Norwegen 2014

 

8. August – 23. September 2014

Karte zu unserer Reise durch Norwegen:

 

Schlafen in der Stadt

9. August 2014

Auf dem Weg von der Grenze hinunter nach Narvik sahen wir Erstaunliches.
Auf den vom Gletscher während der letzten Eiszeit glattgeschliffenen Felsplatten und der Heide dazwischen lagen überall kleinere und grössere Steine verstreut. Die hat der Gletscher bei seinem Rückzug wohl vergessen.

 

 

Vor Narvik querten wir eine Baustelle. Dort entsteht eine Brücke, die über einen Seitenarm des Ofotfjorden, den Ruoppat Rombakt führen wird. Beat, als ehemaliger „Bau-Chnuschti“, musste natürlich anhalten und davon ein Bild schiessen.

 

Bauen kann auch ästhetisch sein!

 

In Narvik fuhren wir zum „Utsiktspunkt mit Geiser“ hoch und genossen den Ausblick über den Fjord.

 

 

In der Stadt Narvik fanden wir einen schönen Schlafplatz am Fjord und nahmen unser Abendessen an einem der Picknicktische direkt am Meer ein.
Wir kamen mit einem Spaziergänger ins Gespräch. Er erzählte uns, dass sein Hund aus Australien komme. Annette meinte, das sei für seinen Australian Shepherd wohl eine grosse Umstellung gewesen von der australischen Hitze zum kalten norwegischen Klima. Der Mann antwortete schlagfertig: Nein, der Hund sei früher auf weissen Sandstränden herumgerannt, heute tolle er im weissen Schnee herum. Das sei für ihn kein grosser Unterschied.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wandern heisst bei uns auch Beeren sammeln

10. August 2014

Wir wanderten zum Forsnesvatnet (See). Im unteren Abschnitt führte der Weg durch lichte Birkenwälder.
Gegen den See hin wurde das Gelände immer steiler und die Vegetation karger.
Der See liegt nur auf 640 m.ü.M. doch wir wähnten uns an einem Schweizer Gebirgssee im hochalpinen Gelände.
Dort wärmten wir uns in der Abendsonne und genossen die Aussicht auf den Fjord und die umliegenden, markanten Berge.

 

Aufstieg zum Forsnesvatnet

 

Auf dem Abstieg sammelten wir fleissig Heidel- und Moltebeeren.

 

Zutat für Annettes sagenhaft leckeren Heidelbeercake.

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung zum Forsnesvatnet:

 

 

Abschied von Narvik

11. August 2014

Heute nutzten wir die Infrastruktur von Narvik. Im Touristbüro hatten wir Zugriff aufs Internet, wo wir unseren Blog aktualisierten und uns über das Wetter informierten. Regen wurde uns für die nächsten Tage prophezeiht.
Dann füllten wir die Diesel-, Gas- und Frischwassertanks sowie den Kühlschrank. (Nicht alle Gefässe mit demselben Inhalt!)

Wir beschlossen vor dem Besuch der Lofoten noch einige Tage auf den Vesterålen zu verbringen und fuhren los.
In der Nähe des Dörfchens Kvitfors fanden wir einen grossen, ruhigen Platz. In das Bachbett unter der nahen Brücke hatte das Wasser schöne Kuhlen gegraben, ideal für ein kühles (oder schon eher kaltes!) Bad.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Waschtag der komplizierteren Art

12. August 2014

Am Morgen war der Himmel entgegen des Wetterberichts strahlend blau. Wir beschlossen deshalb einen Waschtag einzulegen.

Das lief bei uns folgendermassen ab:

Beat bediente die Handwaschmaschine …

… und Annette spülte die Wäsche im nahen Bach.

 

 

 

 

 

 

Schon während des Waschens zogen Wolken auf. Das Wetter verschlechterte sich zunehmend. Trotzdem blieben wir optimistisch und wuschen Maschine um Maschine und hängten die nasse Wäsche im nahen Birkenwald auf.
Die grösseren Stücke waren zum Glück trocken, bevor der Regen kam. Den Rest mussten wir im Wohnmobil fertig trocknen lassen, was dank Dieselheizung auch gut gelang.

 

So hatten wir uns das Wäschetrocknen eigentlich vorgestellt.

Im Schlafzimmer, im Bad, im Wohnzimmer, in der Küche, ja sogar im Fahrerhaus … überall feuchte Wäsche

 

 

 

 

 

 

 

Seither wissen wir: unser WoMo ist auch als Sauna zu gebrauchen!

Nach diesem anstrengenden Tag genossen wir den leckeren Heidelbeercake von Annette sehr.

 

 

Die ganze Nacht hindurch regnete es zum Teil sehr heftig.

 

 

Auf nach Vesterålen

13. August 2014

Unterwegs sahen wir, warum die Brücken zum Teil in hohem Bogen über die Fjorde führen.

Eines der Schiffe der bekannten Hurtigruten fuhr unter der Brücke durch …

 

 

 

 

 

 

… und verschwand hinter der nächsten Landzunge.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die asphaltierten Strassen in Meeresnähe dienen nicht nur dem Verkehr. Möwen lassen Muscheln, Meeresschnecken, Krebse und Seeigel aus grosser Höhe auf die harte Unterlage fallen. So brechen diese auf und die Vögel können das weiche Innere fressen.

 

Ein besonders schönes Exemplar eines aufgebrochenen Seeigels

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ein einzelner Fisch ist nie genug …

14. August 2014

Auf der Insel Andøy fuhren wir nach Bleik, wo noch bis am 16. August Vogelsafaris angeboten werden sollen. Genaueres wussten wir nicht. Wir fuhren zum Hafen, wo wir um 12:30 Uhr eintrafen und hatten Glück. Eine der letzten Schifffahrten dieser Saison zur Vogelinsel Bleiksøya startete um 13:00 Uhr.

Auf dem Weg zur Insel sahen wir sie schon … die berühmten Papageientaucher.

 

 

Papageientaucher sind mittelmässige Flieger, aber exzellente Fischer. Sie tauchen nach dem Motto: Ein Fisch ist nie genug.

Hier ein paar beeindruckende Daten zu den Papageientaucher:
– Sie können mit Hilfe ihrer Flügel bis zu 40 m tief tauchen.
– Sie fangen pro Tauchgang bis zu 10 Fische.
– Sie schützen sich vor Seeadler und Raubmöwen, indem sie im Schwarm fliegen. Die Vögel mit Fischen im Schnabel fliegen dann diskret zum ihrem Nest, während die anderen die Angreifer täuschen, indem sie woanders hin fliegen.
– Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen und wechseln sich beim Brüten ab.
– Sie brüten in selbstgegrabenen Höhlen und legen pro Jahr ein, selten zwei Eier.
– Sie kommunizieren mit ihren Ungeborenen bereits 2-3 Tage, bevor diese schlüpfen. Eier, die in dieser Zeit (von Wissenschaftlern) in ein anders Nest gelegt wurden, holten die Eltern zurück.

Die meisten Papageientaucher waren bereits weggezogen. Sie verbringen den Winter auf hoher See auf dem Nordatlantik.

Der starke Wellengang machte das Fotografieren mit Zoom nicht gerade einfach. Auf Beats Bildern waren häufiger Wasser und Wellen zu sehen statt Vögel.

 

Fahrt zur Insel Bleiksøya.

Halten die Kormorane Ausschau nach besserem Wetter?

 

 

 

 

 

 

Neben Papageientauchern und Kormoranen sahen wir Seeadler um den Felsen kreisen und konnten den Raubmöwen beim Jagen zuschauen. Diese fischen nicht selber, sondern attakieren Papageientaucher, indem sie sie von hinten anfliegen und in den Nacken picken. Die lassen dann die Fische aus ihrem Schnabel fallen und die Raubmöwen kommen so zu ihrer Mahlzeit. Durch diese Art zu jagen kamen sie auch zu ihrem Namen.

 

Leuchttürme sind allgegenwärtig in den Fjorden.

 

Heute herrschte kein Kaiserwetter, dafür schienen die tiefliegenden Wolken mit den Bergspitzen zu spielen.

 

 

Nach der beeindruckenden 1 ½ stündigen Bootsfahrt fuhren wir weiter an den Nordzipfel der Insel Andøy, nach Andenes. Dies war auch für uns der nördlichste Punkt, den wir dieses Jahr ansteuerten.

 

Fischerdorf Andenes

Ein Fischer wirft seinen Fang in Plastikbottiche auf dem Kai.

 

 

 

 

 

 

Danach fuhren wir nach Bleik zurück, wo wir übernachten wollten. Unterwegs bestaunten wir den längsten Sandstrand Norwegens, wie der Guide der Vogelsafari mehrmals stolz betont hat. Er bat uns, dies den Südnorwegern am Stavangerfjord zu sagen, da diese behaupten, den grösseren Strand zu haben.

 

 

Annette wollte sich noch etwas die Füsse vertreten und lief ca. vier Kilometer durch den Sand bis ins Dorf, wo sie von Beat mit dem Fahrzeug erwartet wurde.
Leider begann es kurz nach ihrem Abmarsch zu regnen. Zeitweise goss es wie aus Kübeln und Annette suchte am Ziel vergebens nach einer trockenen Textilfaser an ihren Kleidern.

 

Wanderung im Regen

Duschen by hiking wurde so ungewollt zum Motto. Annette hat den Spaziergang dennoch genossen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von den Vesterålen auf die Lofoten

15. August 2014

Heute sollte es endlich auf die Lofoten gehen. Dort wollten wir bereits vor über zehn Jahren mal hin, doch dann wanderten wir auf die Azoren aus.
Doch wie heisst es so treffend? … „aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“

 

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Typische Küstenlandschaft auf Vesterålen (mit dem Dorf Stave)

 

Wir fuhren auf der Westseite der Insel Andøya gegen Süden.
Ausgangs Stave sahen wir einen kleinen Friedhof direkt am Fjord, einen der schönstgelegenen Orte für die letzte Ruhe, den wir je gesehen haben.

 

 

Da die Gegend so schön war, beschlossen wir den längeren Weg auf uns zu nehmen und auch den Südzipfel zu umfahren
Nach Åknes wurde die unbefestigte Strasse sehr schlecht und die Birken standen so nahe, dass wir sie mit zum Teil mit dem Fahrzeug streiften. Wenden war unmöglich – deshalb: Augen zu und durch!

Nach Sandnes war die Strasse wieder asphaltiert und wurde breiter.
Schafe auf der Strasse liessen uns anhalten. Und wir lernten … Schafe sehen nicht alle gleich aus, sondern haben markante Charakterköpfe, wie die Fotos beweisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zu schön zum Weiterfahren

16. August 2014

Auf dem Weg auf die Lofoten blieben wir gestern in Sigerfjord, das noch zu den Vesterålen gehört, hängen. Wir fanden einen so schönen Platz direkt am Fjord, dass wir nicht vorbefahren konnten und über Nacht blieben.
Heute Morgen beobachteten wir Austernfischern, die in unmittelbarer Nähe badeten und auf Futtersuche gingen.

 

 

Die Austernfischer gelten auf den Lofoten als Frühlingsboten. Sobald die ersten dieser Zugvögel am Strand auftauchen, freuen sich die Menschen. Jetzt ist für sie der Winter vorbei, egal ob es stürmt oder schneit.

Nach dem Frühstück ging es nach Svolvær, der Hauptstadt der Lofoten. Dort wollten wir aufs Internet, was aber nicht gelang. Deshalb fuhren wir wieder ein Stück zurück nach Sildpollneset, wo wir uns die schöngelegene Kapelle anschauen wollten. Leider war sie geschlossen.

 

Sildpollneset mit Kapelle

 

 

Schlicht und schön

 

Auf dem Weg zum Fischerdorf Laukvik fanden wir nach Sandsletta einen Platz auf einem Felsenplateau. Wir genossen die Aussicht vom Wohnmobil aus, da draussen ein starker, kalter Wind wehte. Am nächsten Morgen betrug die Innentemperatur gerade mal 7 °C.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Laukvik, ein idyllisches Fischerdorf

17. August 2014

Weiter ging es nach Laukvik. Hier fanden wir ein idyllisches Fischerdorf, das vom Stockfisch zu leben scheint.

 

Freizeithafen von Laukvik

 

Die Fischerboote ankern nicht im Freizeithafen, sonder jeweils an Privatstegen, vor den gepflegten Häusern der Fischer.
Etwas ausserhalb des Dorfes stehen die alten, einstöckigen Gestelle, an denen im Winter der Dorsch zum Trocknen aufgehängt wird. Gleich daneben die neueren, hohen und giebelförmigen Gestelle, von denen einige noch im Bau sind.

Wir entdeckten, dass jetzt, im Sommer, der Stockfisch, auch Bacalao genannt, in einem Schuppen im Hafen gelagert wird.

 

 

 

 

Auf der Mole, wo auch der unverzichtbare Leuchtturm steht, fanden wir wieder verschiedene Schalen von Meerestieren. Ein nur unten aufgeknackter Seeigel hat uns besonders gut gefallen.

 

 

 

 

Laukvik rühmt sich, das kleinste Kulturhaus Norwegens zu haben. Ein Zertifikat an der Türe bestätigt das. Im Haus drinnen stehen stilisierte Blumen, auf denen alle Aktivitäten des Dorfes aufgeführt sind, zum Beispiel: Schule, Kultur, Fischerei, Friedensaktivitäten etc.
Auf der Stirnseite hängt eine Uhr, die neben der Zeit auch den Tidestand des Meeres angibt.

 

 

 

 

 

Danach fuhren wir weiter zum Raftsundet.

Merke:
Ein Sundet (deutsch: Sund) ist eine Meerenge, auch (Meeres)strasse, Kanal oder Belt genannt, also die Stelle eines Meere, an der sich zwei Landmassen nahe kommen und so einen Engpass des Meeres bilden.

Ein Fjord dagegen ist ein weit ins Festland hineinreichender, durch einen seewärts wandernden Talgletscher entstandener Meeresarm.

(Womit der pädagogosch wertvolle Teil unseres Blogs für heute abgedeckt wäre.)

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lachszucht und Schäreninseln

18. August 2014

Am Morgen bestaunten wir von unserem Übernachtungsplatz aus die Schäreninseln. Die meisten sind unbewohnte Felsen im Meer, ein Vogelparadies, wo die Vögel im Frühjahr / Sommer ungestört brüten können.

 

Schäreninseln (Lofoten, Norwegen)

 

Es gibt aber auch grössere Inseln, die bewohnt sind oder auf denen Ferienhäuser stehen. Diese sind nur mit dem Boot erreichbar.

 

 

Auf der Insel Årstein fanden wir den Platz an dem wohl das Beach-Volleyball erfunden woren ist. Ein Spielfeld, das an zwei Seiten ans Meer grenzt … mehr Beach geht gar nicht!

 

 

Ein wichtiger Wirtschaftszweig Norwegens ist die Lachszucht. Norwegen ist der grösste Lachsexporteur der Welt. Junge Lachse leben im Süsswasser und werden in grossen Aquarien auf dem Festland gezüchtet. Dann kommen sie in grosse runde Käfige, die in den Fjorden oder Sunden schwimmen.
(Prüfungsfrage: Was ist der Unterschied zwischen einem Sund und einem Fjord?
Wer die Antwort nicht weiss, muss nochmals (und diesmal aufmerksam!) unseren Eintrag vom 17. August 2014 durchlesen.)

 

Lachszucht im „Raftsundet“

 

 

 

 

 

 

Nach dem aussergewöhnlich schönen Abstecher dem Raftsundet entlang fuhren wir wieder zurück nach Svolvær. Unterwegs wollten wir in einem See ein Bad nehmen, der an einem Wanderweg liegen solle. In Pundsletta suchten wir vergeblich nach diesem Weg. Da wir keine Schilder fanden, folgten wir einer Spur durch das Gras, die später in einen Trampelpfad überging.
Wir wanderten etwa eine halbe Stunde das Tal hinauf und fanden den schönen See, eingebettet zwischen Berge und Wald.
Ein Schild klärte uns auf, dass hier baden veboten sei, da der See als Trinkwasserspeicher gelte. Nun verstanden wir auch, warum der Wanderweg, der hier vorbeiführen sollte, nicht beschildert und kaum zu finden war.
Keine Wanderer -> keine Verschmutzung.
Wir haben selbstverständlich auf unser Bad verzichtet.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderungt zum Pundslettvatnet: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Natur und Abfall

19. August 2014

Etwas ausserhalb von Svolvær am „Litlkongsvatnet“ (am kleinen Königssee) stellten wir unser Wohnmobil auf den kleinen Ausstellplatz, direkt zwischen Landstrasse und See. Der Weg scheint der Fitnessparcour der Städter zu sein. Wir konnten Studien über das Walken ohne Stöcke, mit und ohne Hundebegleitung machen, und uns gleichzeitig über die neuesten Modetrends informieren, Neonfarben, vor allem Pink, sind angesagt!
In der Nacht war es aber sehr ruhig und am Morgen wurden wir mit diesem Blick auf den windstillen See belohnt.

 

Litl-Kongsvatnet, bei Svolvær (Lofoten, Norwegen)

 

Wir stehen, um unser Budget zu schonen, vorwiegend frei, das heisst nicht auf offiziellen Camping- oder Stellplätzen. Zum Dank sammeln wir jeweils den Müll ein, der an diesen Orten herum liegt. Das ist mal mehr und mal weniger. Hier am und im Litlkongsvatnet kam jedoch schon einiges an Unrat zusammen.

 

 

 

Gipfelstürmen trennt

20. August 2014

Die Sonne weckte uns und wir beschlossen heute einen Berg zu bezwingen. Vom Kongstindan (552 m.ü.M.) aus sollte man eine schöne Rundsicht haben.
Also auf, Wanderschuhe an die Marschfüsse, gute Laune eingepackt und los. (Ältere Semester kennen diesen Spruch noch vom Zettel, den uns der Lehrer nach Hause gab, um die Eltern über die Schulreise zu informieren.)

Wer nun gähnt, weil er glaubt, ein Berg von 552 Metern Höhe sei ein Spaziergang, dem empfehlen wir diese Wanderung selber durchzustehen. Das Wandern über Felsplateaus und durch sumpfige Heiden wechselte bald mit Kletterpartien ab, bei denen man beide Hände zuhilfe nehmen musste. Dafür wurden wir oben mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

 

Svolvær, die Hauptstadt der Lofoten

 

 

Einige dieser Häuser am Meer stehen noch zum Verkauf.

 

Beat war stolz, den Kongstindan bezwungen zu haben und genoss die Aussicht. Doch Annettes Blick blieb am nahen Løva hängen. Der war noch ein wenig höher und musste doch auch zu schaffen sein. Also weiter, über den schmalen Grat. Vor dem letzten Aufstieg, führte die Kletterpartie in schwindelerregender Höhe um einen Felsen herum. (Platz für die Füsse: gefühlte 15 Zentimeter – freier Fall, falls die Füsse diese Stelle nicht finden: 50 Meter.)
Beat zog es vor auf den Kongstindan zurückzukehren und dort Heidelbeeren zu sammeln, jemand musste ja für das leibliche Wohl sorgen. 😕
Und Annette, das Ziel vor Augen – wer sie kennt, weiss, was nun folgt – kletterte weiter und erreichte den Gipfel.

 

 

Løva 640 m.ü.M.

 

 

Annette ganz oben!

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung auf den Kongstindan / Løva : Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet:

 

 

Wir Menschen sind unbedeutend!

21. August 2014

In Kabelvåg besuchten wir das Lofotenaquarium „lofotakvariet“.
Wir waren von den vielen Formen und Farben der Meeresbewohner tief beeindruckt.
Im oberen Stock gibt es eine Ausstellung zu den Themen, Fischfang und -zucht auf den Lofoten, sowie zur norwegischen Erdölgewinnng im Meer.

Folgendes Ausstellungsobjekt zeigte uns, wie unbedeutend die Menschen auf dieser Erde sind.

 

Vier aufeinander gestellte „Trommeln“ zeigen die Biomasse verschiedener Lebewesen auf dieser Erde an.
Von unten nach oben:
– Phytoplankton: 150 Mio Tonnen
– Zooplankton: 15 Mio Tonnen
– Fische des Nordostatlantiks: 1,5 Mio Tonnen
– Menschen: 0,15 Mio Tonnen

Mer Infos gibt es unter: www.lofotakvariet.no

 

Danach gingen wir ins benachbarte Nyvagar Rorbuhotell zum Essen. Es sollte nach unserem Reiseführer der Ort auf den Lofoten sein, wo man am günstigsten Stockfisch essen kann. Das Lokal war sehr edel und nicht gerade preiswert, (um das Wort teuer nicht in den Mund zu nehmen), doch der Stockfischeintopf an Tomatensauce mit viel Zwiebeln, Kartoffeln und Knoblauch schmeckte vorzüglich. Auch die Nachspeisen (Schokoladenmousse mit Moltebeerensorbet und Zitronenparfait mit Himbeersorbet) waren ein Gedicht für Augen und Gaumen.

Zurück im Camper lasen wir, dass unser Lofotenführer im Jahre 2001 geschrieben worden war und wir lernten, dass sich in der Gastronomie in 13 Jahren doch so einiges ändern kann.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Aufschwung und Zerfall liegen nahe beieinander

22. August 2014

Auf dem Weg nach Henningsvær schoss Beat das typische Lofotenfoto. Berge, Fjord und rotes Fischerhaus. Das wollen wir natürlich nicht für uns behalten.

 

 

Henningsvær ist ein Dorf, das auf zwei benachbarten Inseln im Meer steht. Es zeigt zwei ganz verschiedene Gesichter: Tourismus und Fischerei.

Der touristische Teil wirkt gepflegt und freundlich. Wir sahen, wie die Erholungssuchenden carweise hierher gekarrt werden. Ein Bus nach dem andern hielt auf dem grossen Parkplatz an, spuckte die Menschen aus und schluckte sie eine halbe Stunde später wieder.
Am Abend kehrte Ruhe ein. Nun gehörte dieser Platz ganz den Wohnmobilisten, die hier übernachten und die Toilettenanlage benützen dürfen.

Die Blüte des Fischfangs scheint hier jedoch vorbei zu sein, wie die zerfallenden Fisch-Trocknungsgestelle und die verlassenen Fischerhäuser zeigen.

 

Eine heile Welt, auf den ersten Blick.

 

 

„Touristenmeile“ in Henningsvær (Lofoten, Norwegen)

 

Man findet aber auch viele zerfallende Gebäude

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

So viel Schönes an einem Tag

23. August 2014

Von Henningsvær fuhren wir nach Brenna. Vor dem Dorf liessen wir unser Fahrzeug auf einem grossen Platz stehen. Von hier aus wanderten wir ca. fünf Kilometer weit der Küste entlang nach Sunnlandsfjorden. Die Siedlung mit ca. 10 Häusern liegt am Ende der unbefestigen Strasse und strahlt eine Ruhe aus, die sich auf uns übertrug.

 

Kleinod am Weg

 

Idylle am Sunnlandsfjord

 

 

Tang zwischen den Felsen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zufrieden kehrten wir zu unserem Wohnmobil zurück. Wir beschlossen hier die Nacht zu verbringen. Annette schnappte sich den E-Book-Reader, legte sich auf einen Felsen und genoss die wärmende Sonne.

 

 

Am Abend kriegten wir Besuch. Ein Fuchs inspizierte unseren Bus. „Was soll denn dieses Ding in meinem Revier?“, schien er sich zu fragen.

 

 

Doch bald schon zog er weiter seine Kreise. Er liess sich von uns nicht stören und markierte in aller Ruhe sein Revier, behielt uns aber immer im Auge; sicher ist sicher.

 

Rotfuchs

 

Der Abend war grandios, fast schon kitschig schön. Wir genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang am Meer.

 

 

 

 

 

… ähm?! … sollte die Sonne nicht rund sein?

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung nach Sunlandsfjorden:

 

 

Grossartige Rundsicht

24. August 2014

Am Morgen verliessen wir den friedlichen und schönen Platz bei Brenna und fuhren auf die Insel Gimsøya.
Von Hov aus wanderten wir auf den 368 Meter hohen Hoven. Die Rundsicht war gewaltig. Der Berg steht einsam inmitten der grössten Moorlandschaft der Lofoten.

 

Hoven (Lofoten, Norwegen)

 

Blick auf Saupstad …

… auf Hovsund mit Hafen …

 

 

 

 

 

 

… und auf die geschützte Moorlandschaft

 

Nach dem Abstieg umrundeten wir die Insel weiter und warfen einen Blick zurück auf den beeindruckenden Berg, den wir bestiegen hatten.

 

 

Zum Schlafen fuhren wir nach Jenndalen. So nennt sich eine Bauernhofsiedlung, die in einem Talkessel liegt. Wir glaubten uns auf eine Alp in der Schweiz versetzt. Auf drei Seiten steile Berghänge, wo viele Schafe friedlich weideten. Die Stille wurde nur vom gelegentlichen Blöken und dem Bimmeln der Schellen unterbrochen.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur heutigen Wanderung auf den Hoven: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Zurück in die Zivilisation

25. August 2014

Am Morgen sammelte Annette noch einige Pilze, die hier in grosser Menge wuchsen. Unser Pilzbuch hatte sie als Birkenröhrlinge und als essbar deklariert. Dank diesem Buch lernen wir immer wieder neue essbare Pilze kennen.

 

 

Dann fuhren wir weiter durch die Moorlandschaft mit ihren Tümpeln und Seen, zurück nach Kabelvåg und Svolvær, wo wir uns mit Frischwasser eindeckten, einkauften und aufs Internet gingen.
Zum Abendessen backte Annette eine Birkenröhrling-Tortilla, eine kulinarische Verschmelzung von Nord- und Südeuropa.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Nebel zieht auf

26. August 2014

Heute fuhren wir weiter in Richtung der Südspitze der Lofoten.
Auf dem Rastplatz vor der Gimsøystraumbrua (Brücke) trafen wir einen älteren Finnen. Er erzählt uns auf deutsch, dass er einen Sohn habe, der in der Schweiz, in Baden wohne. Er wusste, dass die Schweiz vier Landessprachen hat und dass Uri, Schwyz und Unterwalden die Schweiz begründet haben. Das habe er in der Schule gelernt, erzählte er uns stolz.

 

Gimsøystraumbrua

 

Vom Meer her zogen Nebelschwaden über das Land. Deshalb fuhren wir nach Torvdalen auf den Rast- und Aussichtsplatz, der etwas abseits der Strasse liegt. Wir wollten den weiteren Verlauf unserer Reise überlegen, falls das Wetter umschlagen sollte.

Wir fanden diesen schön gestalteten Platz und machten erst mal Mittagspause.

 

 

 

 

 

 

Selbstgepflückte Heidelbeeren an Vanillesauce

 

 

 

 

 

 

 

Die Schönheit des Nebels zeigen folgende Bilder vom Rastplatz aus.

 

 

 

 

Dann entdeckten wir am Berghang einen Pfad, der zum nahen Gipfel zu führen schien.
Wir nutzten die Gelegenheit für eine kurze Wanderung.

 

 

Für einmal schauten wir nicht auf den Ozean oder einen Fjord hinunter, sondern auf das Nebelmeer.

 

 

Als der Nebel zu steigen begann, kehrten wir zum Rastplatz zurück und verbrachten die Nacht dort, für einmal in Nebel gehüllt.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung auf einen Gipfel über Torvdalen: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Von Wikingern und Pilzen

27. August 2014

Am Morgen war der Himmel bedeckt. Deshalb fuhren wir nach Borg ins Wikingermuseum „LOFOTR“. Wir erfuhren einiges über das Leben der Wikinger und ihre Kultur.
Wir mussten unser Bild der plündernden, mordenden und brandschatzenden Eroberer revidieren. Sie lebten vorwiegend vom Handel, den sie bis weit in den Süden, zum Beispiel dem heutigen Syrien, betrieben und waren somit auf gute Beziehungen angewiesen.
Hier in Borg stand einst ein Hof. Ausgrabungen förderten die Überreste eines Häuplingshauses zutage.

 

Bug eines rekonstruierten Wikingerschiffes

 

In diesem grossen nachgebauten Wikingerhaus befinden sich: Wohn-, Versammlungsraum und Stall des Fürsten unter einem Dach. Hier drinnen darf man alles anfassen und ausprobieren.

 

 

 

 

 

 

Schlafraum und Küche

 

 

 

 

 

 

 

Wer sich für die Wikinger interessiert, hier die Seite des Museums: www.lofotr.no

Auf dem Gelände fanden wir in einem kleinen Wäldchen eine Unmenge von Pilzen der verschiedensten Arten, Farben und Formen. Wir hatten das Stativ im Fahrzeug gelassen. Bei den schwierigen Lichtverhältnissen und den daraus entstehenden langen Belichtungszeiten wurden einige Bilder leider unscharf. Wir möchten aber trotzdem eine Auswahl der Vielfalt zeigen und stellen deshalb einige leicht verschwommene Bilder in den Blog. Man möge uns verzeihen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir fertig gestaunt hatten, fuhren wir weiter nach Eggum. Dort sollte man bereits für das letzte Wegstück zum kostenpflichtigen Wohnmobilstellplatz eine Gebühr entrichten, was wir als Abzockerei empfanden. Deshalb fuhren wir um die Insel herum auf die andere Seite. Nach Liland fanden wir einen schönen Platz am See (Ostadvatnet), wo wir übernachteten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Küstenwanderung à la Lofoten

28. August 2014

Die Wolken hatten sich verzogen und wir wurden von der Sonne geweckt. Wir fuhren weiter nach Unnstad, dem anderen Ende der Strasse. Von hier aus starteten wir zu der „leichten“ Küstenwanderung nach Eggum und zurück.

 

 

In Unnstad gibt es eine Bucht mit Sandstrand, die sich zum Surfen eignet. Auch eine ansässige Surfschule fehlt nicht.

 

Zwei Welten treffen aufeinander.

 

Kurz vor Eggum fanden wir in einem kleinen Naturreservat dieses schöne Wollgras.

 

 

 

 

Über ganz Nord-Norwegen verstreut gibt es die sogenannten Skulpturlandschaften. Das sind Orte, an denen Kunstwerke in die Natur gestellt wurden.

 

 

Ach ja, was wir beinahe vergessen hätten:
Also, die auf der Karte leicht aussehende Küstenwanderung von ca. 16 km. entpuppte sich zum grossen Teil als Kraxelei, die steile Küste auf und ab. Der Weg war nicht immer klar ersichtlich und Annette lief einmel auf einer Spur, die auf einem überhängenden Felsen endete. Zudem war der Weg zum Teil matschig und voller Schafmist, was ihn rutschig machte, zum Teil von Geröllbrocken übersät – kurz: Küstenwanderung à la Lofoten!
Um so stolzer waren wir danach dieses Abenteuer gemeistert zu haben.

 

In dieser Flanke verläuft irgendwo der Weg.

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung Unnstad – Eggum: Da auf „google maps“ ein Teil des Wanderweges fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Grösstes Gemälde der Welt!

29. August 2014

Wir fuhren nach Ballstad, das ein schönes Städtchen sein soll, mit dem grössten „Wandgemälde im Freien“ der Welt.

Das Dorf, hufeisenförmig um einen Hafen herum gebaut, fanden wir schön, typisch Lofoten eben, ausser …

 

 

Vom Gemälde waren wir enttäuscht. Es handelt sich um eine grosse Werft, die auf drei Seiten bemalt ist. Das riesige Gebäude liegt zwischen den schmucken Holzhäusern und stört das Dorfbild.

Hauptsache Weltrekord! …

Selbst von der gegenüberliegenden Seite unübersehbar.

 

 

 

 

 

 

 

Wir wollten auf der anderen Seite der Landzunge, am Nappstraumen übernachten. Doch die Strasse wurde immer schlechter und es gab bald mehr Schlaglöcher als ebene Flächen. Deshalb kehrten wir noch vor Vitting um und fuhren in die andere Richtung.

 

Auf dem Weg nach Haukland

 

In Haukland fanden wir einen grossen Parkplatz am schönen Sandstrand.
Hier herrschte reger Betrieb. Ein Kindergeburtstag wurde gefeiert. Die Kids spielten, entdeckten (eine grosse tote Möwe wurde angeschleift) und trieben Unfug (die Toilettenschüssel wurde mit Sand gefüllt).
Um 19:30 Uhr wurden die Kinder wieder abgeholt und es kehrte Ruhe ein.

Der Abendspaziergang führte uns an den ruhigen Bergsee Solstadvatnet. Wir vermuten, dass unsere Badezeit, unterstützt durch das eiskalte Wasser, weltrekordverdächtig kurz war.

Wer entdeckt unser Wohnmobil auf diesem Bild?

 

Abendstimmung in Haukland

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zum Abendspaziergang an den Solstadvatnet:

 

 

Übersättigt?

30. August 2014

Wir fuhren nach Utakleiv.
Schön, aber irgendwie schon gesehen (Ende der Strasse, Dörfchen in der Ebene am Meer, dahinter schroffe Berge).

Dann fuhren wir zurück, durch den Nappstraumen-Tunnel nach Myrland.
Auch hier: Schön, aber irgendwie schon gesehen (Ende der Strasse, Dörfchen in der Ebene am Meer, dahinter Berge).
Wir waren übersättigt. Zu viele schöne Orte, zu viele schöne Bilder …

 

Spiel von Wolken und Schatten am Berg

 

Dann zurück und um die Insel auf die andere Seite, nach Vikten. Hier gib es eine Glashütte, die sich rühmt, die einzige Glasbläserei nördlich des Polarkreises zu sein. Der Bau ist einzigartig. Eine Kombination von Stein (ganze, vom Meer geschliffene Felsen), Holz und Glas – sehr hübsch.

 

Hauptgebäude mit Atelier, Ausstellungsraum und Kaffee

 

 

Die Produkte sind eher grob, aber eigenwillig und schön.

 

Draussen sind vom Meer geschliffene Steine, Schwemmholz und Kugeln aus der Fischerei aufgestellt. Bau und Ausstellungsobjekte ergeben ein schönes rundes Bild, das super in diese Gegend passt.

 

 

 

 

 

Wir waren begeistert und auch etwas beruhigt. Es gibt sie doch noch, die Orte, die uns packen.

 

Danach fuhren wir wieder auf die Ostseite der Lofoteninseln nach Nusfjord.

 

Fels, Moos und Wasser … was braucht es mehr?

 

Nusfjord …
wieder Ende der Strasse …
aber …
es begeisterte uns!

Nusfjord ist ein ausserordentlich schön angelegtes Fischer- und Touristendorf. Die alten, renovierten Gebäude und die Neubauten harmonieren miteinander.
Die Häuser stehen zwischen und auf den Felsen und sind um den Hafen herum angeordnet. Der Fjord ist eng und schön.
Das Dorf versteht sich als Museum mit neuen „Fischerhütten“, die zum Verkauf stehen. Mit 2,3 Millionen Kronen ist man dabei.
An verschiedenen Orten im Dorf stehen alte Häuser, die man besichtigen kann. Hier sieht man wie die Lofoter am Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt und gearbeitet haben.

 

 

 

Am Hafen

 

 

 

 

 

 

 

Im Hafen

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir uns sattgesehen hatten, fuhren wir zurück auf die Hauptstrasse und weiter gegen Süden.
In Flakstad blieben wir über Nacht und wurden einmal mehr mit einem fantastischen Sonnenuntergang beschenkt.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Oh!

31. August 2014

Auf der Fahrt nach Auster Nesland sahen wir einen Seeadler, den wir in die Kamera holen wollten. Der Vogel hatte jedoch eine andere Vorstellung von Sicherheitsabstand und flog immer wieder ein Stück weiter, sobald Beat sich näherte.
So bleibt der Adler auf diesem Foto halt klein, aber, wie wir finden, trotzdem fein.

 

 

Nach einem weiteren Abstecher nach Indresand planten wir von Selfjorden aus auf die andere Inselseite zu wandern. Doch alle Parkplätze an der engen Strasse waren besetzt. Alle Lofoter und alle Touristen schienen an diesem Sonntag dieselbe Absicht gehabt zu haben wie wir.

Nun näherten wir uns der Südspitze der Lofoten.
Eine weitere „Sculpturlandscap“ (Skulpturlandschaft) wurde angekündigt. Deshalb fuhren wir auf den Rastplatz und blieben etwas ratlos stehen.
Wo war denn nun diese Skulptur?
Liefen die schwarzen Betonbänke und ihre dazugehörigen grauen Betontische, die immer leicht verschoben zueinander standen, unter dem Sammelbegriff „Kunst“?
Wir einigten uns dann darauf, dass das originelle Toilettenhäuschen das gesuchte Objekt sein musste.

 

 

 

 

 

Das Kunstobjekt aus rostendem Stahl, Beton und Plexiglas strahlte einen eigenen Reiz aus und faszinierte uns irgendwie.

Anmerkung am Rande: Wenn man diese Toilette besucht und die Metalltüre in der Metallwand ins Schloss fallen lässt, riskiert man einen Gehörschaden. Zudem wissen dann alle im Umkreis von geschätzten sieben Kilometern, dass da jemand „das stille Örtchen“ besucht.

Nach dieser Weiterbildung in Sachen Kultur fuhren wir weiter bis das Ortsschild von… Oh! … kam.
Å rühmt sich, das Dorf mit dem kürzesten Namen der Welt zu sein.

 

Auf norwegisch spricht man „Å“ als „oh“ aus.

 

Å ist ein pittoreskes Städtchen. Leider war das „Tørrfisk-Museum“ (Stockfischmuseum) bereits geschlossen – Saisonende! Es öffnet erst wieder nächstes Jahr im Mai.

 

 

 

Abendstimmung in Å (Lofoten, Norwegen)

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Whow!!!

1. September 2014

Der Wetterbericht hatte für heute Nachmittag einen Wetterumschlag vorhergesagt. Wir standen deshalb früh auf, denn wir wollten unbedingt noch den Reinebringen besteigen. Der Reiseführer kündigte dies als die schönste Wanderung von ganz Skandinavien an.

Der Weg führt vom Dorf Reine aus auf den 448 Meter hohen Berg.

 

Reine vom Parkplatz aus gesehen

 

Vor dem Aufstieg kündigte uns eine Tafel in drei Sprachen an, dass der Weg rutschig sein könne und Steinschlag drohe. „Begehung auf eigene Gefahr!“

Wir wagten es dennoch und der Wanderweg war wirklich „lofotenmässig“.
Dazu später mehr … erst zügig hinauf gewandert geklettert, denn schlechtes Wetter drohte!

Oben schauten wir über den Grat in die Tiefe und … …. ….. …… …….

Sprachlos bestaunten wir den grandiosen Ausblick.
Tief unter uns der Kirkefjord und Reine, der Ausgangspunkt unserer Wanderung. Dahinter reihten sich Berggipfel an Berggipfel.

 

Reine (rechts) vom Reinebringen aus gesehen

 

 

Aussicht vom Reinebringen (Lofoten, Norwegen)

 

 

 

Ach ja, beinahe hätten wir es vergessen, zum Wanderweg wollten wir noch etwas schreiben. Er war … ja … ein für die Lofoten typischer Bergwanderweg. Die Wege werden nicht unterhalten. Sie führen gerne in direkter Falllinie den Berg hinauf, sind häufig mit kleinen Kletterpartien durchsetzt, bei denen man auch die Hände zu Hilfe nehmen muss und bei Nässe sehr rutschig.

Wie schrieb Frank aus Düsseldorf so treffend ins Gipfelbuch: „Hurra, Ziel erreicht, … aber wie komme ich da wieder runter?!?“

 

Der Weg, hier für einmal nicht in der Falllinie

 

 

 

 

 

 

Kurz nachdem wir wieder heil im Tal angelangt waren, begann es zu regnen. Wir waren froh, dass wir nicht mehr unterwegs waren, denn diesen steilen Abstieg hätten wir nicht bei rutschigem Boden hinter uns bringen wollen.

Wir sind uns einig: Diese Wanderung mit ihrer atemberaubenden Aussicht war der absolute Höhepunkt unserer Lofotenreise und ein würdiger Abschluss.

Die Nacht verbrachten wir am Hafen von Moskenes, wo wir am nächsten Morgen die Lofoten verlassen und die Fähre nach Bodø nehmen wollten.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung auf den Reinebringen: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Bodø

2. September 2014

In Bodø verbrachten wir den regnerischen Tag mit Kleiderwaschen. In der Jugendherberge durften wir für wenig Geld die Waschmaschine und den Tumbler benutzen.
Auf einem kurzen Spaziergang entdeckten wir dieses Wandgemälde und verstehen nun, wie sich die Berge aus dem Meer erhoben haben, aber auch, dass sie jederzeit wieder darin verschwinden können.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Saltstraumen

3. September 2014

Von Bodø fuhren wir zum Saltstraumen, dem grösste Mahlstrom (Gezeitenstrom mit starker Wirbelbildung) der Welt.

 

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Saltstraumen

 

Fast 400 Mio m³ Wasser zwängen sich im Laufe von 6 Stunden durch die 3 km lange und 150 m breite Meerenge, so gross ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Der Strom erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Knoten (ca. 10.3 m/s). Die Strudel in diesem natürlichen „Whirlpool“ haben einen Durchmesser von bis zu 10 Metern und reichen 4-5 Meter in die Tiefe.

 

Annette am Saltstraumen

 

Die grösste Wassermenge floss an diesem Tag um 18:12 Uhr durch die Enge und erreichte damit auch die grösste Strömungsgeschwindigkeit.
Wir waren bereits um 16:00 Uhr dort. Der „Strom“ floss gemächlich dahin. Wir mussten uns immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass dies kein Fluss war, sondern das Meer.
Wir konnten beobachten, wie das Wasser von Minute zu Minute wilder wurde. Es bildeten sich Wirbel und Gegenströmungen. Das Naturspektakel wirkte bedrohlich und faszinierend zugleich.

Beat stellte sich die Aufgabe, die Wildheit des Wassers in Bildern festzuhalten, was nicht gelang. Dafür entstanden „Wasserbilder“ mit eigenem Reiz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich durfte auch „das etwas andere Bild“ nicht fehlen. Der eigenwillige Blickwinkel auf die Brücke über den Saltstraumen und den Kirchturm auf der gegenüberliegenden Seite beinhaltet schon fast eine philosophische Dimension.

 

 

Nachdem wir uns sattgesehen hatten, fuhren weiter auf den Pass Hogndalen, wo wir bei kühlem und regnerischem Wetter übernachteten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Richtung Mo i Rana

4. September 2014

Auf der Fahrt Richtung Mo i Rana (ein Städtenamen, den wir eher in der Südsee vermutet hätten als in Norwegen) sah Annette einige Pilze am Bord der Strasse. Wir hielten an und fanden Birkenröhrlinge und Heiderotkappen und daneben massenweise Heidelbeeren, die wir nicht einfach so hängen lassen konnten.
Annette entdeckte beim Beeren sammeln ausserordentlich schöne und grosse Eierschwämme, 500 gr. an einem einzigen Ort! Wir entschieden uns heute für die Pfifferlings-Ernte und gegen die ebenfalls schmackhaften Birkenröhrlinge und Heiderotkappen.

 

Kleinod am Rande der Strasse (Norwegen)

 

Dann fuhren wir bei weiter auf der E6 am Nationalpark Saltfjellet-Svartisen entlang.

Eine eindrückliche Landschaft tat sich uns auf: Herbstfarbene Heide, in höherer Lage ohne Bäume. Ein kleiner Fluss und die rundgeschliffenen Berge am wolkenverhangenen Horizont gaben ein stimmiges Bild ab.
Wir waren uns einig: Hierher wollen wir nochmals zurückkehren. Bei schönem Wetter muss alles noch fantastischer sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bilder zeigen: der Herbst streckt seine Fühler aus.

 

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Zum Schlafen fuhren wir weg von der Hauptstrasse nach Setergrotta, dem Eingang einer Höhle, mit grossem Parkplatz mitten im Wald.
Da die Touristensaison in Norwegen Ende August abrupt zu enden scheint, konnten wir hier ungestört schlafen. Nur das Tropfen des Regens begleitete uns durch die Nacht.

Zum Znacht assen wir Eierschwämme an einer Safransauce mit Nudeln und Eisberg-Rüeblisalat und zum Dessert Heidelbeeren an Vanillesauce.
Mmm…, kaum zu übertreffen!!!

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom Abendessen, das auf der Wiese wartete.

5. September 2014

Der Dauerregen begleitete uns auf der Weiterfahrt.
Regen und tiefliegenden Wolken nennt man zwar „schlechtes“ Wetter, doch sorgt auch diese Wetterlage für einmalige Stimmungsbilder.

 

 

In Mo i Rama kauften wir Lungenmus, eine norwegische Spezialität. Der Name hatte Beat bis jetzt abgeschreckt. Heute wollte er sich überwinden und die gehackte Kalbslunge probieren.

Doch es kam anders.

An der Strecke fanden wir am See Lille Svenningsvatn einen Rastplatz, etwas unterhalb der Strasse. Da hier das Campieren verboten ist, beschlossen wir nicht zu campieren, sondern nur zu übernachten.

Und was erwartete uns auf der Wiese zwischen den Birken?

 

 

Viele schöne junge Schopftintlinge!

Wir änderten deshalb den Menueplan von Lungenmus auf Pilze, frei nach dem Motto: wenn das Essen einfach so herumsteht und auf Gäste wartet, soll man es nicht verschmähen.
Wir sammelten nur einen Teil der feinen Tintlinge und hatten am Schluss trotzdem knapp 1 kg beisammen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Rhapsodie in blue

6. September 2014

Am Morgen war der Himmel noch bedeckt, doch dann klarte es rasch auf und die Sonne begleitete uns auf der Fahrt Richtung Süden.

Am Majavatnet machten wir Rast und freuten uns an den Blautönen von Himmel und Wasser, die selbst die Berge mit einbezogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 144 km Fahrt blieben wir über Nacht auf dem Rastplatz Tunnsjøel Bru , etwas abgesetzt von der E6.
Übrigens:
Heute kochte Annette zum Znacht Lungenmus, Salzkartoffeln und Salat. Das Lungenmus schmeckte trotz der Vorbehalte von Beat, der sich eine schleimige Masse vorgestellt hatte, sehr gut.

Für Skeptiker, die sich, wie Beat bekehren lassen wollen, hier der Hinweis: Das Mus heisst zwar Mus, ist aber gekochte und gehackte Kalbslunge, die die Konsistenz von Hackfleisch aufweist.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Baden im Mondenschein

7. September 2014

Am Morgen kochte Annette Preiselbeerkonfitüre aus den Beeren, die wir gestern gesammelt hatten und Beat ging Heidelbeeren pflücken, da sich unser Beerenvorrat dem Ende zu neigte.

Gegen Abend fuhren wir auf der Suche nach einem Schlafplatz von der Hauptstrasse weg auf eine unbefestigte Nebenstrasse.
Plötzlich standen da, direkt am Strassenrand, Pfifferlinge. Wir hielten an und begannen zu sammeln. Dabei entdeckten wir immer mehr Plätze.
Ein Prachtsxemplar wog rekordverdächtige 67 Gramm. Insgesamt sammelten wir 1¼ kg Pfifferlinge.
Ein Stück weiter fanden wir direkt am Lesdal-See einen kleinen Parkplatz, der zu einem Unterstand mit Grillstelle gehörte.

Zum Znacht schlugen wir unsere Bäuche so mit Eierschwämmen (und wenig Beilagen) voll, dass wir keine Nachspeise mehr hinunterbrachten. So blieben die frisch gepflückten Heidelbeeren und der Heidelbeercake, wo sie waren.

Nachdem es „dunkel“ geworden war, gingen wir im Leksdalsvatnet baden. Der Vollmond schien und sorgte für eine romantische Stimmung.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Herbststimmung

8. / 9. September 2014

Am 8. und 9. September fuhren wir weiter gegen Südwesten. Wir wollen Ende September wieder in Norddeutschland sein und Norwegen ist ja so riesig und unendlich lang, dass wir zwischendurch einigen Kilometer fahren mussten und viele schöne Orte links liegen liessen.

Das Wetter wurde am Montag zunehmend schlechter. Diesmal fanden wir in Orkland bei der Kirche Moe einen ruhigen Platz.
Am Dienstag regnete es den ganzen Tag.

Wir fuhren bis Oppdal. Nach dem Dorf liegt etwas versteckt ein Rastplatz mit WC, direkt am Flüsschen Svåne.

 

Trüber Herbst (Zufahrt zum Rastplatz Oppdal)

 

Link zu den Strecken vom 8./9. September 2014:

 

 

Von Schmetterlingen und Moschusochsen

10. September 2014

Direkt bei unserem Übernachtungsplatz, dem Rastplatz Oppdal, beginnt der nördliche Teil des Vårstigen. Wir folgten diesem alten Säumerpfad, der hoch über dem Tal durch den Wald führt.
Nebst scheuen Schafen entdeckten wir einen Schmetterling, der sich in aller Ruhe fotografieren liess.

 

Kleiner Fuchs (Schmetterlingsart)

 

Link zur Wanderung auf dem nördlichen Teil des Vårstigen: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

Nach diesem rund eineinhalb stündigen Spaziergang fuhren wir weiter der E6 entlang.
Eine Tafel an der Strasse wies auf einen Aussichtspunkt hin. Wir folgten der Beschilderung hinauf ins Fjell.
Vom Parkplatz aus führt ein breiten Weg etwa 1½ km hoch zum Aussichtspunkt. Dort steht ein origineller Kubus aus Cortenstahl, Holzbalken und Glas. Im Gebäude kann man sich auf die geschwungenen Holzstufen setzen und windgeschützt durch die Scheibenfront das Fjell betrachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sicht bis hin zu den Gletscherbergen war grandios. Die karge Vegetation war auf Herbst getrimmt. Alles schien rot, gelb, braun, dazwischen leuchteten hell die graugrünen Flechten.

 

Der Beobachtungsposten von aussen

 

Was beobachtet die versteckte Beobachterin?

 

Hier im Dovrefjell soll es noch wildlebende Moschusochsen und Rentiere geben. Einige Schädel und Beine waren ausgestellt.

 

 

Wir beobachteten und beobachteten, doch wir sahen keine Tiere.
Draussen hatte ein Wildhüter des Dovrefjell-Nationalparks ein riesiges Fernrohr aufgebaut. Er liess uns durch sein Instrument gucken und wir zählten, weit entfernt und dementsprechend klein, ca. 15 Moschusochsen. Durch unser Fernglas sahen wir diese als dunkle, sich bewegende Punkte, die wir selber nie beachtet hätten.

Einige Infos:
Moschusochsen, sind Paarhufer und gehören zur Unterfamilie der Ziegenartigen (Caprinae). Wildlebende „Ovibos moschatus“ gibt es in Europa nur noch einige in Norwegen und ganz wenige in Schweden.
Die männlichen Tiere wiegen 300–400 kg, sind 2,50 m lang und erreichen eine Schulterhöhe von ca. 1,50 m. Die Kühe wiegen 200–300 kg, werden 2,30 m lang und bis zu 1,30 m hoch.

Wer es noch genauer wissen will:
Link zu: de.wikipedia.org/wiki/Moschusochse

Moschusochsen sind keine Fluchttiere. Sie greifen an, wenn sie sich gestört fühlen. Ein Schild warnte davor, sich ihnen auf weniger als 200 Meter zu nähern.
Da sie bis zu 60 km/h rennen können, verliert der Mensch ein Wettrennen garantiert. Es wurden schon Touristen zu Tode getrampelt, die ihnen zu nahe kamen.

Wir haben also nicht in Lebensgefahr geschwebt, waren wir doch ca. 4 Kilometer von der Herde entfernt. Trotzdem wollen wir ein Bild von diesen urigen Tieren präsentieren.

Bei der Infotafel am Parkplatz steht ein Bulle in Originalgrösse, den wir ablichteten. Leider ist er nur aus Stahl geschnitten, aber ein Moschusochse ist ein Moschusochse … oder etwa nicht?

 

Für Leute, die beim Betrachten dieses Bildes den Sicherheitsabstand von 200 Metern nicht einhalten, können wir leider nicht garantieren.

 

Die ferne Beobachtung dieser urwüchsigen Überlebenden der letzten Eiszeit, die wir nur von Bildern oder aus Tierparks kannten, hat uns tief beeindruckt.
Wir beschlossen diese Nacht hier zu verbringen und morgen früh nochmals den Berg hochzusteigen.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung zum Aussichtspunkt im Dovrefjell: Da auf „google maps“ der Wanderweg zum Teil fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Nochmals Moschusochsen

11. September 2014

Bereits um 6:00 Uhr standen wir auf. Ein grandioser Sonnenaufgang begrüsste uns, als wir unser Wohnmobil verliessen.

 

 

Heute wollten wir unser Glück nochmals versuchen. Wir wanderten wieder hoch zur Snøhetta, dem Aussichtspunkt. Die Moschusochsen weideten wieder an derselben Stelle wie gestern. Wir beschlossen, trotz eisigem Wind, die ca. zwei Kilometer bis zum nächste Hügel unter die Füsse zu nehmen, um so die Tiere besser beobachten zu können.
Da es hier keine Wege gibt, liefen wir quer über das Fjell und durch Moore. Die nassen Füsse störten uns nicht, wir hatten nur eines im Kopf: Moschusochsen!

 

Fantastische Morgenstimmung im Dovrefjell

 

Und wir wurden belohnt!
Wir konnten in aller Ruhe eine Gruppe Moschusochsen auf der anderen Talseite beobachten. Wir waren sogar nahe genug für ein Foto. Klar, sie sind darauf nicht sehr gross, aber wir waren mächtig stolz auf dieses Bild.

 

 

Durchfroren, aber glücklich traten wir den Rückweg an.
Wir wanderten durch diese einzigartige, karge Fjelllandschaft mit den Gletscherbergen im Hintergrund, die bis zu den Wolken reichen.

 

 

Der Nationalpark Dovrefjell ist Lebensgrundlage für Moschusochsen, wilde Rentiere und den sehr seltenen Polarfuchs.

 

 

Auf dem Rückweg querten wir eine Stelle mit sehr grossen, ausserordentlich aromatischen Heidelbeeren. Sofort wurden die Gefässe, die wir immer im Rucksack mit uns herumtragen, ausgepackt und ein eifriges Beerensammeln begann.
Plötzlich flüsterte Annette etwas und deutete aufgeregt gegen das Tal. Beat, ganz ins Beerensammeln vertieft, verstand nicht, worum es ging. „Was isch?“, rief er Annette zu, die etwas oberhalb von ihm stand und unverständlicherweise keine der Heidelbeeren der 1A-Qualität mehr sammelte.
„…sch..nö.. mschochs…dune…“

Beat verstand immer noch nichts, doch er wandte sich in die von Annette gezeigte Richtung und traute seinen Augen nicht.
Etwas unterhalb von uns, etwa 200 Meter entfernt, weidete eine Gruppe Moschusochsen.
Da der Wind von den Tieren her wehte, hatten sie uns nicht bemerkt. Wir näherten uns vorsichtig und legten uns hinter einen kleinen, mit Zwergbüschen bewachsenen Wall. Nun waren wir noch etwa 120 Meter entfernt und konnten sie in aller Ruhe beobachten.
Die Gruppe umfasste sechs Tiere, davon zwei Kälber.
Ein ausgewachsenes Tier stand etwas erhöht und beobachtete zwischen dem Fressen immer wieder die Umgebung. Das war offensichtlich der Chef auf dem Platz. Die anderen frassen in aller Ruhe vom spärlichen Gras und den Blättern der Zwergbüsche.
Das kleinste Kalb suchte im langen, zottigen Fell seiner Mutter nach einer Zitze und trank ruhig.

Wir waren überwältigt!
Diese urwüchsigen Tiere in unserer Nähe, die in der kargen Landschaft weideten … das kann man nicht beschreiben, … das kann man nur erleben … das geht unter die Haut!

 

 

 

Der Leitbulle, der seine Familie bewachte, blickt als wollte er sagen: „Wagt euch ja nicht näher heran!“

 

Nach einiger Zeit wurde die Gruppe unruhig. Wir vermuteten, dass sie sich einen neuen Weideplatz suchen wollten. Aus ihren Bewegungen war jedoch nicht ersichtlich, wo der sein sollte. Wir verliessen deshalb unseren Beobachtungsplatz und wanderten über Stock und Stein zurück zu unserem Wohnmobil.

Dort erst wurde uns bewusst, dass wir auf dem Hinweg an dieser Gruppe vorbeigelaufen sein mussten. Wahrscheinlich ruhten die Tiere dann noch und wir hatten sie nicht bemerkt, denn …
… wir hatten ein Ziel vor Augen. Wir wollten auf den nächsten Hügel und Moschusochsen beobachten.
Uns wurde wieder einmal bewusst: wer ein Ziel verfolgt, hat keine Augen für den Weg, den er geht; und er geht achtlos an vielen schönen Dingen vorbei.

Noch heute, viele Tage später, können wir unser Glück kaum fassen. Für uns beide war diese Begegnung, dieser Moment, etwas vom Eindrücklichsten, das wir je erlebt haben.

Dovrefjell … wir kommen wieder!

Link zur Expedition Moschusochsen: Da wir ab dem Aussichtspunkt Snøhetta querfeldein gelaufen sind, haben wir nur eine ungefähre Strecke in die Karte zeichnen können.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kirchenbesuch kostet!

12. September 2014

Von Vågåmo fuhren wir nach Lom, das von Bergen umgeben ist. Ein Touristenort mit vielen Holzbauten, der uns stark ans Berner Oberland erinnerte.
Von weitem schon stach uns die alte Stabkirche ins Auge.

 

 

Doch der Eintrittspreis schreckte uns ab. Ganz nach dem Motto: Touristen haben Geld, verlangte man pro Person umgerechnet gut CHF. 7.– Eintritt. Wir begnügten uns mit dem Bewundern von aussen.

 

Eingangsbereich der Stabkirche von Lom

 

Weiter ging´s auf der Strasse Nr. 55. Kurz vor dem Pass fuhren wir ein Stück ins sehr schöne Leiratal, Richtung Leirvassbu. Bei der Mautstation kehrten wir jedoch um. Dieses Tal wollen wir später einmal besuchen, wenn wir uns mehr Zeit für die Wanderungen bis hinauf zum Gletscher nehmen können.

Auf dem Rückweg hielten wir an, um eine originell konstruierte Holzbrücke zu bestaunen.

 

 

Sofort kamen von überall her Schafe angerannt. Auf unserer Reise haben wir bis jetzt nur Schafe angetroffen, die uns nicht an sich heran liessen. Diese Schafe dagegen sind offenbar an Menschen gewöhnt. Sie liessen sich sogar kraulen und streicheln.

 

 

Weiter ging´s nach Vassenden am Høyvatnet. Ein Spaziergang dem See entlang brachte uns rund ein Kilogramm aromatische wilde Himbeeren ein, genug für ein feines Dessert und ein grosses Glas Konfitüre.

Etwa 200 Meter von unserem Wohnmobil entfernt hatten drei Fischer ihr Zelt aufgestellt. Ein älterer Mann, sicher über siebzig Jahre alt, stand stundenlang, bis spät in die Nacht, im kalten Wasser und fischte mit einer Fliegenrute. Wir bewunderten seine Ausdauer und seine Beharrlichkeit, konnten wir doch nie beobachten, dass er einen Fisch aus dem Wasser zog.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über den höchsten Pass Nordeuropas

13. September 2014

Heute gab es für unseren Peugeot Boxer einen Höhenrekord. Wir fuhren auf der Passtrasse „Sognefjellsveien“ über den höchsten Pass Nordeuropas.
Der höchste Punkt liegt beim Fantesteinen (deutsch: „Landstreicherstein“) auf 1434 m.ü.M. Der Stein erinnert an die Zeit, als der Pass noch ein Saumpfad war und als Handelsweg von der Küste ins Landesinnere genutzt wurde. Damals machten Wegelagerer die Gegend unsicher und raubten Warentransporte aus.

 

Passfoto … also, … damit uns niemand falsch versteht, … ein Foto vom und nicht für den Pass

 

 

 

Die herrliche Bergwelt mit ihren Gletschern und das schöne Wetter lockten uns auf eine kleine Wanderung.

Dabei entdeckten wir sonderbare Dinge.

Annette fand einen Schädel, der zu gross war für einen Mäuseschädel. Die Farbe der restlichen vorhandenen Haare zeigte ihr, dass er von einem Lemming stammen musste.
Wir wussten, dass es in Skandinavien Lemminge gibt, da wir in der Touristenstation in Abisko (Schweden) ausgestopfte Exemplare gesehen hatten.

 

 

Beat interessierte sich mehr für Moose. Er fand einen grünen Flecken voller Glasperlen.
Ein zweiter Blick zeigte, dass diese „Perlen“ Wassertropfen waren, die im Moos zu stecken schienen.

 

 

 

 

Danach kurvten wir die steile und schmale Strasse mit bis zu 10 % Gefälle zum Lustrafjorden hinunter.

 

 

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz fuhren wir nach Gaupne eine sehr enge Strasse bis zu ihrem Ende in Eikjum. Dort war kein Platz für uns. Wir wendeten und stellten unser Wohnmobil auf dem Rückweg auf die einzige Stelle, wo dies möglich war, neben eine Ausweichstelle, direkt am Lustrafjorden.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung auf dem Pass Sognefjellet: Da auf „google maps“ der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Auf den Molden

14. September 2014

Wir wollten den schönen Sonntag nutzen und auf den Molden wandern. Dazu fuhren wir zum Parkplatz Eikjaberg. Dort sahen wir, dass auch andere Leute dieselbe Idee gehabt hatten. Wir fanden auf dem grossen Parkplatz noch genau eine freie Stelle. So wurde uns die Qual der Wahl abgenommen.

 

Unterwegs zum Molden

 

Wir genossen die Wanderung auf den Molden sehr, obwohl die Sicht etwas diesig war.
Oben angekommen, teilten wir den Aussichtsberg mit unzähligen Wanderern und Bikern. Wir fragten uns, ob Wandern demnächst verboten würde.
Auf dem Rückweg konnten wir es einmal mehr nicht lassen und sammelten viele, schön reife Preiselbeeren.
Wir haben hier im Norden gelernt, dass … für alle (solche) Fälle … immer zwei leere Sammeldosen in den Rucksack gehören.

 

Herbstfarben am Berg

 

Wieder unten fuhren wir zum Stausee Veitastrandsvatnet.
Die sehr schmale Strasse zwängt sich zwischen die steil ansteigenden Berge und den See. Wir fanden trotzdem eine Stelle, wo wir kurz baden konnten. Dann suchten wir einen Übernachtungsplatz. Da der Weg bis ans Seeende noch weit war, der Diesel im Tank eher knapp und eine grosse Baustelle für morgen Montag viel Lärm und Schwerverkehr auf dieser engen Strasse versprach, kehrten wir um und fuhren zurück nach Hafslo, wo wir bei der Sportanlage mit 14 Fussballplätzen! übernachteten. Zum Glück waren keine Matches und wir hatten unsere Ruhe.

Annett kochte Rømmegrøt, eine norwegische Spezialität, mit heissen Heidelbeeren.
Das Rømmegrøt ist ein kleisteriges, leicht säuerliches Mus aus Sauerrahm und Mehl. Wir mussten uns zuerst an den Geschmack und die Konsistenz gewöhnen, aber dann schmeckte es so gut, dass wir später mehr davon kauften.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung auf den Molden: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Ein Floss der anderen Art

15. September 2014

In Hafslo entdeckten wir ein spezielles Floss. Die Polstersessel waren wohl für VIPs gedacht. Wir bezweifelten aber, ob diese Konstruktion noch Passagiere aufnehmen kann, liegt doch das Floss schon so sehr tief im Wasser.

 

 

Weiter ging´s über Hermansverk nach Kleppa, gemäss Strassenatlas, einem Aussichtsplatz. Das mag vor einigen Jahren so gewesen sein. Heute fängt ein Wald alle Blicke auf, die in die Weite schweifen.
Der Schlafplatz war dafür ausserordentlich ruhig.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Fjord und Bergsee

16. September 2014

In Hella fuhren wir mit der Fähre über den Sognefjorden nach Vangsnes. Er ist der längste (204 Kilometer) und gleichzeitig tiefste (1308 Meter) Fjord Europas.

 

Warten auf die Fähre in Hella am Sognefjorden (Norwegen)

 

Norwegen scheint vorwiegend aus Fjorden, Bergen und Seen zu bestehen. Logisch, dass die Strasse auf der anderen Seite des Fjordes wieder über einen Pass führt, den Skjelingen.
Wieder sahen wir reife Beeren.
Wieder hielten wir an und sammelten ausserordentlich grosse, sehr aromatischen Heidelbeeren, obwohl wir keine leere Konfitüregläser mehr hatten.
Gegessen haben wir diesen Sommer … da sind wir uns einig … mehr Beeren, als in unserem ganzen Leben davor.

 

 

Das Foto oben haben wir etwas unterhalb vom Pass Skjelingen (986 m.ü.M.) aufgenommen, und nicht etwa auf über 2000 m.ü.M.

Weiter gings über Voss (wo wir ein grosses Einmachglas kauften) nach Evanger.
Da wir unterwegs keinen Schlafplatz fanden, fuhren wir die Nebenstrasse Richtung Mæstad. Dort verbrachten wir die eisig kalte Nacht auf einem kleinen Parkplatz neben einer historischen Brücke. Wir genossen für einmal den Komfort unserer Dieselheizung.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bergen

17. September 2014

Wir fuhren nicht nur durch Berge, nein, wir fuhren sogar nach Bergen.
Wir wollten wieder einmal Menschen sehen … und Menschenwerk bestaunen.
Das gelang uns!
Die Verkehrstafel zeigt, dass in dieser Stadt auch humorvolle Bewohner hausen.

 

 

Wie man auf dem Graffito unten sieht, verfügen die Sprayer hier über anatomische Kenntnisse. Den Schnitt durch den Katzenkopf fanden wir einfach grossartig.

 

 

Wir genossen den Sonnentag in der Stadt und konnten kaum glauben, dass Bergen eine der regenreichsten Städte Europas ist.

Am Abend fanden wir einen ruhigen Parkplatz bei einer Kirche.

Auf dem Abendspaziergang um einen kleinen, bewaldeten Stadt-See musste Beat kurz austreten und verschwand in die Büsche. Plötzlich landete ein Rotkehlchen auf einem Ast, nur etwa 30 cm von seinem Gesicht entfernt. Stress schien dieser niedliche Stadtbewohner nicht zu kennen. Beat konnte erst in aller Ruhe die Kamera aus der Hülle nehmen und dann auch noch zurücktreten, da der Vogel für eine Aufnahme zu nahe war.

 

Rotkehlchen

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zum Abendspaziergang:

 

 

Eingesperrt !!!

18. September 2014

Auf dem heutigen Stadtbummel fanden wir eine Frauenstatue, die in einem Baugerüst eingesperrt schien. Wir sahen dies nicht als schlechtes Omen, sondern fanden es lustig.
Auch Annette lachte da noch …

 

 

Natürlich durfte auch ein Besuch von Bryggen, der Altstadt Bergens, nicht fehlen.

Wir bestaunten eine Gruppe asiatischer Touristen. Die Frauen stellten sich einzeln vor dieselben Sujets in nahezu identischen Posen und wurden dann von ihren Ehemännern fotografiert.

 

Bryggen

 

Selbst die Schachtdeckel zeigen ein Bild der „Gammelstad“. Werbewirksam sind sogar die zwei Bergbahnen auf den Ulriken und Fløyen und ein Segelschiff in Eisen gegossen – sehr hübsch.

 

 

Später setzten wir uns in ein Strassenkaffe in der Fussgängerzone. Wir schauten dem Treiben auf der Gasse zu.
Annette suchte die Toilette im Untergeschoss auf und Beat aalte sich im Sessel an der Sonne und ergötzte sich am Treiben der Passanten, Bettler und Strassenmusikanten.
Nach etwa einer halben Stunde kam es ihm irgendwie komisch vor, dass Annette noch nicht zurückgekehrt war. Er stieg in das Untergeschoss hinab und hörte ein verzweifeltes Klopfen aus der Damentoilette.

Was war geschehen?

Annette war eingesperrt!
Mehr eingesperrt als die Frauenstatue, die wir am Morgen bestaunt hatten und
… Annette lachte diesmal nicht!

Die Türen der Toiletten sind von aussen nur mit einem Zahlencode zu öffnen. Diese intelligente Elektronik spukte und liess Annette nicht mehr hinaus. Die Türe blieb verriegelt, was auch immer sie anstellte. Erst als Beat von aussen den Code eingab, liess sie sich wieder öffnen.
Wir verliessen daraufhin das Lokal und können deshalb nicht sagen, was mit den gesammelten WC-Gängern am Abend geschieht. Werden sie verkauft oder gegen Lösegeld freigelassen oder … oder … oder …
Gedanken haben wir uns schon gemacht, aber die behalten wir für uns.

Als uns dann ein Stück weiter auch noch ein runder Bronzekopf mit Schrauben (ja natürlich, es sind Torxschrauben) in den Ohrläppchen die gerollte Zunge herausstreckte, hatten wir endgültig genug und wir verliessen die Stadt fluchtartig.

 

 

Ja, es stimmt wohl, was man über uns munkelt: Wir sind Landeier.

Link zur heutigen Wegstrecke:

 

 

Sprichwort visualisieren

19. September 2014

Auf dem Weg nach Aga fuhren wir an vielen kleineren und grösseren Wasserfällen vorbei.

 

Beat vor der Dusche

 

In Steinsdal konnten wir gar hinter dem Wasserfall (Steinsdalsfossen) hindurchspazieren ohne nass zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

In Porsmyr nahmen wir zufälligerweise und unangemeldet an einem Outdoor-Workshop zum Thema „Sprichwörter visualisieren“ teil.

 

Eins aufs Dach kriegen

 

Die Fähre von Kvanndal nach Utne beförderte für einmal interkontinentale Gäste. Der buddhistische Mönch findet die für uns hohen Temperaturen wohl eher kalt. Er hat seine traditionelle Kleidung um eine Mütze erweitert.

 

 

In Aga fuhren wir auf den Rastplatz, wo wir über Nacht blieben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Aga, die Nase

20. September 2014

Der Name Aga ist um die 2000 Jahre alt und bezeichnet eine Landnase, die spitz in einen Fjord reicht. (norw.: „Agg“)
Das Dorf war im Mittelalter ein Marktzentrum. Nach 1300 entstand daraus eine Siedlung mit neun Landwirten, die in einer Gemeinschaft lebten. Gemeinschaftsbesitz war üblich und häufig besassen zwei und mehr Bauern zusammen ein Haus und wohnten unter einem Dach. Dies führte zu einem partnerschaftlichen Handeln und einer gemeinschaftlichen Nutzung und Bewirtschaftung, die für uns heute ungewöhnlich sind.
Es gibt zum Beispiel Belege dafür, dass drei Bauern zusammen einen Apfelbaum besassen.

1937 wurde Aga unter Denkmalschutz gestellt und einige Hofbetreiber zogen aus.
Heute ist die Siedlung ein Museum, das jeweils im Sommer geöffnet ist.

 

 

Die Dächer der Häuser sind zum Teil noch im alten Stil gedeckt.
Auf das Unterdach sind sich überlappende Birkenrindenstücke gelegt worden, die von stehenden Bäumen abgeschält wurden. Die Ränder sind mit Steinen oder Holzbalken gesichert, das Dach dann mit Erde gedeckt und mit Gras angesät.

 

 

Im Süden Norwegens wächst entlang der Fjorde viel Obst.
Aus den Obstgärten leuchteten uns die reifen Äpfel der Niederstammbäume entgegen.

 

Achtung! Bitte nicht reinbeissen. Das ist nur ein Bild!

 

Das Wetter verschlechterte sich am Nachmittag zusehends und ging dann in einen Dauerregen über.

Wir wollten wieder einmal Zugriff aufs Internet haben. Deshalb fuhren wir in Røldal auf einen Campingplatz. Wir genossen dort die Infrastruktur. Es gab Strom, WiFi, Toiletten, Duschen mit heissem Wasser, so viel man wollte …
Wir erfreuten uns an all den Dingen, die für uns früher selbstverständlich gewesen sind.
Die feine Lasagne, die Annette aus unserem Omnia-Backofen zauberte, vervollständigte unser Glück.
Der Regen, der aufs Dach trommelte, lullte uns danach in den Schlaf ein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lemminge sind schnell

21. September 2014

Auf dem Weg nach Haukeliseter mussten wir vor dem Tunnel Svandalsflona einfach anhalten.
Wieder standen wir gebückt zwischen Heidelbeerstauden. Die Blätter waren vom Herbst rot gefärbt und die Beeren ausserordentlich aromatisch und süss, eine Wonne für Augen und Gaumen. Wir, die wir ein Übermass an „Sammler und Jäger-Genen“ in uns tragen, ignorierten die Gänsehaut, die uns signalisierte, dass man bei diesem eisig kalten Wind wohl besser im geheizten Fahrzeug geblieben wäre.

 

 

Vor dem nächsten Tunnel bogen wir rechts ab und fuhren auf der alten Strasse durch das Fjell.
Da sich unsere Zeit in Norwegen dem Ende zuneigte, wollten wir nochmals in dieser eindrücklichen Berglandschaft übernachten.

Wir sahen einen schönen Bergsee, zu dem eine schmale Strasse über eine kleine Brücke führte. Als wir aber die kleine Holzbrücke genauer betrachteten, beschlossen wir umzukehren. Das morsche Holz war auf beiden Seiten abgebrochen. Da konnten auch die beiden neueren Bretter, die auf die Konstruktion gelegt waren, bei uns kein Vertrauen schaffen.

Dafür sahen wir IHN!

Den ersten lebenden Lemming. Beat zückte die Kamera, doch der Nager schien es eilig zu haben und verschwand im nahen Bau. Was bleibt, ist ein Foto vom Eingang der Lemmingwohnung.

 

 

Nach der verpassten Fotosession fuhren wir weiter und fanden auf dem Rastplatz bei Haukeliseter doch noch einen schönen Platz an einem See im Fjell.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Nach Schädel und Eingang nun doch noch: Das Tier!

22. September 2014

Der Morgen begrüsste uns mit strahlendem Sonnenschein und eisiger Kälte. Das Wasser in den Pfützen war gefroren.

 

Rastplatz bei Haukeliseter

 

Nach dem Frühstück spazierten wir dem See entlang und entdeckten Lemminge. Diese verschwanden, sobald wir uns näherten. Beat setzte sich trotz der Kälte auf einen Stein und wartete … und wartete, die Kamera schussbereit.
Endlich wagte sich der Mutigste wieder aus der Höhle und Beat konnte das langersehnte Foto schiessen. Mit klammen Fingern knipste und knipste er.
Doch leider fand die Kamera den Stein hinter dem putzigen Nager interessanter und so kamen nur Bilder von unscharfen Lemmingen vor einem gestochen scharfen Stein zustande.

Das bemerkten wir erst später, als wir in unserem Bus die Finger wärmten. Deshalb pilgerten wir nochmals zurück zur Lemmingkolonie. Doch dies Mal wollte sich aber partout kein Tier mehr zeigen. Sie dachten sich wohl: „Wenn diese Zweibeiner ihre Chancen nicht nutzen, sind sie selber schuld“, was ja auch stimmt.

Wer unseren Blog schon länger verfolgt, ahnt, welcher Spruch jetzt kommt:

„Ein Lemming ist ein Lemming“, auch wenn er unscharf abgebildet ist.

Und deshalb, trotz allem, hier das Bild:

 

 

Am Nachmittag besuchten wir in Hovden ein nettes deutsches Ehepaar, das wir im Dovrefjell kennen gelernt hatten. Sie besitzen hier in Südnorwegen seit vielen Jahren ein Ferienhaus. Wir verbrachten einen gemütlichen und fröhlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen. Die Zeit verging wie im Flug und als wir aufbrachen, war es bereits dunkle Nacht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Abschied von Norwegen

23. / 24. September 2014

Am Dienstag, 23. September fuhren wir nach Kristiansand, wo wir am Fährhafen die Nacht verbrachten. Das war der mit Abstand unattraktivste Standplatz auf unserer bisherigen Reise.
Da wir aber am nächsten Morgen Norwegen verlassen und nach Dänemark übersetzen wollten, heiligte für einmal der Zweck die Mittel.

 

Blick von der Fähre zurück auf den Parkplatz von Kristiansand. Wir schliefen rechts vor den beleuchteten Eingangskontrollen, direkt neben der Felswand.

 

Link zur Strecke vom 23. September 2014:

 

Etwas traurig verliessen wir am Mittwoch das schöne Land Norwegen. Der Himmel schien mit uns zu fühlen, es regnete leicht.

 

Wehmütiger Blick zurück

 

 

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