Facettenreiches Bosnien und Herzegowina

 

Idyllisches und Schreckliches

19. Oktober 2019

Nach einem üppigen Frühstück verlassen wir das Hotel wieder.
Die Fahrt nach Travnik führt uns bei traumhaft klarem Wetter durch wunderschöne Herbstlandschaften.

 

Memići

 

Oberhalb der Ugar-Schlucht möchten wir im Restaurant Kanjon etwas trinken. Doch der Kellner ist ziemlich überfordert und systemlos. Er bringt mal da was, mal dort was, räumt zwischendurch irgendwo ab …
Nach gut 20 Minuten geben wir auf und verlassen die Gartenwirtschaft wieder.

 

Ugar-Schlucht

 

Unglaublich wie bunt die vielen Wälder in Bosnien und Herzegowina im Herbst leuchten.

 

Herbst in Bosnien und Herzegowina

 

In Babanovac staunen wir über eine Skisprungschanze.

 

Skisprungschanze in Babanovac

 

Das wollen wir uns genauer ansehen. Wir fahren zum Auslauf und stellen fest: Hier wird schon lange nicht mehr gesprungen! Auf der Aufsprungbahn wachsen Bäume und die Häuser stehen so nahe bei der Schanze, dass dem Auslauf unweigerlich ein Aufprall folgen würde.
Auau!

 

In Babanovac wird nicht meht gesprungen.

 

Traurig stimmen uns die Bänder und Tafeln am Strassenrand kurz hinter dem Dorf.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier müssen noch Antipersonenminen vom letzten Bosnienkrieg herumliegen.
Wie es aussieht, wird das Gelände zur Zeit geräumt.

 

 

In dem ausgesteckten Geviert wurde wohl eine Mine gefunden und entschärft.

 

 

Gleich vorneweg: das ist das einzige ausgeschilderte Gefahrengebiet, das wir in ganz Bosnien und Herzegowina angetroffen haben.

Doch nun wieder zu Erfreulicherem!

Wir fahren auf einen Pass. Wir nehmen an, dass er Vlašić-Galica heisst und 1509 m ü. M. liegt. Jedenfalls entziffern wir diese Angaben auf einem alten Schild an der Strasse.
Nach wenigen hundert Metern Fussweg gelangt man von da zum Aussichtspunkt Galica.

 

Blick zurück zum Pass

 

 

Blick nach Westen

 

 

Strasse nach Travnik

 

Der Weg hinunter nach Travnik führt durch einen Wald. Hier oben ist der Herbst schon weit fortgeschritten und Braun dominiert das Laub der Bäume.

 

Herbst am Vlašić-Galica

 

Einige der Bäume, von Efeu umwuchert, haben ihre Blätter bereits verloren.

 

Efeu-Pfau

 

In Travnik holt uns der Bosnienkrieg wieder ein. An einigen Hausfassaden sind die Kriegsspuren noch sichtbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geranien auf Balkonen zeigen, dass die Freude an Schönem trotz der traurigen Vergangenheit wieder eingekehrt ist.

 

 

Heute tun wir uns schwer mit dem Übernachtungsplatz. Vielleicht haben uns die Spuren der sinnlosen Zerstörung verunsichert und wir sehen überall nur Plätze, die nicht ideal sind?

Nach längerem Suchen stellen wir uns in der Nähe von Čukle gleich neben die Schotterstrasse. Dies ist eine Notlösung. Die Strasse führte nicht, wie das Navi zeigte, zu einem Dorf. Ein geschlossenes Gatter vor einem Bauernhof zwang uns zur Umkehr und die einbrechende Dunkelheit zu dieser Notschlafstelle. Nicht ideal, aber besser als nichts.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Travnik zum Prokoško Jezero

20. Oktober 2019

Heute Morgen gehts zurück nach Travnik, wo wir die gut erhaltene Festung besichtigen, die erstmals 1503 erwähnt wurde. Da hier die ersten Menschen von Travnik wohnten, gilt sie auch als Altstadt (Stari Grad).

 

Stari Grad Travnik

 

Von der Festung aus geniesst man einen beeindruckenden Rundblick über die Stadt bis zu den umliegenden Berge.

 

 

 

 

 

 

Wenige Fragmente erinnern noch an die Steinmetzkunst längst vergangener Zeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch nun zieht es uns wieder in die Berge und ans Wasser. Der Gletschersee Prokoško Jezero ist unser nächstes Ziel.
Die „Strasse“ hinauf ist eine steinige Schotterpiste und zum Teil sehr schmal. Einige Holzbrücken sehen aus, als wenn sie demnächst einstürzen würden.
Erstaunlich viele Autos kommen uns entgegen, das Kreuzen ist nicht immer einfach. Da wartet wohl etwas Attraktives auf uns.

Oben angekommen, staunen wir Bauklötze: Am See stehen nicht einige wenige Alphütten, … nein … ein ganzes Dorf wurde da gebaut. Die Hütten sind vorwiegend aus Holz und mit Schindeln bedeckt.

 

Prokoško Jezero

 

Hier gefällt es uns. Wir stellen unseren NOBIS auf den grossen Platz am Ende der Siedlung und erkunden das Dorf zu Fuss.

 

 

Vor einer der Hütten stehen zwei lange Tische und zwei Männern wird eine Mahlzeit serviert. Das könnte ein Restaurant sein, folgern wir. Und tatsächlich kriegen wir auf unsere Nachfrage etwas zu essen.
Hier, wohin sich kaum ein Tourist verirrt, denkt man wohl: Wieso soll man das Restaurant aufwändig anschreiben, wenn doch alle wissen, dass es eines ist?

Wenig später versinkt die Sonne hinter den Bergen und es wird unangenehm kühl. Wir schlendern zurück zu unserer mobilen Behausung und sind froh, dass die Dieselheizung einwandfrei funktioniert.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom Bergsee zurück ins Tal

21.Oktober 2019

Am Morgen geniessen wir die Aussicht ins Tal des Jezernica (das bedeutet: Fluss vom See) …

 

 

 

 

… bevor wir um den See spazieren.

 

Prokoško Jezero

 

 

 

Plötzlich rennt uns ein weisser Hund entgegen. Da kann sein Herrchen mit dem Strick in der Hand noch so laut rufen, erst muss eine Streicheleinheit abgeholt werden!
Kurze Zeit begleitet uns der Samojede noch, dann springt er ins seichte Wasser und guckt uns an, als wollte er sich versichern, dass auch wir ihn den coolsten Hund aller Zeiten finden.

 

Samojeden-Rüde

 

Leider ist der Urlaub von Annette begrenzt. Darum verlassen wir diesen idyllischen Ort wieder und fahren zurück ins Tal.

Ein Bach, der sich mit braunem Herbstlaub geschmückt hat, zwingt uns zu einem Fotohalt.

 

Ebenso ein seltsamer Rundbau mit einem Ausbruch an der Seite und einem Loch oben. Ein wackliger Holzsteg führt zu dem ca. 3 Meter hohen „Iglu“.
Unser Entdeckergeist ist geweckt!
Ein Blick ins schwarze Innere bringt Licht ins Dunkle: Hier wird Holzkohle hergestellt!

 

Kohlenmeiler

 

Bei der Fahrt durch Kiseljak fällt uns die ungewöhnliche Form einer Kirche auf. Unübersehbar steht das Gotteshaus auf dem Hügel.
Nichts wie hin!

 

Kirche St. Elias in Kiseljak

 

Gerne hätten wir uns auch den Innenraum angeschaut, doch leider ist die Türe verschlossen.

 

Eingang zur St. Elias Kirche in Kiseljak

 

Enttäuscht wollen wir schon zu unserem WoMo zurückkehren, als sich ein Mann nähert.
Er ist der Priester und spricht sehr gut deutsch. Er freut sich sichtlich, dass wir an seiner Arbeitsstätte interessiert sind.

Spontan schliesst er die Kirche auf und wir erhalten eine Privatführung.

 

 

Besonders stolz ist er auf die Kunstwerke zeitgenössischer Künstler, die Statuen und die bunten Mosaike.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dieser Begegnung ziehen wir weiter.
Wir lassen die Hauptstadt Sarajevo links liegen, fahren durch die Bistrica-Schlucht und später entlang der Drjna.

Immer noch geniessen wir das strahlend schöne Herbstwetter und die Ausblicke unterwegs auf Berge, Hügel, Dörfer und den bunten Wald.

 

 

Wer der dritten Jahreszeit nichts abgewinnen kann, dem empfehlen wir einen Urlaub im Herbst in Bosnien und Herzegowina. Das könnte Wunder wirken!

Als Zugabe: „Herbst im Kleinen“

 

Hagebutten

 

Link zum Spaziergang um den Prokoško Jezero:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Jajce und Banja Luka

 

Jajce

17. Oktober 2019

Wir fahren auf einer schmalen Nebenstrasse und freuen uns an den bunten Herbstwäldern. Wohin man auch guckt, nah oder fern, der Herbst in Bosnien und Herzegowina ist traumhaft schön.

 

Herbstblatt

 

Bei Medna leuchtet ein idyllisch gelegenes Haus mit den Laubbäumen um die Wette.

 

Herbst in Bosnien und Herzegowina

 

Nach Mračaj sehen wir in einer Waldlichtung eine grosse Schafherde. Wir staunen, wieviele Esel zwischen den Schafen weiden.

 

 

 

 

Während Beat die Herde in Pixel bannt, bezirzt Annette zwei junge Hütehunde. Die Wollknäuel können nicht genug Streicheleinheiten kriegen. Annette hat im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun.

 

Annette und die Hunde

 

Die Bauern in Bosnien und Herzegowina pressen ihr Heu nicht zu grossen Ballen umwickelt mit Kunstofffolie. Stattdessen sieht man im ganzen Land hohe Heuhaufen, die um einen Masten aufgeschichtet wurden. Sie sind meist mit einem kleinen Stück Plastik abgedeckt, das mit zusammengebundenen Ästen fixiert ist. So kann das Regenwasser nicht dem Mast entlang in den Haufen eindringen.

 

Heulager in Bosnien und Herzegowina

 

Kurz vor Jajce besuchen wir das historische Mühlendorf, das noch aus der osmanischen Zeit stammt. Viele kleine Holzhüttchen stehen auf Stelzen am Hang.
Heute sind die Mühlen nicht mehr in Betrieb.

 

Mühlendorf bei Jajce

 

Obwohl hier nicht mehr gearbeitet wird und die Türen verschlossen sind …

 

 

… geschehen sonderbare Dinge!

Eine Frau versucht durch einen Spalt im Holz ins Innere einer Hütte zu sehen. (Wer es ist, verraten wir nicht!)

 

Ist da noch etwas drin?

 

Während andere Erinnerungsfotos schiessen …

 

Bitte ganz spontan!

 

… übermittelt eine Asiatin die Sehenswürdigkeit mündlich und zeitnah nach Hause.

 

“… Di eses Prach Eis’t fürun sun Vers tänd Lich …“

 

Das bunte Treiben der Menschen lässt die Pfahlbauten kalt, wie das Wasser, das um sie herum und unter ihnen hindurch fliesst.

 

 

Selbst das Wasserrad dreht sich nicht mehr und träumt von bewegten, längst vergangenen Zeiten.

 

 

In Jajce kann man nicht nur alte Mühlen bestaunen.
Der Fluss Pliva fällt unmittelbar unterhalb der Stadt über eine 22 Meter hohe Felswand in die Vrbas-Schlucht.

 

Pliva Wasserfall in Jajce

 

Man kann das Schauspiel auch von einer Plattform auf Wasserfallhöhe aus bewundern. Eine kalte Dusche ist im Eintrittspreis inbegriffen. 😉

 

Annette am Pliva Wasserfall

 

Oberhalb des Naturspektakels verbindet eine Brücke die beiden Stadtteile miteinander.

Unzählige Liebesschlösser hängen am Geländer. Wir fragen uns, wer diejenigen entfernt, die von Pärchen stammen, die sich wieder trennen. Das soll ja vorkommen!

 

 

Wir spazieren durch den Ort und gönnen uns ein Eis bei Temperaturen von über 25° C.

Ein letzter Blick zurück auf das schöne Städtchen zeigt uns: Hier könnte man gut und gerne mehrere Tage verbringen.

 

Jajce

 

Wie wenn wir heute nicht schon genug Schönes gesehen hätten, fahren wir in Podmilačje an einer imposanten Kirche vorbei. Der moderne Betonbau ist auch vor der Fertigstellung beeindruckend.

 

St. Johannes Kirche von Podmilačje

 

Wie mag das dereinst hier drinnen aussehen?

 

 

Unser Interesse an dem Rohbau wird nicht von allen geteilt. Eine Bewohnerin des Geländes hält lieber draussen an der wärmenden Sonne ein Nickerchen.

 

 

Wir ziehen weiter und wollen an einem Aussichtspunkt auf den Parkplatz einbiegen. Das stört jedoch zwei Polizisten, die uns unmissverständlich wegweisen. Sie brauchen den Platz für Fahrzeugkontrollen und wir scheinen nicht kontrollwürdig.
Also fahren wir weiter und parken bei der nächsen Gelegenheit. Kaum steht unser NOBIS still, brausen die beiden Ordnungshüter auch schon an uns vorbei. Wir vermuten, dass sie vom Feierabend überrascht wurden und das Feld fluchtartig verlassen mussten. Uns haben sie noch weggewiesen, was bei Polizisten unter Arbeit läuft. 😉
Wie dem auch sei, wir können nun doch noch den schönen Ausblick auf den Vrbas im Abendlicht geniessen.

 

Vrbas bei Dabrac

 

Zum Schlafen fahren wir auf den Parkplatz des Klosters Krupa. Sogar eine mobile Toilettenkabine steht da. Die sind zwar nicht immer die saubersten, aber zur Not … Es heisst ja nicht ohne Grund „Notdurft verrichten“. (Wer ruft da: „So ein Scheiss?“)

 

Kloster Krupa

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Banja Luka

18. Oktober 2019

Heute ist Grossstadt angesagt. Wir fahren nach Banja Luka und wollen uns für diese Nacht in einem Hotel verwöhnen lassen.
Nachdem wir uns im Courtyard by Marriott einquartiert haben, schlendern wir durch die Stadt.

Die feierliche Stimmung in der Christ-Erlöser-Kathedrale beeindruckt uns tief.
Der Kirchenraum ist erfüllt von dezenten Chorgesängen.

 

Christ-Erlöser-Kathedrale in Banja Luka

 

Wikipedia weiss zu der Kathedrale:
„Die Christ-Erlöser-Kathedrale wurde von 1993 bis 2004 originalgetreu wieder aufgebaut, nachdem im Zweiten Weltkrieg die Serbisch-orthodoxe Dreifaltigkeitskathedrale, die hier vorher stand, von den kroatischen Ustaša-Faschisten zerstört worden war. Sie ist die Kathedrale der Eparchie Banja Luka, der Serbisch-Orthodoxen Kirche und ist Jesus Christus, dem Erlöser geweiht.“

Typisch für die orthodoxen Kirchen sind die vielen Ikonen (Bilder von Heiligen), die immer vor goldenem Hintergrund stehen.

 

Ikonen in der Christ-Erlöser-Kathedrale, Banja Luka

 

Selbst die Decke und die Kuppel sind mit Ikonen verziert.

 

 

 

 

 

 

Danach schlendern wir zum Fluss Vrbas, setzen uns auf das Deck eines Restaurantschiffs und trinken etwas.

 

 

Annette kann von ihrem Platz aus die Leute beobachten, die über die nahen Brücke gehen. Das ist für Beat schwieriger, da dieser Übergang in seinem Rücken liegt. Doch Not macht erfinderisch: Wozu sind denn spiegelnde Scheiben da?

 

Sehen, was hinter dem Rücken abläuft.

 

Übrigens, dass das Bild unscharf ist, liegt an der Scheibe und nicht an Beats Alkoholpegel!!!

Vor dem Kastel stehen zwei Fischer im Vrbas und warten auf fette Beute.

 

Kastel und Vrbas in Banja Luka

 

 

Innenhof des Kastels in Banja Luka

 

Heute Abend wollen wir etwas typisch Bosnisches essen gehen.
Wir erkundigen uns deshalb im Tourismusbüro, wo dies möglich sei. Irgendwie scheint das schwierig zu beantworten. Erst als Annette die Dame fragt, wohin sie denn ihre Grosseltern zum Abendessen einladen würde, strahlt diese und antwortet: Mein Grossvater würde da, da oder da essen gehen.

Wir entscheiden uns für das Restaurant A&D.
Dort bestellen wir eine „Bosnische Fleischplatte“ mit verschiedenen Ćevapi, Hähnchenfleisch und in Speck eingerollten Rippchenstückchen am Spiess, als Beilage Pommes und sehr viel rohe Zwiebeln. Dazu serbischen Salat (Tomaten, Peperoni, Peperoncini, Gurken und noch mehr rohe Zwiebeln!). Die Menge ist beeindruckend (700 g Fleisch), doch wir schaffen alles.

Vollgefr…, müde und zufrieden schlendern wir zurück ins Hotel, wo wir aus unserem Schlafzimmerfenster im 10. Stock einen letzten Blick auf Banja Luka bei Nacht werfen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

An und auf dem Fluss Una

 

Imposanter Štrbački buk

14. Oktober 2019

Gestern Nacht hat sich ein scheuer Hund unserem WoMo genähert. Der Streuner ist am Morgen immer noch da. Er hat uns treu bewacht und bekommt den Namen Anuk (Grönländisch: Bär).
Wir haben leider kein Hundefutter dabei, doch Annette kocht extra für ihn ein paar Nudeln. Anuk traut sich mit der Zeit nahe an sie heran, wirkt aber angespannt und ist stets fluchtbereit.

 

Annette und Anuk

 

Die vielen Laub- und Mischwälder hier in Bosnien und Herzegowina leuchten in den buntesten Herbstfarben.

 

Herbstwald in Bosnien und Herzegowina

 

Wir fahren zum Eingang 1 des Naturparks Una.
Der Ranger erklärt uns, dass der Zugang hier gesperrt sei, die Strasse müsse repariert werden.
Wir plaudern ausgiebig mit Alen. Er steht vor dem Abschluss seines Ingenieurstudiums. Aber nächsten Sommer werde er zum Arbeiten nach München fahren, weil er hier keine Stelle finde. Als Ranger verdiene er nur circa € 300.–, arbeite aber den ganzen Tag von 7 bis 22 Uhr.

Nach dem angeregten Gespräch fahren wir weiter zu den Stromschnellen Štrbački buk, die wir ab Orašac über eine schmale Schotterpiste erreichen.

 

Una nach Orašac

 

Die Wege und Stege an den Stromschnellen sind wunderschön angelegt. Zudem hat es nur wenige Besucher und kaum Müll.
Überall scheint Wasser aus dem Boden zu fliessen.

Doch genug der Worte, die Bilder sprechen für sich:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo genügend Wasser ist, fühlen sich auch die Alpenveilchen wohl.

 

Alpenveilchen (Cyclamen)

 

Auf der Strassenkarte ist Kulen Vakuf als „sehenswerter“ Ort vermerkt, … also nichts wie hin.
Das Brückengeländer über die Una ist farblich speziell.
Im Bistro Džisrikebir direkt an der Una haben wir Internetempfang und im Dorfladen können wir einkaufen.

 

Bistro Džisrikebir in Kulen Vakuf

 

 

Brücke über die Una

 

Bei einem Spaziergang durch das Dorf sehen wir den Muezzin in der Moschee verschwinden und kurz darauf ertönt vom Minarett sein Aufruf zum Gebet.
Andächtig lausche wir seiner sonoren Stimme, die selbst in einer Oper Aufsehen erregen würde.

Wir haben nicht erkannt, warum der Ort besonders sehenswert sein soll.

Entspannt fahren wir an den Übernachtungsplatz von gestern zurück. Unterwegs kaufen wir in Orašac an der Strasse frischgepflückte Himbeeren. Zum Dank schenkt uns die Verkäuferin einige Weintrauben, die sie direkt von der Pergola pflückt.
Und? … Was kaufen wir noch? …
Richtig! Futter für „unseren“ Hund!

Und siehe da, kaum fahren wir auf den Platz, nähert sich auch schon Anuk.
Annette schreitet zur Fütterung. Doch die Enttäuschung bei unserem vierbeinigen Freund ist gross. Gibt es keine feinen Nudeln, nur diese trockenen Brocken? Nach einigem Zögern frisst er dann doch zwei – drei von den kostspieligen Dingern, mehr um Annette nicht zu enttäuschen, scheint uns.

Link zum Spaziergang an den Štrbački buk:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wandern auf der Strasse und essen auf dem Fluss

15. Oktober 2019

Beim Dorfeingang von Ripać gleich neben der Moschee stehen drei der seltenen Container, in denen Papier, Plastik und Metall sowie Glas separat entsorgt werden können. Die Dame vom Kiosk nebenan hat eine Auge drauf und kontrolliert, dass nicht einfach Abfall weggeworfen wird. Unser Plastiksack voll mit gesammeltem Plastik und Aluminium passt irgendwie nicht in ihr Schema von „Eco“.
Wir entsorgen trotzdem alles fachgerecht.

 

Moschee von Ripać

 

Die vielen Moscheen im Land lassen uns nachforschen und wir erfahren, dass es in Bosnien und Herzegowina drei Hauptreligionen gibt. 50 % der Bevölkerung sind Moslems, 30 % serbisch-orthodoxe Christen und 15 % Katholiken.

Der Parkwächter Alen hat uns gestern erzählt, dass das Restaurant River Dock in Ripać Mahlzeiten auf einem Boot anbiete.
Das interessiert uns natürlich und wir fragen nach. Das River Dock ist wegen Umbaus geschlossen, doch beim Restaurant Emerald werden wir fündig. Wir reservieren für den späteren Nachmittag zwei Plätze.

 

Gartenwirtschaft des Restaurants Emerald in Ripać

 

Erstaunt beobachten wir einen Mann, der seinen Weidling mit einer Schneeschaufel statt mit Ruder oder Stangen über den Fluss und zurück bewegt. Dabei schaut er angestrengt ins Wasser, als ob er etwas suchen würde.
Hält er Ausschau nach Fischen? Oder einem versunkenen Schatz? Oder gibt es hier Nixen?

 

 

Wie dem auch sei, wir wollen den sonnigen Tag nutzen und fahren nach Račić. Von dort versuchen wir den Weg zu den Doppel- und Dreifach-Stromschnellen zu finden.

Unterwegs wandern wir an einer Tafel vorbei, die für ein B&B wirbt. Normalerweise nichts Besonderes, doch hier staunen wir!

 

Werbung für ein B&B

 

Vielleicht gibt es auch Frühstück, wenn man höflich nachfragt?

Nach etwa einer Stunde Marsch auf kleinen Strassen erreichen wir die Dvoslap (Doppelstromschnellen). Sie sind nicht sehr hoch, jedoch idyllisch gelegen.

 

 

 

Dvoslap

 

Danach folgen wir dem Weg weiter und gelangen zu einem neu angelegten Parkplatz. Dort endet die Strasse.
Die Dreifachstromschnellen müssen sehr nahe sein. Deshalb erklimmen wir den Bahndamm und folgen den Geleisen. Der Blick zum Fluss ist durch hohe Bäume versperrt.
Da wir nicht sicher wissen, ob diese Strecke noch in Betrieb ist, kehren wir nach einigen hundert Metern wieder um. Das Risiko von einem Zug überfahren zu werden, ist zu gross.

Am Wegesrand ruht sich eine Schwebfliege auf einer Senfblüte aus.

 

Schwebfliege (Syrphidae) auf Senfblüte (Sinapis)

 

Total verschwitzt (es ist über 25° C) sind wir nach über 2 1/2 Stunden wieder bei unserem NOBIS.
Dann gehts zurück nach Ripać ins Restaurant Emerald. Dort bestellen wir unser Essen, das nach kurzer Zeit auf dem Boot hübsch angerichtet wird.
Beat, schlau wie er ist, hat herausgefunden, dass die Bootsfahrt zu den Stromschnellen und auch wieder zurück geht. Das ergibt nach Adam Riese zwei Wegstrecken. Folglich braucht er auch zwei Flaschen Bier, um unterwegs nicht zu verdursten.
Logisch … oder?

 

Abendessen auf der Una

 

Die Hühnersuppe von Beat und die Tarhana-Suppe von Annette sowie der Rinderbraten mit Ofenkartoffeln und Grillgemüse sind nach der anstrengenden Wanderung genau das Richtige.

 

Bootsfahrt auf der Una

 

Es gibt so viel zu schauen, dass kaum Zeit zum Essen bleibt. Viel zu schnell sind wir bei den Stromschnellen. Dort verweilen wir eine Zeitlang und drehen dann um.

 

Annette gefällts

 

 

Idyllisches Flussufer

 

 

Auch hier liesse es sich gemütlich speisen.

 

Kurz bevor wir wieder anlegen erzählt der nette Kapitän, dass er eigentlich LKW-Fahrer sei. Dort verdiene er aber so wenig, dass er zwischendurch mit dem Boot Touristen auf der Una herumfahre. Natürlich sorgt er sich um die Kosten für die Ausbildung seiner Kinder und natürlich ist seine Frau Diabetikerin und benötigt teure Medikamente.
Irgendwie muss man ja versuchen das Trinkgeld in die Höhe zu schrauben. 😉

Wieder ist ein wunderbarer Tag zu Ende und wir kehren für die Nacht zu „unserem“ Hund zurück. Als Annette es nochmals mit Hundefutter versucht, findet Anuk: „Wenn es keine leckeren Nudeln gibt, dann fresse ich lieber gar nichts!“

Link zur Wanderung zu den Dvoslap und weiter und Bootsfahrt auf der Una:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wasserfälle von Martin Brod

16. Oktober 2019

Die Sonne von gestern hat sich hinter Regenwolken versteckt.

Auf der Fahrt nach Martin Brod kaufen wir in Orašac an der Strasse nochmals Himbeeren sowie eingemachtes Gemüse. Die Frau erkennt uns wieder und freut sich sichtlich. Sie schenkt uns ein ganzes Gefäss voll mit reifen aromatischen Trauben.
Sind wir jetzt schon Stammgäste?

Erste Sonnenstrahlen treffen auf eine Ruine auf dem gegenüberliegenden Hügel. Ist der Regen schon bald wieder vorbei?

 

Burgruine Stari grad Orašac

 

Martin Brod liegt am Zusammenfluss von Una und Unac. Das Dorfrestaurant heisst sinnigerweise Una-C. Wir setzen uns in die Gartenwirtschaft. Der Wirt ist sehr geschäftig und steckt ein ganzes geschlachtetes Lamm auf einen Stahlspiess.

Leider beginnt es kurz darauf zu regnen. Wir machen uns trotzdem zu Fuss auf zu den nahen Wasserfällen. Zuerst spazieren wir an einer kleinen Tuffsteinhöhle vorbei … wobei … vorbei ist falsch … natürlich müssen wir sie erkunden.

 

Eingang der Tuffsteinhöhle in Martin Brod

 

Im Innern ist der Fels mit Sinter überzogen.

 

 

Das gefällt nicht nur uns. Eine Fledermaus hat sich diese Grotte zum Übertagen ausgesucht. (Wow, was für eine originelle Wortschöpfung!)

 

Fledermaus (Microchiroptera )

 

Wir wollen die Schläferin nicht lange stören und verlassen die Höhle wieder. Inzwischen hat es aufgehört zu regnen.

Auch diese Wasserfälle sind sehenswert und den Eintrittspreis von umgerechnet CHF 1.50 pro Person wert.

 

 

Das Dorf Martin Brod wird durch den Fluss Una zweigeteilt. Wir überqueren die schmale Brücke und bestaunen von oben die faszinierenden Sinterbecken.

 

 

Wenig später findet Annette einen kleinen Picknickplatz, mitten im Dorf und direkt am Wasser.

 

Picknickplatz in Martin Brod

 

Wir geniessen das Rauschen des Wassers an diesem idyllischen Ort.

 

Annette relaxed

 

Gleich daneben steht ein im Krieg zerstörtes Haus. Das schmucke rostige Gartentor erzählt von besseren Zeiten.

 

 

Beat fotografiert die Rosen vor der Ruine.

 

 

Auch sie erzählen etwas, nämlich die sich immer wiederholende Geschichte des Lebens von Werden (Knospe), Sein (Blüte) und Vergehen (verblühte Blume).

 

Werden – Sein – Vergehen

 

Die flauschigen Samen der Waldrebe grüssen über die eingestürzte Mauer.

 

Waldrebe (Clematis)

 

Eine alte Frau kommt den Weg entlang. Sie fragt gestenreich (wir sprechen kein Bosnisch, sie keine uns bekannte Sprache), ob wir das Haus kaufen wollten, es gehöre ihr. Die Serben hätten es im Krieg zerstört.

Nein, wir wollen kein Grundstück in Martin Brod erwerben, obwohl die Lage hier gleich neben dem kleinen Katarakt sehr attraktiv wäre.

Da wir nicht kaufwillig sind und uns vor allem kaum verständigen können, zieht sie bald von dannen. Wohin sie wohl mit ihren Hochwasserstiefeln und der Einkaufstasche geht?

 

 

Annette geniesst weiterhin ihren gedeckten Platz am Wasser, während Beat schmucke Details in der nächsten Umgebung findet.
Auch wenn nicht alle etwas mit dem folgenden Bild anfangen können … Beat besteht darauf: … es muss gezeigt werden!!

 

Harmonie zwischen Holz und Kette

 

Leider hat der Schwärmer andere Prioritäten als bewegungslos für eine Aufnahme in der Luft zu schweben. So kommt er halt unscharf auf unseren Blog.

 

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

 

Der Taubenschwanz ist das einzige Insekt, das wir je an einer Geranienblüte gesehen haben.

Wir spazieren durch das Dorf zurück.
Beim Restaurant Una-C wollen wir noch einmal schauen, wie es dem aufgespiessten Lamm geht. Leider ist der Grill geschlossen. Doch der aufmerksame Wirt eilt sofort herbei, als er uns bemerkt und öffnet stolz die Türe.
Der Braten nimmt langsam Farbe an. Auch wenn das Bild wohl einigen unsere LeserInnen eher den Appetit verschlägt als anregt, wollen wir es hier zeigen.
Bei vielen Restaurants hier in Bosnien und Herzegowina stehen neben dem Eingang solche Grillkästen, in denen ganze Lämmer oder Ferkel gebraten werden.

 

Gegrilltes Lamm

 

Heute fahren wir nicht wieder zurück nach Ripać, sondern weiter über die Berge.

 

Oberhalb von Martin Brod: Blick in die Unac-Schlucht

 

In Bosanski Petrovac kaufen wir ein. Auf dem Parkplatz weht die Fahne von Bosnien und Herzegowina. Auch wenn sie im Lichte strahlt, ist doch der düstere Hintergrund und dass sie verdreht am Mast hängt Sinnbild für die politische Lage in diesem noch jungen Staat.

 

 

Der Dayton-Vertrag von 1995 beendete den Krieg. Dieser Vertrag zementierte den damaligen Stand der Frontlinien ohne auf historische Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen. Bosnien-Herzegowina und die Republik Srpska wurden zu einem einzigen Staat zusammengefasst. Umfassende Regelungen wurden eingeführt, um zu verhindern, dass eine der drei Bevölkerungsgruppen übergangen werden kann. Durch diese Bestimmungen wird das Land aber zur Stagnation verurteilt. So besteht z.B. das dreiköpfige Präsidentengremium aus je einem Bosnier, einem Kroaten und einem Serben. Jeder hat den Vorsitz während acht Monaten inne, dann kommt der nächste zum Zuge.
Daneben übt der „Hohe Repräsentant“, ein Vertreter der internationalen Gemeinschaft, wesentlichen politischen Einfluss aus. Diese Amt bekleidet seit 2009 der österreichische Diplomat Valentin Inzko.
Ausserdem gibt es drei komplett unterschiedliche, politische Systeme: die Entität der Republik Srbska wird zentralistisch regiert. Die Entität der Föderation Bosnien-Herzegowina dagegen ist unterteilt in 10 verschiedene Kantone mit jeweils eigenen Regierungen. Und der Distrikt Brčko untersteht einer lokalen Selbstverwaltung.
Das Bildungssystem ist ethnozentrisch zerplittert.
Ein Wir-Gefühl kann so nicht entstehen und politische Anliegen finden kaum je eine Mehrheit im Parlament.

Wer mehr darüber wissen möchte, findet in der ehemaligen Schweizer Zeitung: „TagesWoche“ einen sehr informativen Bericht:

Hier der Link: https//:tageswoche.ch/politik/bosnien-und-das-komplizierteste-politische-system-der-welt/

An jeder Strasse, die in die Republik Srpska führt, steht eine grosse Willkommens-Tafel.

 

Man muss nicht alles verstehen (im doppelten Sinne).

 

Doch wir sind ja nicht hier zum Politisieren, sondern wollen in erster Linie das Land entdecken.
Für heute jedoch suchen wir nur noch einen ruhigen Übernachtungsplatz, den wir am Rand einer kleinen Kiesgrube in der Nähe von Gornije Ribnik auch finden.

 

Übernachtungsplatz bei Gornije Ribnik

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bosnien und Herzegowina

 

Bihać und Umgebung

13. Oktober 2019

Ab heute sind wir wieder zu zweit unserwegs. Bosnien und Herzegowina, wir wollen dich entdecken!
Vorerst erkunden wir aber die Gegend um unseren Übernachtungsplatz.
Der Platz gehört zur „Autonomen Republik Klokot“, wie uns eine Tafel aufklärt. Da haben sich wohl junge Leute mit viel Herzblut direkt am Fluss Klokot einen schönen Picknickplatz gebaut.

 

„Autonome Republik Klokot“

 

Sogar ein origineller Aschenbecher fehlt nicht. Die leere Energydrink-Dose passt perfekt in das Astloch eines Baumes.

 

Aschenbecher nach dem Motto: Leere Dose trifft Astloch … oder so …

 

 

Sitzbank mit Kabelrollen-Tisch

 

Natürlich fehlen auch tiefgründige Sprüche nicht:

 

 

Was damit gemeint ist, sieht man gleich daneben:

 

Echtes Unterwasser-Boot

 

Plötzlich tritt ein Fischer auf Beat zu und sagt freundlich: „Grüezi“.
Beat, überrascht, grüsst ebenfalls.
Fischer: „Woher chömed Sie?“
Beat: „Us de Schwiiz.“
Der Fischer bohrt nach: „Vo wo us de Schwiiz?“
Beat: „Us em Kanton Graubünde.“
Fischer: „Graubünde isch gross, vo wo us Graubünde?“
Beat erstaunt: „Vo Sarn, das lit i de Nöchi vo Thusis.“
Fischer: „Thusis känn ich, ich han vili Jahr bi Flumroc in Mels gschaffet.“

Ja, die Welt ist klein! Das weiss man zwar, aber man staunt doch immer wieder, wenn man daran erinnert wird.

Zum Fluss Klokot weiss Wikipedia zu berichten: „Der Fluss Klokot ist ein Zufluss der Una in Nordwestbosnien. Die Klokot entspringt imposant als Karstfluss direkt aus dem Berg, unmittelbar am Ursprung befindet sich eine Fischzucht und ein Wasserwerk.“

Und wirklich, der schweizerdeutsch sprechende Bosnier erzählt uns, dass wir auf der anderen Flussseite sehr preiswert frischen Fisch kaufen könnten.

 

Fluss Klokot mit Gebäude der Fischzucht

 

Das hören wir gerne und machen sofort uns auf den Weg. Die Klokot tritt tatsächlich schon als veritabler Fluss aus dem Felsen.
Die Forellen werden frisch aus dem Becken geholt und mit Stromschlag getötet. Das funktionniert nicht besonders gut. Wir erlösen einen der Fische, der im Plastiksack weiter zappelt, mit einem gezielten Schlag auf den Hinterkopf.

Das Wasser der Klokot ist glasklar, so dass man zwischen den Wasserpflanzen kleine Lebewesen beobachten kann.

 

 

Weiter sehen wir hier am Ufer, dass es offenbar Bäume gibt, die nicht nur von Wasser und Nährstoffen aus dem Boden leben, nein, einer frisst ganz ungeniert ein Schild!

 

Schilderfressender Baum

 

Vorsichtshalber machen wir einen grossen Bogen um diese gefährliche Kreatur. Vielleicht stehen auch Menschen auf ihrem Speiseplan? … Wer weiss das schon sicher!

Wir wollen noch weitere Perlen Bosnien und Herzegowinas entdecken. Mit dieser Ausrede verlassen wir den wunderschönen, aber wie es scheint nicht ganz ungefährlichen, Ort.

Von weitem sehen wir Stelen auf einem Hügel. Das wollen wir uns genauer ansehen.
Die Steintafel beim Parkplatz hilft uns vorerst nicht weiter.

 

„Leben ist stärker als Tod, Gerechtigkeit ist stärker als Verbrechen, Liebe ist stärker als Hass.“

 

Auf dem Gipfel treffen wir einen Radfahrer, der ursprünglich aus Sarajevo stammt, nun aber in einem Flüchtlingslager in Bihać arbeitet. Er erklärt uns, dass dies ein Mahnmal für die Opfer der kroatischen Ustascha im 2. Weltkrieg sei. Das Monument stelle die Menschen dar, die umgebracht oder von hier vertrieben wurden.

 

Memorial Park Garavice

 

Wikipedia weiss dazu: „Der Garavice-Gedenkpark für die Opfer des Faschismus ist ein Denkmal auf dem Berg Garavice bei Bihać. An diesem Ort und in der Umgebung wurden im Sommer 1941 vermutlich mehrere Tausend Serben und Juden durch kroatische Faschisten ermordet. Eine zuverlässige Angabe der Zahl der Opfer ist bisher nicht möglich.“

 

 

Nach einer kurzen Pause fahren wir dem Fluss Una entlang zur Burg Ostrožac. Beim Restaurant Kostelski Buk halten wir an. Annette erkundet die Insel. Die ist zwar hübsch, auch einige im Fluss liegende Stromschnellen steigern die Attraktivität, trotzdem fahren wir weiter.

 

Hotel und Restaurant Kostelski Buk

 

Kurz darauf treffen wir an einer Einmündung auf folgende Schrift. Hier scheint der Ersteller nicht ganz sicher zu sein, ob sie top ist. Jedenfalls hat er vor das TOP ein grosses Fragezeichen gesetzt … oder haben wir da etwas falsch verstanden?

 

 

Bei der Burg Ostrožac sparen wir uns das Eintrittsgeld. Ein Blick in den Burghof zeigt, dass da noch einiges instandzustellen ist.
Ein Spaziergang um die Festung vermittelt uns trotzdem einen Eindruck.
Nicht nur im Mittelalter war diese Burg umkämpft, sondern auch im letzten Bosnienkrieg (1992-1995), wie die Einschusslöcher in der Fassade zeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wenden uns lieber friedlicheren Dingen zu. Ein Zitronenfaltermännchen, das auf einer Löwenzahnblume nach Nektar sucht, sticht uns ins Auge. Doch halt … friedlich? … der lahme Flügel rechts zeugt ebenfalls von einem Kampf.

 

Zitronenfaltermännchen (Gonepteryx  rhamni ♂)

 

Ein letzter Blick auf Stari grad Ostrožac wie die Burg auf bosnisch heisst …

 

Burg Ostrožac

 

… und weiter über den Fluss Una …

 

 

… nach Bihać führt uns unser NOBIS.

 

Bihać

 

Wir schlendern durch den Gradski Park. Hier herrscht wohl im Sommer Halligalli. Doch jetzt sind die meisten Stände geschlossen, trotz Sonntag und schönstem Herbstwetter.

 

Gradski Park

 

Uns solls recht sein, wir wollten nichts kaufen, sondern nur entspannt etwas von Bihać sehen.
Dem armen Kerl unten scheint es anders zu gehen. Aus vollem Lauf prallt er gegen einen Pfeiler …
Aua!!!

 

Auch hier mitten in der Stadt entdecken wir einen Schmetterling. Der Admiral scheint ebenfalls vom Leben gebeutelt, anders können wir uns seine ausgefransten Flügel nicht erklären.

 

Admiral (Vanessa atalanta)

 

Über ein Wehr gelangt man auf eine kleine künstliche Insel und von da über den „Kupalište Beton“ (das heisst: „Bade Beton“, wohl im Sinne von Mauer, die einen Badesee entstehen lässt) zu einem natürlichen Eiland, das mitten in der Una liegt.

 

Kleines Wehr in Bihać

 

Annette marschiert stramm auf der Staumauer zur kleinen Insel, während Beat nicht an den frisch gestrichenen und gefetteten Getriebeteilen des Wehrs vorbeikommt.

Warum? … Schau selber!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach langem:
dieses Detail und jenes Detail,
aus diesem Winkel und aus jenem Winkel,
ein bisschen mehr von links, nein, besser mehr von rechts,
dieses scharf gestellt, nein, jenes scharf gestellt …

… schafft es auch Beat noch über die Mauer zum Inselchen.

 

 

Nun gilt es einen Übernachtungsplatz zu finden.
Nach Ripać oben in den Bergen Richtung Martin Brod entdecken wir einen ruhigen Platz.

 

 

Wir richten uns gemütlich ein und sammeln herumliegenden Müll ein, wie immer, wenn wir irgendwo frei stehen können und nichts für den Platz bezahlen müssen.

Das ist unsere Art Dankeschön zu sagen!

 

 

Übrigens, für andere WoMo-Reisende: Es ist nicht verboten dies ebenso zu handhaben. Wir haben darauf kein Copyright. 😉

Als wir nach dem Abendessen die vielen Bilder betrachten, merken wir erst, wie ereignisreich der Tag war. Wie viel man sieht und erlebt, obwohl (oder gerade weil!) man nicht nur die Hotspots der Reiseführer abhakt.

So wurde aus einem einzigen Tag ein ganzer Beitrag. Wir hoffen, ihr nehmt uns das nicht übel.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Für kurze Zeit wieder unserwegs!

 

Auf, in unbekannte Gefilde!

9. Oktober 2019

Ja, uns gibt es noch und auch unseren NOBIS.
Wir wollen nun mit ihm Bosnien und Herzegowina entdecken.

Damit wir die zwei Wochen Urlaub von Annette optimal nutzen können, fährt Beat schon mal voraus. Annette wird ihm dann mit einem Fernbus folgen.

Ab dem San Bernardino Pass schüttet es wie aus Kübeln. Zudem hängt sich das Navi auf, ortet mich ständig neben der Strasse und berechnet die Route dauernd neu. Navi raus, Navi rein … nützt nichts. Erst ein Telefonat mit Annette, die empfiehlt das Handy total abzustellen und neu zu starten, hilft.

Getreu dem Motto: Mit dem Auto, ohne Bahn verlasse ich nach Chiasso die Autobahn und fahre auf Nebenstrassen weiter. Das dauert zwar länger, dafür sieht man was von der Gegend. Das heisst zunächst vor allem von der Stadt Como, in der das Navi wieder zickt und mich im Feierabendverkehr endlos Kreise drehen lässt.

Irgenwann und irgendwie schaffe ich es dann doch durch die Stadt und in Lurago d’Erba, finde ich neben dem Friedhof einen perfekten Übernachtungsplatz.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Geheimtipp: Brivio an der Addia

10. Oktober 2019

Nach gemütlichem Frühstück mache ich noch einen „WC-Stopp“ im Übernachtungsdorf, Lurago d’Erba. Der Kaffe kostet € 1.– und das frische, mit Aprikosenkonfitüre gefüllte Croissant, ebenfalls € 1.–, Preise haben die in Italien ….

Dann geht es weiter Richtung Bosnien und Herzegowina. Das Wetter ist goldig und ich zuckle auf Nebenstrassen gemütlich und zufrieden vorwärts.

Von Ferne grüsst das Santuario della Madonna della Pace alla Rocchetta. Doch ich muss weiter.

 

Santuario della Madonna della Pace alla Rocchetta

 

Als ich bei Brivio über die Brücke fahre und das schmucke Dorf unten am Fluss sehe, interessiert mich mein Zeitplan nicht mehr. Es ist zu schön, um daran vorbeizufahren.

Beim nächsten Kreisverkehr drehe ich um und zurück geht es.
Da Fahrverbotstafeln den Weg ins Dorf versperren, parke ich etwas ausserhalb und flaniere auf der Allee der Addia entlang.

 

Fluss Addia

 

 

Flaniermeile in Brivio

 

Die friedliche Stimmung hier lädt ein zum Bleiben, doch ich muss leider weiter. Andere hatten wohl das selbe Gefühl, und so steht auf der gegenüberliegenden Seite eine stattliche Villa.

 

Villa in Brivio an der Addia

 

In Maddalene finde ich (wie so oft in Italien) beim Friedhof einen geeigneten Übernachtungsplatz.
Wasser und Toilette gibt es hier auch … Camperherz, was willst du mehr?

 

Parkplatz beim Friedhof in Maddalene

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Manchmal ist langsam nicht lustig

11. Oktober 2019

Heute zieht sich die Strecke endlos. Kreisverkehr reiht sich an Kreisverkehr, Dorf an Dorf, meistens geht es viel langsamer als die erlaubten 50 km/h vorwärts, man kommt kaum voran. Für 100 km brauche ich 2 1/2 Stunden!
Bei San Giorgio di Nogaro staune ich: Sogar die Starkstrommasten sind hier im Herbst bunt. 😉

 

Herbst bei San Giorgio di Nogaro

 

Endlich schaffe ich es doch noch nach Slowenien, wo ich kurz vor der kroatischen Grenze einen ruhigen Platz finde.
Beim Abendspaziergang durch den Wald fährt eine Polizeiauto neben mich und die Beamtin fragt, was ich hier treibe. Ich schwärme von der frischen Luft, dem schönen Wald und dass ich mich hier ein wenig von dem anstrengenden Tag erholen wolle.
Scheint alles legal, doch warnt mich die Polizistin, dies hier sei eine sehr unsichere Gegend.
Ich vermute, dass sie damit die Migranten meint, die über die grüne Grenze flüchten. Ich glaube nicht, dass diese Menschen an einem Zusammentreffen mit mir interessiert sind und bleibe deshalb da. Ich werde mit einer sehr ruhigen Nacht belohnt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Herbstzeit ist Jagdzeit

12. Oktober 2019

Auch in Kroatien ist der Herbst eingekehrt, und „Herbstzeit ist Jagdzeit“, sagt sich ein Fuchs, der durch die Gegend schnüffelt.
„Herbstzeit ist Jagdzeit“, sage auch ich mir und jage den Fuchs mit meiner Kamera.

 

 

Was will denn der da?
Ist die schwarze Kiste, die er sich vors Gesicht hält, ein Gewehr? Das Ding, vor dem mich meine Eltern immer gewarnt haben?
Ich hau lieber ab …
Gedacht … getan!

 

 

Da für mich die Gegend ohne Fuchs nicht interessant ist, tue ich es ihm gleich.

Früh bin ich in Korenica. Hier wollen Annette, die mir durch halb Europa nachgejagt ist (aufmerksame Leser wissen: „Herbstzeit ist Jagdzeit“!) und ich uns treffen.

Ich warte ungeduldig … endlich, endlich naht der ersehnte grüne Fernbus. „Grün ist die Hoffnung“, sagt man und siehe da, nun ist auch Annette da.
(dadadaaa …Hurra!!!)

 

Bushaltestelle in Korenica

 

Die Nacht ist nicht mehr fern und so fahren wir bald los und finden nach wenigen Kilometern in Bosnien und Herzegowina einen Platz am Fluss Klokot.

Wir fragen zwei Männer, die im nahen Wasserwerk arbeiten und uns interessiert beobachten, ob wir hier schlafen dürften. Sie strahlen und meinen: „Autocamp? No problem!“

Herzlich willkommen in Bosnien und Herzegowina!!!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

unserwegs ist zu Ende

 

Es kann der Frömmste ….

13. Juli 2018

… nicht in Frieden leben, ….

In einem Wald bei Leiden finden wir einen friedlichen Übernachtungsplatz unter der Schirmherrschaft von Johannes Nepomuk. Dachten wir…..

Annette spaziert noch ein wenig rum und sammelt eine grosse Tüte voller Müll, während Beat das Abendessen kocht.

 

Beinahe-Übernachtungsplatz

 

Nach dem Essen spülen wir das Geschirr und räumen um für die Nacht. Beat legt sich schon mal hin und liest noch ein wenig. Annette sitzt auf dem Beifahrersitz und näht zwei Knöpfe an. Plötzlich nähert sich ein Auto und stellt sich ca. 5 m vor unseren NOBIS. Ein älterer Herr steigt aus, Annette grüsst höflich. Er aber fotografiert sichtlich verärgert unser Kennzeichen und das unserwegs-Logo.
Schnell steigt er wieder ins Auto und braust davon.

Ist hier Parken verboten? Wir haben nichts dergleichen gesehen. Doch da wir friedliebend sind und niemanden verärgern wollen, suchen wir uns für diese Nacht einen anderen Platz. Wir fahren weiter bis Ybbs an der Donau.
Hier gibt es offizielle und erst noch kostenlose Stellplätze für Wohnmobile direkt am Ufer der Donau.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ybbs an der Donau

14. Juli 2018

Der Morgen begrüsst uns in zartem Rosa.
Lastkähne und Kreuzfahrtschiffe ziehen gemächlich auf der Donau an unserem NOBIS vorbei.

 

Kreuzfahrtschiff auf der Donau

 

 

Stellplätze in Ybbs an der Donau

 

 

Donau mit Persenbeug und Schloss Persenbeug

 

Vor der Weiterreise spazieren wir durch das Städtchen und staunen über eine riesige Kaplan-Turbine.
Das Wasser der Ybbs, die hier in die Donau fliesst, wird zur Stromerzeugung genutzt.

 

Kaplan-Turbine

 

Wandgemälde zeigen, wie die Stadt vor dem Grossbrand von 1868 ausgesehen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim schmucken Rathaus kehren wir um.

 

Rathaus von Ybbs a. d. Donau

 

Wir fahren in zwei Tagen über Deutschland zurück in die Schweiz, nach Wohlen.

Link zur Strecke vom 14. Juli 2018:

Link zur Strecke vom 15. Juli 2018:

 

 

Campingplatz Thusis

31. Juli 2018

Heute fahren wir auf den Campingplatz von Thusis. Hier werden wir im August und September wohnen, bevor wir am 1. Oktober 2018 unsere Wohnung in Sarn beziehen können.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

unserwegs ist zu Ende

Nach knapp fünf Jahren wird Annette wieder als Ergotherapeutin arbeiten. Ihr hat die Arbeit in letzter Zeit immer mehr gefehlt.

Eine wunderschöne Reisezeit mit Eindrücken der unterschiedlichsten Art liegt hinter uns.
Wir haben den NOBIS vorerst eingestellt.
Vielleicht zieht aber Beat, der immer noch Reiselustige, im Frühjahr nochmals alleine los? Der Blog würde dann wieder aktiviert.
Oder wir zeigen in unregelmässigen Abständen Bilder aus der Gegend unseres wunderschönen Wohnortes?

Wer weiss …

Uns bleibt nur noch all unseren Followern und LeserInnen unseres Reiseblogs herzlich für ihre Treue zu danken.

Speziell möchten wir uns bei all denen bedanken, die in die Tasten gegriffen und uns einen Kommentar hinterlassen haben. Das hat uns immer ausserordentlich gefreut.

Euch allen eine gute Zeit!!

Beat und Annette

 

🙂 🙂 ♥♥ 🙂 🙂 ♥♥ 🙂 ♥ 🙂 

 

 

 

Die letzten Tage in der Slowakei

 

Heute keine Gipfelfahrt für uns

8. Juli 2018

Das Wetter ist prächtig. Heute wollen wir mit der Seilbahn auf den Lomnický štít gondeln.
Wir fahren also zur Talstation, um Tickets zu kaufen. Aber es ist alles ausgebucht. Morgen soll das Wetter schlecht sein. Also reservieren wir Karten für übermorgen.
In der Nähe von Mengusovce entdecken wir einen schönen Übernachtungsplatz unterhalb eines lichten Kiefernwalds.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Sonniger Regentag

9. Juli 2018

Die Sonne weckt uns … das ist also schlechtes Wetter!!! … Meteorologe sollte man sein …

 

Mengusovce mit der Hohen Tatra

 

Hat sich das angekündigte Schlechtwetter wohl verspätet und trifft erst morgen in der Region ein? Wären wir doch bloss schon heute auf den Lomnický štít gefahren!!
Darüber kann man sich nun ärgern oder aber sich an den vielen schönen Dingen erfreuen, die in unmittelbarer Nähe darauf warten entdeckt zu werden. Wir entschliessen uns für zweiteres.

 

Distelknospe (Carduoideae)

 

 

 

 

 

 

 

Stein-Nelke (Dianthus sylvestris)

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich sind wir trotzdem erleichtert, als sich schon bald eine dichte Wolkendecke über die Hohe Tatra legt. 😉

Am Nachmittag fahren wir auf den Parkplatz der Seilbahn in Tatranská Lomnika. Wir wollen morgen bereit sein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lomniký štít

10. Juli 2018

Früh am Morgen ist der wolkenlose Himmel strahlend blau.
Um 9:00 Uhr fahren wir mit der grossen Gondelbahn in die Mittelstation. Doch der Himmel bezieht sich schnell.

 

Irgendwo da oben ist der Gipfel.

 

Zum Glück hängt die Gondel an einem Seil, sie würde den Weg durch den Nebel sonst kaum finden.

 

 

Nun beginnt es auch noch zu regnen. Wir setzen uns ins Restaurant und trinken Tee/Kaffee. Zeitweise mischt sich in den heftigen Schauer sogar Graupel. Keiner geht freiwillig nach draussen.

 

 

Da haben wir uns einen wunderbaren Tag ausgesucht, um auf den Lomniský štít zu fahren. 😦 Die Gondel musste im Voraus auf eine ganz bestimmte Zeit gebucht werden und nach genau 50 Minuten Aufenthalt soll es dann wieder hinunter gehen.
Zudem hängt nur eine einzige Gondel an dem Seil, die lediglich 15 Personen Platz bietet.

Verstehe das, wer wolle!

Langsam klart es im Tal wieder auf, nur um den Gipfel halten sich standhaft dicke Wolken.

 

Blick von der Mittelstation in die Ebene

 

Eine Regenpause nutzen wir für einen Spaziergang um den kleinen Bergsee Skalnaté Pleso, der direkt hinter dem Restaurant liegt.

Sind das die letzten nebelfreien Bilder von unserem Bergausflug?

 

Skalnaté Pleso

 

 

Begegnung in der Pfütze

 

Die Zeit unserer Bergfahrt naht … und siehe da, der Gipfel zeigt sich wieder. Wir können doch noch hoffen!

 

 

Rechtzeitig vor der Abfahrt zur Lomnitz-Spitze (Lomniký štít) sind wir wieder bei der Station. Ein Angestellter der Bahn fragt uns, ob wir Tickets für die Gondelbahn hätten. Obwohl wir erst 20 Minuten später eingeplant waren, können wir gleich in die nächste Gondel steigen und hochfahren. Da scheint jemand vor der Fahrt aufgegeben zu haben.

Für Wissbegierige:
Der Lomniký štít ist mit 2634 m ü.M. der zweithöchste Gipfel der Hohen Tatra und diese „das kleinste Hochgebirge der Welt“! Ja, wir lieben Superlative!

Für Technikfreaks:
Die Seilbahn überwindet eine Höhe von 861 Meter und auf den 1665 Metern Länge steht lediglich eine einzige Stütze.

Für stolze Eidgenossen:
Die Seilbahn wurde von der Schweizer Firma von Roll erbaut.

 

 

Zwerg-Miere (Minuartia sedoides)

 

 

Auf dem Gipfel liegt überall noch Graupel von dem Unwetter.
Die Blumen üben für den Winter.

 

 

Blick in die Tiefe vom Lomniský štít

 

Doch wir haben Glück, der Himmel klart immer mehr auf und gibt das imposante Panorama frei.

 

 

 

 

 

Ein enger, eingezäunter Pfad führt ein paar Schritte auf dem schmalen Grat entlang. Auf allen Seiten geht es annähernd senkrecht in die Tiefe. Nun verstehen wir auch, warum die Gondel nicht grösser und Aufenthaltszeit hier oben begrenzt ist: Es hätte gar keinen Platz für mehr Leute.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit 2634 m ü.M. der zweithöchste Gipfel der Hohen Tatra

 

 

 

 

 

 

Nach 20 Minuten, just als die Gondel einfährt, auf die wir eigentlich gebucht waren, verstecken sich die Berge wieder in den Wolken.
Hei, haben wir da Glück gehabt!!!

 

Bergstation Lomniký štít im Nebel

 

Überglücklich lassen wir uns wieder ins Tal hinunter tragen.

Nun fahren wir Richtung Nove Mesto und finden in Podbanské einen ruhigen Übernachtungsplatz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kleine Karpaten

11. Juli 2018

Am Morgen erscheinen zwei Männer mit Motorsensen und beginnen die Rasenstreifen zwischen den Parkplätzen zu mähen.
Wir wechseln auf den grossen Platz auf der anderen Strassenseite. Kurz darauf taucht ein kleiner Traktor mit Mäher auf, der auch auf unserer Seite Gras schneidet. Keine guten Bedingungen für ein ruhiges Frühstück.

Wir ziehen deshalb bald weiter.

In Teich von Liptovksý Hradok steht ein Fels und darauf ein Bildstock. Originell und zudem vor Vandalen geschützt.

 

Unzugänglicher Bildstock in Liptovksý Hradok

 

Am Nachmittag fahren wir zur Gedenkstätte auf den Hügel Bradlo in der Nähe von Nové Mesto nad Váhom.
Wir geniessen den Blick über die Felder und Wälder im Tal.

 

 

In diesem Grabdenkmal wurde Milan Rastislav Štefánik bestattet. Er war einer der drei Gründerväter der ersten Tschechoslowakischen Republik (1918 bis 1938).

 

 

 

 

 

Für diese Nacht bleiben wir auf dem Parkplatz unterhalb des Monumentes.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Letzter Tag in der Slowakei

12.07.2018

Heute feiert Annette ihren Geburtstag und morgen werden wir die Slowakei in Richtung Schweiz wieder verlassen.
Grund genug uns nochmals in einem Hotel einzuquartieren und die Annehmlichkeiten zu geniessen.

 

Hotel Tilia in Pezinok

 

Auf einem kleinen Spaziergang durch dieses verschlafene Städtchen entdecken wir die „urbane Natur“.
An zwei grossen Schmetterlingsfliedern beobachten wir verschiedene Insekten.

 

Tagpfauenauge (Aglais io) auf Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)

 

 

Tagpfauenauge (Aglais io)

 

Und „klapp!“ tarnt sich einer der bunten Schmetterlinge.

 

Unscheinbares Tagpfauenauge (Aglais io)

 

Wir wenden uns den anderen Gästen zu, die sich an diesem „Tischlein deck dich“ bedienen.

 

Biene (Apis mellifera)

 

 

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

 

Nun schlendern wir weiter zum nahen Park.

 

Evangelische Kirche in Pezinok

 

 

Blühender Balkon

 

Im Zámocký Park lernen wir etwas über die Zeit, die vergeht, bis sich Abfall zersetzt hat. (Für Nichtslowaken: Rokov heisst Jahre.)
Dies war mit ein Grund, weswegen wir ausnahmslos an jedem Übernachtungsplatz, an dem wir in den letzten gut viereinhalb Jahren gratis stehen konnten, herumliegenden Müll gesammelt haben.

 

 

Nein, das ist kein Abfall, das ist ein Pilz, der hier im Park wächst.

 

 

Wir sitzen auf einer Bank am Teich und lassen die letzten Jahre Revue passieren. Wir haben unglaublich viel Schönes erlebt und gesehen.
Aber nun bricht ein neuer Lebensabschnitt an: Wir werden wieder sesshaft.

 

 

Das ist zwar spannend, stimmt aber auch ein wenig traurig.
Selbst der Tannenzapfen einer Stech-Fichte vergiesst darüber harzige Tränen.

 

Stech-Fichte (Picea pungens)

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Tschüss, du schöne Slowakei

13. Juli 2018

Heute geht es über Österreich zurück in die Schweiz.

Link zur heutigen Strecke: