Drei Jahre unserwegs!

 

Wie schnell die Zeit vergeht

26. Mai 2017

Heute vor genau drei Jahren sind wir aufgebrochen, um Europa kennenzulernen.

 

 

Vielen Dank, liebe Leserin, lieber Leser, dass du uns dabei auf unserem Reiseblog begleitest.

 

 

Wieder in der Schweiz

 

Aprilwetter

19. April 2017

Bei der Fahrt über den Jura erleben wir hautnah, was ein richtiges Aprilwetter ausmacht. Sonnenschein wechselt in rascher Folge mit Regenschauern ab.

 

Der Himmel verdüstert sich.

 

 

Eine Regenfront zieht über den Neuenburgersee.

 

Kurz darauf scheint wieder die Sonne und eine Bank lädt zum Verweilen ein.

 

 

Wir treffen in Wohlen ein. Hier dürfen wir einmal mehr bei der Familie von Annettes Bruder unterschlüpfen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Spaziergang zum Erdmanndlistein

20. April – 2. Mai 2017

In den nächsten Tagen erledigen wir allerlei administrativen Kram und besuchen einige Bekannte und Verwandte (für alle reicht die Zeit leider nicht).

Es ist kalt, zeitweise schneit es sogar. Wir nutzen einen der seltenen schönen Tage für einen Familien-Ausflug zum Erdmanndlistein.

Die Felsformation ist rätselhaft. Ein 60 Tonnen schwerer Fels liegt auf zwei Basissteinen.
Es wird vermutet, dass der Koloss in prähistorischer Zeit von Menschen auf die Unterlage gestellt wurde. In Verbindung mit weiteren markanten Findlingen in der Umgebung liegt die Vermutung nahe, dass er als astronomischer Kalender gedient hat.

 

Erdmanndlistein in Wohlen

 

Früher sollen unter dem Stein Zwerge gewohnt haben, die ein gutes Verhältnis zu den Menschen pflegten. Als aber zwei junge Burschen die Erdmanndli ärgerten und Steine in ihre Höhle warfen, verschwanden die lustigen Gesellen und wurden nie mehr gesehen.

Auch wir bekommen sie nicht zu Gesicht, obwohl wir zum Brennholz sammeln durch den Wald streifen.
Das Feuer zum Grillen der Würste brennt und plötzlich liegt ein kleiner feuerspeiender Drachen darin. Vielleicht das Reittier der Zwerge?

 

Kleiner feuerspeiender Drachen

 

Er hätte sich wohl besser nicht ins Feuer gesetzt. Nun verbrennt er langsam zu Asche.

 

Grillfeuer am Erdmanndlistein

 

Link zum Spaziergang zum Erdmanndlistein in Wohlen:

 

Ein anderer Ausflug führt uns nach Lenzburg. Wir besuchen die Ausstellung „1001 Heimat, Eine Grenzerfahrung“. Sie ist als „Eine Reise vom Mutterleib bis in die Weiten des Weltalls“ konzipiert.

Die Ausstellung bearbeitet das Thema sehr vielschichtig und geht unterschiedlichen Fragen nach:
Was ist Heimat? Ein Ort? Ein Gefühl? Eine Nation? Eine Sprache? Eine Kindheitserinnerung? Oder ein Geruch?
Ist Ihre Heimat bedroht? Wodurch? Wie kann man sie bewahren?
Kann man eine neue Heimat finden?

Am Anfang beantworten wir am PC einige Fragen und am Schluss wir uns ein „Heimatschein“ ausgestellt. Darauf ist das persönliche HEIMAT-Sternzeichen eingetragen, das die Ausprägung der Bedürfnisse auf den Achsen: Wandel/Dauer und Nähe/Distanz grafisch darstellt.

Aufschlussreich ist auch die Liste des „Global Gender Gab“ des Weltwirtschaftsforums (WEF), das die Gleichstellung von Frau und Mann international vergleicht. Die benutzten Indikatoren sind:
Wirtschaft
Bildung
Gesundheit
Politik

Auszug aus der „Rangliste“ von 2016:
Die Zahlen geben an, zu wieviel Prozent die Kluft zwischen Mann und Frau geschlossen ist.

1. Island 87.4 %
2. Finnland 84.5 %
3. Norwegen 84.2 %
4. Schweden 81.5 %
5. Ruanda 80.0 %

11. Schweiz 77.6 %
12. Burundi 76.8 %
13. Deutschland 76.6 %

Ruanda ist in Sachen Gleichstellung noch vor der Schweiz und Deutschland platziert …
… wer hätte das gedacht?

Vom Riesenrad aus hat man einen schönen Ausblick auf die umliegende Gegend.
Wir wohnen nicht hier, das ist nicht unsere Heimat.

 

Schloss Lenzburg

 

Was ist Heimat für uns?
Vielleicht unser Wohnmobil, mit dem wir seit bald drei Jahren durch Europa ziehen?

 

Unser NOBIS, unsere Heimat?

 

Die Ausstellung ist unterhaltsam und regt zum Nachdenken an. Ein Besuch lohnt sich!

Link zu den Strecken von Wohlen aus:

 

 

Über Österreich nach Deutschland

3. Mai 2017

Heute verlassen wir die Schweiz und fahren über Bregenz (A) nach Deutschland.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Au revoir, la France

 

Cirque de Saint Marcellin

13. April 2017

Am Morgen werfen wir nochmals einen Blick auf das Château de Peyrelade, die Ruine, die oberhalb unseres Übernachtungsplatzes liegt.

 

Château de Peyrelade

 

Bei Mostuéjouls staunen wir über die Kirche. Sie wird nicht von einem Turm, sondern von einer Mauer überragt. In diese sind vier Öffnungen für die Glocken eingelassen.

 

Kirche Notre-Dame des Champs bei Mostuéjouls

 

Wir fahren in die wunderschöne Schlucht des Tarn.
„Chez Louis“, einem sehr kleinen Restaurant mit hübscher Terrasse und Blick in die Schlucht, trinken wir Tee und Kaffee.

In der Nähe liegt ein Parkplatz. Hier startet die Wanderung zum Cirque de Saint Marcellin.

Eine kleine Kapelle und ein paar wenige Häuser, die sich hoch über dem Tal an die Felswand schmiegen, das ist Saint Marcellin.
Die vielen schmucken Details ziehen uns in ihren Bann.

 

Saint Marcellin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Plötzlich huscht etwas Grünes über den Weg und versteckt sich im nahen Busch.
Wir warten geduldig und regungslos, bis sich das wundersame Etwas wieder an die Sonne traut.

Und wirklich, nach einigen Minuten guckt ein Kopf vorsichtig unter dem Strauch hervor. Später wagt sich die Smaragdeidechse wieder an die Sonne und wir staunen über ihre Grösse. Von Kopf bis Schwanzspitze misst sie geschätzte 30 cm.

 

Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata)

 

Gleich um die Ecke hängt ein Gebäude wie ein Schwalbennest unter einem Felsen. Erst auf den zweiten Blick sieht man, dass es auf einem Felsvorsprung steht.
Der Zugang zur Treppe, die hinauf führt, ist leider zugesperrt.

 

„Schwalbennest“

 

Weil es hier so schön ist, die Sonne scheint und wir noch etwas Zeit haben, beschliessen wir die Rundwanderung zu verlängern und schreiten weiter bergan, an skurrilen Felsformationen vorbei auf das Hochplateau, das über dem Cirque de Saint Marcellin liegt.

Beim Abstieg entdecken wir eine korpulente Frau mit Knubbelnase und einem weitausladenden Hintern.

 

Im Aufstieg …

 

 

… auf der Hochebene …

 

 

… und beim Abstieg.

 

PS: Diese Dame haben wir ungefragt fotografiert und ihr Bild veröffentlicht. Hoffentlich kriegen wir dadurch keinen Ärger. 😉

Wieder unterhalb der Felswand schauen wir uns die Halbhöhlenhäuser im Weiler Eglazines an.
Einige dieser privaten Gebäude werden zur Zeit renoviert und danach wohl als Wochenend – oder Ferienhäuser genutzt.

Die Lage ist einmalig und die Aussicht unverbaubar!

 

Halbhöhlenhäuser von Eglazines

 

Hier würden wir gerne unseren Ferien verbringen, aber wir sind ja Reisende und haben keinen Urlaub mehr. 😉

 

Wir hoffen, dass diese Blumen nicht „wegrenoviert“ werden.

 

 

Einige Häuser von Eglazines vom Tal aus gesehen

 

Nach über fünf Stunden, davon viereinhalb reine Wanderzeit, sind wir wieder im Tal bei unserem NOBIS.
Müde fahren wir aus der Gorge du Tarn und finden kurz darauf einen grossen Parkplatz in Le Truel.

Link zur Wanderung Cirque de Saint Marcellin und Verlängerung über Eglazines: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gänsegeier

14. April 2017

Nach dem Frühstück besuchen wir die Geier-Ausstellung, das Maison de Vautours, gleich um die Ecke.

Diese Flugkünstler haben uns bereits in Spanien fasziniert.
Link zu: „Spanien bezaubert uns bis zum Schluss“

Wir lernen, dass die Gänsegeier von einem Kadaver meist nur die weichen Innereien fressen. Danach kommen die Mönchsgeier, die sich am Fleisch gütlich tun, bevor zum Schluss die Bartgeier die übriggebliebenen Knochen verspeisen.

Im Ausstellungsraum hängen wunderschöne Aufnahmen dieser Geier und auf der Aussichtsterrasse stehen fest installierte Ferngläser. Ein Mitarbeiter richtet sie immer wieder auf Nester, die hoch oben in den Felsen liegen. Zudem beantwortet er kompetent alle Fragen.

 

Gänsegeier (Gyps fulvus)

 

Die Gorge de la Jonte ist mit ihren schroffen Felswänden ein idealer Ort für Gänsegeier. Deshalb wurden die ehemals ausgerotteten Vögel hier wieder angesiedelt.
Heute leben wieder rund 500 Paare im regionalen Naturpark Grands Causses.

 

Gorge de la Jonte

 

Auf der Suche nach einem Campingplatz fahren wir zurück nach Le Rozier. Doch die meisten haben noch Winterpause, obwohl heute Karfreitag ist und zudem in Frankreich Frühlingsferien sind!

Erst nach einigen Fehlversuchen werden wir in Boyne auf dem „Camping le Pont“ fündig.
Der hübsche Platz überzeugt. Er ist günstig, verfügt über eine gute Infrastruktur und sehr schnelles WiFi.
Für den Stromanschluss verrechnet uns der nette Platzwart nichts, nachdem Annette unsere Solarpanels erwähnt hat.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von arbeitswilligen Käfern und Anderem

15. April 2017

Am Morgen wollen wir den Stecker unseres Stromkabels ziehen. Doch ein Bockkäfer ist gerade dabei den Elektrokasten zu inspizieren.
Freundlich wie wir sind, warten wir das Ende des Kontrollgangs ab. Man soll ja arbeitende Käfer nicht behindern.

 

Bockkäfer (Cerambycidae)

 

In Le Rozier kaufen wir frische Forellen, die extra für uns aus einem Becken geholt und sofort mittels Stromschlag getötet werden.

An eine Felswand gebaute Häuser sehen wir in Le Truel für einmal nicht von unten, sondern von oben.

 

„Felshäuser“ in Le Truel

 

In der Schlucht der Jonte kurz nach Les Douzes thront hoch über der Strasse die steinerne Arcade des Bergers (Bogen der Hirten).
Da wir Termine in der Schweiz wahrnehmen müssen, haben wir leider keine Zeit zu diesem Naturwunder hinaufzuwandern.

 

Arcade des Bergers bei Les Douzes

 

Vor Le Mazel stellen wir unser Wohnmobil auf einen kleinen, schmalen Abschnitt der alten Strasse und kochen …

… natürlich … Forellen blau!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Parken am Strassenrand ist nicht immer ideal!

16. April 2017

Nach Balsiège steht ein Lieferwagen am Strassenrand.
Das wäre weiter nicht erwähnenswert, hätte da zuvor nicht ein Zaun gestanden.
Oder glaubte der Fahrer, dass ihn die aufgeklebte Vögel über das Hindernis hinweg tragen würden? Oder ist das die neueste Art von „Fahrzeugsicherung am Hang“?

Genug gespottet!!
Wir sind dankbar, dass wir bis jetzt unfallfrei durch Europa tingeln durften.

 

Lieferwagen bei Balsiège

 

In Le-Puy-Velay überragt die Statue der Notre–Dame de la France die Kathedrale, die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

 

Statue der Notre–Dame de la France und Kathedrale von Le Puy-en-Velay

 

In Voray verlassen wir das Tal der Loire und folgen einem Wegweiser, der einen Aussichtspunkt verheisst. Wir fahren und fahren … durch einen Wald, … durch das Dorf Vermoyal … und endlich, nach etwa sechs Kilometern sind wir da.

Aussichtspunkt?
Na ja, man sieht ein paar Hügel und in die umliegenden Felder. Dafür liegt der Parkplatz sehr ruhig, ideal zum Übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Aussicht vom Aussichtspunkt!

17. April 2017

Nach dem Frühstück schiessen wir ein Foto von der „Aussicht“. Wenn man über mehrere Kilometer hierher geführt wird, muss der Blick ja aussergewöhnlich sein!

 

Hübsche „Aussicht“

 

„Schau, da haben wir doch letzten Herbst auf unserer Reise nach Portugal den Mückenschwarm fotografiert … und hier die leuchtend roten Rebblätter … und das Dorf La Chapelle“.

Wir realisieren plötzlich, dass wir, ohne es zu planen, auf der gleichen schmalen Nebenstrasse fahren wie auf dem Weg nach Portugal. Unglaublich, an welche Details man sich da erinnert.
Link zu: „Frankreich im Herbst“

Die Tagesetappe endet in Anse, wo wir direkt neben der Flurstrasse bei einem Badeteich parken.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gesucht: Offener Campingplatz

18. April 2017

Am Morgen leuchtet der Mond zwischen den Bäumen zu uns herunter.

 

 

Nach Cogna führt die Strasse hoch über dem Vallée du Drouvenant zum Campingplatz de l’Abbaye, der gemäss unserem Stellplatzführer das ganze Jahr geöffnet ist.

 

Idyllische Wohnlage im Vallée du Drouvenant

 

Leider hat sich dieser Umweg nicht gelohnt. Der Platz ist geschlossen und nach drei weiteren Fehlversuchen finden wir erst in Champagnole einen Platz mit WiFi.

Meistens stehen wir frei, doch ab und zu zwingt uns unser Reiseblog auf Stell- oder Campingplätze mit Internetanschluss.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gämsen im Flachland

19. April 2017

Kurz nach Champagnole stehen in einer Wiese Gämsen. Wir sind irritiert. Gämsen gehören für uns in die Berge und nicht auf fette Wiesen im Flachland.
Aber anscheinend stimmt der Spruch: „Es gibt nichts, was es nicht gibt.“

 

Flachland-Gämsen

 

Unser heutiges Ziel ist die Schweiz, darum fahren wir in Pontarlier nicht durch das Stadttor, sondern biegen rechts ab.

 

Stadttor Saint-Pierre, Pontarlier

 

Das scheint uns die Stadt zu verübeln.
Ausgangs Pontarlier würdigt uns ein Eisengesicht keines Blickes, sondern starrt ohne mit den Wimpern zu zucken, stur geradeaus.
Wir nehmen das nicht persönlich und erweisen dem unbekannten Antlitz trotzdem die Ehre, es abzulichten.

 

 

Wenige Kilometer weiter fahren wir über die Grenze in die Schweiz.

Es taucht die Frage auf: Warum kann man eine Grenze überschreiten, nicht aber überfahren?

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Im Languedoc-Roussillon

Frankreich, wir sind da!

7. April 2017

Heute sind wir in Frankreich angekommen und haben am Lac de Matemale einen Übernachtungsplatz gefunden. Der Stausee ist halbleer und entsprechend hässlich mit seinen vegetationslosen Ufern.

Dafür finden wir im Wald wunderschöne lila blühende Alpenveilchen.

 

Alpenveilchen (Cyclamen)

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Camping du Lac Matemale

8. April 2017

Gegen Mittag fahren wir die rekordverdächtige Strecke von zwei Kilometer bis zum nahen Campingplatz, der mit lediglich drei Sternen klassifiziert ist.
Dabei gibt es hier (im Preis inbegriffen) einen Whirlpool und eine Sauna! Und, für uns viel wichtiger: WiFi!
Die Plätze sind gross und liegen zwischen hohen Bäumen.
Die Dame an der Rezeption erzählt zudem, dass der Stausee im Sommer jeweils voll sei.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lac du Lampy

9. April 2017

Am Lac du Lampy geniessen wir im Restaurant die Frühlingssonne und Waffeln mit Maronen-Crème.

 

Waffel mit Maronen-Crème

 

Frisch gestärkt spazieren wir um den See, der idyllisch im Wald liegt.

Plötzlich entdecken wir eine Robbe … gibt es ja gar nicht in Frankreich … also genauer hinschauen! … einen Stein in Robbenform, der nahe dem Ufer ein Sonnenbad nimmt.

 

Robbenstein oder Steinrobbe?

 

Am Abend stellen wir unseren NOBIS neben die Strasse am See.
Die Parkverbotsschilder haben uns zuerst davon abgehalten, aber einige andere Wohnmobile parken ebenfalls da und ein netter Franzose erklärt uns, dass hier im Südosten Frankreichs die Menschen und auch die Polizisten freundlich und kulant seien. Er habe hier schon mehrmals genächtigt und nie ein Problem gehabt.
Wir glauben ihm … und er hat (für diesmal?) recht!

Link zum Spaziergang um den Lac du Lampy:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Die Rochers de Sidobre

10. April 2017

In Castres lassen wir unsere defekte Nummernschild-Beleuchtung reparieren. Als es ans Bezahlen geht, meint der Werkstattchef in gutem Deutsch: „Das kostet nichts“ und wünscht uns „weiterhin eine gute Reise“.

Wir freuen uns sehr über die noble Geste.

Unterwegs entdeckt Beat eine Hinweistafel auf die Rochers de Sidobre.
Unsere Neugier ist geweckt. Wir verlassen unsere Route und folgen den Wegweisern.
Beim Touristen-Informationscenter erfahren wir, dass es hier in der Region ganz wundersame Steinformationen gibt.
Fürs erste erkunden wir die nähere Umgebung und erfreuen uns an dem behauenen Granit, der in der Region gewonnen und verarbeitet wird.

Ein Künstler hat eine Hand aus einem Felsen gehauen …

 

Hand aus Granit

 

… ein anderer ein Auge aus einer aufgestellten Granitplatte.
Wenn man durch dieses guckt, schaut man direkt in ein weiteres Auge, auf der anderen Seite des Teiches, das sich wiederum im Wasser spiegelt.
Wunderbar!

 

Auge in Auge mit dem Auge

 

Ein kurzes Video im Center zeigt, wie zwei Mädchen einen 900 Tonnen schweren Felsen in Sept Faux zum Schaukeln bringen.

Wir fahren hin und sehen uns dieses Wunder der Natur an.
Das Besteigen des Felsens ist zwar verboten und das labile Gebilde mit einer Kette gesichert, aber auch so können wir nur staunen.

 

Rocher tremblant in Sept Faux

 

Im Garten des Nachbarn leuchten einzelne Kamelienblüten im Gegenlicht aus dem schattigen Busch.

 

Kamelie im Gegenlicht

 

Diese Gegend fasziniert uns und wir beschliessen morgen weitere „Steinwunder“ zu besichtigen.

Nun fahren wir durch Saint Salvy de la Balme und sehen durch zwei offenen Tore in ein Haus, in dem Männer Steinplatten behauen.

Die haben sich ja gar nicht bewegt!
Wir parken im Dorf und spazieren zurück zu dem mysteriösen Gebäude.
Erst jetzt, auf den zweiten Blick, sehen wir, dass die Tore dieses Hauses geschlossen sind und die Steinhauer so perfekt darauf gemalt wurden, dass man im Vorbeifahren glaubt, echte Menschen zu sehen.

Der Titel dieses Werkes heisst auf Deutsch: „Ein Augentäuscher illustriert die Arbeit am Granit.“
Augentäuscher, „tromp-l’oeil“, wie wahr!
Super gemacht, wir jedenfalls sind darauf hereingefallen.

 

Un tromp-l’oeil illustre le travail du granit.

 

Beim Chaos de la Balme, einem Gebiet mit vielen verschieden grossen, runden Felsen, bleiben wir über Nacht.

Wo so viele wunderliche Steine liegen, gibt es auch wunderliche Geschichten.
Hier eine davon:

Eine kluge Magd war es leid jeden Tag Wasser im weit entfernten Bach zu holen und durch die Wiesen voller Felsbrocken zu schleppen.
Der Teufel versprach ihr den Bach in die Nähe des Hauses zu leiten und alle Felsbrocken über Nacht noch vor dem ersten Hahnenschrei wegzuschaffen, wenn sie ihm dafür ihre Seele verkaufe.
Die Magd willigte ein.
Am Abend sperrte sie den Hahn in einen Korb.
Der Teufel zog mit seinem Pferdefuss eine tiefe Furche und der Bach änderte seinen Lauf. Die Felsbrocken hob er auf und warf sie mit Getöse in den nahen Wald.
Als er den zweitletzten Stein beseitigt hatte, öffnete die Magd blitzschnell den Korb und leuchtete mit der Lampe hinein, worauf der Hahn zu krähen begann.
Der Teufel wurde wütend, sah aber ein, dass die schlaue Magd ihn ausgetrickst hatte. Schlussendlich zog er lachend von dannen, denn er war ein guter Verlierer.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Noch mehr Steine!

11. April 2017

Nach dem Frühstück fahren wir los auf der Suche nach weiteren aussergewöhnlichen Felsen.

Aber ein zarter Zaun aus gesteckten Weidenruten, die nun austreiben, veranlasst uns zu einem ersten Stopp.

 

Lebender Weidenzaun

 

Dann geht es weiter zum „Felsenbach“. Ein unscheinbarer Bach fliesst zwischen einem Band aus mächtigen Felsen, das sich wie ein Wasserlauf durch den Wald schlängelt.

 

Rivière de rochers

 

Der Peyro Clabado ist ein 780 Tonnen schwerer Fels, der auf einer winzigen Unterlage liegt.
Peyro Clabado kommt aus dem Okzitanischen und bedeutet „festgenagelter Stein“.

Es ist kaum zu glauben, dass sich diese Steine und Steinformationen durch Erosion bildeten und nicht etwa von Menschenhand erschaffen und aufeinander gelegt wurden.

 

Peyro Clabado

 

Den Table d’orientation dagegen haben Menschen aufgeschichtet. Eine Rampe führt auf diesen Aussichtsturm „der anderen Art“.

 

Table d’orientation

 

Diese Steine und Felsen sind nicht etwa durch Abrieb in einem Fluss oder Gletscher entstanden, sondern durch die sogenannte Wollsackverwitterung. Sie erodieren Schicht für Schicht von aussen, so wie man eine Zwiebel schält.

Für alle, die mehr über die Wollsackverwitterung erfahren möchten, hier der Link zu Wikipedia:

 

„Zwiebel-Erosion“

 

Auf den Oberflächen haben sich verschiedene Flechten und Moose angesiedelt und bilden so eine Art abstrakter Kunst, „made by nature“.

 

Flechten und Moose auf einem Granit

 

Nun besuchen wir wieder grössere Objekte. Zuerst den Gans-Felsen (Roc de l’oie).
Und wirklich, wir finden eine graue Riesengans, die auf dem Nest Eier auszubrüten scheint.

 

Roc de l’Oie

 

Nicht weit von der Gans liegen „drei Käse“ aufeinander. Sogar das Gewürz auf dem obersten fehlt nicht.

 

Les trois fromages

 

Auf dem Rückweg entdeckt Annette im Wald einen übel gelaunten Fisch. Dieser fehlt in der übersichtlichen Broschüre, die uns von einer Sehenswürdigkeit zur anderen führt.

Aber wenn das kein Fisch ist, fressen wir eine Büchse Ölsardinen mitsamt der Dose!

 

Von Annette entdeckter Fisch

 

Zum Schluss fahren wir zum „Wasserfall der Forelle“.
Wir finden dass „unser“ Fisch eher ein Fisch ist als dieser Fels im Wasser. Vor allem das ovale Auge will so gar nicht zu einer Forelle passen.

Eine Legende erklärt, wie es dazu kam:
Ein Zauberer verliebte sich in die schöne Tochter des Forellenkönigs. Er versprach ihr ewige Liebe und Treue. Als aber die Zeit der Wanderung nahte, verliess ihn die Forellenprinzessin und zog mit den anderen Fischen flussaufwärts. Der Zauberer raste vor Zorn und verfolgte sie. Am Wasserfall holt er sie ein. Er sprach einen Fluch und verwandelte sie in einen Stein.

So viel zum Thema „ewige Liebe“…..

 

Saut de la Truite

 

Ob sich die Steinforelle von Raupen ernährt, wissen wir nicht. Doch hängen viele dieser Larven an dünnen Fäden von den umliegenden Bäumen und Sträuchern.

 

Raupe des Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)

 

Nun wird es aber höchste Zeit den Weg Richtung Schweiz wieder unter die Räder zu nehmen.

Da wir aber gerade über Fische und Futter geschrieben haben, stoppen wir trotzdem in Roquecourbe und schiessen ein Bild von den Anglern am Wehr.

 

Angeln am Wehr in Roquecourbe

 

Bei Lacaune finden wir im Wald zwei Teiche, wo zwar angeln, nicht aber übernachten verboten ist. 😉

Eine Nachtigall singt uns in den Schlaf.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Viaduc de Millau

12. April 2017

In Spanien wurden wir zu grossen Fans des Jamón ibérica.

Und hier in Frankreich, in Lacaune bewundern wir eine andere Art Schinken, die an einer Strassenverzweigung steht.
Auch der Jambon de Lacaune scheint zu schmecken. Jemand hat hier dünne Tranchen von dem originellen Eisenschinken geschnitten.

 

„Eisenschinken“ bei Lacaune

 

Nach all den wunderschönen Granitformationen von Sidobre bleibt uns bei Millau der Mund wegen Beton offen stehen … wir erblicken das Viadukt von Millau!

Über diese kühne, filigrane Konstruktion führt die Autobahn A75 über das Tarntal.
Zu unserem Glück fahren WIR meist auf Nebenstrassen durch die Landschaft und dadurch kommen wir in den Genuss dieses imposanten Anblicks.

„Das Viadukt ist mit 2460 m die längste Schrägseilbrücke der Welt und bei einer maximalen Pfeilerhöhe von 343 m das höchste Bauwerk Frankreichs.“ (Wikipedia)

 

Viaduc de Millau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Boyne zweigen wir ab und fahren die schmale Strasse hoch zum Château de Peyrelade. Hier auf dem Parkplatz mit Aussicht bleiben wir.

Eine Tafel gibt Auskunft über die Ruine.
Auch eine Wanze informiert sich über den historischen Bau, der zur Zeit leider geschlossen ist.

 

Lederwanze (Coreus marginatus)

 

Da sich das Schloss in der Morgensonne schöner präsentiert, jetzt aber Abend ist und unser Blogbeitrag hier endet, musst du dich leider bis zum nächsten Mal gedulden, wenn du ein Bild davon sehen willst. 😉

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Spanien bezaubert uns bis zum Schluss

 

Riesen Schnitzelbrot

2. April 2017

Wir fahren durch eine Gegend, die an alte Wildwestfilme erinnert. Jeden Moment könnten uns Indianer oder Cowboys entgegenreiten.

Dann plötzlich: Ademuz.

 

Ademuz

 

Auf den ersten Blick glaubt man, die Häuser würden sich bis auf den Berg hinauf ziehen.

Doch nicht genug der aussergewöhnlichen Ansichten:
Hinter Teruel ist einem Riesen das Sandwich auf einen Hügel gefallen.

 

Sandwich eines Riesen

 

Wir schauen genauer und sehen, dass es ein Schnitzelbrot sein muss. Das dicke Rote unter dem Brot kann unmöglich Schinken sein!

 

Schnitzelbrot!

 

Wenig später sehen wir, dass in Villalba der letzte Zug abgefahren ist. Die Indianer scheinen die Bahnstation und ihr Land zurückerobert zu haben.
Die Cowboys sind weitergezogen.

 

Der letzte Zug in Villalba ist abgefahren.

 

Kurz darauf entdecken wir die letzten Siedler, die sich auf einer Brücke in Sicherheit gebracht haben.

 

Letzte Eisenbahn

 

Wir verlassen den Wilden Westen und fahren in eine Gegend, wo sich wohl die vertriebenen Cowboys niedergelassen haben und auf Ackerbau umgestiegen sind.

 

 

In Valdeconejos, weit weg von Cowboys und Indianern, finden wir einen Platz mit Brunnen, an dem sich viele Einheimischen mit Trinkwasser eindecken.

Nach Riesensandwich und Getreidefelder haben wir Lust auf frisches Brot.
Annette backt im „Omnia-Backofen“ leckere Vollkorn-Brötchen. Im NOBIS duftet es wie in einer Bäckerei.
Diese Backform lässt sich direkt auf den Gasherd stellen. Durch den „Kamin“ in der Mitte steigt die heisse Luft auf und sorgt bei geschlossenem Deckel für die notwendige Oberhitze. Diesen Ofen bekamen wir vor Antritt unserer Reise von Ursi und Joachim geschenkt und würden ihn auch für viel Geld nicht wieder hergeben.

 

Frische Vollkorn-Brötchen

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wo gibt es einen offenen Campingplatz mit WiFi?

3. April 2017

Wir brauchen Internetanschluss, um einen weiteren Blogbeitrag zu veröffentlichen.

Fahrt zum Campingplatz (CP) von Cañizar de Olivar.
Ein lauschig gelegener Platz bei einem hübschen Dorf. Das Tor steht zur Hälfte offen, aber es ist kein Mensch zu sehen. Wir warten über eine Viertelstunde und suchen das Gelände ab. Zudem scheint es kein WiFi zu geben.
Wir fahren enttäuscht weiter.

Der CP von Alcañiz soll ganzjährig offen sein. Vor dem Tor zeigt ein Wegweiser rechts am Platz vorbei zum „Camping“. Wir folgen ihm, der Weg wird immer schmaler und verliert sich schlussendlich in einem Pinienwäldchen. Also zurück zum Haupteingang. Jetzt sehen wir, dass dieser mit einer dicken Kette und einem massiven Schloss gesichert ist.
Wieder nichts!

Dritter Versuch hinter Caspe am Embalse de Mequinenza! Dieser CP ist geöffnet, aber WiFi gibt es nur bei der Rezeption und beim Restaurant. Verflixt noch mal!!!
Das reicht uns nicht. Vor allem das Erstellen der Wegstrecken braucht viel Zeit und kann nicht offline vorbereitet werden. Wir arbeiten an einem Beitrag meist bis in die frühen Morgenstunden.

Uns tröstet die wunderschöne Gegend, durch die wir fahren. Der lange Stausee von Mequinenza schlängelt sich wie ein Fluss durch das karge Gebirge.

 

See bei Alcañiz

 

Kurz vor Mequinenza ist der Stausee so „platschvoll“, dass selbst die Brücke nur noch knapp herausragt.

 

Brücke vor Mequinenza

 

In Mequinenza steht das Tor zum Camping Municipal weit offen, aber auch hier ist kein Mensch zu sehen, weder an der Rezeption noch bei den paar Wohnwagen, die hier stehen.
Das Café in der Nähe, bei dem man Infos bekommen soll, ist … ebenfalls geschlossen. Annette ruft die Telefonnummern an, die angeschlagen sind, aber es meldet sich niemand.
Frustriert fahren wir weiter.

Einige Kilometer weiter fällt ihr ein, dass sie vergessen hat die Landesvorwahl einzugeben.
Nächster Versuch … und nun klappt es doch noch!
Wir kehren um und werden zehn Minuten später von einer freundlichen jungen Frau begrüsst.

Dank ihr, liebe/r Leserin/In konntest du unseren letzten Beitrag lesen, und wir kamen zu sauberer Wäsche. 😉

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Klus bei der Pared de les Bagasses

4. April 2017

Wir tuckern auf Nebenstrassen gemütlich Richtung Schweiz.

 

Montsec d’Ares

 

Bei der Pared de les Bagasses verengt sich das Tal zu einer Klus. Kurz davor liegt ein Parkplatz und viele Ruhebänke säumen eine Allee mit jungen Bäumen. Auch ein Brunnen mit Trinkwasser ist vorhanden.

Hier gefällt es uns.
Wir stellen uns zwischen die Bäume und spazieren zur Talenge.

 

Pared de les Bagasses

 

An der engsten Stelle führt eine alte Steinbrücke über den Fluss La Noguera Pallaressa.
Am Fusse der riesigen Felswände wirkt die solide Brücke zerbrechlich.

 

Steinbrücke über den La Noguera Pallaressa

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wunderschöne Rundwanderung

5. April 2017

In der Nacht beginnt es kräftig zu regnen, und wir stellen unseren NOBIS notfallmässig auf den asphaltierten Parkplatz.
Am Morgen sehen wir, dass dies eine gute Entscheidung gewesen ist, da sich der lehmige Untergrund in einen schmierigen, mit Wasserlachen durchsetzten Morast verwandelt hat. Ohne Allradantrieb wären wir hier kaum mehr herausgekommen.

Auf dem Picknickplatz von Font de la Figuereda legen wir eine Pause ein. Am nahen Teich sonnen sich viele Kröten. Die mutigsten bleiben sitzen, als wir uns nähern.

 

Erdkröten (Bufo bufo) beim Rastplatz Font de la Figuereda

 

Eine Tafel informiert, dass hier ein Rundwanderweg startet.
Wir sind sofort Feuer und Flamme, ziehen die Wanderschuhe an und marschieren los.

Kurz nach dem Start beobachten wir einen Kletterer, der eine senkrechte Felswand bezwingt.

 

 

Kaum zu glauben, dass man sich hier irgendwo festhalten kann!

 

 

Der Wanderweg führt steil bergan bis zur Cova de la Serpente. In dieser Höhle hängen Fledermäuse an der Decke und warten auf die Nacht. Wir stören sie kurz um einige Fotos zu schiessen. Dann verlassen wir die Grotte wieder, damit sie weiter schlafen können.

 

Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum)

 

Draussen fallen uns die vielen Gänsegeier auf, die am Himmel kreisen.
Als wir die Felswände genauer betrachten, sehen wir einige Nistplätze. Annette zählt 13 Nester.

 

Gänsegeier im Nest

 

 

Gänsegeier (Gyps fulvus) im Flug

 

Kurz vor dem Abstieg weckt ein Wegweiser zur Ermita de Sant Pere de las Maleses unsere Neugier. Wir nehmen den Abstecher in Angriff und werden belohnt.

 

In diesem abgelegenen Tal liegt die Einsiedelei.

 

Die Ruine der Einsiedelei liegt weitab jeder Zivilisation. Die Zellen und die Kapelle wurden einst unter einen langen Felsvorsprung gebaut.

 

Zellen der Ermita de Sant Pere de las Maleses

 

Von der Kapelle steht nur noch die zwei Apsiden.

 

Absiden der Ermita de San Pere de les Maleses

 

In die Nischen der Mauerreste haben Besucher unkonventionelle und traditionelle Krippenfiguren gestellt.

 

Maria und Josef?

Maria und Josef!

 

 

 

 

 

 

Auf dem Rückweg fällt uns eine riesige Eichel auf. Die Früchte der Stech-Eichen sind alle eher klein, nur diese eine fühlt sich zu Höherem berufen und ist mehr als doppelt so gross, wie ihre Geschwister.

 

Riesige Eichel der Kermes-Eiche oder Stech-Eiche (Quercus coccifera)

 

Wir blicken zurück auf einen eigenartigen Berg. Es scheint, als ob jemand versucht hätte mit einer riesigen Säge die Spitzen abzuschneiden.

 

„Angesägter“ Berg

 

Nach einer Wegbiegung verpassen wir beinahe die Abzweigung. Der Wegweiser ist zwar sehr originell, aber im ersten Moment nicht als solcher erkennbar.
Zum Glück ist unser Blick durch die vielen wunderschönen Dinge, die wir heute entdecken durften, geschärft. Das erspart uns einen Umweg von mehreren Kilometern.

 

Unkonventioneller Wegweiser

 

Das letzte Wegstück verläuft auf einer Naturstrasse und wir stossen auf einen kleinen, ebenen Platz. Hier ist es ruhiger und am Morgen scheint die Sonne früher, als auf dem Parkplatz im Tal, von dem wir losgewandert sind.
Deshalb wählen wir diesen hier als Übernachtungsplatz.

Beim Abendessen ziehen wir Fazit: Selten haben wir eine so abwechslungsreiche Wanderung erlebt. Unglaublich, was wir auf den knapp neun Kilometern alles gesehen haben.

Link zur Wanderung von Font de la Figuereta: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Letzter Tag in Spanien

6. April 2017

Wieder im Tal bestaunen wir die abgebrochenen Stalaktiten, die über dem Fluss La Noguera Pallaresa hängen. Befand sich hier eine Höhle, bevor die vordere Wand wegerodierte?

 

 

Wir nähern uns der französischen Grenze. Auf dem Pass Coll del Cantó legen wir trotz der Kälte eine Pause ein und geniessen den Ausblick auf die Pyrenäen.

 

Coll del Cantó 1725 m ü. M.

 

Die frisch verschneiten Berge der Serra del Cadí und die Bäume, die zögerlich ihre ersten Blätter entfalten, zeigen: hier ist noch Vorfrühling. Der kalte Wind lässt uns spüren, dass wir nordwärts fahren. Nun hätten wir gerne einige der Grade, über die wir uns beklagt haben, als es über 30°C war.

 

Serra del Cadí

 

Wir finden direkt am Fluss El Segre einen schönen Platz und beschliessen eine letzte Nacht in Spanien zu verbringen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Hauptsache Haare ab!

7. April 2017

Vor dem Grenzübertritt (vielleicht werden wir da ja gefilmt?) lassen wir uns in Martinet die Haare schneiden.
Die Coiffeuse kommt eine halbe Stunde zu spät, sie sei noch schnell auf der Bank gewesen.
Sie schneidet sehr zackig, wischt nur die gröbsten Haarbüschel im Nacken weg und fönt die Haare nicht.
Ihr Motto scheint: Hauptsache Haare ab!

Für waschen und schneiden bezahlen wir für beide zusammen € 14.–. Da kann man ja nicht meckern, oder?

Kurzhaarig zwar, aber mit struppigen Köpfen überqueren wir ungehindert die Grenze nach Frankreich. Die Videokameras scheinen hier an so einiges gewöhnt zu sein. 😉

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Im Süden der Comunidad Valenciana

 

Eisberg im Süden Spaniens?

23. März 2017

In Santa Pola fahren wir an einem riesigen Eisberg vorbei, der …

… STOPP!!

… hier in Spanien gibt es doch keine Eisberge. Das war ein Berg aus Salz!
Wir drehen um und schauen uns den eigenartigen „Berg“ genauer an.

 

Salzberg der Salinas de Santa Pola

 

Bereits in Torrevieja sind wir an einer Saline vorbeigefahren.

 

Saline von Torrevieja

 

Das Meerwasser wird in künstlich angelegte Seen gepumpt, wo das Wasser verdunstet und dadurch die Salzkonzentration ansteigt.
Nach einem ausgeklügelten System sind die Salzgärten so angelegt, dass die Lake, je salziger sie wird, in immer kleinere Seen geleitet wird, bis man das letzte Becken ganz austrocknen lässt. Es bildet sich eine Salzschicht von ca.10 cm. Diese wird dann herausgebaggert.

 

Salzgärten der Salinas de Santa Pola

 

Die Meersalzgewinnung fasziniert uns.
In Santa Pola gibt es ein „Museo de la Sal“. Das wollen wir morgen besuchen und übernachten deshalb in der Nähe, beim Leuchtturm de Cabo de Santa Pola.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Weiterbildung in Meersalzgewinnung

24. März 2017

Im Salzmuseum von Santa Pola erfahren wir viel über die Geschichte der Salzgewinnung und die Bedeutung des Salzhandels.

Früher wurde das Salz von Hand abgebaut. Pferde zogen die Holzloren auf Schienen zu einem zentralen Lager.

 

Werkzeuge der damaligen Salzarbeiter

 

Im Museum ist auch ein Segelschiff-Modell aus Salzkristallen zu bewundern.
Wir hoffen, dass nie ein solches Boot gebaut und zu Wasser gelassen wurde, weil sonst …. eben!! 😉

 

Segelschiff aus Salz

 

In einem Aquarium schwimmt Plankton, das sich in den Salzseen sehr wohl fühlt. Es färbt das Wasser rötlich, wodurch die Verdunstung beschleunigt wird.

 

Plankton

 

Diese Lebewesen ziehen Flamingos an, die sie fressen. Das wiederum färbt das Gefieder der Flamingos rötlich.

Nach dem Museumsbesuch spazieren wir um den kleinen Teich, der gleich daneben liegt. Die kugeligen Blüten der Silber-Akazie leuchten knallgelb.

 

Silber-Akazie (Acacia dealbata)

 

Dann fahren wir zurück zu den Salzgärten und beobachten die verschiedenen Vogelarten, die im Salzwasser ihr Futter finden.

Allen voran die Flamingos …

 

Flamingos (Phoenicopterus ruber)

 

 

 

… aber auch die anderen Vögel, die mit ihren überlangen Beinen durch das seichte Wasser waten, lassen uns die Zeit vergessen.

 

Stelzenläufer (Himantopus himantobus)

 

 

 

 

 

 

 

Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta)

 

 

 

 

 

 

 

Stelzenläufer (Himantopus himantobus)

 

 

 

 

 

 

 

Nach dieser „Vogelbeobachtungsstunde“ fahren wir nach Cases del Pinet.
Von hier wandern wir durch die Dünen, die zwischen den Salzseen und dem Meer liegen.

 

Verdunstungsbecken einer Saline

 

Es ist sogar möglich zwischen den einzelnen Becken hindurch zu wandern.
Die „Schleusen“ sind sehr schmal und aus Holz.
Wir lassen uns die Gelegenheit nicht entgehen den Finger in die Laken zu strecken und das Wasser zu kosten. Es ist unglaublich, wie markant verschieden der Salzgehalt in diesen zwei Becken ist.

 

Schleuse zwischen den Salzseen

 

Nach dieser spannenden Weiterbildung im Museum und der anschliessenden Exkursion fahren wir hinter Alicante wieder landeinwärts.

Bei den Cuevas de Canelobre finden wir einen Parkplatz mit Fernsicht.

 

Blick von den Cuevas de Canelobre in die Berge

 

Link zur Wanderung durch die Dünen von Pinet: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Das Loch im Berg

25. März 2017

Beat wacht am Morgen mit starken Bauchschmerzen auf.
Wir beschliessen deshalb einen Tag hier zu bleiben.

Annette will ihm viel Ruhe gönnen und macht sich zu Fuss auf den Weg zum „Cabezon de Oro“, 🙂 und Beat ist froh, dass es ganz in der Nähe eine öffentliche Toilette gibt, die wahrscheinlich noch nie von einem einzelnen „Gast“ so oft besucht wurde. 😦

Doch auch auf dem kurzen Weg zwischen Wohnmobil und WC gibt es einiges zu entdecken:

Der Blick in die Ebene bis hin zum Meer ist gewaltig.

 

Blick von den Cuevas de Canelobre in die Ebene

 

Der Berg über uns ist kaputt und hat ein riesiges Loch.
Wie das wohl entstanden ist? Wir können es uns nicht erklären, und eine Informationstafel zu dem Phänomen ist weit und breit nicht zu finden.
Schade!

 

Loch im Berg

 

Auf der Mauer, die den Parkplatz vor dem Abgrund schützt, steht ein kleiner Vogel auf einem Bein. Das andere hat er angezogen. Nur die Krallen gucken noch aus den Federn.

 

Alpenbraunelle (Prunella collaris) ?

 

Link zu Annettes Wanderung auf den „Cabezon de Oro“: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Übel …

26. März 2017

Obwohl es Beat nicht viel besser geht, beschliessen wir weiter zu fahren. Hier können wir ja nicht ewig bleiben.

Wir rufen eine Ärztin unserer Krankenkasse an, die aus der Ferne eine Magen-Darm-Grippe diagnostiziert. Sie empfiehlt ein Getränk aus 1 lt Wasser, 0,5 Tl Salz, 6 Tl Zucker und Zitronensaft nach Belieben, um die verlorene Flüssigkeit in den Körper zurück zu bringen.
Das tönt sehr gesund, ist aber zum Trinken … na ja … was tut man nicht alles, um wieder gesund zu werden!

In Benimantell stellen wir uns neben den Sport- und Kinderspielplatz, der etwas ausserhalb des Dorfes liegt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Noch übler …

27. März 2017

Beat musste sich in der Nacht mehrmals übergeben.
Wir brauchen dringend eine vernünftige Infrastruktur. Deshalb fahren wir wieder ans Meer nach Calpe auf den Campingplatz Paraíso.

Der Mann von der Rezeption begrüsst uns in gutem Deutsch und wir bekommen den allerletzten, freien Platz. Glück gehabt!

Wohnmobil steht neben Wohnmobil und es ist kaum Raum dazwischen.
Viele Mitteleuropäer verbringen hier den Winter und bleiben mehrere Monate. Wir können uns das nicht vorstellen. Wir nennen solche Stellplätze, wo die Mobilhomes dichter stehen als die Ölsardinen in der Büchse liegen: Wohnmobilghettos.

Aber für einmal wollen wir nicht lästern und sind unglaublich froh, hier einen Platz gefunden zu haben.

 

Campingplatz Paraíso in Calpe.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Annettes Wandertage

28. / 29. März 2017

Annette nutzt die sonnigen Tage für ausgedehnte Wanderungen in der Umgebung, während sich Beat wieder langsam an feste Nahrung herantastet.
Da bei uns Beat fotografiert, fehlen leider die spektakulären Bilder vom Cima d’Oltá und dem Penón d’Ifac. Diese trägt Annette in ihrer Erinnerung und sie sind so nicht zu veröffentlichen.

Link zu Annettes Wanderung auf den Cima d’Oltá: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zu Annettes Wanderung auf den Penón d’Ifac: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Wieder unterwegs

30. März 2017

Beat ist wieder soweit hergestellt, dass er feste Nahrung zu sich nehmen … und was noch wichtiger ist … auch behalten kann.

Deshalb verlassen wir „unser Ghetto“ und ziehen wieder los.

In Altea entdecken wir eine neue, prunkvolle, russisch-orthodoxe Kirche. Die goldenen Zwiebeltürme funkeln in der Sonne.

 

Seitenansicht der Kirche San Miguel in Altea

 

 

Leider ist der Eingang in die Kirche mit einem Eisengitter abgeschlossen. Aber hineingucken kann man trotzdem.

 

In der russisch-orthodoxen Kirche San Miguel, Altea

 

Die Suche nach einem Übernachtungsplatz ist heute sehr mühsam, keine Picknickplätze, keine Parkplätze, kaum fahrbare Nebenstrasse. Überall nur blühende Kirschbaumplantagen, schön anzusehen, aber wir brauchen …

Endlich in Catamarruch finden wir einen ruhigen Platz zwischen dem kleinen Friedhof und einem Ökonomiegebäude, das wohl eine mechanische Werkstätte beherbergt oder früher mal beherbergt hat, heruntergekommen wie es ausschaut.

Egal, wir sind müde und froh, endlich einen Platz gefunden zu haben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wilder Spargel

31. März 2017

Unterwegs sehen wir einen Mann, der wilden Spargel erntet. Annette fragt ihn aus über die dazugehörende Pflanze und die Orte, wo man ihn finden kann. Leider gebe es dieses Jahr nur sehr wenige, beklagt sich der Unbekannte.

Unsere Blicke sind geschärft und wirklich, kurz darauf entdecken wir selber 4 (VIER!) Stück. Unsere allerersteWild-Spargelernte!

 

Unsere Wildspargelernte!!!

 

Wir fahren durch das schöne Städtchen Cofrentes.
Leider verunstalten ganz in der Nähe zwei Kühltürme eines Atomkraftwerkes die Gegend.

 

Cofrentes

 

Dem Embalse de Embarcaderos folgen wir auf einer Nebenstrasse bis zu einem Picknickplatz direkt am See.

 

Embalse de Embarcaderos

 

Ein Ausflugsboot liegt im Hafen.
Ein Holzhäuschen, wo man Fahrkarten kaufen könnte, ist geschlossen. Nirgends ist ersichtlich, ob und wann hier Fahrten gebucht werden können.
Schade, das hätte uns gereizt.

 

Ausflugsboot am Cañon del Júcar

 

Wir trösten uns mit unserer Spargelernte und geniessen zur Vorspeise einen köstlichen Wildspargeltoast.
Das sind die besten Spargeln, die wir jemals gegessen haben!

Wir sind auf den Genuss gekommen. Spanien, pass auf! Wir werden wiederkommen und dich „entspargeln“!!!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wir kommen doch noch zu unserer Bootsfahrt

1. April 2017

Am Morgen fahren immer mehr Autos auf den abgelegenen Parkplatz.
Was ist denn da los? Ein Aprilscherz? Mitnichten, am Wochenende scheinen Fahrten angeboten zu werden.

Wir sehen, dass der Fahrkartenschalter jetzt geöffnet ist und Annette besorgt zwei Tickets für die Bootsfahrt, die in zwei Stunden starten soll.

Als es dann los geht, ist das Boot bis auf den letzten Platz besetzt.
Auf der Plattform im Heck dürfen sich nur acht Personen gleichzeitig befinden. Da sich das Interesse daran in Grenzen hält, können wir während der ganzen Hinfahrt die Gegend ohne Plexiglasscheibe geniessen.

Wir fahren durch den Cañon del Júcar. Die Gegend ist wunderschön wild.

Hier ein paar Eindrücke:

 

 

 

 

 

 

Die Ruhe wird nur einmal durch ein Motorboot gestört, das uns überholt.

 

 

Nach dieser eindrücklichen Bootsfahrt auf dem Cañon del Júcar fahren wir mit unserem NOBIS weiter bis zum Aussichtspunkt oberhalb von Santa Cruz de Moya, wo wir uns für die Nacht einrichten.

 

Santa Cruz de Moya

 

Link zur Strecke unserer Bootsfahrt:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

In Ost-Andalusien und der Region Murcia

 

Geister der Unterwelt

12. März 2017

Nach drei Tagen auf dem Campingplatz zieht es uns weiter.
Bei Venta del Fraile blühen die Mandelbäume auf roter Erde unter blauem Himmel.

 

Mandelbäume bei Venta del Fraile

 

Lanjarón ist ein grosses Strassendorf, das wie eine Schlange in der Sonne liegt.

 

Lanjarón

 

Kurz nach Pórtugos steht ein kleiner Kiosk bei einem gut besuchten Parkplatz.
Was gibt es hier zu sehen? Neugierig wie wir sind, stoppen wir. Wir folgen einem Paar, das über die Steintreppe in eine kleine Schlucht hinabsteigt, in die sich ein schmaler Wasserfall ergiesst.

Plötzlich sehen wir, dass uns zwei Fratzen aus der Wand mit leeren Augen beobachten.
Da soll uns noch einer erzählen, die Natur sei unbeseelt!
Sind das die vielbeschriebenen Geister der Unterwelt?

 

Geist der Unterwelt?

 

 

 

 

 

 

 

Noch ein unheimliches Wesen

 

 

 

 

 

 

 

Da all die Picknick-Plätze, die uns das Navi anzeigt, nur über enge, steile Strassen und durch verwinkelte Dörfer erreichbar sind, für die selbst unser NOBIS zu breit ist, geben wir die Suche nach einem attraktiven Übernachtungsplatz auf und stellen uns bei Busquístar auf einen kleinen Platz im Wald.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ein Regentag

13. März 2017

Der Himmel hat sich über Nacht bedeckt und die Temperatur ist merklich gefallen.

Wir fahren trotzdem in die Sierra de Alpujarra. Etwas ausserhalb von Narila liegt ein Aussichtspunkt zuvorderst auf einem exponierten Felsband.

 

Mirador oberhalb von Narila

 

Jetzt beginnt es zu regnen, aber was kann man denn anderes von einem Montag, dem 13. erwarten?

Unbeirrt fahren wir weiter Richtung Puerto de la Ragua.
Nun mischen sich auch noch Flocken in den Regen und am Strassenrand liegen Schneereste. Als uns gar ein Schneepflug überholt, vergessen wir den Ausflug auf den Pass und fahren auf der anderen Talseite wieder in tiefere Lagen. Mit unseren Sommerreifen brauchen wir keine rutschige Fahrbahn.

Bei Íllar bringen vier riesige Orangenhügel etwas Farbe in den Regentag. Da kippen die Bauern ihre Früchte in grosse Zwischenlager mit betoniertem Boden.
Auf der Strasse darunter können sich dann Laster unter die kurzen Rutschen stellen. Wenn man nun die Schieber öffnet, rollen die Orangen in die LKWs.
Ob bei diesem Vorgang der Saft bereits beim Aufprall auf die Ladefläche entsteht oder ob da später doch noch eine Presse mithelfen muss, können wir leider nicht erzählen, da zur Zeit keine Früchte verladen werden.

 

Orangenverladestation

 

Wir finden einen eigentlich sehr schönen Übernachtungsplatz mit Fernsicht, aber eben … das Wetter!

 

Übernachtungsplatz bei Íllar

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

WoMo-Stellplatz in Ruescas

14. – 15. März 2017

Wir fahren auf die Halbinsel Cabo de Gata und da auf den Stellplatz in Ruescas.
Es stürmt heftig. Wir bearbeiten einen weiteren Blogbeitrag und schalten ihn online.

Link zur Strecke vom 14. März 2017:

 

Salinas de Acosta

16. März 2017

Der Sturm hat sich abgeschwächt, aber nach wie vor bläst ein starker Wind. Trotzdem fahren wir zu den Salinas de Acosta.
Dort wandern wir um die Seen, aus denen Salz gewonnen wird. Das Gebiet ist flach wie ein Teppich und ein Vogelschutzgebiet. Vögel sehen wir nur wenige, vielleicht ist es dafür die falsche Jahreszeit oder sie haben sich vor dem Wind verkrochen.

 

Vogelschutzgebiet bei den Salinas de Acosta

 

Die einzige höhere Erhebung weit und breit ist die Kirche von Al Almadraba.

 

Kirche von La Almadraba

 

In den Salinas wird zur Zeit nicht gearbeitet. Der grosse Salzberg zeigt jedoch, dass hier nach wie vor Salz gewonnen wird.

 

Salzberg der Salinas de Acosta

 

Nach dieser Wanderung fahren wir weiter zum Leuchtturm des Cabo de Gata.

 

Cabo de Gata

 

Beat fühlt sich hundemüde. Deshalb beschliessen wir umzukehren und nochmals auf den Stellplatz in Ruescas zu fahren.

Dort attestiert ihm das Fieberthermometer eine Temperatur von über 38°C und Annette entbindet ihn kurzerhand von jeglicher Küchenarbeit.

Wie heisst das so schön im Fachjargon: Beat erzielt einen sekundären Krankheitsgewinn. 😉

Link zur Wanderung um die Salinas:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Cabo de Gata

17. März 2017

Heute nähern wir uns dem Cabo de Gata von der anderen Seite.
Einige Sandstrände liegen idyllisch in Buchten zwischen Dünen. Die bereits am Anfang der Strecke angedrohte Parkgebühr von fünf Euro wird nirgends eingezogen, da die Badesaison noch weit entfernt ist.

Wir erfreuen uns an den vielen Blumen, die jetzt Hochsaison haben.

 

Tanger-Reichardie (Reichardia tingitana) und Natternkopf (Echium)

 

 

Tanger-Reichardie (Reichardia tingitana)

 

Die Dörfer wirken trist, die Landschaft ist steppenartig. Irgendwie werden wir trotz der schönen Sandstrände mit der Region nicht warm. Irgendwann kehren wir um. In San José fällt uns ein weisses Haus auf, das aus dem Rahmen fällt. Ein weisser Farbtupfer, sozusagen.

 

Originelles Haus in San José

 

Die Ebene von Nijar ist ein „Plastik-Tal“.
Plastik-Treibhaus reiht sich an Plastik-Treibhaus. Es werden vor allem Tomaten angepflanzt.
Gut für die Tomatenliebhaber, die auch im Winter nicht auf ihre Paradiesäpfel verzichten wollen, schade für die Natur!

 

Ebene von Níjar

 

Wir finden das Tal nicht besonders attraktiv. Deshalb halten wir Ausschau nach hübschen, kleinen, unscheinbaren Dingen, die es überall zu sehen gibt, wenn man die Augen offen hält.

 

Aloe marlothii vor einer Palme

 

Der Frühling hat Einzug gehalten. Überall blüht es und auch die Feigenbäume strecken ihre noch zarten Blätter der Sonne entgegen.

 

Feigentrieb

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Marmorsteinbrüche und ihre Bewohner

18. März 2017

Schon von weitem sehen wir einen Berg, aus dem Stücke herausgeschnitten sind.
Aber nein, das ist nicht der angeschnittene Kuchen eines Riesen, das sind die Steinbrüche von Macael.
Hier befindet sich das mit Abstand grösste Marmor-Vorkommen ganz Spaniens.

 

Marmorsteinbruch von Macael

 

Auf der Suche nach dem begehrten weissen Marmor werden ganze Berge abgetragen, bis man auf die wertvolle Schicht stösst.

 

Gesteinsschichten im Steinbruch von Macael

 

 

Weisser Marmor

 

Heute ist Samstag und es wird nicht gearbeitet. So können wir uns in Ruhe umsehen.
Wir widerstehen aber der Versuchung einen der transportfertigen Marmorquader mitzunehmen, da die Platzverhältnisse in unserem NOBIS eher eng sind und wir zufällig auch keinen Tieflader dabei haben.

 

Marmorquader

 

Plötzlich sehen wir, dass diese Gegend bewohnt ist. Drei weibliche Steinböcke beäugen uns vorsichtig von oben herab.
Als wir uns nähern, ziehen sie ruhig weiter, legen aber immer wieder Pausen ein, um uns zu beobachten.

 

Weiblicher Iberiensteinbock (Capra pyrenaica)

 

 

Steingeiss im Steinbruch von Macael

 

Die Wildtiere klettern aus unserem Blickfeld.

Wir fahren hoch zum Aussichtspunkt, wo man einen guten Überblick über den riesigen Steinbruch und über eine Solaranlage in der Nähe hat.

 

Ästhetik einer Solaranlage

 

Uns zieht es weiter ins Landesinnere.

Auf der Iberischen Halbinsel haben wir schon viele Weinplantagen gesehen und gestaunt wie verschieden die Reben gezogen und geschnitten werden.
Bei Casas Nuestras entdecken wir eine uns bis anhin unbekannte Form. Die Rebstöcke sind etwa zwei Meter hoch und erst dann werden die Triebe an einem Drahtnetz horizontal geführt. Die Reben werden wie Bäume gehalten.
Hier werden Tafeltrauben geerntet.

 

„Traubenbaum“

 

Beim Kloster Santa Eulalia (erbaut im Jahre 1574) spazieren wir den nahen Hügel zur Jesusstatue hinauf und entdecken da einen wunderschönen Übernachtungsplatz

 

Santuario de Santa Eulalia bei Totana

 

Den Kreuzweg säumen viele wunderschöne, mannshohe Figuren aus weissem Marmor.

 

Grablegung Jesu, Statue von Anastasio Martínez Valcárcel

 

Beat fotografiert dies und das und Annette holt inzwischen unser Wohnmobil im Tal.

 

Weisser Affodill (Asphodelus albus)

 

 

Annette bringt den NOBIS

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Santuario de Santa Eulalia

19. März 2017

Wir besuchen das Kloster Santa Eulalia.
Beat möchte gerne im Innern der Kirche fotografieren. Das tönt einfach, ist es aber nicht, denn heute ist Sonntag. Es scheint sich Messe an Messe zu reihen und die Kirche ist meistens voller Kirchgänger und Pilgerer.

Wir beschliessen zuerst zu frühstücken.

Nach dem Frühstück – zweiter Versuch.
Vom Band läuft eine Endlosschleife von Ave-Marias. Die Stimmung ist locker. Man wandert zu der Statue der heiligen Eulalia, streichelt ihre Füsse, fasst die goldenen Verzierungen ihres Gewandes an, bekreuzigt sich, geht in die Sakristei und diktiert dem Sakristan seine Anliegen.
Uns fällt auf, dass die Statue der Heiligen Eulalia im Zentrum steht, eine Christusstatue findet man erst an einer Seitenwand.

Trotz der Umstände gelingen einige Aufnahmen und vermitteln etwas von der einzigartigen Stimmung in diesem Gotteshaus.

 

Kirche im Santuario de Santa Eulalia

 

Der Dachstuhl ist sichtbar und zeugt von grosser Zimmermannskunst. Die Wände sind über und über mit Szenen aus der Bibel bemalt.

 

Kirchenschiff

 

 

Fusswaschung, letztes Abendmahl, Wandgemälde aus dem 17. Jhd. von Juan Ibáñez

 

Kirchenorgel im Santuario de Santa Eulalia

 

Tief beeindruckt verlassen wir diese Kirche. Sie alleine ist eine Reise wert.

Hier der Link zum Santuario de Santa Eulalia:

Draussen spazieren wir durch die Klosteranlage und geniessen den sonnigen Tag.

 

 

Nun geht es in den Naturpark de la Espuña.
Hier spazieren wir zu den „Pozos de las Nieves“. Das sind alte Eislagerhäuser. Der Innenraum wurde ca. acht Meter tief in den Boden gegraben.

In dieser Region befinden sich 25 ehemalige Eislager. Während mehr als 350 Jahren war das Sammeln von Schnee und der Verkauf von Eis ein wichtiger Erwerbszweig. Im Herbst wurden Steine und Äste von geeigneten Flächen weggeräumt. Später stiegen ganze Arbeitsgruppen hoch, um den Schnee zu sammeln und in die Pozos zu bringen. Dort wurde er mit Schlägeln zusammengestampft.
Im folgenden Jahr konnte das Eis von Mai bis September aus den Kellern geholt, verpackt und in die Städte gebracht werden. Diese Arbeit musste in der Nacht ausgeführt werden, um die Hitze des Tages zu vermeiden. Trotzdem verloren die Eisblöcke bis zu 50% ihres Gewichts.
Der Handel fand in einem Umkreis von bis zu 75 km statt.

Ja, die Leute wollten eben bereits im Vor-Eisschrankzeitalter ihre Lebensmittel kühlen!

 

Pozo de las Nieves

 

Die Suche nach einem Übernachtungsplatz gestaltet sich heute schwierig. Lange Zeit verweigert das Navi den Dienst, später finden wir lauter Parkplätze, die von Sonntagsbesuchern der nahen Stadt Murcia überquellen.
Im Freizeitpark bei La Alberca werden wir dann doch noch fündig.

Wir spazieren zum nahen Aussichtspunkt und Annette entdeckt da eine kleine, gut getarnte Gottesanbeterin.
Leider verhindert der Wind eine scharfe Aufnahme von diesem wundersamen Tier. Wir zeigen trotzdem ein Bild, denn nach dem Besuch eines Klosters eine Gottesanbeterin … das passt!

 

Gottesanbeterin (Mantodea)

 

Wie wenn uns der Tag nicht schon genug Schönes geboten hätte, beschert uns der Abend noch einen stimmungsvollen Sonnenuntergang.

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Die Spinne im Loch

20. März 2017

Wir wandern zum Mirador de Murcia hoch.
Mehr noch als die Aussicht auf die Ebene fasziniert uns ein Käfer. Er ist schwarz gepanzert und circa acht Zentimeter lang.
Einige Minuten verbringen wir damit zu beobachten, wie er über den Weg krabbelt und sich durch die Pflanzen kämpft.

Beobachten und Staunen wie ein Kind, das haben wir auf unserer Reise kreuz und quer durch Europa wieder gelernt.

 

Ölkäfer (Berberomeloe insignis)

 

Diese Art Ölkäfer (Meloidae) ist einer der grössten Käfer Europas.
Wir haben gar das Glück einen der seltenen „Berberomeloe insignis“ anzutreffen.

Und es gibt noch mehr zu entdecken:

 

Lerche (Alauda)

 

Plötzlich stoppt Annette und starrt an eine vegetationslose Wegböschung.
Was gibts da zu sehen?
Neugierig nähert sich Beat und bewundert einmal mehr Annettes scharfen Blick für das Unscheinbare, Besondere.

Eine Spinne hat sich eine Höhle gegraben und den Eingang mit trockenen Piniennadeln gesichert. So lauert sie in ihrem Versteck auf Beute, die vorbeikriecht oder fliegt.

 

Spanische Wolfsspinne (Alopecosa striatipes)

 

 

Schau mir in die Augen!!

 

Die Natur ist voller Überraschungen!

Hier nach all den Tieren zur Abwechslung eine Blume:

 

Illyrische Siegwurz (Gladiolus illyricus)

 

Nach dieser wunderschönen Wanderung fahren wir nach San Miguel de Salinas und besuchen eine Schwester von Beat, die mit ihrem Mann zeitweise hier wohnt.

Link zur Wanderung zum Mirador de Murcia: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Besuch bei Heidi und Armin

21. / 22. März 2017

Wir geniessen die drei Tage bei Heidi und Armin sehr. Wieder einmal ein eigenes Zimmer mit Bad, angeregte Gespräche, feines Essen und guten Wein … was will man mehr?

 

Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) im Garten

 

 

Blick über San Miguel de Salinas zum Mittelmeer

 

Herzlichen Dank, Heidi und Armin, für die Gastfreundschaft und die schöne Zeit, die wir mit euch verbringen durften.