Schweden 2014

 

19. Juni – 8. August 2014

Karte zu unserer Reise durch Schweden:

 

Välkommen till Sverige!

19. Juni 2014

Wir verliessen Dänemark und setzten mit der Fähre von Helsingør (DK) nach Helsingborg (S) über.
Über kleine Nebenstrassen und einige Umwege fanden wir zum Naturreservat Yxkullsund.
Auf dem Spaziergang durch das Reservat wurden wir durch ein helles: „zi-zi-zi-zirrrrrrrrrr“ auf einen kleinen grünlichen Vogel aufmerksam.

 

Der Waldlaubsänger jubilierte mit vollem Schnabel.

 

Ein Stück weiter schimmerte durch die Bäume ein See, der Flårensee, der so kitschig blau leuchtete, als wäre er gemalt.
Unser erster Eindruck von Schweden: Seen, Wälder und Picknickplätze an schönster Lage.

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lavendel in Schweden?

20. Juni 2014

Heute setzten wir die Reise über Jönköpping und Huskvarna entlang dem riesigen Vätternsee fort. (Fläche: 1´886 km²; zum Vergleich: Bodensee, 536 km² )

In Ödeshög verliessen wir die Autobahn. Auf der Überlandstrasse fuhren wir an unzähligen „Blitzkästen“ vorbei, die netterweise immer mit einem Hinweisschild angekündigt wurden.
Dann sahen wir am Horizont blaue Felder.

 

Lavendel in Schweden? … das kam uns ein wenig französisch vor.

 

Die Neugier trieb uns auf einen Feldweg hin zu einem dieser „Hingucker“. Dort fanden wir ca. 50 cm hohe Pflanzen mit kleinen Blümchen, die kugelige Früchte bildeten. Wir fanden nicht heraus, worum es sich handelt und wofür die Pflanze genutzt wird.

Kennt jemand diese kleinen blauen Blumen und weiss, wozu sie verwendet werden?

 

Vielen Dank an Theresa und Elsbeth für das Beantworten obiger Frage.

Beats Schwester wusste es ganz genau. Sie schreibt:

„… ihr seid an einem Lein-Feld (auch Flachs genannt, lat. Linum usitatissimus) vorbeigekommen!! Sie ist eine der ältesten Kulturpflanze überhaupt. Sie liefert ein hochwertiges Öl , das die Basis für Linoleum bildet. Dieser Flachs wurde von Mutter verwendet, sie hat diese gekarstet und gesponnen und zu ihrer Aussteuer-Wäsche gebraucht! Der Webstuhl wurde mit Baumwolle (Zettel) bespannt und das Flachs/Lein wurde eingewoben! Das war eben Halblein-Tuch. …“

 

In Örberga, einem winzigen Dorf, besuchten wir die Sehenswürdigkeit: die Kirche.

 

Die ältesten Teile der „Örberga Kyrka“ wurden im 12. Jahrhundert gebaut.

 

Die Deckengemälde stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Für welchen Popo wurde wohl dieser Stuhl konstruiert?!?

 

 

 

 

 

 

Am Abend suchten wir eine Stadt, damit Beat den Fussball-WM-Match Schweiz – Frankreich schauen konnte. Das tönt relativ einfach, ist es aber nicht, wenn man dies in Schweden am 20. Juni, dem Abend vor Sommersonnenwende, versucht. In Vadstena und in Motala waren die Strassen und Plätze menschenleer und alle Lokale mit Fernseher geschlossen da … Abend vor Sommersonnenwende!!!
Erst in Örebro findet sich eine Kebab-Pizzabude, die offen hatte.

Vor dem Match bestaunten wir das Wahrzeichen von Örebro, das Schloss, das mitten in der Stadt auf einer kleinen Insel liegt.

 

 

Übrigens … in der Pause lag die Schweiz gegen Frankreich mit 0:3 im Rückstand. Wir verliessen das Lokal vorzeitig und Beat begriff nicht, wie ein so schöner Tag so hässlich enden konnte.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ein Elch!

21. Juni 2014

Böse Zungen behaupten, dass es in Schweden Elche nur als Plüschtiere, Aufkleber oder auf Verkehrsschildern gäbe.

 

Da sind sich alle einig: auf Verkehrsschildern gibt es Elche.

 

„Da! Ein Elch!“, rief Annette plötzlich. Wie sie den sehen konnte, da sie gleichzeitig unser WoMo steuerte, ist mir schleierhaft. Blinken … bremsen … rechts ranfahren … dann langsam zurück … Scheibe runter …. Beat bereitete inzwischen die Kamera vor. Das alles lief ab wie schon tausendmal geübt. Doch der Elch hatte Lunte gerochen. Er verkrümelte sich Richtung Wäldchen.

Untenstehende Fotos würden an einem Preisausschreiben für Tierfotografie wohl nicht gerade den ersten Platz belegen, aber immerhin: ein Elch ist ein Elch, auch wenn er sich versteckt. Und wir sind mächtig stolz auf unser Beweismaterial.

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Flughafen in Kloten geschlossen?

22. Juni 2014

Wir lasen, dass die Kirche von Kopparberg im Jahre 2005 zur schönsten Kirche Schwedens erkoren worden war.
Das Fotografieren gestaltete sich eher schwierig, da die Kirche aussen von Bäumen umgeben ist und im Innern die Vorbereitungen für den Gottesdienst liefen. Wir kamen uns mit unserer Kamera deplaziert vor und knipsten deshalb nur kurz.

Auch wir waren von der Schönheit und der Ausstrahlung dieser Kirche tief beeindruckt.

 

 

 

 

 

 

 

Dann fuhren wir weiter nach Kloten, fanden aber den Flughafen nicht.
Wurde der wegen des Fluglärmstreites geschlossen und wir haben nichts mitgekriegt?

 

 

Im Naturpark „Kloten – Malingsbo“ fanden wir den bisher schönsten Übernachtungsplatz. Bilder davon folgen im nächsten Beitrag.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bade-Enten wachsen an Föhren!

23. Juni 2014

Hier liefern wir das versprochene Bild unseres bisher schönsten Übernachtungsplatzes nach.
Malingsbo am Nordost-Ende des Nedra Malingsbosjön (Sjön heisst See).

 

 

Wir genossen einen Faulenzertag an diesem idyllischen Ort. Kein Mensch weit und breit. Die Welt schien uns zu gehören.
Um unser Glück noch zu steigern, fanden wir ganz in der Nähe sehr feine Pilze. Wir kochten die Heiderotkappen zum Znacht an einer feinen Rahmsauce. Dazu gab es Nudeln und Salat.

 

Abendessen am Malingsbosjön, direkt am See.

 

Auf dem Spaziergang nach dem Abendessen sahen wir plötzlich am Stamm einer Föhre eine Ente der Gattung: Bade-Ente.

Zuerst glaubten wir uns zu irren … dann … dass die dort nur niste … doch wie wir näher traten, sahen wir, dass sie mit dem Stamm verwachsen war. Nun waren wir sicher, dass wir, wohl als erste Menschen überhaupt, dieses Naturwunder live beobachten durften.
(Wir haben an untenstehendem Bild nichts manipuliert oder zurechtgerückt. Nur geschaut … gestaunt … geknipst.)

 

Naturwunder: Geburt einer Bade-Ente aus dem Stamm einer Föhre!

 

Abendstimmung am Malingsbosjön.

Aufgenommen um ca. 23 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

Königsblau und Gold

24. Juni 2014

Heute beendeten wir unsere Tour um den Malingsbosjön und fuhren nach Kloten zurück.
Wir wanderten auf einem schmalen Wanderweg durch die Wälder nach Nyfors. Dort wollten wir uns im „Tante Emma Laden“, wie er am Start unserer Wanderung auf einer Tafel angepriesen war, verpflegen und dann die 11 km wieder zurück gehen. Deshalb nahmen wir weder Essen noch Getränke mit uns.

Unterwegs wurden wir einmal mehr von der Schönheit der Natur überwältigt. Eine strahlend blaue Libelle an einem kleinen Bach liess uns das Wanderziel für rund eine halbe Stunde vergessen.

 

Blauflügel-Prachtlibelle (Männchen)

 

Nicht nur Blau, nein auch Gold, kleidet gut und wirkt edel.

Sortieren der Flügel vor dem Abflug oder reine Koketterie?

 

 

 

 

 

 

 

Kurze Zeit später lenkte eine Kreuzotter unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ein paar Kilometer entfernt vom nächsten Haus, mitten im Wald, ist es besser, wenn man sich nicht mit dieser Giftschlange anlegt.

 

Kreuzotter

 

Hungrig und durstig kamen wir in Nyfors an. Doch der Tante Emma Laden war geschlossen. Seit drei Jahren schon, wie uns der Besitzer aufklärte.
Müde beschlossen wir den Versuch zu wagen per Autostopp zu unserem Wohnmobil zurückzukehren. Zum Glück nahmen uns zwei nette deutsche Damen mit und fuhren uns nach Kloten zurück bis neben unser fahrbares Zuhause.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur heutigen Wanderung: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Ohne Eisen keine Industrialisierung

25. Juni 2014

Heute wollten wir ein Stück weiter in den Norden vordringen. Wir fuhren von Kloten nach Falun.
In Grängesberg besichtigten wir ein altes Eisenverhüttungswerk.

Wikipedia weiss darüber zu berichten:
Grängesberg wurde jahrhundertelang durch seine Eisenerzgrube geprägt, die seit dem 16. Jahrhundert bis 1989 in Betrieb war. 1990 fuhr die letzte Erzbahn nach Oxelösund an der Ostsee für den Export und die dortige Eisenhütte.
Grängesbergsbolaget (1896 als Trafik AB Grängesberg-Oxelösund gegründet) war Schwedens größter Grubenbetrieb und besaß während vieler Jahre eine der größten Eisenerzflotten der Welt. Die Eisenerzgruben von Gängesberg hatten Mittelschwedens reichste Erzvorkommen. Bis Anfang des zwanzigsten Jahrhundert wurde das Eisenerz im Tagebau gewonnen, später im Schachtabbau. Während der 1970er Jahre musste der Ort neu angelegt werden, da der Untergrund durch den Abbau unterminiert wurde. Das neue Zentrum wurde zirka 500 Meter weiter östlich neu errichtet. Das alte Zentrum, im Volksmund „Gamla Grängesberg” genannt, ist teilweise in die alte Grube gestürzt.

 

Hier, im unteren Teil des Hochofens wurde das flüssige Roheisen etwa alle vier Stunden abgelassen. Die anderen Öffnungen dienten zum Einblasen von Luft und zum Abschöpfen der Schlacke.

 

Der obere Teil des Hochofens. Im darüberliegenden Geschoss wurde der Ofen mit gerösteten Erzstücken befüllt.

Hinten sieht man den Röstofen, wo das Erz erhitzt wurde, um das Gestein spröde zu machen, damit man es zerkleinern konnte. Im vorderen Gebäude ist der Hochofen untergebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann fuhren wir nach Falun, da am Abend wieder ein Fussball-WM-Match: Honduras – Schweiz darauf wartete, von Beat gesehen zu werden.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Besuch eines Arbeitsplatzes von Simon Amman

26. Juni 2014

Am Morgen fuhren wir zu der Skisprunganlage etwas ausserhalb von Falun, wo wir einen Arbeitsplatz des zweifachen Doppelolympiasiegers Simon Amman besichtigten.

 

 

Wir stiegen den Hügel hinauf zum Schanzentisch und staunten. Hier stürzen sich im Winter die wagemutigen Skiflieger hinunter. Wir, als ehemaligen Drachenflieger, die das Gefühl von „Luft unter uns“ kennen, kamen überein: nichts für uns!

In einem der Türme kann man mit dem Lift hinauffahren, doch leider war die Türe nicht zufällig offen. Wir mussten uns mit dem Blick von unten begnügen, der schon atemberaubend genug war.

 

Beat fand wieder einmal ein Detail zum Fotografieren.

 

 

 

 

 

 

Danach fuhren wir weiter und übernachteten in Tonnebrö auf einem Autobahnrastplatz. Die Lage am Böles-Noran (See) war sehr schön, doch war der Platz total verdreckt und die ganze Nacht fuhren Autos und Laster auf oder vom Platz. Da wir beide total müde waren, blieben wir trotzdem.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von gelbem Wasser und Skeletten

27. Juni 2014

Am Morgen füllten wir unseren Frischwassertank an der Servicestation der Tankstelle. Wir trauten uns, nachdem wir gesehen hatten, dass auch andere das Wasser als Trinkwasser verwendeten. In unserem Faltkanister wirkt es gelb, doch ein Trinktest von Annette bestätigte: Trinkbar!

Unterwegs bewegte sich etwas in einer Wiese neben der Strasse. Wieder: Stopp; wieder Knipsen. Wir durften eine Kranichmutter mit ihrem Jungen beobachten. Das typische, buschige Hinterteil des Weibchens verblüffte uns „Nichtornitologen“. So etwas hatten wir noch nie gesehen.

 

 

Wir näherten uns wieder dem Meer, dem Söderhamnsfjärden (Fjord).
In Sandarne parkierten wir neben einem Campingplatz und spazierten im nahen Naturpark Stenö, wo wir die Küstenseeschwalben beim Fischen beobachten konnten. Weiter draussen lagen viele kleine Schäreninseln, die zum Teil nicht bewohnt und dadurch ein Vogelparadies sind.

In der Nähe des Campingplatzes fanden wir ein überwachtes Gelände. Steine schlafen nicht und das Foto unten zeigt, dass die lückenlose Kontrolle gesichert ist.
Dann der Schock. Auf dem Weg zu einem gesunkenen Piratenschiff, von dem nur noch die Masten zu sehen sind, hing an einer Hängematte ein Skelettarm.
Stammte dies von einem der ermordeten Seepiraten oder … uns gefror für einen Moment das Blut in den Adern … oder hatte dieses Skelett auch von so gelblichem Wasser getrunken wie wir???
Plötzlich verspürten wir diffuse Schmerzen in unseren Gedärmen.

Als wir jedoch bemerkten, dass es sich hier um einen originellen Abenteuerspielplatz für Kinder handelte, entspannten wir uns wieder, und die Bauchkrämpfe verschwanden schlagartig. 😉

 

 

 

 

 

 

In Säter fanden wir (ich weiss, es wiederholt sich und wird langsam langweilig, aber wir freuen uns jedesmal aufs Neue darüber) ein weiteres Mal einen Übernachtungsplatz am Wasser, den wir die ganze Nacht über für uns alleine hatten. Wenn man die drei bis vier taghellen Stunden, in denen man die Sonne nicht sieht, als Nacht bezeichnen darf.

 

Gut, ganz alleine waren wir nicht.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auswirkungen des Wetters

28. Juni 2014

Am Morgen fuhren wir nach Söderhamn. Eigentlich wollten wir eine Bootsfahrt durch den Schärengarten buchen. Vor dem Tourismusbüro trafen wir einen Schweizer, der seit über 30 Jahren in Schweden lebt. Er kann die langen Winternächte nicht mehr ausstehen und wird im August nach Kambotscha auswandern. Er erwähnte, dass es in den nächsten Tagen regnerisch bleiben werde. Wir verwarfen deshalb unsere Idee dem Bottmischen Meerbusen entlang nordwärts zu fahren.
Wir suchten den nächsten Weg nach Sorsele, wo wir Freunde besuchen wollen.

Unterwegs, in Liden, fuhren wir an den Fluss Indalsälven hinunter. Dort folgten wir dem Schild, das auf eine Kanuanlegestelle hinweist. Die Erfahrung hatte uns gezeigt, dass das meist schöne Stellen direkt am Wasser sind, mit guter Infrastruktur.
Und wieder einmal mehr fanden wir …

….. aber auch ein schwedisches Pärchen, das dort ihren Wohnwagen aufgestellt hat. Der Mann informierte uns, dass der Wetterbericht für die nächsten zehn Tage Regen angesagt habe. Sie hätten die Schnauze voll und würden Morgen nach Stockholm zurückfahren. Von dort aus würden sie ein Last-Minute-Angebot buchen, egal ob nach Spanien, Griechenland oder in die Türkei – einfach irgenwohin an die Sonne.

 

Annette nutzt das Regenwetter um am Computer zu arbeiten. Offline, wie meist, aber immerhin.

 

Wir staunten über die Infrastruktur, die wir hier“ in the middle of nowhere“ vorfanden.:
– eine grosse Hütte mit Massenlager für grössere Gruppen von Kanuten.
– eine behintertengerechtes Plumpsklo, wie immer mit WC-Papier
– Feuerstelle mit Picknicktisch und Bänken
– eine Kiste mit gespaltenen Birkenscheiten
– Abfallhäuschen für den Abfall (Hausmüll, Metall, Glas fein säuberlich getrennt)

 

Diesem Wegweiser über den Fluss empfehlen wir nur im Winter, bei genügender Eisdicke, zu folgen.

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vättaberget

29. Juni 2014

Am Morgen regnete es und unsere Nachbarn fuhren, wie angekündigt, nach Stockholm zurück.

Am Mittag beruhigte sich das Wetter und wir beschlossen auf den Vättaberget zu wandern. Nach ca. einer Stunde waren wir am Ziel. Und es hatte … eine Bergbeiz. Da konnten wir, als ehemalige „La Posa“-Beizer natürlich nicht nur daran vorbei gehen. Sehr feiner hausgemachter Kuchen, guter Tee und … naja … mit viel gutem Willen konnte man es schon Kaffee nennen.

 

Blick vom Vättaberget auf den Indalsälven.

 

Unser Übernachtungsplatz vom Vättaberget aus gesehen.

 

Wir kamen trockenen Fusses wieder „nach Hause“ zurück. Kaum da angekommen, begann es wieder zu regen; Glück gehabt!

 

Romantisches Candlelight-Dinner im grossen Speisesaal.

Vielen Dank, Ursi und Joachim, für den tollen Omnia-Backofen. Annettes Hörnli-Brokkoli-Auflauf war ein Gedicht.

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Wanderung auf den Vättaberget:

 

 

Liden – Bispgården

30. Juni 2014

Auf dem Weg zurück zum Dorf Liden fuhren wir an dieser kleinen Kirche vorbei. Hier beeindruckte uns der besonders schöne Glockenturm mehr als das unscheinbare Kirchlein.
Uns ist aufgefallen, dass in Schweden der Glockenturm häufig neben der Kirche steht. Vielleicht weiss jemand mehr zu diesem Thema?

 

 

Auf dem Friedhof fiel uns ein grosser Grabstein auf, von Magnus Hussen, genannt Vildhussen.
Wir schenkten dem keine weitere Beachtung.

 

Die Eingangspforte zum Kirchen- und Friedhof.

 

Da es den ganzen Tag regnete und wir gerne wieder einmal online gegangen wären, suchten wir in der Nähe von Bispgården einen Stellplatz auf, der von einer Bauernfamilie betrieben wird.

Der Stellplatz war nett gestaltet mit allem, was man braucht, sogar eine Gemeinschaftsküche stand zur Verfügung.
Wir freuten uns an den liebevoll gestalteten Sanitäranlagen Marke: Eigenbau.

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

3. bis 17. Juli 2014

Nach unserer anstrengenden Reise genosssen wir ein paar Tage Urlaub in Sorsele bei Barblina, Matthias, Balz, Siri und Luzi und ihren 36 Hunden.

 

 

Die Familie Schnyder Mohr ist vor sechs Jahren von der Schweiz nach Schweden ausgewandert. Barblina und Matthias bieten im Winter Schlittenhundetouren für kleine Gruppen an.
Im Sommer kann man hier am unverbauten Vindelälven (fliegen-)fischen oder kanufahren, im Fjäll wandern oder … oder …
Sie gehen gerne auf individuelle Wünsche ein. Mehr Infos findest du unter www.outdoor-ticket.com

 

Wir durften bei der Fütterung der Hunde helfen.

 

Vor dem Fressen muss Kauk einen Moment ruhig sitzen.

 

Es gibt ja bekanntlich nur zwei Hunderassen:

Schlittenhunde …

… und „Nicht-Schlittenhunde“.

 

 

 

 

 

 

Wir geniessen die 24-Stunden-Sommer-Tage in Schweden und wollen nun auch den Winter in Lappland kennenlernen. Wir freuen uns riesig, dass wir im Winter 2015/16 hier als Doghandler arbeiten dürfen. Es würde uns freuen, die eine oder den anderen BlogleserIn als Gast begrüssen zu dürfen 😉

 

Werden Kirsi, Tori und Namak dann bereits am Schlitten ziehen?

 

Wir verbrachten einige Tage in die Gegend von Ammarnäs. Dort bestiegen wir den Kartoffelberg (Potatisbacken).
Zur Geschichte: 1820 kamen die ersten Siedler nach Ammarnäs und wählten diesen Hügel mitten im Dorf als Kartoffelfeld, da er durch die südliche Ausrichtung weniger frostgefährdet war. Hier werden also seit bald 200 Jahren Kartoffeln angebaut.

 

 

Wir fuhren weiter den Vindelälven hinauf, bis wir einmal mehr einen idyllischen Standplatz fanden. Im nahen Fluss konnten wir uns bei hochsommerlichen Temperaturen von rund 30 °C abkühlen.

 

 

Wir blieben einige Tage und freundeten uns mit einer Bachstelze an, die immer zutraulicher wurde.

 

„unsere“ Bachstelze

 

Link zu den Strecken vom 8.-13. Juli 2014:

 

Eine mehrstündige Wanderung führte uns über die Waldgrenze hinaus (die hier bei ca. 800 m.ü.M. liegt) hinauf ins Fjäll.
Diese unendliche Weite … diese Kargheit … diese Stille …

 

 

Wir staunten über die kühnen Hängebrücken, die ins „Niemandsland“ gebaut worden sind.

 

 

Unglaublich wieviele verschiedene Blumen in dieser kargen Landschaft blühen. Wir konnten uns kaum sattsehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zur Wanderung ins Fjäll: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

Wir unternahmen eine Wanderung auf den Gaisjatie, von wo man einen wunderbaren Rundblick geniesst. Auf diesen „1000er“ führt kein Weg hinauf. Unsere Routenvariante führte durch ein Moor, wo unsere Füsse unfreiwillig abgekühlt wurden.

 

 

Das Vindelälven-Naturreservat ist ein Vogelparadies:

Goldregenpfeifer im Prachtkleid

Steinschmätzer

 

 

 

 

 

 

Wieder gab es Erstaunliches zu sehen. Zum Beispiel einen Stein, der zusammen mit Flechten ein Gesicht bildete:

 

 

Oder einen Froschkönig!
Der unterscheidet sich von normalen Fröschen dadurch, dass er goldene Augen hat.

Beat fotografierte ihn und achtete gleichzeitig darauf, dass Annette nicht zu nahe an den Verwunschenen herantreten konnte. Dank dieser Vorsichtsmassnahme konnte sie den Frosch nicht küssen. So blieb Annette die Vermählung mit einem König verwehrt, der Froschkönig musste Frosch bleiben und Beat freute sich, dass er seine Frau nicht an einen Adligen verloren hat.

 

Froschkönig?

 

Link zur Wanderung auf den Gaisatje: Da auf „google maps“ der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Von Wanderschuhen, die ohne Füsse auf Reisen gehen!

18. Juli 2014

Heute setzten wir unsere Reise fort. In Sorsele, beim Bahnhofplatz, hielten wir an, um unseren Frischwassertank zu füllen. Annette öffnete die Hecktüre, um den Kanister herauszuholen und ihre Wanderschuhe zu versorgen.
Danach fuhren wir nach Arvidsjaur, wo wir Verschiedenes erledigten. Dann weiter durch Gullön Richtung Bergnäs Kyrka.
„Meine Wanderschuhe!“ rief Annette plötzlich. „Ich habe meine Wanderschuhe in Sorsele vergessen.“ Ein Blick in den Heckraum bestätigte ihre Befürchtungen.
Wir fuhren die ca. 80 km zurück um die Schuhe, die auf dem Platz liegen geblieben waren, zu holen. Wer schon einmal im Norden Schwedens war, weiss, dass hier kaum je etwas gestohlen wird.
Umso grössere Augen machten wir, als die Schuhe nicht mehr auf dem Platz lagen. Wir suchten die Umgebung und alle umliegenden Abfalleimer ab … nichts!
Ein Wohnwagen mit einem Schweizer Kennzeichen stand nahe der Stelle, wo Annette die Schuhe hingestellt hatte. Wir fragten die Familie, ob sie etwas über herumliegende Wanderschuhe wisse. Wir hätten sie vor ca. fünf Stunden hier vergessen.
Sie sagten uns, dass ihnen diese Schuhe tatsächlich aufgefallen seien, die hätten lange dort gelegen. Aber keine zwei Minuten bevor wir auf den Platz gefahren seien, hätte eine junge Frau die Schuhe eingepackt. Sie sei (in Begleitung einiger Männer) mit einem schwarzen VW Sharan mit lettischer Autonummer Richtung Süden gefahren.
Wir hatten keine Hoffnung mehr die Schuhe je wieder zu sehen!

!!! Frust !!!

Da hat Annette endlich einmal Wanderschuhe, die an ihre Füsse passen und nun sind die weg!
Wir versuchten das Unmögliche, denn: die Hoffnung stirbt zuletzt, und fuhren auf der Hauptstrasse südwärts. Keine 500 Meter weiter sahen wir auf einem Parkplatz hinter einem Gebüsch ein schwarzes Auto stehen.
Wir biegen ab … ein VW mit einem lettischen Nummernschild! Drei Männer und eine Frau sitzen im Wagen, bereit zur Abfahrt.
Annette springt vom Beifahrersitz und geht schnurstracks auf sie zu. Da ihre Kenntnisse der lettischen Sprache gegen Null tendieren, versucht sie es auf Englisch, und zeigt gleichzeitig (doppelt genäht hält besser) auf ihre Füsse.
Und sie hat Erfolg!! Mit einem „Sorry, sorry“ rücken die Letten die Schuhe heraus.

Für Leute, die nicht gerne so lange Geschichten lesen, haben wir die Story in Bilder übersetzt. (Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich um Symbolbilder. 😉

 

Annettes vergessene Wanderschuhe….

…werden von einem Unbekannten mitgenommen.

 

 

 

 

 

 

Annette kann kaum glauben, dass sie ihre Schuhe wieder bekommt …

…und nimmt sie freudig entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

Nach dieser Aufregung bedankten wir uns bei der Schweizer Familie für den Tipp.
Dann fuhren wir, auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz, weiter.
Unterwegs sahen wir Unglaubliches:

 

Ein Osterhase auf dem Weg in den Himmel.

 

Auf einer Naturstrasse voller Schlaglöcher schaukelten wir auf den Nalovardo. Der Himmel verdüsterte sich zusehends. Trotzdem wagten wir einen Spaziergang und wurden belohnt. Auf dem Gipfel genossen wir die herrliche Aussicht auf den Vindelälven und und die umliegenden Berge. Die herrschende Gewitterstimmung liess alles noch viel eindrücklicher erscheinen.

 

Gewitterstimmung am Nalovardo (Schweden)

 

Da wir am Morgen ausschlafen wollten, holperten wir wieder den Berg hinunter und fuhren zum Storforsen am Laisälven, wo wir einmal mehr einen sagenhaft schönen Übernachtungsplatz ….

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kanutrip

19. Juli 2014

Kurz nach dem Mittag hatten wir uns mit Frederik verabredet. Wir wollten uns in die Geheimnisse des Kanufahrens einweihen lassen. Frederik zeigte uns kurz die wichtigsten Handgriffe und Tricks, dann ging es auch schon los.

 

 

Er begleitete uns ein kurzes Stück und schon legten wir wieder an. Bei einer Goldwäscherin und Künstlerin bekamen wir Kaffee und frische Waffeln serviert. Sie betreibt im Sommer in einem Partyzelt DEN Treffpunkt des Tals. Damit bei Regen das Wasser sicher vom Zelt rinnt, hat sie auf dem Tisch einige Besen verkehrt herum aufgestellt, die die Plane nach aussen drücken.

Danach besuchten wir ihren „Zoo“. Sie baut aus „Kaninchenstall-„Gitter allerlei Tiere. Von der Ameise bis zum Elch und stellt diese dann zum Verkauf aus.

 

Tanz der Kraniche

Elch in Originalgrösse

 

 

 

 

 

 

Dann verabschiedeten wir uns von Frederik und paddelten alleine den Laisälven hinunter. Er hatte uns einen Kartenausschnitt mitgegeben, damit wir den einsamem Sandstrand, der versteckt an einem Seitenarm liegt, finden konnten. Dort legten wir eine Pause ein.
Zum Weiterfahren wechselten wir die Position, denn wir hatten gelernt: der Vordere ist der Motor und der Hintere bestimmt den Kurs.
In unserem Fall war das nicht so wichtig, denn unser Ziel war eine Brücke und die lag flussabwärts.
Dort gingen wir an Land.
Die rund 10 km lange Paddelstrecke den Fluss hinunter, der hier kaum Strömung aufweist, war für uns Greenhörner ohne jegliche Paddelerfahrung eine körperliche Herausforderung.

 

Ein unvergessliches Erlebnis!

 

Diese mehrstündige Paddeltour in unberührter Natur war für uns ein unvergessliches Erlebnis:
Diese Stille, das lautloses Dahingleiten, das glasklare Wasser, die Vögel, die ungewohnte Perspektive …

Danach fuhren wir mit dem Wohnmobil den Laisälven hinauf und fanden (Frederiks Tipp) einen sensationellen Übernachtungsplatz!

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Paddeltour auf dem Laisälven:

 

 

Hier wären wir gerne länger geblieben, wenn nicht …

20. /21. Juli 2014

Dieser Standplatz … alleine für uns … phantastisch!

 

Grandioser Schlafplatz am Laisälven (Schweden)

 

Am Abend grillierten wir am „eigenen“ Kiesstrand.

Selbst Geschirrspülen machte hier Spass.

 

 

 

 

 

 

 

Und dann diese Abendstimmung …

 

Schade, dass uns ein Defekt von diesem idyllischen Ort vertrieb.
Am Sonntag Abend liess sich die Hecktüre unseres Peugeot Boxers nicht mehr öffnen. Wir kamen deshalb nicht mehr an einen Teil unserer Ausrüstung heran und konnten dort auch nichts mehr verstauen. Da bei den heutigen intelligenten Autos ja ein Problem immer auch mehrere andere nach sich zieht, liess sich keine der Türen mehr verriegeln. Das war an diesem einsamen Platz kein Problem. Trotzdem ärgerten wir uns und beschlossen gleich morgen Montag eine Garage aufzusuchen, um das Problem beheben zu lassen.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Arjeplog in eine Garage. Der Garagist empfahl uns eine Peugeot-Garage aufzusuchen, da dies ein Garantiefall sei. Er suchte uns die nächste Garage heraus. Die liegt in Öjebyn, ca. 20-22 schwedische Meilen entfernt, wie er uns mitteilte.
Beat freute sich, da für ihn eine Meile ca. 1.7 km ist. Der Garagist stellte jedoch richtig, dass eine schwedische Meile ca. 10 km seien.
In Öjebyn meinte Herr Lindberg, der Werkstattleiter der Peugeot Garage, dass man die ganze Schlossabdeckung von aussen her aufbrechen müsse, da man wegen des Ausbaus nicht an von innen an das Schloss heran komme. Sonst wäre die Reparatur kein Problem.
Er veranschlagte die Kosten auf ca. CHF 430.00. Eine Anfrage bei Peugeot Schweden ergab, dass wir die Reparatur selber bezahlen müssten, da nicht klar sei, ob der Schaden nicht durch das Ausbauen des Lieferwagens verursacht worden sei.

Wir beschlossen am nächsten Morgen mit der Firma, die das Wohnmobil ausgebaut hatte, Kontakt aufzunehmen, um das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Link zur Strecke vom 21. Juli 2014:

 

 

Annette als Automechanikerin

22. Juli 2014

Am Morgen telefonierte Annette mit der WoMo-Firma. Ein Mitarbeiter gab ihr den Tipp, von innen irgendwie die Kunststoffabdeckung des Schlosses zu entfernen, die sei nur aufgesteckt und dann gebe es in der Türe ein Kabel, das man kräftig nach oben ziehen müsse, um die Türe von innen zu öffnen. Aber Achtung: es gebe dort auch ein Elektrokabel, an dem man auf keinen Fall reissen dürfe.
Das tönt relativ einfach, ist es aber nicht, wenn das Ganze nicht einsehbar hinter dem Innenausbau versteckt liegt, der nicht entfernt werden kann.
Der Garagist, Herr Lindberg, schaffte es mit seinen grossen Händen nicht auch nur an die Abdeckung zu gelangen.
Annette dagegen gelang es, die Verkleidung zu entfernen und und mit den Fingerspitzen das Kabel zu ertasten. Mit einem Draht und einer eingefädelten Schnur führte sie ein Klettband um das querlaufende Schliesskabel.. Dann zog sie das Kabel hoch und Beat rüttelte gleichzeitig von aussen an der Türe und siehe da … die Türe öffnete sich.
Annette trug einen blutigen Handrücken davon, der auch noch anschwoll.
Herr Lindberg freute sich riesig, dass es Annette gelungen war, dieTüre zu öffnen und er lobte sie sehr. Er habe nicht geglaubt, dass das gelingen könne. Nun konnte er den Schaden begutachten.
Ein Kunststoffteil war aus der Klemme gesprungen.
Natürlich geschieht das sonst nie. Peugeot baut ja nur perfekte Fahrzeuge. 😉
Trotzdem befestigte Herr Lindberg das Teil mit etwas Leim, damit es auch da bleibt, wo es hingehört – sicher ist sicher.
Wir waren froh, dass wir trotz allem Ärger so glimpflich davongekommen sind.

Danach besuchten wir, da wir ja schon mal in Öjebyn waren, die alte Stadt (Gamlastad).

 

Gamlastad erinnerte uns an das Freiluftmuseum Ballenberg in der Schweiz.

 

Eines der Häuser, die vereinzelt noch bewohnt sind, konnte man besichtigen.

 

Uns beeindruckte die einfache und doch ausgeklügelte Ausstattung.

Kajütenbett von anno dazumal. Praktisch, wenn man unerwartet Besuch bekommt und das Bett noch nicht gemacht ist -> Türe zu.

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Freiluftbadeanstalt nach schwedischer Art

23. Juli 2014

Auf dem Weg nach Jokkmokk sahen wir linker Hand einen imposanten Wasserfall.
Wir verliessen die Strasse und fuhren auf den Parkplatz des Storforsen (= grosse Stromschnelle) am Piteälven.
Kaum ausgestiegen fiel uns neben dem stattlichen Hotel ein Vogelhaus auf.

 

Verdichtetes Bauen auch für gefiederte Gäste?

 

Wir wanderten neben den Stromschnellen flussaufwärts. Der Storforsen am Piteälven ist ein gewaltiges Naturspektakel. Hier fallen ca. 850 m³/s Wasser auf einer Länge von 600 Metern 50 Meter tief. (Zum Vergleich, Wassermenge des Rheinfalls im Sommer: ca. 700 m³/s)

 

Storforsen am Piteälven

 

Auf der linken Seite des Wasserfalls befindet sich der „Döda Fallet“. Dieser war früher ein Teil des Hauptflusses. Um das Flössen von Holzstämmen zu ermöglichen, wurden im Hauptbett Verbauungen angebracht und der Kanal wurde vertieft. Dadurch wurde ein Teil des Stromes abgetrennt. Ein kleiner Teil des Wassers fliesst seitdem über grosse geschliffene Felsplatten.

 

Ein wahrer Überlebenskünstler!

 

Bäche und Becken der verschiedensten Grössen und Tiefen bilden eine vielfältig „Naturbadi“
Holzstiege führen hindurch und einige Grillstellen und Picknickbänke laden zum Verweilen ein. Das reinste Ferienparadies, ideal für Familien. Kinder können im Wasser durch kleine ausgewaschene Felsrinnen rutschen und Jugendliche 5-6 Meter hoch vom Felsen ins Wasser springen.

 

Unten wird der Badeplatz viel enger und steiler.

 

Impressionen vom „Döda Fallet“:

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Polarkreis überquert

24. Juli 2014

Auf dem Weg nach Jokkmokk überquerten wir den Polarkreis, der durch weisse Steine und dem Souvenirshop in der Verlängerung symbolisiert wird.

 

 

Für LeserInnen, die genauer wissen wollen, was es mit dem Polarkreis auf sich hat, haben wir die Infotafel fotografiert.

 

Alle Klarheiten beseitigt?!?

 

Etwas ausserhalb von Jokkmokk fanden wir in der Nähe eines Flusses „Lilla Lule Älv“ einen ruhigen Platz im Wald. Wie üblich mit Toilette, Entsorgungshäuschen und Feuerstelle mit Rost.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wo liegt der schönste Platz am Wasser?

25. Juli 2014

Wir suchten den schönste Platz am Wasser. Deshalb studierten wir die Karte und fuhren nach Karats, einem Dorf am See, wo die Strasse endet.
Doch es gab dort nur Privathäuser und einen Wendeplatz mit Parkverbot.

 

Strasse nach Karats

 

Dann ging´s zurück an eine Kreuzung und weiter nach Vuojat, ebenfalls am See, ebenfalls Ende der Strasse und ebenfalls ein Wendeplatz mit Parkverbot.

 

Ausstellungsstück oder Arbeitsmaschine?

 

Kurz nach dem Dorf sammelten wir Heidelbeeren. Beat in Shorts und ohne T-Shirt wird von den Mücken und Knots (kleine fliegende Blutsauger) beinahe aufgefressen. Es war wieder um die 30 °C heiss. Annette fand zudem einige Pilze (Heiderotkappen) für das Abendessen.

Dann fuhren wir im ersten und zweiten Gang einen sehr schmalen, holperigen Weg ca. 3-4 km weit an den Latunjaure. Zum Glück gab es keinen Gegenverkehr, den Kreuzen ist auf der ganzen Strecke nicht möglich.
Hier gab es am Ende der Strasse einen See, einen Wendeplatz und keine Häuser, dafür aber massenweise Mücken. Die sind noch abschreckender als ein Parkverbot.

An einem wackligen Steg lagen einige Boote. Der Blick auf den See mit seinen Inseln war wunderschön.

 

Idyllischer Latunjaure (Schweden)

 

Wegen den Mücken verliessen wir diesen Platz wieder und fuhren zurück nach Dragnäs an „unseren“ Übernachtungsplatz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Waschtag

26. Juli 2014

Heute fuhren wir nach Jokkmokk, um uns wieder einmal mit der grossen weiten Welt zu verbinden. Doch der Wetterbericht im Internet drohte mit Regenwetter. Deshalb fuhren wir sofort zurück, denn wir wollten noch Wäsche waschen.

 

 

Wir füllten unsere Hand-Waschmaschine sieben Mal. Zum Spülen wanderte Annette jeweils die 200 Meter zum Fluss und Beat drehte derweil fleissig an der Maschine und hängte die nasse Wäsche im Wald auf.

 

 

Nach diesem anstrengenden Tag gönnten wir uns ein feines Abendessen mit Steaks vom Grill.

Die Natur lieferte die Dekoration.

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf den Namenlosen

1. August 2014

Wir wollten auf den Nammatj steigen. Nammatj heisst auf samisch „namenlos“ und ist ein alter heiliger Berg.
Deshalb studierten wir am Morgen die Karte:

 

 

Wir waren etwas überfordert:
Ist unser Ausgangspunkt nun unten links … oder doch eher rechts?
Oben rechts, das wird ja wohl der See sein.
Aber da fehlt doch der Fluss mit den Stromschnellen …
Wo liegt denn nun Kvikkjokk?
Fehlt da nicht ein Stück Weg?
Oder hatten wir den falschen Ausschnitt vor uns?
Wir beschlossen den Bootsführer nach dem Weg zu fragen, da wir die Karte unmöglich mittragen konnten, wie das Bild unten zeigt.

 

 

Der Nammatj liegt auf der anderen Seite des Flussdeltas und der Einstieg für die Wanderung ist im Sommer nur per Boot erreichbar. Wir waren am Morgen die einzigen Fahrgäste und der Bootsführer fuhr mit uns in einige Seitenflüsse hinein, um uns die versteckten Schönheiten dort zu zeigen.

In Schweden werden die meisten Wälder für die Holzgewinnung genutzt. Dadurch bestehen die Wälder häufig aus grossen Flächen gleichaltriger Bäume. Deshalb genossen wir den Aufstieg durch den Urwald, wo Bäume jeden Alters gemischt sind, umso mehr.

 

 

 

 

 

Gegen die Waldgrenze hin geht der Nadelwald allmählich in einen Birkenwald über, der immer lichter wird.

In einem kleinen Moor fanden wir eine Spezialität Schwedens, die Moltebeere. Der Geschmack der kleinen, weichen Beere erinnerte uns an Rhabarber und Aprikose. Sie schmeckten sehr lecker.

 

Hjortron (Moltebeere)

 

Heute genossen wir den Blick über Kvikkjokk gegen das Sarekgebirge von der anderen Seite.

 

Vorne liegt das Moor mit den Moltebeeren, aber … bitte … nicht weitererzählen, damit wir nicht einen Massentourismus auslösen und das nächse Mal nur noch abgeerntete Stängel vorfinden.

 

Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen mit dem Selbstauslöser, ein Gipfelfoto von uns zu schiessen … gelang das am Schluss doch noch.

„… oh, war wohl zu hoch eingestellt …“

„… endlich. So wollten wir es haben.“

 

 

 

 

 

 

Zur verabredeten Zeit holte uns der Bootsführer in der Wildnis wieder ab und brachte uns zurück nach Kvikkjokk.

 

 

Link zur heutigen Bootsfahrt und Wanderung auf den Nammatje: Da auf “google maps” sowohl der Fluss Tarraätno, wie auch der Weg auf den Nammatje fehlen, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung auf den Sjnjerak

31. Juli 2014

Trotz zweifelhaftem Wetter beschlossen wir auf den Sjnjerak zu wandern. Kurz vor dem Ziel, knapp oberhalb der Waldgrenze, wurden wir von einem Gewitter heimgesucht. Wir suchten unter den letzten Birken Schutz vor dem Hagel und dem anschliessenden Regenschauer.
Keine Viertelstunde später standen wir wieder in der Sonne.
Auf dem Gipfel staunten wir über die grandiose Rundsicht. Unter uns lag Kvikkjokk, in den Bäumen kaum zu erkennen.

 

Blick vom Sjnjerak 809 m.ü.M zum Sarekgebirge.

 

500 Meter unter uns, das Delta von Kvikkjokk

 

Das Gewitter ist vorüber, der Himmel wieder blau, sogar die Jacke ist wieder trocken, wie Annette feststellen konnte..

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zurück sammelten wir die Pilze, die wir beim Aufstieg gesehen hatten.

 

Unser Nachtessen stand hier noch im Walde (Heiderotkappe).

 

Link zur Wanderung auf den Sjnjerak: Da auf “google maps” der grösste Teil des Weges fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Elch und saure Milch

30. Juli 2014

Bei regnerisch trübem Wetter besuchten wir das Schwedische Fjäll- und Samenmuseum „Ájtte“ in Jokkmokk und erfuhren dabei einiges über die Kultur und das Leben der Samen. Für Interessierte: www.ajtte.com

Danach fuhren wir nach Kvikkjokk. Und was sahen wir da unterwegs?…

Richtig!

Einen Elch!!!

Diesmal hielten wir an, liessen das WoMo am Strassenrand stehen und eilten zu Fuss zurück. Das schien die bessere Variante zu sein. Der Elch stand immer noch am Waldrand und versteckte sich nicht hinter den Bäumen wie das letzte Mal. Aufmerksam betrachtete er uns eine Zeitlang, bevor er gemächlich in den Wald schritt.

 

„unser“ Elch in Schweden

 

Kvikkjokk ist ein kleines Dorf, das in einem Seitental ca. 130 km von Jokkmokk entfernt, am Ende der Strasse liegt. Von hier aus geht es nur noch zu Fuss oder mit dem Boot weiter.

Zum Glück hatten wir Milch, die sauer geworden war. So konnten wir unser Elchfoto mit excellenten Pfannkuchen nach Annettes Art feiern. (Anmerkung für kulinarisch Interessierte: Pfannkuchen werden mit saurer Milch besonders luftig.)

 

Bei Regenwetter, direkt am See (Skalka), mit Blick auf den Nammatj, einen heiligen Berg der Samen.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Unser Weg nach Norwegen führte über Kiruna

5. August 2014

Nach vielen Tage in der fantastischen Natur Schwedens wollten wir testen, ob wir uns noch in einer kleinen Stadt zurechtfinden würden.

Fazit: es geht noch so!

 

 

Wir spazierten durch Kiruna und besuchten das Rathaus. Dort sind im Parterre und in den Gängen, die auf zwei Stockwerken um einen Lichthof angelegt sind, unzählige Bilder und Skulpturen von verschiedenen Künstlern in unterschiedlichsten Stilrichtungen aufgehängt.

 

Das Rathaus von aussen …

 

 

… und von innen

 

Wir wandelten durch die Gänge und bestaunten die verschiedenen Kunstwerke. Einige wollen wir hier zeigen.

 

 

Freunde

Textile Kunst

 

 

 

 

 

Sitzbank hergestellt aus Büchern, Ordnern, Schubladen und anderen Büromaterialien

„my hands will do the works of mercy and not the works of war“

 

 

 

 

 

 

 

Im Parterre steht eine grosse Skulptur aus Birkenholz und Rentierhorn, die das Weltbild der Samen zeigt vor der Zwangschristianisierung.

 

Unten sehen wir das Leben der Samen: links die Wanderung mit den Herden in die Weidegebiete des Sommers. Daneben eine Rentierkuh, die ihr Kalb beschützt sowie Rentierhirten, die ihre Herde gegen einen Bären verteidigen. Links in der Mitte steht ein Schamane, Mittler zwischen den Göttern und den Menschen. Die beiden Schneehühner rechts stehen für das Leben im Fjäll. Oben zwischen den Berggipfeln befindet sich die Welt der Götter. Im grossen Oval, das eine Schamanentrommel symbolisiert, sehen wir in der Mitte (beschützt durch den Sonnenrhombus) das heilige weisse Rentier, rechts oben der Gott der Fruchtbarkeit, darunter den Gott der Jagd. Links unten kämpft der Gott des Winters gegen die Sonne. Darüber steht der Gott der Winde.

 

Tief beeindruckt verliessen wir das Rathaus.

Link zu den Strecken vom 2., 4. und 5. August 2014

 

 

Eine Stadt wird versetzt

6. August 2014

Kiruna lebt vom Eisenerzabbau, der die ganze Stadt prägt.

 

Abräumhalde über Kiruna

 

Das Bergwerk ist in der Stadt allgegenwärtig:

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Turistbyrå sahen wir dieses Modell.

 

 

Es zeigt das Bergwerk, wo ab 1890 Eisenerz im Tagbau abgebaut wurde. Dadurch entstand der unübersehbare Graben im Berg. Die Flöze reicht von dort schräg gegen die Stadt hin. Durch den Abbau, der heute unter Tag erfolgt, senkt sich das Gelände. Deshalb muss nun die Stadt Kiruna Stück für Stück versetzt werden. Die rote Linie markiert den gefährdetsten Teil. Die Leute, die dort wohnen, müssen bis 2023 umgesiedelt werden. Der gesamte Neubau des Stadtzentrums soll bis 2033 abgeschlossen sein. Bis dahin sollen neu gebaut werden:
– 3000 Wohnungen
– 30´000 m² des Geschäftsviertels
– das Krankenhaus
– das Gymnasium
– Altersheime
– die Kirche
– das Rathaus

Ein neues Stadtzentrum, ausserhalb des Wohngebietes ist bereits geplant.

Eine Stadt, die wegen der Erzgewinnung umziehen muss! Das liess uns nicht kalt und wir meldeten uns für die knapp dreistündigen Führung in die Mine an.

 

Das Modell zeigt das Eisenerzvorkommen. Und in welchem Jahr der Magnetit wie tief unter Tag abgebaut wurde. Auf dem Felsen links seht Kiruna. Da das Flöz schräg unter die Stadt reicht, muss diese nun versetzt werden.

 

Die Führung auf englisch empfanden wir zum Teil als Werbeveranstaltung der Firma LKAB.
Wir erfuhren aber auch viel Wissenswertes.
Hier ein kleiner Abriss:
– Abbbau seit 1890 im Tagbau
– Das Erzvorkommen in Kiruna und Mamberget (liegt in der Nähe) zählt zu den reichsten Funden der ganzen Welt und reicht sicher für länger als 100 Jahre
– Das Magnetit hat einen Eisengehalt von 60 – 70 %, was enorm hoch ist.
– Das Erz wird zu Pellets von ca. 1 cm Grösse verarbeitet und per Bahn hauptsächlich nach Narvik (N) und zu einem kleineren Teil nach Luleå (S) gefahren, von wo es in die ganze Welt verschifft wird.
– Die Menge an Eisenerz, die in Kiruna an einem Tag gefördert wird, entspricht einer Stahlmenge, mit der umgerechnet fünf Eiffeltürme gebaut werden könnten.
– Ein Ende des Erzvorkommens ist nicht in Sicht und man rechnet damit noch länger als einhundert Jahre lang Erz abbauen zu können und später weitere Teile der Stadt zu versetzen zu müssen.

 

Wir hoffen, dass auch nach dem Umzug des Rathauses, das in der Gefahrenzone liegt, die Besucher die Kunstausstellung mit dem Fahrrad besuchen können.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Nicht gerade den Kungsleden, aber immerhin …

7. August 2014

Der Weg nach Norwegen führte uns nach Abisko.

 

Impression von unterwegs

 

Dort ist der Start des Kungsleden, dem wohl berühmtesten Weitwanderweg Schwedens. Der nördliche Teil ist 440 km lang.
Wir wollten nicht hunderte von Kilometern wandern, uns aber trotzdem etwas bewegen. Deshalb wanderten wir die ca. 400 Höhenmeter hinauf zum Nuolja, der Bergstation des Sesseliftes.

Der Weg führte unten durch einen lauschigen Birkenwald.

 

 

 

 

 

Es gab unzählige kleine Naturschönheiten zu sehen und viele süsse Heidelbeeren zu pflücken. Zum Glück hatten wir zwei Dosen dabei.

Oben angekommen war die Rundsicht fantastisch. Unter uns der riesige Torneträsk (See) mit dem Delta des Kamajakka, Abisco und rund herum die Berge.

 

 

Das Wetter verschlechterte sich von Minute zu Minute. Ein heftiger Gewittersturm brach los.
Wir suchten bei der Bergstation Schutz vor dem Unwetter und genossen die Bilder, die es mit sich brachte.

 

Wolkenvogel oder Drachenkopf?

 

Auch ein kleiner Vogel gesellte sich zu uns, dessen Flugversuch gegen den Sturm mit einer Notlandung (war wohl eher ein Crash) im hohen Gras geendet hatte.

 

 

 

 

 

Etwa dreiviertel Stunden später klarte es auf und wir sahen wieder ins Tal hinunter.

 

 

Deshalb wählten wir die ca. acht Kilometer längere Abstiegsvariante und wurden unterwegs mit diesem schönen Regenbogen belohnt.

 

 

 

Ausblick ins Kårsavagge Tal

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung auf den Nuolja: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Über die Grenze nach Norwegen

8. August 2014

Obwohl der Grenzübergang nach Norwegen nur auf 760 m.ü.M. liegt, verändert sich die Vegetation auf den letzten 20 Kilometern auffallend.

 

Nur noch einzelne kleine Birken stehen in der Heidelandschaft.

 

Die Schönheiten liegen hier auf Bodenhöhe wie Flechten, Moose und Blumen in allen Formen und Farben:

 

Schwarz wie Teile eines geplatzten Autopneus …

… oder grau in Form eines Naturschwammes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karge Bergwelt kurz vor der Grenze

 

 

Schweden verabschiedete uns mit einem letzten Blumengruss

 

Kurz nach der Grenze auf der norwegischen Seite stehen auf den Felsen zwischen vielen kleinen Seen unzählige Ferienhäuschen. Das wirkte auf uns eigenartig. Darf da jeder bauen wie und wo er will? Das Ganze hat aber einen gewissen Charme.

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

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2 Gedanken zu “Schweden 2014

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