Facettenreiches Bosnien und Herzegowina

 

Idyllisches und Schreckliches

19. Oktober 2019

Nach einem üppigen Frühstück verlassen wir das Hotel wieder.
Die Fahrt nach Travnik führt uns bei traumhaft klarem Wetter durch wunderschöne Herbstlandschaften.

 

Memići

 

Oberhalb der Ugar-Schlucht möchten wir im Restaurant Kanjon etwas trinken. Doch der Kellner ist ziemlich überfordert und systemlos. Er bringt mal da was, mal dort was, räumt zwischendurch irgendwo ab …
Nach gut 20 Minuten geben wir auf und verlassen die Gartenwirtschaft wieder.

 

Ugar-Schlucht

 

Unglaublich wie bunt die vielen Wälder in Bosnien und Herzegowina im Herbst leuchten.

 

Herbst in Bosnien und Herzegowina

 

In Babanovac staunen wir über eine Skisprungschanze.

 

Skisprungschanze in Babanovac

 

Das wollen wir uns genauer ansehen. Wir fahren zum Auslauf und stellen fest: Hier wird schon lange nicht mehr gesprungen! Auf der Aufsprungbahn wachsen Bäume und die Häuser stehen so nahe bei der Schanze, dass dem Auslauf unweigerlich ein Aufprall folgen würde.
Auau!

 

In Babanovac wird nicht meht gesprungen.

 

Traurig stimmen uns die Bänder und Tafeln am Strassenrand kurz hinter dem Dorf.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier müssen noch Antipersonenminen vom letzten Bosnienkrieg herumliegen.
Wie es aussieht, wird das Gelände zur Zeit geräumt.

 

 

In dem ausgesteckten Geviert wurde wohl eine Mine gefunden und entschärft.

 

 

Gleich vorneweg: das ist das einzige ausgeschilderte Gefahrengebiet, das wir in ganz Bosnien und Herzegowina angetroffen haben.

Doch nun wieder zu Erfreulicherem!

Wir fahren auf einen Pass. Wir nehmen an, dass er Vlašić-Galica heisst und 1509 m ü. M. liegt. Jedenfalls entziffern wir diese Angaben auf einem alten Schild an der Strasse.
Nach wenigen hundert Metern Fussweg gelangt man von da zum Aussichtspunkt Galica.

 

Blick zurück zum Pass

 

 

Blick nach Westen

 

 

Strasse nach Travnik

 

Der Weg hinunter nach Travnik führt durch einen Wald. Hier oben ist der Herbst schon weit fortgeschritten und Braun dominiert das Laub der Bäume.

 

Herbst am Vlašić-Galica

 

Einige der Bäume, von Efeu umwuchert, haben ihre Blätter bereits verloren.

 

Efeu-Pfau

 

In Travnik holt uns der Bosnienkrieg wieder ein. An einigen Hausfassaden sind die Kriegsspuren noch sichtbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geranien auf Balkonen zeigen, dass die Freude an Schönem trotz der traurigen Vergangenheit wieder eingekehrt ist.

 

 

Heute tun wir uns schwer mit dem Übernachtungsplatz. Vielleicht haben uns die Spuren der sinnlosen Zerstörung verunsichert und wir sehen überall nur Plätze, die nicht ideal sind?

Nach längerem Suchen stellen wir uns in der Nähe von Čukle gleich neben die Schotterstrasse. Dies ist eine Notlösung. Die Strasse führte nicht, wie das Navi zeigte, zu einem Dorf. Ein geschlossenes Gatter vor einem Bauernhof zwang uns zur Umkehr und die einbrechende Dunkelheit zu dieser Notschlafstelle. Nicht ideal, aber besser als nichts.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Travnik zum Prokoško Jezero

20. Oktober 2019

Heute Morgen gehts zurück nach Travnik, wo wir die gut erhaltene Festung besichtigen, die erstmals 1503 erwähnt wurde. Da hier die ersten Menschen von Travnik wohnten, gilt sie auch als Altstadt (Stari Grad).

 

Stari Grad Travnik

 

Von der Festung aus geniesst man einen beeindruckenden Rundblick über die Stadt bis zu den umliegenden Berge.

 

 

 

 

 

 

Wenige Fragmente erinnern noch an die Steinmetzkunst längst vergangener Zeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch nun zieht es uns wieder in die Berge und ans Wasser. Der Gletschersee Prokoško Jezero ist unser nächstes Ziel.
Die „Strasse“ hinauf ist eine steinige Schotterpiste und zum Teil sehr schmal. Einige Holzbrücken sehen aus, als wenn sie demnächst einstürzen würden.
Erstaunlich viele Autos kommen uns entgegen, das Kreuzen ist nicht immer einfach. Da wartet wohl etwas Attraktives auf uns.

Oben angekommen, staunen wir Bauklötze: Am See stehen nicht einige wenige Alphütten, … nein … ein ganzes Dorf wurde da gebaut. Die Hütten sind vorwiegend aus Holz und mit Schindeln bedeckt.

 

Prokoško Jezero

 

Hier gefällt es uns. Wir stellen unseren NOBIS auf den grossen Platz am Ende der Siedlung und erkunden das Dorf zu Fuss.

 

 

Vor einer der Hütten stehen zwei lange Tische und zwei Männern wird eine Mahlzeit serviert. Das könnte ein Restaurant sein, folgern wir. Und tatsächlich kriegen wir auf unsere Nachfrage etwas zu essen.
Hier, wohin sich kaum ein Tourist verirrt, denkt man wohl: Wieso soll man das Restaurant aufwändig anschreiben, wenn doch alle wissen, dass es eines ist?

Wenig später versinkt die Sonne hinter den Bergen und es wird unangenehm kühl. Wir schlendern zurück zu unserer mobilen Behausung und sind froh, dass die Dieselheizung einwandfrei funktioniert.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom Bergsee zurück ins Tal

21.Oktober 2019

Am Morgen geniessen wir die Aussicht ins Tal des Jezernica (das bedeutet: Fluss vom See) …

 

 

 

 

… bevor wir um den See spazieren.

 

Prokoško Jezero

 

 

 

Plötzlich rennt uns ein weisser Hund entgegen. Da kann sein Herrchen mit dem Strick in der Hand noch so laut rufen, erst muss eine Streicheleinheit abgeholt werden!
Kurze Zeit begleitet uns der Samojede noch, dann springt er ins seichte Wasser und guckt uns an, als wollte er sich versichern, dass auch wir ihn den coolsten Hund aller Zeiten finden.

 

Samojeden-Rüde

 

Leider ist der Urlaub von Annette begrenzt. Darum verlassen wir diesen idyllischen Ort wieder und fahren zurück ins Tal.

Ein Bach, der sich mit braunem Herbstlaub geschmückt hat, zwingt uns zu einem Fotohalt.

 

Ebenso ein seltsamer Rundbau mit einem Ausbruch an der Seite und einem Loch oben. Ein wackliger Holzsteg führt zu dem ca. 3 Meter hohen „Iglu“.
Unser Entdeckergeist ist geweckt!
Ein Blick ins schwarze Innere bringt Licht ins Dunkle: Hier wird Holzkohle hergestellt!

 

Kohlenmeiler

 

Bei der Fahrt durch Kiseljak fällt uns die ungewöhnliche Form einer Kirche auf. Unübersehbar steht das Gotteshaus auf dem Hügel.
Nichts wie hin!

 

Kirche St. Elias in Kiseljak

 

Gerne hätten wir uns auch den Innenraum angeschaut, doch leider ist die Türe verschlossen.

 

Eingang zur St. Elias Kirche in Kiseljak

 

Enttäuscht wollen wir schon zu unserem WoMo zurückkehren, als sich ein Mann nähert.
Er ist der Priester und spricht sehr gut deutsch. Er freut sich sichtlich, dass wir an seiner Arbeitsstätte interessiert sind.

Spontan schliesst er die Kirche auf und wir erhalten eine Privatführung.

 

 

Besonders stolz ist er auf die Kunstwerke zeitgenössischer Künstler, die Statuen und die bunten Mosaike.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dieser Begegnung ziehen wir weiter.
Wir lassen die Hauptstadt Sarajevo links liegen, fahren durch die Bistrica-Schlucht und später entlang der Drjna.

Immer noch geniessen wir das strahlend schöne Herbstwetter und die Ausblicke unterwegs auf Berge, Hügel, Dörfer und den bunten Wald.

 

 

Wer der dritten Jahreszeit nichts abgewinnen kann, dem empfehlen wir einen Urlaub im Herbst in Bosnien und Herzegowina. Das könnte Wunder wirken!

Als Zugabe: „Herbst im Kleinen“

 

Hagebutten

 

Link zum Spaziergang um den Prokoško Jezero:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

4 Gedanken zu “Facettenreiches Bosnien und Herzegowina

  1. Immer wieder schön und interessant all die Kommentare zu lesen und die eindrücklichen Fotos zu schauen! Liebe Grüsse an Euch 2 !

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