Auf der Insel Mykines

 

Ankunft auf Mykines

27. Mai bis 3. Juni 2017

Luddi, der Koch bringt uns zu Marit’s House. Zur Begrüssung schenkt er eine leckere, heisse Schokolade ein, die er mit verschiedenen Gewürzen versehen hat.
Danach zeigt er uns unser Zimmer und meint: „Geht spazieren, das Wetter ist so schön.“

Es ist bereits nach 18:00 Uhr, als wir aufbrechen.
Wir wandern hoch zu den Klippen und treffen da einige Papageientaucher an.

 

Papageientaucher (Fratercula arctica) beim Nestbau

 

Die putzigen Vögel erinnern an geschminkte Clowns.
Wenn sie sich flatternd von den Klippen stürzen, fürchtet man um ihr Leben. Doch sie sind gute Flieger und Taucher, die sich von Fischen ernähren. Sie leben nur zur Brutzeit auf dem Land, danach fliegen sie wieder aufs offene Meer hinaus.

Wir wandern den Klippen entlang. Einige der Weiden sind eingezäunt, doch da kann man problemlos ausserhalb der Zäune gehen.

 

Klippe auf Mykines

 

Weit vorne sehen wir Mykineshólmur. Diese Insel wollen wir uns später ansehen.

 

Blick nach Mykineshólmur

 

Mykines ist als Vogelinsel bekannt. In den Klippen, in Höhlen, in Natursteinmauern oder in den Wiesen, überall entdeckt man Nistplätze.

 

Steinschmätzer-Weibchen (Oenanthe oenanthe)

 

Auf den Färöern spielen die Schafe seit jeher eine wichtige Rolle. Es gibt heute noch etwa doppelt so viele Schafe wie Menschen. Kein Wunder, dass sich das sogar auf die Gestaltung der Grenzpunkte auswirkt.

 

Grenzmarke auf Mykines

 

Voller Eindrücke kehren wir zurück ins Guesthouse.
Luddi hat sich bereits schlafen gelegt und wir wärmen uns zum Abendessen etwas von der Fleischsuppe auf, die auf dem Herd steht.

Link zur Wanderung an die Klippe: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Ausflug auf Mykineshólmur

Nach dem Frühstück geht es an die Arbeit, dazu sind wir ja da. Als „Workawayer“ sollen wir pro Tag vier bis fünf Stunden arbeiten, das sind die Vorgaben der weltweit tätigen Organisation.

Aber Luddi hat keine klaren Vorstellungen darüber, was wir tun sollen.
Da wir in der Schweiz ein kleines Alprestaurant geführt haben, entscheiden wir selber, welche Arbeiten dringend sind und machen uns nützlich.

Für die Nacht sind Gäste angesagt.
Lea und Marcus aus Dänemark treffen um 17:00 Uhr mit der Personenfähre ein. Wir nehmen zusammen das Abendessen ein. Danach brechen sie auf zum Leuchtturm.
Wir folgen ihnen nach dem Geschirrspülen.

 

Mykines

 

Der Leuchtturm steht auf der vorgelagerten Insel Mykineshólmur, die nur über eine Brücke erreichbar ist. Dies sei die erste Brücke über das Meer, die auf den Färöern gebaut wurde, erzählt uns Luddi stolz.

 

Brücke über das Meer

 

Von dem Steg aus kann man in den Klippen des Sunds unzählige Seevögel beobachten. Sie nisten auf den knappen Felsvorsprüngen und brüten zur Zeit ihre Eier aus.

 

Eissturmvogel (Fulmarus glacialis)

 

 

Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla)

 

Von weitem schon sieht man das einzige Wohnhaus, das auf Mykineshólmur steht. Früher wohnte hier eine Bauernfamilie, die auch für den Betrieb des Leuchtturms verantwortlich war, aber heute dient das Gebäude wohl nur noch als Ferienhaus.
Kein Wunder, es ist lediglich zu Fuss erreichbar und liegt mehr als eine Stunde vom Hafen entfernt.

 

Das Haus auf Mykineshólmur

 

Wir wandern auf dem Grat zum Leuchtturm.

 

Leuchtturm von Mykineshólmur

 

Den anstrengenden Weg hierher nimmt man aber nicht nur wegen des Leuchtturms auf sich, sondern vor allem wegen den Papageientauchern, die hier am Abend in grosser Zahl anzutreffen sind.

 

Papageientaucher (Fratercula arctica)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glücklich und zufrieden kehren wir nach 22.00 Uhr ins Dorf zurück.

 

Link zur Wanderung zum Leuchtturm auf Mykineshólmur: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Aus Chaos wird Ordnung

In den nächsten Tagen bringen wir das Guesthouse auf Vordermann. Es ist noch nicht für den Betrieb mit Gästen eingerichtet. In der kleinen Küche ist alles verstellt, man kann kaum arbeiten.
Das Besteck zum Beispiel liegt in einem grossen Haufen ungeordnet in einer Plastikbox, darunter auch viele unbrauchbare Zierlöffel und Besteckteile, die man eher in einem Museum erwartet als in einen Gastbetrieb.
Zum Glück gehört ein Schuppen zum Anwesen. Dahin wandern nun die „Platzversperrer“.
Vieles scheinen seit Jahren nicht benutzt und muss erst gründlich gereinigt werden.

Neben der Arbeit finden wir auch Zeit das Dorf und die Insel zu erkunden.

 

Mykines

 

Mykines ist fahrplanmässig mit der Personenfähre oder einem Helikopter erreichbar.
Dass ein Helikopter als öffentliches Verkehrsmittel nach einem festen Zeitplan fliegt, das haben wir bisher nicht gekannt.
Helikopter und Fähre bedienen die Insel zweimal täglich.

 

Helikopter auf Mykines

 

Dass Dreizehenmöwen hier landen, das erstaunt uns dagegen gar nicht.

 

Dreizehenmöwe im Landeanflug

 

 

Fährhafen auf Mykines

 

Der Hafen auf Mykines ist sehr eng und gegen das Meer wenig geschützt. Die Fähre muss in dieser Bucht jeweils erst wenden, bevor sie anlegen kann.

 

Die Fähre kommt.

 

Bei ruhiger See schlagen die Wellen unten im Hafen lustig gegen die schwarzen Felsen, aber bei starkem Wellengang … davon später!

 

Welle trifft auf Fels

 

Neben der Arbeit bleiben jeden Tag einige Stunden Freizeit.
Luddi, Koch und begnadeter Zeichner, nutzt diese, um seinem Hobby zu frönen.

 

Luddi, Koch und Künstler

 

Wir dagegen spazieren gerne durch das schmucke Dorf und hinaus über die Heide. Einmal wandern wir bis hin zu den Klippen im Nordwesten der Insel.

 

Mykines

 

 

 

Auf den Heiden treffen wir einige Schmarotzerraubmöwen an. Diese kleinen Raubmöwen haben sich darauf spezialisiert, anderen Seevögeln die Beute abzujagen. Auch Vogeleier oder Jungvögel haben einen festen Platz auf ihrem Menüplan.
Sie verteidigen ihre Nester, indem sie den unschuldigen Wanderer (oder in unserem Fall: die unschuldige Wandererin 😉 ) durch Scheinangriffe („Dive-bombing“) erschrecken. Leider geben sie dabei nicht an, in welche Richtung man/frau ausweichen soll.

 

Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus)

 

Immer wieder trifft man Büschel von lila blühenden Strand-Grasnelken.

 

Strand-Grasnelke (Armeria maritima)

 

Link zur Wanderung über die Heide bis zu den Klippen im Nordwesten: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Für heute Abend sind vier Gäste angemeldet, die bei uns übernachten wollen. Da das kleine Gästehaus lediglich drei Zimmer hat, sollen wir bei Ruby, der Grossmutter der Besitzerin, unterkommen.

Wir richten die Betten für die Gäste und Luddi führt uns zu Rubys Haus.
Bepackt mit unserem Bettzeug, stehen wir nun da vor der Türe. Es regnet in Strömen. Luddi verschwindet im Haus und kommt kurze Zeit später wieder heraus. Die Grossmama, bei der uns Marita eine Schlafgelegenheit hätte organisieren sollen, hat selber Gäste und keinen Platz für uns.

Flexibilität ist angesagt.
Diese Nacht verbringen wir in der Gaststube. Annette legt sich auf das antike Sofa und Beat schläft auf einer Matratze am Boden.

 

Gaststube in Marit’s House

 

Unsere Arbeit hat Früchte getragen:
Die kleine Küche ist aufgeräumt und, so gut es geht, eingerichtet. Die Gästebetten sind bezogen und für heute Nacht haben keine Gäste gebucht.
Deshalb beschliesst Luddi am Abend spontan mit der Fähre für eine Nacht nach Hause zu fahren.

 

Küche in Marit’s House

 

 

Gästezimmer in Marit’s House

 

Am nächsten Morgen schieben wir zwei Schubkarren zum Fähranleger, um die Lebensmittel, die er eingekauft hat, zum Gästehaus zu bringen.

Aber da kommt keine Fähre!

Trotz schönem Wetter und wenig Wind ist es unmöglich in diesen Hafen einzufahren. Die Wellen prallen von der falschen Seite auf die Insel. Die Bucht gleicht einem Hexenkessel. Hier kann kein Boot einfahren, ohne an den Felsen zu zerschellen.

 

 

 

Hafen von Mykines

 

Wir sind also auf uns alleine gestellt. Da die Insel vor allem Tagestouristen anzieht, läuft wenig und wir schaffen es, die drei Gäste, die uns besuchen, zufriedenzustellen. 🙂

Am Abend hat sich dann das Meer so weit beruhigt, dass Luddi, unser Chef vor Ort, wieder anreisen kann.
Alle anstehenden Arbeiten sind erledigt. Das Haus ist nun bereit für die kommende Saison.
Die meisten Gäste wandern tagsüber und kommen erst am Abend vorbei. Um diese zu bedienen, reicht eine Person vollständig aus.

Wir wollen nicht untätig herumsitzen und vereinbaren mit Marita, dass wir unseren Arbeitseinsatz vorzeitig beenden und jetzt nach Vágar zurückfahren, um unsere Reise mit dem Wohnmobil fortsetzen.

Nach sieben Tagen Mykenes verlassen wir die Insel ein wenig wehmütig wieder. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und Luddi war ein ausserordentlich angenehmer Chef.
Zum Abschied schenkt er uns ein Bild, das er extra für uns gezeichnet hat und begleitet uns bis zum Hafen.

 

Fischerboot auf Mykines

 

Lange winkt er uns zum Abschied nach.
Danke, Luddi, für die schöne Zeit, die wir hier mit dir zusammen verbringen durften.

 

Abschied von Luddi

 

Die Zeichnung hängen wir in unserem NOBIS an die einzige Wand, die dafür gross genug ist. Sie wird uns noch lange an unseren Arbeitseinsatz auf Mykines erinnern.

 

Mykines begleitet uns.

 

Link zur Strecke vom 3. Juni 2017:

 

 

Färöer

 

Ankunft in Tórshavn

22. Mai 2017

Morgens um 4:00 Uhr kündigt der Kapitän per Lautsprecher die Ankunft in Tórshavn für 5:00 Uhr an.

 

Sonnenaufgang aus dem Nordmeer

 

Die ersten Inseln der Färöer tauchen im Morgenlicht auf, ein begehrtes Sujet für die Fotografen, die sich zu dieser frühen Stunde aus den Bettlaken geschält haben.

 

Erster Blick auf die Färöer

 

Die Fähre legt pünktlich in Tórshavn an, unser Färöer-Abenteuer kann beginnen!

 

Tórshavn

 

Wir fahren in der Nähe des Hafens auf einen Parkplatz und beraten „quo vadis“ (wohin des Wegs).
Gleich nebenan steht auf einem Hügel ein kleines Häuschen und rechts davon lugen die Schlote der Fähre der Smyril Line, mit der wir angekommen sind, hervor.

 

Tradition und Neuzeit

 

Die Inselgruppe der Färöer besteht aus 18 Inseln, 17 davon sind bewohnt. Die Gesamtfläche beträgt 1’399 km². (Zum Vergleich, der Kanton Aargau hat eine Fläche von 1’404 km²).
Die allerersten Siedler waren irische Mönche, die hier um das Jahr 625 die Abgeschiedenheit suchten (und sicherlich auch fanden). Sie brachten Schafe mit.
Die heutige Bevölkerung stammt von Wikingern ab, die die „Schafsinseln“ ab etwa 850 besiedelten. Die Färinger sprechen färöisch, eine Sprache, die sich aus dem Altnorwegischen entwickelte.
Heute leben rund 50’000 Menschen und 100’00 Schafe hier. Die Färöer sind autonom, gehören aber zu Dänemark. Die Hauptstadt ist Tórshavn.

Als erstes fahren wir nach Kirkjubøur und treffen ein schmuckes Dörfchen an. Viele Häuser sind mit Grasdächern versehen.

 

Häuser in Kirkjubøur

 

 

Traditioneller färöischer Hausgiebel

 

Das Eisentor zum Kirchengelände ist mit bunten Glasscheiben verziert.

 

Friedhofstor und Kirche von Kirkjubøur

 

Die schlichte Kirche steht offen. Wir wagen zuerst nur einen Blick durch eine der ausgeschnittenen Verzierungen in der Türe.

 

Blick durch die Kirchentüre

 

Da auf den Färöer-Inseln kaum Bäume stehen, bauen die Stare ihre Nester in Natursteinmauern.
Zur Zeit piepst es gut hörbar aus vielen dieser Mauern und die Altvögel bringen ihrem Nachwuchs beinahe pausenlos Futter.

 

Made für den Nachwuchs

 

Nach einem kurzen Spaziergang durch Kirkjubøur kehren wir nach Tórshavn zurück. Inzwischen haben auch die Läden geöffnet und wir kaufen frisches Brot für unser Frühstück ein.

Das Wetter verschlechtert sich. Nebel hat die Sonne verdeckt. Wir fahren nach Fuglafjørður und stellen unser Wohnmobil auf den Stellplatz beim Bootshafen direkt an den Fjord.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Fuglafjørður

23. Mai 2017

Der Himmel ist mit Wolken verhangen und es regnet oft. Deshalb bleiben wir einen weiteren Tag an diesem ruhigen Platz.
Annette teilt dies im Tourismusbüro mit. Die nette Dame macht sie darauf aufmerksam, dass heute Abend in Leirvik ein Chorkonzert in der Kirche stattfinde.

Zudem stehe hier im Dorf ein altes Haus, das schon zweimal umgezogen sei. Da Holz rar und teuer sei, habe der Besitzer es jeweils „mitgenommen“ und nicht neu gebaut.
Annette wird der Schlüssel zu diesem Museums-Haus ausgehändigt und wir sollen ihn heute Nachmittag oder morgen Vormittag wieder zurückbringen.
Wir freuen uns über das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird.

Am Nachmittag, als der Regen nachlässt, besuchen wir das alte Haus. Es ist eingerichtet, als würde noch jemand hier wohnen.

 

Kochherd

 

 

Spüle, dahinter Wohn- und Schlafzimmer

 

 

Blick aus dem Fenster

 

Alles ist einfach und funktional gebaut. Die Türschlösser sind aus Buchenholz gefertigt.

 

Hölzernes Türschloss

 

Im Keller steht eine Steinmühle. Damit wurde das Korn für den täglichen Gebrauch von Hand gemahlen.

 

Handbetriebene Steinmühle

 

Später spazieren wir zum nahen Bootshafen. Eine Küstenseeschwalbe startet von der markanten Eisenskulptur, die hier steht.

 

Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea)

 

Andere Vögel dagegen sind im Flug erstarrt. Einem der Eisenvögel hat sich gar ein kleiner Wicht an den Schnabel gehängt.

 

Flug in die grosse, weite Welt

 

Am Abend wird das Wetter besser und wir fahren nach Leirvik an das Chorkonzert.

 

Leirviksfjørður

 

Nirgendwo wird auf das Konzert hingewiesen. Man weiss ja wohl, dass hier eine Veranstaltung stattfindet.

Der Chor besteht aus12 Sängern und 13 Sängerinnen.

Annette als ehemalige Hobby-Chorsängerin meint am Schluss: „Das Konzert ist hübsch gemacht mit unterhaltsamen Liedern. Leider geht die Dynamik nur von mf zu f, vereinzelt zu ff. Der Dirigent gibt den Ton sehr unsauber an und holt laut hörbar Luft, bevor er den Einsatz gibt. Der Männer-Frauenanteil ist gut ausgewogen, guter Blickkontakt. Einige Einsätze wirkten sehr unsicher, manchmal auch unreiner Stimmklang.“

Am Anfang und am Schluss singen alle zusammen ein Kirchenlied. Annette bekommt ein Liederbuch von der Dame hinter uns und singt so gut als möglich den färöischen Text mit.

Insgesamt war es ein schöner, stimmiger Abend, der uns einen Einblick in das Vereinsleben auf den Färöern ermöglicht hat.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Fahrt nicht nach Klaksvik!“

24. Mai 2017

Am Morgen scheint kurz die Sonne und Fuglafjørður zeigt sich in freundlichem Licht.

 

Blick von unserem Übernachtungsplatz auf Fuglafjørður

 

Ein Mitarbeiter des Kulturhauses, das gleich nebenan steht, lässt uns in den Aufenthaltsraum, der eigentlich geschlossen wäre. Hier haben wir guten Internetempfang.
Als wir ihm erzählen, dass wir nach Klaksvik weiter reisen wollen, meint er augenzwinkernd: „Nein, tut das nicht! Keiner geht nach Klaksvik, ausser er wird dafür bezahlt. Dort ist es hässlich und es gibt nur dumme, ungebildete Fischer, die nie eine Schule besucht haben.“

Später hören wir, dass man sich auf den Färöern viele Witze über die Leute aus Klaksvik erzählt. Sie sind das, was die Ostfriesen für die Deutschen und die Österreicher für die Schweizer.

Trotz der Warnung fahren wir nach Klaksvik und wandern von dort auf den Klakkur.

 

Blick auf Klaksvik

 

Leider hängen die Wolken tief, und es beginnt erst zu nieseln und dann zu regnen. Auf dem Gipfel warten wir einige Minuten, aber es zeichnet sich keine Wetterbesserung ab, schade.

Da die Sicht in die Ferne getrübt ist, konzentrieren wir uns auf die nähere Umgebung. Die Färöer werden auch „die Schafsinseln“ genannt. Überall weiden diese Tiere an den Hügeln.

 

Schafbocks-Portrait

 

Unten in Klaksvik wärmen wir uns im Café Jaqcson auf. Wir bestellen eine heisse Schokolade. Diese besteht aus einer Tasse heisser Milch mit einem Holzspatel mit einem „Schoggi-Brocken“, der sich langsam auflöst. Darüber viel Schlagsahne, sündhaft lecker! 🙂

Danach fahren wir dem Hvannasund entlang nach Múli. Das Dorf ist nicht mehr bewohnt. Wir drehen wieder um und stellen uns bei einem Picknickplatz neben die kaum befahrene Strasse. Hier bleiben wir über Nacht.

Link zur Wanderung auf den Klakkur: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung auf den Villingardalsfjall

25. Mai 2017

Am Morgen begrüsst uns blauer Himmel und wir beschliessen nach Viðareiði zu fahren, um von da auf den Villingardalsfjall, den zweithöchsten Berg der Färöer, zu wandern.

 

Hvannasund, Blick von unserem Übernachtungsplatz

 

Eine Bekassine landet neben unserem Wohnmobil und macht sich zu Fuss auf den Weg. Es scheint wirklich Wanderwetter zu sein. 😉

 

Bekassine (Numenius phaeopus)

 

Bei der Anfahrt auf Viðareiði sehen wir, dass der Gipfel noch leicht in den Wolken liegt, aber bis wir oben sind, werden die sich wohl verzogen haben.

 

Viðareiði mit Villingardalsfjall

 

Der Weg führt am Anfang leicht ansteigend durch eine Heide mit vielen feuchten Stellen. Wir sind froh um unsere guten Schuhe.

 

Annette auf dem Weg zum Gipfel

 

Später steigt der Pfad steil an und wir kraxeln in Falllinie durch Geröll und Fels. Der Weg ist aber mit blauen Plastikpfählen gut markiert.

Der Blick auf die Sunde und die umliegenden Berggipfel ist fantastisch.

 

Múlin

 

Ganz zuoberst, auf 841 m.ü.M. trifft Beat nicht etwa auf eine steinerne Skulptur oder eine steinerne Elfe, nein, Annette suchte im Nebel hinter einem Steinhaufen Schutz vor dem Wind.

 

 

Ja, leider haben sich die Wolken über dem Gipfel nicht gehoben, sondern gesenkt. Unbeirrt (das tönt positiver als stur, oder?) haben wir jedoch unseren Weg bis nach ganz oben fortgesetzt.

 

Villingardalsfjall erreicht

 

Auf den Marsch über den Grat bis Enniberg, der höchsten Klippe Europas, eventuell sogar der Welt, die 754 Meter beinahe senkrecht ins Meer abfällt, verzichten wir aber bei diesen Wetterbedingungen. Das Leben ist zu schön, um es leichtsinnig aufs Spiel zu setzen.

Stattdessen suchen und finden wir einmal mehr viel Schönes direkt vor unseren Füssen. Die Steine und Felsen sind dekorativ mit Moosen und Flechten überzogen.

 

Moos und Flechten auf einem Stein

 

Etwas unterhalb des Gipfels verlassen wir die Wolke wieder. 😉
Die Sicht auf Viðareiði und den dahinter liegenden Malinsfjall ist atemberaubend schön.

 

Viðareiði mit Malinsfjall

 

Kurz vor dem Dorf treffen wir auf eine kleine Schafherde, die von mehreren Leuten den Berg hinauf getrieben wird. Auch ein Border Collie beteiligt sich daran. Seine Einsätze verursachen aber viel Unruhe und sind selten hilfreich.

Zwei neugierige Lämmer, die wir spontan Black and White taufen, gefallen uns besonders gut.

Black and …

… White

 

 

 

 

 

 

Die Kirche von Viðareiði liegt oberhalb des alten Fischerhafens, der heute nicht mehr genutzt wird.

 

Kirche von Viðareiði

 

Nun fahren wir über die Insel Borðoy weiter auf Kunoy, wo wir hinter dem gleichnamigen Dorf am Ende der Strasse einen Platz finden, wo wir uns für die Nacht einrichten.

Link zur Wanderung auf den Villingardalsfjall: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Drei Jahre auf Achse

26. Mai 2017

Heute vor drei Jahren sind wir zu unserer Reise kreuz und quer durch Europa aufgebrochen. Das möchten wir mit einem traditionellen färöischen Abendessen feiern.
Wir wollen deshalb zurück nach Klaksvik fahren, um im Tourismusbüro nach einem entsprechenden Lokal zu fragen.

Die Strasse von Kunoy führt durch einen der hierzulande typischen einspurigen und unbeleuchteten Tunnels. Von einer Seite her hat man jeweils Vortritt und von der anderen Seite muss man in eine der vielen Ausweichbuchten fahren, wenn ein anderes Fahrzeug entgegen kommt.

 

Einspuriger Tunnel auf den Färöern

 

Vor Klaksvik liegt im Hafen ein russischer Fischtrawler. Das sieht man nicht alle Tage und ist einen Abstecher wert.

 

Russischer Fischtrawler in Klaksvik

 

Hochseehäfen, auch noch so kleine, faszinieren uns. Ist es der „Duft der grossen, weiten Welt“, den man da zu riechen glaubt?
Auf alle Fälle rutscht die Kamera jeweils wie selber aus der Hülle in Beats Hand.

Hier ein paar dieser „Schnappschüsse“.

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach besuchen wir die im alten nordischen Stil gebaute Christianskirkjan in Klaksvik.

 

Christianskirkjan in Klaksvik

 

Der dänische Architekt Peter Koch erhielt den Auftrag eine Kirche für Klaksvik zu zeichnen.
Das dänische Nationalmuseum stellte das Gemälde „Das heilige Abendmahl“ von Joakim Skovgaard zur Verfügung. Dieses Fresko malte er 1901 für die Domkirche in Viborg (DK). Dort drohte aber die hohe Feuchtigkeit in den Mauern das Kunstwerk zu zerstören. Es wurde auf Leinwand übertragen und ins Museum gebracht.
Der Architekt hat sozusagen die Kirche um dieses Altarbild herum entworfen. Sie wurde 1963 eingeweiht.

Das Gemälde wurde in den letzten Jahren restauriert und erstrahlt nun in neuem Glanz.

 

„Das heilige Abendmahl“ von Joakim Skovgaard

 

Der Taufstein diente bereits vor 4000 Jahren als heidnisches Opferbecken und steht auf einem Fuss aus Basalt. Er ist sicher das älteste Taufbecken Skandinaviens und vielleicht gar der Welt.

 

 

Im unteren Stock hängen zehn runde Holzreliefs von 135 cm Durchmesser. Der Künstler Edward Fuglø hat 2013 aus alten Holzstücken Szenen aus dem Leben Jesu gestaltet.

Schade, dass die Fotos nur einen Abklatsch dieser fantastischen Werke zeigen können.

 

Speisung der Fünftausend

 

 

 

 

 

 

 

Sturmstillung

 

 

 

 

 

 

 

Einzug in Jerusalem

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend feiern wir in Restaurant hjá Elisabeth in Viðareiði unser Jubiläum mit einem traditionellen färöischen Abendessen. Wir bestellen Trottellumme und Lamm und erhalten viel Fleisch, Kartoffeln und wenig Gemüse, das hier kaum wächst.
Die Trottellumme, ein grosser Seevogel, hat sehr dunkles, beinahe schwarzes Fleisch und der Geschmack erinnert stark an Leber.

Nach dem leckeren Mahl wechseln wir die Insel und fahren nochmals auf den lauschigen und ruhigen Übernachtungsplatz vor Múli.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf nach Mykines

27. Mai 2017

Um 13:30 Uhr sollen wir uns im Hotel Magenta in Miðvagar einfinden. Eigentlich wollten wir dort, wie seit Monaten abgemacht, bereits vor fünf Tagen mit unserem zweiwöchigen Stage beginnen.
Doch Marita, die Besitzerin war da gerade in Norwegen …

Nun sind wir doch noch willkommen, obwohl es zur Zeit wenig Arbeit gebe, wie sie uns gestern telefonisch mitgeteilt hat.
Wir fahren also nach Miðvagar, das auf der Insel Vágar liegt.

Unterwegs staunen wir über die unzähligen Bäche und Katarakte, die sich die Berge herunterziehen.

 

Hvalvík

 

Das Setzen der Kartoffeln geht hier anders als wir es gewohnt sind.
In die Grasnarben werden lange Linien gestochen. Jeder zweite Streifen wird danach mit dem Spaten in Stücke getrennt. Nun werden die Kartoffeln auf das unzertrennte Grasband gelegt und mit den danebenliegenden Soden zugedeckt.

Als wir uns neugierig erkundigen, erklärt man uns, dass die Kartoffeln so besser gedeihen, weil durch das Verrotten des Grases etwas Wärme entsteht. Dazu trägt auch die dunkle Oberfläche bei. Bei der Ernte wird die Grassode in ihre ursprüngliche Lage zurückgeklappt. Nach einem oder zwei Jahren Ruhepause wird der Acker erneut für Kartoffeln genutzt.

 

Kartoffelpflanzen auf den Färöern

 

 

In Hósvik entsteht ein Kartoffelacker.

 

Kurz vor unserem Ziel fällt uns in Sandavágur die markante Kirche auf, doch wir haben jetzt keine Zeit, sie genauer anzusehen.

 

Kirche von Sandavágur

 

Im Hotel Magenta in Miðvagar treffen wir neben der Chefin Marita auch Adelle, eine „Workawayerin“ aus Australien an. Sie ist schon länger hier und will bis Mitte August bleiben.

Wir sollen deshalb auf der Insel Mykines, die für ihren Vogelreichtum bekannt ist, arbeiten. Luddi, der Koch, sei dort und werde uns am Hafen in Empfang nehmen.

Wir freuen uns sehr darüber.

Für wie lange? … Ein bis zwei Tage, oder so, das weiss niemand so genau. Planen scheint nicht die Stärke von Marita zu sein. Wir packen einige Kleider und notwendige Utensilien ein und bald darauf bringt uns Marita nach Sørvágur zur Personenfähre, denn Autos gibt es auf Mykines keine.

Wir fahren an einigen kleineren Inseln und Felsen vorbei, die dekorativ aus dem Meer ragen.
Leider schaukelt das kleine Schiff trotz relativ ruhiger See so stark, dass es kaum möglich ist, ein vernünftiges Foto zu schiessen.

 

Lítli Drangur und Stóri Drangur

 

Nun steuern wir auf Mykines zu.

 

Erster Blick auf Mykines

 

Wir fahren der Insel entlang zum Hafen, der sich im Westen befindet. Nun entdecken wir das kleine Dorf, das oberhalb der Klippen im saftigen Grün liegt. Hier werden wir nun also ein paar Tage verbringen.

 

Dorf Mykines auf der Insel Mykines

 

Am Hafen werden wir von Luddi abgeholt. Wenigstens das klappt auf Anhieb. 🙂

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Durch Dänemark von Süd nach Nord

 

Nordwärts

19. Mai 2017

Gestern sind wir in Dänemark angekommen und haben bei Aalbæk übernachtet. Morgen wollen wir unseren NOBIS in Hirtshals auf die Fähre verladen.
Um trotzdem noch etwas von Dänemark zu sehen, wählen wir nicht den direkten Weg, sondern fahren um den Ringkøbing Fjord.

In Varde liegen im gleichnamigen Fluss viele Boote.

 

„Jachthafen“ in Varde

 

Kurze Zeit später erreichen wir den Ringkøbing Fjord, ein Binnenmeer, das lediglich durch einen schmalen Durchgang mit dem Ozean verbunden ist.

 

Ringkøbing Fjord bei Nymindegab

 

 

Steg am Ringkøbing Fjord

 

Auf dem Streifen zwischen Nordsee und Fjord stehen viele Ferienhaussiedlungen. Vereinzelt sind aber auch Wohnhäuser zwischen den Dünen zu sehen.

 

Wohnhaus zwischen den Dünen

 

In der Nähe von Viborg finden wir einen Picknickplatz. Die milde Temperatur erlaubt es uns sogar, das Abendbrot draussen einzunehmen.

Link zur gestrigen Strecke:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf die Fähre

20. Mai 2017

Wir sind frühzeitig in Hirtshals.
Beim Einchecken übergeben wir unsere Fahrkarten der Dame im Kabäuschen. Diese fragt, ob wir nach Island fahren würden. Wir bestätigen dies und erwähnen, dass wir davor aber drei Wochen lang die Färöer Inseln bereisen wollen.
Sie hakt nach, ob wir denn die Fähre in Tórshavn (Färöer) mit unserem Wohnmobil verlassen wollen.
Irritiert bestätigen wir dies und schieben nochmals nach, dass wir ja drei Wochen auf den Färöern verbringen werden. Eine rege Diskussion per Funk beginnt. Nach einigen Minuten informiert sie uns, dass sie am Abklären sei, ob dies gehe, da das Schiff lediglich fünf Stunden im Hafen von Tórshavn liege.
Nach einigem Hin und Her begreift sie doch noch, dass wir nicht am selben Tag weiterfahren wollen, sondern an dem Datum, das auf der Reservierung steht, die vor ihrer Nase liegt.

Ja, manchmal ist das Einfachste schon kompliziert genug!

Endlich dürfen wir unseren NOBIS ein Stück weiter vorrücken und auf das Verladen warten.

 

Einchecken in Hirtshals

 

Da nur eine Person das Fahrzeug aufs Schiff führen darf, will Annette die wenigen Meter zum Boot zu Fuss zurücklegen. Doch das scheint nicht erlaubt zu sein.
Sie wird in einen Reisebus gebeten. Nach und nach treffen weitere „Fussgänger“ ein. Dann passiert lange Zeit gar nichts. Irgendwann startet der Chauffeur den Motor und fährt zügig auf die Fähre zu, um kurz davor abzubiegen und an allen geparkten Autos vorbei gegen die Ausfahrt vom Hafengeländes zu fahren. Die Passagiere sind verdutzt. In einem weiten Bogen werden sie vom Hafen weggefahren, nur um auf einer anderen Spur wieder fast an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Dort dürfen alle aussteigen und über diverse Treppen und Gangways die Fähre betreten. Vor allem für ältere Passagiere, die mit grossen Koffern reisen, eine Zumutung.

Müssen hier Arbeitsstellen erhalten werden, dass alles so kompliziert organisiert ist?

Irgendwann sind wir dann doch zusammen auf der „MS Norröna“ und sehen vom Deck aus dem Verladevorgang zu.
Die meisten LKW-Auflader sind mit „Explore Iceland and the Faroe Islands“ angeschrieben.
Wir folgern, dass wir auf der richtigen Fähre gelandet sind. 😉

 

Verladen der Güter

 

Ein scheppernder Lautsprecher informiert, dass sich die Abfahrt um ein- bis eineinhalb Stunden verzögern wird.

 

Lautsprecher an Bord

 

Endlich ist es so weit. Die Auffahrrampe wird hochgeklappt …

 

Rampe hoch!

 

… die Trossen von den Pollern gelöst …

 

Trossen lösen!

 

… und los geht’s ins weite Meer!

 

Vergängliche Spur

 

Einige Möwen begleiten uns noch ein Stück weit …

 

Junge Silbermöwe (Larus argentatus)

 

… und dann sind wir alleine in der unendlichen Weite der Nordsee.

Einzig ein Kreuzfahrtschiff kreuzt, wie sein Name ja sagt, in einiger Entfernung unseren Weg.

 

„Silhouette“ auf hoher See

 

Link zur heutigen Strecke: (Die Strecke der Fähre ist nur sehr ungenau eingezeichnet!)

 

 

Muckle Flugga, die alte Bekannte

21. Mai 2017

Gegen Abend fahren wir an den Shetland-Inseln vorbei. Hier verbrachten wir im Sommer 2015 sechs erlebnisreiche Wochen.
Damals sahen wir Muckle Flugga, das kleine Eiland mit dem nördlichsten Leuchtturm Grossbritanniens, von der Insel Unst aus.

Link zu unserem Besuch der nördlichen Shetland-Inseln 2015:

Heute ziehen wir auf dem Meer daran vorbei.

 

Leuchtturm auf Muckle Flugga

 

 

 

Viele stehen auf dem Deck und geniessen den Blick auf die Inseln oder schiessen noch schnell ein Bild.

 

Die Shetland-Inseln wollen fotografiert sein.

 

Unbeirrt stampfen die Maschinen im Bauch der Fähre und bringen die MS Norröna weiter nordwärts.

 

Kamine der Fähre

 

Plötzlich taucht vor dem Fenster ein Bohrturm auf. Da der Weg auf das Deck zu lang ist, klickt Beat in der Not durch die dicke, nicht ganz saubere Scheibe.

Es entsteht kein Meisterwerk, aber ein Dokument der Erdölgewinnung auf hoher See.

 

Ölplattform in der Nordsee

 

Wir werden eine zweite Nacht auf der Fähre verbringen und morgen im Hafen von Tórshavn einlaufen.

Hier trotzdem ein Versuch zur heutigen Strecke: 😉 (Die Strecke der Fähre ist nur sehr ungenau eingezeichnet!)

 

 

Von Süd nach Nord durch Deutschland

 

 Ab ins Ausland

3. Mai 2017

Heute starten wir Richtung Norden und schaffen es über Österreich bis nach Deutschland.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Unserem NOBIS was Gutes tun

4. Mai 2017

In Mering lassen wir unser Wohnmobil auf Herz und Nieren testen und kleinere Reparaturen ausführen.
Wenige Kilometer weiter, am Friedberger See, bleiben wir über Nacht.

 

Höckerschwan (Cygnus olor) am Friedberger See

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

An die Donau

5. Mai 2017

Wir fahren an die „schöne blaue Donau“. Bei dem bedeckten Himmel und den Regenfällen der vergangenen Tage ist sie eher grau als blau, aber was soll’s …?
Oberhalb von Hofkirchen finden wir einen exklusiven Übernachtungs-Platz mit Sicht auf den Fluss.

 

Donau bei Hofkirchen

 

Hier liegt eine der Kriegsgräberstätte Bayerns.
Wir spazieren über den gepflegten Friedhof und uns wird einmal mehr vor Augen geführt, wie viele Menschen im zweiten Weltkrieg sinnlos ihr Leben verloren haben.

 

Kriegsgräberstätte Hofkirchen

 

Auf der Innenwand des runden Turmes sind die Namen von über 2500 Kriegsopfern aufgeführt.

Für den 25-jährigen Josef, der im Jahre 2010 in Afghanistan gefallen ist, wurde ein separater Stein aufgestellt. Wir hoffen, dass hier in Zukunft keine weiteren Namenstafeln angebracht werden müssen.

 

Gefallene im zweiten Weltkrieg und in Afghanistan

 

Das Gedicht zum Gedenken an einen gefallenen Bruder schafft eine emotionale Nähe zu den zahllosen, unbekannten Toten.

 

„Es weht der Wind …“

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von der Donau auf den Geißkopf

6. Mai 2017

Die düstere Stimmung von gestern ist verflogen. Die Sonne scheint und wir geniessen den Blick von unserem Frühstückstisch aus auf die blaue Donau, wo sich ein Lastkahn nach dem anderen langsam flussaufwärts kämpft.

 

Lastkahn auf der Donau

 

Das motiviert zu einem Spaziergang hinunter an das Ufer des viel besungenen Flusses.

 

Hofkirchen in der Morgensonne

 

Ein Biber will hier seinen neuen Wohnsitz errichten. Es gibt noch keinen Damm, doch ein erster Baum wurde in der letzten Nacht angeknabbert und wird wohl Morgen gefällt werden.

 

Biberspuren

 

Wir sind die strahlende Sonne noch nicht gewohnt und fahren deshalb nach Regen. Doch auch hier liegen die Temperaturen über 20°C.

Nichts mit „nomen est omen“, hier gilt „Schall und Rauch“!

 

Sonne in Regen

 

Wir nutzen die frühlingshaften Wärme und fahren in Unterbernau mit der Sesselbahn auf den Geißkopf.
Dieser Berg scheint das Ziel aller Mountainbike-Fahrer von nah und fern zu sein. Neben dem Sessellift, der mehr Biker befördert als Wanderer, zieht auch ein Skilift die Radfahrer den Berg hoch.

Downhill ist angesagt!

 

Sessel- und Bikelift am Geißkopf

 

Tipp für Eilige: der Schlepplift ist schneller als die Sessel!

 

Annette und die Biker

 

Auf dem Geißkopf besteigen wir den markanten Aussichtsturm.

 

Aussichsturm auf dem Geißkopf

 

Aussicht vom Geißkopf

 

Für uns ist nicht Downhill, sondern Uphill angesagt. Wir wandern auf den Bernau-Riegel und weiter auf den Dreitannen-Riegel.
Beide sind als Aussichtsberge deklariert und wirklich, man sieht auch jeweils etwas in die Weite und ins Tal. Uns fehlt die uneingeschränkte Fernsicht. Aber da sind wir Schweizer wohl ein wenig verwöhnt.

Die Wanderung durch den Wald tut gut und wir lassen deshalb auf dem Rückweg die Sesselbahn links liegen und steigen zu Fuss zu unserem NOBIS ab.

Über Nacht bleiben wir, wie viele Biker auch, auf einem der grossen, ruhigen Parkplätze.

Link zur Wanderung vom Geißkopf auf den Bernau-Riegel, den Dreitannen-Riegel und zurück nach Unterbernau: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Tirschenreuth

7. Mai 2017

Unser heutiges Ziel ist die Tirschenreuther Teichplatte, das „Land der 1000 Teiche“.

Es ist sehr regnerisch, doch wir nutzen eine Wolkenlücke und spazieren auf der Trasse der ehemaligen Vizinalbahn (Eisenbahn zur Erschliessung des ländlichen Raums) hinaus zur Himmelsleiter.

Schon von weitem sieht man den markanten Stahlbau, der über dem Rad- und Wanderweg steht.

 

Himmelsleiter von Tirschenreuth

 

Von oben geniesst man den Blick über einige der Teiche, in denen noch heute Karpfen gezüchtet werden.
Vor über 1000 Jahren haben Zisterziensermönche hier die Fischzucht begründet.

Heute ist die „Waldnaabaue“ ein grosses Naturschutzgebiet. Sie ist Heimat für viele seltene, zum Teil vom Aussterben bedrohte, Tier- und Pflanzenarten.

 

Karpfenteiche in der „Waldnaabaue“

 

Naturschutzgebiet „Waldnaabaue“

 

 

Tirschenreuther Himmelsleiter

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach so vielen Karpfenteichen wollen wir zum Abendbrot diesen Fisch essen. Deshalb fahren wir zurück ins Dorf, wo wir einen schönen Platz am Netzbach finden.

 

Fischhofbrücke über den Netzbach

 

Klettnersturm, Tirschenreuth

 

Ehemaliger Fischhof, heute Amtsgericht

 

Karpfen essen ist jetzt im Mai nicht ganz einfach.
Die „richtige“ Zeit sei von September bis März, wird Annette von einem Passanten, den sie nach einem Tipp fragt, belehrt.
Im Restaurant Seenario wird uns aber dann doch noch ein Karpfen serviert.

Link zum Spaziergang zur Tirschenreuther Himmelsleiter:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Haus über Kopf!

8. Mai 2017

In Günthersdorf, ehemals DDR, haben sie die Wende vom Kommunismus zur freien Marktwirtschaft wörtlich genommen. Da steht nicht nur ein gigantisches Einkaufszentrum, nein, sondern auch ein ganzes Einfamilienhaus Kopf.

 

Das verrückte Haus in Günthersdorf

 

Wir fahren weiter bis Wipshausen und stellen uns für die Nacht auf einen ruhigen Wanderparkplatz im Wald.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Celle

9. Mai 2017

In Celle stehen wir und nicht die Häuser beinahe auf dem Kopf.

Die Stadt wurde im 2. Weltkrieg von Bomben verschont. Die historischen Bauten wurden liebevoll renoviert und die alten Riegelhäuser sind heute eine Reise wert.

 

Häuserzeile in Celle

 

 

 

Altstadt Celle

 

Die Stadt ist aber nicht zu einem Museum verkommen. Die Häuser sind bewohnt und im Erdgeschoss ziehen viele Geschäfte und Restaurants die Touristen an.

Ausserhalb der Kernzone ist genügend Platz für Neubauten. Das Wandgemälde einer Bank ist uns besonders aufgefallen.
Man deutet es entweder als:
– Hier arbeitet das Geld fleissig wie eine Biene …
oder als:
– Mit dem Geld wird die Natur so verbaut, dass die Bienen den Asphalt fressen müssen.

Jeder sieht eben, was er sehen will!!!

 

 

 

Für die Bienen und vor allem für die Menschen gibt es in Celle einen schönen Park.
Ein grosser Baum wurde eingetopft.
Wie das geht?
Wir haben eine Vermutung, aber die geben wir nicht preis! 🙂

 

Eingetopfter Parkbaum

 

Nach dieser Stadtbesichtigung fahren wir weiter nach Lütjenburg zu Annettes Schwester und ihrer Familie. Wir werden herzlich empfangen und verbringen da einige erholsame Tage.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lütjenburg

10. – 16. Mai 2017

Das Wetter ist sehr wechselhaft und eher kühl.

Wir nutzen wir den einzigen sonnigen Tag, den 11. Mai, für eine Wanderung.

Die Rapsfelder stehen in voller Blüte und geben für die Turmhügelburg einen schönen Hintergrund ab.

 

Turmhügelburg von Lütjenburg

 

 

Rapsfelder in Schleswig Holstein

 

Schleswig Holstein ist bekannt für seine vielen, schönen Seen.
Auch kleinere, unbekannte finden ihre Liebhaber. Ein Schwan dreht auf dem Teich ruhig seine Runden und lässt sich von uns nicht stören.

 

Höckerschwan (Cygnus olor)

 

Daneben liegt ein schattiges Moor, das anderen Tieren Lebensraum bietet.

 

 

Ein abenteuerlicher Pfad führt hindurch. Dieser hat schon bessere Zeiten gesehen, doch lässt er uns trotz seinem üblen Zustand trockenen Fusses das kleine Feuchtgebiet queren.
Nur bei Beat bricht er an einer Stelle ein, nur so zum Spass natürlich. 😕
Der Steg will ihm damit wohl aufzeigen, dass ihm einige Kilos weniger auch gut anstehen würden!

Jaja, Moralapostel gibt es in jeder Form und überall!

 

„Antiker“ Holzpfad

 

Wir haben diese Herausforderung mit Bravour gemeistert und wagen uns nun an härtere Abenteuer.
Wir besteigen den Streetzerberg, einen Achttausender!

Wir wissen, dass uns das niemand glauben will und trotzdem ist es so!
Es gibt in Schleswig-Holstein einen Achttausender!!!

Um alle Zweifel zu beseitigen, haben wir den Gipfelpfahl fotografiert und da steht die Höhe: 8700 ü. N.N. dunkelgrau auf hellgrau!

 

Streetzerberg, Achttausender in Schleswig Holstein

 

Selbst ein roter Milan findet das aussergewöhnlich. Er fliegt bewundernd über uns hinweg.

 

Roter Milan (Milvus milvus)

 

Erschöpft von der Höhe (wir waren ohne Sauerstoffflaschen unterwegs!) wandern wir in tieferen Gefilden zu unserem NOBIS zurück.

 

 

Link zur Wanderung über den Streetzerberg: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Am Montag, 15. Mai besuchen wir Herumkommers in Hamburg und verbringen einen kurzweiligen Tag.
Wir haben Herumkommer und Frau Rumkommer 2015 in Schottland getroffen. Sie sind oft mit ihrem Wohnmobil unterwegs und berichten darüber in ihrem Foto-Reiseblog.

Link zum Blog von Herumkommers:

 

 

Auf nach Dänemark

17. Mai 2017

Unsere Fähre auf die Färöer Inseln fährt am 20. Mai ab Hirtshals, Dänemark.
Deshalb heisst es heute Abschied nehmen.

In Kiel treffen wir Bärbel und Günter. Sie haben vor einem Jahr die Blogadresse auf unserem Wohnmobil gelesen und sich umgehend bei uns gemeldet. Leider waren wir schon wieder weitergezogen. Aber jetzt holen wir das Treffen nach und verbringen zusammen einen gemütlichen Abend an der Kieler Förde.

Danach fahren wir nur noch bis Eckernförde und übernachten da auf einem Parkplatz beim Segelhafen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Weiter nach Dänemark

18. Mai 2017

Am Morgen lädt der Hafen vor unserer „Haustüre“ zum Fotografieren ein.

 

Segelhafen von Eckernförde

 

Auf dem Bild sieht man beim flüchtigen Betrachten nur Segelschiffe.
Doch ein unscheinbares, älteres Fahrrad wünscht sich ebenfalls Beachtung!

 

Fahrrad-Detail

 

Fahrrad-Detail

 

Fahrrad-Detail

 

Nein, nein, das sind nicht die Speichen des Fahrrades, das sind die Pfähle, an denen die Segelschiffe vertäut sind.

 

Siehste … recht gehabt!

 

Nun geht es aber definitiv über die Grenze nach Dänemark, wir wollen ja unsere Fähre nicht verpassen!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Drei Jahre unserwegs!

 

Wie schnell die Zeit vergeht

26. Mai 2017

Heute vor genau drei Jahren sind wir aufgebrochen, um Europa kennenzulernen.

 

 

Vielen Dank, liebe Leserin, lieber Leser, dass du uns dabei auf unserem Reiseblog begleitest.

 

 

Wieder in der Schweiz

 

Aprilwetter

19. April 2017

Bei der Fahrt über den Jura erleben wir hautnah, was ein richtiges Aprilwetter ausmacht. Sonnenschein wechselt in rascher Folge mit Regenschauern ab.

 

Der Himmel verdüstert sich.

 

 

Eine Regenfront zieht über den Neuenburgersee.

 

Kurz darauf scheint wieder die Sonne und eine Bank lädt zum Verweilen ein.

 

 

Wir treffen in Wohlen ein. Hier dürfen wir einmal mehr bei der Familie von Annettes Bruder unterschlüpfen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Spaziergang zum Erdmanndlistein

20. April – 2. Mai 2017

In den nächsten Tagen erledigen wir allerlei administrativen Kram und besuchen einige Bekannte und Verwandte (für alle reicht die Zeit leider nicht).

Es ist kalt, zeitweise schneit es sogar. Wir nutzen einen der seltenen schönen Tage für einen Familien-Ausflug zum Erdmanndlistein.

Die Felsformation ist rätselhaft. Ein 60 Tonnen schwerer Fels liegt auf zwei Basissteinen.
Es wird vermutet, dass der Koloss in prähistorischer Zeit von Menschen auf die Unterlage gestellt wurde. In Verbindung mit weiteren markanten Findlingen in der Umgebung liegt die Vermutung nahe, dass er als astronomischer Kalender gedient hat.

 

Erdmanndlistein in Wohlen

 

Früher sollen unter dem Stein Zwerge gewohnt haben, die ein gutes Verhältnis zu den Menschen pflegten. Als aber zwei junge Burschen die Erdmanndli ärgerten und Steine in ihre Höhle warfen, verschwanden die lustigen Gesellen und wurden nie mehr gesehen.

Auch wir bekommen sie nicht zu Gesicht, obwohl wir zum Brennholz sammeln durch den Wald streifen.
Das Feuer zum Grillen der Würste brennt und plötzlich liegt ein kleiner feuerspeiender Drachen darin. Vielleicht das Reittier der Zwerge?

 

Kleiner feuerspeiender Drachen

 

Er hätte sich wohl besser nicht ins Feuer gesetzt. Nun verbrennt er langsam zu Asche.

 

Grillfeuer am Erdmanndlistein

 

Link zum Spaziergang zum Erdmanndlistein in Wohlen:

 

Ein anderer Ausflug führt uns nach Lenzburg. Wir besuchen die Ausstellung „1001 Heimat, Eine Grenzerfahrung“. Sie ist als „Eine Reise vom Mutterleib bis in die Weiten des Weltalls“ konzipiert.

Die Ausstellung bearbeitet das Thema sehr vielschichtig und geht unterschiedlichen Fragen nach:
Was ist Heimat? Ein Ort? Ein Gefühl? Eine Nation? Eine Sprache? Eine Kindheitserinnerung? Oder ein Geruch?
Ist Ihre Heimat bedroht? Wodurch? Wie kann man sie bewahren?
Kann man eine neue Heimat finden?

Am Anfang beantworten wir am PC einige Fragen und am Schluss wir uns ein „Heimatschein“ ausgestellt. Darauf ist das persönliche HEIMAT-Sternzeichen eingetragen, das die Ausprägung der Bedürfnisse auf den Achsen: Wandel/Dauer und Nähe/Distanz grafisch darstellt.

Aufschlussreich ist auch die Liste des „Global Gender Gab“ des Weltwirtschaftsforums (WEF), das die Gleichstellung von Frau und Mann international vergleicht. Die benutzten Indikatoren sind:
Wirtschaft
Bildung
Gesundheit
Politik

Auszug aus der „Rangliste“ von 2016:
Die Zahlen geben an, zu wieviel Prozent die Kluft zwischen Mann und Frau geschlossen ist.

1. Island 87.4 %
2. Finnland 84.5 %
3. Norwegen 84.2 %
4. Schweden 81.5 %
5. Ruanda 80.0 %

11. Schweiz 77.6 %
12. Burundi 76.8 %
13. Deutschland 76.6 %

Ruanda ist in Sachen Gleichstellung noch vor der Schweiz und Deutschland platziert …
… wer hätte das gedacht?

Vom Riesenrad aus hat man einen schönen Ausblick auf die umliegende Gegend.
Wir wohnen nicht hier, das ist nicht unsere Heimat.

 

Schloss Lenzburg

 

Was ist Heimat für uns?
Vielleicht unser Wohnmobil, mit dem wir seit bald drei Jahren durch Europa ziehen?

 

Unser NOBIS, unsere Heimat?

 

Die Ausstellung ist unterhaltsam und regt zum Nachdenken an. Ein Besuch lohnt sich!

Link zu den Strecken von Wohlen aus:

 

 

Über Österreich nach Deutschland

3. Mai 2017

Heute verlassen wir die Schweiz und fahren über Bregenz (A) nach Deutschland.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Au revoir, la France

 

Cirque de Saint Marcellin

13. April 2017

Am Morgen werfen wir nochmals einen Blick auf das Château de Peyrelade, die Ruine, die oberhalb unseres Übernachtungsplatzes liegt.

 

Château de Peyrelade

 

Bei Mostuéjouls staunen wir über die Kirche. Sie wird nicht von einem Turm, sondern von einer Mauer überragt. In diese sind vier Öffnungen für die Glocken eingelassen.

 

Kirche Notre-Dame des Champs bei Mostuéjouls

 

Wir fahren in die wunderschöne Schlucht des Tarn.
„Chez Louis“, einem sehr kleinen Restaurant mit hübscher Terrasse und Blick in die Schlucht, trinken wir Tee und Kaffee.

In der Nähe liegt ein Parkplatz. Hier startet die Wanderung zum Cirque de Saint Marcellin.

Eine kleine Kapelle und ein paar wenige Häuser, die sich hoch über dem Tal an die Felswand schmiegen, das ist Saint Marcellin.
Die vielen schmucken Details ziehen uns in ihren Bann.

 

Saint Marcellin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Plötzlich huscht etwas Grünes über den Weg und versteckt sich im nahen Busch.
Wir warten geduldig und regungslos, bis sich das wundersame Etwas wieder an die Sonne traut.

Und wirklich, nach einigen Minuten guckt ein Kopf vorsichtig unter dem Strauch hervor. Später wagt sich die Smaragdeidechse wieder an die Sonne und wir staunen über ihre Grösse. Von Kopf bis Schwanzspitze misst sie geschätzte 30 cm.

 

Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata)

 

Gleich um die Ecke hängt ein Gebäude wie ein Schwalbennest unter einem Felsen. Erst auf den zweiten Blick sieht man, dass es auf einem Felsvorsprung steht.
Der Zugang zur Treppe, die hinauf führt, ist leider zugesperrt.

 

„Schwalbennest“

 

Weil es hier so schön ist, die Sonne scheint und wir noch etwas Zeit haben, beschliessen wir die Rundwanderung zu verlängern und schreiten weiter bergan, an skurrilen Felsformationen vorbei auf das Hochplateau, das über dem Cirque de Saint Marcellin liegt.

Beim Abstieg entdecken wir eine korpulente Frau mit Knubbelnase und einem weitausladenden Hintern.

 

Im Aufstieg …

 

 

… auf der Hochebene …

 

 

… und beim Abstieg.

 

PS: Diese Dame haben wir ungefragt fotografiert und ihr Bild veröffentlicht. Hoffentlich kriegen wir dadurch keinen Ärger. 😉

Wieder unterhalb der Felswand schauen wir uns die Halbhöhlenhäuser im Weiler Eglazines an.
Einige dieser privaten Gebäude werden zur Zeit renoviert und danach wohl als Wochenend – oder Ferienhäuser genutzt.

Die Lage ist einmalig und die Aussicht unverbaubar!

 

Halbhöhlenhäuser von Eglazines

 

Hier würden wir gerne unseren Ferien verbringen, aber wir sind ja Reisende und haben keinen Urlaub mehr. 😉

 

Wir hoffen, dass diese Blumen nicht „wegrenoviert“ werden.

 

 

Einige Häuser von Eglazines vom Tal aus gesehen

 

Nach über fünf Stunden, davon viereinhalb reine Wanderzeit, sind wir wieder im Tal bei unserem NOBIS.
Müde fahren wir aus der Gorge du Tarn und finden kurz darauf einen grossen Parkplatz in Le Truel.

Link zur Wanderung Cirque de Saint Marcellin und Verlängerung über Eglazines: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gänsegeier

14. April 2017

Nach dem Frühstück besuchen wir die Geier-Ausstellung, das Maison de Vautours, gleich um die Ecke.

Diese Flugkünstler haben uns bereits in Spanien fasziniert.
Link zu: „Spanien bezaubert uns bis zum Schluss“

Wir lernen, dass die Gänsegeier von einem Kadaver meist nur die weichen Innereien fressen. Danach kommen die Mönchsgeier, die sich am Fleisch gütlich tun, bevor zum Schluss die Bartgeier die übriggebliebenen Knochen verspeisen.

Im Ausstellungsraum hängen wunderschöne Aufnahmen dieser Geier und auf der Aussichtsterrasse stehen fest installierte Ferngläser. Ein Mitarbeiter richtet sie immer wieder auf Nester, die hoch oben in den Felsen liegen. Zudem beantwortet er kompetent alle Fragen.

 

Gänsegeier (Gyps fulvus)

 

Die Gorge de la Jonte ist mit ihren schroffen Felswänden ein idealer Ort für Gänsegeier. Deshalb wurden die ehemals ausgerotteten Vögel hier wieder angesiedelt.
Heute leben wieder rund 500 Paare im regionalen Naturpark Grands Causses.

 

Gorge de la Jonte

 

Auf der Suche nach einem Campingplatz fahren wir zurück nach Le Rozier. Doch die meisten haben noch Winterpause, obwohl heute Karfreitag ist und zudem in Frankreich Frühlingsferien sind!

Erst nach einigen Fehlversuchen werden wir in Boyne auf dem „Camping le Pont“ fündig.
Der hübsche Platz überzeugt. Er ist günstig, verfügt über eine gute Infrastruktur und sehr schnelles WiFi.
Für den Stromanschluss verrechnet uns der nette Platzwart nichts, nachdem Annette unsere Solarpanels erwähnt hat.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von arbeitswilligen Käfern und Anderem

15. April 2017

Am Morgen wollen wir den Stecker unseres Stromkabels ziehen. Doch ein Bockkäfer ist gerade dabei den Elektrokasten zu inspizieren.
Freundlich wie wir sind, warten wir das Ende des Kontrollgangs ab. Man soll ja arbeitende Käfer nicht behindern.

 

Bockkäfer (Cerambycidae)

 

In Le Rozier kaufen wir frische Forellen, die extra für uns aus einem Becken geholt und sofort mittels Stromschlag getötet werden.

An eine Felswand gebaute Häuser sehen wir in Le Truel für einmal nicht von unten, sondern von oben.

 

„Felshäuser“ in Le Truel

 

In der Schlucht der Jonte kurz nach Les Douzes thront hoch über der Strasse die steinerne Arcade des Bergers (Bogen der Hirten).
Da wir Termine in der Schweiz wahrnehmen müssen, haben wir leider keine Zeit zu diesem Naturwunder hinaufzuwandern.

 

Arcade des Bergers bei Les Douzes

 

Vor Le Mazel stellen wir unser Wohnmobil auf einen kleinen, schmalen Abschnitt der alten Strasse und kochen …

… natürlich … Forellen blau!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Parken am Strassenrand ist nicht immer ideal!

16. April 2017

Nach Balsiège steht ein Lieferwagen am Strassenrand.
Das wäre weiter nicht erwähnenswert, hätte da zuvor nicht ein Zaun gestanden.
Oder glaubte der Fahrer, dass ihn die aufgeklebte Vögel über das Hindernis hinweg tragen würden? Oder ist das die neueste Art von „Fahrzeugsicherung am Hang“?

Genug gespottet!!
Wir sind dankbar, dass wir bis jetzt unfallfrei durch Europa tingeln durften.

 

Lieferwagen bei Balsiège

 

In Le-Puy-Velay überragt die Statue der Notre–Dame de la France die Kathedrale, die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

 

Statue der Notre–Dame de la France und Kathedrale von Le Puy-en-Velay

 

In Voray verlassen wir das Tal der Loire und folgen einem Wegweiser, der einen Aussichtspunkt verheisst. Wir fahren und fahren … durch einen Wald, … durch das Dorf Vermoyal … und endlich, nach etwa sechs Kilometern sind wir da.

Aussichtspunkt?
Na ja, man sieht ein paar Hügel und in die umliegenden Felder. Dafür liegt der Parkplatz sehr ruhig, ideal zum Übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Aussicht vom Aussichtspunkt!

17. April 2017

Nach dem Frühstück schiessen wir ein Foto von der „Aussicht“. Wenn man über mehrere Kilometer hierher geführt wird, muss der Blick ja aussergewöhnlich sein!

 

Hübsche „Aussicht“

 

„Schau, da haben wir doch letzten Herbst auf unserer Reise nach Portugal den Mückenschwarm fotografiert … und hier die leuchtend roten Rebblätter … und das Dorf La Chapelle“.

Wir realisieren plötzlich, dass wir, ohne es zu planen, auf der gleichen schmalen Nebenstrasse fahren wie auf dem Weg nach Portugal. Unglaublich, an welche Details man sich da erinnert.
Link zu: „Frankreich im Herbst“

Die Tagesetappe endet in Anse, wo wir direkt neben der Flurstrasse bei einem Badeteich parken.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gesucht: Offener Campingplatz

18. April 2017

Am Morgen leuchtet der Mond zwischen den Bäumen zu uns herunter.

 

 

Nach Cogna führt die Strasse hoch über dem Vallée du Drouvenant zum Campingplatz de l’Abbaye, der gemäss unserem Stellplatzführer das ganze Jahr geöffnet ist.

 

Idyllische Wohnlage im Vallée du Drouvenant

 

Leider hat sich dieser Umweg nicht gelohnt. Der Platz ist geschlossen und nach drei weiteren Fehlversuchen finden wir erst in Champagnole einen Platz mit WiFi.

Meistens stehen wir frei, doch ab und zu zwingt uns unser Reiseblog auf Stell- oder Campingplätze mit Internetanschluss.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gämsen im Flachland

19. April 2017

Kurz nach Champagnole stehen in einer Wiese Gämsen. Wir sind irritiert. Gämsen gehören für uns in die Berge und nicht auf fette Wiesen im Flachland.
Aber anscheinend stimmt der Spruch: „Es gibt nichts, was es nicht gibt.“

 

Flachland-Gämsen

 

Unser heutiges Ziel ist die Schweiz, darum fahren wir in Pontarlier nicht durch das Stadttor, sondern biegen rechts ab.

 

Stadttor Saint-Pierre, Pontarlier

 

Das scheint uns die Stadt zu verübeln.
Ausgangs Pontarlier würdigt uns ein Eisengesicht keines Blickes, sondern starrt ohne mit den Wimpern zu zucken, stur geradeaus.
Wir nehmen das nicht persönlich und erweisen dem unbekannten Antlitz trotzdem die Ehre, es abzulichten.

 

 

Wenige Kilometer weiter fahren wir über die Grenze in die Schweiz.

Es taucht die Frage auf: Warum kann man eine Grenze überschreiten, nicht aber überfahren?

Link zur heutigen Strecke: