

 

Bauernanwesen von Anfang des 20. Jh.

 

Fortgeschrittenere Kinder, die „unfallfrei“ im Kreis herumtapsen konnten, durften danach an einem Rahmen mit Rädern im Wohnzimmer herumlaufen.

Unter dem Holzboden in der Stube wurden die Kartoffeln gelagert und so vor Frost geschützt.

 

„Gehen“ Lektion 2

 

 

Haus eines Kleinbauern von 1868

 

Die Familie des Schafhirten konnte sich lediglich eine Hütte mit einem Boden aus gestampftem Lehm leisten.

 

Hütte des Holzfällers und Hirten von 1833

 

Der rekonstruierte Brennofen für Töpferwaren von 1918 ist beeindruckend. Um den Ofen optimal zu nutzen, brannten hier mehrere Töpfer gemeinsam ihre Rohlinge, bis zu 3600 Stück fanden Platz. Der Prozess dauert ca. 11 Stunden, dabei wurden 4 m³ Holz verbrannt.

 

Imposanter Brennofen in Orava

 

Natürlich fehlte auch die Dorfschule nicht …

 

Schulstube in Orava aus dem Jahre 1752

 

… und was wäre ein Dorf ohne Kirche?

 

Kirche von Orava aus dem 15 Jh.

 

Die Kirche ist der Heiligen Elisabeth geweiht und mit Blumenornamenten bemalt. Die Barockorgel auf der Empore ist immer noch spielbar.

Wir tauchen wieder auf aus der guten alten Zeit und überlegen uns bei einem deftigen Gulasch in der Gaststätte, wie wir das Laufen lernen konnten, ohne die Gehhilfen, die wir hier gesehen haben.

Morgen soll das Wetter nochmals regnerisch sein. Wir beschliessen deshalb weiter zu fahren und später für eine Wanderung in die West-Tatra zurückzukehren.

 

Blick auf den Liptovská Mara (Liptauer Stausee)

 

In Liptovský Trnovec fahren wir auf den Campingplatz am Liptovská Mara.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wellnessen in Liptovský Mikuláš

27. bis 29. Juni 2018

Die Wetterprognosen verheissen weiterhin nichts Gutes. Im Internet suchen wir nach einem netten Hotel in der Nähe, um das schlechte Wetter dort auszusitzen. Die Bewertungen und die Bilder des Viersterne-Hotels Jánošík in Liptovský Mikuláš gefallen uns gut. Wir buchen also ein Zimmer. Als wir aber dort ankommen, sind wir sehr enttäuscht. Ein unpersönlicher, hässlicher Häuserblock steht da vor uns.

 

Hotel Jánošík in Liptovský Mikuláš

 

Von innen sieht es jedoch viel ansprechender aus. Da wir ja drinnen wohnen, bleiben wir trotzdem drei Tage hier. Wir geniessen die Saunas und das Dampfbad sowie den Blick auf den Fluss Waag.

 

Dekorativ hergerichtetes Bett

 

Am Donnerstag besichtigen wir die ehemalige Synagoge in Liptovský Mikuláš, die zu den grössten der Slowakei zählte. Sie wurde 1906 in der heutigen Form erbaut.

 

Synagoge von Liptovský Mikuláš

 

Die Repressalien im 2. Weltkrieg führten zum Untergang der gesamten jüdischen Bevölkerung in Liptovský Mikuláš. Während der Zeit des Kommunismus wurde die Synagoge als Lagerraum missbraucht. Dies verursachte grobe Beschädigungen im Gotteshaus. Die wertvollen Jugendstil-Glasfenster konnten demontiert und gerettet werden.

 

 

Die Synagoge ist sehr heruntergekommen. Hoffentlich bringt man das Geld zusammen, um diesen einst wunderschönen Sakralbau zu renovieren.

Unser Hunger nach religiösen Kultstätten ist noch nicht gestillt. Wir fahren deshalb nach Svätý Kríž.
Der Weg führt durch landwirtschaftlich genutztes Land. Aus den kleinen Feldern und Äcker, schliessen wir, dass hier Kleinbauern ihren Lebensunterhalt erarbeiten. Diese Hypothese stützt die Art der Heutrocknung. Arbeitsaufwändig werden Heinzen auf der Wiese aufgestellt und das Gras von Hand daran aufgehängt.

 

Heinzen

 

Während der Gegenreformation war es den evangelischen Christen nicht gestattet eigene Gotteshäuser zu bauen. Kaiser Leopold I. erliess jedoch 1681 die sogenannten „Artikularien“. Nach denen durften einige wenige reformierte Kirchen errichtet werden, aber nur unter strengen Auflagen: die Bauten durften nur aus Holz bestehen, ohne steinerne Fundamente und ohne die Verwendung metallischer Halterungen. Sie durften keinen Glockenturm haben, mussten ausserhalb von Ortschaften und an Nebenstrassen stehen und innerhalb von 12 Monaten fertiggestellt werden.

Die Artikular-Kirche von Paludza wurde vor der Überflutung durch den Stausee gerettet und in Svätý Kríž wieder aufgebaut.
Sie stammt aus dem Jahre 1773/74 und wurde innert 8 Monaten unter der Anleitung des Zimmermanns Joseph Lang aufgerichtet. Dieser konnte zwar weder schreiben noch lesen, war aber ein begnadeter Handwerker. Die Kirche hat den Grundriss eines Kreuzes mit einer Länge von 43 m. Sie bietet Platz für 6000 Menschen!
Der Innenraum der Kirche vermittelt durch das Holz und die abgerundeten Formen von Decke und Fenstern ein heimeliges Gefühl. Er ist dekoriert mit wunderschönen Gemälden von biblischen Szenen und himmlischen Musikern. Aber auch Edelleute und gewöhnliches Volk werden dargestellt.

Leider ist das Fotografieren im Innern verboten.
Einige wenige Bilder findest du unter: www.slovakia.travel/de/svaety-kriz

 

Artikular-Kirche von Svätý Kríž

 

 

 

 

 

 

Link zur Strecke vom 27. Juni 2018:

Link zur Strecke zur Holzkirche von Svätý Kríž:

 

 

Auf Reisen trifft man sonderbare Dinge an!

30. Juni 2018

Wir nutzen den sonnigen Tag für einen Ausflug ins Demänova-Tal.
Was trifft man da unterwegs nicht alles an, wenn man die Augen offenhält!

Eine überdimensionierte Kuh, aus Brettern zusammengeschraubt, wirbt für das kleine Café in Demänova.

 

Die Kuh von Demänova

 

Oder einen Hirsch, dem gar mit dem Jägermeister gedroht wird.

 

„Hirschlein nimm dich wohl in Acht …“ ♪♫♪♫

 

In Demänovská Dolina besuchen wir die Eishöhle. Leider darf man in der Höhle nur fotografieren, wenn man € 10.00 bezahlt!! Wir beugen uns der Abzocke nicht und verzichten auf Bilder aus der Unterwelt.
Hier zum Trost eines, das das Demänovská -Tal vom Kassenhäuschen aus zeigt.

Die Führung wird nur in slowakischer Sprache angeboten, aber es gibt einen Info-Zettel u.a. in Deutsch. Diesem entnehmen wir, dass hier viele Höhlenbärenknochen gefunden wurden. Man hielt sie für Drachenknochen und nannte die Höhle ursprünglich Dračia jaskyňa (Drachenhöhle). Der junge, engagierte Guide gestaltet den Rundgang sehr abwechslungsreich, indem er geschickt die Beleuchtung variiert oder passende Musik erklingen lässt.
Der Teil, der tatsächlich mit Eis bedeckt ist, bildet den Abschluss. Die eisigen Stalaktiten und Stalagmiten sehen märchenhaft aus.

 

Demänova-Tal

 

Danach fahren wir weiter ins Demänova-Tal. Dort wird gebaut, was das Zeug hält. In Demänovska Dolina sieht es sehr schlimm aus. Das Skigebiet soll hier wohl in eine lukrativere Zukunft geführt werden.
Der Pestwurz lässt sich dadurch nicht stören und blüht am Wegrand still vor sich hin.

 

Pestwurz (Petasites hybridus )

 

Wir parken auf einer der Baustellen und spazieren um den lauschigen Waldsee.

 

Waldsee von Demänovska Dolina

 

Morgen ist wieder sonniges Wetter mit einigen Wolken angesagt; ideal zum Wandern. Wir fahren deshalb zurück in die West-Tatra.

Die Werbung für das Hotel Riverside finden wir sehr originell. Da uns aber das Risiko im Schlaf ins Wasser zu fallen zu gross ist, fahren wir weiter.

 

 

Auch in folgendem Haus fragen wir nicht nach einem Übernachtungsplatz. Wir wollen auch nicht auf die Zimmerdecke hinunterfallen!

 

 

Erst auf dem Parkplatz der West-Tatra Luftseilbahn von Roháce fühlen wir uns wohl und parken unseren NOBIS direkt vor einem gedeckten Picknicktisch.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf dem Brestová ist Endstation!

1. Juli 2018

Obwohl das Wetter nur mässig ist, fahren wir mit der Gondelbahn bis zur Bergstation. Nach einem kurzen Irrweg finden wir den richtigen Einstieg und marschieren die 280 Höhenmeter hinauf zum Grat des Predný Salatìn.

 

Predný Salatìn Hrebeň

 

Die Wolken haben sich gelichtet. Vielleicht können wir den Salatìn (2048 m ü. M.) doch noch besteigen?

 

 

Zügig schreiten wir voran. Doch aus dem Tal steigt der Nebel unaufhaltsam höher und setzt sich an den Gipfeln fest.

 

 

Und auf dem Brestová bleibt uns nur noch ein sehnsüchtiger Blick Richtung Wanderziel.

 

 

Wir sind vernünftig, gehen kein unnötiges Risiko ein und nehmen den Abstieg unter die Füsse.

 

Abstieg vom Brestová

 

Nach dreieinhalb Stunden Marschzeit, die letzten Meter im Nieselregen, kommen wir unten an.
Im NOBIS trinken wir etwas Heisses … und schon regnet es kräftig. Glück gehabt!

Vielleicht ist das Wetter auf der Südseite der Niederen Tatra besser? Optimistisch fahren wir schon mal nach Krupová, damit wir morgen bereit sind, falls uns der Wettergott den seit Tagen angekündigten Sonnenschein bescheren sollte.

Link zur Wanderung auf den Brestová: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, oder sehr ungenau eingezeichnet ist, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke: