Griechenland 2017 / 2018

 

21. November 2017 – 26. Februar 2018

Karte zu unserer Reise durch Griechenland 1. Teil
21. November – 18. Dezember 2017
(Da man auf google maps nur neun Routen erstellen kann, mussten wir unsere Reise vom 21. 11. 2017 – 26.02.2018 durch Griechenland auf drei Karten aufteilen.)
Karte zu unserer Reise durch Griechenland 2. Teil
19. Dezember 2017 – 7. Februar 2018

Karte zu unserer Reise durch Griechenland 3. Teil
8. – 26. Februar 2018

 

Sonniger Novembertag

21. November 2017

Kurz nach sechs Uhr früh kommen wir mit der Fähre in Igoumenitsa an.
Einige Bäckereien haben bereits geöffnet und Annette kauft ein frisches Brot, das köstlich schmeckt.
„Guten Morgen, Griechenland!“

In den Bergen bei Polydroso blicken wir auf die letzten Nebelfelder im Tal.

 

 

 

 

Bald schon lösen sie sich auf und ein sonniger Tag mit Temperaturen von 20° C liegt vor uns.

 

Herbstblatt in der Sonne

 

Ioannina liegt wunderschön am Pamvotida-See. Die Bergspitzen dahinter zeigen sich im ersten Schnee. Es ist Ende November und wir stehen in unseren T-Shirts draussen.
Griechenland erobert unsere Herzen gleich am ersten Tag!

 

Pamvotida-See

 

Bei Metamorfosi schaut eine riesige Frauenfigur von einem Hügel ins Tal. Die wollen wir uns ansehen. Leider ist der Text auf der Informationstafel nur auf Griechisch.
Der Parkplatz daneben ist so schön gelegen, dass wir gleich über Nacht bleiben.
Zu unserem weiteren Glück entdecken wir im offenen Keller unter der Statue eine Steckdose.
Nun sitzen wir friedlich draussen an der Sonne, nippen an unseren Getränken, während die Batterien unseres NOBIS Strom aus dem Netz saugen können.

 

Übernachtungsplatz bei Metamorfosi

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung in die Vikos-Schlucht

22. November 2017

Der Wecker klingelt bereits um 6:45 Uhr. Wir sind es nicht mehr gewohnt, so früh aufzustehen. Da wir aber heute die Vikos-Schlucht besuchen wollen, bleiben wir nur noch kurz in den warmen Betten liegen.
Nachts fiel die Temperatur draussen deutlich, das Gras ist gefroren.

Unbeirrt steht die Frauenfigur auf ihrem Hügel.

 

Frau von Zagori

 

Auf der Weiterfahrt kommen wir am Tourismusinformations-Center vorbei. Annette will sich nur kurz nach den Wetterprognosen und der Statue erkundigen. Beat wartet im Auto.
Artemis begrüsst Annette sehr herzlich und erzählt auf packende Weise von der Geschichte, den Leuten und der Geografie des Zagori-Naturparks. Irgendwann kommt auch Beat dazu…. schlussendlich sind wir beinahe zwei Stunden da und ziehen mit neuen Informationen und Ideen für Ausflüge weiter.

Übrigens, die Frau von Zagori, zu deren Füssen wir genächtigt haben, wurde zu Ehren der Frauen errichtet, die im Zweiten Weltkrieg den griechischen Soldaten Lebensmittel und Munition an die Front brachten.

 

Landschaft in der Region Epirus

 

In Vikos spazieren wir zum Aussichtspunkt und blicken in die tiefste Schlucht der Welt hinunter. Was wir da sehen, gefällt uns und wir wandern den steilen Pfad in den Canyon hinab.

 

Gebäude in der Vikos-Schlucht

 

 

Vikos-Schlucht

 

 

Grat im Gegenlicht

 

Die urige Landschaft hat uns gepackt. Wir beschliessen morgen von Monodendri aus die Schlucht komplett zu durchwandern.
Zurück in Vikos fahren wir durch die waldige Berglandschaft nach Monodendri …

 

Strasse nach Papingo

 

… und weiter durch den „Steinernen Wald“ nach Monodendri Oxia.
Der Steinerne Wald ist ein grosses Waldstück, in dem viele meterhohe Felstürme und Wände stehen. Sie bestehen aus lauter schmalen Steinplatten, als ob ein Maurer sie aufgeschichtet hätte.

 

Steinerner Wald von Monodendri

 

Link zur Wanderung in die Vikos-Schlucht: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zu Fuss durch die Vikos-Schlucht

23. November 2017

Nach einem Kaffee auf der Terrasse einer Bar wandern wir los. Erst durch die schmucken Gässchen von Monodendri …

 

Monodendri

 

… vorbei an einem kleinen, renovierten Amphitheater …

 

 

 

 

… und dann einen steilen Weg hinunter in den Canyon. Die Schlucht ist 900 Meter tief und ihre Kanten sind an der engsten Stelle nur 1’100 Meter voneinander entfernt.
Mit diesen Zahlen schaffte sie es als tiefste Schlucht der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde.
Kein Wunder, dass um diese Jahreszeit die Sonnenstrahlen nur kurze Zeit bis auf den Talboden reichen.

 

Letzte Sonnenstrahlen am Hang

 

Einige Pfaffenhütchen geniessen die knappe Sonnenzeit.

 

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

 

Auf dem Talboden verläuft der Fluss vorwiegend unterirdisch. Nur selten zeigt er sich kurz an der Oberfläche.
Wir wandern im Schatten durch die rundgeschliffenen Felsen. Vereinzelt haben sich dunkle Steine im hellen Sediment abgelagert.
Besonders gut gefällt uns das „Gespenst“. Aber auch die „Riesenassel von unten“ oder der „kleine Seehund“ haben es uns angetan.

 

„Gespenst“

 

„Riesenassel von unten“

 

 

 

 

 

 

 

„Kleiner Seehund“

 

 

 

 

 

 

 

Hoch oben an den Felshängen leuchtet der Herbstwald in der Sonne.

 

 

Eine Bergspitze spiegelt sich in einem der seltenen Wasserlöcher.

 

„Verkehrte Welt“

 

Bei Vikos verlassen wir diese wunderbar archaische Schlucht wieder und steigen hinauf ins Dorf, das wir nach viereinhalb Stunden Wanderzeit erreichen.

Den Versuch per Autostopp zurück nach Monodendri zu kommen, geben wir nach einer Stunde auf. In dieser Zeit fährt kein einziges Auto vorbei.
Annette fragt im Ort nach einem Taxi und ein älterer Mann erklärt sich bereit, uns für € 35.00 die knapp 25 Kilometer zu fahren. Wir plaudern sehr nett mit Kostantinos über sein Leben in Athen als Lehrer und als Rentner in diesem abgelegenen Bergdorf, die Abwanderung der jungen Leute, die Klimaveränderungen… der Gesprächsstoff geht uns nicht aus.

Von Monodendri fahren wir wieder zurück an unseren Übernachtungsplatz bei der Frau von Zagori.
Als wir eintreffen, stehen da bereits fünf WoMos, offensichtlich Marke Eigenbau, vier mit französischen und eines mit Schweizer Nummernschildern. Ein Lagerfeuer brennt und wir unterhalten uns wunderbar auf Französisch, Englisch und Schweizerdeutsch.
Einige Zeit später fährt ein weiteres, grosses Wohnmobil mit deutschen Kennzeichen auf den Platz. Diesen Reisenden scheint ihr Fernsehprogramm wichtiger zu sein als ein kleiner Schwatz. Sie bleiben in ihrem Fahrzeug verschanzt.

Link zur Wanderung durch die Vikos-Schlucht: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Brückentag

24. November 2017

Die Nacht war kalt, doch die Sonne wärmt unseren NOBIS schon früh auf.
Nach und nach trifft man sich auf dem Hügel am Fusse der „Frau von Zagori“. Alle geniessen die wärmende Sonne und das lockere Geplauder … fast alle … Die Insassen des grossen WoMos scheinen sich nur in ihrem Bunker sicher zu fühlen und fahren irgendwann weg, ohne auch nur einen Fuss auf diesen wunderschönen Hügel gesetzt zu haben.
Man kann sein Wohnmobil ja auch als fahrbares Gefängnis verwenden.

 

Blick vom Hügel der Frau von Zagori

 

Spät verabschieden wir uns von der fröhlichen Runde und fahren los.

Heute ist unser Brückentag!
Nicht dass wir einen freien Tag hätten, ganz im Gegenteil. Wir wollen uns einige der historischen Brücken in der Gegend von Kipi ansehen.

Von einer Infotafel, die bei der dreiteiligen Kalogerika- oder Plakida Brücke steht, lernen wir, dass die Brücken jeweils von reichen Leuten gesponsert wurden, die ihnen auch den Namen gaben.
Die Kalogerika- (Mönchs-) oder Plakida-Brücke wurde 1814 erstellt. Ab 1865 gaben die Bewohner der Region ihr den zweiten Namen, nach Alexis Plakida aus Koukouli, der sie rekonstruieren liess.

 

Kalogerika- oder Plakida Brücke

 

 

Lazaridi-Kontodimou-Brücke (1764)

 

Bei der Milos-Brücke vermuten wir, dass die zwei Bogen ein verzaubertes Liebespaar sind.

 

Milos-Brücke (1748)

 

Leider können wir sie nicht danach fragen, denn wir verstehen kaum Griechisch, geschweige denn Brücken-Griechisch.
Aber das Kind der beiden steht etwas versteckt bei der alten Mühle.

 

Baby-Brücke

 

Nun fahren wir nach Kapesovo. Dort schlendern wir durch das Bergdorf, setzen uns in das Strassencafé am Hauptplatz und geniessen die Spätherbst-Sonne.

 

 

Wir unterhalten uns nett mit der Wirtin. Sie ist stolz auf die einheimischen Produkte und stellt vieles selber her, so auch den aromatischen Bergkräutertee.

 

Tisch- und …

 

 

… Wanddekoration

 

Wir kaufen in dem Lädeli Honig, selber gemachte Feigen- und Zitronenkonfitüre, alles natürlich und ohne künstliche Zusatz- oder Farbstoffe.

 

Granatäpfel als Wanddekoration

 

Danach fahren wir nach Beloi. In weniger als einer Stunde wird es bereits wieder dunkel sein. Wir eilen deshalb in einer knappen Viertelstunde zum Aussichtspunkt. Von hier habe man den schönsten Blick in die Vikos-Schlucht, die wir gestern durchwandert haben. Der Blick ist wirklich spektakulär. Leider liegt der Canyon vollständig im Schatten. Wir beschliessen morgen Vormittag nochmals herzukommen und hoffen auf bessere Lichtverhältnisse.

Für die Nacht fahren wir nochmals zu unserer Frau von Zagori. Dort treffen wir wieder Sandrine und Michael aus der Schweiz an. Wir geniessen den Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit ihnen.

Link zum „Spaziergang“ zum Aussichtspunkt von Beloi: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ein letzter Blick in die Vikos-Schlucht

25. November 2017

Heute sind wir früh auf den Beinen, und fahren nach dem Frühstück nochmals nach Beloi. Es lohnt sich … das Bild spricht für sich!

 

Vikos-Schlucht von Beloi aus gesehen

 

Erst auf dem Rückweg zum Wohnmobil fallen uns die vielen Wacholdersträucher auf, die voller Beeren hängen.
Gestern Abend und heute Morgen sind wir so zielstrebig an ihnen vorbeigelaufen, dass wir sie nicht gesehen haben.

 

Wacholderbeeren (Juniperus deltoides)

 

Nochmals bewundern wir die kuriosen, geschichteten Felstürme, die zwischen den Bäumen aus dem Boden zu wachsen scheinen.

 

Felstürme bei Kapesovo

 

Auf einer Nebenstrasse geht es weiter durch den Pindos-Aóos Nationalpark Richtung Konitsa.
Die kleinen, abgelegenen Dörfer haben keine Zukunft mehr. Daran wird wohl auch der Betreiber der kleinen Sägerei nichts mehr ändern können, der seine Balken und Bretter entlang der Strasse zum Trocknen gestapelt hat.
Die meisten Häuser stehen leer und die Strasse ist in einem erschreckend schlechten Zustand.
Mal ist eine Strassenhälfte ins Tal gerutscht, mal liegen heruntergekollerte Steine auf der Fahrbahn. Büsche erobern den Asphalt zurück. An einer Stelle warnt eine mit Sand gefüllte Plastiktüte vor einem Bruch in der Fahrbahn.
Hier wird seit Jahren nichts mehr instand gestellt.

 

 

 

 

 

 

Ab Vryssochori wird die Strasse wieder besser. Wir fahren ins Aóos-Tal hinunter.

 

Blick auf das Aóos-Tal

 

Um 15:30 Uhr kaufen wir in Konitsa in einem „Supermarket“ ein. Als wir den Laden betreten, zündet eine Frau in Polizei-Uniform das Licht an. Sie ist auch die Verkäuferin. Als wir den Laden wieder verlassen, löscht sie die Lampen und schliesst ab. Sie hat nicht etwa Feierabend, sondern arbeitet nun als Polizistin weiter.

Über 90 % der Bevölkerung gehören dem griechisch-orthodoxen Glauben an. Am Strassenrand stehen unzählige kleine Kapellen und Bildstöcke.

 

Kleine Kapelle in Konitsa

 

 

In der Kapelle

 

Zum Schlafen fahren wir auf einen Parkplatz direkt bei der Konitsa-Brücke. Hier wird man nicht mehr lange stehen können, denn er wird zu einem Picknickplatz umgebaut.
Die Brücke wird nachts wunderschön beleuchtet.

 

Konitsa-Brücke (1871)

 

Sie wurde 1871 fertiggestellt. Der Informationstafel entnehmen wir, dass die Kosten zu einem grossen Teil von wohlhabenden Bürgern aus Konitsa getragen wurden. Es wird darauf hinwiesen, dass diese sowohl dem christlichen als auch dem muslimischen Glauben angehörten. Damals hätten sich noch alle gemeinsam um das Wohlergehen des Ortes gekümmert.

Die Brücke ist 20 m hoch und hat eine Spannweite von 40 m. Damit ist sie die längste Einbogen-Brücke auf dem gesamten Balkan.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kastoria

26. November 2017

Am Morgen betrachten wir die imposante Brücke nochmals im Tageslicht, bevor wir weiter fahren.

 

Konitsa-Brücke bei Tag

 

Die Tankstellen in Konitsa sind heute Sonntag geschlossen. Auch auf der weiteren Strecke sieht es gemäss Navi schwierig aus mit Tanken.
Beat fährt im Super-Spar-Modus. Mit den letzten Tropfen Diesel erreichen wir Tsotili. Dort ist die Tankstelle zum Glück geöffnet. Soviel Treibstoff wie heute haben wir noch nie in den Tank füllen lassen. Wir hätten es wohl nicht mehr weit geschafft.

In Kastoria setzen wir uns in ein Café am Orestiáda-See und geniessen die Sonne.

 

Kastoria am Orestiáda-See

 

Ende November im T-Shirt draussen sitzen, das haben wir schon lange nicht mehr gehabt. Einer der beiden Männer am Nebentisch spricht uns an. Er stammt aus der Region. Seine Familie führt einen Fleischgrosshandel und deswegen ist er immer mal wieder hier. Sonst lebt er in der Nähe von Stuttgart.
Wir plaudern dies und das und als er seine Zeche begleicht, lädt er uns gleich mit ein.
Efcharisto poli!

Später fahren wir auf die Halbinsel, die an die Stadt anschliesst und finden einen sehr hübschen Übernachtungsplatz am See direkt neben dem Kloster Panagia Mavriotissa aus dem 11. Jh.

 

Byzantinisches Kloster Panagia Mavriotissa

 

 

Beim Kloster Panagia Mavriotissa

 

Am Ufer stehen uralte Platanen.

 

Blick von unserem Übernachtungsplatz

 

 

Annette und die Platane

 

Annette wandert noch auf den Prophet-Elias-Berg, während Beat draussen am Wasser die Seele baumeln lässt.

Link zu Annettes Wanderung auf den Prophet Elias Berg: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Pelikane

27. November 2017

Das Abblendlicht vorne links will nicht mehr leuchten. Wir fahren deshalb nach Dispilio, um die Lampe wechseln zu lassen.

Auf dem Weg um die Halbinsel Kastoria beobachten wir, wie ein Mann Pelikane füttert.

 

Fütterung der Pelikane

 

 

♫♪♪♫ Kommt ein Fischlein geflogen … ♪♫♪♫

 

Satt und zufrieden schwimmen die Wasservögel nach der Mahlzeit von dannen.

 

Krauskopfpelikane (Pelecanus crispus)

 

Die Reparatur des Abblendlichtes kostet inklusive Arbeit und Lampe € 3.00, wie die Quittung, ein DIN A4 Computerausdruck, belegt. Für dieselbe Arbeit haben wir in Spanien fünf Mal mehr bezahlt. Ganz zu schweigen davon, was wir in der Schweiz dafür hinblättern müssten!!

Am Abend kehren wir zurück an den wunderschönen Übernachtungsplatz am Orestiáda-See.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Agios Achilleios-Insel

28. November 2017

Wir fahren auf der schmalen Einbahnstrasse weiter um die Halbinsel und treffen „unsere“ Pelikane heute auf der Ostseite, auf einer Mole beim Sonnenbad.

 

Krauskopfpelikane (Pelecanus crispus)

 

In Chloi steht eine der vielen wunderschönen griechisch-orthodoxen Kirchen.

 

Griechisch-orthodoxe Kirche in Chloi

 

Dann geht es weiter über den Pervali-Pass zu den Prespa-Seen. In dem Tal sehen wir unzählige Bohnenfelder. Die berühmten „Gigantes“ (weisse Riesenbohnen) sollen nirgends besser gedeihen als hier. Die Schoten bleiben an den Pflanzen, bis sie trocken sind und werden dann geerntet.

 

Erntereifes Bohnenfeld

 

 

An der Pflanze getrocknete Bohnenschote

 

Vor der Brücke zur Insel Agios Achilleios steht ein roter Kastenwagen, den Heckraum voller Bohnen. Da können wir nicht widerstehen und kaufen der Bäuerin zwei Tüten voll ab.

 

Bohnenkleinsthandel am kleinen Prespa-See

 

Danach spazieren wir über die Pontonbrücke auf die Agios Achilleios-Insel und weiter bis zum grossen Betonkreuz, das auf der anderen Seite auf einem Hügel steht.

 

Pontonbrücke zur Agios Achilleios-Insel

 

 

Kleiner Bootshafen an der Brücke

 

 

Kleiner Prespa-See mit Baba-Gebirge (Mazedonien)

 

Auf der Insel stehen einige Ruinen von Kirchen und Klöstern. Vor allem die Überreste der Basilika Agios Achilleios sind beeindruckend. Sie wurde Ende des 10. Jahrhunderts erbaut.

 

Basilika Agios Achilleios

 

 

Fensterbogen mit Überresten eines Wandgemäldes aus dem 11. oder 12. Jh.

 

 

 

Auf dem Rückweg sehen wir: auch zeitgenössische Künstler haben ihre Spuren auf der Insel hinterlassen.

 

„Prespes“, Vassili Michail (2000)

 

Kurz vor dem Steg liegt ein Künstlercafé, das leider in dieser Jahreszeit geschlossen ist. Ein grosser, alter Mann aus Stein scheint sich auch darüber zu ärgern und schaut missmutig in die Gartenwirtschaft.

 

Café geschlossen 😦

 

Nun fahren wir nach Agios Germanos und besuchen das Informations-Zentrum. Eine Angestellte nimmt sich viel Zeit, um uns über den länderübergreifenden Naturpark, die Tiere, die hier leben und die beiden Seen zu informieren.
Bei den Anrainerstaaten tritt Annette voll ins Fettnäpfchen, denn sie kennt diese: Griechenland, Albanien und Mazedonien.
Die zuvor nette Frau reagiert sehr pikiert, ihre Stimme wird laut und schrill. Sie klärt uns darüber auf, dass Mazedonien kein Staat sei, sondern eine Region Griechenlands! Das Land auf der anderen Seite der Grenze heisse FYROM! Das bedeute: Former Yugoslavian Republik of Mazedonia!
Offensichtlich sind da Animositäten vorhanden, die noch nicht überwunden sind.

Wie dem auch sei, wir übernachten in dieser wunderschönen Gegend bei Psarades.

Link zur Wanderung über die Insel Agios Achilleios: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von kaltem Schnee und heisser Bohnensuppe

29. November 2017

Leider können wir keinen weiteren Tag in diesem Naturpark verbringen, denn für morgen ist ein Temperatursturz und Schnee angesagt. Wir flüchten mit unserem sommerbereiften NOBIS über den Pisoderion-Pass (1555 m ü. M.) nach Florina.

Auf dem Weg zum Pass informiert uns eine Tafel, dass hier Rehe über Bären springen, was wohl stimmt, denn die Braunbären, liegen zur Zeit in ihren Höhlen im Winterschlaf.

 

 

In Pisoderion arbeiten die Schneekanonen voll Rohr. Die Skisaison naht und man will für die Wintertouristen bereit sein.

 

Die Skipiste wird beschneit.

 

 

Skipiste am Pisoderion-Pass

 

Ganz anders unten im Tal am Vegoritis-See. Hier wollen wir eigentlich nur eine kurze Pause einlegen, doch es gefällt uns so gut und die Temperaturen sind spätherbstlich mild, dass wir gleich über Nacht bleiben.

 

Vegoritis-See

 

Hier führt der Weg geradewegs in den See hinunter. Selbst eine der Laternen konnte nicht rechtzeitig bremsen und dient nun wohl eher als Wasserstandsanzeiger, denn als Strassenbeleuchtung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestern haben wir einige der Bohnen eingeweicht und heute essen wir zum Abendbrot eine deftige Bohnensuppe mit Kartoffel- und Wursteinlage.

 

Bunte Bohnenmischung

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Regenwetterpause

30. November – 2. Dezember 2017

Die kurze Schlechtwetterphase sitzen wir beim WoMo-Händler Zampetas, ausserhalb von Thessaloniki, ab. Auf dem eingezäunten Gelände darf man gratis stehen. Es gibt Strom, WiFi, Frischwasser, Entsorgungsmöglichkeiten und eine Toilette. Einzig die Waschmaschine kostet 5.00 Euro pro Waschgang.

Efcharisto poli für das grosszügige Angebot!

Hier lernen wir Detlef Rohlfs kennen. Der Architekt stammt ursprünglich aus Bremen, lebt und arbeitet aber seit bald 20 Jahren in der Türkei. Sein Credo lautet: Migration sorgt für Probleme in den Zielländern. Aber ebenso in dem Land, das die Menschen verlassen, denn hier fehlen die meist jungen, innovativen Leute. Es müssten neue Zukunftsperspektiven in den Herkunftsländern aufgebaut werden. Zum Beispiel durch Förderung des Wintertourimus. Damit es nicht bei leeren Worten bleibt, unterstützt er mit Rat und Tat Campingplätze mit attraktiven Freizeitangeboten im Balkan und in der Türkei und bietet teilgeführte Wohnmobil-Reisen in diesen Ländern an.

Unter alaturka.info und camper-route.de findet man weiterführende Infos zu diesen unterstützenswerten Projekten.

Link zur Strecke vom 30. November 2017:

 

 

Thessaloniki

3. Dezember 2017

Heute Sonntag scheint wieder die Sonne. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt und schlendern bei angenehmen Temperaturen dem Meer entlang. Halb Thessaloniki scheint auf den Beinen zu sein. Viele Gaukler, Strassenhändler, Musiker und Künstler präsentieren sich auf dieser Flaniermeile.

Hier ein kleiner Ausschnitt:

 

Strasse zum Meer

 

 

Auch auf dem Meer ist einiges los.

 

 

Der weisse Turm, Wahrzeichen von Thessaloniki

 

 

Zuckerwatte ist beliebt.

 

 

Nein, ich will keinen Ballon!

 

 

Musik und Tanz mit Puppen

 

 

Lampros Gonzales singt wunderschön …

 

 

… und spielt verschiedene Flöten.

 

 

Ein Restaurant-Piraten-Schiff lockt mit kleiner Gratisrundfahrt.

 

 

Oder steht dir der Sinn eher nach Schmuck?

 

 

Oder nach einer Karikatur?

 

Einer steht bewegungslos da und hofft auf eine Spende.

Darauf wartet auch der kopflose Kapitän.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einigen vergnüglichen Stunden schlendern wir zurück zur Bushaltestelle. Dabei fällt uns ein Wandgemälde auf. Was wäre eine Stadt ohne diese Bilder?

 

Kunst am Bau

 

Morgen wollen wir Richtung Osten weiterfahren und Ostmakedonien und Thrakien, weniger bekannte Teile Griechenlands, kennenlernen.

 

 

Baumwollfelder in Makedonien

4. Dezember 2017

Nach ein paar Tagen auf dem Stellplatz bei Thessaloniki brechen wir auf Richtung Norden. Wir wollen die Regionen Nordmakedonien und Thrakien erkunden.
Wir fahren auf Nebenstrassen durch die Gegend und entdecken so den markanten Steinbruch bei Liti.

 

Steinbruch bei Liti

 

Immer wieder trifft man auf Baumwollfelder. Die grösseren werden maschinell abgeerntet. Wir sehen aber auch eine Frau, die in mühsamer Handarbeit die Fasern aus den Kapseln schält und grosse Säcke damit füllt.

 

Baumwollpflanzen (Gossypium)

 

 

Baumwollkapsel

 

Es ist bereits Abend, als wir uns am Kerkini-See für die Nacht einrichten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bunkermuseum von Roupel

5. Dezember 2017

Der Kerkini-See leuchtet im Morgenrot vor unseren Fenstern. Da haben wir ja wieder einen Übernachtungsplatz der Extraklasse gefunden!

 

Morgenrot am Kerkini-See

 

Nach dem Frühstück fahren wir nach Loutra Angistro an die bulgarische Grenze. Hier soll es ein sehenswertes Militärmuseum geben.

Wir finden weit und breit keine Hinweisschilder. Annette fragt im Dorfladen nach. Ein Kunde, der jahrelang in Deutschland gearbeitet hat, erklärt ihr, das sei in Roupel. Paul freut sich offensichtlich wieder einmal deutsch sprechen zu können. Er begleitet Annette bis zum Wohnmobil, um auch Beat den Weg nochmals zu erklären, sicher ist sicher!

Und wirklich, bei Roupel fahren wir an eine Schranke mit Wachhäuschen. Ein junger Soldat tritt an unseren NOBIS. Auf die Frage, ob er Englisch spreche, antwortet er selbstbewusst: „Yes, of course!“
Wir fragen nach dem Museum. Er erklärt, dass wir noch „three thousand kilometers“ (!) dieser Strasse folgen müssten. Ausserdem: „I must cut“.
Wir denken, dass er wohl eine Lichtschranke oder sonstige Sperre meint, die er irgendwie trennen müsse und warten freundlich. Er scheint aber nicht zufrieden. Mit einem „Wait!“ dreht er sich um, marschiert strammen Schrittes in sein Häuschen und kommt mit einem Personalausweis zurück. Er wollte von uns eine Identitätskarte haben!! Hier ist militärisches Sperrgebiet, wer da hineinfährt, muss seinen Ausweis hinterlegen.

Nach den angekündigten 3000 (Kilo)Metern Fahrt den Berg hinauf, stehen wir auf einem riesigen Parkplatz. Dort nimmt uns ein weiterer Soldat in Empfang, führt uns auf den Hügel und erläutert engagiert und mit Detailkenntnissen die Geschehnisse um die Verteidigungsanlagen im April 1941.

 

Blick vom Bunkerberg über die Grenze nach Bulgarien

 

Dann besichtigen wir einen Teil der Bunkeranlage, die im Berg unter unseren Füssen liegt. Ein rotes Metallband führt den Wänden des Hauptganges entlang. So konnte man sich orientieren, wenn das Licht ausfiel.
Viele kleine Seitengänge führen zu Räumen wie dem Büro des Kommandanten, Schlafräumen, Toiletten, Krankenzimmer, Kapelle etc.

 

Hauptgang

Kapelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Krankenzimmer

Büro des Kommandanten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Anlage konnten die deutschen Truppen zwar nicht einnehmen. Sie musste aber trotzdem aufgegeben werden, nachdem Deutschland innert weniger Wochen Griechenland erobert hatte.

Vielen Dank, für diese spannende Geschichtslektion mit persönlichem Guide. Gerne trinken wir im kleinen Café eine Kleinigkeit, um wenigstens etwas an die Unkosten beizutragen. Da treffen wir einen Soldaten, der im Sommer während zwei Monaten in Stuttgart als Obstverkäufer gearbeitet hat. Er strahlt als Annette einige Obstsorten aufzählt und verabschiedet sich mit: „Vielen Dank“ und „Tschüss“.

Nun fahren wir zum Aggitis Canyon. Ein Pfad führt in die kleine Schlucht hinunter und auf der anderen Seite wieder hoch. Natürlich lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen und vertreten uns die Füsse.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Süsse Orangen kauft man an der Strasse

6. Dezember 2017

Weiter geht’s an grünen Feldern vorbei, auf denen wohl Winterweizen spriesst.
Das Wetter und die Temperaturen scheinen so gar nicht passend zum heutigen Nikolaustag. Aber wir vermissen das neblig- kalte Wetter des Schweizer Mittellandes überhaupt nicht.

 

Winterweizenfeld

 

In Choristi wollen wir an der Strasse Orangen kaufen. Der Verkäufer holt sofort seinen Chef aus dem Café, der sehr gut Englisch spricht. Zwei Kilogramm der süssen Früchte kosten € 1.50. Und weil wir so sympathisch sind, gibt es zwei Stück gratis dazu.
Als Beat danach den Verkaufswagen fotografieren will, wirft sich der Händler sogleich in Pose … Werbung kann nie schaden!
Gleichzeitig fährt das Auto eines fliegenden Händlers vorbei, der über Lautsprecher laut orientalische Musik erschallen lässt. Auf der Seite prangt der Schriftzug: „Qualität, die man schmeckt!“.
Leider ist der schon um die Ecke, bevor wir sehen können, was er für Qualitäten anzubieten hat.

 

Fliegender Orangenverkäufer in Choristi

 

In Xanthi fällt uns ein Friedhof auf, der mit NATO-Draht gesichert ist. Werden hier Gräber geplündert oder wollen arme Seelen aus den Begräbnisstätten flüchten?

 

Gesicherter Friedhof in Xanthi

 

Weiter geht’s auf einer Nebenstrasse Richtung Komotini. In Iasmos ist die Strasse ohne jegliche Ankündigung kurz vor einer Brücke durch drei etwa ein Meter hohen Erdwälle versperrt. Wir vermuten, dass die Brücke nicht mehr stabil ist, obwohl man ihr nichts ansieht.
Wir wenden und queren den Fluss Kompsatos weiter südlich.

In den Bergen zwischen Nea Sanda und Megalo Dereio finden wir einen hübschen Übernachtungsplatz an einer kleinen Nebenstrasse. Am gegenüberliegenden Hang drehen die Propeller der Windkraftanlage ruhig ihre Runden.

 

Übernachtungsplatz

 

 

Windkraftwerke im Abendlicht

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Änderung der Route

7. Dezember 2017

Auf unserem Weg hinunter ins Tal kommen uns ca. 15 Pferde entgegen, die frei durch die Gegend streifen und wohl auf der Suche nach einem besseren Futterplatz sind.

 

 

Wir blicken auf eine riesige fruchtbare Ebene hinunter, haben aber keine Lust kilometerweit durch Felder zu fahren. Wir beschliessen deshalb den Abstecher an die türkische Grenze im Norden fallen zu lassen und biegen bei Ladi nach Osten ab und fahren später südwärts nach Dadia in den Dadia-Lefkimi-Soufli Nationalpark.

 

Felder-Patchwork in Thrakien

 

Die Dame im Informationszentrum wirkt desinteressiert. Morgen früh hätten wir bessere Chancen grosse Raubvögel zu beobachten, meint sie und gibt uns einige Prospekte mit.

Wir finden schnell einen sehr hübschen Platz direkt am Dadia-Fluss.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf zur Raubvogelbeobachtung!

8. Dezember 2017

Wir stehen früh auf und fahren nochmals durch Dadia zum Informationszentrum des Nationalparks. Im Dorf steht eine der vielen schönen Kirchen Griechenlands.

 

Kirche in Dadia

 

Vom Info-Center wandern wir hoch zum Vogelbeobachtungsstand.
Der Weg führt durch einen ausgedehnten Kiefernwald. Wunderschön dringen die Sonnenstrahlen durch das lockere Nadeldach.

 

Sonnenstrahlen im Wald

 

 

Bunter Farn (Polypodiopsida)

 

 

Rotfrüchtige Zaunrübe (Bryonia dioica)?

 

36 der 38 in Europa heimischen Raubvogelarten wurden im Nationalpark Dadia-Lefkimi-Soufli gezählt. Die riesigen Vögel finden aber immer schlechtere Lebensbedingungen vor. Früher weideten in dem Gebiet mehrere tausend Ziegen und Schafe. Heute sind es nur noch ein paar Hundert. Dadurch wachsen die Lichtungen langsam zu. Grosse Greifvögel können im dichten Wald nicht jagen. Zudem fehlen durch die kleineren Herden die Kadaver verendeter Weidetiere, von denen sich Mönchsgeier, Gänsegeier und Schmutzgeier über Jahrhunderte ernährt haben.

Deshalb ging man dazu über die Vögel zu füttern, um die Populationen zu erhalten. Gerade der Mönchsgeier wäre ohne dieses Schutzprogramm in Europa bereits ausgestorben.

Heute sehen wir nur vereinzelte Vögel, die sich weit entfernt vom Wind in die Höhe treiben lassen.

 

Annette beobachtet Raubvögel.

 

 

Futterplatz der Raubvögel

 

Aber auch so hat sich die kleine Wanderung durch den wunderschönen Wald gelohnt.

Zurück im Infocenter treffen wir Elpida, eine junge Griechin, die sehr gut deutsch spricht. Sie hat unter anderem in der Schweiz und in Deutschland Umweltwissenschaften studiert. Nun arbeitet sie hier als Volontärin für 400 Euro im Monat. Es gebe wegen der Finanzkrise keine Arbeit in Griechenland, deshalb würden viele junge, gut ausgebildete Menschen auswandern. Diese fehlten aber dem Land, das sie dringend bräuchte. Deshalb bleibe sie hier. Elpida bedeutet übrigens „Hoffnung“!

Sie erklärt uns am Beispiel von Windkraftanlagen, wie die Finanzhilfe Europas für Griechenland funktioniert. Es werde Geld gesprochen, um erneuerbare Energien zu fördern. Meistens bekommen ausländische Firmen das Projekt zugesprochen und bauen mit ihren spezialisierten Technikern die Anlagen. Griechen werden nur als Hilfsarbeiter beschäftigt. Nach Abschluss der Arbeiten bezahlen die Leute der Region für ihren Stromkonsum. Der Gewinn fliesst wieder ins Ausland.

Wir fahren Richtung Mesis Beach, wo es gemäss WoMo-Führer einen Gratis-Stellplatz geben soll.
Auf der Nebenstrasse, die parallel zur A2 führt herrscht ausserordentlich viel Verkehr. Immer wieder kommen uns auf der schmalen Strasse Lastenzüge entgegen. Dafür ist die Autobahn menschenleer, bis auf einige Polizeiautos und Uniformierte. Polizisten stehen auch an jeder Ein- und Ausfahrt und auf allen Brücken.
Annette spricht einen von ihnen an und fragt, was hier los ist. Der Uniformierte gibt freundlich Auskunft: der türkische Präsident besuche Griechenland und werde hier entlang fahren, deshalb seien die Autobahn und alle Zu – und Übergänge gesperrt.

In der Nähe von Xilagani ist die Landstrasse ebenfalls mit einem Fahrverbot versehen, es wird eine Umleitung zur Brücke in 2,6 km angezeigt. Während wir noch beraten, hält ein Pick-Up neben uns. Der Fahrer erklärt uns, dass eine Furt voraus liege, der Fluss führe aber kaum Wasser, es sei kein Problem zu furten.
Er hat vor 40 Jahren während knapp vier Jahren in Stuttgart gearbeitet und spricht immer noch ganz gut deutsch.

Es ist bereits Nacht als wir in Mesis Beach eintreffen. Der angepeilte Übernachtungsplatz, den wir dem WoMo-Führer entnommen haben, ist neu mit einem No-Camping-Schild versehen, wir bleiben trotzdem da. Wo sollen wir sonst im Dunkeln einen Platz finden?

Link zur Wanderung zum Vogelbeobachtungspunkt: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Böse Überraschung!

9. Dezember 2017

Wir blieben die Nacht über unbehelligt und frühstücken noch an diesem schönen, verbotenen Platz direkt am Meer, bevor wir weiterreisen.

Im Dorf Mesi stoppen wir bei einem fahrenden Fischhändler. Wir kaufen zwei fangfrische Fische, 1,2 kg für € 5.00!
Die Tiere zappeln noch in der Plastiktüte, doch wir erlösen sie von ihrem Leiden.

An den markanten Klöstern in der Nähe von Porto Lagos, die auf zwei Inseln in der Vistonís-Lagune errichtet wurden, kann man nicht vorbeifahren, ohne sie zu besuchen. Stege verbinden sie mit dem Festland. Es handelt sich dabei um Ableger der Athos-Klöster. Sie können (als grosse Ausnahme!) auch von Frauen besucht werden.

 

Kloster Ágios Nicólaos

 

 

Kloster Ágios Nicólaos

 

 

Und nochmals Kloster Ágios Nicólaos, vom Kloster Unserer Lieben Frau Pantanassas aus gesehen

 

Eine junge Mittelmeermöwe auf dem Geländer verabschiedet uns und wir fahren weiter nach Toxotes an den Fluss Nestos.

 

Junge Mittelmeermöwe (Larus michahellis)

 

Auf dem Parkplatz stehen diverse Autos, ein kleiner Bus mit einem Anhänger voller Kanus fährt vor. Hier scheint viel Betrieb zu herrschen.

Wir wandern oberhalb des Nestos auf dem wunderschön angelegten Weg taleinwärts.

 

Wanderweg am Nestos

 

 

Blick in die Nestos-Schlucht

 

Die schöne Wanderung versetzt uns in Hochstimmung. Doch nach etwa einer Stunde erobern die Schatten das Tal zurück. Wir drehen um.

Eine Schwebfliege geniesst die letzten Sonnenstrahlen.

 

Schwebfliege (Syrphidae) auf Anemone

 

Doch – wo Licht ist, ist auch Schatten!!!

 

Wo Licht ist, ist auch Schatten.

 

Kurz vor dem Ende der Schlucht kommt uns ein Polizist entgegen und fragt auf Englisch, ob der Peugeot Boxer auf dem Parkplatz uns gehören würde, da sei eingebrochen worden.

Und tatsächlich, das Seitenfenster links fehlt. Auch beim Personenwagen vor uns wurde eingebrochen.

 

Einbruchspuren an unserem NOBIS

 

Im Wohnmobil sind die Schränke aufgerissen und unsere Kleider liegen überall herum.

 

 

Nach dem ersten Schreck stellen wir fest, dass lediglich ein paar Schweizer Geldscheine, die wir in einem Geldbeutel im Wohnraum vergessen hatten, gestohlen wurden. Ausser dem Fenster gibt es keine weiteren Schäden zu beklagen.

Das Fenster liegt neben einer Ruhebank. Es wurde aufgestemmt und ausgehängt. Deshalb ist die Scheibe noch ganz.

 

Unser Fenster liegt am Boden.

 

Das Fenster können wir zum Glück wieder einhängen und mit dem einzigen ganz gebliebenen Riegel notdürftig geschlossen halten.

Obwohl die Täter kaum gefasst werden dürften, folgen wir dem Beamten auf den Polizeiposten in Evlalo, wo wir Anzeige erstatten.

Das geht folgendermassen:
Zuerst trägt der Polizist den Tatbestand von Hand in ein Formular ein.
Danach befragt uns sein Vorgesetzter und schreibt die Anzeige auf dem Computer. Dabei sind Annettes Religionszugehörigkeit und die Namen und Vornamen ihrer Eltern sehr wichtig. Dass da alle Lehmann heissen sollen, scheint sehr unglaubwürdig. Da nützen auch die Identitätskarte und Annettes lange Erklärungen nicht viel.
Freundlicherweise hilft uns der sprachgewandte Polizist als Dolmetscher, obwohl er schon lange Feierabend hätte.
Endlich ist das Prozedere durchgestanden und das Protokoll unterzeichnet.
Die Kopie der Anzeige können wir nun aber nicht mitnehmen, da noch ein Stempel und eine Unterschrift fehlt. Wir sollen morgen nochmals vorbeikommen und sagen, dass wir auf der Durchreise seien, dann würden wir das Dokument vielleicht bereits übermorgen und nicht erst überübermorgen erhalten.

… ach so! …

Natürlich ist darüber so viel Zeit verflossen, dass wir erst in der Dämmerung einen Übernachtungsplatz suchen können.

Nachdem wir unseren NOBIS auf einer Nebenstrasse beinahe in einem sumpfigen Wasserloch versenkt hätten, finden wir einige Zeit später einen Platz irgendwo im Wald bei einem Environmental-Center, wie wir an einer Tafel lesen.
In einem der Häuser brennt Licht. Wir wollen uns da melden, doch niemand öffnet die Türe.

Wir sind hundemüde und wissen nicht, wohin wir sonst fahren sollten, deshalb bleiben wir über Nacht, die ja bereits vor einiger Zeit hereingebrochen ist, hier.

Link zur Wanderung in die Nestos-Schlucht: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom verbotenen zum ungemütlichen Übernachtungsplatz

10. Dezember 2017

In der Nacht zog ein heftiges Gewitter über uns hinweg. Es regnete zeitweise in Strömen. Davon abgesehen verbringen wir eine ruhige Nacht und schlafen trotz des Schreckens von gestern ganz gut.
Am Morgen sehen wir, wo wir gestern Nacht gelandet sind. Es handelt sich um einen Natur-Erlebnis-Park für Kinder.
Das Licht im Haus brennt noch immer und wir sehen nun, dass das Übernachten auf dem Gelände verboten gewesen wäre.

Was soll’s!

Wir fahren zurück zur Polizeistation, um zu jammern, damit wir unser Formular bereits morgen abholen können.
Doch, oh Wunder! Als wir dort eintreffen, liegt alles bereit. Ein weiteres Dokument wurde angefertigt, unterzeichnet und mit einem schönen Stempel versehen.
Übrigens hat der Beamte das Problem mit Annettes Familiennamen so gelöst, dass er sie kurzerhand in Tannler umgetauft hat.
Wir erfahren, dass gestern in der Region in fünf weitere Autos und einige Häuser eingebrochen wurde.

 

Anzeige

 

Wir sind froh, dass wir nicht noch einen weiteren Tag hier verbringen müssen und fahren zum Aussichtspunkt, von dem man in die Nestos-Schlucht mit ihren Mäandern hinunter sehen kann.

 

Nestos-Schlucht

 

 

Blick zum Meer und auf die Insel Thassos

 

In Kavala legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Unter dem riesigen Doppel-Aquädukt, der sich durch die Stadt zieht, kann man nicht nur achtlos durchfahren.

 

Doppel-Aquädukt von Kavala

 

 

 

Aber, einmal ausgestiegen, fallen uns auch hier einige schöne Details auf.
Zum Beispiel ein schüchternes Boot, das sich hinter einem leuchtend gelben Zaun versteckt.

 

Schüchternes Boot

 

Oder die Hausfassade, die sich als Radiogerät verkleidet hat.

 

Originelle Hausfassade

 

Am späteren Nachmittag treffen wir in Loutra Eleftheron ein. Die Gebäude des ehemaligen Thermalbades sind versprayt und die Scheiben grösstenteils eingeschlagen. Auch die Wannen wurden demoliert.

Auffallend viele Männer treiben sich auf dem Platz herum und baden in den Heisswassertümpeln unterhalb der Bäderanlage.

Wollen wir hier übernachten?

Wir sind wohl von der tristen Umgebung und dem Einbruch in unser Wohnmobil noch etwas verunsichert. Keiner scheint sich für uns zu interessieren und es wird bald dunkel sein. Dann wird sich das Areal wohl leeren.

Wir bleiben!

 

Übernachtungsplatz in Loutra Eleftheron

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Baden im „openair hot pot“

11. Dezember 2017

Die Nacht war sehr lärmig. Immer wieder fuhren Autos auf den Platz, Türen knallten, Gespräche wurden lauthals geführt, Hunde bellten, Autos fuhren wieder weg, Lichter von Taschenlampen irrten durch die Gegend.

Eigenartig!!

Doch nun ist Morgen und wir sind wieder alleine hier.

Wir fahren noch ein kleines Stück weiter und parken direkt vor einem schönen Thermalwasserbecken.
Nichts wie hinein in das 39°C warme Wasser!

 

Thermalbad in Loutra Eleftheron

 

Wenig später tauchen zwei junge Frauen auf, die Müll einsammeln und improvisierte Abfallbehälter für die Müllsäcke aufstellen. So können sie nicht mehr von Tieren aufgerissen werden.
Sie sprechen französisch. Annette kommt mit ihnen ins Gespräch. Eine von ihnen stammt aus der Schweiz, aus Lausanne. Sie wohnen in einer Kommune hier, in einem der leerstehenden Häuser. Und schauen, dass nicht die ganze Gegend total vermüllt wird.
Auf Annettes Frage, was denn da gestern Nacht los gewesen sei, erklären sie, dass an den Wochenenden hier jeweils der Treffpunkt schwuler Männer sei.
Wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir besser geschlafen.

Wir geniessen das Bad im warmen Wasser. Kurze Zeit später gesellt sich ein älteres Paar zu uns. Beide haben jahrelang in Hamburg gelebt und dort ein griechisches Restaurant geführt, das nun ihr Sohn übernommen hat.

Uns fällt auf, wie schnell man mit Griechen in Kontakt kommt. Die meisten sind freundlich, offen, hilfsbereit, interessiert und sehr kommunikativ. Das haben wir bisher noch in keinem der von uns bereisten Länder angetroffen. – Ein riesiger Pluspunkt für Griechenland!
(Schade nur, dass viele der Abfälle im Strassengraben landen, statt in einem der unzähligen Container. – Ein Minuspunkt für Griechenland)

Auf unserem weiteren Weg fahren wir am berühmten Löwen von Amphipolis vorbei. Dieses Grabmonument wurde im 4 Jh.v.Chr. zu Ehren des Admirals Laomedon errichtet.

So nehmen wir „by the way“ etwas griechische Geschichte mit.

 

Löwe von Amphipolis

 

Das Wetter ist traumhaft schön und die Temperaturen klettern auf annähernd 20°C.
Oberhalb von Stratoni legen wir beim Aussichtspunkt mit Picknickplatz eine kleine Rast ein.

 

Aussichtspunkt oberhalb von Stratoni

 

Kurz nach Pirgadikia finden wir etwas erhöht einen schönen Platz mit Sicht auf das Dorf und das Meer. Hier bleiben wir.

 

Pirgadikia

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Halbinsel Sithonia

12. Dezember 2017

Wir fahren um Sithonia, die mittlere Halbinsel von Chalkidiki. Die Küste ist reich an Buchten und Lagunen.

 

Dreimaster in einer Bucht vor Vourvourou

 

Östlich von Sithonia liegt die Halbinsel Athos mit dem markanten, gleichnamigen Berg. Sie ist eine autonome Mönchsrepublik unter der Souveränität Griechenlands. In byzantinischer Zeit lebten auf Athos rund 15’000 Mönche. Heute sind es noch ca. 1’600. Frauen und Kindern wird der Zutritt strikt verwehrt und pro Tag dürfen höchstens zehn ausländische Männer über 18 Jahren den heiligen Berg, wie die Halbinsel auch genannt wird, besuchen.

Wikipedia weiss zudem in holprigem Deutsch: „Selbst weibliche Haustiere sind von dem Verbot betroffen. Außer den allgegenwärtigen Katzen, die einen gewissen Schutz vor Mäusen, Ratten und Schlangen gewähren und den zahlreichen Bienenvölkern, wird auf dem Athos keine Viehzucht betrieben. Als Lasttiere werden (männliche) Esel, Pferde und Maultiere von außerhalb bei Bedarf eingeführt.“

Uns bleibt somit nur ein Blick aus der Ferne.

 

Lagune vor Vourvourou mit Athos (2030 m ü. M.)

 

 

Wunderschöne Wasserstelle an der Lagune

 

Der traumhafte Strand von Portokali ist einen Abstecher wert. Glasklares Wasser lädt zum Baden ein.

 

Portokali Beach mit Athos im Hintergrund

 

Aus einem Felsen hat jemand eine Blume, Figuren und Schriftzeichen herausgearbeitet. Wir verstehen die mysteriösen Zeichen nicht, aber sie gefallen uns.

 

Steinbildhauerei an der Portokali Beach

 

Nach einer kleinen Pause setzen wir unsere Fahrt fort. Eine Kuh am Strassenrand lässt uns stoppen. Solche Hörner haben wir noch nie gesehen. Ist das die neuste Mode?

 

Kuh mit unkonventionellen Hörnern

 

Häufig trifft man Schaf- und Ziegenherden, die immer von einem Hirten und mehreren Hunden begleitet herumziehen. Nachts werden sie in ihre Ställe, längliche Wellblechhütten, zurückgeführt.

 

Typische Schaf- oder Ziegenställe

 

Diese Ziegen halten gerade Siesta.

 

Ziegen bei der Mittagsruhe

 

Ungewöhnlich anzusehen sind auch die erodierten Felsen vor Kalamitsi.

 

 

 

Art made by erosion

 

 

 

Wir haben die Südspitze erreicht und fahren der Westküste entlang wieder Richtung Thessaloniki.
Bei Toroni suchen wir den Einstieg zum Poseidon-Wanderweg.
Den finden wir nicht, fahren aber auf Schotterpisten den Berg hoch und entdecken einen schönen Übernachtungsplatz mit Blick auf die Insel Kelifos und die Halbinsel Kassandra.

 

Aussicht von unserem Übernachtungsplatz

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Bienen und Heiligtümern

13. Dezember 2017

Heute wollen wir zurück nach Thessaloniki. Wir fahren wieder auf Naturstrassen durch den Wald den Berg hinunter. Einige der Schotterpisten sind sehr breit angelegt und dienen gleichzeitig als Brandschneisen. Andere sind schmal und ausgewaschen.

Überall stehen Bienenkästen. Noch in keinem Land haben wir so viele gesehen wie hier in Griechenland.
Manche stehen in einer Reihe an Stichstrassen, andere bilden eine Art Dorf auf gerodeten Plätzen oder Wiesen. Einige sind schlicht gehalten, andere bunt bemalt.

 

Bienenkästen in einer Brandschneise

 

Dieses „Bienendorf“ scheint ein Familienprojekt zu sein. Auch die Kinder durften bei der Bemalung helfen, wie man sieht. Thema: Kunst am Kasten … oder eher: Gib dem Bienenhaus ein Gesicht?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder am Meer versuchen wir der Küste entlang zu fahren, was aber nur mässig gelingt, da die Strassen oft ins Landesinnere führen.
Trotzdem finden wir in Nea Plagia am Meer ein kleines, hübsch gestaltetes privates Heiligtum, mit erhöhtem Bildstock.

 

Kleines privates Heiligtum

 

Auch Annette findet hier ein kleines Heiligtum. Das schnurrende Bündel will gar nicht mehr aus ihren Armen, ja kuschelt seinen Kopf oft in ihre Armbeuge.

 

Annettes „Heiligtum“

 

Etwas weiter treffen wir eine Schafherde, die in einem lauschigen Pinienwald direkt am Meer weidet.

 

Schafherde bei Nea Irakleia

 

Wir beenden unseren Ausflug in den Osten Griechenlands wieder beim Camper Stop Zampetas, etwas ausserhalb von Thessaloniki.
Zur Erinnerung für alle Camperfreunde: Hier darf man gratis stehen, hat Strom, WiFi, Frischwasser, Entsorgungsmöglichkeiten und eine Toilette. Nachts und am Sonntag sind die Tore geschlossen.

Wir kaufen einen Fensteraussteller, den zweiten konnte Annette reparieren. Einen weiteren Riegel hatten wir noch dabei und so belaufen sich die Reparaturkosten für den Schaden des Einbruches auf 24 Euro. Da sind wir noch mal mit einem blauen Auge davongekommen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

20 Jahre Annette und Beat

14. Dezember 2017

Heute vor 20 Jahren haben wir beschlossen, gemeinsam durchs zu Leben zu gehen. Das muss gefeiert werden.
Am Abend fahren wir nach Perea und schlendern in der Dämmerung dem Meer entlang.

 

Abendstimmung in Perea

 

Das romantische Abendrot passt zum Anlass.

 

Perea bei Nacht

 

Als die Nacht hereinbricht, setzen wir uns in eines der zahlreichen Restaurants und schwelgen in Erinnerungen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Einige Tage bei Zampetas Campershop

15. – 17. Dezember 2017

Das Wetter soll in Meteora vorübergehend schlechter werden und wir wollen die berühmten Klöster auf den Bergen bei Sonnenschein besuchen. Deshalb bleiben wir einige Tage im Camper Stop Zampetas.

 

 

Streunende Hunde

18. Dezember 2017

Wir verabschieden uns von Toni Zampetas, einem der drei Brüder, die hier Wohnmobile und Wohnwagen verkaufen, reparieren sowie den Stellplatz gratis zur Verfügung stellen.

Die Fahrt durch Thessaloniki ist sehr langwierig. Es herrscht dichter Verkehr. Dass auf der Transitstrasse auf beiden Seiten der Strasse eine Fahrspur als zweite Parkreihe genutzt wird, fördert den Verkehrsfluss nicht gerade.
Das scheint aber niemanden zu stören. Jeder muss ja ab und zu parken und die offiziellen Parkplätze sind ausnahmslos besetzt. Aber ganz wichtig: Warnblinker einschalten! Dann ist in Griechenland fast alles erlaubt. 😉
So kriechen wir im Schritttempo durch die Stadt.

Unterwegs kaufen wir bei einem jungen Strassenhändler Orangen- und Mandarinen. Er würde uns lieber von den abgepackten 5 kg-Säcken verkaufen, lässt sich dann aber doch dazu überreden je 2 kg abzuwägen. Die grossen Säcke kosten je € 5.–, wieviel kosten dann 2 x 2kg?!?
Das Ergebnis nach angestrengtem Rechnen ist ein unsicheres „vier Euro?“

In einem Wäldchen bei Nea Charavgi liegen verschiedene grosse Parkplätze. Einen wählen wir für die Nacht.
Neben uns steht eine improvisierte Hütte aus Kartonschachteln, die mit einer Plane abgedeckt ist. Eine aufgeschnittene Plastikflasche mit Wasser und etwas Hundefutter liegen ebenfalls in der Nähe.
Hier scheint jemand ein Herz für streunende Hunde zu haben.

Herrenlose Hunde trifft man in Griechenland auf Schritt und Tritt. Wir haben schon mehrmals beobachtet, wie Menschen den Streunern Futter brachten. Die meisten Tiere sehen vernünftig ernährt aus. Magere, struppige sieht man selten.
Ist das die positive Seite der Müllsäcke, die häufig in Strassengräben „entsorgt“ und dort zerfleddert werden?
Sie reagieren auf Menschen meist freundlich und neugierig. Aggressive Hunde haben wir keine, verängstigte nur vereinzelt getroffen.

 

Improvisierte Hütte für streunende Hunde

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf nach Meteora!

19. Dezember 2017

Wir brechen ziemlich früh auf. Die dunklen Äcker dampfen in den ersten Sonnenstrahlen.

 

Dampfender Acker bei Vatolakkos

 

Kurz nach Mittag erreichen wir Kalambaka. Wir haben die Region der Meteora-Klöster erreicht.

Bei einem kurzen Bummel durch das Städtchen entdecken wir den originellen Weihnachtsbaum aus Bierflaschen, der vor einem Pub steht.

 

Bierflaschen-Weihnachtsbaum

 

Wir sind aber nicht deswegen hierher gefahren, sondern wegen den einzigartigen Felsformationen und den Klöstern, die darauf gebaut wurden.
Ein kleiner Spaziergang oberhalb von Kalambaka vermittelt uns einen ersten Eindruck.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück im Dorf beschliessen wir einen Übernachtungsplatz zu suchen und morgen zu einem der Klöster hoch zu wandern. Der Himmel soll wolkenlos klar sein.

 

Blick über eine byzantinische Kirche auf einige Meteorafelsen

 

Nach einigen Irrfahrten finden wir ausserhalb von Kalambaka einen Platz, der uns zusagt.

Link zum heutigen Spaziergang oberhalb von Kalambaka: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung zum Kloster Agia Triada

20. Dezember 2017

Während der Nacht ziehen immer wieder bellende Hunde vorbei. Unser Wohnmobil scheint sie zu irritieren. Kaum beruhigt sich der eine, fängt der nächste an zu kläffen.
Annette startet noch vor dem Frühstück eine Charme-Offensive. Einer der Hunde sieht sie und bellt los, drei weitere kommen sofort dazu. Sie sind eher scheu, aber nach etwas gutem Zureden und einigen Hundebrocken trauen sie sich heran. Drei lassen sich sogar streicheln.
Falls wir heute Abend wieder hier übernachten, erhoffen wir uns eine ruhigere Nacht.

Dann fahren wir zurück nach Kalambaka. Heute wandern wir zum Kloster Agia Triada.

 

Meteora-Felsen

 

 

Tor am Aufgang zum Kloster Agia Triada

 

 

Aufgang zum Kloster Agia Triada

 

Frauen müssen in allen Meteora-Klöstern einen langen Rock tragen, Hosen werden nur bei Männern akzeptiert. Gleich nach dem Eingang hängen Wickelröcke in sehr dezenten Farben (sprich schwarz und grau), von denen sich Annette den attraktivsten aussucht. 🙂

 

„Aufzug“

 

Mit der Seilwinde wurden früher die Lasten, aber auch Mönche und Besucher (in Körben oder in Netzen!) ins Kloster hochgezogen. Wer da das Beten nicht lernt …

Wir spazieren durch den offenen Teil des Klosters, das, wie fünf andere in der Region, immer noch belebt ist. Mönche sehen wir zwar keine, dafür viele wunderschöne Details, Gemälde von Heiligen, geschnitzte Holztüren und… und … und …

 

 

 

 

Im Klosterhof, der auf einer Felsspitze hinter den Gebäuden liegt, hat sich in einer Steinkuhle Regenwasser gesammelt, das nun zu Eis gefroren ist. Darin liegen Föhrennadeln und drei rote Beeren. Sehr passend im Kloster Agia Triada (Heilige Dreifaltigkeit).

 

Agia Triada

 

Hier treffen wir auch Peter und Judith. Dem leutseligen Peter ist es sehr wichtig, uns mitzuteilen, dass sie aus Singapore kommen. („Quiet far away from here!“). Er ärgert sich, dass jedes der Klöster an einem anderen Wochentag seinen „Ruhetag“ hat. So werde es unmöglich gemacht, alle an einem Tag zu besuchen.

Natürlich müssen wir die beiden vor der wunderbaren Aussicht fotografieren, und natürlich sie uns auch!
So kommen wir zu einem der seltenen Bilder, auf dem wir beide zu sehen sind. 😉

 

Annette und Beat im Kloster Agia Triada

 

Von hier oben sieht man auch einige andere Klöster, die allesamt auf Bergspitzen oder zuvorderst an abfallende Felswände gebaut sind.

 

Frauenkloster Agia Barbara Rousanou

 

Beim Verlassen des Klosters bietet uns der Pförtner Guetzli und kleine Blechkuchen-Schnitten an.
Efcharisto poli!

Wieder zurück in Kalambaka starten wir zu einer Klosterrundfahrt. Hier einige Eindrücke:

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Rousanou

 

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Agios Nikolaos Anapafsas

 

Aber auch die markanten, kleineren Felsen sind sehenswert.

 

Felsformation bei Meteora

 

Ab dem 9. Jh. gibt es Belege zu Gebetsstellen und Einsiedeleien von Eremiten, die hier in der Abgeschiedenheit die Nähe zu Gott finden wollten.

In einer Felswand entdecken wir eine aufgegebene Einsiedelei.

 

Aufgegebene Einsiedelei

 

Die Klöster wurden zwischen dem 12. und 14 Jh. erbaut. Im 16. Jh. gab es in dieser Region 24 Klöster unter der Oberhoheit des Klosters Metamorphosis. Während der osmanischen Herrschaft (Ende 14. bis Anfang 19.Jh.) konnten sich die Klöster zu Beginn durch die Bezahlung von Tributen behaupten. Aber im 17. Jh. begann der Niedergang. Es gab immer weniger Mönche, dafür aber Streitereien um die Ländereien in der Ebene.
Um 1960 Mitte waren die meisten Klöster verlassen. Erst gegen Ende des vorigen Jahrhunderts begannen aufwändige Renovationsarbeiten. Heute sind sechs Klöster wieder geöffnet.

Und weil’s so schön war, gleich nochmals eine Serie Bilder:

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Rousanou

 

 

Frauenkloster Agios Stefanos

 

Beim Bild des Klosters Agia Triada, zu dem wir gewandert sind, sieht man gut, wie die Zugangstreppe in den Fels eingelassen ist.

 

Kloster Agia Triada

 

 

Kloster Agios Stefanos

 

Beim Frauenkloster Agios Stefanos bewundern wir den kleinen, hängenden Garten, der liebevoll auf einem Felsen neben der Zugangsbrücke angelegt wurde.

 

Felsgarten beim Kloster Agios Stefanos

 

Auf dem Parkplatz davor steht ein alter LKW. Auf dem Vorderrad, geschützt hinter einem Abfallcontainer, hat es sich eine Katze bequem gemacht.

 

 

Wir fahren wieder an den selben Übernachtungsplatz von gestern zurück. Dort treffen wir einen älteren Hirten mit seiner Ziegen- und Schafherde an.
Ein Ziegenbock kämpft spielerisch mit seinen Kumpanen.
Beat fragt mit Gesten, ob er fotografieren darf. Der Hirte freut sich sichtlich über unser Interesse und nickt. Sich selber mag er nicht fotografieren lassen, er habe zu schmutzige Kleider, deutet er.

Beat knipst los und Annette versucht sich derweil in Hand- und Fuss-Kommunikation. Der Mann steigt bereitwillig darauf ein.

 

„Ha! … Wo ist der nächste Gegner???“

 

 

„Ich bin der Grösste!!!“

 

Ein älterer Bock schaut dem Treiben gelassen zu.

 

„Ach, die Jungen …“

 

Morgen soll gemäss Wettervorhersage keine Wolke die strahlende Sonne trüben. Da wollen wir zu weiteren Klöster wandern.

Link zur Wanderung zum Kloster Agia Trias: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schlecht ist schön!

21. Dezember 2017

Die Nacht war ruhig. Die Hunde haben uns diesmal unbehelligt gelassen, Futter und Streicheleinheiten sei Dank.
Wir öffnen die Rollos, um die Sonne hereinzulassen … und erstarren! … Es schneit!!!

Da versprechen die Meteorologen das Blaue vom Himmel und dann kommt das Weisse!

 

Die Sonne dringt flockenweise zu unserem NOBIS herunter!

 

Wandern auf den steilen Wegen ist bei diesen Verhältnissen nicht zu empfehlen. Zum Glück sind die Strassen zum grössten Teil schneefrei. Wir drehen deshalb nochmals eine „Klosterrunde“ und erfreuen uns an den einzigartigen Stimmungsbildern, zu denen uns Schnee und Nebel verhelfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kloster Metamorphosis

 

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Rousanou

 

 

Kloster Agia Triada

 

Heute haben wir wieder einmal erlebt, wie schön schlechtes Wetter sein kann. Ja, die Welt spielt sich eben doch mehr im Kopf ab als draussen.

Natürlich fahren wir am Abend nochmals zu „unseren“ Hunden. Sie wollen ja Leckerli und wir nochmals ruhig schlafen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kloster Metamorphosis

22. Dezember 2017

Jedes der Klöster hat seine Ruhetage, an denen die Eingangspforte für Besucher geschlossen bleibt.
Heute ist das Kloster Metamorphosis wieder geöffnet. Hier sind verschiedene Ausstellungsräume eingerichtet, ein Museum im belebten Kloster, eine wunderbare Idee.

Auch hier führt der Zugang über mehrere in den Fels gehauene Treppen zum Kloster auf dem Gipfel.

 

Zugang zum Kloster Metamorphosis

 

 

Blick auf das Kloster Varlaam

 

 

Garten im Kloster Metamorphosis

 

 

Blick vom Kloster Metamorphosis

 

Wir schlendern durch die verschiedenen Ausstellungsräume und erhalten einen Eindruck, wie man hier früher gelebt und gearbeitet hat.

 

 

Wein scheint im Kloster sehr wichtig gewesen zu sein, wie uns das riesige Holzfass suggeriert.

 

 

Damit der edle Saft nicht ausläuft, wurde das Fass sowohl mit Eisenreifen, als auch mit Holzgurten zusammengehalten. Sicher ist sicher!

 

 

In der Küche stehen viele Gerätschaften aus Holz.

 

 

Selbst Topf, Schöpfkelle und Näpfe wurden aus Holz hergestellt.

 

Holzgeschirr

 

Wir mögen eigentlich Museen nicht besonders, in denen alte, gesammelte Gerätschaften kommentarlos aufgestellt sind. Doch hier im alten Gemäuer des Klosters ist das stimmig.

Von den Mönchen, die hier gelebt haben, wird der Schädel im Beinhaus aufgestellt. Gleichheit selbst nach dem Tod.

 

Beinhaus im Kloster Metamorphosis

 

Viel Raum nehmen die Bilder von misshandelten und ermordeten Märtyrern ein.

 

Griechisch-orthodoxer Märtyrer

 

Das Mönchsgefängnis wurde nicht auf, sondern in den Berg gebaut. Hier schmorten vor allem Mönche, die den strengen Klosterregeln nicht gefolgt sind, in Einzelzellen.

 

Mönchsgefängnis

 

Wir sind ja eigentlich auf dem Weg an die Wärme. Deshalb verlassen wir diese einzigartig schöne Gegend und fahren südwärts.
Das schafft das Gefährt, das wir am Strassenrand antreffen, nicht mehr. Dafür wüsste es wohl einiges von früher zu erzählen.

 

Jaja, früher, als die Zeiten noch besser waren …

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schnee in Griechenland

23. Dezember 2017

Eigentlich sind wir nicht scharf auf Schnee, aber genau das demonstriert uns die Chilischote am Wegrand.

 

Scharf auf Schnee

 

Auch die Olivenbäume leiden unter dem ungewohnten Wintereinbruch.

 

Olivenbaum im Schnee

 

Wir fahren über den Bralos-Pass. Die Schneedecke wird immer höher.
Oberhalb von Damista erreicht sie eine Höhe von 40 cm. Der schwere Nassschnee hat in den Olivenhainen einigen Schaden angerichtet.

 

Schneeschaden am Olivenbaum

 

Zum Glück sind die Strassen aper und gesalzen. So kommen wir mit unseren Sommerreifen sicher über die Berge.
Die verschneite Landschaft ist wunderschön.

 

Tal bei Skamios

 

Doch wir haben uns auf einen milden, schneefreien Winter eingestellt.
Und endlich, kurz vor Eleonas, sind wir wieder unterhalb der Schneegrenze. Das Dorf leuchtet hell vor den verschneiten Bergen.

 

Eleonas

 

Selbstverliebt haben sich drei hohe Bäume in einen Olivenhain gestellt und präsentieren sich im besten Licht.

 

 

Hier gefällt es uns, hier bleiben wir!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Der grösste Olivenhain Griechenlands

24. Dezember 2017

Der Weg führt heute durch eine raue, hügelige Landschaft. Die verschneiten Berge am Horizont haben wir zum Glück hinter uns gelassen.

 

Giona-Massiv

 

Die riesige Ebene bei Itea ist der grösste Olivenhain Griechenlands.

 

Der grösste Olivenhain Griechenlands

 

Heute, am Heiligen Abend, wollen wir wieder einmal ausgiebig warm duschen. Deshalb fahren wir vor Delphi auf den Campingplatz Apollon.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Eis statt Orakel

25. Dezember 2017

Wir wollen die Ausgrabungsstätte von Delphi besuchen, doch heute, am Weihnachtstag und morgen ist das Gelände geschlossen.
Uns bleibt ein Blick von ferne auf den Apollon-Tempel und das Theater.

 

Apollon-Tempel und Theater von Delphi

 

Wir verzichten deshalb auf das Orakel und fahren stattdessen ans Meer.
In Andikyra setzen wir uns ans Ufer und geniessen bei Temperaturen über 20°C ein Eis.

 

Weihnachten 2017: Eis nicht auf der Strasse, sondern im Becher!

 

Danach fahren wir ins Kloster Ossios Loukas. Auch diese Anlage ist ein Welterbe der UNESCO.
Leider verabschiedet sich die Sonne bereits. Doch für einen kurzen Besuch reicht es noch.

Wir bestaunen die karge Einrichtung einer Mönchszelle, die etwa 2 x 2½ Meter misst.

 

Mönchszelle im Kloster Ossios Loukas

 

Von grosser Handwerkskunst zeugt das Gewölbe eines Ökonomiegebäudes.
Mit dem Bau von Bögen und Gewölben wurden das Gewicht des Daches auf die Pfeiler abgestützt, ohne dass Zugkräfte auftraten.

 

Gemauerte Bögen und Gewölbe

 

Wir beschliessen in der Nähe zu nächtigen und uns morgen das Kloster in aller Ruhe und bei Sonnenschein genauer anzusehen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kloster Ossios Loukas

26. Dezember 2017

Ein weiterer wunderschöner Tag erwartet uns.

 

Steiri

 

Wir fahren zurück zum Kloster Ossios Loukas und bewundern diesen beeindruckenden Komplex.

Natursteine, Backsteine und rotbraune Fugen geben die Farben. Die behäbigen Gebäude werden mit hohen Rundbogenfenstern aufgelockert. Der orientalische Einfluss ist unverkennbar.
Der byzantinische Baustil gefällt uns.

 

Die Kirche steht im Zentrum des Klosters.

 

 

Typische Fensterform

 

 

Schlicht und schön

 

 

 

Selbst die Rötelschwalben haben sich dem Baustil angepasst und spielen mit den Farben.

 

Nest einer Rötelschwalbe (Cecropis daurica)

 

In der Kirche findet ein Gottesdienst statt, den wir nicht stören wollen. Doch die gregorianischen Gesänge des Priesters werden in die Krypta Santa Barbara übertragen.

 

Krypta Santa Barbara

 

Einige der Gebäude werden nicht mehr benutzt und dem Zerfall überlassen.

 

 

Andere wurden vor nicht all zu langer Zeit renoviert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwas abseits steht die kleine „Kapelle der Verklärung“. Hier wurde die Glocke nicht in den Bau integriert, sondern in die mächtige Pinie nebenan gehängt. Glockenbaum statt Glockenturm, warum nicht?

 

Glockenbaum

 

Auf dem Weg zurück nach Delphi fällt uns in Distomo ein Wegweiser auf, der Klartext spricht:

 

 

Wir folgen dem Wegweiser und fahren zur Gedenkstätte auf dem Hügel.
Hier wurde am 10. Juni 1944 als Vergeltungsaktion für durch Partisanen getötete deutsche Soldaten ein ganzes Dorf ausgelöscht!
Auf der langen Marmortafel zählen wir 232 Namen. Unter den Opfern waren auch über 80-jährige Frauen und wenige Monate alte Säuglinge.

 

Mahnmal für die Opfer des Massakers in Distomo

 

Im verschneiten Arahova herrscht ein „Riesenpuff“. Wir fahren im Schritttempo durch die enge Strasse. An beiden Rändern stehen die geparkten Autos dicht an dicht neben den Schneemaden.
Viele festlich gekleidete Menschen sind unterwegs. Eine endlose Kolonne Fahrzeuge inklusive zwei Reisebusse kommt uns entgegen … ein grandioses Chaos. Aber alle sind friedlich und geduldig. Niemand hupt oder fuchtelt herum. Für die knapp zwei Kilometer Strecke benötigen wir mehr als eine halbe Stunde.

 

Arahova

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Orakel von Delphi

27.Dezember 2017

Heute ist die Ausgrabungsstätte von Delphi wieder geöffnet und wir tauchen ein in die Antike. Ausserdem wollen wir die Gelegenheit nutzen, um uns die Zukunft vorhersagen zu lassen, sozusagen aus erster Hand. 😉

Das am besten erhaltene Gebäude ist das Schatzhaus der Athener. Die fehlenden Teile wurden, wie das Original, aus Marmor von der Insel Paros nachgebaut.

Gleich daneben steht noch heute der Felsen, von dem herab Sibylle, das allererste Medium, jeweils das Orakel verkündet haben soll.
Später sassen die weissagenden Frauen im Tempel des Apollon über einer Erdspalte, aus der Dämpfe aufstiegen. Da sie ausserdem vor den Prophezeiungen halluzinogene Stoffe konsumierten, war das berühmte „Orakel von Delphi“ eine unverständliche Rede. Diese wurde aber von den Priestern in klare Worte „übersetzt“.

Wir lauschen angestrengt und hören tatsächlich Worte in vielen verschiedenen Sprachen, aber leider können wir daraus keine Weissagung für uns ableiten.

 

Schatzhaus der Athener mit „Orakelstein“

 

Übrigens, Delphi liegt nicht irgendwo in Griechenland, Delphi ist der Nabel der Welt!
Göttervater Zeus liess von zwei Enden der Erde je einen Adler fliegen und diese trafen sich genau hier. Damit die Welt das niemals vergisst, wurde ein steinerner Nabel aufgestellt.
Das Original kann man heute im Museum besichtigen.

 

Nabel der Welt

 

Sehr eindrücklich ist das riesige Theater. Es ist in den Berghang gebaut und gegen das Tal hin offen.

 

Theater von Delphi, gleich dahinter der Tempel des Apollon

 

Anhand einer Säule und einer betonierten Verkehrstafel vergleichen wir die Bausubstanzen der Antike mit der Neuzeit.

 

Antike Säule des Apollon-Tempels (über 2000 Jahre alt)

Säule der Neuzeit (ca. 40 Jahre alt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Tholos (4. Jh. v. Chr.) wurden nur drei Säulen und ein Stück des Architraves rekonstruiert. Doch auch so wird die Mächtigkeit des ehemaligen Prachtbaus spürbar. Sein Zweck ist bis heute unklar.

 

Tholos im Heiligtum der Athene Pronaia

 

Unglaublich welch filigrane Muster in jener fernen Zeit aus dem harten Marmor gearbeitet wurden.

 

Marmorsockel eines Gebäudes

 

Das alles scheint die Katze, die sich auf den behauenen Steinen aufwärmt, überhaupt nicht zu interessieren. Zufrieden sitzt sie da und beobachtet die Welt.

 

 

Aus überlieferten Berichten des griechischen Reiseschriftstellers Pausanias (115 – 180 v. Chr.) mit detaillierten Beschreibungen wurde ein Modell konstruiert, das zeigt, wie das antike Delphi aussah.

 

Modell des antiken Delphi

 

Dann lassen wir uns von den vielen Figuren in die damalige Welt entführen.

 

Sphinx ca. 570 v. Chr.

 

 

Artemis, Göttin der Jagd, des Waldes, des Mondes sowie der Frauen und Kinder

Apollon, Gott des Lichts, der Heilung, der Weissagung und der Künste

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zwillinge von Argos

 

Dazu die Sage:

Die Zwillinge Kleobis und Biton lebten ca. 580 v. Chr. in Argos. Sie waren bekannt für ihre Kraft, ihren edlen Geist und ihren Mut. Ihre Mutter wollte zum höchsten Fest der Göttin Hera reisen und ihr in ihrem Tempel Opfergaben darbringen. Doch als der Zeitpunkt der Abreise kam, waren die Ochsen, die ihren Wagen hätten ziehen sollen, auf einem weit entfernten Feld zum Pflügen eingesetzt. Ihre Verzweiflung war gross, denn sie schien den wichtigsten Feiertag zu verpassen. Kurzentschlossen spannten sich ihre beiden Zwillingssöhne selber vor den Karren und zogen ihn bis vor den Tempel. Dort lobte die Mutter ihre Söhne sehr und bat die Göttin diesen die höchste Ehre zu gewähren, die einem Menschen zu teil werden könne. Die Zwillinge legten sich erschöpft nieder und erwachten nicht mehr. Denn die höchste Ehre sei es, auf dem Höhepunkt des Lebens sterben zu können und als Helden verehrt und in Erinnerung zu bleiben!

Na ja!!

 

Antinoos

Agias

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind tief beeindruckt von den Bauten und Skulpturen der Antike. Unglaublich, was die Menschen damals von Hand vollbracht haben.

Obwohl wir leider keine Weissagung für uns persönlich vernehmen konnten, beschliessen wir weiter Richtung Süden zu reisen.

Auf dem Weg Richtung Peloponnes lässt uns ein Kriegerdenkmal bei Levadia stoppen. Eindrücklich sind die gefallenen Soldaten durch Lücken in der Wand dargestellt.

 

Kriegerdenkmal kurz vor Levadia

 

Kurz vor Psatha hätten wir beinahe eine kleine Wildsau angefahren, die aus dem Dickicht direkt vor dem WoMo über die Strasse rennt. Schwein gehabt!

Im Dorf, wo wir übernachten wollten, stehen dem Meer entlang viele Camping-Verbote. Die Strasse nach Alepochori ist eigentlich wegen Steinschlag gesperrt. Doch Einheimische umkurven die Sperre und wir tun es ihnen gleich.
In Alepochori parken wir am Strassenrand direkt am Meer, es ist bereits dunkel.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über den Kanal von Korinth

28. Dezember 2017

 

Von unserem Übernachtungsplatz in Alepochori

 

Wir queren den Kanal von Korinth und fahren auf den Peloponnes.

Die Landenge (Isthmos) von Korinth war die nur 6 km breite Verbindung zwischen dem griechischen Festland und dem Peloponnes. Bereits vor 2600 Jahren schmiedete Periander von Korinth Pläne zu einer direkten Verbindung zwischen der Ägäis und dem Ionischen Meer. Damit hätte der 325 km lange Umweg um den Peloponnes und vor allem die wegen ihren schwierigen Gewässern berüchtigte Landzunge von Kap Malea vermieden werden können. Auch Julius Cäser, Caligula oder Kaiser Augustus spielten mit dieser Idee. Unter dem römischen Kaiser Nero begannen die ersten konkreten Arbeiten. Diese wurden aber bald wieder eingestellt.
1687 wagten sich die Venezianer als mächtige Seefahrer und Händler wieder an das Mammutprojekt. Wiederum vergeblich.
Der Durchstich erfolgte erst 1893 nach zwölfjähriger Bauzeit.
Der Kanal ist 6343 Meter lang und 87 Meter tief. Davon liegen 8 Meter unter Wasser. Auf Wasserhöhe beträgt die Breite nur 23m.

Die Durchfahrt des Kanals von Korinth hat in der Neuzeit an Bedeutung verloren. Für grosse Schiffe ist die Wassertiefe nicht ausreichend. Ausserdem wird das Kap Malea in grösserer Distanz umfahren und der längere Weg fällt heutzutage kaum mehr ins Gewicht.

 

Kanal von Korinth

 

 

 

Kurz nach dem Kanal fahren wir nach Akrokorinth hoch und übernachten vor den Toren der Festung mit Blick auf Xilokastro und den Golf von Korinth.

 

Übernachtungsplatz vor der Festung Akrokorinth

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Akrokorinth

29. Dezember 2017

Wir haben vor den Toren der Festung Akrokorinth übernachtet. Nun besuchen wir den befestigten Berg und spazieren durch das weitläufige Gelände.
Eine Gruppe Ziegenböcke ergreift die Flucht und rennt über die geschichtsträchtigen Mauerreste. Nur ihr markanter Duft liegt noch kurze Zeit in der Luft.

 

Ziegenböcke auf Akrokorinth

 

Die Befestigung überzog die gesamte Bergkuppe. Der wuchtige Felsklotz überragt die Ebene um knapp 600 m und gewährt einen guten Überblick vom Saronischen Golf zum Golf von Korinth.
Erste Siedlungsspuren stammen aus dem 7. Jh. v. Chr. Die Anlage hat eine sehr wechselhafte Geschichte, sie wurde von Byzantinern, Türken, Franken und Venezianern erobert und weiter ausgebaut.

 

Eingang zur Festung Akrokorinth

 

Im Hintergrund erkennt man die Gipfel des Killini Gebirges.

 

Blick vom Akrokorinth

 

 

Killini-Gebirge

 

Die Ruine einer Moschee ist noch gut erhalten.

 

Moschee auf Akrokorinth

 

Unten in der Ebene werden vor allem Oliven angepflanzt. Doch ein Landwirt scheint auch auf Obstbäume zu setzen.

 

 

In der Festung blühen Ende Dezember Blumen, die wir nicht kennen. Kann uns da jemand weiterhelfen?

 

???

 

Nach dieser „Bergtour“ besuchen wir die Ausgrabungsstätte am Fusse des Berges.

 

Apollon-Tempel im Vordergrund ein Zedrachbaum (Melia Azederach)

 

Eine Tafel zeigt, wie das antike Korinth ausgesehen hat.

 

Das antike Korinth

 

Einige der Bauten sind noch in gutem Zustand.

 

Peirene-Quellen

 

Natürlich besuchen wir auch das Museum im Gelände. Wie bereits in Delphi faszinieren uns die aus Stein gehauenen Statuen. Unglaublich, wie man aus dem harten Marmor so lebensechte Menschen und charaktervolle Köpfe gestalten konnte.

 

Römischer Kaiser Caracalla

Dionysos, Gott des Weines, der Freude und der Fruchtbarkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aphrodite, Göttin der Liebe und der Schönheit

Hermes oder Perseus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mosaikboden einer römischen Villa

 

 

Kaiser Augustus

Gaius Cäsar, Enkel des Kaiser Augustus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tief beeindruckt verlassen wir diese Stätte der „alten Steine“, wie Beat früher solche Orte despektierlich genannt hat.

Bei Argos entdecken wir „neue Steine“. Mit viel Fantasie und Liebe zum Detail wird da ein Haus gebaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Krioneri Beach sind wir, wen wundert’s, um diese Jahreszeit die einzigen Touristen. Auch wir springen nicht ins kühle Nass, sondern parken unseren NOBIS direkt an den Strand, denn wir lieben schöne Übernachtungsplätze.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Fährt eine Fähre?

30. Dezember 2017

Am Morgen geniessen wir das ausgiebige Frühstück direkt am Meer.

 

Krioneri Beach

 

Auf dem Weg nach Githio sehen wir wie ein Schafbauer seinen Tieren gammelige Granatäpfel und Orangen zum Frass vorwirft. Die Schafe sehen sich das „Festtagsmenü“ kurz an und ziehen dann wenig interessiert weiter zu ihren kargen Gräsern.

 

Stilleben faulender Südfrüchte

 

Wir wollen von Githio nach Kreta übersetzen, sind aber nicht sicher, ob es da eine Fährverbindung gibt. Im Internet finden wir keine. Ein Reiseführer weiss zu schreiben, dass die Verbindung eingestellt worden sei. Wir haben jedoch gehört, dass man vor Ort eine Fähre buchen könne, die aber nicht regelmässig fahre.
Mal sehen, wir haben ja Zeit.

Kurz vor Githio steht eine alte, versprayte Werbetafel am Strassenrand. „Anen Lines“, entziffern wir. Soll das die Gesellschaft sein, die von hier nach Kreta fährt oder früher einmal fuhr?

 

Infotafel „unserer“ Fährgesellschaft

 

Im Meer gleich darunter steht ein gestrandetes Schiffswrack. War das einmal die Fähre?

 

Schiffswrack vor Githio

 

Im hübschen Städtchen Githio macht sich Annette auf die Suche nach Informationen, während Beat herumknipst.

 

Githio

 

 

Das Hafencafé in Githio wartet auf Gäste.

 

Nach einiger Zeit kommt Annette mit der guten Nachricht zurück, dass immer mittwochs eine Fähre nach Kreta fahre. Sie hat für uns einen Platz reserviert.

Heute ist Samstag. Uns bleiben also noch einige Tage, um den Süden des Peloponnes anzuschauen.
Für die Nacht bleiben wir aber hier und parken auf der kleinen Halb-Insel Marathonisi direkt neben der Kapelle.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Monemvasia

31. Dezember 2017

Heute fahren wir nach Monemvasia, auch „Gibraltar des Balkans“genannt.

 

Monemvasia

 

In Gefyra parken wir auf dem grossen Platz vor dem Damm. Nach einer heissen Schokolade am Hafen wandern wir los.
Der Weg führt auf der Südseite der Insel ins malerische Städtchen Monemvasia. Es ist verkehrsfrei, denn durch die schmalen und zum Teil steilen Gassen käme kein Automobil.

 

Gasse in Monemvasia

 

Sogar die Katzen bereiten sich heute am Silvester auf das neue Jahr vor und waschen sich intensiv. Ausser die faule Mia, die schläft lieber an der Sonne.

 

Katzenwäsche

 

Der Weg führt in steilen Serpentinen zur Festung auf den Berg. Monemvasia ist eine griechische Kleinstadt, die im byzantinischen Reich ein bedeutender Stützpunkt und eine uneinnehmbare Festung war.

 

Eingang in die Festung

 

Von oben blicken wir auf den Leuchtturm am Meer hinunter.

 

Leuchtturm von Monemvasia

 

 

Windrose im Hof des Leuchtturms

 

Natürlich fehlt auch hier auf dem Berg, in der Oberstadt, die Kirche nicht.

 

Agia Sofia von Monemvasia

 

 

In der Agia Sofia

 

Wir staunen auch hier über die künstlerischen Details, zum Beispiel ein steinernes Bild über dem Eingang, das zwei Pfauen darstellt.

 

 

Ein Fresko in der Kirche lässt uns ein wenig ratlos.

Warum?

Wir bemühen uns um Interaktivität und deshalb lassen wir dich, liebe Leserin, lieber Leser, das Bild zuerst betrachten, bevor wir unseren Senf dazugeben.

 

 

Hast du es bemerkt?
Der Körper der Frau im roten Überwurf ist vor den beiden anderen platziert, die Füsse aber stehen dahinter.
Ja, solche Details fallen Annette jeweils sofort auf, und der kluge Beat sagt dann meistens: „Ah ja, stimmt, du hast recht.“

Nun wandern wir ans andere Ende der Festung und schauen durch eine Lücke in der Mauer zum Hafen hinüber.

 

Blick von der Zitadelle zum Hafen von Gefyra

 

Wir freuen uns an den Blumen, die hier am letzten Tag des Jahres 2017 blühen.

 

Krummstab (Arisarum vulgare )

 

Ein kugeliger Busch, der von weitem betrachtet lediglich gelbe Blätter zu haben scheint, trägt in Wirklichkeit viele wunderschöne kleine Blüten.

 

Wolfsmilch (Euphorbia)

 

Blüte der Wolfsmilch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun wandern wir am osmanischen Mausoleum vorbei zurück zum einzigen Zugang der Festung.

 

Osmanisches Mausoleum

 

Ein letzter Blick hinunter auf die bewohnte Unterstadt von Monemvasia …

 

Monemvasia

 

… und schon nehmen wir den steilen Weg hinunter wieder unter die Füsse.

 

Weg zwischen Unter- und Oberstadt von Monemvasia

 

Wir wandern durch das pittoreske Städtchen zurück, gucken links und gucken rechts, freuen uns an den vielen wunderschönen Details und Ecken, die Monemvasia zu bieten hat.

 

Türgriff

 

Jemand hat vor seinem Haus liebevoll Sukkulenten gepflanzt.
Weiss jemand, worum es sich dabei handelt?

 

Mini-Gärtchen, klein, aber fein

 

 

Eine Art der Aloe?

 

 

Eine Art der Kalanchoe?

 

Nach knapp drei Stunden sind wir zurück bei unserem NOBIS.
Der fährt uns noch einige Kilometer weit, bis Agios Fokas, wo wir vor einer kleinen Friedhofs-Insel übernachten.

 

Blick zurück auf Monemvasia

 

Link zur Wanderung in die Festung von Monemvasia:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Versteinerter Palmenwald

1. Januar 2018

Die beiden östlichen „Finger“ des Peloponnes gehören zur Provinz Lakonien. In der Antike war Sparta die Hauptstadt Lakoniens.
Lakonien? – Der Ausdruck „lakonisch“ ist uns bekannt, doch was er mit Lakonien zu tun hat, wissen wir nicht. Falls es dir auch so ergeht, hier eine kleine, einprägsame Anekdote:
Als Philipp II von Makedonien Krieg gegen die Spartaner führte, sandte er ihnen folgende Botschaft:
„Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen werden.“
Darauf antworteten die Spartaner: „Wenn.“
Zuerst fahren wir nach Profitis Ilias. Oberhalb des neuen Hafens steht ein schlichtes weisses Haus, das mit Installationen und Schatten zu spielen scheint.

 

Haus in Profitis Ilias

 

Wir haben von einem versteinerten Palmenwald bei Agia Marina gelesen.
Vor dem Weiler stehen zwar Informationstafeln, doch von einem Wald ist weit und breit nichts zu sehen. Vielleicht hinter den Häusern?
Erst auf der Rückfahrt klettern wir bis ans Meer hinunter und finden den „Fossile Forest“.
Die versteinerten Überreste sind nicht geschützt. Man kann zwischen ihnen hindurchwandern und über sie hinwegsteigen, wie man will. Hoffentlich werden sie so nicht von unvorsichtigen Besuchern zerstört.

 

Versteinerte Palmenstrünke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Elia sehen wir, wie die versteinerten Strünke früher einmal ausgesehen haben.

 

Dattelpalme (Phoenix)

 

Die Fahrt nach Skoutari zieht sich in die Länge. Die Strasse führt in vielen Kurven meistens durch trockene Landstriche und nur selten der Küste entlang.
Endlich sind wir da und übernachten in der Nähe des Sandstrandes.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Leucht- und Wohntürmen

2. Januar 2018

Am Morgen kommt eine abgemagerte Hündin vorbei. Annette kann sie anlocken. Die arme Kreatur macht Sitz auf Befehl, lässt sich gerne streicheln und wird für einmal ausgiebig gefüttert. Was für Geschichten sie uns wohl erzählen könnte!?!

 

Morgenstimmung in Skoutari

 

Wir fahren entlang der Ostküste der Mani, dem „Mittelfinger“ des Peloponnes, zum Kap Tenaro. Im Dorf Kokkenogeia endet die Strasse. Wir lassen uns davon nicht aufhalten, schlüpfen in die Wanderschuhe und marschieren weiter südwärts.

 

Kokkenogeia

 

Der Weg führt an den Ruinen einer antiken Siedlung vorbei, die auf den ersten Blick nicht mehr zu erkennen ist. Einzig ein paar Mauerreste und ein römisches Mosaik zeigen, dass hier einmal Menschen gelebt haben.

 

Römisches Mosaik in Kokkenogeia

 

Wir gehen daran vorbei bis zum Leuchtturm Tenaro.

 

Leuchtturm am Kap Tenaro

 

Dort treffen wir eine griechische Familie, die auf einem Gaskocher Kaffee zubereitet. Wir werden herzlich dazu eingeladen.
Aus der Kaffeepause entwickelt sich ein kleines Picknick, zu dem jeder beisteuert, was er im Rucksack findet.

Herzlichen Dank für die spontane Gastfreundschaft!

Wir unterhalten uns angeregt mit Polytimi, Laertis, Dionyssis und Ioulietta. Poly hat Architektur studiert, fand aber wegen der Wirtschaftskrise keine Stelle. Also orientierte sie sich neu und leitet heute eine Tango-Schule, malt und gestaltet Schmuck und Bilder aus Recyclingmaterialien.

Hier der Link zu Polys Atelier: www.oyoland.com

 

 

Bild der munteren Picknickrunde

 

Das Kap ist der südlichste Punkt des griechischen Festlandes und nach der spanischen Punta de Tarifa das zweitsüdlichste Kap Festland-Europas. Die Punta de Tarifa wollten wir 2017 besuchen, doch dort ist militärisches Sperrgebiet.
Folglich sind wir jetzt am südlichsten Punkt Europas, den ein Zivilist besuchen kann. (Hurra, wir können einen Rekord herbeiargumentieren 🙂 )

 

Kap Tenaro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach diesem Ausflug fahren wir an der Westküste wieder nordwärts. Auffallend sind die typischen Wohntürme in der Mani.

Damit wir Vathia im besten Licht betrachten können, lässt Zeus, der Herrscher über Blitz, Donner und Regen, es zuerst stürmen, bevor die Sonne die Bauten beleuchten darf.

 

Vathia

 

Nun wagen wir uns in das pittoreske Dorf. Vathia wurde 1976 unter Denkmalschutz gestellt, ist aber kaum mehr bewohnt (2011: 6 Einwohner). Viele der Wohntürme sind am Zerfallen.

 

 

In einigen der Häuser wohnen heute Pflanzen und Bäume.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick zurück auf Vathia

 

In Pirgos Dirou erwischen wir die falsche Strasse und gelangen zu einem Parkplatz am Meer. Von hier fahren Booten in die Glyfada-Höhle, eine Tropfsteinhöhle.
Das sparen wir uns für später auf, denn jetzt am Abend ist alles geschlossen und morgen setzen wir nach Kreta über.

Also nochmals die steile Strasse hinauf ins Dorf und auf der anderen Seite der Klippe wieder hinunter zur Pirgos Dirou Beach.

Link zur Wanderung ans Kap Tenaro:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf, nach Kreta!

3. Januar 2018

Einmal mehr konnten wir an einem wunderschönen Ort gratis übernachten …

 

Pirgos Dirou Beach

 

… und einmal mehr sammeln wir zum Dank herumliegenden Müll ein!

 

Gesammelte Werke

 

Nun geht es wieder zurück nach Githio, wo uns um 16:30 Uhr die Fähre abholen soll.

In Areopoli steht vor einem Blumenladen ein mit Orangen und Zitronen geschmückter Weihnachtsbaum der anderen Art.

 

Weihnachtsbaum in Areopoli

 

In Githio sind die Tische am Hafen immer noch ohne Besucher …

 

 

… obwohl daneben fein säuberlich aufgehängte Tintenfischarme locken (oder abschrecken?).

 

 

Um 16:00 Uhr sollte die Fähre im Hafen einlaufen und eine halbe Stunde später wieder ablegen. WIR sind pünktlich, aber von einer Fähre ist weit und breit nichts zu sehen.

 

Leuchtturm von Githio

 

Da andere Fahrzeuge ebenfalls hier stehen, warten wir geduldig und Beat nutzt die Zeit, um Hafenimpressionen zu sammeln.
Und so kannst auch du, liebe Leserin, lieber Leser, dir die Zeit mit Angucken von Trossen verkürzen.
Wann soll das Schiff eintreffen? Darüber bekommen wir keine Information.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach eineinhalb Stunden erfahren wir von einem anderen Passagier, dass auf Kreta Sturm herrschte und die Fähre deshalb lange nicht ablegen konnte.
Und wirklich, mit zweieinhalb Stunden Verspätung fährt unsere „IONIΣ“ in den Hafen ein.

Es ist bereits dunkel, als wir am Leuchtturm vorbei ins offene Meer fahren.

Die Überfahrt verläuft stürmisch. Zum Glück wird es uns nicht übel, aber viel fehlt nicht.
Nachts, um 2:30 Uhr kommen wir in Kissamos an und parken unseren NOBIS gleich auf dem Kai. Wir sind müde und wollen nur noch schlafen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Unser Workaway-Job in Choudetsi

4. – 13. Januar 2018

Am 4. Januar fahren wir gegen Abend zu Jon nach Choudetsi.
Es regnet in Strömen, als er uns bei der Tankstelle abholt und zu seinem Grundstück führt.

Der Norweger Jon sucht hier auf Kreta das einfache Leben. Er wohnt in einer Jurte mitten im Olivenhain. Die Hunde Rosa und Atju, die Katze Ziza, sowie einige Gänse, Enten und Hühner sorgen für Kurzweil und Eier.

 

Eine der Jurten von Jon

 

Wir haben uns über die Internetplattform von „Workaway“ bei ihm um einen Job gegen Kost und Logis beworben. Auf das Logis verzichten wir und schlafen weiterhin in unserem NOBIS. Der Wohnwagen, der für uns vorgesehen ist, bringt kaum mehr Komfort, zudem müssen wir so unsere Siebensachen nicht zügeln.

Früh gehen wir schlafen und hoffen auf besseres Wetter.

Link zur heutigen Strecke:

 

Heute Freitag Morgen zeigt uns Jon sein Grundstück. Wir sollen Flosse bauen aus Schilfrohr, leeren PET-Flaschen und Schnur. Diese beschatten im Sommer den Teich, damit er von der Sonne nicht so schnell ausgetrocknet wird.

Am Mittag verlässt uns Jon, um übers Wochenende in der Stadt einen Freund zu besuchen.
Uns soll’s recht sein, Arbeit ist genug da.

 

Flosse und Entenhütte auf dem Bewässerungsteich

 

 

Flossbauerin Annette

 

Das Wetter spielt mit und so geht es am Montag an die Olivenernte. Jon ist damit im Verzug, da zwei Paare, die ihre Mithilfe im Dezember versprochen haben, nicht erschienen sind.
Alleine Oliven ernten ist aber sehr aufwändig. Zu zweit kann man die 6 x 10 Meter grossen Sammelnetze viel leichter ausbreiten.

 

Oliven am Baum

 

Das Ernten geht folgendermassen:
Erst werden die Netze unter den Bäumen ausgelegt. Dann schlägt man die Früchte vom Baum. Bei grösseren Bäumen muss man dazu auch in die Krone steigen.

 

Annette und Jon beim Oliven herunterschlagen

 

Die Netze werden anschliessend sorgfältig zusammengerafft, damit keine Oliven herunterkollern
Später lesen wir die grösseren Zweige heraus, bevor die Oliven in Säcke abgefüllt und in die Ölmühle gebracht werden.

 

Atju will gestreichelt werden und nicht Zweige herauslesen.

 

Gut getarnt beobachtet eine Gottesanbeterin unser Treiben.

 

Gottesanbeterin (Mantis religiosa)

 

Auch unter den Oliven gibt es nonkonforme Individualisten.

 

Eigenwillige Olive

 

Zum Mittag essen wir oft Spiegeleier. Die schmecken vorzüglich. Man merkt, dass das Federvieh nicht eingesperrt ist und sich sein Futter auf dem grossen Gelände selber suchen kann.

Wir verzehren zum ersten Mal in unserem Leben Gänseeier. Die sind zweieinhalb bis dreimal so gross wie Hühnereier und schmecken auch gross-artig.

 

Vier Hühner- und ein Gänseei

 

Die nächsten Tage verbringen wir mit der Olivenernte. Dazwischen haben wir aber genügend Zeit für uns. Wir werkeln am Blog, gehen in einem der Cafés im Dorf aufs Internet, geniessen die wunderschöne Gegend …

 

Blick von Jons Grundstück

 

… „Oh, schau mal, da blühen ja bereits die Narzissen!“ …

 

Strauss-Narzisse (Narcissus tazetta)

 

… oder studieren die Hierarchie des Geflügels.

 

Vize-Chefhahn

 

 

 

 

 

 

Chefhahn

 

 

 

 

 

 

 

Am Freitag, 12. Januar ernten wir die letzten Oliven und bringen anschliessend die Früchte in die Mühle im Dorf.
Morgen Abend soll „unser“ Öl abholbereit sein.

Hier in Choudetsi bekommt jeder Bauer das Öl seiner eigenen Oliven. Was nicht selber gebraucht oder vermarktet werden kann, kauft die Mühle auf.

 

Start der Oliven auf dem Weg zum Öl

 

 

Olivenmühle von innen

 

Heute Samstag zieht am frühen Morgen ein heftiges Gewitter über uns hinweg. Danach bleibt es regnerisch.
Da hatten wir grosses Glück, dass wir die Ernte vor der Regenperiode abschliessen konnten.
Nun hocken wir in der Jurte und schneiden einen Riesenberg Oliven ein, um sie danach in Salzwasser einzulegen. Die Lake muss nun zehn Tage lang jeden zweiten Tag gewechselt werden, bevor man die Früchte zum späteren Verzehr in Gläser füllen kann.

Jon ist so froh, dass er seine Olivenernte noch rechtzeitig beenden konnte, dass er uns zum Abendessen in eine urige Taverne im Dorf einlädt.
Im Cheminéeofen in der Gaststube brennt ein Feuer und wir sind die einzigen Gäste. Maria und Jassis haben ein Festmahl vorbereitet mit Kohlrouladen, Bruschetta mit Feta und Tomaten, Bureki mit Spinat, Schweineragout mit Lattich, Koteletts, Pommes.
Jassis sucht über YouTube griechische und kretische Musik und lässt sie über zwei grosse Boxen erschallen. Dabei singt er oft lauthals mit. Maria setzt sich zu uns an den Tisch und trinkt ein Glas Wein mit.
Zur Nachspeise gibt es Yoghurtpudding mit Quittenkompott und frisches Obst.

Danke, Jon, für die Einladung und für den stimmigen Abend.

 

 

Aufbruch wegen Regen

14. Januar 2018

Nach den ergiebigen Niederschlägen ist der Boden ziemlich aufgeweicht und matschig. Wettermässig ist keine Besserung in Sicht. An Arbeiten im Freien ist nicht zu denken.
Wir wollen hier nicht untätig herumsitzen, deshalb verabschieden wir uns von Jon und setzen unsere Reise fort.
Jon schenkt uns zum Abschied einige Hühner- und Gänseeier, ein Glas mit eingelegte Oliven und … was uns ganz besonders freut! … drei Liter frisches Bio-Olivenöl, aus den Früchten, die wir selber geerntet haben.

Wir hatten hier eine gute Zeit und freuen uns über die leckeren Abschiedsgeschenke. Herzlichen Dank, Jon.

 

Unser Olivenöl

 

In Vathipetra füllen wir bei der Kirche unsere Wasservorräte auf. Hier kann man Quellwasser „tanken“, das nicht mit Chlor versetzt ist.

 

Wassertankstelle in Vathipetra

 

 

Annette will Wasser in der Flasche und nicht auf dem Kopf.

 

 

Blick von Vathipetra über die verregnete Landschaft

 

An der Nordküste ist das Wetter etwas freundlicher. Wir übernachten am Strand von Kato Gouves.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Im Winter geschlossen!

15. Januar 2018

Zuerst fahren wir zurück nach Iraklio, um uns dort im Tourismusbüro Informationen über Kreta zu besorgen. Aber, es ist Winter und da sind keine Gäste vorgesehen. Das Büro ist geschlossen. Eine Karte verweist auf die Stadtverwaltung, doch die finden weder wir noch unser Navi.
Wir geben auf, dann halt eben nicht…

Nun fahren wir wieder ostwärts und über Nebenstrassen nach Plaka. Das Landesinnere ist sehr karg. Auf den Hügeln suchen Schafe nach raren Gräsern. Lediglich in den Ebenen liegen einige Dörfer von Olivenhainen umgeben.

 

Fourni

 

Nach Vrouhas fällt das Gelände gegen das Meer ab. Von weitem sieht man die Insel Spinalonga mit der markanten Mauer der ehemaligen Inselfestung.

 

Insel Spinalonga

 

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war auf dem Eiland eine Leprakolonie, die letzte Europas.
Hier wurden die Aussätzigen vom Rest der Bevölkerung isoliert, um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern.
Heute ist die Insel ein bekannter Ausflugsort. Von Plaka aus fahren Boote im Halbstundentakt hinüber.
ABER … natürlich nur im Sommer. Uns bleibt der Blick von Ferne. 😦

 

Insel Spinalonga

 

Dafür übernachten wir auf dem unbenutzten Parkplatz des (Sommer)-Hot-Spots.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Agios Nikolaos

16. Januar 2018

Agios Nikolaos ist ein schönes Städtchen an der Kolpos Mirampelou (Mirabello Bucht).
Nach zwei leckeren heissen Schokoladen schlendern wir dem Meer entlang bis zum Voulismeni-See, der mitten im Ort liegt. Dieser Süsswassersee ist an der breitesten Stelle nur 137 Meter breit, aber stolze 65 Meter tief!

„Was sollen die vielen Worte, wir wollen Bilder sehen“, höre ich rufen.

Also denn:

 

Füllhorn der Amaltheia

 

 

Agios Nikolaos mit Abfluss des Voulismeni-See

 

 

Agios Nikolaos mit Voulismeni-See

 

 

Eine hübsche Türkentaube (Streptopelia decaocto)

 

 

Wo Wasser, da Enten (Warzenente) …

 

 

… und eigenartige Lebewesen (???)

 

Die Wasseruhren werden an den Aussenmauern installiert. In der Schweiz wären so verlegte Leitungen längst eingefroren und geborsten.

Aber wie sagt das bekannte Sprichwort: „Andere Länder, andere Wasseruhren!“ (oder so ähnlich)

 

 

Zurück am Sandstrand sehen wir zwei Frauen, die mit ihren Kindern den lauen Winterabend geniessen.

 

Strand von Agios Nikolaos

 

Auf der Halbinsel Spinalonga, finden wir einen ruhigen Platz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wandern auf der Halbinsel Spinalonga

17. Januar 2018

Am Morgen spazieren wir zur neuen Kapelle Agios Loukas, die gleich oberhalb unseres Übernachtungsplatzes liegt.

Der kleine Glockenturm gefällt uns besonders gut. Er ist so niedrig, dass man die Glocke auch ohne das kunstvoll geknotete Seil läuten könnte.

 

 

 

 

Nun wollen wir die Halbinsel zu Fuss erkunden. Da wir unseren NOBIS nicht hier in dieser Einsamkeit stehen lassen wollen (ein Einbruch genügt), fahren wir zurück über den Damm nach Elounda.

Von da geht’s los!
Den zerfallenden Steinmauern und Ruinen nach muss die Insel einmal von vielen Kleinbauern bewohnt worden sein. Wir treffen nur noch auf ein halbwegs intaktes, aber ebenfalls verlassenes Ökonomie- und Wohnhaus.

 

Nein, das ist nicht die letzte Bäuerin, das ist Annette.

 

Einige rund eingefasste Flächen lassen uns ratlos. Waren das Dreschplätze? Wir können uns nicht vorstellen, dass auf diesem kargen, steinigen Boden jemals Korn gewachsen ist.

Später erfahren wir, dass es in der Region früher deutlich mehr Niederschläge gegeben hat und die Bauern kleine Getreidefelder anlegen konnten.

 

Dreschplatz

 

Nur wenige Schafe und eine magere Muttersau mit ihrem Ferkel sehen wir auf der Insel weiden.

 

Schafe auf der Halbinsel Spinalonga

 

Dafür gibt es unendlich viele Kleinode zu entdecken.

 

Natürlich entstandenes Kunstwerk aus Stein

 

 

Natürlich entstandenes Blumenarrangement mit Herbst-Alraune (Mandragora autumnalis)

 

Dann aber, beinahe am anderen Ende der langgezogenen Halbinsel, stossen wir auf die gut erhaltene Kapelle Agios Ioannis.

 

Kapelle Agios Ioannis auf der Halbinsel Spinalonga

 

Soll sie die Insel vor den vielen Geistern schützen, die hier aus Bäumen und Steinen schauen?

Baumgeist

 

 

 

 

 

 

 

Steingeist

 

 

 

 

 

 

 

Doch der heutige Zeitgeist verbietet uns an Geister zu glauben. Vielleicht sind es lediglich Spielereien der Natur?

Auf dem Rückweg entlang der Ost-Küste entdecken wir einen Kormoran, der aufgeregt immer wieder den Kopf ins Wasser taucht und an etwas zu zerren scheint. Erst im digitalen Zoombereich der Kamera sehen wir, dass er einen Fisch erbeutet hat und ihn nun so in den Schnabel kriegen will, dass er beim Wegfliegen nicht herausfällt.

Das Bild ist qualitativ sehr schlecht, doch wir zeigen es trotzdem. Für diese spezielle Aufnahme meinen wir, dass der Zweck die Mittel heiligt.

 

Kormoran mit seiner Beute

 

Und wieder treffen wir in dieser unwirtlichen Gegend auf eine gut erhaltene Kapelle, die Agios Fokas. Die Türe ist unverschlossen.

 

In der Agios Fokas, Halbinsel Spinalonga

 

Ein gepflästerter Weg führt zu einem kleinen Hafen. Hierher kommen die Gläubigen also mit dem Boot.
Wir dagegen gehen zu Fuss weiter und entdecken am Ufer zwei Höhlen im ziegelroten Fels.

 

 

Das Gestein ist eigenartig. Es scheint, als sei der graue Fels mit rotem Mörtel zusammengeklebt. Die roten Schichten sind aber nicht etwa aus weichem Material, sondern ebenfalls sehr hart.

 

 

 

 

 

 

Nach viereinhalb Stunden sind wir von dieser wunderschönen Wanderung voller Überraschungen über die vermeintlich langweilige Insel zurück bei unserem NOBIS.

Einmal mehr trifft unser Motto: „Schön ist es überall, man muss nur die Augen offen halten!“ voll ins Schwarze.

Link zur Wanderung über die Halbinsel Spinalonga: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ab, in den Windschatten

18. Januar 2018

Während der Nacht fegten immer wieder Sturmböen über den Hügel und schüttelten uns durch. Deshalb suchen wir uns heute auf der Leeseite der Insel Kreta einen Übernachtungsplatz.
Die Strasse führt bei Pachia Ammos an der Kirche St. Foteini vorbei. Ein Regenbogen scheint aus dem Eingang der Kirche ins Meer hinaus zu führen.

 

Kirche St. Foteini bei Pachia Ammos

 

In Itanos finden wir einen windgeschützten Platz für die Nacht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ins „Tal der Toten“

19. Januar 2018

Am Morgen schauen wir uns die karge Gegend etwas genauer an, in der wir übernachtet haben. Die Sonne ist, erst vor kurzem aufgegangen.

 

Sonnenaufgang bei Itanos

 

Unser NOBIS liegt noch im Schatten …

 

 

… während die ersten Sonnenstrahlen ein Bauernhaus wärmen, das etwas erhöht liegt.

 

Bauernhaus bei Itanos

 

Zu unseren Füssen befindet sich eine Ausgrabungsstätte. Die Fundstücke werden in der Ruine der Basilika gelagert.

 

Ausgegrabene Basilika von Itanos

 

In einen Steinquader wurden kunstvolle Muster hineingearbeitet. Ist das ein Stück von einem Fries?

 

 

Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Kato Zakros, den Eingang zum „Tal der Toten“.

Bei der Abzweigung nach Paleokastro halten wir bei einem Obst- und Gemüseverkäufer an. Wir wollen Orangen kaufen. Der Verkäufer, ein älterer Mann, spricht ziemlich gut Englisch. Er bietet uns auch Zitronen und Brokkoli an. Er füllt eine grosse Plastiktüte und ist nicht zu bremsen, bis diese voll ist.
Als es ans Bezahlen geht, will er partout kein Geld annehmen („it’s free for you!“) und verschwindet in seinem Wohnwagen. Er schenkt uns 1 kg Zitronen, 5 kg Orangen und 1½ kg Brokkoli.

Efcharisto poli, unbekannter Gemüseverschenker!

Der Osten Kretas besteht vorwiegend aus steinigen Hügeln und schroffen Tälern. Hier finden Schafe und Ziegen zwischen den stacheligen Büschen nur wenige Gräser.

 

Schafe im Gegenlicht

 

In den Senken dagegen stehen viele Olivenbäume, einige Dattelpalmen und Gewächshäuser. Alles muss bewässert werden. So sieht man neben den Strassen häufig mit Zählern ausgerüstete Wasserverteilanlagen.

 

Wasserverteiler

 

In Kato Zakros schnüren wir die Wanderschuhe und marschieren los. Wir wandern durch das „Tal der Toten“. In dieser Schlucht gibt es unzählig Höhlen, in denen bis in frühchristliche Zeit die Verstorbenen beigesetzt wurden.

 

Annette im Tal der Toten

 

Wir klettern zu einer der Höhlen hoch und suchen nach Anzeichen früherer Gräber.

 

 

Obwohl wir uns genau umsehen, finden wir nichts, das auf eine Begräbnisstätte hindeutet.

 

 

Eine der Höhlen ist sogar zweistöckig.

 

Zweistöckige Höhle

 

Es ist unglaublich, dass in diesem trockenen Tal überhaupt etwas wächst. Die Griechischen Golddisteln sind trocken und trotzdem (oder gerade deswegen) attraktiv.

 

Griechische Golddistel (Carlina graeca)

 

Aus einer kleinen Ritze wachsen Pflänzchen, die ums Überleben kämpfen.

 

Schicksals-Gemeinschaft

 

Irgendwelche Futterpflanzen muss es hier aber geben, denn wir treffen Schafe und Ziegen in dieser Schlucht.
Die Schafe tragen ein rotbraunes Fell, das aussieht als wäre es künstlich gefärbt …

 

Schaf mit spezieller Fellfarbe

 

… während die Ziegen auf Grau-Weiss setzen.

 

Steingrau und weiss ist diese Geiss!

 

Der steinige Pfad, der an einigen Stellen über Felsbrocken und einmal gar über eine Felswand führt, ist anstrengend zu gehen. Deshalb sind wir froh, als wir das Ende des Tals erreichen.

 

 

Der Wanderweg ist ziemlich gut mit roten Punkten markiert. Erst als wir auf die Hochebene gelangen, verlieren wir den Pfad für kurze Zeit. Natürlich treffen wir gerade da auf einen Zaun. Zum Glück finden wir einen Durchgang, der aber mit Draht verschlossen ist. Mühsam drehen wir den Draht von Hand auf und hinter uns wieder zu.

 

Abstieg von der Hochebene zum Ausgangspunkt der Wanderung

 

Nach vier Stunden sind wir zurück. Die Rundwanderung durch das raue Tal und über die mit kleinen stacheligen Büschen versehene Hochebene ist ein einmaliges Erlebnis.

Link zur Wanderung durch das „Tal der Toten“: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Durch Kretas kargen Osten

20. Januar 2018

Kurz hinter Zakros sehen wir Männer, die bei der Olivenernte mit Vibrolis arbeiten. Wir halten an und schauen interessiert zu. Ein Vibroli ist eine Art Stange, an deren Ende ca. 20 cm lange Kunststoffstäbchen rotieren. Damit schlägt man die Oliven vom Baum.
Keiner der Männer spricht englisch. Annette erzählt mit ihren paar Brocken Griechisch und Händen und Füssen von unseren Erfahrungen im Oliven ernten. Einer bietet uns an, auch mal auszuprobieren, wie man mit diesem Gerät umgeht.

 

Annette testet einen Vibroli

 

Mit diesem Gerät erntet man schneller und schlägt weniger Zweige von den Bäumen als von Hand.
Man benötigt jedoch einen Diesel-Generator.

Wir fahren weiter durch diese steinige Gegend und wundern uns, dass es möglich ist, auf diesem kargen Boden Olivenplantagen anzulegen.

 

Olivenhaine vor Xerokampos

 

Wo wenig Vegetation ist, müssen sich die Pflanzen schützen, damit sie nicht gefressen werden.
Die Disteln tun dies mit Stacheln.

 

Griechische Golddistel (Carlina graeca)

 

Die kugelige Dornbusch-Wolfsmilch schützt ihre jungen Blätter mit nadelspitzen Zweigen.

 

Dornbusch-Wolfsmilch (Euphorbia acanthothamnos)

 

Kurz nach Asprolithos rasten wir auf einer Bank am Meer. Das Thermometer zeigt 22°C. Wenn der kalte Wind nicht wäre, könnten wir jetzt, Mitte Januar, sogar in T-Shirts hier sitzen.

 

Bucht bei Asprolithos

 

Eine Gemeine Alraune breitet sich sternförmig auf dem warmen Boden aus.

 

Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)

 

Eigentlich wollen wir auf den Campingplatz in Koutsounari fahren. Doch wenn wir uns an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten, ist das nicht möglich.

 

„… ähm … wie bitte?“

 

Irgendwann wird es uns zu dumm und wir missachten die Verkehrstafel. 😉

Auf dem riesigen Campingplatz in Koutsounari treffen wir nur ein einziges Wohnmobil an.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Waschtag

21. Januar 2018

Wir nutzen den sonnigen Tag zum Waschen. Heute trocknet unsere Wäsche für einmal zwischen Palmen und Olivenbäumen.

 

 

Nikos, der Besitzer des Campingplatzes, bringt uns Früchte und Gemüse, ein „kleines Geschenk der Familie“.

 

„Kleines Geschenk der Familie“

 

 

Auf dem Campingplatz von Koutsounari

22. – 27. Januar 2018

Wir bleiben mehrere Tage auf dem Campingplatz, erstellen einige Blogbeiträge, schreiben Mails, organisieren weitere Workaway-Jobs, reinigen das WoMo, lassen uns die Haare schneiden, etc. etc.
Aus den vielen Zitronen, die wir hier und vom Gemüsehändler erhalten haben, kocht Annette eine leckere Konfitüre.

Der Strand liegt nahe und lockt zu Spaziergängen.

 

Strand von Koutsounari

 

Danach verschlechtert sich das Wetter zunehmend und ein Sturmtief mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h sucht Kreta heim. Das Unwetter hält mehrere Tage an und wir sind froh, dass unser NOBIS hier im Windschatten der Gebäude stehen kann.

Am Strand spielt sich Unglaubliches ab. Ein Regenbogen steht am blauen Himmel! Das Unmögliche wird möglich, weil der heftige Wind den Regen von den Wolken, die am Gebirge hängen, kilometerweit bis über das Meer trägt.

 

Regenbogen unter blauem Himmel

 

Die aufgewühlte See bringt zusätzlich noch Gischt von unten.

 

 

Der Wind bläst das Wasser von den Wellenkämmen aufs Meer zurück.

Es ist wunderschön schön zu sehen, was sich da draussen abspielt, auch wenn man sich bei den Böen kaum auf den Beinen halten kann.

 

 

 

 

 

Nikos schaut beinahe täglich vorbei, und erkundigt sich besorgt nach unserem Wohlergehen.
Ein weiteres Mal bringt er Gemüse (über 4 kg). Annette verarbeitet die Tomaten (2 ½ kg) zu leckerem Sugo.
Ein anderes Mal schenkt er uns eine grosse Tüte voller Kartoffeln, alles aus eigenem Anbau, wie er stolz bemerkt.
Ja, verhungern werden wir hier nicht!

 

 

Vom Meer zum See

28. Januar 2018

Nach acht Tagen Campingplatz verabschieden wir uns von den wenigen Mitcampern und der Familie, die den Platz führt und uns so reich mit Gemüse und Früchten beschenkt hat.
Wir fahren durch Ierapetra zum Stausee Bramiana.

 

Ierapetra

 

Der See dient als Wasserspeicher für die vielen Gewächshäuser, die in dieser Gegend Kretas liegen. Er ist der grösste Stausee Kretas, doch wegen des trockenen Winters erst sehr wenig gefüllt.
Wir geniessen zwar die tägliche Sonne und Temperaturen von über 20°C, aber die Insel benötigt dringend Regen.

 

Stausee Bramiana

 

Ein Platz oberhalb des Sees gefällt uns so gut, dass wir gleich über Nacht bleiben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom See zum Meer

29. Januar 2018

Wir fahren zurück an die Südküste. Viele Gewächshäuser stehen auf kleinen Ebenen, die in steile Berghänge gebaggert wurden.

 

Gewächshäuser auf Kreta

 

Bei Keratokambos stellen wir unseren NOBIS zwischen die Tamarisken ans Meer. Dann, Tisch und Stühle raus und die warmen Temperaturen bei einem Aperitif geniessen.

 

 

Beat probiert sein neues Luftsofa aus. Das originelle Teil muss man nicht mühsam aufpumpen. Nein, man hält den offenen Teil in den Wind, wartet, bis die zwei Kammern gefüllt sind und dreht dann das Ende zu und fixiert es mit einem Klick-Verschluss.
Es ist so bequem, dass er bald darauf einschläft.

 

Beat geniesst das Luftsofa.

 

Die Sonne taucht den Himmel in flammendes Rot und versinkt dann ziemlich schnell im Meer. Lange noch leuchtet der Horizont in immer dunkleren Rottönen.

 

Sonnenuntergang bei Keratokambos

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Stacheln an Kaktusfeigen und in der Landschaft

30. Januar 2018

Der Morgen ist ebenso spektakulär wie der Abend. Nun blinken die Wellen am Ufer in der aufgehenden Sonne wie Spiegel.

 

Sonnenaufgang bei Keratokambos

 

Wir versuchen auf Nebenstrassen durch das Asteroussia-Gebirge möglichst dem Meer entlang westwärts nach Matala zu fahren. Aber kurz nach Tsoutsouros müssen wir nach wenigen hundert Metern aufgeben. Die Schotterstrasse ist hier ohne Allradantrieb nicht mehr zu bewältigen.
Wir folgen nun der asphaltierten Strasse.

 

Passstrasse im Süden Kretas

 

Immer von Neuem faszinieren uns die Feigenkakteen mit ihren leuchtend roten Früchten. Mehr als einmal haben wir schon solche geerntet und uns dabei an den kaum sichtbaren Stacheln die Finger zerstochen.
Aber das Farben- und Wortspiel gefällt uns.

 

Kaktusfeigen auf Feigenkaktus

 

Das Bild von Gewächshäusern, die auf einer in den Berg gegrabenen Terrasse stehen, gibt uns die Gelegenheit das Müllproblem Griechenlands anzusprechen.

 

Gewächshäuser mit „Abfallschneise“

 

In Griechenland stehen an vielen Orten Container für Abfall, Recyclingmaterialien (Plastik, Papier, Karton, Metall) und Glas an den Strassenrändern. Trotzdem liegt an allen Strassenrändern, auf Parkplätzen und im angrenzenden Gelände viel Müll herum.
Wie die Stacheln an den saftigen Kaktusfeigen den Genuss schmälern, mindern diese „Müllstacheln“ die Freude an der Landschaft.
Schade, für dieses schöne Land mit seinen ausserordentlich freundlichen und offenen Menschen.

Bei Kali Limenes übernachten wir in der Nähe des Klosters Odigitria.

 

Kapelle des Klosters Odigitria bei Kali Limenes

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom Kloster Odigitria ins Hippiedorf Matala

31. Januar 2018

Wir besichtigen das Kloster Odigitria und seinen bekannten Olivenhain, der sogar von der EU Unterstützungsgelder erhalten hat.

 

Eingang zum Kloster Odigitria bei Kali Limenes

 

Bei den meisten sakralen Bauten Griechenlands flattern zwei Fahnen im Wind: die hellblau-weisse Landesflagge und eine gelbe mit Doppelkopfadler, die für die Griechisch-orthodoxe Kirche steht.
97% der Griechen gehören dieser Glaubensgemeinschaft an. Griechenland ist eines von 11 Ländern weltweit mit einer christlichen Staatsreligion. Die Priester werden also vom Staat bezahlt. Die Verflechtung von Kirche und Staat ist sehr eng.

 

 

 

Im Kloster Odigitria

 

 

Innenhof des Klosters Odigitria

 

In drei Räumen wurde ein kleines Museum eingerichtet. Wieder einmal fasziniert uns die Olivenmühle. An einem drehbaren Holzpfeiler hängen ein Holztrichter, in den die Oliven geleert wurden und drei aufgestellte Mühlsteine. Ob die Mühle von Hand oder mit Tieren betrieben wurde, ist leider nicht ersichtlich.

 

Alte Ölmühle

 

Die Bäume im Olivenhain werden nach traditioneller Art geschnitten und biologisch bewirtschaftet. Das Ernten ist bei diesen Hochstämmen viel komplizierter und aufwändiger als bei den heute üblichen niedrigeren Bäumen, die man vom Boden aus bearbeiten kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tor des Klosters Odigitria und Heck-Tor des NOBIS 😉

 

Nun geht’s nach Matala. Das frühere Hippiedorf liegt an einem Sandstrand zwischen zwei Felswänden.
Einer der Felsen ist voller Höhlen, die von den Römern zu einem Friedhof ausgebaut wurden.

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts lebte hier eine Kommune von Hippies. Der Legende nach sollen auch Bob Dylans und Cat Stevens mit von der Partie gewesen sein. Joni Mitchell besingt Matala in ihrem Lied „Carey“.

 

Römischer Höhlenfriedhof

 

 

Grabkammer

 

 

Totenbett in einer Felsnische

 

Hier würden nun die Bilder von unserer Wanderung folgen: Eine Höhle, die noch bewohnt ist, eine wunderschöne, kleine, violett-gelb gefärbte Iris, ein Bild der Red Beach mit ihrem rötlichen Sand, und, und …
… würden folgen, wenn nicht Beat die Daten auf der Speicherkarte der Kamera vor dem Übertragen der Bilder auf den PC gelöscht hätte, das geht zwar schneller, ist aber schlecht! 😦

Wer das alles trotzdem sehen möchte, dem bleibt nichts anderes übrig, als selber hierher zu reisen. Es lohnt sich!

Link zur Wanderung bei Matala: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Matala

1. / 2. Februar 2018

Der Campingplatz in Matala ist im Winter nicht in Betrieb, aber die Tore sind offen. Die Toiletten und Duschen sind versifft, aber frisches Wasser und Strom sind gratis zu haben. Das lockt einige Dauercamper und Aussteiger an, die ihr „Revier“ in Schrebergartenmanier mit Schilfrohr und Ästen abgesteckt haben. Das mutet absurd an und lässt uns schmunzeln.

Wir selber bleiben drei Tage und nutzen das Internet im Strandcafé, mit dem schmuddeligen, herumschlurfenden Besitzer und dem aufmerksamen Kellner, den wir von der Bekleidung her eher auf einer Baustelle erwarten würden.

Am Dorfeingang von Matala steht eine wundersame Skulptur. Der kretische Künstler Spyros Stefanakis hat Gesichter und Ornamente in den Baum geschnitzt. Kein Reisender kann hier vorbeigehen ohne seinen Fotoapparat zu zücken.
Auch wir zücken und sind somit Reisende (quod erat demonstrandum)!

 

Skulptur in Matala von Spyros Stefanakis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den römischen Höhlengräbern gegenüber drückt sich Kneipe an Kneipe an den Felsen. Leider sind jetzt im Winter alle geschlossen.

 

 

In einer Gaststätten steht ein Tisch auf einem Bugspriet über dem Meer. Hier könnte man frühstücken wie auf einem Segeltörn.

 

Improvisierter Bug eines Segelbootes

 

 

Über die Berge an den Kournas-See

3. Februar 2018

Heute verlassen wir Matala wieder und fahren zum Kournas-See. In Agia Galini kaufen wir in einer Metzgerei Lammkoteletts und … ja, das gibt es hier beim Fleischer, … frischen Schafskäse.
Annette mariniert die Koteletts sofort für das Abendessen, denn so werden sie mit jeder Minute besser.

Das Dorf ist sehr auf Touristen ausgerichtet, doch jetzt in der „toten Saison“ läuft nicht viel. In ein Wandgemälde von Marta Noemi Noriega aus Panama, das Dädalus in einem Männerkopf darstellt, interpretieren wir: „Die Gedanken sind frei!“

 

„Freiheit im Kopf“ in Agia Galini

 

Nach Vouvas führt die Strasse in vielen Serpentinen über das Lefka Ori Gebirge.

 

Serpentinen zwischen Vouvas und Imbros

 

Vom Kournas-See, dem grössten natürlichen See Kretas, haben wir etwas mehr erwartet. Er ist ziemlich klein und zudem nur etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Auch hier macht sich der regenarme Winter bemerkbar. Wir fahren einem Schilfgürtel entlang, der nur von einem „Dorf“ aus Tavernen unterbrochen wird.
Am Ende der fahrbaren Strasse stellen wir unseren NOBIS auf einen kleinen Platz, lassen die Koteletts für heute in der Marinade liegen (wie gesagt: so werden sie mit jeder Minute besser!) und essen für einmal auswärts, feines gegrilltes Kaninchen und Lammragout.
Zur Nachspeise offeriert uns die Taverne ein leckeres Joghurt mit Kirschkompott und dazu ein kleines Kännchen mit Honig gesüsstem Raki.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Niedliche Welpen und ein selbstbewusster Kater

4. Februar 2018

In Nea Roumata spielen ein paar Welpen hinter einem Zaun am Strassenrand.
Wir stoppen, um sie zu beobachten. Sofort tapsen sie herbei und lassen sich streicheln. Wir tun das, so gut das durch den Maschendraht geht.

 

Niedlicher Welpe

 

Plötzlich ruft uns ein Mann auf Englisch etwas zu.
Wir drehen uns um.
Von seiner Terrasse herab bietet er uns einen Welpen an. Als wir zögern, meint er, wir könnten auch mehrere mitnehmen. Auf unser Argument, dass wir im Wohnmobil keinen Platz hätten, entgegnet er, dass es keine grossen Hunde seien, sie würden auch klein bleiben.

Obwohl uns einer besonders treuherzig anschaut, reissen wir uns los und fahren wir ohne Vierbeiner weiter.

Wenig später erfreut sich unser Auge an den ausgelegten Netzen unter den Olivenbäumen. Die sind hier nicht grün oder schwarz, sondern orange; ein schöner Kontrast zu den olivgrünen Bäumen.

 

 

 

 

 

 

Am unteren Ende der Irini-Schlucht wollen wir auf dem Parkplatz für Wanderer und Besucher der Taverne, die leider im Winter geschlossen ist, übernachten.
Kaum steigen wir aus dem Fahrzeug, kommt ein Kater selbstbewusst auf uns zu und macht uns klar, dass das sein Platz ist und beileibe nicht kostenfrei. Laut miauend fordert er Streicheleinheiten und Futter ein. Wir entrichten den Obolus gerne.
Der Eintreiber scheint mit unserer Gabe zufrieden und schläft diese Nacht unter unserem NOBIS. Vielleicht gibt es ja morgen mehr?

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung durch die Agia Irini-Schlucht

5. Februar 2018

Heute wandern wir die Agia Irini-Schlucht hinauf und wieder zurück.
In diesem einsamen Tal gibt es keinen Handy-Empfang und auch sonst kaum Verbindungen zur Aussenwelt.
So hat ein Baum nicht mitbekommen, dass bereits Winter ist und steht noch immer in seinem Herbstkleid da.

 

Baum im Herbstkleid

 

Andere haben ihre Blätter bereits abgeworfen und gar mit einem Stück verwittertem Holz zugedeckt.

 

 

Der Weg ist wunderschön angelegt und gut gekennzeichnet. An einer Stelle hilft sogar eine improvisierte Leiter, den kleinen Felsen zu überwinden.

 

Klettern oder steigen

Der Weg ist eng, aber nicht zu verfehlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir lernen:
Ein Stein ist ein Stein.
Zwei Steine aufeinander gelegt sind ein Steinmännchen!
Zwei Steine aufeinander gelegt auf einem abgestorbenen Ast sind ein Kunstwerk!

Merke: nicht nur Reisen, auch Wandern bildet!

 

 

 

 

An einigen Orten, wo sich die Schlucht weitet, liegen lauschige Picknickplätze unter grossen, alten Platanen.

 

 

Oft ist der Pfad durch Holzgeländer gesichert.

 

 

 

Wanderweg-Serpentinen

 

 

Sensationelle Entdeckung: Platane frisst Felsen!

Was wir in dieser Schlucht entdecken, lässt uns das Blut in den Adern gefrieren.
Ein Stein wird von einer Platane umgebracht, indem sie seinen Kopf zerquetscht. Danach frisst der brutale Baum den bedauernswerten Felsbrocken genüsslich auf.

Du glaubst das nicht?

Wir liefern fotografische Beweise!!!

Platane zerquetscht Steinkopf!

Baum frisst Stein!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschockt wenden wir uns ab und sehen, wohin dieses Steinfressen führen kann. Die Wurzeln einer Platane, die einmal auf einem Felsen wuchs, stehen in der Luft. Der darunterliegende Fels wurde vom Baum vertilgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der unersättliche Baum hat sich bereits einen weiteren Felsbrocken in den Mund gesteckt!

 

 

Jetzt wo wir die Ernährungsgewohnheiten der Platanen entlarvt haben, fallen uns überall die offenen Münder auf. Eine können wir gar beim Kauen beobachten.

 

Platane kaut mit offenem Mund.

 

Nun verstehen wir auch die dekorativen Eidechsenwurzen auf einer Platane zu deuten. Das ist ein Grabgesteck!

 

Eidechsenwurz (Typhonium venustum)

 

Mit Gänsehaut verlassen wir diese schaurig-schöne Schlucht wieder. Scheinheilig winkt uns eine Platane mit einem bunten Blatt zum Abschied nach.

 

Herbstblatt einer Platane

 

Ab heute machen wir um Platanen einen grossen Bogen. Sicher ist sicher!

Wir haben nicht lange Zeit uns über die grausige Entdeckung Gedanken zu machen, denn vor unserem NOBIS steht der Parkplatzkater und fordert lauthals die Gebühr ein. Keine Frage, ohne Bezahlung kommen wir hier nicht mehr weg.

Übrigens: für die wunderschöne, aber anstrengende Wanderung über Stock und Stein haben wir 4 ¾ Stunden gebraucht.

Auf Kreta werden die Weiden oft mit Zäunen aus Armierungsnetzen abgegrenzt. Damit die Schafe und Ziegen nicht über die Strassen in Nachbars Grundstück eindringen, stehen an vielen Nebenstrassen Hunde, die an improvisierte Hütten angekettet sind. Sobald sich Weidetiere nähern, werden diese von den Wächtern mit lautem Bellen zurückgetrieben. Viele dieser Wachhunde sind aber verängstigt und versuchen sich zu verstecken, wenn wir uns zu Fuss nähern.

 

Vierbeiniger Strassenwächter

 

In Paleochora übernachten wir einmal mehr am Strand mit Sicht auf die Stadt mit ihrer markanten Festungsruine.

Link zur Wanderung durch durch die Agia Irini-Schlucht: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

3000 Jahre alter Olivenbaum

6. Februar 2018

Nach dem Frühstück besichtigen wir Paleochora.

 

Paleochora

 

Die Burgruine gibt nicht viel her, doch an der Strandpromenade entdecken wir einen originellen Wasserfisch. Was das ist? Ein Wasserhahn, der kein Hahn, sondern eben ein Fisch ist. Ist doch logfisch, oder?

 

„Wasserfisch“

 

Beim Fischhändler decken wir uns mit frischem Fisch ein. Er selber scheint Schnaps lieber zu mögen, wie seine Fahne und die beinahe leere Flasche neben der Kasse nahelegen. Obwohl er sich extrem langsam bewegt und schon undeutlich spricht, schafft er es jetzt am späteren Vormittag noch, die Fische sauber auszunehmen. Wie wird das in zwei Stunden sein?

In Floria sehen wir eine Katze, die Wasser aus einem Brunnen trinkt. Die sonnengewärmte Nische oberhalb der Wasserschale ist ideal, um bequem den Durst zu löschen.

 

„Katzentränke“

 

In Kakopetros biegen wir spontan ab zu einem „Monumental olive tree“.
Kurz vor Palea Roumata werden wir fündig. Direkt an der Strasse liegt ein kleiner, wunderschön angelegter Park mit einigen uralten Olivenbäumen.

 

Pärkchen in Palea Roumata

 

Hier mangelt es an nichts. Nebst dem Picknicktisch und einer Wasserstelle steht für die spirituelle Nahrung eine kleine Kapelle da.

Atemberaubend ist der Methusalem unter den Olivenbäumen. Annette erforscht mutig das Innere. Olivenbäume scheinen friedfertiger zu sein als Platanen. Als sie lebendig und unversehrt wieder heraustritt, wagt sich auch Beat in die Nähe dieses Ungetüms.

 

Annette im Olivenbaum

 

An der Basis weist der Stamm den gewaltigen Durchmesser von 4,7m bis 5,3m (Umfang: 21,6m), auf einer Höhe von 80 cm noch 3,7m bis 4,3m (Umfang 10,5m) auf.

 

Zusammen sind wir drei über 3100 Jahre alt!

 

Im Park stehen auch zwei Orangenbäume. Niemand scheint die süssen, reifen Früchte zu ernten und so retten wir einige der Heruntergefallenen vor dem Verfaulen. Danke für die 3 ½ kg feinen Saftorangen!

Im Dorf steht eine öffentliche Toilette und auch ein freies WiFi-Netz ist vorhanden. Was wünscht man sich mehr?

Am Eingang einiger Dörfer in dieser Gegend stehen Tafeln mit „Welcome to the martyred village of XY“.
Auch Palea Roumata hatte unter Vergeltungsaktionen der Nazis gelitten. Der Hafen von Paleochora sollte eingenommen und gesichert werden, um eine mögliche Landung von alliierten Truppen von Nordafrika her abzuwehren. Im Mai 1941 verhinderte die Lokalbevölkerung spontan die Durchfahrt einer Gruppe von Soldaten mit Wehrmachtsgespannen. Obwohl die Zivilisten kaum bewaffnet und nicht ausgebildet waren, konnten sie sich drei Tage lang halten.
Die Vergeltungsmassnahmen („Holocaust von Kandanos“) waren barbarisch: In Kandanos, Floria und Katopetro wurden an die 200 Einwohner exekutiert, die Überlebenden vertrieben. Die Soldaten zündeten alle Häuser an und schlachteten die Nutztiere ab. Die Dörfer wurden zu „Todeszonen“ erklärt.

Eine Erinnerungstafel an die Opfer und zwei eindrückliche Plaketten erinnern an den Widerstand der Zivilbevölkerung.

Auch Frauen haben zu den Waffen gegriffen …

 

 

… und ein Bauer versucht einen Soldaten mit einem Stein zu erschlagen.

 

 

Da wir morgen mit der Fähre Kreta wieder verlassen wollen, bleiben wir nicht hier, sondern fahren nach Kissamos, wo wir uns am Hafen für die Nacht installieren.

Link zur heutigen Strecke:

 

Fähre ab Kissamos … oder doch nicht?

7. Februar 2018

Heute um 9:00 Uhr soll die Fähre, wie jeden Mittwoch, von Kissamos nach Gythio fahren.
Annette wollte schon am 29. Januar per E-Mail die Fahrkarten in der Agentur in Gythio reservieren. Eine direkte Buchung über das Internet ist nicht möglich. Doch ihr wurde mitgeteilt, dass der Fahrplan für den Februar noch nicht verfügbar sei. Sie solle sich Anfang Februar nochmals melden, aber nicht unter dieser Adresse, sondern über eine der drei Telefonnummern, die in der Mail aufgeführt waren.
Annette rief am 2. Februar an. Eine der Nummern war nicht mehr in Betrieb. Auf den anderen zwei ertönte jeweils dieselbe griechische Ansage ab Band. Ein Kellner, der sich diese anhörte, erklärte ihr, dass sie mit dem Hospital in Chania verbunden sei.

Dass die Reederei krank sein könnte, kam uns da (noch) nicht in den Sinn.

Im Internet entdeckte Annette nach viel Suchen die Agentur in Chania, die diese Tickets ausstellen soll. Auf eine Mail von uns rief kurz darauf ein Mann an und informierte uns, was die Überfahrt kosten würde und dass die Fähre um 9:00 Uhr ablegen würde, wenn es das Wetter zuliesse.
Wir könnten am Mittwoch, also heute, am Morgen ab 8:00 Uhr die Tickets am Schalter im Hafen abholen.

Es ist 8:15 Uhr und Annette steht am Schalter. Der Himmel ist bedeckt und der Wind moderat. Also, Fahrkarten lösen und auf das Schiff fahren, das bereit steht und die Landebrücke heruntergelassen hat.

Denken wir!

Aber die nette Frau meint, sie wisse nicht, ob der Kapitän heute nach Gythio fahre. Sie ruft ihn an und der meint, nein, das Wetter sei schlecht.
Die Frau erklärt nun Annette ausführlich, mit welchen Fähren wir von wo und über welche Stationen doch noch irgendwie von der Insel weg kämen.
Annette: „Vielleicht legt die Fähre einfach später ab, bei unserer Anreise war sie ja auch wegen des schlechten Wetters verspätet“
Angestellte: „Da fragen Sie am besten den Kapitän selber, er steht dort drüben beim Schiff auf dem Pier.“

Als Annette Beat die skurrile Geschichte erzählt, lachen wir erst mal eine Runde. Wie soll eine Fähre so jemals rentieren?
In diesem Moment sehen wir einen LKW heranfahren und im Bauch der Fähre verschwinden.
Und schon eilt die Frau aus ihrem Büro: „Der Kapitän hat eben angerufen, er fährt nun doch!“
Und wirklich, wir dürfen bezahlen und ebenfalls verladen.
Aber auch das ist nicht ganz einfach, denn die vielen Offiziellen sind sich nicht einig, ob wir nun rechts oder links, weiter vorne oder weiter hinten parken sollen. Schlussendlich klappt es dann doch noch und wir fahren pünktlich um 9:00 Uhr aus dem Hafen.

Übrigens: unterwegs werden auf den Inseln Antikythira und Kythira noch weitere Fahrzeuge und Personen aufgeladen, auf Kythira gar drei grosse LKW’s.

Vermutlich ist die Fährgesellschaft doch krank und die Telefonnummer des Krankenhauses war gar nicht so falsch, wie wir anfangs meinten. 🙂

 

Keiner scheint hier den Durchblick zu haben.

 

Gibt es für das Schiff IONIS der Anen Lines doch noch einen Lichtblick, wie für dieses Fischerboot?

 

Lichtblick auf der Überfahrt nach Gythio

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Die Tropfsteinhöhle bei Pyrgos Dirou

8. Februar 2018

Die Vlychada Diros ist das längste Höhlensystem Griechenlands.
Wir sitzen nur zu fünft in einem kleinen, flachen Boot und wollen uns von einem Guide auf dem Wasserweg durch das Höhlensystem gondeln lassen. Einer Frau wird es bald zu eng, sie gerät in Panik und wir müssen kurz nach dem Start umkehren, damit sie die Unterwelt wieder verlassen kann.

 

Starthafen der unterirdischen „Expedition“

 

Die verwinkelte Höhle ist voller Tropfsteinen in allen denkbaren Farben und Formen.
Die ruhige Fahrt zwischen den Stalaktiten hindurch, oft knapp unter der Höhlendecke ist sehr beeindruckend. An manchen Stellen bleiben keine fünf Zentimeter zwischen Boot und Seitenwand.
Das Wasser ist kristallklar und stellenweise bis zu 70 m tief.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 1200 Metern Bootsfahrt spazieren wir die letzten 300 Meter zu Fuss bis zum Ausgang.
Bis heute sind 15.4 km der Höhle erforscht und vermessen worden. Der grösste Teil liegt vollständig unter Wasser.

Wieder draussen geniessen wir die Sonne und das knallige Rot der Anemonen.

 

Kronen-Anemone (Anemone coronaria)

 

In Neo Itilo lockt ein Gratis-Parkplatz für Camper. Der Besitzer der nahen Taverne weist uns darauf hin, dass es bei ihm auch eine Toilette gebe, die wir benützen dürften.

 

Blick von Neo Itilo zum Taygetos Gebirge mit Profitis Ilias

 

Bald schon merken wir, dass das eigentlich ein Parkplatz für Katzen ist.

 

Parkplatz für Katzen

 

Bei einem kleinen Strandspaziergang stossen wir auf ein Nest, in dem drei grosse Eier liegen. Weit und breit ist kein Vogel zu sehen, doch wir wissen, dass es sich um „Avis insolita“ handelt, die das Nest gebaut und die Eier hineingelegt haben, denn …

 

Nest eines Avis insolita

 

… wir selber, etwas schräge Vögel, sind d