Schweden 2015 / 2016

 

 10. November 2015 – 11. April 2016

Karte zu unserer Reise nach Schweden:

 

Flug nach Stockholm

10. November 2015

Heute machen wir uns (ohne unseren NOBIS!) auf den Weg nach Sorsele, das in Schwedisch-Lappland liegt. Dort werden wir die nächsten fünf Monate als Doghandler verbringen.
In Hamburg treffen wir Herumkommer und Frau Rumkommer, ein Paar, das wir in Schottland kennengelernt haben. Sie sind oft mit ihrem Wohnmobil auf Reisen und führen einen sehenswerten Foto-Reiseblog.

Link zum Blog von Rumkommers:

Nach einigen kurzweiligen Stunden und einem vorzüglichen Essen in einem syrischen Restaurant müssen wir leider allzu früh wieder los, um unseren Flug nicht zu verpassen.

In Stockholm übernachten wir in einem Jumbo-Jet.

 

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Jumbo Stay in Stockholm

 

Das Jumbo Stay ist ein originelles Hotel, das in eine alte Boeing 747 gebaut wurde. Es gibt da sogar eine Suite im Cockpit, aber wir schlafen Economy-Class.
Wir staunen über die Grösse der Zimmer, die links und rechts des Mittelganges angelegt sind.

 

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Unser Schlafzimmer

 

 

 

 

 

 

 

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Waschraum beim Hinterausgang

 

 

 

 

 

 

 

Das Hotel liegt so ideal im Flughafengelände, dass man es mit dem Shuttle-Bus erreicht und trotzdem von Flug- oder anderem Lärm verschont bleibt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ankunft in Sorsele

11. November 2015

Am Morgen wartet bereits das Frühstücksbuffet in der Flugzeugnase auf uns.

 

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Frühstücksraum im Jumbo Stay

 

Bei strahlendem Herbstwetter spazieren wir auf einen der Flügel hinaus, der als Terrasse dient. Die Triebwerke sind zu Zwei-Bett-Zimmern ausgebaut.

 

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Am Mittag fliegen wir weiter nach Luleå. Dort werden wir von Matthias Schnyder abgeholt.
Er fährt uns die 240 km auf schneebedeckter Fahrbahn nach Sorsele, wo wir von seiner Frau, Barblina Mohr und den Kindern Balz, Siri und Luzi herzlich begrüsst werden.

Jetzt beginnt unser Abenteuer „Doghandler in Schwedisch-Lappland“.
Wer sofort Bilder sehen will und nicht bis zu unserem nächsten Blogteil warten mag, der kann sich auf der Webseite von Matthias und Barblina schon mal einstimmen.

Link zum Outdoor-Ticket:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Jetzt gehts los: wir sind Doghandler-Lehrlinge!

Zweite Novemberhälfte 2015

 

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Morgenstimmung am Vindelälven

 

Gestern sind wir in Sorsele angekommen.
Heute werden wir mit wintertauglichen Kleidern eingedeckt. Zur Zeit liegt die Temperatur bei ca. – 10 ° C, doch kann diese im Verlaufe des Winters gut und gerne gegen – 40 °C sinken.

Als erstes geht es ans Füttern und Kennenlernen der 40 Hunde. Diese sind in zwölf verschiedenen, grosszügig angelegten Zwingern untergebracht. Hinter den Gehegen befindet sich ein Freilauf, in dem die Hunde vor allem im Sommer gruppenweise herumtollen können.
Annette erinnert sich an die meisten von unserem Besuch im Juli 2014, doch für Beat sehen viele der Huskys noch zum Verwechseln ähnlich aus.

 

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Eine der beiden Hundezwingeranlagen

 

Füttern von Hunden kann ja nicht so schwierig sein, denkt Beat …
Doch dabei gilt es verschiedene Details zu beachten. Die Portionen sind nicht für alle gleich gross, einige verschmähen die Brocken, wenn zuviel Wasser beigegeben wurde, andere (die auf ihre Linie achten müssen) bekommen eine kleinere Ration mit extra viel Wasser.
Und das Wichtigste: Die Hunde werden konsequent in derselben Reihenfolge und am selben Platz gefüttert. Das ist für manche links, andere rechts vom Eingang am Boden, andere kriegen ihre Mahlzeit auf dem Hüttendach, von denen es pro Zwinger bis zu drei Stück gibt.
Annette lernt das locker, doch Beat ist froh, dass sie für ihn eine Liste mit Fütterungsskizzen anlegt. Er hat so einen Spickzettel zur Hand, wie er es von den Prüfungen aus der Schulzeit her gewohnt ist. 😉
Was sich sogar Beat merken konnte: alle Hunde müssen sitzen, bevor wir den Napf vor sie hin stellen.

 

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Niantik

 

Nebst uns helfen zur Zeit auch Susanne und Medea tatkräftig mit. Beide sind schon seit einigen Wochen und noch bis Ende November / Anfang Dezember hier und wir können von ihrem Know-how profitieren.

Vielen Dank, Susanne und Medea, für die vielen, hilfreichen Tipps!

Zum Trainieren der Hunde fahren wir jeweils mit vier Schlitten und einem Schneemobil aus.

Wir geniessen die traumhaft schöne Winterlandschaft am Vindelälven (einem der letzten unverbauten Flüsse Nordeuropas), an dem wir die nächsten fünf Monate wohnen werden.
Hier ein paar Impressionen vom Fluss:

 

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Erste Sonnenstrahlen am Vindelälven

 

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Der Vindelälven ist hier erst teilweise zugefroren …

 

 

 

 

 

 

 

 

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… und weiter unten noch vorwiegend offen.

 

Am Tag, das heisst in den vier bis fünf Stunden, in denen die Sonne noch knapp über den Horizont steigt, legen sich die Schatten selbst zur Mittagszeit in für uns ungewohnter Länge auf den Schnee.

 

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Auf dem Fluss (um 12:15 Uhr)

 

Überall gibt es etwas zu bewundern:
Am Flussufer bildet der lockere Schnee zusammen mit Grashalmen filigrane Gebilde …

 

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… oder da mutiert ein schneebedeckter Nagel zusammen mit den Eiskristallen an einem alten Gebäude zu einem Kunstwerk …

 

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… oder hier erzählt ein zum Trocknen aufgehängtes Kuhfell neben einem Fenster mit gefrorenen Scheiben vom harten Winter in Schwedisch-Lappland.

 

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Wir jedoch müssen nicht frieren. Draussen halten uns die warmen Schuhe und Kleider auch bei – 24 °C warm. Das war die grösste Kälte, der wir bis jetzt ausgesetzt waren.
Und drinnen sorgen eine Bodenheizung und ein Holzofen für wohlige Wärme.
Im „Doghandler-Häuschen“, von dem alle erzählen, dass es klein sei, haben wir ca. sechsmal so viel Platz, wie wir es von unserem Wohnmobil „NOBIS“ gewohnt sind. Wir empfinden es deshalb als geräumig.

 

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„Doghandler-Häuschen“

 

Hier wird jedoch nicht nur für die Hunde gesorgt. Auch ein Rind und ein Kalb der Rasse Schottische Hochlandrinder werden von uns täglich gefüttert.

Im angrenzenden Wald verpflegen sich die verschiedensten Vögel an den Futterhäuschen oder dem aufgehängten Speck.

 

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Ein Unglückshäher (Perisoreus infaustus) pickt an einer Speckschwarte

 

Seinen deutschen Namen bekam dieser in Nordskandinavien und der russischen Taiga heimische Vogel im Mittelalter, weil er nur in sehr strengen Wintern bis nach Mitteleuropa zog. Die Samen dagegen betrachten ihn als Glücksbringer, in seiner Nähe sei man vor wilden Tieren sicher.

 

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Im Sommer sind auch die zur Zeit leerstehenden Vogelhäuschen bewohnt.

 

Wo viele Hunde sind, gibt es auch Nachwuchs. Die Hündin Browny hat Mitte September drei Welpen zur Welt gebracht: Niantik, Silas und Nanok.
Sie geniessen jede Sekunde, in denen man sich mit ihnen abgibt, sie streichelt oder mit ihnen spielt.

 

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Annette (die mit der roten Mütze 😉 ), Niantik und Silas

 

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Hat Annette da etwas Leckeres an den Handschuh gestrichen?

 

 

 

 

 

 

 

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Klein Niantik liebt es sich in einen Arm zu kuscheln

 

 

 

 

 

 

 

 

Rentierscheidung

 

An einem Samstag dürfen wir bei samischen Freunden von Matthias und Barblina bei der Rentierscheidung mithelfen.
Die Rentiere weiden den Sommer über zu Tausenden im Fjäll und werden im November mit Hilfe von Schneemobilen und Helikoptern in die Wälder hinunter getrieben in ein riesiges Gehege.
Von da treibt man jeweils Gruppen von 50 – 100 Stück in eine runde „Arena“. Dazu müssen die Menschen diese kurzzeitig verlassen, damit die Rentiere nicht scheuen und wieder zurückrennen.

 

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„Arena“ mit Ausgängen zu den familieneigenen Gehegen

 

Im Korral laufen die Rentiere jeweils im Gegenuhrzeigersinn im Kreis. Jede Samenfamilie hat ein eigenes Tor in diesem Pferch, das nach aussen in ihr privates Gehege führt.

 

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Rentiere

 

Nun gilt es die eigenen Tiere aus der Masse herauszulesen.
Per-Nils steht nahe bei dem Gatter seiner Familie und beoachtet die vorbeirennenden Tiere mit Argusaugen. Jede Sippe hat ein eigenes Zeichen in die Ohren der halbwilden Rentiere geschnitten. Für uns sind diese zum Teil nicht einmal zu erkennen, geschweige denn zu unterscheiden. Aber Per-Nils zeigt immer wieder bestimmt auf einzelne Tiere, die seiner Familie gehören und die nun von uns am Geweih gepackt und herangeführt werden müssen. Nach einer Impfung gegen Parasiten wird die Türe geöffnet und das Ren in den privaten Pferch gelassen. Dabei gilt es aufmerksam zu sein, damit nicht noch ein anderes durch die offene Pforte schlüpft.

 

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Rentiere im privaten Gehege

 

 

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Herzlichen Dank, Per-Nils und Ingrid, dass wir als „Nichtsamen“ bei der Rentierscheidung mithelfen durften. Dies war für uns ein eindrückliches Erlebnis und hat uns einen kleinen Einblick in die Arbeit der Rentierzüchter gegeben.

 

 

Training der Schlittenhunde

 

Die Schlittenhunde, die den Sommer vorwiegend in ihren grossen Zwingern verbracht haben, müssen nun für die Wintersaison auftrainiert werden.
Es ist unglaublich, wie sie sich jeweils freuen, wenn sie merken, dass die Schlitten für eine Tour vorbereitet werden.
Wir haben inzwischen unsere „Jungfernfahrten“ als Musher, wie die Schlittenhundeführer genannt werden, bestanden.

 

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Annette als Musherin

 

 

Adventsmarkt in Sorsele

 

Am Samstag, den 28. November 2015 gibt es in Sorsele einen kleinen Advents-Markt, an dem auch Barblina und Matthias einen Stand haben.

 

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Stand von Outdoor-Ticket

 

Sie schenken daneben noch frischen Kaffee aus, der auf einem offenen Feuer vor sich hin köchelt und bieten selbstgemachte „Eisschokolade“ an.
Die Marktbesucher sitzen dabei auf Bänken, die mit Rentierfellen gepolstert sind, rund um die wärmende Feuerschale.

 

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Kaffeemaschine Typ: Outdoor

 

Auch an einem der Feuerkörbe, die auf dem Gehsteig stehen, kann man sich aufwärmen.

 

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Feuerkorb

 

Die originellen, selbstgemachten „Eislichter“ tragen weiter zur vorweihnächtlichen Stimmung bei.

 

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Eislicht

 

Für Nachahmer: Man füllt leere Tetrapackungen mit Wasser, fügt einigen davon Lebensmittelfarbe bei und stellt sie einfach zum Gefrieren ins Freie. In Mitteleuropa ist es wohl ratsamer diese in den Tiefkühler zu legen :).
Später packt man die Eisquader aus und stellt sie um eine brennende Kerze.

Link zu unserem jetztigen Aufenthaltsort:

Und zu Outdoor-Ticket, DER Adresse für Schlittenhundetouren:

 

 

Frohe Weihnachten

Weihnachten 2015

 

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Eisblumen

 

Wir wüschen dir, liebe Leserin, lieber Leser, frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr oder wie man hier in Schweden sagt: God jul och gott nytt år.

 

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Winzige Tannenbäume aus Eis

 

Herzlichen Dank, dass du unserem Reiseblog folgst, auch jetzt in der Zeit, in der wir unsere Reise unterbrochen haben und den Winter in Schwedisch-Lappland verbringen.

 

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Aurora borealis (Polarlicht)

 

 

Doghandler, ein cooler Job

Dezember 2015 / Januar 2016

Seit dem 11. November 2015 arbeiten wir hier in Sorsele (Schwedisch-Lappland) als Doghandler.
Da unser Thermometer es seither nicht mehr wagt Werte über 0° C anzuzeigen, darf man zweifellos von einem coolen Job sprechen. (Das ist es aber auch im übertragenen Sinne so 😉 )

Wir füttern Hunde, reinigen Zwinger, stellen Schlitten für die Touren zusammen, spannen Hunde ein und nach der Fahrt wieder aus, begleiten die Ausflüge mit dem Schneemobil, sichern die Kreuzungen über die Strassen, entfachen ein Feuer für die Mittagspause irgendwo im Wald, bereiten Hütten für die Übernachtung vor, heizen die Sauna ein und hacken das Eisloch frei. Zudem füttern wir die zwei jungen schottischen Hochlandrinder und helfen bei allen anfallenden Arbeiten in Haus und Hof, so gut wir können.

 

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Der junge Baldr läuft die erste Saison am Schlitten

 

Bevor es auf eine Tour geht, müssen die Schlitten bereitgestellt und die Hunde eingespannt werden.
Sie freuen sich jeweils riesig. Sobald man den ersten Schlitten aus der Scheune holt, beginnt ein ohrenbetäubendes Heulen, Kläffen und Bellen, das erst aufhört, wenn der Schneeanker gelöst ist und die Fahrt losgeht.
Die Hunde werden von vorne nach hinten an der Zugleine festgebunden. Zuerst kommen die Leaddogs, gefolgt von den Teamdogs und direkt vor den Schlitten die Wheeldogs. Ein Gespann ist so aufgebaut, dass die schnellsten zuvorderst und die weniger schnellen, aber kräftigeren zuhinterst laufen.

 

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Annette spannt Niantik ein, die heute neben Nova läuft

 

 

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Einspannen der Schlittenhunde

 

Die Gespanngrösse wird von Matthias jeweils auf das Fahrkönnen und Gewicht der Musher abgestimmt. Er hat dafür ein unwahrscheinlich gutes Auge und grosse Erfahrung.

 

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Die Leaddogs Namak und Yepa

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dahinter Ella und Sarek

 

 

 

 

 

 

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Nova und Niantik

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Spike und Nivi

 

 

 

 

 

 

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Ella, die Ruhige, Arbeitsame

 

Endlich sind alle bereit und es geht los. Sobald die Hunde loslaufen dürfen, verstummt der Radau auf einen Schlag und jeder einzelne zieht mit vollem Einsatz am Schlitten.

 

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Perspektive des Mushers

 

 

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Annette unserwegs, …ähm…nein, … unterwegs

 

Outdoor-Ticket AB bietet vor allem Wochenarrangementes für kleinere Gruppen an.
Über Weihnachten und Neujahr hat jedoch Lappland-Lodge einige Tage gebucht, an denen ihre Kunden jeweils in einer halbtägigen Tour das „Schlittenhundefahren-Gefühl“ erleben können.

In der Mittagspause bleiben die Hunde eingespannt und „ruhen“ sich auf dem zugefrorenen Fluss aus. Einige von ihnen finden das Warten jedoch gar nicht toll. Sie wollen laufen und melden das jeweils auch lautstark an.

 

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Pause auf dem Vindelälven

 

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Wir begleiten die Touren jeweils auf einem Schneemobil, um bei Problemen eingreifen zu können.

 

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Unser „Arbeitsgerät“

 

 

 

 

 

 

 

Anderen dienen die Schneescooter mehr als Freizeitspass und sie fahren auf oder neben den offiziellen Trails durch die Gegend.

 

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Nochmals Rentierscheidung

 

Wir haben nochmals die Möglichkeit einer Rentierscheidung als Besucher beizuwohnen. Diesmal werden in Klippen ca. 6000 Tiere zusammengetrieben und sortiert.
Diese Arbeit der Samen fasziniert uns so sehr, dass wir hier nochmals einige Bilder zeigen wollen. (Weitere Fotos und Erläuterungen findest du in unserem vorletzten Beitrag: „Erste Eindrücke aus Lappland“.)
Die Gehege liegen zwischen Hügeln, die eine einmalige Kulisse bilden.

 

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Sonnenuntergang um 12:23 Uhr

 

 

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Jede Samenfamilie unterhält in ihrem Gehege ein Feuer, an dem sie und ihre Helfer sich in den Pausen aufwärmen können. Auf den meisten köchelt eine Rentiersuppe oder wird Kaffee warmgehalten.

 

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Beat findet, dass der Gegensatz zwischen warm und kalt, wild und gezähmt, archaisch und modern im unteren Bild sehr schön zum Ausdruck kommt.

 

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Ausflug nach Ammarnäs

 

Bei Outdoor-Ticket AB ist es möglich ein Arrangement mit Ausflug ins Nachbardorf Ammarnäs (80 km) zu buchen.
Dort bringt Ingrid uns „Südländern“ die Kultur der Samen näher. Ingrid ist Samin und Rentierzüchterin.
Zuerst dürfen wir ein zahmes Rentier mit Flechten füttern und dann mit diesem auf den Potatisbacken spazieren (Siehe unseren Beitrag „Urlaub in Sorsele“ vom 21. Juli 2014).

Danach geht es zu einer Kota, einer traditionellen Erdhütte, in der bereits eine Rentiersuppe auf dem Feuer steht.

 

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Ingrid vor der Kota

 

Die Lebensmittel werden in einer traditionellen Pulka zur Kota gebracht.

 

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Pulka

 

 

 

 

 

 

 

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Kota

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Feuer brennt, die leckere Rentiersuppe wartet

 

In der Kota sitzen wir gemütlich auf wärmenden Rentierfellen um die brennenden Birkenscheiter und Ingrid erzählt von der Kultur und der Geschichte der Samen und beantwortet all unsere Fragen.
Wir lernen zum Beispiel, dass es einen Gott des Feuers gibt. Deshalb darf man nie ein Feuer übersteigen oder irgend etwas darüber hinweg weiterreichen. Wir geben deshalb den traditionellen Kaffee mit Käse (so wird dieser aufgetaut) respektvoll um die Feuerstelle herum weiter.

Die nomadisierenden Samen wurden hier ab dem 18. Jhd. zwangs-christianisiert. Sie mussten damals zwei- bis dreimal im Jahr einen Gottesdienst besuchen. Deshalb bauten sich die verschiedenen Familien einfache Holzhäuser rund um die Kirche, in der sie für diese Zeit wohnten. So entstand das „Kyrkstad“ (Kirchenstadt) in Ammarnäs.

 

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Häuser des Kirchendorfes

 

Vielen Dank, Ingrid, für deine anschaulichen Erzählungen. Wir haben viel gelernt und einen Einblick in den Alltag der Samen erhalten. Das entbehrungsreiche Leben der nomadisierenden Rentierzüchter im Einklang mit der Natur hat uns sehr beeindruckt.

 

 

Stimmungsbilder vom Vindelälven

 

„Ist es nicht deprimierend im Winter in Lappland? Da ist es doch immer dunkel“, wurden wir wiederholt gefragt.
Lappland im Winter ist nicht düster. Auch wenn hier, rund 140 km südlich des Polarkreises, der kürzeste Tag nur 3 Stunden und 12 Minuten dauert, ist es selten ganz finster. Die Dämmerungszeit ist sehr lang und zaubert die schönsten Farben an den Himmel und in die Wolken. In der Nacht reflektiert der Schnee das Licht des Mondes und der Sterne und mit etwas Glück kann man gar eines der berührenden Nordlichter bewundern.

Selbst wenn es in der Nacht einmal bedeckt ist und schneit, gibt das stimmungsvolle Bilder.

 

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Nordlicht

 

Nach den Nachtbildern einige Morgen- und Abendstimmungen:

 

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Link zu unserem jetzigen Aufenthaltsort:

Link zu Outdoor-Ticket AB, DER Adresse für Schlittenhundetouren:

 

 

Eisige Kälte, aber schön

Januar 2016

Noch im letzten Jahr wurden wir mit einer „Wolkenbeleuchtung“ beschenkt, wie wir sie noch nie gesehen haben. Die tiefstehende Sonne zauberte Spektralfarben in die dünnen Wolken, die in Perlmutterglanz erstrahlten. Je später der „Abend“, desto stärker wurden die Rottöne.
Diese Bilder wollen wir euch nicht vorenthalten.

 

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Inzwischen ist die Temperatur stark gefallen. Das Thermometer zeigt -38°C an. Wenn wir die geheizte Wohnung verlassen, erleiden wir einen Temperatursturz von ca. 60°C.
Minus 38 Grad Celsius! – das ist nun wirklich sehr, sehr kalt; kälter als wir es je erlebt haben. Jetzt ist es wichtig, dass man auch die Nase schützt, damit sie nicht gefriert und dann im dümmsten Fall beim Schnäuzen gar abbricht. 🙂

Wir gehen trotzdem ins Freie, denn die Hunde und Rinder wollen versorgt werden.
Dank angepasster Kleidung müssen wir nicht frieren. Doch bereits nach kurzer Zeit zeigt sich die Kälte auch optisch.

 

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Als es wieder wärmer wird und die Temperaturen auf über -30°C steigen (tönt skurril, nicht wahr?) fahren Matthias und Beat am Abend mit den Schneeskootern und einem Spurschlitten los, um Trails für die Schlittenhundetouren zu legen. Plötzlich gräbt sich ein Schneetöff auf dem kleinen See Nalovardoträsket ein. Hier drückt Wasser durch die Eisplatte hoch. Der Schnee darüber ist trotz der Kälte nass. Nach langer anstrengender Ausgrabarbeit – es ist inzwischen Nacht geworden – gelingt es ihnen die Maschine wieder flott zu kriegen. Den Spurschlitten müssen sie jedoch zurück lassen.
Am nächsten Tag wird dieser geholt. Das Wasser in der Spur ist nun gefroren und die „Bergung“ glückt problemlos.

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Das Schneemobil ist wieder ausgegraben.

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Beat in eisiger Nacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die letzten offenen Wasserstellen frieren zu. Nur noch einzelne Bäche und Stellen im Fluss mit starker Strömung bleiben eisfrei. Wer die Gegend nicht kennt oder die Topographie nicht lesen kann, läuft Gefahr, abseits der Trails in eine dieser Wasserstellen zu fahren.

 

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Endlich wärmer 😉

 

Als das Thermometer gar über -25°C ansteigt, nutzen wir in unserer Freizeit das schöne Wetter für einen kleinen Spaziergang.

 

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Heuschober auf einer Waldlichtung

 

 

 

 

 

 

 

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Winterstimmung

 

 

 

 

 

 

 

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Auch die Flechten trotzen der Kälte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnee von Hand herstellen

 

Nun ist die Temperatur nochmals unter 30°C gefallen. Deshalb kann man spielerisch selber kleine Mengen Schnee herstellen, sprich als menschliche Schneekanone fungieren.
Das geht folgendermassen:
Man füllt ein Gefäss mit sehr heissem Wasser, stellt sich draussen hin und schleudert dieses in einem möglichst schönen Bogen in die Luft. Die Flüssigkeit gefriert blitzartig.
Schlau wie wir sind, versuchen wir dasselbe auch mit kaltem Wasser. Aber es funktioniert nicht und Annette wird nass dabei.
Dass heisses Wasser schneller gefriert als kaltes, nennt man den „Mpemba-Effekt“.
Wer es genauer wissen will, kann unter „wikipedia“ (sehr technisch) oder unter „Die Welt“ (sehr anschaulich) nachlesen.

Hier die Links:
Mpemba-Effekt bei „wikipedia“:
Mpemba-Effekt bei „Die Welt“:

 

Unten einige Bilder von Annette als „Schneekanone“:

 

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Stopp!!! Die Voreiligen sollen doch bitte wieder aus ihrer Tiefkühltruhe steigen. Das funktionniert nicht bei -18°C. Das ist viel zu warm und die Gefahr sich mit dem kochenden Wasser zu verbrühen ist gross!!!

 

 

Kauk ist frustriert!

Februar 2016

Die Tage sind merklich länger geworden und die Temperaturen liegen kaum mehr unter -20°C.
Wehmütig denken wir an den Dezember zurück, als der Sonnenaufgang beinahe in den Sonnenuntergang überging und der Himmel in wechselnden Farben erstrahlte.
Die kürzesten Tage sind für uns nun nicht mehr die Zeit der Dunkelheit, vor der uns etwas bange war, sondern die Zeit des Lichts und des bunten Himmels.
Unser Arbeitstag beginnt jetzt ohne Stirnlampe und die Gäste geniessen die Ausfahrten mit den Hundeschlitten im Tageslicht.

Einige Hunde müssen jeweils zurückbleiben. Das finden sie gar nicht toll und die meisten zeigen ihre Enttäuschung lautstark.
Kauk steigt dazu auf die Hütte und sein Heulen dringt durch Mark und Bein. Wer ihn nicht sieht, glaubt, ein Wolf streiche durch die Gegend.

 

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Kauk heult sein Elend in den Himmel

 

 

Tagesausflug durch Wälder und über den Vindelälven

 

Matthias zieht heute mit den Gästen auf den Hundeschlitten los. Annette und Beat fahren mit dem Schneescooter voraus, sichern die Übergänge über die Hauptstrasse nach Ammarnäs (manchmal fährt tatsächlich ein Auto vorbei) und bereiten bei einer Jagdhütte einen kleinen Imbiss vor.

 

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Winter-Impression

 

 

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Die Sitzbänke sind freigeschaufelt, das Feuer brennt, …

 

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… die Gäste können kommen.

 

Die Sonne erhebt sich knapp über den Wald und lässt den gefrorenen Schnee glitzern und funkeln.
(An dieser Stelle möchten wir wieder einmal darauf hinweisen, dass sich alle unsere Bilder durch Anklicken vergrössern lassen.)

 

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Die offiziellen Winter-Trails sind mit roten Kreuzen markiert. Vor Verzweigungen geben zudem Wegweiser die Zielorte an.

 

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Markierter Wintertrail

 

Auf der Rückfahrt über den gefrorenen Vindelälven verabschiedet sich die Sonne hinter einem leichten Nebelschleier.

 

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Am Abend sind sich alle einig: Dieser Tag mit den Schlittenhunden war unvergesslich schön.

 

 

Beat im Glück

 

Heute ist Eisfischen angesagt und Beat darf mit den Gästen mitfahren. Er hat zwar in der Schweiz mit Bravour die theoretische Prüfung für das Sport-Fischer-Brevet bestanden, danach aber stundenlang seine Köder erfolglos im Meer gebadet.
Dabei musste er lernen, dass der Unterschied zwischen Theorie und Praxis in der Praxis oft grösser ist als in der Theorie. 🙂

Matthias führt uns an den See Lairoträsket, der mitten im Wald liegt. Dort wird zuerst Schnee vom Eis gewischt und dann die gefrorene Oberfläche mit einem speziellen Eisbohrer durchbrochen. Man fischt mit einer sehr kurzen Angelrute.

Wir wollen hier nicht weiter grosse Töne spucken, sondern ein Bild spechen lassen.

 

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Beats erster Fisch, eine Forelle

 

Am Abend wird der Fang zubereitet und es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass dies die allerleckerste Forelle war, die je auf dieser Welt gegessen wurde!

 

 

Sorsele im Winterkleid

 

Alle Bäume sind mit Raureif überzogen. Deshalb fahren wir heute ins Dorf, um uns „Sorsele im Winterkleid“ anzusehen.
Bereits die Fahrt dorthin ist beeindruckend. Die Strassen werden nicht schwarz geräumt, aber mit einer speziellen Walze wird der hartgepresste Schnee und das Eis auf der Fahrbahn aufgeraut. Dadurch ist ein Fahren mit Winterpneus, die mit Spikes versehen sind, problemlos möglich.

 

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Strasse nach Sorsele

 

Die Birken, die den Friedhof säumen, erzeugen zusammen mit der Kirche eine eigentümlich kalte, ruhige Stimmung.

 

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Kirche von Sorsele

 

 

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Wohnhaus etwas abseits der Dorfstrasse

 

 

Auf dem Fluss Vindelälven sehen wir, wie Kinder auch ohne Abhang zum Bobfahren kommen. Man braucht da zusätzlich zu den Bobschlitten noch Mama oder Papa mit Schneemobil. Der Spass ist riesig, wie das Kinderlachen zeigt.

 

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Bobfahren auf dem gefrorenen Fluss

 

 

 

Samenmarkt in Jokkmokk

4. Februar 2016

Heute fahren wir nach Jokkmokk an den Samenmarkt.

Wikipedia weiss darüber zu berichten:
„Ende Februar 1605 wurde der erste offizielle Samenmarkt abgehalten, der bis heute den Namen Jokkmokks Vintermarknad („Jokkmokks Wintermarkt“) trägt und der seitdem jedes Jahr am ersten Donnerstag, Freitag und Samstag im Februar stattfindet. Damit gehört er zu den ältesten Märkten der Welt.“

Viele Samen teffen sich hier und einige bieten Kunstwerke, Handarbeiten und Lebensmittel feil.
Die Verkaufsständen säumen mehrere Srassen, die für den Verkehr gesperrt wurden.
Ein kleiner Umzug mit Samen in ihrer traditionellen Tracht und geschmückten Rentieren zwängt sich zwischen den Marktbuden und den vielen Schaulustigen hindurch.

 

 

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Umzug mit Rentieren

 

Leider verstehen wir nur teilweise, was der Anführer des Umzugs hier zu berichten weiss, doch alle hören aufmerksam zu.

 

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Keiner zu klein ein Umzugsteilnehmer zu sein

 

 

Plötzlich erstarrt Annette! Unser Delfin ist entführt worden!
Leser, die unserem Blog schon längere Zeit folgen, kennen die wechselvolle Geschichte von diesem armen Tier.

Wir haben „Delfi“ am 30.Mai.2015 in den Niederlanden im Naturpark Maas-Schwalm in der Nähe von Brüggen gefunden und ihn auf die Reise zurück ins Meer geschickt. (Siehe: „Der Delfin im Wald“)

Link zum Blogbeitrag „Niederlande“:

Am 28.6.2015 haben wir ihn nochmals in einem Getreidefeld in Belgien getroffen. (Siehe: „Wiedersehen mit einem alten Bekannten!“)

Link zum Blogbeitrag „Wieder in Belgien“:

 

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Annette, ganz rechts im Bild, entdeckt den Entführer unseres „Delfis“

 

Annette ist so geschockt, dass sie nicht gleich reagieren kann und schon taucht der junge Entführer mit unserem „Delfi“ in der Anonymität der Marktbesucher unter. Das arme Tier wehrt sich mit allen Kräften und schaut hilfesuchend zu uns zurück.

 

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„Delfi“ wird an der Leine mitgezerrt!

 

Kurze Zeit später gelingt es unserem Freund sich von seinem Peiniger loszureissen und er entschwindet langsam gegen den Himmel.
Wir sind erleichtert und wünschen ihm alles Gute auf seinem wechselvollen Weg zurück ins Meer.

 

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Beruhigt wenden wir uns nun den Marktständen zu.
Wir frösteln ein wenig. Deshalb steuern wir eine Turnhalle an, in der sich einige Händler eingerichtet haben.
Es gibt wohl nichts, was es auf diesem Markt nicht zu kaufen gäbe.

 

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Marktstände in der Turnhalle

 

 

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Bunte Wandleuchten und Deko-Artikel

 

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Adler, aus einer Elchschaufel geschnitzt

 

 

 

 

 

 

 

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Selbst ein Bär beobachtet das Treiben von oben herab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Draussen steht ein Spark.
Die Einkäufe können darauf bequem nach Hause gefahren werden. In den Dörfern sieht man diese Tretschlitten häufig. Zum Fahren stellt man sich mit einem Bein auf eine Kufe und gibt mit dem anderen Schub, so wie man es von den Tretrollern her gewohnt ist.
Ein einfaches, sinnvolles Fortbewegungsmittel, bei dem man unterwegs den Einkaufskorb nach hinten hängen kann und so den Sitz frei bekommt, um bei einem Schwatz mit Bekannten nicht stehen zu müssen.

 

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Spark

 

Nun zieht es uns zur nächsten Attraktion. Auf dem See ist ein Rentierrennen angesagt.
Acht Renn-Rentiere stehen an eine lange Leine angebunden und warten auf ihren Einsatz.

 

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Warten auf den Wettkampf

 

Die Rennstrecke ist ein kleiner Rundkurs. Zwei Rentiere treten jeweils gegeneinander an. Jedes wird vor einen einfachen Schlitten gespannt und der/die FahrerIn legt sich bäuchlings darauf. Die Kunst liegt darin, unterwegs nicht vom Schlitten zu fallen, was nicht allen gelingt.
Der Sieger kommt jeweils eine Runde weiter.

 

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Ein Rentier wird eingespannt.

 

Wichtiger als der Sieg scheint das Gaudi zu sein. Es stört jedenfalls niemanden, dass das Rennteam auf der Aussenbahn eine längere Wegstrecke zurückzulegen hat.

 

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Der Start hat geklappt …

 

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… und schon verschwinden die „Wettkämpfer“ um die Kurve.

 

Das Ren der Frau unten hat sich beim Start etwas Zeit gelassen. Das Team kann den Rückstand bis ins Ziel nicht mehr aufholen… egal, Spass macht es alleweil.

 

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Nach diesem Event nimmt Annette an einem Workshop teil, in dem sie eine Einführung in das Joiken erhält.
Der Joik ist der traditionelle Gesang der Samen. Er ist mit dem Jodel vergleichbar. Es werden meistens expressive Silben gesungen, die Stimmungen, Orte, Naturphänome, Tiere oder Menschen aufleben lassen. Worte oder gar Texte kommen nur ausnahmsweise vor.

Ein Beispiel von Anja Storelv, Annettes Kursleiterin:
Link zu einem Joik von Anja Storelv:

 

Ausserdem wollen wir gerne auf den Joik „We speak Earth“ von Sara Marielle Gaup Beaska verweisen, mit dem sie auf die Folgen der Klimaerwärmung und Umweltzerstörung in Lappland aufmerksam machen will. Hier hört man auch wie Samisch klingt, eine Sprache, die mit Finnisch und Ungarisch verwandt ist.
Link zum Joik „We speak Earth“ von Sara Mariella Gaup Beaska:

 

Der „Joik of the Wind“ von Sofia Jannok gefällt uns sehr gut.
Link zum „Joik of the Wind“ von Sofia Jannok:

 

 

Nach dieser Gesangsstunde schlendern wir in der Abenddämmerung durch die Marktstrassen. Wir staunen immer noch über die Grösse dieses Marktes und die Vielfalt der angebotenen Waren.

Was in Schweden nie fehlen darf, sind die Stände mit Süssigkeiten, die in allen Farben leuchten.

 

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Müde, aber glücklich, steigen wir am Abend ins Auto und lassen uns von Matthias die dreieinhalb Stunden zurück nach Sorsele fahren.
Vielen Dank, Barblina und Matthias, dass wir diesen eindrucksvollen Markt und Treffpunkt der Samen hautnah erleben durften.

 

 

Ein weiterer traumhafter Ausflug

 

Auch heute zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite.
Wir spannen zusammen mit den Gästen die Schlittenhunde ein und los geht’s. Zuerst einen Waldweg hoch und später über eine wunderschöne Hochebene.

 

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Auf dem Rückweg staunen wir über ein besonderes Naturphänomen. Der Wind hat auf dem Fluss Schnee vor sich her geblasen und so kleine Rollen gebildet, die nun dekorativ auf der Ebene liegen.

 

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Link zu unserem jetzigen Aufenthaltsort:

Falls du im nächsten Winter diese atemberaubende Winterlandschaft auf einem Hundeschlitten erleben willst, können wir dir Outdoor-Ticket wärmstens empfehlen.

Link zu Outdoor-Ticket AB, DER Adresse für Schlittenhundetouren:

 

 

Petri Heil für Beat

Februar / März 2016

 

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Saibling, 47 cm, 821 g

 

Beim Eisfischen auf einem abgelegenen See ist Beat das Glück hold. Für einmal badet er nicht nur Köder, sondern fängt einen grossen Saibling. Der Fisch wiegt 821 Gramm und ist 47 cm lang.

Über diese beiden Prachtskerle (Fisch und Fischer) staunt selbst Matthias und dieses Mal muss Beat das Maul nicht voll nehmen, die Tatsachen sprechen für ihn. 🙂

 

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Über den Nalovardo

 

Heute führt die Tour mit den Schlittenhunden über den Gipfel des Nalovardo. Der Himmel ist bedeckt und es schneit leicht.

 

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Markierung des Wintertrails

 

Der Trail führt zuerst durch einen tiefverschneiten Wald. Beat fährt mit dem Schneemobil voraus und schiebt den Neuschnee aus der Spur, damit die Hunde leichter vorwärts kommen.

Auf dem Weg zum Gipfel hört es auf zu schneien, die Wolkendecke reisst auf und gibt den Blick frei auf das einmalige Panorama.

 

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Schneemobil mit Spurschlitten

 

 

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Blick zurück auf den Vindelälven

 

 

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Auf den letzten Metern, knapp oberhalb der Baumgrenze, haben der Neuschnee und die Kälte der letzten Tage ihre Spuren hinterlassen. An dieser exponierten Lage sind die Wegkreuze und Wegweiser mit einer dicken, vereisten Schneeschicht bedeckt.

 

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Nach dem Gipfel wird die unwirtliche Gegend wieder lieblicher und wir geniessen den Blick über die Wälder hin zu den Bergen des Ammarnäs-Fjälls.

 

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Riesige Weideflächen für die Rentiere

 

Die Wintertrails werden nicht nur von Skiwanderern, Schlittenhundegespannen und Scootern benutzt. Viele verschiedene Spuren zeigen, dass auch Wildtiere es schätzen, wenn sie zwischendurch eine Strecke auf einer harten Unterlage zurücklegen können und sich nicht immer durch den tiefen Schnee kämpfen müssen.
Manchmal treffen wir auf kleinere Gruppen von Rentieren. Diese rennen dann meist längere Zeit vor dem Schneemobil her, bis sie merken, dass der Lärm hinter ihnen nicht endet und sie sich dann doch entschliessen in den Tiefschnee auszuweichen.

 

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Rentiere auf dem Wintertrail

 

 

 

 

 

 

 

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Winterimpression

 

 

Ausflug nach Ammarnäs

 

Beat begleitet Barblina und Matthias und ihre Gäste nach Ammarnäs, wo sie zu einer mehrtägigen Tour ins Fjäll starten.
Die Sonne scheint und an einigen Stellen ist der Vindelälven offen und das Wasser sichtbar. Auf der Rückfahrt geniessen wir die Schönheiten an diesem Fluss, der als einer von wenigen von der Quelle bis zum Meer unverbaut ist und unter Naturschutz steht.

 

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Vindelälven bei Ammarnäs

 

 

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Die Steine im Wasser sind dekorativ mit Schnee bedeckt und erinnern an Zuckergebäck.

 

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Solche „Knubbel“ sehen wir nicht nur im Wasser, sondern auch am Ufer des zugefrorenen und verschneiten Flusses. Hier hat der Schnee Grasbüschel benutzt, um diese pittoreske Formationen zu bilden.

 

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Die Schneemobilfahrer auf dem Vindelälven haben nur Augen für den Trail und fahren achtlos daran vorbei.

 

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Ein letzter Blick auf die Berge von Ammarnäs.

 

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Wieder zurück setzen wir uns ins Haus an den warmen Ofen. Der Tisch auf der Veranda bleibt auch heute verwaist. 😉

 

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Hurra!!!

8. März 2016

Hurra, heute geht es für vier Tage in die Berge, ins Fjäll, wie das hier heisst. Am Morgen verladen wir Schneemobil, Lebensmittel, persönliche „Unverzichtbarkeiten“, Futter für die Tiere, Pulka, Schlitten und 25 Hunde auf zwei Anhänger und fahren mit den Autos los nach Örnvik.

 

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Browny freut sich ebenfalls

 

Es ist neblig und schneit leicht. Aber das kann unsere Vorfreude nicht trüben.

In Örnvik beladen wir die Pulka und spannen die Hunde vor die Schlitten. Beat fährt mit dem Schneemobil voraus nach Årrenjarka, wo wir übernachten werden.

Zuerst führt der Trail über den See Tjeggelvas. Hier steht im Winter ein Wegweiser mitten auf dem gefrorenen See.

 

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Stark befahrener Trail auf dem Tjeggelvas

 

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Wegweiser auf dem Fluss

 

In Västerfjäll zweigt ein Trail nach Årrenjarka ab. Es liegen noch 41 Kilometer vor uns.

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Es schneit nun nicht mehr und die Sonne versucht sich durch die Wolkendecke bemerkbar zu machen.

 

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Västerfjäll

 

Im Årrenjarka Fjällby Camping holt Beat am Empfang die Schlüssel für zwei Häuschen. Die Gäste schlafen in einem und Matthias und wir im anderen. Die Hüttchen sind klein und haben kein fliessendes Wasser, sind sonst aber mit allem Notwendigen ausgestattet. Die Toilette ist, wie auf Campingplätzen üblich, in einem zentralen Gebäude untergebracht, wo man auch duschen und Geschirr spülen kann.

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„Küche“ und Schlafstellen

 

 

 

 

 

 

 

Die Hunde werden draussen an sogenannten „Stake-Outs“ angebunden und gefüttert.

 

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Stake-Outs im Årrenjarka Fjällby Camping

 

 

Von Årrenjarka nach Aktse

9. März 2016

Wie immer, wenn die Hunde rennen, werden am Morgen zuallererst sie gefüttert, bevor wir unser Frühstück zubereiten. So haben sie rund zwei Stunden Zeit zum Verdauen, bevor sie die Schlitten ziehen.

Wir fahren über das Kabla-Gebirge, zuerst durch Nadelwälder, die mit zunehmender Höhe durch lichte Birkenwälder abgelöst werden, bevor wir die Baumgrenze hinter uns lassen.

Das Wetter ist wie gestern neblig-trüb. Die fehlende Sonne lässt die Winterlandschaft schwarz, grau, weiss erscheinen und lediglich die roten Wegkreuze bringen etwas Farbe ins Bild. Man wähnt sich alleine und am Ende der Welt.

 

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Der Trail führt durch Nadel- …

 

 

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… und durch lichten Birkenwald

 

Die Birken wachsen in diesem harten Klima nur langsam und viele sind knorrig und von Wind und Wetter gebeutelt. Der Schnee auf den Ästen erscheint dagegen locker und leicht.

 

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Wer behauptet fehlender Sonnenschein sei schlechtes Wetter, der hat wohl kein Auge für die karge Schönheit und ist selber schuld. Wir jedenfalls geniessen diese Lichtverhältnisse und die Bilder, die sich dadurch ergeben.

Auf dem Kabla wartet Beat mit dem Schneemobil im Nebel auf die Hundegespanne und geniesst die meditative Stille im „Nichts“.

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Warten im Nebel

 

 

 

 

 

 

 

Irgendwann taucht aus dem unendlichen Grau Matthias mit seinem Schlitten auf.

 

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Der Nebel ist zum Teil so dicht, das man die nächsten Wegkreuze nicht mehr sieht und Beat, der den Trail vorausfährt, wird richtig gefordert.

Die Strecke führt über den Tjaktjajaure zwischen aufgebrochenen Eisplatten hindurch. Man wähnt sich auf einem Gletscher. Zum Glück wird der Weg regelmässig kontrolliert und wenn nötig umgeleitet. Auf beiden Seiten des Flusses stehen Tafeln. Hier werden jeweils: Datum der Kontrolle, Eisdicke und Name der Kontrollperson eingetragen.

 

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Aufgebrochene Eisplatte

 

Auf der anderen Seite fahren wir durch einen Mischwald. Auf einer abgebrochenen Birke hat sich ein hoher Schneeberg angesammelt und sorgt so für eine naturgemachte Skulptur.

 

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Art on Björk

 

In Aktse übernachten wir in der Fjällstuga.

Diese ist wie eine SAC-Hütte aufgebaut. Von einem Gemeinschaftsraum mit Kochgelegenheit gelangt man in zwei Zimmer mit Kajütenbetten. Das Plumpsklo ist in einem Nebengebäude untergebracht. Das Wasser wird vom Bach geholt. Man lässt grosse Kanister volllaufen und zieht diese an Seilen hinter sich her.

Für die Schlittenhunde gibt es hier einen „Parkplatz“ und Pfosten, an denen man die Stake-Outs befestigen kann. Doch jetzt sind wir müde und darum folgt das Bild dazu erst morgen.

 

 

Von Aktse nach Kvikkjokk

10. März 2016

Heute weckt uns strahlender Sonnenschein. Wir staunen wie sehr dieser die Landschaft verändert.

Hier ein „Müsterchen“ davon:

 

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Der Tjahkelij gestern

 

 

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Der Tjahkelij heute morgen

 

Der Hunde-Parkplatz von Aktse ist eine patente Sache. So muss man nicht zuerst Bäume für die „Stake-Outs“ in passendem Abstand suchen, was manchmal sehr zeitaufwändig ist. Wir fahren mit vier Schlitten und haben deshalb auch vier dieser Drahtseile mit Anbindevorrichtungen dabei.

 

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Niantik, Jack, Nivi, Sitka, Sarek und Ella am Stake-Out auf dem Hunde-Parkplatz

 

Matthias, die Gäste und Annette fahren mit den Schlitten voraus. Beat lädt das Gepäck und die Stake-Outs in die Pulka und folgt ihnen mit dem Schneemobil.

Alle geniessen den sonnigen Tag und die schneebedeckten Berge.

 

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Später ziehen einige Wolken auf, doch schlussendlich behält die Sonne die Oberhand.

 

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In der Pause bleiben die Hunde eingespannt. Sie ruhen sich im Schnee aus, während die Zweibeiner ihre Rast auf warmen Rentierfellen verbringen.

 

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Kurze Rast unterwegs …

 

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… und weiter geht’s.

 

In Kvikkjokk übernachten wir in der Fjällstation. Die Küche für Selbstverpfleger ist gut eingerichtet und die Zimmer sind einfach, aber sauber.

Als krönenden Abschluss dieser Etappe dürfen wir nach dem Nachtessen ein Nordlicht und einige Sternschnuppen geniessen.

Kvikkjokk kennen wir bereits von unserer Reise mit dem Wohnmobil NOBIS vom Sommer 2014.

Hier der Link zum Beitrag vom 31 Juli 2014: „Kvikkjokk“

 

 

Von Kvikkjokk zurück nach Örnvik

11. März 2016

Vor dem Fenster hängen einige imposante Eiszapfen. Das sind die ersten Frühlingsboten Lapplands. Sie zeigen, dass es tagsüber an exponierten Stellen bereits Temperaturen von über 0°C gegeben hat.

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Zuerst führt der Trail über den See Sakkat und durch Wälder.

 

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Später steigt er an und bringt uns über die Baumgrenze und über den Pass Suonergårsså.

 

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Trail zum Suonergårsså-Pass

 

 

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Goabddábakte

 

Beat fährt mit dem Schneemobil voraus und wartet auf dem Pass, bis die Gespanne eintreffen.

Bergauf müssen die „Musher“ kräftig mithelfen und zum Teil selber hinter dem Schlitten herlaufen. Die Hunde geben alles, doch zu steil ist zu steil.

Matthias erscheint als erster oben und etwas weiter unten tauchen die Gäste und Annette auf.

 

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Matthias kurz vor der Passhöhe

 

 

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Annette hat sichtlich Spass

 

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Nur noch wenige Meter bis zur Passhöhe

 

Nach einer kurzen Rast geht es weiter in die Wälder hinunter und in Parka schliesst sich der Kreis unserer Rundreise.

 

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Västerfjäll, diesmal bei Sonnenschein

 

Von hier fahren wir noch ca. neun Kilometer auf dem See Tjeggelvas zurück nach Örnvik, wo wir Hunde und Material wieder auf die Anhänger verladen und nach Sorsele heimkehren.

 

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Wer entdeckt die drei Hundegespanne?

 

Am Schluss sind wir uns alle einig: das war ein unglaublich schöner Ausflug.

Es ist bewundernswert, welche Leistung die Hunde vollbringen. Je sechs Huskys zogen einen Schlitten mit dem Schlittenhundeführer in den vier Tagen 201 Kilometer weit.

Vielen Dank, Barblina und Matthias, dass wir zusammen auf diesen Ausflug mitgehen durften!

 

 

Wie schnell die Zeit vergeht!

8. April 2016

Am 11. November 2015 sind wir nach Sorsele im Norden Schwedens gereist. Der Winter begrüsste uns mit frischem Schnee und der Fluss Vindelälven war noch nicht ganz zugefroren.

 

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Grillhütte vor dem Vindelälven, November 2015

 

Nach fünf Monaten in Schwedisch-Lappland ist für uns die Zeit gekommen wieder südwärts zu ziehen. Unser Winter-Job als Doghandler bei Barblina und Matthias (Outdoor-Ticket) geht zu Ende.

Ein letztes Mal sind wir mit den Schlittenhunden unterwegs. Der Schnee auf den Flüssen ist grösstenteils weggeschmolzen und der Trail oft eisig hart.

 

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Hundegespann auf dem gefrorenen Vindelälven.

 

Bald schon wird diese Hütte wieder auf einer Insel im Fluss stehen.

 

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Der Frühling zieht nach und nach ins Land.

Die dunklen Steine am Fluss strecken ihre Köpfe wieder aus dem kalten Weiss.

 

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Die Bäume sind nicht mehr mit Schnee geschmückt. Flechten übernehmen jetzt diese Aufgabe. Man sagt, dass dies die Bärte der Wichtel seien, die sie zum Trocknen an die Bäume hängen.

Wer weiss, ob dem so ist?

 

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Aufgehängte Wichtelbärte

 

Wehmütig füttern wir ein letztes Mal Hunde, Hühner und Kühe. Alle kriegen von uns nochmals eine Streicheleinheit. Ausser den Hühnern natürlich, die mögen das nicht. 🙂

 

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Annette füllt die Tränke von Hazel und Nala.

 

Das Eichhörnchen geniesst es, dass sich der Winter nicht von einem Tag auf den anderen verabschiedet und deshalb vor unserem Häuschen noch etwas Nahrung hängt.

 

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Freundlich wie es ist, teilt es die leckeren Körner mit einer Meise.

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Ein deutliches Zeichen, dass nun trotz des Schnees, der noch liegt, der Frühling begonnen hat, sind die Singschwäne, die aus dem Süden zurückgekehrt sind und die offenen Stellen des Vindelälven bewohnen.

 

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Singschwäne auf dem Vindelälven

 

 

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Ein letztes Mal erfreuen wir uns an einem der unzähligen schönen Sonnenuntergänge, die wir diesen Winter hier im hohen Norden erlebt haben.

Jetzt heisst es Abschied nehmen.

 

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Wir sind ein wenig traurig, dass diese schöne Zeit nun zu Ende geht. Die abwechslungsreiche Arbeit mit den Hunden hat uns immer viel Freude bereitet. Jeden einzelnen haben wir ins Herz geschlossen. Überraschend schnell haben wir uns auch an sehr kalte Temperaturen gewöhnt. Wir kamen in den Genuss von atemberaubenden Winterstimmungen und Nordlichtern und durften viele nette Gäste kennenlernen. Und die Fahrten auf den Hundeschlitten und die Touren durchs Fjäll und … und … und……..kurz: es war einfach grandios!

Vielen Dank, Barblina und Matthias, für die gute Zusammenarbeit. Wir haben uns bei euch und als „Teilzeitmitglieder“ in eurer Familie willkommen gefühlt.

Hier haben wir den letzten Winter verbracht. Link:

 

PS:

Falls du im nächsten Winter eine atemberaubende Winterlandschaft auf einem Hundeschlitten erleben willst, können wir dir Outdoor-Ticket wärmstens empfehlen.

Link zu Outdoor-Ticket AB, DER Adresse für Schlittenhundetouren:

 

 

Auf nach Stockholm

8. April 2016

Heute fliegen wir von Arvidsjaur nach Stockholm. Nach fünf Monaten Landleben wollen wir etwas Stadtluft schnuppern.

 

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Stockholm

 

In Stockholm werden wir bei der Busfahrt vom Flughafen zur Stadt von den vielen optischen Reizen überflutet. Die Augen scannen die vorbeifliegende Landschaft und saugen unaufhörlich alles Geschriebene auf. Wir lesen jede Werbetafel und jedes Schild. Nur mit viel Anstrengung und nur für kurze Zeit gelingt es uns diese sinnlose Informationsflut zu ignorieren.

Wir sind bereits um 10:00 Uhr im Hotel und dürfen dort das Gepäck deponieren. Zu Fuss machen wir uns auf die erste Entdeckungsreise.

Das Wetter ist „aprilmässig“. Kurze Regenschauer wechseln sich innert kürzester Zeit mit Sonnenschein ab.

 

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Stockholm bei Regen

 

Vor einem der Regenschauer flüchten wir in die Klara Kyrka.
Die Stimmung ist sehr gelöst und das Gotteshaus beherbergt die unterschiedlichsten Besucher. In einer Ecke steht ein runder Tisch, an dem einige Frauen beim Kaffee sitzen und an einer Decke häkeln.
Einige „Penner“, die ihren Hausrat in Plastiksäcken mit sich herumtragen, ruhen sich in der geheizten Kirche aus.
Ein dunkelhäutiger Mann betet.
Eine uralte Frau, die kaum mehr Haaren auf dem Kopf hat, liest in einem Buch.
Ein Geschäftsmann mit Aktentasche tritt ein, bekreuzigt sich, schliesst kurz die Augen, bekreuzigt sich nochmals und geht wieder.
Dazwischen spazieren einige Touristen, den Fotoapparat vor der Brust, durch das Kirchenschiff.
In einer Ecke steht kein Geldautomat und kein Getränkeautomat, aber ein „Kollektomat“.

Wir freuen uns, dass es noch Kirchen gibt, in denen alle Menschen, ungeachtet ihrer Herkunft, willkommen sind.

 

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Turm der Klara Kyrka

 

Im Bild oben scheint der Turm der Klara Kyrka auf einem Bürogebäude zu stehen. Dieses Bild zeigt symbolisch, wie unter dem Dach dieser Kirche alle Menschen Platz finden.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Fotografiska Museum, Stockholm

9. April 2016

Heute besuchen wir das Fotomuseum.

Uns fällt auf, dass in Stockholm vor jedem Einkaufsladen und öffentlichen Gebäude Bettler sitzen. Eine solche Bettlerdichte haben wir bis jetzt in Europa noch nirgends angetroffen.

 

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Bettler vor dem Fotomuseum

 

Die Bilder von Erik Johansson, der sich „Fotograf und Retuscheur“ nennt, beeindrucken uns sehr. Er bringt den surrealen Stil von René Magritte oder Salvador Dalì mit modernen Bildbearbeitungstechniken zu ungeahnter Hochform.

Beat staunt zum Beispiel darüber, wie Eisfischen mit Motorsäge funktionniert.

 

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„Fresh Frozen Fish“ 2011

 

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„Fishy Island“ 2009

 

 

 

 

 

 

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„Dreamwalker“ 2014

 

 

 

 

 

 

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„Landfall“ 2016

 

 

 

 

 

 

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„End of Line“ 2012

 

 

 

 

 

 

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„Cut and Fold“ 2012

 

 

 

 

 

 

 

 

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„Go Your Own Road“ 2008

 

Für uns, die wir in Zukunft wieder (mit dem Wohnmobil „NOBIS“) auf der Strasse wohnen werden, sind die letzten zwei Bilder sehr interessant. Mit dem Titel „Go Your Own Road“ können wir uns voll und ganz identifizieren.

Tief beeindruckt verlassen wir nach ein paar Stunden das Museum wieder. Ein sonniger Frühlingstag nimmt uns am Ausgang in Empfang und wir schlendern durch die Altstadt „Gamla Stan“ zurück zu unserem Hotel.

 

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Uns gefällt „Gamla Stan“ mit ihren schmalen Gassen, schönen alten Gebäude, in denen Geschäfte aller Art untergebracht sind .

An einer Ecke wird mit lauter Musik und vielen Fahnen gegen die Todesstrafe im Iran demonstriert.

Auch eine indische gekleidete Gruppe Menschen nutzt den linden Frühlingstag um mit ihrem eintönig meditativen „Hare Krischna“-Gesang durch die Gassen zu tanzen und für ihre Sekte zu werben.

Müde lassen wir uns in einem Strassenkaffee nieder und geniessen das bunte Treiben bei einer leckeren heissen Schokolade.

 

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Heisse Schokolade

 

 

Stockholm lebt

10. April 2016

Die Sonne lockt uns vom Frühstücksbuffet weg hinaus in die Stadt.

Nach fünf Monaten Winter geniessen wir die warmen Temperaturen und das Erwachen der Natur.

 

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Tagpfauenauge (Aglais io)

 

 

 

 

 

 

 

An gepflegten Häusern vorbei spazieren wir zur Insel Djurgården. Wir wollen das Skansen-Museum, ein Freiluftmuseum, besuchen.

 

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Djurgårdsbrunnsviken

 

Am Djurgårdsbrunnsviken warten die Fahrräder vergeblich auf Kundschaft. Heute Sonntag scheint spazieren angesagt.

 

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Im Freiluftmuseum „Skansen“ stehen zahlreiche alte Häuser aus ganz Schweden.

Wir Naturfreaks haben jedoch vor allem Augen für die Tiere, die auf dieser Inselanlage wohnen.

Viele Wildtiere fühlen sich in dieser Stadtoase wohl und bewegen sich frei. Andere, wie Luchse, Wölfe und Bären sind zu unserem Glück in grosszügigen Anlagen eingesperrt.

 

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Elster (Pica pica)

 

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Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

 

 

 

 

 

 

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Weisswangengans (Branta leucopsis)

 

 

 

 

 

 

 

Ein Pfau schlägt sein Rad und wir verstehen, wieso man diesen Vögeln das Prädikat „stolz“ anhängt.

 

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Blaue Pfau (Pavo cristatus)

 

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Zum Schluss gehen wir in eines der wenigen historischen Häuser, die offen stehen und sehen einer Frau in historischer Tracht bei der Arbeit zu. Sie erklärt uns, dass dieses Haus 200 Jahre alt sei und dass in jener Zeit die Frauen ihren Stoff oft selber gewoben hätten.

Sie wickelt Garn auf eine Spule.

 

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Kurz bevor wir die Museums-Insel verlassen, sehen wir Sonderbares.

Ein blauer Bus fährt von der Strasse weg, eine Rampe hinunter an den Djurgårdsbrunnsviken. Nach einiger Zeit fährt er langsam ins Wasser und versinkt dort nicht etwa, sondern fährt wie ein Boot den Fjord hinauf, Richtung Stadtzentrum.

Bisher haben wir lediglich gehört, dass es Amphibienfahrzeuge gibt, heute sehen wir zum ersten Mal eines!

 

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