Grossbritannien 2015

 

2. Juli – 12. Oktober 2015

Karte zu unserer Reise durch Grossbritannien: (England / Schottland)                     (2. – 24. Juli 2015)

Karte zu unserer Reise durch Grossbritannien: (Orkney-Inseln)                            (24. – 30. Juli 2015)

Karte zu unserer Reise durch Grossbritannien: (Shetland-Inseln)                         (31. Juli – 2. September 2015)

Karte zu unserer Reise durch Grossbritannien: (Schottland / England)                    (2. September – 12. Oktober 2015) 

 

Ankunft in England

2. Juli 2015

Morgens um 3:30 Uhr stehen wir auf und stellen uns in Dunkerque in die Warteschlange für die Fähre nach Dover. Pünktlich um 06:00 Uhr legen wir ab.
Nach einer guten Stunde Fahrzeit begrüssen uns die weissen Klippen von Dover in England.

 

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White Cliffs von Dover

 

Diese Klippen sind sehr bekannt und kaum jemand kann an ihnen vorbeifahren, ohne sie zu fotografieren.

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Hier sind die Klippen der Star

 

 

 

 

 

 

 

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Leuchttürme am Hafen von Dover

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Überfahrt fällt uns ein, dass heute unser zehnjähriger Hochzeitstag ist.
Das wollen wir feiern und fahren deshalb in der Nähe von Stansted in ein Restaurant.
Die Steaks vom Holzkohlegrill schmecken ausgezeichnet (von wegen schlechter englischer Küche!).
Zudem dürfen wir auf dem hoteleigenen Parkplatz übernachten. Thanks a lot!

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St. Ives am Great Ouse

3. Juli 2015

In St. Ives treffen wir auf ein schönes Städtchen, das am Fluss Great Ouse liegt.

 

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Idyllisches St. Ives

 

Wir können uns dem englischen Charme nicht entziehen und erfreuen uns an den Reihenhäusern, die alle aus Naursteinen gebaut sind. Jedes Haus trägt einen breiten Schornstein mit bis zu vier Schloten. Wird hier noch jedes Zimmer mit eigenem Ofen beheizt?
Die Leute sind sehr offen und hilfsbereit.

 

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St. Ives

 

In Wakerley bleiben wir für diese Nacht auf einem Parkplatz mitten im Wald bei einem Picknickgelände. Ein Mann spricht uns an und freut sich offensichtlich, dass wir sein Grossbritannien über einen längeren Zeitraum hinweg bereisen wollen. Seine Tipps, was man alles gesehen haben muss, sprudeln nur so aus ihm heraus, so dass Annette mit aufschreiben kaum mitkommt.

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Häuser aus Feuersteinen (Flintstones)

4. Juli 2015

In Burnham Market staunen wir wieder über die Bauart der Häuser. Die Ecken und die Fenster- und Türlaibungen sind mit Klinker gemauert, die Zwischenräume mit unbehauenen, runden Flintsteinen (Feuersteinen) gefüllt.

 

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Häuser mit Flintsteine-Mauern in Burnham Market

 

In Brancaster soll vor der Küste ein Schiffswrack auf einer Sandbank liegen, zu dem man bei Ebbe hinausspazieren kann, hat der nette Herr gestern abend Annette erzählt. Das wollen wir uns ansehen. Als wir aber in Brancaster Bay ankommen, herrscht Hochwasser. Ein Angestellter am Kiosk informiert uns, nachdem er den Tideplan konsultiert hat, dass morgen um 08:10 Uhr Ebbe sei.
Wir fahren ins Landesinnere und finden in der Nähe von Docking einen betonierten Platz inmitten von Getreidefeldern, ideal für uns.

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Hoher Wasserstand bei „Ebbe“

5. Juli 2015

Am Morgen fahren wir kurz nach 7:00 Uhr los, damit wir noch vor der Ebbe am Strand sind. So bleibt uns noch genügend Zeit, um zum Wrack hinauszulaufen, denken wir.
Wir parkieren im Dorf und gehen den Weg zum Meer zu Fuss.
Am Strand ist aber der Ozean etwa gleich hoch wie gestern. Eine Frau, die wir darauf ansprechen, beschreibt es kurz, aber treffend: „Wrong time“. Heute um 14:30 Uhr sei wahrscheinlich Niedrigwasser.

 

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Viel Meer für Ebbe

 

Wir wandern unverrichteter Dinge zurück zu unserem NOBIS und versuchen es am Nachmittag nochmals.

Jetzt scheint „the right time“ zu sein, viel Sand und das Meer weit draussen.
Wir spazieren ins Watt hinaus, Richtung Wrack. Doch ein breiter Priel (Wasserlauf im Wattenmeer mit starker Strömung) stoppt uns und wir können die „Attraktion“ nur aus der Ferne betrachten.

 

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Vom Schiffswrack ist nicht mehr viel übriggeblieben

 

Wir kehren wieder um. Diese „Sensation“ hat den Umweg nicht gelohnt, den wir gefahren sind, aber das Wattenmeer fasziniert uns von Neuem.

 

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Blick von den Dünen auf das „Schiffswrack“

 

Wir fahren wieder zurück an den Schlafplatz von gestern. Auch heute ist ausser dem Trillern der unermüdlich aufsteigenden Lerchen nichts zu hören.

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Schmetterlinge

6. Juli 2015

Die Sonne weckt uns. Draussen flattern unzählige Schmetterlinge von Distel zu Distel.
Wir beobachten das emsige Treiben und staunen über die bunten Flügel und haarigen Leiber.

 

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Beats Lieblingsbild

 

Ist die Raupe auf der rechten Blüte der Schmetterling vom nächsten Jahr?

 

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Kleiner Fuchs (aglais urticae)

 

Wir fahren durch unzählige Getreidefelder. Hier in Norfolk, im Südosten Englands, scheint die Kornkammer Grossbritanniens zu liegen.

 

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Heute wollen wir auf einen Stellplatz in der Nähe von Leeds fahren. Wir sind beide sehr müde und beschliessen unterwegs einen Parkplatz im Stapleford Wood anzusteuern.

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Windmill Inn in Linton

7. Juli 2015

Heute geht´s nach Linton. Beim Pub Windmill Inn soll es gratis WiFi geben. Wir fahren am frühen Nachmittag auf den Platz. Leider kriegen wir nichts mehr zu trinken, da im Pub gleich Mittagspause ist. Die Wirtin gibt uns aber noch das Passwort für den Internetzugang bekannt. So können wir den Nachmittag über online am PC arbeiten.

 

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Linton

 

Am Abend kommt Beat dann doch noch zu seinem Bier in einem Pub. Zurück im Bus werden wir von einer Frau auf Schweizerdeutsch angesprochen. Susanne lebt seit 40 Jahren in England und freut sich sehr hier einmal Landsleute anzutreffen.

 

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Windmill Inn in Linton

 

Wir bleiben über Nacht vor dem Pub und schlafen sehr ruhig, von keinem Lärm gestört.

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Einladung von Susanne und Paul

8. Juli 2015

Am Morgen treffen wir Susanne und ihren Mann Paul nochmals an. Als Susanne hört, dass wir einen Campingplatz ansteuern wollen, um zu duschen und unsere Wäsche zu waschen, lädt sie uns spontan zu sich nach Hause ins Nachbardorf ein. Während die erste Maschine läuft, geht Annette mit Susanne einkaufen. Beat fährt mit Paul zu dem Haus fährt, dass sie neu gekauft haben und nun renovieren. Dort kann Beat beim Herausreissen der Teppiche behilflich sein.
Am Abend können wir, frisch geduscht, unsere saubere Wäsche in den NOBIS tragen und werden danach sogar noch zu einem feinen Nachtessen in einem Pub eingeladen.
Für die Nacht dürfen wir vor ihrem Haus stehen und sogar unsere Batterien an die Steckdose anschliessen.

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Auf nach Schottland

9. Juli 2015

Am Morgen bereitet uns Susanne ein Frühstück mit Pancakes und Hot Cross Buns zu und schenkt uns für die Weiterfahrt typische englische Bonbons und eine Schachtel schottische Shortbreads (ähnlich wie Sablés).

Vielen herzlichen Dank, Susanne und Paul, für die spontane und herzliche Gastfreundschaft, die wir bei euch erfahren durften.

Nun reisen wir weiter nach Schottland. Die Landschaft ändert sich. Das Land wird hügeliger und die Äcker weichen mehr und mehr Weideland.
An der Grenze zu Schottland spielt auf einem Rastplatz ein Schotte im Kilt (Rock) Dudelsack. Für ein Pfund (für Reiseunerfahrene: das ist keine Gewichtseinheit, sondern die Währung in Grossbritannien) darf man ihn dabei fotografieren. Wir verzichten und knipsen lieber die Landschaft.

 

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An der Grenze zu Schottland

 

Wir fahren bis an den Loch Leven. („Loch“ heissen in Schottland die Seen.)
Hier finden wir einen schönen Platz nahe beim See und eine öffentliche Toilette steht erst noch in der Nähe. Wohnmobilist, was willst du mehr?

Einer Info-Tafel entnehmen wir, dass ein Wanderweg rund um den See führt. Den nehmen wir uns für morgen vor.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Nichts zu lachen!

10. Juli 2015

Am Morgen regnet es in Strömen. Das finden sogar die Lachmöven nicht mehr lustig und wir verschieben unsere Wanderung um einen Tag.

 

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Lachmöve (Larus ridibundus)

 

Am Nachmittag bessert sich das Wetter etwas und wir wagen einen Spaziergang ins Dorf. Kinross schaut aus, als hätte es auch schon bessere Zeiten erlebt. Viele Gärten sind ungepflegt, einige Häuser baufällig. Nur wenige Menschen erwidern unseren Gruss. Auch das triste Wetter trägt zur depressiven Stimmung bei, die das Dorf ausstrahlt.

Zurück am Loch Leven schlendern wir zum Turm, der am Eingang eines alten Friedhofes steht.
Die Informationstafel lässt uns schmunzeln.
Der Turm wurde bis 1832 zur Bewachung der frischen Gräber genutzt. In jener Zeit wurden oft von Leichenräubern (body snatchers) frisch beerdigte Leichen ausgegraben und an die Medizinische Fakultät in Edinburg verhökert.
Andere Zeiten … andere Probleme!

Zum Abendessen haben wir uns eine „schottische Schlachtplatte“ mit Würsten, Black Pudding (Blutwurst), Lorne Sausage (eine Art rechteckige Frikadelle) und Haggis (Wurst aus Innereien) gekauft. Die Würste und der schwarze Pudding schmecken gut, die Haggis ist vom Geschmack her etwas gewöhnungsbedürftig und von irgendwie schmieriger Konsistenz…. na ja, man muss ja nicht alles mögen!

 

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Friedhofs-Wachturm am Loch Leven, Kinross

 

 

Wanderung um den Loch Leven

11. Juli 2015

Heute scheint das Wetter passabel und wir wagen uns auf die Wanderung um den Loch Leven. Der Weg verläuft ohne grössere Steigung mal direkt am Ufer, mal weiter vom See entfernt.
Uns gefallen besonders die originellen, windgeschützten Sitzgelegenheiten auf dem letzten Teil dieser Wanderung.

 

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Sitzplatz

 

Auch ein gedeckter Rastplatz passt sich schön in die Landschaft ein.

 

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Rastplatz am Loch Leven

 

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Blick über das Ried und den Loch Leven

 

Kurz bevor wir unseren NOBIS erreichen, beginnt es leicht zu nieseln. Doch das kann uns nicht mehr verdriessen. Wir sind stolz die 13 Meilen (21 Kilometer) in 4¼ Std.gemeistert zu haben.

Link zur Wanderung um den Loch Leven:

 

 

Annettes Geburtstag

12. Juli 2015

Heute ist Annettes Geburtstag. Da sie Überraschungen mag, kauft Beat im Dorf zum Frühstück verschiedene warme Pasteten ein. Wir essen heute: Hot Mince and Onion Bridie, Hot Steak Pie, Hot Scotch Pie, Macaroni Pie und Sausage Roll. Sie schmecken so lustig wie sie tönen.

Danach fahren wir nach Dunkeld auf einen Campingplatz.
Ein Spaziergang führt uns ins Dorf zum Abendessen im Royal Hotel in Dunkeld. Es regnet nicht und ist angenehm warm. Deshalb essen wir draussen und einmal mehr in Grossbritannien … sehr gut. Dass die Küche auf der Insel miserabel sein soll, muss ein überholtes Klischee sein.

 

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Originelle Natursteinmauer auf dem Weg ins Dorf Dunkeld

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Recycling auf Schottisch!

13. Juli 2015

Heute bleiben wir auf dem Campingplatz, arbeiten am Reiseblog und setzen den zweiten Beitrag über Belgien online.
Vor unserem Wohnmobil stehen verschiedene Container, in denen der Abfall gesondert gesammelt wird. Wir als Recycler sind darüber sehr erfreut und entsorgen Papier, Karton, Aludosen, Plastikflaschen und Restmüll, wie wir es in der Schweiz gelernt haben, in die jeweils dafür vorgesehenen Tonnen.
Am Nachmittag fährt ein Müllfahrzeug vor. Der Chauffeur steigt aus und entleert alle Behälter, ungeachtet ihres Inhaltes in seine fahrende Müllpresse.
Konsterniert schauen wir dem Treiben zu. Ist das Recycling auf schottisch?

Einige Zeit später fährt ein Lieferwagen auf den Platz. Auf der Ladefläche liegen grosse Plastiksäcke mit Aludosen. Ein geistig behinderter Arbeiter steigt aus und sucht aufgeregt in all den leeren Containern nach den Dosen, die noch bis vor kurzem, in Säcke verpackt, herumgestanden sind.
Annette geht zur Fahrerin und erklärt ihr, dass die Müllabfuhr alles mitgenommen habe. Das scheint nicht üblich zu sein und die Frau will genau wissen, was das für ein Fahrzeug gewesen ist.
Ein Hoffnungszeichen, dass auch das schottische Recycling nicht nur eine Alibi-Übung ist.

 

 

Den Bergen entgegen

14. Juli 2015

Wir verlassen den Zeltplatz von Dunkelt bei strömendem Regen und nähern uns den Bergen Schottlands. Mit Erstaunen haben wir auf der Karte gelesen, dass es hier in Grossbritannien Berge von über 3000 m Höhe gibt! … ?
Erst später merken wir, dass diese Angaben in Fuss und nicht in Metern sind, … also alles mal ca. 0.3 rechnen!

 

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Übernachten am Devil´s Elbow

 

Kurz vor Glenshee übernachten wir vor der Passhöhe auf einem Parkplatz mit Sicht über das Tal. Der Berg links trägt den Namen: „Devil´s Elbow“ (Teufels Ellbogen). Wie er wohl zu diesem eigenartigen Namen gekommen ist?
Das Gelände und die Vegetation erinnert uns sehr an Schweizer Alpentäler.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Eröffnung unserer Pilzsaison!

15. Juli 2015

Wir fahren durch Braemar, einen Touristenort, dann nach Westen dem River Dee entlang durch Inverney. Die Strasse führt ein Stück weit in das Tal hinein, dann über den Fluss und auf der anderen Seite zurück. Wir parken unser WoMo und wandern an einem Seitenarm des River Dee entlang.
Es ist sehr still hier. Ausser dem Rauschen des Wassers hört man nichts. Der Weg führt durch Wälder und Moorgebiete und endet abrupt. Der mäandrierende Fluss hat ein grosses Stück des Weges weggespült. Wohl oder übel kehren wir um.
Auf der Rückfahrt entdeckt Annette gelbe Flecken am Wegrand. Diese will sie sich genauer anschauen. Beat hält an, Annette steigt aus, läuft zurück und … kommt mit einem Pfifferling zurück.
Nun kann uns nichts mehr halten. Das Pilzsammelfieber hat uns voll im Griff. 850 Gramm tragen wir zusammen und das Menue für den Abend ist damit gegeben!

 

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Pfifferlinge (Cantharellus cibarius)

 

Wir fahren zurück an einen schönen Aussichtsplatz und installieren uns dort für die Nacht.

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B&B in der Kirche

16. Juli 2015

Am Morgen liegt leichter Nebel über dem Tal und verbreitet eine erste Ahnung von Herbst.

 

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Morgennebel liegt über dem River Dee

 

Wir fahren zurück über Braemar nach Ballater.
Vor Ballater halten wir kurz beim Schloss der königlichen Familie in Balmoral. Ein beeindruckender Touristenanziehungspunkt. Wir sehen aber weder Queen Elisabeth, Prinz Charles noch William oder Kate oder gar ein „Royal Baby“ und fahren weiter.

In der Bibliothek von Ballater gelangen wir ins Internet und dürfen sogar einige Kopien ausdrucken.
Im Dorf fällt uns eine Kirche auf, die als Bed & Breakfast angeschrieben ist. Tatsächlich kann man hier in einem ehemaligen Gotteshaus übernachten.
Sachen gibt’s!

 

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B&B in der ehemaligen Kirche von Ballater

 

Vor Stonehaven finden wir einen ruhigen Platz im Wald. In der Nacht prasselt der Regen laut auf unser Dach.

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Dunnottar Castle

17. Juli 2015

Wir fahren relativ spät los zum Dunnottar Castle. Beim ersten Parkplatz wollen sie uns gleich 2 £ abknöpfen. Wir fahren weiter und finden kurz darauf einen kleinen Gratisparkplatz. Von hier aus führt ein schöner Wanderweg der Steilküste entlang zu dem historischen Bauwerk. Das Wetter ist noch immer sehr trüb, neblig und regnerisch; die ideale Einstimmung auf die Ruine.

 

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Dunnottar Castel

 

Diese Burg liegt auf einem Felsen, der ins Meer hinaus ragt und nur über ein schmales Felsband erreichbar ist. Diese Lage machte sie früher uneinnehmbar. Es soll die am häufigsten fotografierte Burgruine Englands sein. Wir wollen diese Statistik unterstützen und fotografieren ebenfalls.

Der Nebel wird wieder dichter und wir machen uns auf den Rückweg.

Auf einem Hügel sind schemenhaft Säulen zu erkennen. Wir spazieren hinauf und schauen uns das Stonehaven’s War-Memorial an, das 1922 im Stil einer griechischen Tempelruine errichtet wurde. Nach 1945 wurden die Namenstafeln der Gefallenen um die Opfer aus dem zweiten Weltkrieg erweitert. Jemand hat ans Eingangstor einen kleinen Kranz aus weissen Kleeblumen gehängt. Der Nebel verstärkt die Stimmung, und uns wird die Sinnlosigkeit von Kriegen wieder einmal so richtig bewusst.

 

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Stonehaven’s War-Memorial im Nebel

 

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In Stonehaven werden wir Zeuge eines erbarmungslosen Kampfes. Auf einem Schornstein steht eine Möwe, die eine andere am Flügel gepackt hat. Das Opfer baumelt laut wehklagend über dem Abgrund und versucht sich zu befreien. Erst nach langer Zeit gibt die Angreiferin ihr Opfer frei. Diesem gelingt es, nach kurzem Fall, mit zerzauster Schwinge wegzufliegen.

 

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Möwenkampf

 

Doch es geht auch friedlich zu in Stonehaven.

 

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Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)

 

Obwohl, etwas scheint sich da zusammenzubrauen!

 

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Gewitterstimmung über Stonehaven

 

Bei Collieston finden wir einen Parkplatz beim Visitor-Centre des „National Nature Reserve Forvie“.
Darüber sind wir froh, denn andere Parkplätze in der Region sind mit Übernachtungsverbots-Schildern versehen oder die Einfahrten mit einem Balken auf ca. 2.3 m versperrt. Unser NOBIS ist zwar nicht sehr gross, hat aber doch eine Höhe von 2.65m.

 

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Blick über das „National Nature Reserve Forvie“

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wandern im „National Nature Reserve Forvie“

18. Juli 2015

Nach dem Frühstück besuchen wir das Info-Centre des Naturreservates Forvie. Die Ausstellung ist klein, aber modern und gut gemacht.
Der Himmel ist bedeckt, es windet unangenehm kalt, aber wenigstens regnet es nicht. Wir beschliessen zwei kleine Rundwanderungen zusammenzufassen und machen uns auf den 12 km langen Weg.
Der Weg führt zuerst durch eine Heidelandschaft und dann in die Hackley Bay. Ein traumhaft schöner Strand liegt versteckt in der abgelegenen Bucht.

 

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Hackley Bay

 

Der Sand trocknet langsam ab und dadurch entstehen schöne Muster.
Die kleinen Bilder unten lassen sich (wie übrigens alle unsere Fotos) durch Anklicken vergrössern. Freue dich mit uns an den kleinen Details unserer schönen Mutter Erde!

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Abtrocknender Sandstrand

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Seetang im Sand

 

 

 

 

 

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Kiesel im Sand

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Spuren des Austernfischers

 

 

 

 

 

Weiter geht’s durch eine karge Dünenlandschaft. Immer wieder fallen uns die Sechsfleck-Widderchen mit ihren roten Flecken auf den Flügeln auf.

 

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Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae)

 

Wir wandern nun dem Ythan-River entlang ins Landesinnere. Hier sollen seltene Eiderenten brüten. Die Gelege sind jedoch so gut getarnt und in der Heide versteckt, dass wir keines entdecken. Auf dem Fluss schwimmen jedoch einzelne Entenmütter mit ihren bereits geschlüpften Küken.

Eine Robbenmutter hat mit ihrem Baby genau diese Flussmündung zum Ausruhen gewählt.

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Robbenmutter beim „Chillen“

 

 

 

 

 

 

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Das Baby betrachtet uns interessiert

 

 

 

 

 

 

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Boje in der Mündung des Ythan-River

 

 

 

 

 

 

 

Wir nehmen nicht an, dass die rote Boje als Spielzeug für die Robben dient, finden aber den Farbtupfer im Wasser schön.

Müde, aber glücklich kehren wir zu unserem NOBIS zurück. Unglaublich, was man in wenigen Stunden alles sehen kann, wenn man die Augen offen hält.

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Pennan

19. Juli 2015

Nach zwei Nächten in Collieston fahren wir nun nordwärts weiter.
Unterwegs veranlasst uns der Leuchtturm von Boddam zu einem Stopp. Immer wieder sind wir fasziniert von den markanten Bauten, die zur Sicherheit der Seefahrer an die Küsten gebaut wurden.

 

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Leuchtturm von Boddam

 

Die Landschaft ist lieblich hügelig. Wie hingestreut stehen einzelne Bauernhöfe im Weide- und Wiesland. Einige sind am Zerfallen. Auch hier bewirtschaften immer weniger Landwirte immer mehr Fläche.

 

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Bauernhof in Schottland

 

Auf einer Weide sehen wir Schwarzkopfschafe, die alle fein säuberlich nummeriert sind. Wir stellen uns vor, dass der Besitzer an Schlafstörungen gelitten hat. Ein Nachbar gab ihm den Tipp, abends im Bett Schäfchen zu zählen. Doch der Ärmste verzählte sich im Halbschlaf immer wieder und ärgerte sich darob so sehr, dass sich der Schlaf die ganze Nacht über nicht einstellte.
In einer der schlaflosen Nächte kam ihm die Idee, seine Schafe zu nummerien, um diesem Übel abzuhelfen. Schon am nächsten Morgen kaufte er sich Farbe und Schablone und beschriftete seine Herde. Seither schläft er abends immer problemlos ein.
Und wenn er nicht gestorben ist, so schläft er noch heute jede Nacht selig durch.

 

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Nummerierte Schafe

 

Natürlich könnte es auch sein, dass die Schafe für eine Ausstellung gekennzeichnet worden sind, aber uns gefällt obige Geschichte besser.
„Aussichtspunkt Fort Fiddes“ steht auf einem Wegweiser. Wir biegen rechts ab und schon nach kurzer Zeit geniessen wir die Aussicht.

 

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Aussichtspunkt Fort Fiddes

 

Wir spazieren auf die Landzunge hinaus und sehen von dort ein Fischerdorf, das sich in der Bucht versteckt hält. Die weiss getünchten Häuser leuchten in der Abendsonne. Nach all den grauen bis rötlichen Natursteinhäusern gefällt uns dieser Kontrast so gut, dass wir zurückfahren. Eine schmale, kurvige und sehr steile Strasse führt in das Dorf Pennan hinunter.

 

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Ehemaliges Fischerdorf Pennan

 

Wir parken am Strassenrand und beschliessen: hier bleiben wir diese Nacht!
Dann spazieren wir zum Hafen. Und geniessen die Bilder, die sie sich uns bieten.

 

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Rettungsring im Hafen von Pennan

 

 

 

 

 

 

 

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Fischerei-Utensilien

 

 

 

 

 

 

 

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Portrait einer jungen Möwe

 

 

 

 

 

 

 

Als wir zu unserem Wohnmobil zurückkehren, lädt auf der anderen Strassenseite ein Mann Taschen und Koffer in sein Auto. Er grüsst uns beiläufig über die Schulter hinweg mit einem leisen „Grüezi“. Annette hört es trotzdem und spricht ihn an. Alex arbeitete zwei Jahre in Luzern. Ursprünglich stammt er aus einem winzigen Dorf am Loch Lomond, wo nur 6 Familien wohnten. Pennan sei im Vergleich wie eine Grosstadt, witzelt er.
Er gibt uns einige Tipps für Ausflüge in der näheren Umgebung.
Annette erwähnt nebenbei, dass wir oft keinen Internetzugang hätten. Spontan bietet er uns an, dass wir uns über sein WLAN einzuloggen könnten. Er geht ins Haus und holt die notwendigen Codes, die er uns aushändigt.
So konnten wir unerwartet schnell den letzten Beitrag online stellen. Thank you, Alex!
Immer wieder treffen wir in Grossbritannien auf solch hilfsbereite Menschen.

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Der alte Hafen von Portsoy

20. Juli 2015

Alex hat uns empfohlen den alten Hafen von von Portsoy zu besichtigen.
Dieser wurde bereits im Jahre 1692 gebaut. Wir staunen über die Bauweise. Hier sind die behauenen Natursteinquader hochkant vermauert.

 

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Alter Hafen von Portsoy

 

Wir schlendern durch den kleinen Fischerhafen und entdecken immer wieder neue Details, die unsere Blicke auf sich ziehen.

 

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Die kleine Hafenkneipe wird von einem Piraten bewacht.

 

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Wir staunen über welche Ästhetik rostige Eisenteile verfügen. Darum hier eine Auswahl, mal mit junger Taube, mal mit Margeriten, mal einfach so:

 

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Doch auch knallige Farben sind im Hafen anzutreffen:

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Nachdem wir uns sattgesehen haben, fahren wir nach Spey Bay. In dieser Bucht soll es Delfine geben, die man vom Land aus beobachten kann.
Wir stellen uns deshalb für diese Nacht auf den Parkplatz des Visitor-Centre mit Blick aufs Meer. Die Delfine wollen wir uns Morgen ansehen.

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Exotische Blüten

21. Juli 2015

Am Morgen spazieren wir zuerst ein Stück dem River Spey entlang ins Landesinnere. Dabei fällt uns ein Feld voller exotischer Blüten auf. Diese Blumen sollen ursprünglich aus Amerika stammen.
Wir zeigen hier ein Exemplar, vielleicht gibt es unter unseren LeserInnen einen Botaniker, der diese Pflanze kennt …

 

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… oder vielleicht einen Landwirt oder einen Hobbygärtner?

Alle, die es herausgefunden haben, dürfen heute zum Abendbrot Kartoffeln essen, denn es handelt sich um die dekorative Blüte – man staune – einer gewöhnlichen Kartoffelstaude. 😉
Nach dieser Biologiestudie kehren wir an die Spey Bay zurück. Eine Niederländerin erzählt Annette auf der Toilette begeistert von den vielen Delfinen, die sie gerade eben, ganz nahe und ohne Fernglas gesehen hätte.
Wir spazieren zum Kiesstrand und setzen uns auf grosse flache Steine, um Delfine zu beobachten.
Doch die grosse Delfinshow scheint vorbei zu sein. Weit draussen erkennen wir noch zwei Exemplare, die sich manchmal kurz zeigen. Nach einer guten Stunde geben wir auf und kehren zu unserem NOBIS zurück.

Nun fahren wir nach Findhorn, in der Hoffnung dort einen geeigenten Übernachtungsplatz zu finden. Doch Findhorn ist ein Sommertouristenort, aus dem uns die vielen „No overnight parking“-Schilder verjagen.

Wir verlassen die Küste und fahren nach Culbin Forest. Auf dem Parkplatz dort im Wald scheinen wir nicht zu stören.
Annette will sich noch kurz die Beine vertreten, kehrt aber nach kurzer Zeit freudestrahlend zurück. Sie hat direkt am Waldweg Pfifferlinge entdeckt.
Diese wollen wir sammeln. Wir ziehen zu zweit los und was wir sehen, lässt uns beinahe die Augen aus dem Kopf kullern. Der Waldboden ist an einigen Stellen mehr gelb als grün. Wir sammeln nur die schönsten Exemplare. Nach ca. 300 Metern Wegstrecke zwingen wir uns, umzukehren und weitere Pilze stehen zu lassen. Wir haben in kürzester Zeit 1800 g Pfifferlinge gesammelt, was uns für drei üppige, leckere Mahlzeiten reicht.

 

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Pfifferlinge (Cantharellus cibarius)

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Heute ernten wir keine Pilze

22. Juli 2015

Wir machen uns auf den Weg Richtung Norden. Wir wollen als nächstes die Orkney-Inseln besuchen.
In Munlochy, wieder im Wald, finden wir schon wieder Pfifferlinge. Wir haben noch mehr als genug von gestern und lassen diese schweren Herzens stehen. Ganz Schottland scheint voll von diesen Pilzen zu sein. Das ist wohl der Dank des Wettergottes für die lange Regenperiode, die nun hoffentlich beendet ist.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Freude und Ärger liegen nahe beisammen!

23. Juli 2015

Kurz nach Inverness fahren wir auf einer langen Brücke über den Cromarty Firth.

 

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Brücke über den Cromarty Firth

 

Dass Schottland nicht nur von der Landwirtschaft lebt, sehen wir in Alness. Ein Bohrturm steht weiter meerwärts gross und dominant im Cromarty Firth.

 

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Bohrturm im Cromarty Firth

 

In einem anderer Fjord, dem Dornoch Firth, geht es lieblicher zu und her. Ein weiss getünchtes Haus scheint vor Freude über seine exklusive Lage mit Blick auf die hellen Sandbänke zu strahlen. Ob hier auch manchmal Robben ein Sonnenbad nehmen?

 

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Haus am Dornoch Firth

 

In diesem Guesthouse werden die Gäste überaus herzlich willkommen geheissen.

 

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Im Tourismusbüro von Thurso vernehmen wir, dass die günstigsten Autofähren auf die Orkney-Inseln ab Gill´s Bay verkehren. Die ausserordentlich nette Dame erklärt uns, dass sich in der oberen Etage ein historisches Museum befinde und im dritten Stock ein Video über diese Region (Caithness) zu sehen sei.
Wir staunen über den grandiosen Film. Natur und Menschen werden in grossartigen Einstellungen gezeigt, jede für sich ein Kunstwerk. Das ist der schönste und eindrücklichste Werbefilm, den wir je gesehen haben. Nur schon deswegen lohnt sich ein Besuch des Tourist-Information-Centre von Thurso!

Wir fahren zur Gill´s Bay und buchen eine Überfahrt für Morgen um 9:30 Uhr. Zum Schlafen fahren wir zum Leuchtturm beim Duncansby Head.

Wir erkunden die nähere Umgebung und entdecken in einer Felsspalte Papageientaucher. Die Überraschung und Freude diese extravagant bunten Vögel hier anzutreffen ist so gross, dass Beat vor Nervosität die Kamera nicht richtig einstellt und sofort losknipst. Später am PC sehen wir dann, dass alle Bilder unscharf sind. Sie sind so schlecht, dass wir es nicht wagen hier eines zu zeigen.
Beat ärgert sich masslos und will morgen früh nochmals zurückkehren, um diese Vögel mit ihren grossen roten Schnäbeln zu fotografieren.

Der Frust wird durch den folgenden Regenschauer etwas gemildert. Er beschert uns einen wunderschönen Regenbogen, der so gross ist, dass er nicht einmal in unsere Kamera hinein passt.

 

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Regenbogen über dem „Duncansby Head Lighthouse“

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

24. Juli – 30. Juli 2015

Karte zu unserer Reise durch Grossbritannien: (Orkney-Inseln)                            (24. – 30. Juli 2015)

 

Leider keine Papageientaucher, dafür ein leckeres Pilzgericht

24. Juli 2015

Beat steht am Morgen früh auf, um nochmals Papageientaucher zu fotografieren. Doch diese sind entweder noch am Schlafen in ihren Höhlen oder bereits wieder aufs Meer hinausgeflogen. Kein einziger lässt sich blicken. Schade!
Dafür leuchten die zwei Stacks of Duncansby vor der Küste in der Morgensonne.

 

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Stacks of Duncansby

 

Auf einem Felsvorsprung in den Klippen präsentiert sich ein frisch geschlüpftes Küken eines Eissturmvogels. Interessant an diesen Vögeln ist das „Röhrchen“, das sie auf dem Schabel tragen. Dadurch besprayen sie Angreifer mit einer stinkenden Flüssigkeit, die zudem die Fettschicht auf dem Gefieder zersetzt.
Kleider, die von diesem galleartigen Sekret getroffen werden, kann man wegwerfen, da sich der Gestank auch durch mehrmaliges Waschen kaum entfernen lässt.

 

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Frischgeschlüpfter Eissturmvogel (Fulmar glacialis)

 

Leider ist nicht viel Zeit, denn bereits um 09:30 Uhr legt die Fähre in Gill´s Bay ab.
Nach einer guten Stunde legen wir in St. Margaret´s Hope auf der Insel South Ronaldsay an. Diese gehört zu den Orkney-Inseln.
Ein kleiner Spaziergang durch das schmucklose Dorf zeigt zweierlei. Einerseits bemüht man sich mit Blumen etwas Farbe zwischen die rötlichen Natursteinmauern der Häuser zu bringen,

 

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andererseits steht da auch das Haus eines Menschen, der viel zu sammeln und nichts wegzuwerfen hat. Wir bezweifeln, dass im Haus noch genügend Platz zum Leben ist.

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Auf der Fahrt zur Windwick-Bay entdecken wir eine Telefonkabine, in „the middle of nowhere“. Weit und breit ist kein Haus zu sehen, doch das Telefon ist noch in Betrieb.

 

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Kontaktmöglichkeit von nirgendwo nach irgendwo

 

Von der Windwick-Bay aus wandern wir oberhalb der Klippen nordwärts. Der Wanderweg ist eher schwierig zu begehen, zum Teil zugewachsen oder er führt über nassen Moorboden. Nach einer Stunde kehren wir um.
Hier das Bild einer Trouvaille vom Wegrand. Die vielen Flechten zeigen, dass die Luft hier sehr sauber ist.

 

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Zaunpfahl mit Flechten

 

Am Abend finden wir in der Nähe von Hoxa einen traumhaften Übernachtungsplatz. Das Wetter stimmt, die Sonne scheint und es weht ein mildes Lüftchen. Wir beschliessen auf dem Sandstrand direkt am Meer zu essen.

 

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„Esszimmer“ am Meer an der Widewall Bay

 

Wir geniessen die letzten, selbstgesammelten Pfifferlinge.

 

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Pfifferlingspfanne à la mode d’Annette

 

Wem das Bild oben den Appetit weckt, hier das Rezept für 2-3 Pers:
– 1 Zwiebel feingehackt
– 150 g Speckwürfeli
– 200 g Erbsen tiefgekühlt
– 600 g Pfifferlinge
– Salz, Pfeffer
– Petersilie

– 200 g Orecchiette
– evtl. ein wenig Sahne

Die gehackte Zwiebel mit dem Speck anbraten, Erbsen hinzufügen, ca. 5 Min. dünsten.
Pfifferlinge dazu geben, ca. 5 Min. köcheln lassen, mit Salz, Pfeffer und Petersilie würzen.
Mit den al dente gekochten Orecchiette mischen, evtl. mit wenig Sahne verfeinern.

 

Nach dem Essen, bei der Nachspeise (Flan caramel) hat die Bucht für uns ein weiteres Dessert bereit. Die Köpfe zweier Kegelrobben tauchen immer wieder aus dem Wasser auf. Sie schauen jeweils aufmerksam herum und verschwinden dann wieder im Meer. Leider gesellen sie sich nicht zu uns.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Küstenwanderung ab der Windwick-Bay: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Heute gibt’s Kultur

25. Juli 2015

Unterwegs grüsst uns eine „lachende“ Schottlandfahne. Wir halten an und ein Mann nähert sich. Freundlich erklärt er, dass er einen Stellplatz für Wohnmobile führe. Wir dürften hier aber gratis parken. Geld ziehe er nur für Übernachtungen ein.

 

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Schottlandfahne mit Smiley

 

Auf Lamb Holm steht die bekannte Italian Chappel.

Diese wurde von 1943 bis 1945 von italienischen Kriegsgefangenen gebaut. Ihnen wurden dazu zwei halbrunde Baracken zur Verfügung gestellt. Die Materialien stammen zum Teil aus Abfällen und Strandgut. Der Altar und das Weihwasserbecken wurden aus Beton geformt.

 

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Italian Chappel von vorne

 

Erstaunlich, was diese Gefangenen aus dem unscheinbaren Gebäude gemacht haben.

 

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Italian Chappel von hinten

 

Domenico Chiochetti bemalte die Kapelle innen auf originelle Weise. Selbst wenn man darin steht, muss man sehr genau hinschauen, um zu sehen, dass die Steine im Gewölbe und im Sockelbereich nicht echt sind.

 

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Kapelle von innen

 

Das Altarbild gestaltete D. Chiochetti nach einem Gemälde von Nicolo Barabino. Die Vorlage stammte von einem kleinen Heiligenbild, das ihm seine Mutter in den Krieg mitgegeben hatte.

 

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Teil des Altarbildes im Chor, daneben Franz von Assisi als Glasfenster

 

In der Kapelle laufen die Vorbereitungen für eine Hochzeit. In einer halben Stunde beginnt die Trauung. Der Küster lädt uns ein von den hinteren Bänken aus der Feier beizuwohnen.
Wir würden uns dabei aber deplatziert vorkommen, deshalb verzichten wir und überlassen den Platz der Festgemeinde.
Auf einer Wiese stehen Heurollen herum und warten auf ihre Endverpackung. Uns gefallen sie so besser als in Plastikfolie eingewickelt.

 

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Heurollen auf der Wiese

 

Kurz vor Stromness sehen wir die Wegweiser nach Ring of Stenness, Ring of Brodgar, Ness of Brodgar und Skara Brae. Diese Kulturgüter aus der Jungsteinzeit zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Staunend stehen wir vor den riesigen, aufgestellten Steinplatten. Unglaublich, dass Menschen diese vor 4500 Jahren aufgerichtet und so gut eingegraben haben, dass heute noch viele davon stehen.

 

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Ring of Stenness

 

Der Ring of Brodgar wurde ca. 2500 Jahre vor Christus errichtet, also rund 500 Jahre vor dem viel berühmteren Stonehenge und kurz nach der Errichtung der grossen Cheopspyramide in Ägypten.

 

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Ring of Brodgar

 

 

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Wozu diese Steinkreise gebaut wurden, ist bis heute nicht klar. Man vermutet, dass sie rituellen Zwecken dienten.

In der Nähe von Skara Brae bleiben wir über Nacht. Die Ausgrabungsstätte wollen wir uns morgen ansehen.
Annette kommt mit Marlene, einer Frau aus Yorkshire ins Gespräch. Diese schwärmt von den Shetland-Inseln, die sie seit Jahren bereise. Als sie hört, dass wir viel Zeit haben, schenkt sie uns kurz entschlossen ihre Strassenkarten von den Inseln. Sie brauche diese nicht mehr, da sie dort jeden Winkel kenne.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Skara Brae

26. Juli 2015

Die alte Siedlung von Skara Brae war ab ca. 3100 v. Ch. während rund 600 Jahren bewohnt. Die runden Häuser wurden von Sanddünen zugedeckt und blieben deshalb lange unentdeckt und gut erhalten. Erst etwa 1850 tauchen nach einem heftigen Sturm erste Fundstücke auf.
Von Archäologen wird Skara Brae als die am besten erhaltene Siedlung der Jungsteinzeit in Europa angesehen. 1999 wurde sie zum UNESCO – Weltkulturerbe erklärt.

 

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Neolithischen Siedlung von Skara Brae

 

Eine Tafel zeigt den „Stadtplan“ dieses Dorfes.

 

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Eines der Häuser wurde komplett nachgebaut. Es besteht aus einem einzigen Raum mit zwei Schlafstätten.
In dem runden Bau aus Schiefersteinen steht in der Mitte ein Herd. Die Bettstellen sind mit Steinen eingefasst. Sogar ein Steintisch und Ablagen in den Wänden fehlen nicht.

 

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So wohnte man vor über 5000 Jahren auf den Orkney-Inseln.

 

Die Schafe interessiert das alles nicht. Wichtig ist nur, dass es genug Gras gibt.

 

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Wir fahren zuerst nach Stromness, wo wir uns über die Fährverbindungen informieren und danach nach Birsay. Dort stellen wir unseren NOBIS so, dass wir die Sicht aufs Meer geniessen können.
Der Weg zur Insel Brough of Birsay ist momentan überflutet, bei Niedrigwasser aber während rund vier Stunden begehbar.

 

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Abendstimmung bei Birsay

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Brough of Birsay

27. Juli 2015

Kurz nach zehn Uhr spazieren wir trockenen Fusses auf die Insel Brough of Birsay. Der Übergang ist betoniert und liegt bei Hochwasser unter dem Meeresspiegel.

 

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Brough of Birsay

 

An den Kanten der Klippen lassen sich die Möwen vom Wind tragen. Sie gleiten im Abstand von wenigen Metern an uns vorbei.

Der Fels besteht aus Sedimentgestein. Die Schichtung ist an den Kanten schön zu sehen. Man erkennt auch, wie das weichere Gestein schneller erodiert.

 

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Tief unter uns holt ein Fischer vom Boot aus Hummer und Krebse aus den Fallen, die er gestern gesetzt hat.

 

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In eine enge Bucht kann man hinunterkraxeln. Dort entdeckten wir den kuriosen Stein mit dem Fischgesicht.

 

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Steinfisch

 

Nach der Umrundung dieser kleinen Insel kehren wir rechtzeitig zurück. So bleibt noch Zeit die Schönheit des Seetangs zu bewundern, der bald wieder im Meer verschwinden wird.

 

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Blasentang (Fucus vesiculosus)

 

 

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Meerestrilogie

 

Am Kiesstrand hat ein Mädchen dieses harmonische Steinmännchen gebaut.

 

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Wir bleiben nochmals eine Nacht an diesem schönen Platz und können am Abend zwei Robben beobachten, die in der Bucht herumschwimmen.

Link zur Wanderung Brough of Birsay: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Heute keine Fahrt auf die Shetland-Inseln!

28. Juli 2015

In Kirkwall wollen wir bei Northlink Ferries eine Fahrkarte für die Fähre nach Lerwick auf den Shetland-Inseln kaufen. Doch heute Abend hat es keinen Platz mehr für unseren NOBIS und ohne NOBIS gehen wir nirgendwohin! Deshalb buchen wir für übermorgen.
Wir spazieren kurz durch die Einkaufsstrasse, dann haben wir schon wieder genug von der „grossen Stadt“ und fahren nach Hobbister.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Rerwick Head und Mull Head

29. Juli 2015

Am Morgen ist es draussen garstig nasskalt. Das Thermometer zeigt nur unwesentlich über 10° C.
Wir fahren zum Rerwick Head. Die verfallenden Betonbauten, wahrscheinlich Verteidigungsanlagen aus dem 2. Weltkrieg, lassen wir links liegen. Dafür kraxeln wir mit viel Begeisterung auf den Felsplatten herum und beobachten das vielfältige Leben in den kleinen Tümpeln zwischen den Felsen. Jeder eine Welt für sich.
Das Wetter ist extrem wechselhaft, Regen-Sonne-Schauer, was bleibt, ist der kräftige, kalte Wind.

 

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Aus solchen Steinplatten wurden wohl einst die Steinkreise gebaut.

 

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Seepocken (Balanidae)

 

 

 

 

 

 

 

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Blasentang (Fucus vesiculosus)

 

 

 

 

 

 

 

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Seeanemone, genauer: Pferdeaktinie (Actinia equina) über dem Wasser

 

 

 

 

 

 

 

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Pferdeaktinie (Actinia equina) im Wasser

 

 

 

 

 

 

 

Es ist verblüffend, den Seeanemonen (die übrigens zu den Tieren zählen) im Wellenspiel zuzuschauen. Im Wasser strecken sie ihre Arme strahlenförmig aus. Sobald sich die Welle zurückzieht und die Anemonen aus dem Wasser ragen, stülpen sie die Tentakel ein oder legen sie so an, dass ein leuchtendrotes, glänzendes, wabbeliges Ding auf dem Stein liegt.
Nachdem wir uns sattgesehen haben, fahren wir zum Mull Head.

 

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Landschaftsbild von unterwegs

 

Am Mull Head wandern wir etwa zwei Stunden der Küste entlang und geniessen die raren Sonnenstrahlen und den Blick über bizarre Felsen auf das tiefblaue Meer.

 

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Steilküste am Mull Head

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung am Mull Head: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Nachtfähre: Kirkwall – Lerwick

30. Juli 2015

Das Wetter ist heute beständiger und es ist merklich wärmer geworden. (Anmerkung für Sommerfans, wir sprechen hier von 15° C! … immerhin im Plusbereich 🙂 )

Wir finden heraus, dass man in der Busstation von Kirkwall Internetanschluss hat, einen wackligen zwar, aber immerhin. Wir holen unsere Hocker aus dem Wohnmobil und installieren uns am einzigen Tisch in der Wartehalle. Eine Steckdose liefert gleich noch den benötigten Strom, sofern man den passenden Adapter hat. Den haben wir natürlich – gut ausgerüstet wie wir sind – dabei.

 

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Kirkwall

 

Am Abend fahren wir auf den Wideford Hill, einen nahen Hügel, wo wir unser Abendbrot essen. Wir geniessen den Blick über Kirkwall und die vorgelagerten Inseln und Halbinseln.

Wir freuen uns riesig auf die Shetland-Inseln. Die Fähre soll heute um 23:45 Uhr in Kirkwall ablegen und morgen früh um 7:30 Uhr in Lerwick eintreffen.

Es bleibt also noch Zeit in aller Ruhe den Sonnenuntergang zu geniessen, der unsere Vorfreude noch steigert.

 

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Abendstimmung bei Kirkwall

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

31. Juli – 2. September 2015

Karte zu unserer Reise durch Grossbritannien: (Shetland-Inseln)                         (31. Juli – 2. September 2015)

 

Unst

31. Juli – 6. August 2015

Heute ist der letzte Tag im Juli. Wir sind die Nacht hindurch mit der Fähre die knapp 200 km von den Orkney- auf die Shetland-Inseln (von Kirkwall nach Lerwick) gefahren. Gleich nach der Ankunft stellen wir das WoMo auf einen Parkplatz und kehren auf die Fähre zurück. Dort gönnen wir uns eine üppiges englisches Frühstück mit Würstchen, Black Pudding, Tomaten, Rührei, gebratenem Speck, heissen Champignons, Bohnen an Tomatensauce, Toast, Gipfeli, Pancakes, Müesli, Orangen-Grapefruitsalat, Kaffee und Tee!
Danach fahren wir nach Lerwick. Im Tourist-Centre sind die beiden Angestellten ziemlich überfordert und wir müssen lange warten bis wir zu unseren Infos kommen.
Wir wollen nach Unst, die nördlichste bewohnte Shetland-Insel, reisen.
Im Fährhafen Toft sucht Annette ein Ticket-Office, um Informationen über die Fährpreisen und das Mehrfahrten-Abo einzuholen, das es geben soll, doch leider gibt es hier keinen Fahrkarten Schalter. Sie erkundigt sich bei einem Angestellten, der auf einer Leitplanke sitzt. Dieser meint, wir könnten bei ihm eine 10-Fahrten-Karte kaufen, auch wenn diese nur für Fahrzeuge bis 5.50 Meter gültig ist, unser Fahrzeug (5.99 m) sei ja nicht viel länger.
Kurz entschlossen rollen wir auf die Fähre und kaufen dort das Abo, mit dem man fünf verschiedene Inseln besuchen kann. Unsere Rechnung: Fünf Inseln hin und zurück gibt genau die zehn Fahrten – da sparen wir eine Menge Geld. Beim Bezahlen erklärt uns der freundliche Matrose zudem, dass die erste Fahrt gratis sei.
In Ulsta angekommen durchqueren wir die Insel Yell und in Gutcher nehmen wir die Fähre nach Belmont.

(Übrigens, wer sich darüber ärgert, dass in diesem Beitrag viel Text und bisher keine Bilder vorkommen, der wird sich noch wundern, wenn er weiter scrollt!)

Link zur Strecke vom 31. Juli. 2015:

Unst ist eine kleine Insel (120 km2) mit ca. 600 Einwohnern.
Wir fahren weiter nordwärts bis nach Hermaness, wo wir in der Nähe des Visitor-Centres insgesamt fünf Nächte verbringen werden. Dazwischen fahren wir für eine Nacht auf den Campingplatz in Uyeasound, wo wir duschen, Kleider waschen und unseren Frischwassertank füllen.
Von Hermaness aus erkunden wir die überschaubare Insel.

Am nächsten Tag klart das Wetter nach dem Mittag auf, und wir wandern hoch durch das Moor zu den Klippen.
Was wir dort sehen, verschlägt uns beinahe den Atem: Papageientaucher! … viele Papageientaucher!!! … endlich … doch noch!

 

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Papageientaucher (Fratercula arctica)

 

Die Puffins, wie sie hier heissen, graben mit ihren scharfen Krallen Höhlen in den Boden, worin sie ihre Eier legen und ausbrüten. Manchmal besetzen sie auch einen Kaninchenbau.

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Oh, ein Kaninchen! Vielleicht gibt es hier eine Gratishöhle?

 

 

 

 

 

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Schau, da fotografiert einer. Vielleicht kommen wir ins Internet und die ganze Welt wird uns sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Puffin beim Nestbau

 

 

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Papageientaucher mit dem Schnabel voller Sandaale

 

Wir sind begeistert. Wir können den putzigen Vögeln zuerst beim Bau ihrer Höhle zusehen, die Erde spritzt jeweils in hohem Bogen aus dem Loch. Wenige Tage später beobachten wir wie Puffins, den Schnabel voll mit kleinen Fischen, in ihre Höhlen eilen.

Doch auch ein kleines Kaninchen ist wenig scheu und posiert scheinbar für den Fotografen.

 

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Kaninchen-Model vor dem Meer

 

Nicht nur die Tierwelt, auch die Landschaft ist atemberaubend.
Die Felsen im Meer sind weiss von Vögeln und ihrem Kot. Auf einem der Felsen grüsst der Leuchtturm Muckle Flugga.

 

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Blick auf einige Vogelinseln und Muckle Flugga

 

Wir wandern der Küste entlang südwärts.
Vom Meer her ertönt ein vielstimmiges Geschrei: eine grosse Kolonie von Basstölpeln brütet da in den steilen Felsen auf schmalen Felsbändern.

 

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Es stinkt übel. Aber die eleganten Vögel beeindrucken durch ihre Flugkünste, ihren edlen Körperbau mit blauen Augen, den blauen und schwarzen „Lidschatten“.
Die Küken sehen zum Teil aus wie flaumig frisierte, weisse Pudel. Auch hier verbringen wir viel Zeit mit Fotografieren und Staunen….
Sie halten beim Nisten den Abstand so, dass keiner den Nachbarn picken und ärgern kann. Dadurch entstehen geometrische Muster auf den Felsen.
Die Küken sind zuerst flauschig weiss. Später wachsen ihnen schwarzgraue Federn und erst nach vier bis fünf Jahren tragen sie ihr einzigartig schönes Federkleid.

 

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Basstölpel (Morus bassanus)

 

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Die Basstölpel legen ihr Ei zum Brüten auf die Flossen.

 

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Flauschiges Küken

 

 

 

 

 

 

 

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Jungvogel im dunkelgrauen Federkleid

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eleganter Flieger

 

Die Basstölpel stürzen sich zum Fischen aus bis zu 45 Metern Höhe ins Meer und können bis zu 25 Meter tief tauchen. In ihrem Sturzflug winkeln sie die Flügel erst eng an den Körper an (so sehen sie aus wie eine Rakete und können noch etwas steuern) und kurz vor dem Eintauchen pressen sie sie ganz an ihren Körper. Sie tauchen mit bis zu 100 km/h ins Wasser ein und haben, damit sie dabei keinen Schaden nehmen, viel stärkere Schädelknochen als andere Vögel.

Auf dem Rückweg beobachten wir eine weitere Vogelart: die grosse Raubmöwe (Skua). Skuas fischen nicht selber, sondern jagen anderen Vögeln ihre Beute ab. Sie brüten in der offenen Heide. Wenn man ihren Nestern zu nahe tritt, drohen sie mit Schreien und heftigem Flügelschlagen. Falls man diese Warnung zu wenig ernst nimmt oder nicht bemerkt, scheuen sie sich nicht auch Menschen mit Sturzflugattacken zu erschrecken.
Annette könnte dazu Näheres erzählen!

 

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Skua (Stercorarius skua)

 

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Junger Skua

 

 

 

 

 

 

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Nun ist es ratsam sich zurückzuziehen!

 

 

 

 

 

 

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Skua im Flug

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben aber nicht nur Augen für die imposanten Vertreter der Vogelwelt, sondern erfreuen uns auch an kleineren, unscheinbaren Vögeln.

 

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Junger uns unbekannter Vogel

 

Ein anderer Ausflug führt uns an der wohl berühmtesten Bushaltestelle der Welt vorbei. Sie besitzt sogar eine eigene Homepage.
Dieses liebevoll gestaltete Bushäuschen liegt in der Nähe von Baltasound und wird jedes Jahr nach einem neuen Thema dekoriert. 2015 sind es die Papageientaucher. Es liegen dort Fach-, Bilder- und Kinderbücher auf, in denen man mehr über diese Vögel erfahren kann.
Eine Auswahl an früheren Themen: Nelson Mandela, Unterwasser, Thronjubiläum von Queen Elizabeth, die gute alte Zeit, Blau, Fussball-WM, Gelb und noch viele mehr. Ein Blick auf die Seite lohnt sich!
Link zur Bushaltestelle:

 

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Weltberühmte Bushaltestelle auf Unst

 

Danach fahren wir weiter auf den Saxavord Hill. Auch hier wird, wie überall auf den Shetland-Inseln, Torf gestochen. Da es auf den Inseln kaum Wald gibt, dienen die Torfziegel als Brennstoff. Die Grasnarbe wird zuerst sorgfältig entfernt und nach dem Torfstechen wieder auf die nackte Erde gelegt, um zu verhindern, dass der Boden erodiert.

 

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Zum Trocknen aufgestellte Torfziegel

 

Auf dem Spaziergang an die Steilküste bestaunen wir wieder die Flugkünste der verschiedenen Vögel.
Muckle Flugga, der einsame Leuchtturm, strahlt weiss in der Sonne.

 

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Muckle Flugga

 

Danach fahren wir nach Skaw. Hier steht das nördlichste bewohnte Haus in Grossbritannien. An dem Bauernhof finden wir die schmucke Türe zu einem Nebengebäude als Fotosujet geeignet.

 

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Ein anderer Ausflug bringt uns nach Keen of Hamar. Von weitem gesehen ist dieser Hügel eine vegetationslose Geröllwüste. So soll die Erde ausgesehen haben, als sich die Gletscher der letzten Eiszeit vor rund 10`000 Jahren zurückzogen.
Bei der Kollision der amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatten vor ca. 420 Mio. Jahren wurde eine Gesteinsschicht emporgehoben, die sich sonst rund 35 km unter der Erdoberfläche befindet. Bis heute herrscht hier ein Mangel an Stickstoff, Kalium und Phosphor. Dafür kommen Nickel und Chrom in erhöhten Mengen vor. Ausserdem kann Regenwasser kaum gespeichert werden. Nur wenige Pflanzen können sich an diese Bedingungen anpassen.

 

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Keen of Hamar

 

Beim genaueren Hinsehen entdeckt man unzählige Pionierpflanzen, die sich in dieser unwirtlichen Umgebung behaupten.

 

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Am 6. August fahren wir mit der Fähre von Belmont nach Hamars Ness, das auf der Insel Fetlar liegt.

Link zu den Strecken auf Unst vom 1. – 6. August 2015:

Link zur Wanderung vom 1. August (von Hermaness zu den Vögeln): Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zu den Spaziergängen vom 2. August (von Saxaford Hill und von Skaw aus): Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Fetlar

6. – 8. August 2015

Auf der kleinen Insel Fetlar (0.04 km²) leben rund 60 Einwohner, viele Schafe und einige Shetlandponies.
Bei uns kennt man eher die Shetland-Ponies als die Shetland-Inseln. Deshalb für alle Liebhaber dieser kleinen Pferderasse einige Bilder.

 

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Diven scheint es auch unter den Shetland-Ponies zu geben

 

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Wir fahren auf der engen Strasse über die Insel. Die Fahrspur ist etwa 2.50 m breit. Wie auf den anderen Inseln gibt es bei diesen schmalen Strassen immer wieder Ausweichstellen, auf die man fahren kann, um kreuzende Fahrzeuge vorbeizulassen. Die Shetländer sind ausserordentlich freundliche Menschen. Sie fahren jeweils bei der erstbesten Gelegenheit auf diese Passing Places, auch wenn zwischen ihren und unserem Fahrzeug noch zwei weitere Ausweichstellen liegen. Dass man beim Kreuzen jeweils freundlich winkt, gehört ebenfalls dazu.
Auf ganz Fetlar gibt es eine einzige Stelle, die zweispurig ausgebaut ist. Diese ist ca. 100 Meter lang und führt über eine unübersichtliche Kuppe.

Unterwegs entdecken wir dieses originelle Hühnerhaus an der Strasse, das dem Eierverkauf dient. Man nimmt sich die benötigten Eier und legt das Geld in die bereitliegende „honesty box“ (auf Deutsch: Ehrlichkeitsdose. Ist das nicht schön?)

 

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Die Eier schmecken übrigens sensationell lecker und die Dotter sind dunkelgelb bis orange. Wir haben schlussendlich drei Schachteln davon gekauft und meinen, dass sich schon für dieses Naturprodukt eine Reise nach Fetlar lohnt.
Wir übernachten zweimal auf dem Parkplatz am Loch of Funzie.
Von hier gelangen wir nach einem kurze Spaziergang zum Vogelbeobachtungshäuschen „Hide am Loch of Funzie“. Hier sollen die sehr seltenen Odinshühnchen brüten. Doch wir sind für einmal zu spät. Die Vögel scheinen weitergezogen zu sein. Im Beobachtungsbuch, das aufliegt, sehen wir, dass die letzten vor drei Tagen gesehen worden sind.
Aber da Beat immer etwas zum Fotografieren findet, hier zwei Wasserpflanzen vom Teich. Nicht so selten, aber auch schön … oder?

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Eine Wanderung von Everland aus bringt uns über Moor und Heide zum „Round House at Gruting“.

 

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Mauern werden auf den Shetland-Inseln mit solchen Treppen überwunden.

 

Plötzlich fliegt ein Vogel nervös pfeifend aus dem Gras auf und davon. Beat, der beinahe auf ihn getreten wäre, bleibt stehen und schaut genauer hin. Im Gras, gut getarnt, sitzen drei Küken, die sich nicht bewegen und keinen Ton von sich geben. Schnell ein Foto gemacht und dann wieder weiter, damit die Skuas nicht darauf aufmerksam werden. Die Raubmöwen jagen nicht nur anderen Vögeln die Beute ab, sondern fressen auch deren Eier und Jungvögel.

 

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Uns unbekanntes Küken

 

Das „Round House“ war wohl ein herrschaftliches Anwesen, Säulen und ein eleganter Rundbau weisen darauf hin. Es wurde für Sir Arthur Nicolson erbaut, einen tyrranischen Earl von Fetlar. Dieser zwang die Kleinbauern der Inseln ihre Höfe, Gärten und Häuser aufzugeben und umzuziehen, um mehr freie Weidefläche für seine Schafe zu erhalten.
Das runde Haus habe er aus den Steinen der verlassen Bauernhäusern erstellen lassen, aber nicht eine Nacht darin schlafen können, da es von den Seelen der Vertriebenen verflucht war.

 

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Ruine des verfluchten Round House at Gruting

 

 

 

 

 

 

 

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Verlassener Bauernhof

 

 

 

 

 

 

 

 

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Abendstimmung am Wick of Gruting

 

 

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Fotografiert, nicht gemalt!

 

Eine andere Rundwanderung führt ab der Fährstation zuerst dem Meer entlang und dann über das Landesinnere zurück. Wir sehen im Meer einen Fischotter, der genüsslich einen grossen Fisch verspeist. Leider ist das scheue Tier so weit draussen, dass wir es nur mit dem Fernglas beobachten können. Es ist trotzdem eindrücklich einem freilebenden Otter beim Fressen zuzuschauen. Es soll auf den Shetlandinseln viele dieser sehr scheuen Tiere geben und nur wenige Touristen, die sie sehen.

 

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Bächlein auf Fetlar

 

Am 8. August wandern wir um die Halbinsel Funzie Ness. Dabei können wir einen Fischer beobachten, der vom Boot aus seine Hummerfallen leert. Einige grosse Exemplare behält er im Boot, die kleineren und andere Krebsarten wirft er zurück ins Meer.

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Annette verfolgt die „Hummerernte“.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Stück weiter entdecken wir dieses riesige Loch im Felsen. Wie das wohl entstanden ist?

 

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An der Südspitze, am „Da Snap“, haben wir doch noch „Vogelglück“. Wir sehen ein Paar Sterntaucher, ebenfalls eine seltene Vogelart.
Nicht nur ihre rote Kehle, die fleckenlos grauen Seiten und der gestreifte Nacken lassen sie sonderbar aussehen. Sie liegen auch noch sehr tief im Wasser.

 

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Sterntaucher (Gavia stellata)

 

 

 

 

 

 

 

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Erstaunt und erfreut darüber, was uns diese kleine Insel zu bieten vermochte, fahren wir am Nachmittag mit der Fähre auf die Insel Yell.
Auf der Fähre will niemand unsere Tickets einziehen. Deshalb schauen wir diese genauer an und sehen erst jetzt, dass wir ein Abonnement mit Rückfahrkarten gekauft haben. Wir werden folglich nicht acht unserer Zehn-Fahrtenkarte benötigen, sondern lediglich vier. Man kann auch teuer sparen. 🙂

Link zu den Strecken auf Fetlar vom 6. – 8. August 2015:

Link zur Wanderung vom 6. August (von Everland aus): Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur Wanderung vom 7. August (von Hamars Ness aus): Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur Wanderung vom 8. August (vom Loch of Funzie aus): Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Yell

8. – 13. August 2015

Yell ist eine 212 km² grosse Insel mit knapp 1000 Einwohnern.
Hier wollen wir nordwärts nach Breckon fahren. In Cullivoe entdeckt Annette neben einem Recycling-Point einen Wasserschlauch. Wir schauen uns die Sache genauer an: es scheint eine Art Stellplatz zu sein inkl. Wasser, Entsorgung und Strom.
Hier übernachten wir die nächsten drei Nächte und profitieren von dem Gratisangebot der Gemeinde. Thanks a lot!
Natürlich sammeln wir, wie überall, wo wir kostenlos stehen, zum Dank herumliegende Abfälle ein. Zudem kaufen wir hier im kleinen Dorfladen ein.

Am nächsten Morgen fahren wir zurück nach Gutcher an den Fährhafen. Hier gibt es guten Internetempfang und wir arbeiten den ganzen Tag an unserem Reiseblog.

Beim Ausflug an die Breckon Beach finden wir einen traumhaften Strand vor. Es ist einer der Strände, die in Schottland mit dem „Rural Seaside Award“ zertifiziert sind.

 

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Breckon Beach

 

Es ist relativ kühl (ca. 15° C). Ausser uns ist nur noch eine Familie hier. Die Frau spricht uns auf die bunte Karte auf unserem NOBIS (siehe Jubiläumsbeitrag von 26. Mai 2015) an und meint, dass da die Shetlandinseln fehlen würden.
Tatsächlich sind weder die Orkney- noch die Shetland-Inseln vom Herausgeber vorgesehen, aber da wir nun schon zum wiederholten Male darauf angesprochen werden, beschliesst Annette diese bei Gelegenheit selber noch auszuschneiden und aufzukleben.
Vorerst geniessen wir aber den schönen Strand und die Strandläufer, die gemeinsam im Sand nach Essbarem stochern.

 

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Strandläufer (Calidris)

 

Von der Breckon Beach aus wandern wir weiter um den Hill of Breckon.

In der benachbarten Bucht sehen wir zuerst von ferne fünf Delfine und später eine Gruppe von ca. zehn Seehunden.

 

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Seehund beim Sonnenbaden

 

Auch auf Yell sind, wie auf allen Shetland-Inseln, die Schafe omnipräsent. (Interessanterweise gibt es aber in den Läden kaum Lammfleisch zu kaufen.) Meist sind sie die Tiere sehr scheu und ergreifen die Flucht, auch wenn man noch weit von ihnen entfernt ist.

 

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Schafböcke auf Yell

 

Auf einer Landzunge nördlich von Kirks, hoch über dem Meer stossen wir auf eine Hütte. Wir treten von hinten heran, nähern uns dem Fenster, schauen hinein und erschrecken! Drinnen sitzt ein Mann am Telefon.

 

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Erst auf den zweiten Blick erkennen wir, dass es sich um eine Wachsfigur handelt. Kompliment, super gemacht!

Es handelt sich um einen Ausblick, der früher einmal gebraucht wurde. Wofür, haben wir nicht herausgefunden. Ein mit Schreibmaschine getippter Brief, in dem bemängelt wird, dass diese Beobachtungsstationen nicht seriös genug betrieben werde, liegt auf dem Tisch, doch leider ist nur das oberste Drittel lesbar.
Annette setzt sich auf die Bank vor der Beobachtungsstation und hilft dem Mann am Telefon diese Scharte auszuwetzen.

 

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Nachdem wir dem gescholtenen Mann längere Zeit geholfen haben, wandern wir weiter nach Kirks und von da auf der Strasse über Gloup zurück nach Breckon zu unserem NOBIS.

 

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Rechts liegt Kirks und links Gloup

 

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Blick auf Kirks

 

Natürlich gibt es auch hier Vögel und natürlich muss auch einer davon fotografiert werden.

 

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Wiesenpieper (Anthus pratensis) mit „Nägeln“, die zu einer Pediküre gehörten

 

Am nächsten Tag fahren wir weiter an den Hafen von Burravoe, wo es einen Stellplatz mit originellem Häuschen gibt. Als Dach wurde ein Boot verkehrt herum aufgesetzt. Wir wollen hier zwar nicht übernachten, doch für die Dusche sind wir gerne bereit ein Pfund auszugeben.

 

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Ökonomiegebäude am Stellplatz in Burravoe

 

Zum Schlafen folgen wir einer Naturstrasse ins Inselinnere und stellen uns in der Nähe von Arisdale mitten ins Nirgendwo. Zugegeben, einige Schafe weiden schon in der Nähe.

Am nächsten Tag besuchen wir die „White Wife“ (weisse Frau). Diese Galionsfigur steht am Meeresarm bei Otterswick. Sie stammt von einem Schiff, das am 23. April 1924 durch einen Navigationsfehler des Kapitäns auf Grund lief und sank.
Im September 1924 wurde die Galionsfigur angeschwemmt und später zum Gedenken an das Unglück aufgestellt.

 

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White Wife und Red Wife

 

Auf dem Rückweg entdecken wir einen Fischotter. Der Wind steht günstig und so bemerkt uns das überaus scheue Tier nicht sofort. Doch etwas lässt ihn aufhorchen und er verschwindet blitzschnell in seiner Höhle.
Wir sind stolz, dass es wenigstens für ein Foto gereicht hat.
Ein Einwohner von Yell erzählt uns später, dass jedes Jahr Touristen extra auf die Shetlandinseln kämen, um Otter zu sehen, da es hier viele davon gäbe. Die meisten würden jedoch wieder abreisen ohne auch nur ein einziges Tier gesehen zu haben.
… wir sind noch stolzer!
Das dürfen wir doch sein, otter?

 

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Der Otter (Lutra lutra) von Otterswick

 

Auf dem Weg nach Ulsta, sehen wir IHN, den berühmten Löwen im Schafspelz! Dass es sich bei diesem gefährlichen Tier nicht um einen Wolf handeln kann, wie das Sprichwort behauptet, sieht jedes Kind auf den ersten Blick. Solche Mähnen haben nur Löwen!

 

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Brüllender Löwe im Schafspelz

 

Auf den Shetland-Inseln werden die Schafe selten geschoren. Die alte Wolle fällt mit der Zeit stückweise selber ab und so hängen ihnen häufig noch ganze Fetzen am Leib.
Ein weiteres Tier, das wir noch nie gesehen haben, wird Ziel unserer Neugier. Ein Schafbock mit vier Hörnern. Leidet das arme Tier an einem Gendefekt? fragen wir uns.

 

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Jakobschaf

 

Nein, weiss Wikipedia zu berichten:
„Das Jakobschaf (auch Jacobschaf, Vier- oder Mehrhornschaf) ist ein vermutlich aus Kleinasien stammendes, heute in Großbritannien verbreitetes Schaf. Es hat seinen Namen aus der Bibel, laut der der Hirte Jakob für seine Herde die gefleckten Tiere bekam (1. Moses 30,25-43) bzw. diese züchtete.
Das besondere am Jakobschaf sind die meist vier Hörner und das gefleckte Fell. …“

In Ulsta bleiben wir über Nacht.
Am nächsten Tag fahren wir nach West Sandwick, auch hier soll es Otter geben.
Wir spazieren dem Meeresarm entlang, aber einen Treffer im Lotto gibt es nicht jeden Tag.

Dafür entdecken wir eine luftige Figur mit zwei Augen. Hier wurde einst der Viehdraht angehoben und über den Weg gespannt.

 

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Gespenst aus Draht und Isolatoren, gehalten von einem Pfahl

 

Wir geben zu, es braucht viel Phantasie das Gespenst zu sehen, darum hier etwas Konkreteres, eine ehemalige Kapelle, die zum Wohnhaus umgebaut wurde.

 

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Wohnen in einer ehemaligen Kapelle

 

Weiter geht´s an die Sandwick Beach. Auch diese ist ausserordentlich sauber und schön und wurde mit dem Rural Seaside Award prämiert.

Seitlich des Sandstrandes kleben bunte Meeresschnecken an den Felsen.

 

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Und am Rande der Bucht erfreuen blühende und verblühte Blumen das Auge.

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Strand-Grasnelke (Armeria maritima)

 

 

 

 

 

 

 

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Nun geht’s zurück nach Ulsta, um von dort mit der Fähre nach Toft auf Shetlands Mainland zu fahren.
Hier noch zwei für diese Inseln typische Landschaftsbilder.

 

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Wir hoffen, mit diesem langen Beitrag niemanden gelangweilt zu haben und versuchen uns das nächste Mal kürzer zu fassen. 😉

Link zu den Strecken auf Yell vom 8. – 13. August 2015:

Link zur Wanderung vom 10. August (von Breckon aus): Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Schafe, Lachs und Öl

13. August 2015

Am Nachmittag kehren wir mit dem Schiff von der Insel Yell auf das Mainland Shetlands zurück. Am Fähranleger in Toft versuchen wir die überzähligen Fahrkarten unseres Abos zu verkaufen. Deshalb fragen wir ein Paar, das im Auto wartet, ob sie Tickets für die Fähre bräuchten. Sie wohnen auf Yell und fahren öfter auf Mainland. So werden wir alle unsere ungenutzten sechs Rückfahrt-Tickets auf einen Schlag los und das Sparen hat sich doch noch gelohnt, für uns aber auch für unsere Käufer.

Auf Mainland fotografieren wir Beispiele von drei wichtigen Wirtschaftszweigen Shetlands: Schaf- und Lachszucht sowie Erdölförderung.

 

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Junges Lammböcklein

 

Mit Schafen werden die hier vorherrschenden Heide- und Moorlandschaften extensiv beweiden und so schonend genutzt.

 

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Neugieriger Schafbock

 

Die Lachszucht ist aus den Fjorden Shetlands nicht mehr wegzudenken. Immer wieder trifft man auf diese runden Zuchtkäfige.
Wir beobachten wie neue Lachszuchtanlagen von Booten an ihre Bestimmungsorte geschleppt werden.

 

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Ein Motorboot schleppt die Lachs-Zuchtkäfige durch den Fjord.

 

Wirtschaftlich lukrativer ist die Erdöl und Erdgas-Gewinnung. Das „schwarze Gold“ wird in der Nordsee gefördert und dann mittels Pipelines nach Sullom Voe transportiert. Hier werden Öl und Gas vom Wasser getrennt, die Energiestoffe gelagert und minderwertiges Gas abgefackelt. Auf dem 104 Meter hohen Flare Stack brennt deshalb Tag und Nacht ein Feuer.

 

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Flare Stack von Sullom Voe

 

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Öl- und Gastanks in Sullom Voe, im Vordergrund mögliche Endverbraucher

 

Der Hafen von Sullom Voe ist der grösste Umschlagplatz von Erdöl in ganz Europa.

Wir hatten ja auf der Insel Yell das Glück einem der scheuen Fischotter so nahe zu kommen, dass wir ihn fotografieren konnten. Dass es aber Touristen geben soll, die extra wegen diesen Tieren den weiten Weg auf die die Shetland-Inseln auf sich nehmen und dann keinen einzigen sehen, finden wir schade.
Für diese Pechvögel hier ein Tipp:
Auf unserem Weg in den Bezirk North Mavine entdecken wir auf einer Landenge kurz nach Brae einen Ort, wo jedermann jederzeit einen Otter fotografieren kann. Für Hobbyfotografen, die nicht wissen wie dieses Tier aussieht, haben es die netten Shetländer extra noch beschriftet.

 

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Ein Otter ist ein Otter, otter etwa nicht?

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Dauerregen

14. August 2015

Wir sind gestern auf den Collafirth Hill gefahren, weil wir von hier den höchsten Berg Shetlands, den Ronas Hill, bezwingen wollen. Doch der Nebel hängt tief und es regnet unaufhörlich.
Deshalb fahren wir nach Hogaland zum Einkaufen. Die Frau im Laden tröstet uns: das Wetter solle morgen besser werden – mal sehen.
Wir gondeln an das Nordende von Mainland, nach Isbister und dann nach Sandvoe. Die Strasse würde als Kiesweg noch etwas weiterführen, aber das Wetter motiviert nicht zum Spazierengehen. Wir suchen einen hübschen Platz, werden aber auch in Northgardin nicht fündig. Deshalb kehren wir zurück auf den Collafirth Hill.
Der Regen nimmt zu. Es ist windig und saukalt (8° C Mitte August!) Die Stimmung sinkt. Wir schalten die Heizung ein.
Ein Tag zum Vergessen!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Telefonanruf nach Neuseeland

15. August 2015

Es regnet noch immer und der Ronas Hill versteckt sich im Nebel. Wir fahren zum Fähranleger von Laxo. Vielleicht gibt es dort Internet-Empfang?

Bei einer der einsamen Telefonkabinen, die man hier immer wieder antrifft, halten wir an. Beat steigt aus, geht zur Kabine und hört gerade noch die Worte: „Also, ich muss aufhängen, es kommt jemand. Grüss mir herzlich deinen Bock und die ganze Familie da unten in Neuseeland!“
(Wir bitten um Entschuldigung, wenn der Wortlaut nicht genau so war. Beats Englischkenntnisse sind halt nicht gerade die Besten und dann noch dieser Akzent! 😉 )

 

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Telefonat mit Neuseeland

 

In Laxo finden wir wirklich ausgezeichneten Internetempfang vor, der jeweils nur gestört wird, wenn eine Fähre an- oder ablegt. Deshalb bleiben wir gleich über Nacht und nutzen zudem den Stromanschluss im Warteraum.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf den Ronas Hill

16. August 2015

Heute scheint die Sonne, der Dauerregen ist vorbei. Wir kaufen in Brae ein. Die Verkäuferin fragt nach unseren Plänen für diesen schönen Tag. Sie freut sich, dass wir auf den Ronas Hill wandern wollen. Sie legt uns mehrmals ans Herz, ja Sonnencrème aufzutragen, die Sonne in den Bergen sei stärker als man meine, man merke es wegen der Höhe kaum. Der Gipfel liegt auf 450 m.ü.M. …

Am Collafirth Hill starten wir. Die Hügel sind alle mit rötlichen Steinen bedeckt. Die märchenhafte Landschaft sieht aus, wie wenn jemand Streusel darüber gestreut hätte.

 

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Heideseelein am Collafirth Hill

 

Es gibt keinen markierten Weg hinauf. Jeder wählt seine eigene Route. Unser Ziel ist es, trotz einiger feuchter Moore, die man queren oder umgehen muss, ohne nasse Füsse den „Gipfel“ zu erreichen.

Auf dem runden Ronas Hill ragt ein Steinhügel in den Himmel. Es handelt sich um eine Grabkammer aus der Bronzezeit.
Der höchste Punkt ist mit einer runden Mauer gekennzeichnet. Hier befindet sich auch eine Metallkiste mit dem Gipfelbuch. Wir sehen, dass vor uns noch keine „Switzerländer“ diesen Berg erklommen haben.

 

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Grabhügel aus der Bronzezeit auf dem Ronas Hill

 

 

 

 

 

 

 

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Annette trägt uns ins Gipfelbuch ein.

 

 

 

 

 

 

 

Wir geniessen trotz des kalten Windes die Aussicht und den Sonnenschein. Erstmals seit Tagen scheint die Sonne länger als nur eine halbe Stunde am Stück.

 

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Blick vom Ronas Hill

 

Wenn man zu müde ist, um in die Ferne zu schauen, findet man auch in der Nähe schöne Objekte.

 

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Detail vom Ronas Hill

 

Wir wandern in einer grossen Schleife zurück.
Plötzlich bleibt Annette stehen, bückt sich und hält einen Pfifferling in der Hand. Das hätten wir auf Shetland zuletzt erwartet. Obwohl wir solche Pilze bereits in Schottland im Naturreservat Forvie in den Dünen gefunden haben, glaubten wir noch immer: ohne Wald, keine Pfifferlinge.
Wir sammeln und putzen etwa zwei Stunden lang diese sehr kleinen und sandigen Dinger. Für LeserInnen, die es gerne genau haben: wir finden 285 Gramm.

 

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Pfifferlinge putzen im kalten Wind

 

Keine Frage, was es zum Abendbrot gibt. Die Pfifferlinge schmecken vorzüglich, einzig die Sandkörner, die sich noch in ihnen versteckt haben, beeinträchtigen den Genuss.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur heutigen Wanderung auf den Ronas Hill: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Eshaness Lighthouse

17. August 2015

Wir bleiben nochmals eine Nacht auf dem Collafirth Hill und werden am nächsten Morgen wieder vom Sonnenschein geweckt. Heute liegt weniger Feuchtigkeit in der Luft und die Sicht ist dadurch besser.

 

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Blick vom Collafirth Hill

 

Wir nutzen das schöne Wetter und fahren zum Leuchtturm von Eshaness.
Dort starten wir zu einer weiteren Küstenwanderung, die sich jedoch von unseren bisherigen unterscheidet. Die Felsen sind hier höher und fallen steiler ins Meer ab. Wir bewegen uns auf einem Hochplateau, und es öffnen sich immer wieder Blicke auf die schroffe Felsküste.

 

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Blick zurück zum Leuchtturm von Eshaness

 

Zurück bei unserem NOBIS bestaunen wir die Felsbrocken auf der Ebene. Die meisten liegen in einem eigenen kleinen Teich. Wurden sie von Menschen so arangiert? Wir wissen es nicht.

 

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Unser Wohnmobil steht neben dem Leuchtturm mit freiem Blick nach Westen auf das Meer. Wir freuen uns auf einen romantischen Sonnenuntergang. Doch leider bedeckt sich der Himmel zunehmend und die Sonne legt sich hinter Wolken schlafen.

 

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Übernachtungsplatz am Eshaness Lighthouse

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur heutigen Wanderung vom Eshaness Lighthouse aus: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Auf, in die Stadt; auf, nach Lerwick

18. August 2015

In der Nacht hat es ergiebig geregnet. Die Wiesen stehen zum Teil unter Wasser und die Bäche laufen voll.
Wir fahren nach Lerwick.

 

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Lerwicks Market Cross

 

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Altstadt von Lerwick

 

 

 

 

 

 

 

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Seitengasse in Lerwick

 

 

 

 

 

 

 

Es ist immer noch regnerisch, doch morgen soll das Wetter besser werden. Wir fahren nochmals an die Fährstation von Laxo, wo wir über Nacht bleiben und den guten WiFi-Empfang und die Steckdose nutzen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Whalsay

19. August 2015

Am Morgen regnet es erst noch, dann drückt sogar kurzfristig die Sonne etwas durch.
Deshalb fahren wir auf die Fähre und auf die Insel Whalsay.
Ein Fährangestellter erzählt uns begeistert, dass er auf der vorletzten Fahrt einen „Basking Shark“ (Riesenhai) gesehen habe. Er zeigt uns das Filmchen, das er auf dem Handy gespeichert hat.
Wir stehen die ganze Fahrt draussen und sehen tatsächlich eine Haifischflosse, die weit entfernt mehrmals auftaucht.

 

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Überfahrt nach Whalsay

 

Whalsay hat eine Fläche von 20 km2 und ca. 1´000 Einwohner.
In Symbister parken wir zuerst im Hafen.
Die Fähre legt sogleich wieder ab und an einem anderen Pier an. Wir werden Zeuge, wie die Funktion des Rettungsbotes kontrolliert wird. Zwei Männer steigen in das Boot, das vom oberen Deck ins Meer hinunter gelassen wird.

 

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Test des Rettungsbootes der Fähre Linga

 

Einmal mehr sind wir von der Stimmung und den Bildern in einem Hafen fasziniert.
Die „Charisma“ leuchtet in frischem Gelb.

 

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„Charisma“ im Hafen von Symbister auf Whalsay

 

Natürlich müssen auch Details fotografiert sein, schliesslich sieht man selten ein neu gestrichenes Schiff.

 

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Danach fahren wir ans andere Ende der Insel nach Skaw. Dort parken wir beim nördlichsten Golfclub und dem nördlichsten Golfplatz Grossbritanniens.

 

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Wir wandern der Küste entlang um das Nordostende der Insel, immer auf dem Golfgelände, das hier bis ans Meer reicht.

 

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Nördlicher Golf spielen geht nicht

 

Auf der Südostseite sehen wir eine Kegelrobbe ziemlich nahe an den Felsen in der Gischt schwimmen. Und in einem Teich nahe der Landebahn (ja, sogar ein Landefeld für Flugzeuge gibt es auf dieser kleinen Insel) beobachen wir ein Sterntaucher-Pärchen.

Auf der Rückfahrt über Isbister an den Hafen fällt uns dieses schmucke Häuschen auf, das mit einem alten Bootsrumpf gedeckt ist.

 

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Am Hafen richten wir uns für die Nacht ein.
Ein Bügel von Beats Brille bricht und so müssen wir morgen nochmals nach Lerwick zu einem Optiker fahren.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur heutigen Wanderung von Skaw aus: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Eine Fähre nur für uns

20. August 2015

Auf der Rückfahrt nach Laxo sind wir die einzigen Fährgäste. Die See ist rau und ab und zu spritzt gar eine Gischtwelle auf die Ladefläche der Fähre.

 

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In Lerwick erklärt uns der Optiker, dass dieses Brillenmodell hier unbekannt sei und er deshalb keinen neuen Bügel einsetzen könne. Um die Gläser in ein neues Gestell zu fassen, müsse er die Brille einschicken. Bis diese wieder hier sei, dauere das ca. zwei Wochen. Das geht uns zu lange.
Beat kramt seine alte Brille hervor und ist damit auf Anhieb glücklich. Die Korrektur ist dieselbe, aber sie hat keine Gleitsichtgläser.

Wir fahren zurück nach Laxo und nutzen dort den Dauerregen, um am Blogteil „Die nördlichen Shetland-Inseln“ zu arbeiten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Tipp der Postbotin

21. August 2015

Am Morgen regnet und stürmt es so sehr, dass der Fährbetrieb in Laxo eingestellt wird. Am Mittag beruhigt sich das Wetter und wir fahren nach Neap.
In Neap fragen wir die Postbotin nach demWanderweg zum Skava Ness. Leider kann sie uns nicht weiterhelfen. Sie legt uns aber ans Herz Gletness zu besuchen. Der Ort sei es so schön, dass sie sich dort ein Haus kaufen würde, wenn sie das benötigte Kleingeld besässe. Wir wandern der Küste entlang und geniessen die spärlichen Sonnenstrahlen, die ab und zu die Wolkendecke durchbrechen.
Danach fahren wir nach Gletness und treffen dort die Briefträgerin wieder. Sie hält an, steigt aus ihrem Auto und freut sich riesig, dass wir ihrem Vorschlag gefolgt sind. Die Gegend ist wirklich sehr schön mit ihren vorgelagerten Inseln.

Auf dem Weg zurück nach Laxo sehen wir IHN, den Vogel mit dem langen breiten Schnabel. Dies ist ein erwachsenes Exemplar des Kükens, das wir auf unserem letzten Blogteil veröffentlicht haben. Nun wissen wir auch, um was für einen Vogel es sich handelt, nämlich um eine Bekassine.

 

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Bekassine (Gallinago gallinago)

 

Diese Vögel haben wir auf Fetlar gehört. Sie geben ganz ungewöhnliche Töne von sich, sie „wummern“. Dieses erzeugen sie, indem sie sich aus grosser Höhe kopfvoran fallen lassen und die Steuerfedern so stellen, dass der Wind ein Geräusch erzeugt, wie wenn jemand über den Hals einer leeren Flasche bläst. Der Ton wird dabei bei zunehmender Geschwindigkeit immer höher.
Wir haben im Internet eine Hörprobe davon gefunden.

Link zur Hörprobe einer „wummernden“ Bekassine:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Der Wasserfall

22. August 2015

Aufbruch nach West Mainland. Bei East Burrafirth parken wir und wandern zum Wasserfall „Burn of Lunklet“.
Diese Attraktion ist sowohl auf der Strassenkarte wie auch auf dem Infoblatt über West Mainland erwähnt.
Bereits nach einer Viertelstunde ist das Ziel erreicht. Das Wasser stürzt aus einer Höhe von etwa 2,5 Meter in das darunterliegende Becken!!

Na ja, …

Da sind wir Schweizer schon anderes gewohnt.

 

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Wasserfall „Burn of Lunklet“

 

Attraktiver finden wir die Farbe des Bachs. Der fliesst durch ein Moor und nimmt dabei einen bernsteinfarbenen Ton an. Das Wasser leuchtet in der Sonne wie Bienenhonig, Apfelsaft, frisches Harz?

 

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Bernsteinfarbenes Wasser im „Burn of Lunklet“

 

In Vementery finden wir einen Parkplatz, der am idyllischen Loch of Hostigate, einem kleinen Heidsee, liegt. Wir schnüren die Wanderschuhe und marschieren Richtung Clousta los.
Der gut begehbare Weg führt durch Moore und über Hügel, die Landschaft wirkt alpin.

Der kleine See „Tidal Pond“ ist durch eine gemauerte Furt vom Meer getrennt. Das Wasser läuft durch die Steinblöcke in „The Brigs“, die letzte Bucht eines langen verwinkelten Meeresarmes.

 

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Furt zwischen Tidal Pond und The Brigs

 

 

 

 

 

 

 

The Brigs ist längs durch eine Mauer geteilt. Wofür diese errichtet wurde, können wir uns nicht vorstellen.

 

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The Brigs mit Mauer

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind wieder zurück in unserem NOBIS. Plötzlich legt sich der immerwehende Wind. Wir freuen uns, denn der stetige starke Wind lässt die sonst schon tiefen Temperaturen noch kälter erscheinen, ermüdet mit der Zeit und pfeift nachts unangenehm um die Dachluke.
Wir überlegen, draussen zu speisen.
Kaum haben wir aber das Fahrzeug verlassen, wünschen wir uns den Wind zurück. Wir werden Opfer von kleinsten, kaum einen Millimeter grossen Mücken (midges), deren Bisse langanhaltend schmerzen.

Reisen bildet und wir lernen: auf Shetland gilt im Sommer die Formel:
Kein Wind = viele Plagegeister.

Wir essen drinnen!

Link zur heutigen Strecke:

Link zum Spaziergang zum Wasserfall und zur Wanderung von Vementery aus: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Von unbekanntem Tier, Toiletten und Blumen

23. August 2015

Auf unserer Fahrt durch Shetlands Mainland steht eingangs Bridge of Walls eine „Veg-Box“ an der Strasse. Hier kann man sich mit biologischem Grünzeug eindecken. Wir kaufen gemischten Blattsalat, Buschbohnen und Knoblauch. Das Geld legt man wie gewohnt in eine dafür vorgesehene „honesty box“ (Ehrlichkeitsdose). Ein kurzes Stück weiter gibt es Eier zu kaufen. Auch hier können wir nicht widerstehen.
In Sandnes wandern wir vom Pier auf den Hill of Norby. Der Weg führt zuerst der Küste entlang und dort entdecken wir ein komisches Tier mit langem Schwanz. Wir nähern uns vorsichtig … und siehe da …

 

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… es ist ein Tangblatt, das von den Wellen an Land gespült wurde.

 

 

Zuckertang (Saccharina latissima)

Zuckertang (Saccharina latissima)

 

Auf den Shetland-Inseln fallen uns die vielen öffentlichen Toiletten auf, die immer unübersehbar mit Wegweisern an der Strasse angeschrieben sind. Dank diesen Gratis-WC´s sieht man hier nicht hinter jedem Hügel (Büsche hat es nur wenige und Bäume gar keine) die unschönen mit Papier verzierten Kothaufen Hinterlassenschaften, wie man sie aus anderen Teilen Europas kennt.

Wegweiser nach Bousta und - kaum kleiner - der Wegweiser zur nächsten Toilette.

Wegweiser nach Bousta und – kaum kleiner – der Wegweiser zur nächsten Toilette.

 

 

 

 

 

 

 

Unterwegs fahren wir an einem gepflegten Blumengarten vorbei. Die leuchtenden Farben sind eine Wohltat für die Augen in einer Gegend, in der Braun- und dunkle Grüntöne der Heiden vorherrschen.

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In Walls finden wir einen schönen Schlafplatz direkt am Meer.
Ein Mann spricht uns an. Er kenne die Schweiz, sei schon in Interlaken und auf dem Jungfraujoch gewesen. Ursprünglich stammt er aus Caithness (Nordost-Schottland) und wohnt seit einem Jahr in diesem Dorf, da seine Frau aus Walls kommt. Er könne sich hier nicht eingewöhnen: der ständig wehende Wind und der dunkle Winter würden ihn sehr belasten.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung von Sandness auf den Hill of Norby:

 

 

Wald auf Shetlands Mainland

24. August 2015

 

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Blick über den Weisdale Voe

 

Bei Weisdale schauen wir uns den grössten Wald von ganz Shetland an. Vor allem Ahorn und Esche wachsen hier wirklich zu richtigen Bäumen heran, wenn auch nur auf relativ kleinen Flächen.
Auf den nördlichen Inseln dagegen steht überhaupt kein Wald.

 

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Seltener kleiner Wald bei Weisdale

 

Hier auf Mainland sieht man auch vermehrt intensiv genutzte Wiesen, die es auf Unst, Yell und Fetlar kaum gab. Dadurch wirkt die Insel im Vergleich grüner.

Nun gehts wieder nach Lerwick, die Hauptstadt der Shetland-Inseln und von da mit der Fähre auf die Insel Bressay. Dort peilen wir den höchsten Punkt an. Auf der engen Strasse kommt uns ein Geländefahrzeug entgegen. Der Fahrer meint, dass der Weg sehr schmal und ausserordentlich steil werde. Das sei viel zu gefährlich für uns. Wir stellen unseren NOBIS deshalb auf halbem Weg auf einen Lagerplatz und gehen den Rest zu Fuss.
Der Weg ist wirklich schmal mit Steigungen von über 20 %, doch verglichen mit der extremen Bergstrecke, die wir in Albanien bezwungen haben, gut zu fahren. Oben stehen jedoch viele hässliche Sendemasten und der Wind pfeift unangenehm durch das Gestänge.
Es wird langsam dunkel. Deshalb lassen wir unser WoMo stehen, wo es ist.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lehrstunde in Schafhaltung

25. August 2015

Am Morgen werden wir von der Sonne geweckt und geniessen den Blick von unserem Übernachtungsplatz aus auf Lerwick auf der Nachbarinsel.

 

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Lerwick von der Insel Bressay aus gesehen

 

Nach dem Frühstück fahren wir zum Lighthouse of Bressay bei Kirkabister. Der Leuchtturm präsentiert sich je nach Blickwinkel ganz unterschiedlich.

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Lighthouse of Bressay aus unserer Sicht

 

 

 

 

 

 

 

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Lighthouse of Bressay, wie es ein Käfer sieht

 

 

 

 

 

 

 

Danach queren wir die Insel. Dort treffen wir einen Mann, der seine Schafe schert. In einem längeren Gespräch erzählt er uns, dass er 25 Jahre lang in den USA in der Ölindustrie gearbeitet habe. Nun sei er seit 20 Jahren wieder hier auf Bressay und bewirtschafte zusammen mit seinem Bruder den Elternhof. Schafe halten sei aber eher ein Hobbyy und bringt nicht viel Geld ein.
Ein Lamm der kleineren Shetland-Rasse bringt etwa £ 10.– , eines der Fleischrasse ca. £ 20.–. Im Winter könne man die Shetlandschafe draussen in den Hügeln lassen, während die anderen in tieferen Lagen gefüttert werden müssten.
Er pflege das (riesige) Grundstück und lasse es nicht verwildern, weil er sich dem Land und den künftigen Generationen gegenüber verantwortlich fühle.

Vor der Insel Noss beschliessen wir dieses Eiland nicht zu besuchen. Es ist bekannt als Vogelinsel. Doch die meisten sind um diese Jahreszeit bereits wieder weitergeflogen.
Stattdessen fahren wir auf einem schmalen Feldweg zum Loch of Grimsetter. Von hier wandern wir an die Küste. Auf dem Weg durch Heide und Moor treffen wir in dieser rauhen Gegend auf die Ruinen einer verlassenen Siedlung.

 

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Ruinen einer Siedlung

 

Ein zweiter Blick zeigt, dass die alten Steinmauern doch noch bewohnt sind. Hier haben sich Zaunkönige eingenistet.

 

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Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)

 

Es beginnt zu regnen und wir fahren zurück an unseren schönen Übernachtungsplatz von gestern.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung vom Loch of Grimsetter an die Küste:

 

 

Sumburgh Head

26. August 2015

Am Vormittag kehren wir zurück nach Lerwick. Am Fähranleger in Bressay warten bereits viele Fahrzeuge. Wir befürchten, dass wir für diese Überfahrt keinen Platz mehr erhalten werden. Doch die Autos und LKWs werden zentimetergenau eingewiesen und so hat es Platz für alle. Aber nur schon ein zusätzliches Motorrad hätte nicht mehr mitfahren können.
In Lerwick buchen wir für den 2. September die Fähre zurück nach Kirkwall. Somit bleiben uns noch ein paar Tage auf den Shetland-Inseln.
Bei der Gulf-Tankstelle fragen wir wegen LPG-Gas. Die Anzeige unseres Tankes bewegt sich gefährlich nahe am Nullpunkt und ohne Gas gibt es nur noch kalte Küche im Gasthaus „Zum NOBIS“! Aber auf Shetland ist das Gesuchte anscheinend nicht erhältlich. Wenigstens können wir hier den Wassertank füllen.
Nun geht’s weiter an die Südspitze Mainlands, zum Sumburgh Head.
Wir lesen die Regenbogenpresse ja eher selten. Trotzdem nutzt Beat die sich bietende Gelegenheit und schiesst ein Starenfoto.

 

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Stare (Sturnus vulgaris) im Schlichtkleid

 

Ein kleiner Spaziergang führt uns vom Parkplatz hinauf zum Leuchtturm. Für heute begnügen wir uns mit dem Erkunden der Umgebung. Das Museum wollen wir morgen besuchen.
Hier flattern die drei wichtigsten Fahnen Shetlands in einer Reihe.

 

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Grossbritannien, Schottland, Shetland

 

Dieser Leuchtturm ist auch mit einem Nebelhorn ausgerüstet. Bei schlechter Sicht wurde dieses zusätzlich zum Lichtstrahl eingesetzt, um Schiffe vor den Klippen zu warnen.

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Nebelhorn auf Sumburgh Head

 

 

 

 

 

 

 

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Imposante „Tröte“

 

 

 

 

 

 

 

Wir übernachten auf dem Parkplatz direkt an der Klippe hoch über dem Meer. Durch die Windschutzscheibe beobachten wir, wie auf einem Breitbildfernseher, die verschiedensten Vögel. Diese lassen sich vor unseren Augen vom Wind an den Felsen hochtreiben. Es ist interessant die verschiedenen Vögel und ihre Flugstile zu beobachten. Immer noch staunen wir über das Fischen der Basstölpel. Diese lassen sich über einen Flügel abkippen und stossen dann aus 30-40 Metern senkrecht ins Meer. Dabei legen sie ihre Flügel immer näher an den Körper an, bis sie am Schluss wie ein Pfeil ins Meer eintauchen.
Übrigens: „Tölpel“ wurden sie genannt, weil sie im Gegensatz zu anderen Vögeln meistens ohne Fisch im Schnabel auftauchen. Die Beobachter glaubten früher, dass sie tölpelhafte Fischer seien, die selten etwas fangen. Erst später fand man heraus, dass sie ihre Fische jeweils bereits unter Wasser schlucken.
Wir überlassen es unseren Lesern zu bestimmen, wer hier nun genau der Tölpel ist … 😉
(Bilder von Basstölpeln gibt es in unserem vorletzten Beitrag „Die nördlichen Shetland-Inseln“ zu sehen.)

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung am Sumburgh Head

27. August 2015

Strahlender Sonnenschein weckt uns. Wir beschliessen die Gunst der Stunde für eine Rundwanderung um die Halbisel herum zu nutzen. Wir marschieren der Küste dieser Halbinsel entlang in den Hafen hinunter und auf der anderen Seite der Halbinsel wieder hinauf.

 

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Sumburgh Head in der Morgensonne

 

Normalerweise kaufen wir unsere Eier direkt bei den Produzenten. Die Verkaufsstellen liegen jeweils an der Strasse und sind mit „free range eggs“-Schildern markiert. Die Eier liegen in Kisten bereit.

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Eierverkaufsstelle in Shetland

 

 

 

 

 

 

 

In Grutness staunen wir aber über ein rotes „free range“-Schild. Weit und breit ist keine Box zu sehen und da in unserem Wohnmobil sehr knappe Platzverhältnisse herrschen, verzichten wir für einmal auf einen Kauf und überlassen die Kinder und Tiere anderen Kunden. 😉

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Kinderverkaufsstelle??

 

 

 

 

 

 

 

Auf Shetland wird zum Teil noch mit Torf geheizt. Häufig werden die getrockneten Torfbrickets in Plastiksäcken draussen gelagert. DerTorfstapel in Grutness gefällt uns aber besser…

 

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Das Torflager ist voll, der Winter kann kommen

 

Wieder oben an der Klippe beobachten wir einen Eissturmvogel, der auf einem schmalen Felsvorsprung sitzt. Unsere Leser wissen schon: Eissturmvögel (Fulmarus glacialis) sind die Vögel mit dem Röhrchen auf dem Schnabel, durch das sie Angreifer mit einer stinkenden Flüssigkeit bespeien können.
Aufmerksam beobachtet der Vogel, was da alles in der Luft herumfliegt. Mit lautem Kreischen verteidigt er seinen Logenplatz, wenn ein Artgenosse versucht dort zu landen.

 

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Eissturmvogel an exklusiver Lage

 

Nach zwei Stunden, pünktlich zum Ende unserer Rundwanderung, beginnt es zu regnen. Das ideale Wetter für den Besuch des Museums in den Leuchtturmgebäuden.
Hier erfährt man allerlei Wissenswertes über den Leuchtturm selber, aber auch über die wichtige Rolle, die dieser Ort als Radarpunkt im Zweiten Weltkrieg gespielt hat. Dank der frühen Warnung konnte eine deutsche Fliegerstaffel, die die Kriegsflotte der Engländer zerstören wollte, rechtzeitig abgefangen werden, was für den weiteren Verlauf des Krieges entscheidend war.
Dieses Ereignis wurde bekannt als „The Pearl Harbour that might have been“.

Ein Raum, in dem heute eine Trauung stattfindet, dürfen wir vor der Feier noch betreten. Von hier geniesst man eine schöne Rundsicht über einige vorgelagerte Inseln und Halbinseln.

 

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Festsaal auf Sumburgh Head

 

Auf einer Karte sind alle Bewegungen, vom Öltanker bis zum Fischerboot, zwischen Januar und Juni 2013 aufgezeichnet worden. Wir staunen, wie dicht der Schiffsverkehr um die Shetland-Inseln ist.

 

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Ein Knabe interessiert sich mehr für das Nebelhorn, das auf Knopfdruck den Raum mit seinem eindrücklichen tiefen Bass erfüllt. Immer wieder muss dieser Knopf gedrückt werden.

 

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Leuchtturmspitze von Sumburgh Head

 

Auf der Fahrt nach Bigton bestaunen wir einmal mehr die zerklüftete Küstenlinie Shetlands. Es gibt unendlich viele pittoreske Ecken, die zum Fotografieren animieren.

 

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Küstenlandschaft Shetlands

 

In Bigton treffen wir auf einen weiteren schönen Sandstrand. Zwei Schotten schwimmen unbeirrt im kalten Wasser (geschätzt 15° C). Auf Annettes Frage, ob das Wasser nicht zu kalt sei, meint der eine: „It`s refreshing.“

Wir verzichten auf ein Bad, geniessen jedoch unser Abendessen an einem der Picknicktische. Die Idylle wird perfekt durch zwei Kegelrobben, die in der Bucht herumschwimmen.

 

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Abendstimmung in Bigton

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung vom Sumburgh Head aus: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

Ungeplante Wanderung

28. August 2015

Wir fahren ans Ende der Halbinsel Westburra. Bei Papil liegt die Beach of Minn, eine traumhaft schöne Bucht mit Sandstrand.

 

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Beach of Minn bei Papil

 

Wir sind müde und wollten heute einen „faulen“ Tag einlegen.
Schlussendlich überqueren wir aber doch den Damm um die Insel Kettla Ness zu erkunden. Daraus wird eine knapp dreistündige Wanderung, zuerst auf die höchste Erhebung, weiter ans entfernteste Ende der Insel und dann in weitem Bogen wieder zurück.

 

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Annette auf dem Gipfel

 

Die vielen Inseln, Inselchen und Felsformationen im Meer beeindrucken sehr. Auf einer kleinen, unzugänglichen Eiland sehen wir ein Mutterschaf mit ihrem Lamm weiden. Wir vermuten, dass das trächtige Schaf ins Meer gestürzt und dann zu dem Insel geschwommen ist, wo es lammte. Wir hoffen, dass das Gras für diese zwei Tiere reicht, denn mit einem Boot kann man dort nicht anlegen um sie zurückzuholen.
Karikaturen von kleinen runden Südseeinseln mit einer Palme, auf denen jeweils ein einziger Schiffsbrüchiger lebt, werden in uns wach.

Tief unter uns schaukelt ein leuchtendes Boot in den Wellen, auch eine Art Insel, aber mit Motor.

 

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Fischen: DAS Freizeitvergnügen auf Shetland

 

 

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Blick über West Burra

 

Danach fahren wir auf den Parkplatz am Loch of Tingwall, den wir vor ein paar Tagen gesehen haben. Der liegt zwar direkt an einer Strasse, aber wir sind zu müde um einen ruhigeren Ort zu suchen. Zum Glück für uns wird dieser Verkehrsweg in der Nacht kaum befahren.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung von Papil auf die Insel Kettla Ness:

 

 

Museumsbesuch in Scalloway

29. August 2015

Wir stehen kurz nach 10 Uhr vor dem Scalloway Museum. Dieses öffnet aber erst um 11 Uhr. Deshalb spazieren wir zunächst gemütlich durch das hübsche Städtchen.
Das Museum ist zwar modern, aber leider sehr textlastig. Man erfährt spannende Details über den Erfinder Jim o`Berry, der eine Maschine entwickelte, mit der man Fische ausnehmen und reinigen konnte. Zudem baute sich er aus Abfall in der Scheune ein Motorflugzeug zusammen, mit dem er dann herumflog.
Weitere Schwerpunkte sind der „Shetland-Bus“ (Unterstützung von Nazigegnern in Norwegen) und die Fischfang-Industrie.

Gleich neben dem Museum steht das Scalloway Castel, eine Ruine des Schlosses, das Patrick, Earl von Orkney und Lord von Shetland, von 1599 bis 1604 durch erbamungslose Zwangsarbeit erbauen liess. Er habe keinerlei Vergütung gewährt, nicht einmal Essen und Trinken erhielten die Arbeiter. Alles Treibholz (das einzige verfügbare Holz, auf diesen waldlosen Inseln) wurde per Dekret für „my lordis warks“ bestimmt, der Mörtel für die Mauern sei aus Blut, Eiern und Menschhaar angerührt worden.
Patrick, Earl von Orkney wurde von seinen Gegnern, dem Earl of Cithness und dem Bischof of Orkney, entmachtet und 1615 in Edingburgh geköpft.

 

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Scalloway Castel

 

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Am frühen Nachmittag fahren wir einmal mehr an den Fähranleger von Laxo. Dieser Übernachtungsplatz ist zwar nicht schön und zudem ziemlich schräg. Wir haben hier aber sehr guten Internetzugang und können im Wartehäuschen den Strom anzapfen. Wir verbringen die Zeit mit Schreiben von Mails und arbeiten an unserem Reiseblog.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Erholung in Laxo

30. August 2015

Heute tuckern wir nur kurz nach Vidlin, wo auf einem kleinen Markt allerlei Lokales angeboten wird. Wir decken uns mit Gemüse, Konfitüre und Fleisch ein. Gleich im Raum daneben nehmen wir an einem der hier häufigen „Sunday-afternoon-teas“ teil.
Für £ 3.50 pro Person gibt es Sandwiches und Quiches in grosser Auswahl sowie Kuchen und Kekse, dazu Kaffee und Tee und das alles nach dem Motto: „All you can eat“. All dies erklärt uns der äusserst zuvorkommende Herr an der Kasse. Er stammt ursprünglich aus London und wohnt „erst“ seit sieben Jahren hier und sei somit noch ein Fremder.

Danach geht´s wieder zurück nach Laxo an den Computer. Das Abendessen haben wir nach diesem üppigen Vesper auf eine Suppe reduziert.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Waschen ist angesagt

31. August 2015

Unsere schmutzige Wäsche schreit nach Reinigung. Deshalb besuchen wir den schöngelegenen Campingplatz in Skeld, der direkt beim Fischer- und Jachthafen liegt.

 

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Beim Campingplatz von Skeld

 

Wir werden von Anne empfangen, die uns alles erklärt. Erst später stellt sich heraus, dass sie gar nicht die Gerantin, sondern ebenfalls eine Camperin ist. Sie ist jedoch häufig hier und kennt alles in- und auswendig.
Der Campingplatz ist vorbildlich unterhalten und ausserordentlich sauber.

 

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Blick vom Hafen in Skeld gegen das offene Meer

 

Am Abend um ca. 20 Uhr klopft Anne ans Fenster und teilt uns aufgeregt mit, dass soeben ein Fischerboot angekommen sei. Annette geht mit ihr zum Fisch kaufen an den Hafen, direkt ab Boot. Frischer geht nicht mehr.
Bei ihrer Rückkehr fragt Beat interessiert: „Was hast du denn gekauft?“
„Ich weiss auch nicht, ich kenne mich da nicht aus und habe dasselbe genommen wie Anne, „Scallops“ und „Monkfish“. Der Fisch liegt im Kühlschrank und die Muscheln haben wir in einen Bottich mit Süsswasser gelegt. Morgen werden wir alles aufteilen.“

 

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In solchen Behältern werden die Fische vom Fischerboot angeliefert.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Jakobsmuscheln und Seeteufelfilets

1. September 2015

Am Morgen weckt uns die Sonne. Der Himmel ist nur leicht bewölkt und es ist angenehm warm (ca.18° C).

 

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Idyllischer Hafen von Skeld

 

Nach dem Frühstück geht es zur „Fischteileten“.
Dank Internet und Übersetzungsprogramm haben wir inzwischen herausgefunden, dass wir Jakobsmuscheln und Seeteufelfilets gekauft haben, also das Edelste vom Edlen.
Die Muscheln haben sich über Nacht im kalten Süsswasser geöffnet und können nun „geerntet“ werden.

 

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Jakobsmuscheln im Süsswasserbad

 

Nun gilt es die Schalen ganz zu öffnen, das Essbare vom Rest zu trennen und den Sand sauber heraus zu waschen. Nebenbei fragt Annette noch nach Tipps zum Zubereiten der Köstlichkeiten.

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Annette öffnet eine Jakobsmuschel

 

 

 

 

 

 

 

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Eine kleine Auswahl herausgelöste Jakobsmuscheln

 

 

 

 

 

 

 

Geniessbar sind der weisse, runde Muskel und das orangefarbene Corail (Rogen).
Die Seeteufel hat gestern einer der beiden Fischer, die auf dem Boot waren, bereits ausgenommen und filetiert.
Die Küchenwaage zeigt uns dann, dass wir rund 470 Gramm Muscheln und 620 Gramm Seeteufelsfilet gekauft haben. Und das zum sensationell günstigen Preis von £ 5.–. In einem Einkaufscenter sehen wir später, dass wir dafür £ 22.– hätten bezahlen müssen.

Da das Wetter beständig scheint, fahren wir für die letzte Nacht auf den Shetland-Inseln nochmals nach Eshaness. Vielleicht klappt es diesmal mit dem Sonnenuntergang im Meer?

In Brae kaufen wir ein letztes Mal die leckere Shetlandbutter. Als wir zum Fahrzeug zurückkehren, spricht uns eine Frau auf Schweizerdeutsch an. Gundel arbeitete früher in Wohlen, dem Ort, in dem Annette die Schulen besuchte. Sie finden sogar einige gemeinsame Bekannte. Heute lebt sie hier auf Shetlands Mainland.
Europa ist zwar gross, aber die Welt ist klein. 🙂

Unterwegs entdeckt Annette (unglaublich, was die immer sieht!) auf einem Acker einen Fasan.
Beat versucht bereits seit mehr als einem Jahr vergeblich diesen scheuen Vogel in Pixel zu bannen und hier gelingt es endlich.

 

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Fasan (Phasianus colchicus)

 

Auf einem riesigen Feld daneben wühlen einige Schweine zufrieden in der Erde. Als sie jedoch sehen, dass sie fotografiert werden, eilen sie sogleich heran. Vielleicht gibt es ja auch noch Futter?

 

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Artgerechte Schweinezucht

 

Vom Leuchtturm Eshaness aus wandern wir noch ein wenig der Küste entlang und geniessen die restlichen Sonnenstrahlen. An unserem letzten Abend zeigt sich die Insel nochmals von ihrer schönsten Seite.

 

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Leider bedeckt sich der Himmel immer mehr und aus dem Sonnenuntergang ins Meer wird heute nichts.
Wir setzen uns auf die Bank. Dankbar und ein wenig wehmütig denken wir an die ereignisreiche und schöne Zeit auf Shetland zurück. Das Wetter war häufig stürmisch, regnerisch und kalt, aber die schönen Momente überwiegen eindeutig. So sind aus unseren geplanten ein bis zwei Wochen „Shetland“ schlussendlich fünf geworden.

 

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Abend- (Abschieds-)stimmung beim Leuchtturm Eshaness

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zum heutigen Abendspaziergang:

PS: Das Menue heute Abend:

Jakobsmuscheln mit Knoblauch in Olivenöl gebraten, Trockenreis, Brokkoli
Als Nachspeise: Vanille-Cheese-Cake

 

 

2. September – 12. Oktober 2015

Karte zu unserer Reise durch Grossbritannien: (Schottland / England)                    (2. September – 12. Oktober 2015) 

 

Bye bye Shetland

2. September 2015

Heute fahren wir ein letztes Mal an den Fährhafen von Laxo, unserem Geheimtipp für free-WiFi.

Unterwegs beobachten wir ein Paar Shetlandgänse in einem Heidsee.

 

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Shetlandgans

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Shetlandganter

 

 

 

 

 

 

Kurz vor 16:00 Uhr stellen wir uns in die Reihe zum Einchecken auf die Fähre. Die wartenden Autos blockieren zeitweise die Hauptstrasse.
In den Wartelinien scheint der zuständige Angestellte leicht überfordert. Er muss immer wieder kontrollieren wie viele Fahrzeuge schon da stehen und lässt dann alle ein paar Meter vorrücken. Bei uns kommt er extra vorbei und will höchstpersönlich kontrollieren, ob wir den Gashahn zugedreht haben.
Auch bei der Einfahrt ins Schiff müssen sich die Mitarbeiter erst einigen, ob wir nun links oder rechts oder gar rückwärts parken sollen.
Durchsage des Kapitäns: Die Fahrt solle eher ruppig werden wegen hohen Wellengangs. Sie müssten auch die Geschwindigkeit deutlich drosseln, wir würden in Kirkwall mit 30 Minuten Verspätung ankommen.
Pünktlich um 17:30 Uhr legt die Fähre ab.

Bye bye Shetland, wir haben dich ins Herz geschlossen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Orkney-Querung

3. September 2015

Gestern Nacht sind wir kurz vor Mitternacht mit der Fähre in Kirkwall angekommen und zum Schlafen auf den nahen Wideford Hill gefahren.
Heute queren wir die Orkney-Inseln, die wir uns auf der Hinreise angeschaut haben, und fahren mit der Fähre weiter nach Schottland.

 

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Fähre von den Orkney-Inseln nach Schottland

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

LPG-Gas ja, aber …

4. September 2015

Auf Shetland gab es kein Gas zu kaufen und unser LPG-Tank ist beinahe leer und ohne Gas gibt es weder warmes Essen noch Tee oder Kaffee.
Deshalb fahren wir in Watten voller Freude zu einer Tankstelle, die eben diesen begehrten Brennstoff anbietet. Etwas unsicher klauben wir unsere Adapterset hervor, das Anschlüsse in ganz Europa verspricht. Und wirklich, einer scheint für die Zapfstellen im „United Kingdom“ zu passen.
Aber …
Der Anschluss ist zwar richtig, aber das Verbindungsrohr zu kurz und so kann der Tankwart den Zapfhahn nicht anschliessen.
Guter Rat ist teuer.
Der hilfsbereite Mann holt diverse Gummidichtungen, um den Adapter um die knapp zwei Millimeter, die fehlen zu verlängern, doch nichts passt.
Beat sieht bereits den „worst case“, das heisst die Abreise aus Grossbritannien, als Annette die Idee hat, man könnte ja das Gewinde mit Isolierband umwickeln und so die nötige Distanz schaffen.
Der Tankwart hat tatsächlich ein Silikonband, das er um das Gewinde wickelt. Gespannt warten wir, ob das funktionniert.
Und siehe da, der Hahn lässt sich nun anhängen und die Verbindung ist dicht. So kann das Gas mit grossem Druck in unseren Tank strömen. Unsere warme Küche ist gerettet!

Wir fahren nach Thurso, wo wir Cathy, der netten Dame vom „Tourist Information Center“, wie damals Ende Juli versprochen, Rückmeldung geben über unseren Aufenthalt auf den Shetland-Inseln.
Sie war selber noch nie dort, ist sehr interessiert an unseren Erfahrungen und stellt viele Fragen. So tragen wir unser Scherflein zur Qualitätssteigerung des Tourismusbüros bei. 😉

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Strand von Durness und Smoo Cave

5. September 2015

Der Strand von Durness wird auf der einen Seite von roten Felsen begrenzt. Man sieht an ihm sehr schön, wie die Schichtung vertikal verläuft, die Sedimente also einst durch Faltung aufgestellt wurde. Auch der Sand hat hier eine leicht rötliche Farbe.

 

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Felsen am Strand von Durness

 

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Vertikale Schichtung des Felsens

 

Wir sammeln einmal mehr herumliegende Abfälle ein. Ein Strandgut lassen wir jedoch liegen. Eine losgerissene gelbe Boje. An deren blauem Tau hängen einige sehr dekorative Muscheln, die wir noch nie gesehen haben. Vielleicht erfreuen sich ja noch andere an diesem Bijou?

 

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Dekoratives Strandgut

 

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Einige Meilen weiter besichtigen wir die Smoo Cave. Die Höhle entstand ursprünglich durch die Brandung des Meeres und wurde dann durch einen Bach, der sich in den Fels frass, weiter ausgehöhlt. Der Wasser stürzt heute durch ein Loch in die Höhle. Das Rauschen und das Licht, das bei der Kaskade einfällt, verleihen der Grotte eine eigenartige, fast geheimnisvolle Stimmung.

 

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Smoo Cave von aussen

 

 

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Smoo Cave mit Wasserfall

 

Beim Spaziergang zurück entdecken wir einen dekorativen Holzpfosten. Durch die Witterung ist das weichere Holz verfault. Dadurch wurden die kreisförmig angelegten Aststummel dieser ehemaligen Fichte freigelegt. Auf dem Bild sieht man schön, dass diese Äste strahlenförmig auf derselben Höhe aus dem Kern herauswachsen.
Mit diesem kurzen Biologie-Exkurs haben wir den pädagogisch wichtigen Teil unseres Reiseblogs einmal mehr abgedeckt.
Findige LeserInnen merken: nicht nur „Reisen“, sondern auch „unserwegs-Lesen“ bildet! 😉

 

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Studienobjekt: „Wie wachsen Äste am Baum.“

 

In der Nähe von Gualin House fällt uns auf, wie grün diese Gegend ist. Auf den Shetland-Inseln haben die braunen Farben vorgeherrscht.

 

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Gegend um Gualin House

 

Wir übernachten am Doman Pier. Von hier aus wollen wir morgen zur Sandwood Bay wandern.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Alternatives Regenprogramm

6. September 2015

Da es am Morgen heftig regnet und zum Teil stürmt, beschliessen wir die Wanderung „Wanderung“ sein zu lassen und nach Inverness zu fahren. Dort haben wir in einer Buchhandlung vor gut sechs Wochen das Buch „Brit stops“ bestellt, das Gratis-Stellplätze in ganz Grossbritannien auflistet.

Je weiter wir gegen Osten fahren, desto besser wird das Wetter.

In Bonar Bridge legen wir in einem lauschigen Park eine kleine Pause ein.

 

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Bonar Bridge

 

Von Inverness aus fahren wir ein Stück zurück auf den Waldparkplatz bei Munlochy, wo wir bereits früher einmal übernachtet haben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zurück zur Nordküste

7. September 2015

Am Morgen werden wir erstmals seit langem wieder von Vogelgezwischer geweckt. Die Sonne scheint und wir beschliessen zurück an die Nordküste zu fahren.

Immer wieder sind wir beeindruckt von den vielfältigen Landschaften.

 

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Farn, Erika und Bäume, was braucht es mehr?

 

 

 

 

 

 

 

In Lairg entdecken wir eine kleine Insel, auf die jemand ein Häuschen gebaut hat. Sogar an das Windrad für die Energieversorgung wurde gedacht. Ob da wohl Zwerge wohnen?

 

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Mini-Insel mit „Zwergenhaus“ in Lairg

 

 

 

 

 

 

 

 

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Karge Landschaft im Landesinnern

 

Weiter geht unser Weg durch das karge Landesinnere bis nach Ribigill. Von hier aus wollen wir morgen den Ben Loyal besteigen.
Die „midges“, etwa 2 Millimeter grosse Mücken, vertreiben uns aber von dem Parkplatz. Diese winzigen Dinger, die selbst durch unsere Moskitonetze an den Fenstern kriechen, fügen langanhaltende Schmerzen zu, wenn sie uns zur Ader lassen.
Deshalb fahren wir nach Tongue. Hier am Meer gibt es keine Feuchtgebiete und somit auch keine Moskitos.

Ein Vogel setzt sich auf den Rückspiegel und wünscht uns einen guten Appetit.

 

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Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf den Ben Loyal … oder zumindest beinahe!

8. September 2015

Wir stehen bereits um 6:30 Uhr auf, denn, wie wir aus Erfahrung in den Schweizer Alpen wissen: Man sollte möglichst früh zu einer Wanderung in die Berge aufbrechen. Die Wohnmobil-Nachbarin prophezeit uns: „You will have a wunderfull, clear day“.

Auf der Anfahrt lockt uns der Ben Loyal in der Morgensonne, von wenig Restnebel umgeben.

 

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Ben Loyal

 

Wir wandern erst durch ein ausgedehntes Moor, auf einem Weg, der nicht markiert, aber ab und zu zu erahnen ist.

 

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Blick zurück vom Aufstieg zum Ben Loyal

 

Obwohl sich der Himmel mehr und mehr bedeckt und die midges uns als willkommene Opfer betrachten, wandern wir guten Mutes weiter. Auf dem Sattel kurz vor dem Gipfel herrscht dichter Nebel, man sieht keine zehn Meter weiter. Deshalb legen wir eine längere Pause ein. Bei diesen Sichtverhältnissen weiterzugehen, finden wir zu riskant, da es hier in der Nähe einige Felsbänder gibt und der Weg nicht mehr erkennbar ist. So beschliessen wir schweren Herzens, nach dreistündigem Aufstieg, kurz vor dem Gipfel umzukehren.

Nach der Querung von Moor und einem Bach ohne Brücke wandern wir (mit feuchten Füssen) an einem Bauernhaus vorbei, das nicht mehr bewohnt ist. Hatte es den Bewohnern hier auch zu viele Mücken?

 

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Erste Bäume wachsen bereits aus den Schornsteinen

 

Die Bewölkung lockert sich allmählich auf. Wir sind noch keine Stunde zurück in unserem NOBIS, als sich der Ben Loyal wieder wolkenlos in der Sonne präsentiert.
Heute wäre später losmarschieren die richtige Entscheidung gewesen.

Aber was soll´s? Im Nachhinein ist man immer klüger! Wir fahren zurück nach Tongue, wo wir eine ruhige, mückenlose Nacht verbringen.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur heutigen Wanderung, beinahe zum Ben Loyal: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Bilder, Bilder, Bilder

9. September 2015

Nach dem Frühstück parkt ein Wohnmobil neben uns. Ein englisches Ehepaar, zum ersten Mal mit ihrem WoMo auf einer längeren Tour unterwegs, sechs Wochen Schottland. Alles sehr gut geplant, sie wissen jetzt schon, auf welchem Campingplatz sie in drei Tagen schlafen werden. Der Mann fragt interessiert nach Möglichkeiten wild zu Campen und hört voller Respekt zu, als wir ihm erzählen, dass wir nur alle 2-3 Wochen auf einem Platz übernachten, damit wir Wäsche waschen können. Wir fühlen uns grandios, die alten Hasen, richtige Experten!

Heute geht es weiter in Richtung der inneren Hebriden. Immer wieder lassen uns ausserordentlich schöne Ecken anhalten.
Mal ist es die Spiegelung in einer windstillen Bucht …

 

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Loch Eriboll

 

 

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Rhapsody in blue

 

… dann wieder die rötlichen Sandbänke, die bei Niedrigwasser aus einem tiefblauen Fjord auftauchen.

 

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Kyle of Dunnes

 

 

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Im Jahre 2000 aufgestellter Stein zur Erinnerung an die Pikten und Wikinger

 

Die schmale Strasse führt ungewohnt steil durch das schottische Hochland. Die 25 % Gefälle hat unser NOBIS wohl zuletzt im Hinterland Albaniens bewältigen müssen. Dort war zudem der Weg unbefestigt.

 

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Die Landschaft ist vielfältig. Heiden wechseln sich ab mit Wäldern, Felder und Seen.
In Drumberg kaufen wir in einem kleinen Tante-Emma-Laden ein. Obst und Gemüse sind in einer angrenzenden Holzhütte untergebracht, da dafür in dem winzigen Ladenlokal kein Platz mehr ist.

Kurz nach Drumberg müssen wir auf einen „Passing Place“ ausweichen, um ein Auto passieren zu lassen. Der weisshaarige Fahrer hält neben uns an, kurbelt das Fenster hinunter und fragt: „Aus welchem Land kommt ihr? Ich kenne euer Nummernschild nicht“.
Wir plaudern ein wenig, Thema: Das ausserordentliche schöne Wetter nach dem verregneten Sommer.

 

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Traumhafte Wohnlage in Drumberg

 

Am Head of Stoer wollen wir uns auf den engen Parkplatz stellen. Die Betreiberin eines kleinen Kioskes kommt gelaufen und meint, wenn wir hier Übernachten wollten, wäre es oben beim Leuchtturm schöner.
Wir fahren die schmale Strasse hinauf und finden tatsächlich einen Platz mit grandioser Sicht auf den Atlantik.
Zum Dank für den Tipp trinken wir bei der netten Frau ein Irn Bru (Ingwer-Erfrischungsgetränk).

 

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Lighthouse am Head of Stoer

 

Danach wandern wir zwei Stunden um den Head of Stoer. Hier steht ein einsamer hoher Felsen im Meer, der „Old Man of Stoer“. Wenn man genau hinguckt, kann man sogar das Gesicht dieses alten Mannes entdecken.

 

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Old Man of Stoer

 

Beat entdeckt zudem weiter Skurriles, die „Not so Old Woman of Stoer“, die einmal mehr auf einen exponierten Gipfel kraxeln musste.

 

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Annette und das Meer

 

Zurück am Leuchtturm fotografiert Beat einige Details am Lighthouse im Abendlicht.

 

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Leuchtturm vom Schlafplatz aus

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung am Head of Stoer: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Wasserfall of Kirkaid

10. September 2015

Wir fahren durch eine abwechslungsreiche Hügellandschaft nach Inverkirkaig.

 

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Kurz vor Rhicarn, Richtung Suilven und Cul Mor

 

Dort wandern wir zu den Falls of Kirkaid. Ein schöner Ausflug durch Wälder und über Heideland. Am Ende klettern wir über Felsbrocken hinunter bis ans Becken des Wasserfalls.

 

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Falls of Kirkaig

 

 

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Wanderweg aus der Perspektive der Füsse

 

Zurück auf dem Parkplatz werden wir von zwei älteren Frauen auf schweizerdeutsch angesprochen. Sie machen zusammen mit ihren Ehemännern eine grosse Schottland-Runde. Die Männer haben sie aber „für ein paar Tage auf die Hirschjagd geschickt“.

Dann geht es weiter zum Parkplatz am Loch Lurgainn unterhalb des Stac Pollaidh. Wir blicken hoch zu diesem Berg, den wir morgen umrunden wollen.

 

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Stac Pollaidh

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung zu den Falls of Kirkaig: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Um den Stac Pollaidh

11. September 2015

Wir brechen um neun Uhr auf zur Rundwanderung um den Stac Pollaidh. Wir steigen hoch zum Grat des Berges und geniessen die Aussicht. Der schroffe Gipfel und die umliegenden Hügel und Seen zeigen sich im schönsten Licht. Zum ersten Mal seit langem treffen wir auf einen vorbildlich angelegten Wanderweg, sogar das Wasser wird mustergültig abgeleitet.

 

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Blick zurück auf den Loch Lurgainn

 

 

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Blick vom Grat des Stac Pollaidh nach Norden über die wunderschöne Moorlandschaft mit ihren Seen

 

Vor langer langer Zeit ist jemand hier hoch gestiegen und so lange stehen geblieben, bis er versteinerte. Wenn man genau hinguckt, sieht man sogar zwei Gesichter im Profil.

 

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Doppeltes Gesicht am Stac Pollaidh

 

 

 

 

 

 

 

(Kleine Sehhilfe: das eine Gesicht hat eine markante Nase, die am weitesten vorsteht und ein kleineres spitzes Kinn. Im zweiten Profil ist diese „Nase“ die Mütze und das „Kinn“ die Nase. Alles klar?)

Am Ende dieser schönen Wanderung stehen wir beim NOBIS. Es ist Mittag, der Himmel bedeckt sich zunehmend und die Sicht wird immer trüber. Heute hat es sich gelohnt, früh aufzubrechen.

Unterwegs finden wir am Loch Maree, in der Nähe von Talladale einen paradiesischen Übernachtungsplatz direkt am See. Der kleine Spaziergang bringt uns sogar noch eine grosse Heiderotkappe (Pilz), die wir zur Vorspeise, gedünstet auf Toastscheiben, geniessen.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung um den Stac Pollaidh: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Von domestizierten und wilden Tieren

12. September 2015

Nach kurzer Fahrt landen wir auf dem Parkplatz des „Woodland Trail“ vom Beinn Eighe National Nature Reserve.
Wir spazieren auf dem schön angelegten Waldrundgang. Hier stehen einige der „Scottish Pines“, Bäume, die früher einen Grossteil Schottlands bedeckt haben. Heute versucht man die kleinen Flächen die nicht abgeholzt wurden, zu schützen und mancherorts werden gar neue Wälder mit dieser alten, einheimischen Baumart angepflanzt.

 

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Scottish Pines

 

Ein paar Kilometer weiter stehen sie plötzlich neben der Strasse – die bekannten schottischen Hochlandrinder. Sie beeindrucken mit ihren riesigen Hörnern und dem zottigen Fell. Archaische Tiere, die noch aus der Eiszeit zu stammen scheinen.
Obwohl für uns diese Tiere zum schottischen Hochland gehören, wie die Kuckucksuhr zu der Schweiz, haben wir bis jetzt erst wenige Exemplare und nur von ferne gesehen. Der Unterschied zwischen Klischee und Realität ist halt oft grösser als man glaubt. Wer hat denn in der Schweiz noch eine Kuckucksuhr im Haus?
Beat steigt aus dem trockenen und warmen Fahrzeug in den kalten Regen hinaus und knipst eifrig Foto um Foto.

 

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Selbst Kälber tragen bereits markante Hörner

 

 

 

 

 

 

 

Ein Stück weiter hat die Natur in einem Fjord ein Kunstwerk geschaffen. Der rötliche Sand, durchzogen von Wasserläufen, der bräunliche Seetang an der grauen Kiesel-Küste und das dunkelgrüne Farnfeld von einem hellgrünen Grasstreifen eingefasst, dahinter das hellblaue Meer … wir sind begeistert.

 

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Wenn bei Applecross der Meeresspiegel sinkt, zeigen sich sichelförmige Sandbänke.

 

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Strand bei Applecross

 

Nun geht es weg vom Meer auf den Pass Bealach na Bà. Das Wetter ist miserabel und verhindert eine Wanderung. Doch schnell hinaus und einen Blick in die Runde werfen, das liegt drin. Und was sehen wir da? …
Eine Hirschkuh mit ihrem Kalb. Sie sind nicht sehr scheu, schauen aber immer wieder prüfend, ob wir ihnen nicht etwa zu nahe treten. Irgendwann entscheiden sie sich, hinter dem nächsen Hügel zu äsen. Ruhig ziehen sie weiter.

 

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Hirschkuh am Pass Bealach na Bà

 

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Ein letzter Blick zurück

 

Auch wir lassen den Blick schweifen und geniessen die schöne Aussicht.

 

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Blick vom Pass Bealach na Bà

 

Auch am Boden gibt es einige Trouvaillen zu entdecken. Ein Felsstück im Gras zum Beispiel ist zum grössten Teil mit weissen Flechten überwachsen.

 

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Es ist bereits Nachmittag, Zeit also, an einen Übernachtungsplatz zu denken. Da es aber stark windet, immer wieder regnet und zudem sehr kalt ist, bleiben wir trotz der schönen Aussicht nicht hier.
Wir fahren weiter, die kurvige Passstrasse hinunter.

Etwas oberhalb von Auchtertyre bleiben wir auf einem Parkplatz. Hier sind wir etwas windgeschützt und die Temperaturen liegen merklich höher als auf dem Pass. Plötzlich reisst die Wolkendeke etwas auf und die Sonne wünscht uns eine gute Nacht.

 

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Abendstimmung am Übernachtungsplatz oberhalb von Auchtertyre

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zum „Woodland Trail“ vom Beinn Eighe National Nature Reserve: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Isle of Skye

13. September 2015

Wir fahren auf die Isle of Skye, die zu den Inneren Hebryden zählt, und spazieren durch Portree. Am Pier sind die Häuser bunt gestrichen. Dadurch wirkt der schlichte Hafen malerisch.

 

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Hafenviertel von Portree

 

Ein Fischerboot ist vor kurzem mit einer Riesenladung Krebsen angekommen. Nun sortieren die Seeleute diese Tiere nach irgendwelchen, uns nicht ersichtlichen, Kriterien. Einige Exemplare scheinen den Anforderungen nicht zu genügen und werden ins Meer zurückgeworfen.

 

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Taschenkrebse werden sortiert und in Kisten gelegt

 

Der ältere Teil des Dorfes lädt zum Flanieren ein. Die vielen Cafés und Restaurants sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier viele vom Tourismus leben.

 

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Schmales Gässchen in Portree

 

Auf der Weiterfahrt nach Staffin entdecken wir einmal mehr besondere Schafe. Man verzeihe uns, dass wir schon wieder Fotos dieser Wolltiere zeigen. Aber erstens sind Schafe in Schottland allgegenwärtig und zweitens finden wir diese drei Böcke mit ihren imposanten, gerollten Hörnern einfach sehenswert.

 

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Beat ist mit diesem Bild noch nicht zufrieden … er braucht Details!

 

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In Staffin fahren wir auf den Campingplatz. Dank Waschmaschine und Tumbler bringen wir unsere Wäsche sauber und trocken und dank WiFi unseren letzten Beitrag online.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Old Man of Storr

14. September 2015

Heute zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite und wir fahren ein Stück zurück, um uns den Old Man of Storr anzusehen.

 

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Old Man of Storr

 

Eindrücklich steht diese imposante Felsspitze da, man glaubt einen Hinkelstein vor sich zu haben, den Obelix hier vergessen hat.
Wir staunen, dass sich der „alte Mann“ noch auf den Beinen halten kann. Er hängt leicht schief und sein Fuss ist gar noch „eingekerbt“.

 

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Fuss des Old Man of Storr

 

 

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Schiefer „alter Mann“ bei seinen spitzen Kollegen

 

Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass sich der Greis einen Gorilla hält, dem sogar Haare auf dem Kopf wachsen.

 

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Gorilla des Old Man of Storr

 

Auf unserem Weg nach Kilmaluag treffen wir auf einem Parkplatz Herumkommer und Frau Rumkommer. Sie sind ebenfalls längere Zeit mit einem Wohnmobil in Schottland auf Reisen. Hier der Link zu ihrem Foto-Reiseblog, wo man schöne, professionelle Bilder geniessen kann.

Herumkommer und Frau Rumkommer:

Link zur heutigen Wegstrecke:

Link zur Wanderung um den Old Man of Storr:

 

 

Peinlich!

15. September 2015

In Kilmuir besuchen wir das „Skye Museum of Island Life“. In einer Siedlung mit alten Häusern sieht man, wie hier früher gewohnt und gearbeitet wurde.
Die reetgedeckten Dächer sind mit Drahtgeflechten überzogen und mit grossen Steinen gegen Stürme gesichert.

 

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Freiluft Museum von Skye

 

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Gesichertes Reetdach

 

Link zu „The Skye Museum of Island Life“:

 

Danach geschieht uns etwas Peinliches.
Seit Tagen freuen wir uns darauf ein Bild von einem Ortsschild zu zeigen. Wir haben extra einen Umweg in Kauf genommen und jetzt das … diese Enttäuschung … es gibt keines!
Peinlich!
Das Dorf ist zwar auf unserer Karte verzeichnet, die Häuser stehen auch da in der Landschaft, aber ein Ortsschild fehlt!
Wir schwören es, und auf google.maps kann man es nachlesen, es gibt dieses Dorf mit dem Namen: „Peinlich“.

Janu, wir beerdigen also diese Idee und fahren nach Trumpan, wo wir auf dem Parkplatz des Friedhofs übernachten.

 

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Friedhof von Trumpan

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von einem älteren und einem ganz alten Turm

16. September 2015

Auf dem Weg sehen wir bei Dunvegan auf der anderen Seite der Bucht einmal mehr ein Haus an traumhafter Lage.

 

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Bei Dunvegan

 

Wir fahren weiter nach Waterstein. Nur mit Mühe finden wir einen Parkplatz. Das scheint hier und heute DER Touristen-Hotspot zu sein.
Auf der Halbinsel steht ein imposanter Fels, der den Leuchtturm verdeckt.

Wir steigen eine lange, breite Treppe hinunter und spazieren auf die Halbinsel hinaus bis zum Lighthouse Neist. Die Gebäude des alten Leuchtturms sind ungepflegt und am Zerfallen. Der Turm selber ist jedoch noch intakt.

 

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Halbinsel Neist vom Parkplatz aus gesehen

 

 

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Leuchtturm Neist aus der Ferne

 

Nun fahren wir wieder ein Stück zurück und dann weiter nach Struan, wo wir über Nacht bleiben werden.
Der Abendspaziergang führt uns zum „Broch“ Dun Beag. Brochs waren vor ca. 2000 Jahren mehrstöckige Wehrtürme, in denen auch gelebt und gearbeitet wurde. Leider sind heute nur noch Ruinen übriggeblieben.

 

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So soll der Broch Dun Beag früher einmal ausgesehen haben.

 

 

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Broch Dun Beag

 

 

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Abendstimmung am Broch Dun Beag

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung an den Leuchtturm Neist:

 

 

Zurück nach Munlochy

17. September 2015

Heute verlassen wir die Isle of Skye wieder und fahren bei strömendem Regen zurück nach Osten. Die Shetland-Inseln haben uns so beeindruckt, dass wir befürchten auf den äusseren Hebriden nur enttäuscht zu werden. Deshalb haben wir beschlossen diese nicht zu bereisen.
Auf dem Parkplatz im Wald bei Munlochy fühlen wir uns schon beinahe zu Hause. Hier übernachten wir jetzt bereits zum dritten Mal.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zum Loch Ness … und weiter

18. September 2015

Wir fahren zum berühmten Loch Ness. Ein 37 km langer See eingebettet zwischen Hügeln. Tektonisch gesehen, liegt er auf der Grenze zwischen der amerikanischen und der europäischen Platte. Er ist sehr tief und so kam der Mythos auf, dass hier das Seeungeheuer Nessie wohne. Leider zeigt es sich auch heute nicht.
Die Strasse führt nicht direkt dem See entlang und die Dörfer sind extrem auf Touristen ausgerichtet – nicht ganz unser Geschmack.

 

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Loch Ness

 

Deshalb fahren wir weiter an das Loch Beinn a‘ Mheadhoin (sprich: Loch ben-a-vey-un), das in einem Seitental liegt. Zwar häufen sich auch hier die Parkplätze mit „No overnight parking“-Schildern, doch für unseren kleinen NOBIS findet sich immer irgendwo ein ruhiges Plätzchen.

 

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Loch Beinn a‘ Mheadhoin

 

 

 

 

 

 

 

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Loch Beinn a‘ Mheadhoin

 

 

 

 

 

 

 

Leider gefällt es auch den „midges“ (Moskitos) hier sehr gut, aber wo ist denn schon alles perfekt?

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Natur pur

19. September 2015

Am Morgen liegt leichter Nebel im Tal. Gepaart mit den ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages – schöner kann sich der Herbst gar nicht ankündigen.

 

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Morgennebel am Loch Beinn a‘ Mheadhoin

 

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Wir nutzen den sonnigen Tag und wandern den „River Affric Trail“. Der Weg führt durch den Wald und wir bewundern die vielen Flechten, die an den Bäumen hängen, ein untrügliches Zeichen für saubere Luft.

 

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Die Schauminseln auf dem Bach irritieren uns immer noch. Sie erinnern uns an Abwässer, und in der Schweiz würden wir wohl das Gewässerschutzamt anrufen. Spätere Recherchen ergeben jedoch, dass dies in Bächen, die durch Moore fliessen eine natürliche Erscheinung ist. Während des Abbauprozesses von biologischem Material entsteht Huminsäure. Der Schaum bildet sich, wenn diese Huminsäure im Wasser verwirbelt wird.

 

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Dekorativer Schaum auf dem Moorwasser

 

Dass wir auf dieser Wanderung noch Pfifferlinge, Heidel- und Preiselbeeren finden, steigert unser Hochgefühl weiter.
Aber nicht nur wir freuen uns am Beeren- und Pilzesammeln. Auch die Moskitos haben davon einen Vorteil. So bleiben ihre Opfer jeweils für einige Zeit an Ort und Stelle stehen und können gezielter „angezapft“ werden.
Kurz: Wir entnehmen der Natur nicht einfach nur Früchte, sondern tauschen sie ein gegen unser Blut. 😉

Neben uns ist noch jemand anders an „mushrooms“ interessiert. Eine schwarze Nacktschnecke knabbert gemütlich an einem Pilz.

 

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Wir staunen über das „Gebiss“ dieser schleimigen Kreatur und wie sie zum Fressen ihre „Zähne“ ausfahren kann!

Selbst ein abgebrochener Ast erfreut unser Herz …

 

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… oder eine Raupe auf einem Heidelbeerblatt.
Natur pur.

 

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Junge Brombeerspinnerraupe (Macrothylacia rubi)

 

Zurück beim NOBIS lassen wir uns von den unzähligen Mücken nicht vertreiben und bleiben eine weitere Nacht an diesem schönen Platz.

Link zur Wanderung auf dem „River Affric Trail“:

 

 

Grosse Ernte

20. September 2015

Obwohl es sich bei den Mücken herumgesprochen hat, dass hier zwei dankbare Opfer angekommen sind, wagen wir uns erneut auf eine Wanderung … und finden wieder Unmengen an Heidelbeeren, Preiselbeeren und Pfifferlingen.

 

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Unsere Ernte von gestern

 

In Fort Augustus spazieren wir zu den Schleusen des Kaledonischen Kanals. Hier wurden gleich fünf hintereinander gesetzt. Der „Caledonian Canal“ verbindet die Nordsee mit dem Atlantik. Dazu wurden sechs natürliche Seen miteinander vernetzt und nur etwa ein Drittel der gesamten Strecke musste künstlich angelegt werden.

 

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Schleusen in Fort Augustus

 

An verschiedenen Haken am Kai kann man sein Boot festbinden.

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Kurz nach Fort Augustus übernachten wir beim „Loch nan Eun“ auf einem Pass und geniessen die Dämmerung, die das Tal langsam im Dunkeln verschwinden lässt.
Wir feiern bei Kerzenlicht ein kleines Erntedankfest mit einem Pfifferlings-Schlemmer-Dinner (Pfifferling-Risotto mit Ziegenfrischkäse) und zur Nachspeise frische Heidelbeeren mit Sahne.

Dieses Jahr haben wir insgesamt über 6.0 kg Pfifferlinge, 1.9 kg Heidelbeeren und 1.3 kg Preiselbeeren gesammelt. Nebst vielen Pilzgerichten genossen wir diverse Beeren-Desserts und haben zudem für das nächste Jahr einige Gläser Konfitüre eingekocht.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur heutigen Wanderung: Viewpoint-, Dogfalls-, Croire Loch-Trail: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Archaische schottische Hochlandrinder

21. Septembr 2015

Am Morgen kocht Annette nochmals Heidel- und Preiselbeerkonfitüre. Danach spazieren wir auf eine kleine Anhöhe und lassen den Blick über die Heidelandschaft und angrenzenden Hügel schweifen.

 

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Gegend am Loch na Eun

 

Auf dem Weg nach Carrbridge begegnen wir einigen schottische Hochlandrinder. Wir staunen immer wieder über die langen geschwungenen Hörner und das zottige Fell. Ob sie noch aus der letzten Eiszeit stammen?

 

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Schottisches Hochlandrind

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Skulpturenweg von Frank Bruce

22. September 2015

Wir fahren nach Uath Lochans. Der Parkplatz liegt ruhig und romantisch an einem kleinen See. Hier werden wir über Nacht bleiben.
Vorerst machen wir eine kleine „Bergwanderung“. Auf die Umrundung von drei Waldseen verzichten wir und fahren stattdessen zum nahegelegenen Skulpturenweg von Frank Bruce bei Feshiebridge.

 

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Seelein in Uath Lochans

 

Frank Bruce (1931 – 2009) entwickelte den Stil der „archetypischen Abstraktion“. Die grossen Figuren beeindrucken uns sehr. Viele behandeln universelle Themen wie Arm und Reich, Krieg, Fremdheit, inneres und äusseres Selbst.
Hier eine kleine Auswahl mit freien Übersetzungen der Erläuterungen auf den jeweiligen Infotafeln.

 

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„Third World“

 

„Main figure holding a dead child“: Die Hauptfigur dieser Skulpturenguppe verkörpert die dritte Welt. In unendlicher Trauer hält sie ein totes Kind in den Armen.
Gegenüber stehen drei Figuren, die die wohlhabenden Nationen darstellen. Mit abweisendem, gleichgültigem Ausdruck blicken sie auf das Elend.

 

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„Third World“

 

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„Inner Man“

 

… man sieht meine äussere körperliche Erscheinung, mein inneres Selbst ist schwieriger zu erkennen.

 

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„Two Patriots“

 

Um Krieg zu führen braucht es Patrioten auf beiden Seiten.

 

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„Two Patriots“

 

Dieser Betrachter schaut mit grossem Kummer auf den Konflikt.

 

Unglaublich, welch ausdrucksstarke Figuren Frank Bruce aus Baumstämmen geschnitten hat. Diese Holzskulpturen gehen unter die Haut und geben Stoff zum Nachdenken.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur kleinen Bergwanderung von Uath Lochans aus und zum Skulpturenweg von Frank Bruce: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Auf den „Meall a’Bhuachaille“

23. September 2015

Nach einer sternenklaren Nacht ist der Himmel am Morgen bedeckt und es regnet leicht. Trotzdem fahren wir nach Glenmore. Heute wollen wir auf den Meall a’Bhuachaille (sprich: Meal a Voo-cal, zu deutsch: Herden Hügel).
Dieser Name ist gälisch. Alle Ortsschilder in der Gegend sind zweisprachig angeschrieben. Das Gälische ist selbst für die sprachgewandte Annette ein völlig unverständliches Idiom.
Für weitere Sprachinteressierte hier ein Werbeplakat für Windenergie.

 

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Werbeplakat für Windenergie

 

So wird gälisch geschrieben. Die Aussprache ist noch viel rätselhafter. Was mag das wohl heissen? Wetten, dass jeder den Text kennt?

Hier die Lösung:

 

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Aber eigentlich wollen wir uns ja nicht über Fremdsprachen auslassen, sondern auf den unaussprechlichen Meall a’Bhuachaille!
Der Regen hat aufgehört und es zeigen sich sogar einige blaue Flecken am Himmel.
Wir starten in Glenmore. Der Weg ist relativ breit und sehr gut unterhalten, auch dort, wo es laut Karte lediglich noch einen Pfad geben soll, auf den man sich nur mit Karte und Kompass wagen solle.

 

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Blick vom Meall a’Bhuachaille

 

Auf der anderen Seite liegt im Tal die Schutzhütte „Ryvoan Bothy“ mit Liegepritsche und offenem Kamin.
Das Notfallkonzept hängt vorschriftsgemäss an der Wand. Wir lernen, dass wir bei einem Brand unter anderem das Gebäude verlassen und uns ausserhalb dieser abgelegenen Hütte treffen sollen.
Ohne dieses Blatt wären wir wohl bei ausbrechendem Feuer in der Hütte geblieben oder wären, ohne uns von den andern zu verabschieden, fröhlich weitergewandert.

 

Jaja, man lernt auf Wanderungen so einiges … auch über den Amtsschimmel. 😉

 

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Schutzhütte „Ryvoan Bothy“

 

Danach fahren wir auf den riesigen Parkplatz Coire na Ciste, der zu den Wintersportanlagen Cairngorms Mountain gehört. Die Aussicht ist traumhaft.
Die Nacht wird sehr kalt. Das Thermometer fällt auf knapp über 4° C. Einmal mehr sind wir froh über unsere Dieselheizung.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung auf den Meall a’Bhuachaille: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Auf dem Glen Nevis Caravan & Camping Park bei Fort William

24. / 25. September 2015

Am Morgen scheint die Sonne und wir sehen direkt von unserem NOBIS aus den Berg, den wir gestern bestiegen haben.

 

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Meall a’Bhuachaille im Morgenlicht.

 

Der Himmel bedeckt sich zunehmend und als es auch noch zu regnen beginnt, beschliessen wir nach Fort William auf einen Campingplatz zu fahren.
Wäsche waschen und am Reiseblog arbeiten, stehen auf dem Programm von heute und morgen.

Link zur Strecke vom 24. September 2015:

 

 

Der Ben Nevis muss warten

26. September 2015

Der Ben Newis ist mit 1344 Metern über Meer der höchste Berg von ganz Grossbritannien. Das ist für uns Motivation genug ihn zu besteigen, aber die Wolkendecke hängt heute eindeutig zu tief. Um Nebel zu gucken, müssen wir nicht einige Stunden den Berg hoch laufen. Zudem verspricht der Wetterbericht für morgen Besserung.
Da wir die Infrastruktur des Campingplatzes nicht mehr benötigen, fahren wir trotzdem weg. Zuerst das Tal einwärts bis zum Ende der Strasse …

 

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Glen Nevis (Nevis-Tal)

 

… danach in Richtung Glenfinnan. Einige Parkplätze, die wir anfahren, sind zum Übernachten nicht geeignet.
Wir staunen über den Ordnungssinn der Briten. Selbst grosse Baumaschinen wie Muldenkipper, sind fein säuberlich neben normalen PKW’s eingeparkt.

 

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Muldenkipper auf dem PKW-Parkplatz

 

Kurz vor Glenfinnan finden wir dann doch noch einen Platz, der unseren hohen Ansprüchen genügt. Er ist ruhig und liegt direkt an einem Bach.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Heute geht’s auf den Ben Nevis

27. September 2015

Der Himmel ist am Morgen noch bedeckt, doch das Wetter soll im Verlaufe des Tages besser werden.
Um 10 Uhr brechen wir auf zur Wanderung auf den Ben Nevis. Der Weg ist sehr breit angelegt (1.2 – 2 m) und wird über weite Strecke aus Felsbrocken gebildet.

 

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Aufstieg zum Ben Nevis

 

Der berühmte Berg zieht massenhaft Wanderer an:
Solche, die laut Musik hören; einige mit kurzen Hosen; andere, die polartauglich angezogen sind; welche mit flachen Stadtschuhe; viele mit Hund; solche, die die Strecke im Laufschritt bewältigen, auch wenn sie dabei heftigst keuchen; andere, die um jeden Höhenmeter kämpfen und alle paar Schritte eine Pause brauchen; welche, die mit einer Katalanienfahne unterwegs sind (um deren Unabhängigkeits-Referendum zu unterstützen); solche, die für ein Rescue-Team oder für den Kampf gegen Krebs bei Kindern werben; einige Kinder, die freudestrahlend vom Gipfel absteigen; aber auch solche, bei denen die Eltern den Aufstieg nicht bewältigen und die darum umkehren müssen; Leute, die sich gleich nach dem Überholen breitbeinig vor uns auf den Weg stellen, weil sie eine wichtige SMS lesen müssen …

 

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Blick zum Carn Dearg

 

Einigen Wanderern scheint es zu mühevoll den eigenen Müll wieder hinunter zu tragen. Sie legen ihn lieber zwischen die Steine, was uns sehr stört. Annette liest zusammen, was sie einpacken kann. Die Schuttmenge auf dem Gipfel sprengt dann aber unsere Sammelkapazität.

 

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Von Annette eingesammelt

 

Wir brauchen für den Aufstieg 3 ¼ Std. Der Gipfel selber ist nicht sehr attraktiv. Neben den Ruinen einer Wetterstation steht im Nebel noch der betonierte Triangulationspunkt, der für Fotos vom Typ: „Ich war auch oben!“ fleissig genutzt wird. Auch Jackie, ein schwarzer Terrier, muss mit Frauchen und Herrchen dafür posieren.
Der Wind bläst unangenehm kalt. Deshalb legen wir lediglich eine kurze Pause ein.

 

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Ben Nevis im Nebel

 

 

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Gipfelfoto vom höchsten Berg Grossbritanniens

 

Der Gipfel ist lediglich ein Geröllkegel, aber die Aussicht wäre wohl wunderbar, wenn die Wolken diese nicht verstecken würden. Darüber kann man sich ärgern, aber das ist nicht vorgeschrieben. Wir ziehen es deshalb vor die Aus-Sicht zu fotografieren, wie sie nun mal eben ist.

 

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„Aussicht“ vom Ben Nevis

 

Den Abstieg legen wir dann in unserem „Talgang“ zurück, den wir uns vor Jahren als Rinderhirten auf einer Schweizer Alp angeeignet haben. Dazu lässt man sich im lockeren Trab immer leicht in den Knien abwärts treiben, ohne für jeden Fuss immer einen festen Tritt zu suchen. Es genügt, wenn jede vierte, fünfte Bodenberührung festen Halt gibt, um etwas abzubremsen oder die Richtung zu wechseln. Das erfordert volle Konzentration, aber man ist locker doppelt so schnell unten und zudem macht es riesig Spass.

 

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Abstieg vom Ben Nevis

 

Wieder unten fahren wir nach Upper Achintore.
Dort feiern wir unsere Gipfelbesteigung mit einem Apéro draussen, an dem Picknicktisch mit Blick zum Ben Nevis und sind danach ziemlich ausgekühlt. 12° C sind doch etwas gar wenig.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung auf den Ben Nevis:

 

 

Wieder ans Meer

28. September 2015

Aua!!

Der Trab zurück ins Tal von gestern hat seine Spuren hinterlassen. Wir haben nicht mehr den Trainingsstand von damals, als wir drei Monate lang jeden Tag stundenlang durch die Berghänge den Rindern nachgelaufen sind. Eine/r von uns kann sich heute Morgen vor Muskelkater kaum mehr rühren. Wer es ist, verraten wir nicht. Wir wollen Beat ja nicht blossstellen.

Wir geniessen beim Frühstück den Blick auf den Ben Nevis im Morgenrot.

 

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Morgenstimmung mit Ben Nevis

 

Die Sonne scheint und schmerzfreies Wandern ist heute nicht möglich. Deshalb fahren wir ans Meer, zum Ardnamurchan Lighthouse.

Als wir unterwegs schottische Hochlandrinder sehen, fällt uns wieder ein…

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… dass wir demnächst einen Frisör aufsuchen sollten … unsere Stirnfransen sind zwar noch nicht so lange wie bei diesem Rind, aber doch schon lange genug.

Beim abgelegenen Ardnamurchan (wieder so ein schwer auszuprechender gälischer Name) Lighthouse finden wir einen idyllischen Platz.
Im Visitorcentre könnte man Karten für eine Leuchtturmbesichtigung kaufen, doch wir setzen uns lieber an die warme Sonne. Tage mit Temperaturen über 20 ° C haben wir diesen Sommer nur selten erlebt.

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Visitorcentre beim Ardnamurchan Lighthouse

 

 

 

 

 

 

 

Als es kühler wird, bäckt Annette im Omnia-Backofen, den man auf den Gasherd stellen kann, einen ausgezeichneten Preiselbeerkuchen. Da sie im Internet kein Rezept mit frischen Beeren gefunden hat, kreiert sie kurzerhand selber eines.
Beat findet das Ergebnis sensationell, den besten Kuchen, den er je gegessen hat.
Aber Geduld, … da es schon dämmert und die Delikatesse noch warm ist, folgen das Foto und das Rezept erst morgen.

Zum Trost hier zwei Abendstimmungen vom Ardnamurchan Lighthouse.

 

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Ardnamurchan Lighthouse

 

 

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Einen schöneren Übernachtungsplatz gibt es kaum.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Annettes Preiselbeer-Cake „unserwegs“

29. September 2015

Nicht nur der Abend ist hier stimmungsvoll, auch der Morgen zeigt sich von seiner Schokoladenseite.
Während sich auf der einen Seite der Mond verabschiedet …

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… grüsst auf der anderen Seite bereits die Sonne.

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Hier nun das versprochene, hitverdächtige Rezept von Annettes Preiselbeer-Cake.

 

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Mmm …

 

Preiselbeer-Cake „unserwegs“
5 Eier
200-250 g Zucker
120 g (Sonnenblumen) Öl
120 g Wasser
1 Tl Vanillezucker
2 Tl Lebkuchengewürz
4 El Schokoladenpulver (ungezuckert)
250 g Mehl
1 Tl Backpulver
125 g frische Preiselbeeren (falls Beeren aus dem Glas verwendet werden, evtl. Zuckermenge reduzieren)

Backen: im Omnia-Ofen auf dem Gasherd dauert dies 90 Min. Unter normalen Bedingungen reichen wahrscheinlich 45 bis 60 Minuten aus. Die Stäbchenprobe bringt Gewissheit!

 

Am frühen Nachmittag verlassen wir die Halbinsel wieder und fahren zurück auf den Parkplatz Upper Achintore.
Unterwegs beobachten wir in einem eingezäunten Areal wie ein Hirschbulle spielerisch mit einem jungen Böcklein das Geweih kreuzt.

 

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Früh übt sich, was ein guter Kämpfer werden will.

 

Wir fahren einmal mehr an einem der unzähligen einsamen Sandstrände Schottlands vorbei. Schade, dass die Temperaturen nicht südeuropäisches Niveau erreichen – aber vielleicht ist das auch besser so, sonst wäre hier wohl auch alles überlaufen, verbaut und verdreckt.

 

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Bucht von Ardslignish mit Ben Hiant

 

Auf dem Parkplatz Upper Achintore, auf dem wir vorgestern alleine standen, ist heute kaum ein Platz frei. Einige PKW´s und ein weiteres WoMo stehen da. Erst nach einiger Zeit wird eine geeignete Stelle für uns frei.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Rotkehlchenmusik“

30. September 2015

Zum Einkaufen fahren wir nach Fort William. Ein Rotkehlchen sitzt auf einem der Bäume am Rande des grossen Parkplatzes und begrüsst uns mit seinem Lied. Erfolgreich setzt es sich gegen den Lärm der Stadt durch.

 

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Singendes Rotkehlchen

 

Danach fahren wir nach Dalmally, wo wir einmal mehr einen ruhigen Übernachtungsplatz bei einem Friedhof finden.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wandern geht wieder schmerzfrei

1. Oktober 2015

Wir wollen nach Tarbet fahren. Die Strassenführung um Crainlarich herum wurde wohl ganz neu gestaltet und wir verfahren uns zweimal. Als wir die Karte nochmals konsultieren beschliessen wir spontan, statt nach Tarbet zu fahren, einen Abstecher einzulegen an den Loch Voil, Loch Doine und später Loch Katrine. Die Strasse entlang den ersten beiden Seen ist sehr schmal, nur wenige „passing places“ ermöglichen das Kreuzen. Wir haben Glück, entweder es passt sowieso oder der entgegenkommende Fahrer setzt sofort zurück.
Beats Muskelkater hat sich in Luft aufgelöst und wir wandern in Inverlochlarig vom Ende der öffentlichen Strasse aus ein Stück dem River Larig entlang und zurück. Die Gegend erinnert uns einmal mehr stark an Schweizer Alpentäler und wir fühlen uns wohl hier.

 

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River Larig hinter Inverlochlarig

 

Der Weg führt durch einen Bauernhof. Auf dem Rückweg können wir einem Border Collie zuschauen, wie er eine Gruppe Schafböcke in den Stall treibt.

 

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Wir kommen mit dem jungen Bauern ins Gespräch. Er arbeitet hier auf dem weitläufigen, abgelegenen Betrieb, der seiner Familie gehört. Sein Cousin stösst dazu und wird sogleich geneckt, dass er leider nur Englisch und kein Schottisch sprechen würde.
Beide kennen jedoch die Welt, sie haben schon mehrere Monate lang in Australien und in Frankreich auf Schaffarmen gearbeitet.

Der Cousin behauptet, sie hätten hier immer so schönes Wetter wie heute. Als Annette fragt, woher denn das Wasser komme, das weiter hinten über den Weg fliesst, antwortet er schlagfertig, da ihnen hier der Regen fehle, müssten sie Wasser auf die Berge fliegen und runterlaufen lassen.

Nach der längeren, humorvollen Unterhaltung fahren wir die Strasse zurück und weiter an den Loch Katrine. Wir könnten morgen mit einem Dampfschiff ans andere Ende des Sees gelangen und zurückwandern, aber die 20 km sind uns zu weit. Deshalb verzichten wir darauf und fahren stattdessen auf den Duke’s Pass.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung von Inverlochlarig aus:

 

 

Ein nicht so erfolgreicher Tag

2. Oktober 2015

Gleich nach dem Frühstück fahren wir die Runde durch den Achray-Forest. Annette brütet eine Erkältung aus, Beat hat schlecht geschlafen und so lässt uns die Rundfahrt ziemlich kalt.

Auch ein Abstecher an den Stronalachar Pier am Loch Katrine und nach Inversnaid, wo die Loch Lomond Fähren anlegen, kann uns nicht begeistern.

Kurz vor Aberfoyle biegen wir auf einen Rastplatz am Loch Ard ab. Nach einer kurzen Pause brechen wir auf zu einer Rundwanderung, an der auch Rob Roy’s Cave liegen soll. (Robert Roy MacGregor war ein schottischer Volksheld und Geächteter des frühen 18. Jahrhunderts.)
Die Wanderung ist schön, doch die Höhle entdecken wir nicht.
Die Brombeeren am Weg tragen üppig Früchte, aber leider noch kaum reife Beeren.

Auf der Weiterfahrt peilen wir einige Schlafplätze an, doch es ist nichts Passendes dabei und wir müssen bis nach Greenock Cut fahren. In Dumbarton und Duntocher geraten wir in den Feierabendverkehr. Für Annette, die Fieber hat, wird die Fahrt ziemlich lange

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung am Loch Ard: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Auf den Spuren von Andy Goldsworthy

3. Oktober 2015

Wir fahren über Land, durch das hübsche Noddsdale Water Tal nach Largs. Beat kauft ein und Annette studiert währenddessen einige Touristen-Infos. Dabei entdeckt sie, dass in der Nähe von Moniaive einige Kunstwerke des Naturkünstlers Andy Goldsworthy stehen. Daran können wir unmöglich vorbeifahren. Wir sind fasziniert von seiner Kunst und besitzen mehrere Fotobände seiner Werke.

Kurz vor Penpont entdecken wir oben auf einem Hügel auf einer ordinären Kuhweide eine Skulptur in Ei-Form, ca. 3 Meter hoch. Wir vermuten, dass diese von Goldsworthy stammt.
Später lesen wir, dass dieses Kunstwerk tatsächlich von ihm gebaut wurde und kein Ei, sondern einen Kieferzapfen darstellt.

 

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„Sandstone Pine Cone“ von Andy Goldsworthy

 

Auf dem Parkplatz in Moniaive suchen wir auf einer Touristeninformations-Tafel nach Infos über die „Striding Arches“ von Goldsworthy, die hier in der Nähe stehen müssen. Diese werden aber unverständlicherweise nur in einem Nebensatz erwähnt.
Stattdessen finden wir viele und reife Brombeeren. Wir können nicht widerstehen und pflücken 1¼ kg.

Danach fahren wir ins Dalwhat Water Tal hinein und übernachten in Benbuie direkt neben einem weiteren Kunstwerk von Goldsworthy.

Doch Spannung muss sein und darum berichten wir erst im nächsten Reiseblog-Teil davon.
Wir freuen uns jetzt schon, wenn du dann wieder bei uns reinklickst. 😉

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Striding Arches“ von Andy Goldsworthy

4. Oktober 2015

Heute ist unser grosser Goldsworthy-Tag.
Zuerst schauen wir uns The Byre an. The Byre ist ein Gebäude, in das Andy Goldsworthy einen Steinbogen durch das Fenster gelegt hat.

 

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„The Byre“ von Andy Goldsworthy

 

Wir haben auf dem Platz direkt vor diesem Kunstwerk übernachtet.
Danach wollen wir die Striding Arches besuchen. Diese drei „schreitenden Bogen“ sind auf drei verschiedenen Hügel errichtet und stehen in Sichtkontakt zueinander.
Wir fahren der Forststrasse entlang weiter ins Tal. An einer Stelle werden Bäume im grossen Stil gefällt. Zum Glück ist heute Sonntag und niemand arbeitet, so können wir ungehindert passieren.

 

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Kahlschlag im Dalwhater-Tal

 

Von Ferne grüsst bereits der Striding Arch von Andy Goldsworthy auf dem Benbrack.

 

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Von einem Parkplatz aus wandern wir zuerst 30 Minuten zum Striding Arch, der auf dem Colt Hill steht. Beeindruckt stehen wir vor dem schlichten Kunstwerk.

 

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Striding Arch auf dem Colt Hill

 

Alle drei Bogen sind gleich gebaut. Sie haben einen Durchmesser von ca. 7 Metern und sind knapp 4 Meter hoch. Sie bestehen aus jeweils 31 handbehauenen roten Sandsteinen und wiegen etwa 27 Tonnen. Die Steine sind ohne Mörtel zusammengefügt und halten sich gegenseitig lediglich durch Reibungs- und Schwerkraft.
Von hier aus sieht man auch die zwei anderen Arches auf dem Benbrack und auf dem Bail Hill.

 

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Blick vom Arch auf dem Colt Hill zum Bogen auf dem Benbrack

 

Als nächstes peilen wir den Bogen auf dem Benbrack an. Dazu wandern wir wieder zurück ins Tal. Beim Abstieg bewundern wir die alten Zaunpfähle. Auf jedem hat sich im Laufe der Jahre ein eigenes kleines Biotop gebildet. Keine zwei sind gleich. Es wachsen Flechten, Moose und Gräser in unterschiedlichsten Kombinationen.

 

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Wir kommen an unserem NOBIS vorbei und steigen auf der anderen Seite wieder hoch.

 

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Blick vom Benbrack zum Colt Hill

 

 

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Annette blickt vom Benbrack zum Bail Hill, im Hintergrund der Colt Hill

 

Die „Striding Arches“ (Schreitende Bogen) von Andy Goldsworthy beeindrucken uns. In einer Gegend, in der viel Wald steht, wurden die Bogen so auf drei Hügeln aufgebaut, dass man trotz der grossen Distanzen jeweils die beiden anderen sieht. Alle sind gleich gebaut und so kann man sich vorstellen, dass die Bogen im Kreis, von Hügel zu Hügel, schreiten.

Nun „schreiten“ wir wieder zurück zu unserem NOBIS. Der Weg führt durch ein Hochmoor. Damit man den selten begangenen Weg findet, ist er markiert. Die Wegzeichen sind zum Teil Holzpfosten mit Piktogrammen der schottischen Nationalblume, der Distel…

 

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Markierung auf dem Southern Upland Way

 

… zum Teil aber auch nur Plastikbänder, die ins Gras gebunden sind.

 

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Unkonventionelles Wegzeichen

 

Wir fahren ein Stück zurück an den Fuss des Bail Hill. Natürlich müssen wir auch zum dritten „Arch“ wandern. Bei einer Trilogie liest man ja das dritte Buch auch.
Der Einstieg in den Weg durch den Wald ist schwer zu finden. Wir wollen deshalb aussenherum hochwandern. Beat versteigt sich in einer nassen, mit vielen Wasserlöchern durchsetzten Weide und muss vor einem Stacheldrahtzaun umkehren. Annette hat einen besseren Weg gewählt und denkt, dass Beat ihr folgen werde. Dieser hat sie jedoch aus den Augen verloren und geht zurück. Diesmal findet er den offiziellen Weg. Ein kleiner Zaunübergang, den man von der Strasse aus kaum sieht, weit oben vor dem Wald, markiert den Einstieg.

Wir wandern also auf getrennten Wegen zum selben Ziel und erreichen es beide. Wir verpassen uns jedoch um rund zehn Minuten.
Da der Aufstieg mühsam war und durch schwer begehbares Gelände führt, denken beide, dass der andere wohl aufgegeben habe und umgekehrt sei.
Dabei gehen wir doch schon bald 18 Jahre gemeinsam durchs Leben und hätten eigentlich wissen müssen, dass der Andere ein Ziel, das er sich gesetzt hat, jeweils sehr beharrlich verfolgt und selten davon ablässt, bevor es erreicht ist. 😉

 

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Arch auf dem Bail Hill

 

Wir treffen uns wieder unten im Tal und beschliessen nochmals bei dem Steinbogen, der ins Haus führt, zu übernachten.
Wir beschliessen unseren „Goldsworthy-Tag“ damit, wie wir ihn begonnen haben: bei einem seiner Werke.
Wir finden die Arbeiten von Andy Goldsworthy genial. Er hat auch viele flüchtige Kunstwerke mit natürlichen Materialien wie Blättern, Zweigen, Steinen, ja sogar Eis gebaut und dann fotografisch festgehalten. Einige Bilder findet man im Internet. Wir haben hier einen Link zu einer der vielen Seiten, die über ihn bestehen, eingefügt, damit du dir ein Bild von seiner vielfältigen Kunst machen kannst. Ein Klick darauf lohnt sich.

Link zu Bildern von Andy Goldsworthy:

Link zur heutigen Strecke:

Link zu den Wanderungen zu den „Striding Arches“: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Elfen wohnen unter Bäumen

5. Oktober 2015

Heute regnet es in Strömen.
Wir sind beide erkältet und fiebrig. Die vier Stunden wandern gestern durch zum Teil holperiges und nasses Gelände war bei unserem Gesundheitszustand sicher nicht optimal. Aber die Striding Arches mussten wir einfach gesehen haben.

Wir fahren deshalb heute auf einen Wohnmobilstellplatz nach Glencaple. Dort stehen wir aber vor einem verschlossenem Tor. Da unsere Wasservorräte komplett aufgebraucht sind, klettert Beat über den Zaun und holt Wasser am Service Point. Nur wenige Sekunden nachdem wir beschlossen haben, dass auch ein halbvoller Tank vorerst ausreichend dürfte und wir den Kanister versorgt haben, hält hinter uns ein Auto. John, der Betreiber des Platzes ist vorgefahren. Seine Töchter hätten uns vom Schulbus aus gesehen und ihn informiert, dass hier ein WoMo stehe. John ist sehr liebenswert, entschuldigt sich fürs Wetter und den noch rudimentären Ausbau des Platzes (kein WC, keine Dusche, kein Strom). Der Platz wurde erst dieses Jahr eröffnet. 2016 soll dann alles Notwendige angeboten werden und der Stellplatz mit Solarstrom und Biokläranlage als Öko-Anlage geführt werden. Er bietet uns an für £ 8.– inkl. WiFi hier zu bleiben. Wir nehmen gerne an. Danach zeigt er uns den Platz.
Seine Töchter haben zwei Türchen gebastelt und diese zwischen die Wurzeln eines Baumes gestellt. Hier wohnen die Elfen auf dem Stellpltaz „Castle Corner“ bei Glencaple. Wir schlafen vorzüglich in diesem Elfenparadies.

 

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Elfenhaus

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bye bye Schottland, hello England!

6. Oktober 2015

Am Morgen spazieren wir im Natural Nature Reserve Caerlaverock hinter dem Campingplatz. Es hat viele schöne, reife Brombeeren und wir pflücken nochmals zwei Dosen voll. Damit haben wir dieses Jahr insgesamt 2 ¾ kg gesammelt.
Aber wir sehen nicht nur Beeren, sondern auch eine Erdkröte mit goldenen Augen. Die fotografiert Beat lediglich, denn wer schluckt schon freiwillig Kröten?

 

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Erdkröte (Bufo bufo) im „Natural Nature Reserve Caerlaverock“

 

Kurz nach Annan verlassen wir Schottland. 😦

In Threlkeld sind viele Häusar aus schmalen Steinplatten gebaut, dadurch wirken sie nicht so schwer wie andere Natursteinhäuser, die aus Quadern gebildet werden.

 

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Schmuckes Häuschen in Threlkeld

 

Den schwarzen Eisenzaun der Primarschule zieren gestrickte Farbstifte. Für eine Dekoration braucht es nicht zwingend viel Geld; mit Fantasie und etwas handwerklichem Geschick lässt sich Originelleres gestalten.

 

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Origineller Zaunschmuck der Primarschule in Threlkeld

 

Etwas oberhalb von Keswick stellen wir uns auf einen Parkplatz für Wanderer, der inmitten von Weiden liegt.

 

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Einsames Bänklein unter einsamem Baum für zweisame Stunden.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

500 Tage „unserwegs“

7. Oktober 2015

Am Morgen füllt sich unser Parkplatz am Berg mit Hündelern, Wanderern und Kindern auf „Outdoor Experience“.

Wir fahren wir auf den Campingplatz „Castlerigg Hall“, der etwas oberhalb von Keswick liegt.
Wir sind immer noch schlapp von unseren Erkältungen und verbringen den Tag mit Lesen, Dösen, Teetrinken …
Annette hat ausgerechnet, dass wir heute vor 500 Tagen zu unserer unbefristeten Europareise aufgebrochen sind. Das feiern wir am Abend mit einem Essen im Restaurant des Campingplatzes. Das Ambiente bei Kerzenlicht ist sehr schön, die Bedienung zuvorkommend und das Essen … ja, wie soll man das beschreiben … also … der Koch hat sich sicher alle Mühe gegeben, die er hatte. 😉

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Spaziergang nach Keswick

8. Oktober 2015

Am frühen Nachmittag brechen wir bei strahlendem Sonnenschein auf zu einem Spaziergang nach Keswick. Ein lauschiger Fussweg führt hinunter ins Städtchen.

 

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Keswick

 

In der Fussgängerzone ist heute Markt. Wir setzen uns in ein Strassencafé und erfreuen uns an dem munteren Treiben.

Auf dem Rückweg wird uns erst so richtig bewusst, wie attraktiv die Gegend hier im Lake Distrikt ist. Gestern waren wir noch zu müde und ausgelaugt, um ein Auge für diese malerische Hügellandschaft zu haben.

 

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Hügelkette bei Keswick

 

 

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Derwent Water bei Keswick

 

Link zum Spaziergang nach Keswick:

 

 

Endlich … Fish and Chips

9. Oktober 2015

Unsere Reise durch Grossbritannien neigt sich langsam dem Ende entgegen und wir wollen dieses Land nicht verlassen, ohne die berühmten Fish and Chips gegessen zu haben. Deshalb übernachten wir in Congleton für einmal mitten in der Stadt.
Annette entdeckt „The Counting House“, ein originelles Restaurant, das sich in einer ehemaligen Bank befindet. Wir essen im Tresorraum und sind froh, dass die dicke Eisenbeton-Türe die ganze Zeit offen steht. 😉
Übrigens, die Fish and Chips schmecken, wie auch der knackig frische Salat, vorzüglich.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über die Themse

10. Oktober 2015

Heute fahren wir um London herum und bei Dartford über die Themse. Die imposante Brücke („Queen Elizabeth II Bridge“) ist mit Drahtseilen oder Stahlstangen an vier hohe Betonpfeiler gehängt. So wirkt die Konstruktion trotz ihrer Mächtigkeit filigran.

 

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„Queen Elizabeth II Bridge“ über die Themse

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Dass diese Brücke, sowie der parallel dazu verlaufende Tunnel, durch den wir vor Monaten fuhren, mautpflichtig sind, erfahren wir erst viel später, als eine Rechnung über CHF 3.88 pro Durchfahrt eintrifft. Das Nummernschild wurde fotografiert und so eine Rechnungsadresse gefunden. Da wir nichts bezahlt haben, wird uns zusätzlich ein „Verwarnungsgeld“ von CHF 108.65 pro Durchfahrt angedroht.
Die Mautstationen wurden aufgehoben. Viele Autofahrer wissen deshalb gar nicht, dass man für diese Passagen die Maut auf elektronischem Weg überweisen muss. Deshalb würde uns das Verwarnungsgeld erlassen, wenn wir innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt der Rechnung bezahlen würden, was wir natürlich schleunigst tun.

England ist viel dichter besiedelt als Schottland und wir verbringen einige Zeit mit der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. Einige Plätze sind mit „no overnight parking“-Tafeln versehen, andere mit einem Metallbalken auf 2.00 m Höhe abgesperrt.

Erst als es bereits dunkel ist, finden wir in einem Wald bei Eastwell das Gesuchte.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Eilt es … kostet es!

11. Oktober 2015

Am Morgen sehen wir dann, in welcher Gegend wir genächtigt haben. Ganz in der Nähe steht die Ruine einer Kirche.

 

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Es ist eigenartig, wenn man vor einem Gebäude steht, durch ein Fenster blickt und nach draussen schaut.

 

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Blick von aussen nach draussen

 

Wir fahren nach Dover ins Hafengelände und wollen uns dort eine Fahrkarte für die Überfahrt nach Dünkirchen (Frankreich) kaufen. Wir haben die Tickets nicht im Voraus bestellt, da wir uns nicht auf ein Datum festlegen wollten.
Fahrscheine werden erst nach der Zollkontrolle verkauft. Eine Überfahrt für uns zwei und unseren NOBIS soll umgerechnet CHF 165.– kosten. Also rund das Doppelte von dem, was wir für eine Buchung über Internet bezahlen müssten. Wir verzichten auf das „Angebot“, verlassen das Gelände und buchen elektronisch für morgen. Eine Überfahrt kostet nun CHF 85.–. So leicht spart man Geld, wenn man Zeit hat.

Und wir nutzen die Zeit.

Freunde haben uns geschrieben, dass sie vor rund 30 Jahren in Rye gewesen sind und dass dies damals ein ausserordentlich schönes Dorf war. Wir fahren also dorthin um zu sehen, ob dem immer noch so ist.
Unterwegs treffen wir in Orlestone auf eine hübsche Kapelle. Idyllisch liegt sie in einem gepflegten Friedhof, umgeben von hohen, alten Bäumen.

 

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Marys Church in Orlestone

 

In Rye parken wir eingangs Dorf und spazieren in den alten Teil des Städtchens.
Was wir antreffen, ist zu schön um es in Worte zu fassen. Darum hier einige Impressionen:

 

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Nicht nur das ganze Quartier beeindruckt durch seine gepflegte Schönheit, es gibt auch viele Details und pittoreske Ecken zu entdecken.

Wenn man geradeaus schaut …

 

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… den Kopf hebt …

 

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… oder senkt!

 

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Gisela und Otto, vielen Dank für den Tipp. Wir haben hier ein wunderschönes Städtchen entdeckt, das wir ohne euren Hinweis nicht besucht hätten.

Nach diesem erholsamen Nachmittag fahren wir nach Dungeness, wo wir in dem Naturschutzgebiet einen ruhigen „Schlafi-Platz“ finden.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zurück aufs Festland

12. Oktober 2015

Heute geht’s zurück aufs Festland. Am Mittag legt unsere Fähre in Dover ab.
Der Fährhafen ist riesig. Jede Stunde verlässt ein grosses Schiff den Hafen, meist gut gefüllt mit Lastwagen und Autos und Fussgängern.

 

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LKW’s warten auf das „Boarding“

 

 

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Reger Verkehr im Hafen von Dover

 

Am 2. Juli haben uns die weissen Klippen von Dover begrüsst, heute – fünfzehn Wochen später – verabschieden sie uns wieder.

 

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Die berühmten „White Cliffs“ von Dover

 

Auch bei schönster Fernsicht lohnt es sich oft den Kopf zu senken. Häufig warten auch hier Details darauf, beachtet zu werden. 😉

 

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Vor über drei Monaten sind wir auf die Insel gefahren und haben hier eine ausserordentlich schöne Zeit verbracht.

Thank you, GREAT Great Britain!

 

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Link zur heutigen Strecke:

 

 

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