Die letzten Tage in der Slowakei

 

Heute keine Gipfelfahrt für uns

8. Juli 2018

Das Wetter ist prächtig. Heute wollen wir mit der Seilbahn auf den Lomnický štít gondeln.
Wir fahren also zur Talstation, um Tickets zu kaufen. Aber es ist alles ausgebucht. Morgen soll das Wetter schlecht sein. Also reservieren wir Karten für übermorgen.
In der Nähe von Mengusovce entdecken wir einen schönen Übernachtungsplatz unterhalb eines lichten Kiefernwalds.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Sonniger Regentag

9. Juli 2018

Die Sonne weckt uns … das ist also schlechtes Wetter!!! … Meteorologe sollte man sein …

 

Mengusovce mit der Hohen Tatra

 

Hat sich das angekündigte Schlechtwetter wohl verspätet und trifft erst morgen in der Region ein? Wären wir doch bloss schon heute auf den Lomnický štít gefahren!!
Darüber kann man sich nun ärgern oder aber sich an den vielen schönen Dingen erfreuen, die in unmittelbarer Nähe darauf warten entdeckt zu werden. Wir entschliessen uns für zweiteres.

 

Distelknospe (Carduoideae)

 

 

 

 

 

 

 

Stein-Nelke (Dianthus sylvestris)

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich sind wir trotzdem erleichtert, als sich schon bald eine dichte Wolkendecke über die Hohe Tatra legt. 😉

Am Nachmittag fahren wir auf den Parkplatz der Seilbahn in Tatranská Lomnika. Wir wollen morgen bereit sein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lomniký štít

10. Juli 2018

Früh am Morgen ist der wolkenlose Himmel strahlend blau.
Um 9:00 Uhr fahren wir mit der grossen Gondelbahn in die Mittelstation. Doch der Himmel bezieht sich schnell.

 

Irgendwo da oben ist der Gipfel.

 

Zum Glück hängt die Gondel an einem Seil, sie würde den Weg durch den Nebel sonst kaum finden.

 

 

Nun beginnt es auch noch zu regnen. Wir setzen uns ins Restaurant und trinken Tee/Kaffee. Zeitweise mischt sich in den heftigen Schauer sogar Graupel. Keiner geht freiwillig nach draussen.

 

 

Da haben wir uns einen wunderbaren Tag ausgesucht, um auf den Lomniský štít zu fahren. 😦 Die Gondel musste im Voraus auf eine ganz bestimmte Zeit gebucht werden und nach genau 50 Minuten Aufenthalt soll es dann wieder hinunter gehen.
Zudem hängt nur eine einzige Gondel an dem Seil, die lediglich 15 Personen Platz bietet.

Verstehe das, wer wolle!

Langsam klart es im Tal wieder auf, nur um den Gipfel halten sich standhaft dicke Wolken.

 

Blick von der Mittelstation in die Ebene

 

Eine Regenpause nutzen wir für einen Spaziergang um den kleinen Bergsee Skalnaté Pleso, der direkt hinter dem Restaurant liegt.

Sind das die letzten nebelfreien Bilder von unserem Bergausflug?

 

Skalnaté Pleso

 

 

Begegnung in der Pfütze

 

Die Zeit unserer Bergfahrt naht … und siehe da, der Gipfel zeigt sich wieder. Wir können doch noch hoffen!

 

 

Rechtzeitig vor der Abfahrt zur Lomnitz-Spitze (Lomniký štít) sind wir wieder bei der Station. Ein Angestellter der Bahn fragt uns, ob wir Tickets für die Gondelbahn hätten. Obwohl wir erst 20 Minuten später eingeplant waren, können wir gleich in die nächste Gondel steigen und hochfahren. Da scheint jemand vor der Fahrt aufgegeben zu haben.

Für Wissbegierige:
Der Lomniký štít ist mit 2634 m ü.M. der zweithöchste Gipfel der Hohen Tatra und diese „das kleinste Hochgebirge der Welt“! Ja, wir lieben Superlative!

Für Technikfreaks:
Die Seilbahn überwindet eine Höhe von 861 Meter und auf den 1665 Metern Länge steht lediglich eine einzige Stütze.

Für stolze Eidgenossen:
Die Seilbahn wurde von der Schweizer Firma von Roll erbaut.

 

 

Zwerg-Miere (Minuartia sedoides)

 

 

Auf dem Gipfel liegt überall noch Graupel von dem Unwetter.
Die Blumen üben für den Winter.

 

 

Blick in die Tiefe vom Lomniský štít

 

Doch wir haben Glück, der Himmel klart immer mehr auf und gibt das imposante Panorama frei.

 

 

 

 

 

Ein enger, eingezäunter Pfad führt ein paar Schritte auf dem schmalen Grat entlang. Auf allen Seiten geht es annähernd senkrecht in die Tiefe. Nun verstehen wir auch, warum die Gondel nicht grösser und Aufenthaltszeit hier oben begrenzt ist: Es hätte gar keinen Platz für mehr Leute.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit 2634 m ü.M. der zweithöchste Gipfel der Hohen Tatra

 

 

 

 

 

 

Nach 20 Minuten, just als die Gondel einfährt, auf die wir eigentlich gebucht waren, verstecken sich die Berge wieder in den Wolken.
Hei, haben wir da Glück gehabt!!!

 

Bergstation Lomniký štít im Nebel

 

Überglücklich lassen wir uns wieder ins Tal hinunter tragen.

Nun fahren wir Richtung Nove Mesto und finden in Podbanské einen ruhigen Übernachtungsplatz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kleine Karpaten

11. Juli 2018

Am Morgen erscheinen zwei Männer mit Motorsensen und beginnen die Rasenstreifen zwischen den Parkplätzen zu mähen.
Wir wechseln auf den grossen Platz auf der anderen Strassenseite. Kurz darauf taucht ein kleiner Traktor mit Mäher auf, der auch auf unserer Seite Gras schneidet. Keine guten Bedingungen für ein ruhiges Frühstück.

Wir ziehen deshalb bald weiter.

In Teich von Liptovksý Hradok steht ein Fels und darauf ein Bildstock. Originell und zudem vor Vandalen geschützt.

 

Unzugänglicher Bildstock in Liptovksý Hradok

 

Am Nachmittag fahren wir zur Gedenkstätte auf den Hügel Bradlo in der Nähe von Nové Mesto nad Váhom.
Wir geniessen den Blick über die Felder und Wälder im Tal.

 

 

In diesem Grabdenkmal wurde Milan Rastislav Štefánik bestattet. Er war einer der drei Gründerväter der ersten Tschechoslowakischen Republik (1918 bis 1938).

 

 

 

 

 

Für diese Nacht bleiben wir auf dem Parkplatz unterhalb des Monumentes.

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Letzter Tag in der Slowakei

12.07.2018

Heute feiert Annette ihren Geburtstag und morgen werden wir die Slowakei in Richtung Schweiz wieder verlassen.
Grund genug uns nochmals in einem Hotel einzuquartieren und die Annehmlichkeiten zu geniessen.

 

Hotel Tilia in Pezinok

 

Auf einem kleinen Spaziergang durch dieses verschlafene Städtchen entdecken wir die „urbane Natur“.
An zwei grossen Schmetterlingsfliedern beobachten wir verschiedene Insekten.

 

Tagpfauenauge (Aglais io) auf Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)

 

 

Tagpfauenauge (Aglais io)

 

Und „klapp!“ tarnt sich einer der bunten Schmetterlinge.

 

Unscheinbares Tagpfauenauge (Aglais io)

 

Wir wenden uns den anderen Gästen zu, die sich an diesem „Tischlein deck dich“ bedienen.

 

Biene (Apis mellifera)

 

 

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

 

Nun schlendern wir weiter zum nahen Park.

 

Evangelische Kirche in Pezinok

 

 

Blühender Balkon

 

Im Zámocký Park lernen wir etwas über die Zeit, die vergeht, bis sich Abfall zersetzt hat. (Für Nichtslowaken: Rokov heisst Jahre.)
Dies war mit ein Grund, weswegen wir ausnahmslos an jedem Übernachtungsplatz, an dem wir in den letzten gut viereinhalb Jahren gratis stehen konnten, herumliegenden Müll gesammelt haben.

 

 

Nein, das ist kein Abfall, das ist ein Pilz, der hier im Park wächst.

 

 

Wir sitzen auf einer Bank am Teich und lassen die letzten Jahre Revue passieren. Wir haben unglaublich viel Schönes erlebt und gesehen.
Aber nun bricht ein neuer Lebensabschnitt an: Wir werden wieder sesshaft.

 

 

Das ist zwar spannend, stimmt aber auch ein wenig traurig.
Selbst der Tannenzapfen einer Stech-Fichte vergiesst darüber harzige Tränen.

 

Stech-Fichte (Picea pungens)

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Tschüss, du schöne Slowakei

13. Juli 2018

Heute geht es über Österreich zurück in die Schweiz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von steilen Leitern und gemächlichen Flossfahrten

 

Durch die Suchá Belá Schlucht

5. Juli 2018

Wir fahren nach Podlesok. Der Parkplatz-Wächter kommandiert uns so lange auf der Wiese rum (NEIN, nicht so! Front gegen den Feldweg … 20 Zentimeter mehr nach links … einen halben Meter zurück!!) bis der NOBIS genau so steht, wie er sich das vorstellt.
Endlich passt es!
Schmunzelnd wandern wir zum Eingang in die Suchá Belá Schlucht.

 

 

Der Weg liegt zu Beginn mitten im Bachbett, aber es gibt immer Kiesbänke oder Trittsteine. Nach einem eher gemächlicher Start wird die Schlucht enger und steiler. An schwierigen Stellen wurden unzählige Holzstiegen, Treppen, Leitern, Gitter, Seile und Ketten angebracht.
Einzelne Wanderer kommen dabei ziemlich an ihre Grenzen.
Und es leuchtet nun auch ein, warum die Schlucht nur in dieser Richtung begangen werden darf.

Hier ein paar Eindrücke von dieser einmaligen Wanderung:

 

 

 

 

 

 

 

Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwindelfreiheit ist eine Voraussetzung!!

 

 

 

 

 

 

 

Am Ausgang der Schlucht steht ein kleines Holzhäuschen über einer Quelle. Fröhlich sprudelt das Wasser durch die kurze Röhre, bevor es den weiten Weg zum Meer selber suchen darf.

 

„Quellfassung“

 

Wir wandern auf der Forststrasse zurück zu unserem NOBIS. Immer wieder überholen uns Wanderer auf Mountain-Bikes, die man oberhalb der Schlucht für die Talfahrt mieten kann. Doch gemäss unserem Motto: „Zu Fuss sieht man am meisten“, verzichten wir auf die Räder.

Ein Schwalbenschwanz will sich partout nicht fotografieren lassen. Immer wieder setzt er sich auf einer Türkenbundlilie dekorativ in Szene, aber sobald sich ihm Beat mit der Kamera nähert, flattert er weiter.
So wollen wir uns mit der Blume begnügen, doch siehe da, ein Sechsfleck-Widderchen nutzt die seltene Gelegenheit auf unserem Reise-Blog der ganzen Welt vorgestellt zu werden.

 

Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae) auf einer Türkenbundlilie (Lilium martagon)

 

Unter den Insekten spricht es sich schnell herum, dass man hier entdeckt und eventuell sogar berühmt werden kann. Plötzlich krabbeln auch noch eine mit Goldstaub geschmückte Motte und ein glänzend roter Käfer herum. Es gibt keine Grenzen bei Casting-Shows 😉 !
Wir tun unsere Pflicht und zeigen sie hier. Vielleicht ist das ja der Start zu einer internationalen Karriere. Der Tiere natürlich… 😉

 

 

Eine Hummel will nicht berühmt werden. Schnell verkriecht sie sich in einer Fingerhut-Blüte.

 

Hummel (Bombus) in einer Blüte des Gelben Fingerhutes (Digitalis lutea)

 

Link zur Wanderung durch die Suchá Belá Schlucht: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Sprayer in Vel ‚ká Lomnica

6. Juli 2018

Schon früh am Morgen brennt die Sonne und der NOBIS verwandelt sich in einen Backofen. Zum Frühstück fahren wir einige Kilometer weiter an einen schattigen Waldrand.

In Vel ‚ká Lomnica haben wir die seltene Gelegenheit einigen Sprayern am helllichten Tage bei der Arbeit zuzuschauen. An Hand von Vorlagen auf Papier oder dem Handy bemalen sie kunstvoll eine lange Mauer.
Einiges ist bereits fertig gestellt, anderes noch im Entstehen.

 

 

Plötzlich rennen alle panikartig davon. Die Spraydosen lassen sie auf dem Trottoir zurück! … Nein, nicht die Polizei hat sie vertrieben, sondern ein Regenschauer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beeindruckend, oder?

 

Wir fahren weiter nach Červený Kláštor. Von dort wollen wir uns morgen auf einem Floss den Dunajec, den Grenzfluss zu Polen, hinunter treiben lassen.

Zum Abendbrot bereiten wir den Schweizer Klassiker: „Gschwellti mit Chäs!“ zu. Für Nicht-Schweizerdeutschsprechende: Pellkartoffeln mit Käse.
Der slowakische Käse ist ausserordentlich lecker. Es gibt die verschiedensten Sorten. Am meisten staunen wir über die geflochtenen oder geknoteten „Käseschnüre“ und die Käsebänder, die aufgerollt und anschliessend geräuchert worden sind.

 

Slowakische Käseplatte

 

Moment….. der Käse mit den grossen Löchern ist doch ein Emmentaler!
Richtig, gut beobachtet: aber ein in der Slowakei hergestellter. Gute Dinge kann man ja übernehmen … wir warten also auf den Schweizer Käsezopf!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Flossfahrt auf dem Dunajec

7. Juli 2018:

Am frühen Morgen hätte uns eine Bachstelze gerne geweckt, doch mit vollem Schnabel pfeift es sich schlecht.

 

Bachstelze (Motacilla alba )

 

Wir sind aber eh schon wach, haben bereits gefrühstückt und stehen um 9:00 Uhr an der Kasse um ein Ticket für die Flossfahrt zu ergattern.
Ein Junge bindet mit einem Seil je fünf „Holztröge“ zu einem Floss zusammen. Danach werden vorne einige Tannenzweige befestigt, damit die Wellen gebrochen und die Touristen nicht nass werden.
Es wird aber auch erzählt, was der wahre Zweck dieses Reisigs sei: „Es wird zum Kränzeflechten für ertrunkene Touristen genutzt. Dieser Service ist im Fahrpreis inbegriffen.“

 

Ein Floss wird vorbereitet.

 

Wie dem auch sei, wir wagen uns auf eines dieser schaukelnden Gebilde. Bereits nach kurzer Zeit fahren wir an einem der seltenen Schwarzstörche vorbei, der unbeeindruckt durch das seichte Wasser watet und nach Beute Ausschau hält.

 

Schwarzstorch (Ciconia nigra)

 

Doch auch eine andere Spezie hätte gerne Fisch auf dem Speisezettel.

 

Fliegenfischer im Dunajec

 

Gemütlich treiben wir den Fluss hinunter. Vor uns tauchen die „Drei Kronen“ (Polen) auf. Gemächlich ziehen wir an ihnen vorbei.

 

Die steilen spitzigen Felswände des „Drei-Kronen-Massivs“

 

Das Floss wird von zwei Profis gesteuert. Der Frontmann gibt immer wieder Erklärungen ab, leider nur auf Slowakisch. Wir geniessen die Fahrt um so mehr, müssen wir doch nicht den Worten lauschen, sondern können unseren eigenen stillen Beobachtungen nachhängen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So staunen wir über die vielen Kanuten, die mit den Stromschnellen kämpfen und …

 

 

… sind einmal mehr verblüfft über die vielen verschiedenen Grüntöne, die der Wald zur Schau stellt.

 

Symphonie in Grün

 

Nach einer guten Stunde landen wir wieder an. Die Touristen steigen aus und das Floss wird in seine Einzelteile zerlegt und auf einen bereitstehenden LKW geladen.
Wir sind froh, dass wir uns bereits mit den Ersten auf die Fahrt gemacht haben. In immer kleineren Abständen folgt Floss auf Floss.

 

 

Einige müssen sogar in einer Kolonne hintereinander herfahren.

 

Flüssiger Kolonnenverkehr auf dem Dunajec

 

„Und schau da!“ … „Wo?“ … „Da!“ …
Da schwimmt der Fisch, auf den weiter oben der Storch und der Fischer gelauert haben … schlaues Tier!

 

Döbel (Squalius cephalus)

 

Auch hier wäre es möglich mit gemieteten Fahrrädern oder gar mit einer Pferdekutsche zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Doch wer uns kennt, der weiss: „Die wandern.“

Der Weg dem Fluss entlang führt an der schönen Kirche von Sromowce Niżne in Polen vorbei …

 

Katholische Kirche in Sromowce Niżne (PL)

 

… und am Friedhof von Červený Kláštor, wo eine ebenfalls sehenswerte Kirche steht. Die Fassade aus rundgeschliffenen Flusssteinen ist beeindruckend.

 

Friedhofskapelle von Červený Kláštor

 

Kurz vor dem Ausgangspunkt wacht ein Unbekannter mit aufmerksamem, hölzernem Blick.

 

Unbekannter Wächter

 

Nach zwei Stunden Wanderzeit sind wir wieder in Červený Kláštor. Gerade richtig, um dem Abladen der Flosse zuzuschauen. Die Männer arbeiten Hand in Hand, ohne viele Worte. Jeder weiss genau, was seine Aufgabe ist und so ist der LKW im Nu entladen.

 

Abladen der Holzkästen

 

Andere lassen die Holzkästen zu Wasser und binden sie dort wieder zu Flossen zusammen.

 

Ein Floss wird zusammengebaut.

 

Am späteren Nachmittag fahren wir auf den nächsten Pass hinter Rel’ov. Dort am Ende einer Nebenstrasse finden wir einen hübschen Übernachtungsplatz. Von da blicken wir auf die Hohe Tatra mit dem Gipfel Lomnický štít. Der ist unser morgiges Ziel.

 

Einmal mehr ein wunderschöner Übernachtungsplatz im Nirgendwo

 

Link zur Bootsfahrt auf dem Dunajec und der Wanderung zurück an den Ausgangspunkt:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderland Slowakei

 

Auf den Chopok

2. Juli 2018

An der Talstation Krupová registrieren wir uns für den „GoPass“ des Tatra-Gebiets. Damit bekommen wir die Fahrkarten günstiger. Die nette Dame erklärt uns, dass wir für € 20.– bzw. € 16.– (ab 60 Jahren gilt man hier als Senior und erhält Vergünstigungen 🙂 ) ein Retour-Ticket lösen könnten. Dieses berechtigt zu einer Fahrt auf den Chopok-Gipfel, dann auf der Nordseite hinunter nach Demänovská Dolina und wieder zurück.
So viel Gondelfahren lassen wir uns nicht entgehen!

 

Gondelbahn auf den Chopok

 

Wieder auf der Bergstation angekommen, wandern wir auf den nahen „Hausgipfel“.

 

Chopok

 

 

Wow!! Über 2000 Meter!!

 

Der Blick in die Tiefe und in die Weite sind wunderbar. Hier gefällt es uns.

 

Blick vom Chopok

 

In die Bergstation der Luftseilbahn ist auch ein Hotel integriert. Spontan beschliessen wir für eine Übernachtung anzufragen. Wir sind bereit einen hohen Preis dafür zu bezahlen, … doch leider sind alle Zimmer besetzt. 😦

Auf wunderschön angelegten Wegen wandern wir zum Ďumbier, dem höchsten Berg der Niederen Tatra.

 

Bergwanderweg in der Niederen Tatra

 

Die Wanderwege wurden sorgfältig und mit viel Aufwand aus flachen Felsbrocken angelegt.

 

 

 

Ďumbier, 2043 m ü. M.

 

Nach einer ausgiebigen Pause wandern wir zurück zum Grat und weiter zur Chata Stefánika.

 

 

 

 

 

 

Auch Eingeborene geniessen den Blick in die Tiefe.

 

 

Die Chata Stefánika ist ein mächtiges Steinhaus, das sich hinter einem Hügel versteckt. Die drei Frauen, die die wenigen Gäste bewirten, sind heillos überfordert. Die einfachen Mahlzeiten werden einzeln zubereitet und immer, wenn etwas fertig ist, zur Abholung ausgerufen. Es ist so nicht möglich, zusammen warm zu essen, denn zwischen den einzelnen Ausgaben verstreicht immer viel Zeit.

Endlich sind wir an der Reihe. Annette kriegt statt den einfachen Kartoffelpuffern mit Käse ein ganzes Menue. Als sie die Richtigkeit höflich anzweifelt, wird ihr resolut beschieden, dass sie das bestellt und bezahlt habe. So tun wir uns zu zweit gütlich daran, während ein Paar am Nebentisch auf unseren Teller schielt und immer nervöser wird.

Gestärkt wandern wir zur Mittelstation der Chopok-Bahn. Wir hoffen sehr, das auch unsere Nachbarn noch zu ihrem Essen kommen.

 

Weg von der Chata Stefánika zur Chopok Bahn.

 

Wunderschön blüht ein Hauswurz am Wegesrand.

 

Hauswurz (Sempervivum)

 

Wir entdecken sogar einen Türkenbund, der sich unter einem Busch versteckt hat.

 

Türkenbund (Lilium martagon)

 

Nach insgesamt vier Stunden Wanderzeit lassen wir uns von einer Gondel hinunter zu unserem NOBIS fahren, der auf dem riesigen Parkplatz wartet.

Link zur Wanderung auf den Chopok und den Ďumbier: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Fernsehen in Dedinky

3. Juli 2018

Auf dem Weg nach Dedinky sehen wir eine grosse Kuhherde, die von einem Hirten und seinen Border Collies gehütet wird. Eine seltene Idylle in unserer hektischen Zeit.

 

 

Ein Stück weiter stehen zwei Roma-Mädchen (ca. 6 und 8 Jahre alt) am Strassenrand, die einladend eine grosse Schüssel mit Heidelbeeren präsentieren. Als wir anhalten, bricht ein Riesenjubel aus. Wir füllen aus der Schüssel eine Schale für uns ab. Stolz wird als Preis 10 € in den Sand geschrieben. Wir wollen ja die Beeren bezahlen, doch das ist definitiv zu viel. Aber wir einigen uns schnell und so haben sowohl die Mädchen als auch wir einen Gewinn aus dem kleinen Strassenhandel.

Heute brauchen wir ganz dringend guten Internetempfang, denn die Schweiz spielt im Fussball WM-Achtelfinale gegen Schweden. Und Beat MUSS das sehen.

Dedinky liegt hübsch am Palcmanská-Stausee, aber die meisten Unterkünfte sind noch geschlossen. Wir brauchen fünf Anläufe bis wir eine Pension mit WiFi im Zimmer finden.

 

Palcmanská-Stausee

 

 

Pension Pelle in Dedinky

 

Wir geniessen den Blick vom Balkon …

 

 

… und Annette zudem das Kofola zum Aperitiv. Kofola ist ein slowakisches Getränk.
Das ist eine Art Cola mit Caramelgeschmack und überraschend würziger Note. Es schmeckt so lecker, dass wir nicht verstehen können, warum diese Spezialität in unseren Breitengraden noch keine Importeure oder Nachahmer gefunden hat.
Los, JungunternehmerIn! Fülle die Marktlücke!

 

Annette und ihr Kofola

 

Zum Fussballmatch wollen wir nichts schreiben, denn wer verliert, braucht keine Werbung!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Durch die Schlucht Dobšinská Maša

4. Juli 2018

Für das Frühstück fahren wir auf den Dorfplatz, Annette kauft im Laden frische Brötchen, Milch und Joghurt.

Gestärkt machen wir uns auf den Weg. Wir wandern zum Eingang der Schlucht Dobšinská Maša.
Auch eine Grille scheint ihren kurzen Flügeln nach zu schliessen mehr zu wandern denn zu fliegen.

 

Feldgrille (Gryllus campestris)

 

Der Eintritt für den Wanderweg durch die Klus kostet für Annette € 2.– und für Beat 50 Cent. Wie lukrativ, wenn man über 60 Jahre alt ist. 😉

Der Weg führt über mehrere in den Felsen eingelassene Eisenbügel und Gitter und hohe Leitern.

 

Annette am Berg

 

Ein Schmetterling sitzt anmutig auf einer der Ketten, an denen sich unsichere Wanderer in gefährlichen Passagen festhalten können. Er scheint über unsere mühsame Kraxelei zu lächeln.

 

Admiral (Vanessa atalanta)

 

Unglaublich, welcher Aufwand betrieben wurde, um die Schlucht begehbar zu machen. Verständlich, dass man am Eingang einen Obulus entrichten muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht nur Metalleitern erleichtern den Aufstieg. Auch eine „Baumstammtreppe“ wurde gebaut …

 

 

… oder eine umgestürzte Tanne originell zur „Baumschwelle“ ausgesägt. Selbst die Rillen für den besseren Halt wurden liebevoll eingefräst.

 

„Baumschwelle“

 

Wo möglich wurde der Weg naturbelassen, so dass man auf einigen Abschnitten sogar mitten im Bach wandern kann.

 

 

Auch der Türkenbund fühlt sich wohl in dieser Schlucht.

 

Türkenbund (Lilium martagon )

 

 

 

Über uns leuchten die Buchenblätter in der Sonne wie grüne Lämpchen.

 

Buchengrün & Buchenbraun

 

Oben angekommen wandern wir über den Berg Geravy zurück nach Dedinky. Die Sesselbahn, die einst hier heraufführte, wird von der Natur zurückerobert.

 

Back to nature

 

 

 

In den Wiesen im Tal entdecken wir einige Pflanzen mit goldgelben Blüten und leuchtendblauen Blättern an den Spitzen.
Handelt es sich hier um eine Art Klappertopf? Wir finden es nicht heraus.

 

Uns unbekannte Blume

 

Eine Hummel saugt fleissig Nektar aus den Blüten eines Kerbels.

 

Kerbel (Anthriscus) mit Hummel (Bombus)

 

Und ein Wiesen-Storchschnabel kündet jetzt schon den fernen Herbst an.

 

Blatt eines Wiesen-Storchschnabels (Geranium pratense)

 

Unten im kleinen Dorfpark von Dedinky werden wir von zwei Birkenziegen begrüsst.

 

Birkenziegen (Capra birkensis) 😉

 

Nach nur zweieinhalb Stunden sind wir zurück bei unserem NOBIS.
Ein einsamer Fischer steht im See und versucht Beute an seine Angel zu locken.

 

 

Uns jedoch zieht es weiter.

Auf dem Pass Sedlo Súl’Ová finden wir auf einer Holzlagerstelle einen ruhigen Übernachtungsplatz.

 

Link zur Wanderung durch die Schlucht Dobšinská Maša: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

West-Tatra und Liptau

 

Freilichtmuseum Orava

26. Juni 2018

Die Wolken hängen tief. Wandern in den Bergen ist nicht nur sinnlos, sondern kann sogar gefährlich werden. Doch Annette hat ein Alternativprogramm gefunden.
Wir fahren einige Kilometer talauswärts und sehen uns das Freilichtmuseum Orava an. Hier wurde ein Dorf nachgebaut mit Original-Häusern aus dem 18. und 19. Jh.

 

Heutige Bewohner von Orava

 

Die Gebäude sind mehrheitlich Holzbauten, erst in neuerer Zeit konnten sich wohlhabendere Leute ein Haus aus Stein leisten.
Früher galten verputzte Holzhäuser schon als „mehrbesser“.
Die ärmeren Bauern und Handwerker füllten die Balkenlagen lediglich mit trockenem Moos aus, damit der Wind nicht durch die Ritzen blasen konnte.

 

Freilichtmuseum Orava

 

Durch das abwechslungsreich angelegte Gelände fliesst der Bach Studený potok.

Ein Schornstein fehlt bei all den Häusern. Der Rauch wurde von der Kochstelle ins Dachgeschoss geleitet. Dort hängte man Fisch, Käse, Fleisch und Wurstwaren zum Räuchern auf. Danach zog er direkt durch die Schindeln ab.

 

 

 

 

Bauernhof

 

 

Einfacher Gartenzaun aus geschälten Ruten

 

 

Schraubenziege (Capra falconeri)?

 

Natürlich sind die Häuser offen und man entdeckt da so einiges … Bekanntes und Unbekanntes!

 

Stube des Lehrers im 19. Jh erbaut

 

 

Haus des Schultheiss von 1828

 

In der Stube des Gemeindevorstehers standen die Waagen und Masse für Getreide und Kartoffeln, die in dieser Gemeinde gültig waren.

 

Haus eines Kleinbauern von 1790

 

Was steht denn da mitten in der Stube?
Ah! eine Gehhilfe für ganz kleine Kinder. So konnten sie ihre ersten Schritte wagen, ohne umzufallen und ohne in die Nähe des offenen Herdfeuers zu geraten.
Diese Konstruktion scheint beliebt gewesen zu sein, man findet sie auch in anderen Häusern.
Wir schmunzeln über das Töpfchen.
Die bemalte Truhe war ein wichtiger Teil der Brautaussteuer.

 

Backstube

 

An der Wand steht der grosse Trog, in dem der Brotteig geknetet wurde. In den Strohschüsseln konnte der Teig in Ruhe aufgehen. Der „Wedel“ diente zum Befeuchten des Brotes während des Backens.

 

Bauernanwesen von Anfang des 20. Jh.

 

Fortgeschrittenere Kinder, die „unfallfrei“ im Kreis herumtapsen konnten, durften danach an einem Rahmen mit Rädern im Wohnzimmer herumlaufen.

Unter dem Holzboden in der Stube wurden die Kartoffeln gelagert und so vor Frost geschützt.

 

„Gehen“ Lektion 2

 

 

Haus eines Kleinbauern von 1868

 

Die Familie des Schafhirten konnte sich lediglich eine Hütte mit einem Boden aus gestampftem Lehm leisten.

 

Hütte des Holzfällers und Hirten von 1833

 

Der rekonstruierte Brennofen für Töpferwaren von 1918 ist beeindruckend. Um den Ofen optimal zu nutzen, brannten hier mehrere Töpfer gemeinsam ihre Rohlinge, bis zu 3600 Stück fanden Platz. Der Prozess dauert ca. 11 Stunden, dabei wurden 4 m³ Holz verbrannt.

 

Imposanter Brennofen in Orava

 

Natürlich fehlte auch die Dorfschule nicht …

 

Schulstube in Orava aus dem Jahre 1752

 

… und was wäre ein Dorf ohne Kirche?

 

Kirche von Orava aus dem 15 Jh.

 

Die Kirche ist der Heiligen Elisabeth geweiht und mit Blumenornamenten bemalt. Die Barockorgel auf der Empore ist immer noch spielbar.

Wir tauchen wieder auf aus der guten alten Zeit und überlegen uns bei einem deftigen Gulasch in der Gaststätte, wie wir das Laufen lernen konnten, ohne die Gehhilfen, die wir hier gesehen haben.

Morgen soll das Wetter nochmals regnerisch sein. Wir beschliessen deshalb weiter zu fahren und später für eine Wanderung in die West-Tatra zurückzukehren.

 

Blick auf den Liptovská Mara (Liptauer Stausee)

 

In Liptovský Trnovec fahren wir auf den Campingplatz am Liptovská Mara.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wellnessen in Liptovský Mikuláš

27. bis 29. Juni 2018

Die Wetterprognosen verheissen weiterhin nichts Gutes. Im Internet suchen wir nach einem netten Hotel in der Nähe, um das schlechte Wetter dort auszusitzen. Die Bewertungen und die Bilder des Viersterne-Hotels Jánošík in Liptovský Mikuláš gefallen uns gut. Wir buchen also ein Zimmer. Als wir aber dort ankommen, sind wir sehr enttäuscht. Ein unpersönlicher, hässlicher Häuserblock steht da vor uns.

 

Hotel Jánošík in Liptovský Mikuláš

 

Von innen sieht es jedoch viel ansprechender aus. Da wir ja drinnen wohnen, bleiben wir trotzdem drei Tage hier. Wir geniessen die Saunas und das Dampfbad sowie den Blick auf den Fluss Waag.

 

Dekorativ hergerichtetes Bett

 

Am Donnerstag besichtigen wir die ehemalige Synagoge in Liptovský Mikuláš, die zu den grössten der Slowakei zählte. Sie wurde 1906 in der heutigen Form erbaut.

 

Synagoge von Liptovský Mikuláš

 

Die Repressalien im 2. Weltkrieg führten zum Untergang der gesamten jüdischen Bevölkerung in Liptovský Mikuláš. Während der Zeit des Kommunismus wurde die Synagoge als Lagerraum missbraucht. Dies verursachte grobe Beschädigungen im Gotteshaus. Die wertvollen Jugendstil-Glasfenster konnten demontiert und gerettet werden.

 

 

Die Synagoge ist sehr heruntergekommen. Hoffentlich bringt man das Geld zusammen, um diesen einst wunderschönen Sakralbau zu renovieren.

Unser Hunger nach religiösen Kultstätten ist noch nicht gestillt. Wir fahren deshalb nach Svätý Kríž.
Der Weg führt durch landwirtschaftlich genutztes Land. Aus den kleinen Feldern und Äcker, schliessen wir, dass hier Kleinbauern ihren Lebensunterhalt erarbeiten. Diese Hypothese stützt die Art der Heutrocknung. Arbeitsaufwändig werden Heinzen auf der Wiese aufgestellt und das Gras von Hand daran aufgehängt.

 

Heinzen

 

Während der Gegenreformation war es den evangelischen Christen nicht gestattet eigene Gotteshäuser zu bauen. Kaiser Leopold I. erliess jedoch 1681 die sogenannten „Artikularien“. Nach denen durften einige wenige reformierte Kirchen errichtet werden, aber nur unter strengen Auflagen: die Bauten durften nur aus Holz bestehen, ohne steinerne Fundamente und ohne die Verwendung metallischer Halterungen. Sie durften keinen Glockenturm haben, mussten ausserhalb von Ortschaften und an Nebenstrassen stehen und innerhalb von 12 Monaten fertiggestellt werden.

Die Artikular-Kirche von Paludza wurde vor der Überflutung durch den Stausee gerettet und in Svätý Kríž wieder aufgebaut.
Sie stammt aus dem Jahre 1773/74 und wurde innert 8 Monaten unter der Anleitung des Zimmermanns Joseph Lang aufgerichtet. Dieser konnte zwar weder schreiben noch lesen, war aber ein begnadeter Handwerker. Die Kirche hat den Grundriss eines Kreuzes mit einer Länge von 43 m. Sie bietet Platz für 6000 Menschen!
Der Innenraum der Kirche vermittelt durch das Holz und die abgerundeten Formen von Decke und Fenstern ein heimeliges Gefühl. Er ist dekoriert mit wunderschönen Gemälden von biblischen Szenen und himmlischen Musikern. Aber auch Edelleute und gewöhnliches Volk werden dargestellt.

Leider ist das Fotografieren im Innern verboten.
Einige wenige Bilder findest du unter: www.slovakia.travel/de/svaety-kriz

 

Artikular-Kirche von Svätý Kríž

 

 

 

 

 

 

Link zur Strecke vom 27. Juni 2018:

Link zur Strecke zur Holzkirche von Svätý Kríž:

 

 

Auf Reisen trifft man sonderbare Dinge an!

30. Juni 2018

Wir nutzen den sonnigen Tag für einen Ausflug ins Demänova-Tal.
Was trifft man da unterwegs nicht alles an, wenn man die Augen offenhält!

Eine überdimensionierte Kuh, aus Brettern zusammengeschraubt, wirbt für das kleine Café in Demänova.

 

Die Kuh von Demänova

 

Oder einen Hirsch, dem gar mit dem Jägermeister gedroht wird.

 

„Hirschlein nimm dich wohl in Acht …“ ♪♫♪♫

 

In Demänovská Dolina besuchen wir die Eishöhle. Leider darf man in der Höhle nur fotografieren, wenn man € 10.00 bezahlt!! Wir beugen uns der Abzocke nicht und verzichten auf Bilder aus der Unterwelt.
Hier zum Trost eines, das das Demänovská -Tal vom Kassenhäuschen aus zeigt.

Die Führung wird nur in slowakischer Sprache angeboten, aber es gibt einen Info-Zettel u.a. in Deutsch. Diesem entnehmen wir, dass hier viele Höhlenbärenknochen gefunden wurden. Man hielt sie für Drachenknochen und nannte die Höhle ursprünglich Dračia jaskyňa (Drachenhöhle). Der junge, engagierte Guide gestaltet den Rundgang sehr abwechslungsreich, indem er geschickt die Beleuchtung variiert oder passende Musik erklingen lässt.
Der Teil, der tatsächlich mit Eis bedeckt ist, bildet den Abschluss. Die eisigen Stalaktiten und Stalagmiten sehen märchenhaft aus.

 

Demänova-Tal

 

Danach fahren wir weiter ins Demänova-Tal. Dort wird gebaut, was das Zeug hält. In Demänovska Dolina sieht es sehr schlimm aus. Das Skigebiet soll hier wohl in eine lukrativere Zukunft geführt werden.
Der Pestwurz lässt sich dadurch nicht stören und blüht am Wegrand still vor sich hin.

 

Pestwurz (Petasites hybridus )

 

Wir parken auf einer der Baustellen und spazieren um den lauschigen Waldsee.

 

Waldsee von Demänovska Dolina

 

Morgen ist wieder sonniges Wetter mit einigen Wolken angesagt; ideal zum Wandern. Wir fahren deshalb zurück in die West-Tatra.

Die Werbung für das Hotel Riverside finden wir sehr originell. Da uns aber das Risiko im Schlaf ins Wasser zu fallen zu gross ist, fahren wir weiter.

 

 

Auch in folgendem Haus fragen wir nicht nach einem Übernachtungsplatz. Wir wollen auch nicht auf die Zimmerdecke hinunterfallen!

 

 

Erst auf dem Parkplatz der West-Tatra Luftseilbahn von Roháce fühlen wir uns wohl und parken unseren NOBIS direkt vor einem gedeckten Picknicktisch.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf dem Brestová ist Endstation!

1. Juli 2018

Obwohl das Wetter nur mässig ist, fahren wir mit der Gondelbahn bis zur Bergstation. Nach einem kurzen Irrweg finden wir den richtigen Einstieg und marschieren die 280 Höhenmeter hinauf zum Grat des Predný Salatìn.

 

Predný Salatìn Hrebeň

 

Die Wolken haben sich gelichtet. Vielleicht können wir den Salatìn (2048 m ü. M.) doch noch besteigen?

 

 

Zügig schreiten wir voran. Doch aus dem Tal steigt der Nebel unaufhaltsam höher und setzt sich an den Gipfeln fest.

 

 

Und auf dem Brestová bleibt uns nur noch ein sehnsüchtiger Blick Richtung Wanderziel.

 

 

Wir sind vernünftig, gehen kein unnötiges Risiko ein und nehmen den Abstieg unter die Füsse.

 

Abstieg vom Brestová

 

Nach dreieinhalb Stunden Marschzeit, die letzten Meter im Nieselregen, kommen wir unten an.
Im NOBIS trinken wir etwas Heisses … und schon regnet es kräftig. Glück gehabt!

Vielleicht ist das Wetter auf der Südseite der Niederen Tatra besser? Optimistisch fahren wir schon mal nach Krupová, damit wir morgen bereit sind, falls uns der Wettergott den seit Tagen angekündigten Sonnenschein bescheren sollte.

Link zur Wanderung auf den Brestová: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, oder sehr ungenau eingezeichnet ist, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Slowakei, wir sind da!

 

UFO in Bratislava

19. Juni 2018

Das Thermometer ist auf über 30 °C geklettert.
Wir parken in Bratislava am Donau-Ufer. Die Wassermelonen-Schnitze sind bei dieser Hitze genau das Richtige.
Von hier sieht man die imposante „Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes“.

 

Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes in Bratislava

 

Eine besondere Attraktion ist das Turmrestaurant in 80 Meter Höhe in Form eines UFOs.

 

UFO von Bratislava

 

Von der anderen Seite der Donau grüsst die Burg Bratislava.

 

Burg Bratislava

 

Es ist zu heiss für eine Stadtbesichtigung. Wir fahren deshalb weiter Richtung Berge.
Das Dorf Vel’ké Zálužie (was man da alles für Striche und Bögen auf und zwischen die Buchstaben setzen kann!) liegt zwischen sanften Hügeln inmitten von Getreidefeldern.
Berge sind leider noch keine in Sicht.

 

Dorf Vel’ké Zálužie

 

Wir erinnern uns an die Faustregel, dass pro 100 Höhenmeter 1°C tiefere Temperaturen herrschen und fahren auf einen bewaldeten Hügel zum Zoborsky Kláštor.
Im ehemaligen Kloster ist heute eine Klinik untergebracht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Čičmany

20. Juni 2018

Die Nacht ist sehr unruhig. Viele Autos und Motorräder fahren auf den Parkplatz, um sinnlose Runden zu drehen.
Um halb zwei Uhr nachts beendet einer die „Lärmaktion“, der wohl seine Kleinbubenträume mit Spielzeugautos nicht ausleben durfte und dies nun mit seinem röhrenden Boliden nachholen muss.

Danach herrscht zum Glück Ruhe.

Doch schon früh am Morgen glaubt die Sonne unser NOBIS sei ein Backofen, den sie aufheizen müsse. Zudem sind bereits viele Autos, Linienbusse und Leute unterwegs.Wir flüchten und fahren weiter.
Am See bei Vel’ké Uherce rasten wir und legen die grosse Karte auf dem Rasen aus, um uns zu orientieren.

 

See bei Vel’ké Uherce

 

Ein Mann spricht uns auf Slowakisch an. Er versteht kein Englisch. Seine Frau kommt dazu, sie spricht ein paar Brocken. Sie empfiehlt uns einige Highlights der Region.

Vielen Dank, unbekannte Frau!

Als erstes fahren wir nach Čičmany, um uns die schwarzen Holzhäuser, die mit weissen Mustern und Motiven verziert sind, anzusehen.
Eigentlich wollen wir im Restaurant Javorina nur etwas trinken. Aber ein Blick in die Speisekarte und auf die Uhr lassen uns die Meinung ändern. Annette entscheidet sich für Teigtaschen mit Schafsfrischkäse an einer Sauerrahmsauce mit Speckwürfeli, Beat geniesst Spätzli mit Schafskäse und Speckwürfeli.

 

Pensión Javorina

 

Gemäss der Kellnerin gibt es zwei Erklärungen für die Ornamente an den Häusern:
Zwischen den Frauen im Dorf habe sich ein „Wettbewerb“ entwickelt nach dem Motto: „Wer hat das schönste Haus im ganzen Dorf“.
Oder aber: durch die Abgelegenheit des Dorfes inmitten von Wäldern, blieb der Glaube an Naturgeister lange erhalten. Die Ornamente sollten vor bösen Geistern schützen.

Dann schlendern wir durch das Dorf und bewundern die eigenartig verzierten Häuser. Wir sehen viele abstrakte Muster, entdecken aber auch einige Vögel, Herzen und Kreuze.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Pflanzen eifern den Häusern nach und schmücken sich ebenfalls. Sie tun es mit Blüten.

 

Waldrebe (Clematis)

 

Für die Nacht fahren wir wenige Kilometer zurück und installieren uns auf einem Parkplatz direkt am Waldrand.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Slowakisches Bethlehem

21. Juni 2018

Ein weiterer Tipp der „Frau am See“ ist das „Slowakische Bethlehem“.
Wir fahren also nach Rajecká Lesná und schauen uns das imposante, aus Holz geschnitzte Kunstwerk an.

 

 

Überall entdeckt man Figuren, die sich wie von Geisterhand bewegen, die sägen, hämmern, spinnen und, und, und.
Eine endlose Menschenreihe in slowakischen Trachten zieht vor dem Stall mit dem Jesuskind vorbei, wendet sich kurz der Krippe zu und verschwindet im Berg.

 

 

 

 

Nach diesem sehenswerten Ausflug fahren wir auf den Campingplatz in Varín, denn morgen steht ein weiteres WM-Fussballspiel auf dem Programm, das Beat nicht verpassen will.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schweiz – Serbien 2:1

22. Juni 2018

In der Nacht kühlt ein Gewitter mit ergiebigen Niederschlägen die Luft etwas ab. Tagsüber herrschen jedoch schon wieder knapp 30°C. Wir sind froh um die grossen Bäume mit ihrem Schatten.

Am Abend gewinnt die Schweiz gegen Serbien durch ein Tor von Xherdan Shaqiri in der 90. Minute 2:1.
Uff!

 

 

Schnüre und Bänder aus Käse

23. Juni 2018

In der Nacht ist die Temperatur um über 10°C gesunken und erreicht heute nur noch 17°.
Wir fahren spät los und suchen hinter Zázrivá erfolglos einen geeigneten Übernachtungsplatz.

Dafür staunen wir über die schönen Blumengärten im Dorf. Selbst ein Kartoffelacker will nicht abseits stehen und blüht munter mit.

 

Blumengarten in Zárzivá

 

Etwas ausserhalb des Dorfes stoppen wir bei einer kleinen Verkaufshütte. Noch bevor wir die Klingel läuten können, eilt schon die Verkäuferin aus dem Haus nebenan herbei.

 

 

Wir kaufen bei Maria „Käseschnüre“, die mit einer Käseschnur zusammengebunden sind. Und geräucherte Käsebänder, die fein säuberlich gerollt wurden.

 

„Käseschnüre und -bänder“

 

Liebe Maria, da hast du uns, die Schweizer Käseliebhaber, mit etwas völlig Unbekanntem überrascht!
Übrigens, die Produkte sehen nicht nur originell aus, sie schmecken auch vorzüglich.

Oberhalb von Dolný Kubín fahren wir auf den riesigen Parkplatz des Skigebietes. Doch erstaunlicherweise sind wir jetzt im Sommer nicht alleine da.

 

Blick von unserem Übernachtungsplatz

 

Morgen findet hier ein MTB-Downhill-Rennen statt und es wird fleissig an den Fahrrädern geschraubt und auf der nahen Piste trainiert. Auf dem Parkplatz dröhnen verschiedene riesige Musikboxen.

Kurz vor der Ziellinie springen die Biker über eine Strasse.

 

 

 

 

Am Abend wird es erstaunlich früh ruhig. Wahrscheinlich weil sich morgen alle frisch und ausgeschlafen ins Rennen stürzen wollen. Wir wissen die Stille sehr zu schätzen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Berg statt See, also kein Bergsee

24. Juni 2018

Wir haben kein Bike dabei und auch der Schanze ist es, wenn sie so etwas wie ein Gewissen hat, lieber, wenn wir nicht über sie springen.
Trotzdem wollen wir uns sportlich betätigen.
Wir spazieren also zur Talstation der Sesselbahn und lösen einmal auf den Berg und zurück.

Halt … halt, … nicht lachen!

Das Wetter ist veränderlich und wir wollen nicht im Regen wandern gehen. Ein kurzer Spaziergang von der Bergstation zum kleinen See ist unser Ziel.
Kaum sitzen wir so richtig im Sessel, sind wir auch schon froh über unsere Schirme.

 

Sesselbahn fahren im Regen

 

Oben angekommen hat sich der Regen verabschiedet und wir geniessen die Sicht unter der tiefhängenden Wolkendecke hinunter ins Tal.

 

 

Der Weg ist nicht klar genug ausgeschildert und schon bald stehen wir auf dem Gipfel statt am See.

 

 

Macht nichts, nun nur noch dem Grat entlang und dann rechts hinunter zu unserem Ziel.
Nach einer guten halben Stunde merken wir, dass kein Weg rechts hinunter führt.
Wir starten das Navi, das uns bestätigt, was wir schon seit einiger Zeit ahnten: Wir sind total falsch gelaufen.

„Janusode“, umdrehen wollen wir nicht mehr. Deshalb suchen wir uns einen Weg hinunter zur Talstation, wo wir nach dreieinhalb Stunden ankommen.
Von wegen kurzer Spaziergang … Zum Glück liess uns der Regen unbehelligt.

Link zur Wanderung über den Minčol: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

PS: „Janusode“ ist schweizerdeutsch für „Was soll’s!“

 

 

Besuch bei Graf Dracula

25. Juni2018

In Oravsky Podjámak trinken wir etwas in der Buvette des Fussballclubs. Die beiden Frauen blicken erstaunt auf, als Beat das Lokal betritt. Wahrscheinlich hat noch nie ein Tourist diese Schwelle übertreten.
Vermutlich ist heute Montag auch nur auf, weil die Fussballtenues, die draussen vor der Tribüne hängen, gewaschen werden mussten.

So genau können wir das nicht klären, denn sie sprechen nur Slowakisch, was wir nicht verstehen. Einen Kaffee gibt es aber auch so.

 

Fussballtor als Wäscheständer

 

 

 

Hoch über uns thront eine Burg. Wir beschliessen spontan diese zu besichtigen.

 

Oravsky Hrad

 

Schon bald stehen wir vor einem verschlossenen Tor. Der Türgriff in Form eines Drachens lässt sich nicht dazu überreden uns den Durchgang freizugeben.

 

 

Plötzlich öffnet sich das Tor doch und ein Mann erklärt uns, dass wir unten im Dorf Eintrittskarten kaufen könnten.
20 Minuten später beginnt die Führung, von der wir dank der deutschen App zum Oravsky Hrad auch inhaltlich etwas mitbekommen.

Doch lassen wir lieber die Bilder sprechen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Burg zieht sich über mehrere Stockwerke den Felsen hoch.

 

 

 

 

 

 

Und plötzlich sehen wir ihn, den berühmten Graf Dracula!

 

Graf Dracula bekannt als Nosferatu

 

Auf dieser Burg wurde 1922 der deutsche Spielfilm Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens gedreht.
Der Stummfilm gilt als einer der ersten Vertreter des Horrorfilms und übte einen grossen Einfluss auf das Genre aus.

Ein leichtes Schaudern erfasst uns. Deshalb treten wir hinaus auf die Zinne und lassen den Blick über das Land schweifen. Das beruhigt!

 

 

Die Burg ist sehr eindrücklich und nicht nur wegen Nosferatu ein Besuch wert.

Wir hoffen, ein Kirchenbesuch schütze uns vor Vampiren und folgen in Tvrdosin einem Schild, das zu einer Holzkirche führt, die zum UNESCO-Welterbe zählt.
Da aber weder Juli noch August ist, ist das Welterbe geschlossen. Uns bleibt lediglich ein Blick von aussen.
Diese römisch-katholische Kirche „Allerheiligen“ stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

 

 

 

 

Danach fahren wir bei Roháce auf den Parkplatz der Sesselbahn. Vielleicht ist ja morgen das Wetter besser und wir können eine Bergwanderung in der West-Tatra unternehmen?

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schnell durch Deutschland und Österreich

 

Die Fussball-WM bestimmt den Übernachtungsplatz!

17. Juni 2018

Wir wollen möglichst schnell in der Slowakei ankommen. Deshalb fahren wir entgegen unserer Gepflogenheit vorwiegend auf Autobahnen.
Deutschland haben wir gestern hinter uns gelassen. Nun brausen wir durch Österreich.

Zum Übernachten brauchen wir heute aber einen Platz mit Fernseher, denn die Schweiz spielt gegen Brasilien, und das will sich Beat nicht entgehen lassen.
Erst im fünften Anlauf werden wir fündig. Dafür stehen wir nun schön, direkt am Ufer der Donau.

 

Campingplatz Schönbühel a.d. Donau

 

Annette spaziert der Donau entlang und Beat fiebert beim Fussballmatch mit.
Die Schweiz „gewinnt“ gegen Brasilien 1:1.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

andersrum ist nicht verkehrt

18. Juni 2018

Am Morgen geniessen wir unseren täglichen Brunch. An diesem wunderschönen Ort könnte man auch mehrere Tage verbringen, doch die Slowakei ruft. Wir werfen deshalb einen letzten Blick auf das Schloss Schönbühel und weiter geht’s.

 

Schloss Schönbühel

 

Auf der Umfahrungsstrasse von Prinzersdorf fahren wir in einen Kreisverkehr … und fahren rund herum … und fahren rund herum … und parken dann auf einer Nebenstrasse, um uns die Verkehrsinsel genauer anzuschauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bäume sind mit der Krone eingepflanzt und recken ihre Wurzeln in den Himmel.
Der dreiteilige Satz: „andersrum ist nicht verkehrt“, mit dem „falschen“ „k“ lässt uns philosophieren:

Meint verkehrt hier falsch?
Das würde bedeuten, dass man die Insel auch linksherum umfahren dürfte.
Oder kommt verkehrt von verkehren?
Das würde dann bedeuten, dass links herum fahren kein Verkehr ist und somit verboten.

Wir merken auch: Das Wort „andersrum“ ist wertfrei, „verkehrt“ dagegen negativ belastet.
Es braucht wenige Worte, um die Phantasie anzuregen.
Wir haben uns an dem Kreisverkehr köstlich amüsiert.

Die letzte Nacht auf österreichischem Boden verbringen wir beim Sportplatz in Klausen-Leopoldsdorf.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Haare ab!

19. Juni 2018

Bei jeder grösseren Tankstelle suchen wir nach einer Strassenkarte der Slowakei. Es gibt solche von Österreich, Niederösterreich, Slowenien, Ungarn und sogar der Schweiz, aber keine der Slowakei.

Hinter Wien wechseln wir auf die Landstrasse.
Beat will das imposante Stadttor von Hainburg a. d. Donau fotografieren, durch das wir eben gefahren sind und parkt zufälligerweise genau vor einem Friseur-Salon. Kurz entschlossen fragt er wegen eines Termins an und kommt auch sofort unter die Schere.

 

Wienertor in Hainburg a.d. Donau

 

Das Wienertor ist das größe mittelalterliche Stadttor Europas!

Kurze Zeit später überqueren wir die Grenze und sind bald schon in Bratislava.

Bratislava liegt nur 55 km von Wien entfernt.
Damit rangieren die beiden Metropolen weltweit auf dem dritten Platz der einander am nächsten liegenden Hauptstädte nach Vatikanstadt, das in Rom liegt und Brazzaville (Republik Kongo) und Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) die nur durch den Fluss Kongo getrennt sind.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vier Jahre unserwegs

 

Alles wird anders!

21./22. Mai 2018

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren, am 26. Mai 2014, sind wir zu unserer Reise kreuz und quer durch Europa aufgebrochen.
Wir haben viel Unbekanntes entdeckt und Schönes erlebt.

Doch Annette fehlt mehr und mehr eine sinnvolle Tätigkeit. Sie möchte wieder in der Schweiz als Ergotherapeutin arbeiten.
Auf ihre drei Bewerbungen wurde sie jeweils zu einem Bewerbungstag eingeladen.

Deshalb verbringen wir nun ein paar Wochen in der Schweiz.

Nach einem Tag in Wohlen fahren wir weiter in die Region Bern. Auf dem Belpberg finden wir einen wunderschönen Übernachtungsplatz mit Blick über Wiesen, Felder und Wälder.

 

Aussicht von unserem Übernachtungsplatz

 

Link zur Strecke vom 22. Mai 2018:

 

 

Annette in Belp und Beat unterwegs

23. Mai 2018

Annette ist heute den ganzen Tag in der Geriatrischen Reha des Spitals in Belp in der Nähe von Bern.
Beat nutzt die Gelegenheit, um die Umgebung zu erkunden. Wo gibt es einen schönen Flecken, an dem wir in Zukunft wohnen könnten?

Der NOBIS führt Beat bis nach Kemmeriboden-Bad. Das liegt zwar weit ab von Belp, aber wer das Reisen im Blut hat, stoppt nicht nach ein paar wenigen Kilometern. 😉
Die Wolken hängen tief. Deshalb begnügt er sich mit einem Spaziergang den Tafeln entlang, auf denen Leute aus der Region vorgestellt werden. Klein, aber fein, Lokalkolorit pur.

Ein Spruch gefällt ihm besonders:

 

 

Diese Aussage würde er gar mit: „… und dann machst du das Richtige.“ ergänzen.

Am Abend treffen wir uns wieder in Belp und fahren nochmals an den ruhigen Übernachtungsplatz von gestern.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schwarzsee

24. Mai 2018

Heute geht’s über den Gurnigel an den Schwarzsee im Kanton Fribourg.

 

Schwarzsee

 

 

Schwarzsee

 

In Schwarzsee-Bad belegen wir im Hotel Bad Schwarzsee ein Zimmer mit Blick auf den Schwarzsee. (Das musste jetzt so geschrieben werden! 😉 )

Danach wandern wir um den Schwar… (Nein, DAS wäre jetzt zu viel!)
Danach wandern wir um das Gewässer!

Das junge Schilf leuchtet freundlich in der Sonne.

 

 

Doch auf der anderen Seite erwartet uns ein schreckliches Ungeheuer. Ein Drachen fliegt vom Felsen und streckt bereits seiner Krallen nach uns aus.

 

 

Schnell flüchten wir zum nahen Wasserfall, wo uns das Untier nicht findet.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Annette in Tafers und Beat unterwegs

25. Mai 2018

Annette absolviert heute ihren Bewerbungstag in Tafers.
Beat erkundet wieder die Umgebung, um einen potentiellen Wohnort zu finden. Ein Ort auf dem Lande, in schöner Umgebung, gerne mit Aussicht, das ist unser Ziel.

Das ungewöhnliche Plakat auf einer Wiese in Giffers spricht uns aus dem Herzen.
Gross müsste die Wohnung nicht sein, etwas mehr als die 9 m², auf denen wir die letzten Jahre in unserem NOBIS gelebt haben, wäre schön. Das Häuschen hinter der Werbetafel aber, nein, das ist definitiv zu klein.

 

 

Natürlich werden die Kreise, die Beat zieht, immer grösser. Am Schluss fährt er über den Jaunpass ins Simmental.

 

Wasserfall in Jaun

 

Ein Wegweiser zu einem Alprestaurant auf dem Rossberg lockt ihn auf einem schmalen Weg den Berg hoch. Die „Beiz“ liegt wunderschön auf einer Alpwiese.
Die Curry-Bananen-Suppe schmeckt fantastisch. Hierhin will er in naher Zukunft seine Annette „entführen“.

 

Rossberg bei Oberwil im Simmental

 

Dann fährt er zurück ins Schwarzbubenland, holt Annette ab und zusammen geht’s wieder zurück nach Wohlen, wo wir bei ihrem Bruder und seiner Familie einmal mehr Gastrecht geniessen.
Herzlichen Dank, Sandra und Mark!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gundel von den Shetland-Inseln

26. Mai 2018

Heute treffen wir uns mit Gundel, die viele Jahre in Wohlen gewohnt und gearbeitet hat und später auf die Shetland-Inseln ausgewandert ist. Dort haben wir sie 2015 zufällig getroffen. Der Kontakt ist bis heute nicht abgebrochen.

Wie klein doch die Welt ist!

 

 

Auf nach Thusis

27. Mai 2018

Heute führt uns Annettes Bewerbungstour nach Thusis. Dort richten wir uns auf dem Campingplatz Viamala ein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Annette in Thusis und Beat unterwegs

28. Mai 2018

Der letzte Bewerbungstag bricht an für Annette.
Beat sucht derweilen wieder Orte, die „wohnenswert“ wären.

Von Stierva ist die Aussicht atemberaubend. Das Dorf liegt auf 1375 m ü. M.

 

Blick von Stierva

 

Einige alte Häuser sind aufwändig restauriert.

 

Hausecke mit Ziegenhirt

 

Nun geht’s hinunter zum Soliser Viadukt. Der Viadukt zählt zum UNESCO Welterbe Rhätische Bahn.
Die Eisenbahnbrücke weist mit dem 42 Metern breiten Hauptbogen die grösste Bogenspannweite aller Brücken auf der Albulalinie auf. 85 Meter unter der zweithöchsten Brücke der Rhätischen Bahn rauscht die Albula durch die Schinschlucht.

 

Soliser Viadukt erbaut 1902

 

 

Wappen am Soliser Viadukt

 

Dann geht’s wieder hinauf. Diesmal ins Bergdorf Mutten.
Der Blick von Obermutten, wieder unbeschreiblich schön.

 

Blick von Obermutten

 

Auch hier liesse es sich wohnen.
Aber man hält sich besser peinlich genau an die Verkehrsregeln. Ein Parkverbot droht mit ungewöhnlichen Konsequenzen!

 

 

Am Abend ist für Beat klar: nichts gegen die Kantone Bern und Fribourg, aber hier in Graubünden gefällt es ihm am besten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Eine Entscheidung ist fällig!

29. Mai bis 4. Juni 2018

Die nächsten Tage verbringen wir in Wohlen und bei unserem Freund in Biberstein.
Dort kann Beat wieder einmal nach Herzenslust Backgammon spielen. Roland bekocht uns aufs Edelste.
Herzlichen Dank, Roli.

Annette muss sich für eine der drei Stellen entscheiden. Sie wägt Für und Wider ab. Alle haben ihre Vor- und Nachteile.
Ein Gespräch mit der Personalverantwortlichen des Roten Kreuzes Graubünden in Chur soll die letzten Fragen beseitigen und Klarheit bringen.
Deshalb fahren wir am 4. Juni wieder in die Südostschweiz.

Link zu den Strecken vom 29. Mai bis 4. Juni 2018:

 

 

Alea jacta est!

5. Juni 2018

Die Würfel sind gefallen.
Annette hat sich für die Stelle in Thusis entschieden.

Vorausschauend wie wir sind, haben wir auch schon einige Mietwohnungen im Visier. Eine davon in Davos-Wiesen besichtigen wir heute. Wohnen mit Blick in die Berge und mit Cheminée, was will man mehr?

Danach fahren wir zum Bahnhof Wiesen, der weit unterhalb des Dorfes liegt.

 

Bahnhof Wiesen

 

Die nette Frau am kleinen Buffett erzählt uns, dass demnächst ein Nostalgiezug hier einfahren werde. Ein Gast, begeisterter Jäger, schwärmt von Frauenschuhen, die am Wanderweg nach Filisur blühten.

 

Nostalgiezug der Rhätischen Bahn

 

Die Wanderung planen wir für morgen. Heute fahren wir zurück nach Thusis auf den Campingplatz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung Wiesen – Filisur – Wiesen

6. Juni 2018

Wir machen uns vom Bahnhof Wiesen auf den Weg nach Filisur. Nach wenigen Metern wandern wir über den bekannten Wiesner Viadukt. Er ist mit 88.9 Metern der höchste Viadukt der Rhätischen Bahn und zählt ebenfalls zum UNESCO Welterbe.

 

Wiesner Viadukt, erbaut 1906-1908

 

Der Wanderweg führt durch schöne Bergwälder und ist, wie in der Schweiz üblich, bestens markiert.

 

 

Und plötzlich sehen wir sie … die Frauenschuhe.
Wie in einem Schaufenster eines Schuhgeschäfts sind sie da am Wegrand ausgestellt.

 

Gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus)

 

Man könnte einen aussuchen, der besonders gefällt …

 

 

 

 

 

 

 

… danach die Verarbeitung kontrollieren …

 

 

 

 

 

 

 

… und, wenn alles stimmt, ein Paar mitnehmen.

 

 

 

 

 

 

 

Könnte man … darf man aber nicht, denn Frauenschuhe stehen auf der Roten Liste und sind streng geschützt!

Die Pflanzen, natürlich! 😉

Auch andere Blumen geizen nicht mit ihren Reizen!

 

Echtes Salomonssiegel (Polygonatum odoratum)

 

 

Schwarzviolette Akelei (Aquilegia atrata)

 

Selbst junge Fichten im Moosbett verführen zu einem kurzen Stopp.

 

Fichte (Picea)

 

Apropos verführen … Folgendes trägt sich auf unserer Wanderung zu:

Annette sieht eine helle Box, die auf einer Bank unter einem Baum steht.
Was mag das sein?
Sie will sich das genauer ansehen und nähert sich der obskuren Kiste …

 

 

 

 

 

 

 

… sie liest die Affiche an der Lehne: „Ihre Lesebank“ und öffnet den Deckel.

 

 

 

 

 

 

 

Beat sieht von Weitem, dass seine Frau, die Leseratte Annette, sich hinsetzt und Bücher aus der Kiste fischt.

 

 

 

 

 

 

 

Oh, da sind ja noch mehr!

 

 

 

 

 

 

 

Ja, das wird länger dauern, weiss er und schaut sich um, ob auch etwas Interessantes für ihn in der Nähe liegt.
Er nimmt sich die Kühe in der Weide nebenan zum Vorbild, die wiederkäuend vor sich hin dämmern und übt sich in Geduld.

 

 

Endlich geht es weiter. Bald führt uns der Weg hinunter nach Filisur …

 

Brunnen oberhalb von Filisur

 

… am Bahnhof vorbei und zum Aussichtspunkt auf den Landwasserviadukt, dem Wahrzeichen der Rhätischen Bahn.

 

Landwasserviadukt

 

Eine Eisenbahnbrücke zu bauen war an sich schon keine einfache Sache. Hier wurde die Linienführung in einem Bogen angelegt (Radius 100m) und eine Steigung integriert. Die Pfeiler auf der Kurvenaussenseite mussten breiter abgestützt werden, um die Fliehkräfte auszugleichen. Und zu guter Letzt führt der Viadukt direkt in den 216 m langen Landwassertunnel. Ein Meisterstück der Ingenieure!

 

Landwasserviadukt, gebaut 1901 bis 1902

 

Diese spektakuläre Linienführung entstand aus rein ökonomischen Gründen. Ein kurzer, gebogener Viadukt mit anschliessendem Tunnel war günstiger zu erstellen, als eine wesentlich längere Brücke ohne Tunnel.
Wir wandern unter dem berühmten Viadukt hindurch dem Fluss Landwasser entlang wieder Richtung Wiesen.

 

 

Diese Gegend scheint ein Schmetterlingsparadies zu sein.
Vor uns, an einer feuchten Stelle auf dem Weg, saugen Dutzende von Baum-Weisslingen mit ihren Rüsseln Wasser und Mineralien aus der feuchten Erde.
Sie sind wohl erst vor kurzem aus ihrem engen Kokon geschlüpft. Einige der Falter haben noch zerknitterte Flügel.

 

Baum-Weissling (Aporia crataegi)

 

 

 

Auf dem ganzen Weg zurück können wir Schmetterlinge der verschiedensten Grössen, Farben und Formen beobachten.

 

Trauermantel (Nymphalis antiopa)

 

 

Perlmuttfalter (Argynnis )

 

 

Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina)

 

Am besten gefällt uns ein Schwalbenschwanz, der auf einer Distelblüte steht und Nektar trinkt.

 

Schwalbenschwanz (Papilio machaon) auf Eselsdistel (Onopordum)

 

Kurz vor Ende unserer Wanderung blicken wir nochmals auf den Wiesner-Viadukt, über den wir vor knapp vier Stunden losgezogen sind.

 

Wiesner Viadukt

 

Ein wunderschöner Tag neigt sich dem Ende zu, wir fahren zum Schlafen nochmals auf den Campingplatz in Thusis.

Link zur Rundwanderung Bahnhof Wiesen – Filisur – Bahnhof Wiesen:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zurück in Wohlen

7. und 8. Juni 2018

Wir fahren zurück nach Wohlen und nutzen die nächsten zwei Tage, um administrative Arbeiten zu erledigen und unserem NOBIS zwei neue Reifen zu verpassen.

Link zur Strecke vom 7. und 8. Juni 2018:

 

 

Ausflug nach ???

9. Juni 2018

Heute „entführt“ Beat Annette auf einen Ausflug, dessen Ziel sie nicht kennt. Annette muss jedoch das Ziel im Navi eingeben: Bern … nein, falsch … Meiringen … nein, falsch … Jaunpass … und bei
Oberwil im Simmental fährt Beat einfach links weg, den Berg hoch!!
Ja, heute übernachten wir auf dem Rossberg in dem einem kleinen, einfachen Berggasthof.

www.gasthaus-rossberg.ch

Vor dem Nachtessen drehen wir zu Fuss eine Runde um den Hügel, der nördlich liegt.

 

 

Auf einer Weide versuchen drei Frauen eine Färse zu einem Viehtransporter zu treiben. Wir plaudern kurz mit dem Bauern, der dort ein anderes Rind festhält, um die „Kollegin“ anzulocken. Das Tier stand anscheinend schon beim Anhänger, habe aber dann den Elektrozaun berührt und die Flucht ergriffen.
Die Färse entwischt den Frauen immer wieder. Wir helfen mit sie behutsam in die richtige Ecke der Weide und in den Transporter zu treiben.
Als ehemalige Rinderhirten macht uns das viel Spass.
Übrigens, die Reise geht für das Rindvieh auf eine nahe Alp, wo es noch würzigeres Gras zum Fressen gibt.

Ja, manchmal muss man zum Glück gezwungen werden.

Zurück im Gasthof setzen wir uns zum Abendbrot vor die Hütte. Dank der Weinkarte lernen wir einiges über Getränke.

 

 

Link zum Spaziergang am Rossberg:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wieder in Wohlen

10. bis 12. Juni 2018

In diesen Tagen suchen wir im Internet intensiv nach schönen Wohnungen, mit schöner Aussicht an schönen Orten in der schönen Umgebung von Thusis, möglichst mit Schwedenofen oder offenem Kamin.
Heinzenberg oder Domleschg, sprich links oder rechts vom Hinterrhein ist egal … SCHÖN ist wichtig, denn in Sachen Wohnen sind wir verwöhnt und sehr anspruchsvoll!!!

Link zur Strecke vom 10. Juni 2018:

 

 

Arbeitsvertrag im Trockenen

13. Juni 2018

Annettes Arbeitsvertrag liegt in Chur zur Unterschrift bereit.
Wir fahren nohmals in die Bündner Alpen und Annette holt den Vertrag persönlich ab.

Danach schauen wir uns einige mögliche Wohnobjekte an.
Das Reiheneinfamilienhäuschen in Tiefenkastel wäre eventuell etwas. Es bietet viel Platz, doch die Aussicht ist nicht so spektakulär wie von der Wohnung in Davos-Wiesen, für die wir uns beworben haben … mal schauen.
Wir haben es nicht eilig. Bezahlbare Wohnungen gibt es in dieser Region viele. Schöne, mit Aussicht sind aber jeweils schnell vermietet.

Oberhalb der Seilbahn Rhäzüns-Feldis finden wir einen grossen Parkplatz, ideal zum Übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Traumwohnung in Sarn

14. Juni 2018

Wir fahren nach Muldain und schauen uns von aussen ein Haus an, in dem eine Dachwohnung zu vermieten ist. Die Lage ist sehr schön.
Im Inserat war kein einziges Foto von der Wohnung. Nun wissen wir warum. Die Fenster auf der Giebelseite sind sehr klein, ebenso die Dachluken … nichts für uns.

Wir fahren hinunter ins Tal und trinken etwas im Restaurant Solisbrücke.

Von hier spazieren wir zur Staumauer des versteckten Stausees von Solis. Das Wasser ist in einem engen Felstal eingesperrt. Aber der Bau ist beeindruckend.

 

 

Wir wundern uns über einen Wirbel vor der Betoninsel. Wird da das Wasser nicht bei der Mauer zur Turbine geführt?

 

 

Eine Tafel klärt uns auf, dass hier das Wasser durch die Rohrbrücke fliesst, die unter dem Wasserspiegel liegt. Es wird durch zwei Druckstollen zu den Elektrizitätswerken bei Rothenbrunnen und Sils im Domleschg geleitet.

 

 

Sehr sympathisch ist eine Tafel, auf der alle Arbeiter genannt werden, die an diesem Kraftwerk gearbeitet haben.
Andernorts werden jeweils nur die Ingenieure und Architekten erwähnt. Vielleicht sind die hier auch aufgeführt.
Aber ohne Bauarbeiter stellt kein Planer einen Bau auf.

 

 

Jetzt wird es Zeit an den Heinzenberg zu fahren. Um 13:00 Uhr wollen wir in Sarn eine weitere Wohnung besichtigen.

Die Vermieterin führt uns ins Dachgeschoss, öffnet die Türe, wir treten ein …
Eine Wohnung, wie wir sie uns in unseren kühnsten Träumen nicht hätten vorstellen können. Offene Holzbalkenkonstruktion, riesiger Balkon mit Sicht über das Tal, grosse moderne Küche, grosszügiges Bad mit Blick über das Hinterrheintal Richtung Chur … und, das Sahnehäubchen … ein Schwedenofen!

Uns bleibt die Spucke weg. Wenn wir die Wohnung kriegen, dann ….

Dass die Zimmer nicht allzu gross sind, stört uns nicht im geringsten. Nach vier Jahren NOBIS wäre hier für uns mehr als genug Platz.
Leider sind wir nicht die einzigen Bewerber. Wir melden unser Interesse an und nun gilt es geduldig zu warten … … … zu warten … … … zu wa

Wir erkunden die Gegend erst zu Fuss. Leider ist das Restaurant Lescha in Sarn heute geschlossen. Dann fahren wir halt zum Bergrestaurant Parsira.

 

Blick vom Restaurant Parsira über das Domleschg

 

Annette tritt ihre neue Stelle am 1. August an, die Wohnung würde aber erst auf den 1. Oktober frei.
Egal … für schöne Dinge lohnt es sich zu warten.

Wir klären auf dem Campingplatz in Thusis ab, ob wir hier zwei Monate lang stehen könnten. Auch das ist möglich.
Alles scheint für uns zu laufen … da muss es doch auch mit der Wohnung klappen!

Bitteeee!!!!!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Feiern im Gourmetrestaurant

15. Juni 2018

Wir sind optimistisch und wollen feiern. Vorerst aber nur die Vertragsunterzeichnung von Annette. Falls das mit der Traumwohnung auch noch klappt … zwei Feiern sind besser als eine.

Am Abend lassen wir uns im Restaurant Tödi in Schlans mit einem mehrgängigen Menue verwöhnen.

Danach fahren wir nach Zignau und übernachten wieder standesgemäss in unserem NOBIS. Man soll’s ja nicht übertreiben!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf zur Abschlussreise von unserwegs

16. Juni 2018

Bis zum 1. August sind es ja noch einige Wochen. Eine Weinbergschnecke zeigt uns, wie man die Zeit bis da verbringt.

 

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

 

Wir tun es ihr gleich, nehmen unser Haus mit, besser noch, fahren in ihm weg.
Wir wollen uns zum Abschluss von unserwegs die Slowakei ansehen.

Link zur heutigen Strecke:

 

Übrigens: Unterwegs in Niederösterreich erfahren wir, dass wir die Wohnung in Sarn kriegen!

HURRRRAAAA!!! 😀  😀