Von Delphi nach Korinth

 

Eis statt Orakel

25. Dezember 2017

Wir wollen die Ausgrabungsstätte von Delphi besuchen, doch heute, am Weihnachtstag und morgen ist das Gelände geschlossen.
Uns bleibt ein Blick von ferne auf den Apollon-Tempel und das Theater.

 

Apollon-Tempel und Theater von Delphi

 

Wir verzichten deshalb auf das Orakel und fahren stattdessen ans Meer.
In Andikyra setzen wir uns ans Ufer und geniessen bei Temperaturen über 20°C ein Eis.

 

Weihnachten 2017: Eis nicht auf der Strasse, sondern im Becher!

 

Danach fahren wir ins Kloster Ossios Loukas. Auch diese Anlage ist ein Welterbe der UNESCO.
Leider verabschiedet sich die Sonne bereits. Doch für einen kurzen Besuch reicht es noch.

Wir bestaunen die karge Einrichtung einer Mönchszelle, die etwa 2 x 2½ Meter misst.

 

Mönchszelle im Kloster Ossios Loukas

 

Von grosser Handwerkskunst zeugt das Gewölbe eines Ökonomiegebäudes.
Mit dem Bau von Bögen und Gewölben wurden das Gewicht des Daches auf die Pfeiler abgestützt, ohne dass Zugkräfte auftraten.

 

Gemauerte Bögen und Gewölbe

 

Wir beschliessen in der Nähe zu nächtigen und uns morgen das Kloster in aller Ruhe und bei Sonnenschein genauer anzusehen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kloster Ossios Loukas

26. Dezember 2017

Ein weiterer wunderschöner Tag erwartet uns.

 

Steiri

 

Wir fahren zurück zum Kloster Ossios Loukas und bewundern diesen beeindruckenden Komplex.

Natursteine, Backsteine und rotbraune Fugen geben die Farben. Die behäbigen Gebäude werden mit hohen Rundbogenfenstern aufgelockert. Der orientalische Einfluss ist unverkennbar.
Der byzantinische Baustil gefällt uns.

 

Die Kirche steht im Zentrum des Klosters.

 

 

Typische Fensterform

 

 

Schlicht und schön

 

 

 

Selbst die Rötelschwalben haben sich dem Baustil angepasst und spielen mit den Farben.

 

Nest einer Rötelschwalbe (Cecropis daurica)

 

In der Kirche findet ein Gottesdienst statt, den wir nicht stören wollen. Doch die gregorianischen Gesänge des Priesters werden in die Krypta Santa Barbara übertragen.

 

Krypta Santa Barbara

 

Einige der Gebäude werden nicht mehr benutzt und dem Zerfall überlassen.

 

 

Andere wurden vor nicht all zu langer Zeit renoviert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwas abseits steht die kleine „Kapelle der Verklärung“. Hier wurde die Glocke nicht in den Bau integriert, sondern in die mächtige Pinie nebenan gehängt. Glockenbaum statt Glockenturm, warum nicht?

 

Glockenbaum

 

Auf dem Weg zurück nach Delphi fällt uns in Distomo ein Wegweiser auf, der Klartext spricht:

 

 

Wir folgen dem Wegweiser und fahren zur Gedenkstätte auf dem Hügel.
Hier wurde am 10. Juni 1944 als Vergeltungsaktion für durch Partisanen getötete deutsche Soldaten ein ganzes Dorf ausgelöscht!
Auf der langen Marmortafel zählen wir 232 Namen. Unter den Opfern waren auch über 80-jährige Frauen und wenige Monate alte Säuglinge.

 

Mahnmal für die Opfer des Massakers in Distomo

 

Im verschneiten Arahova herrscht ein „Riesenpuff“. Wir fahren im Schritttempo durch die enge Strasse. An beiden Rändern stehen die geparkten Autos dicht an dicht neben den Schneemaden.
Viele festlich gekleidete Menschen sind unterwegs. Eine endlose Kolonne Fahrzeuge inklusive zwei Reisebusse kommt uns entgegen … ein grandioses Chaos. Aber alle sind friedlich und geduldig. Niemand hupt oder fuchtelt herum. Für die knapp zwei Kilometer Strecke benötigen wir mehr als eine halbe Stunde.

 

Arahova

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Orakel von Delphi

27.Dezember 2017

Heute ist die Ausgrabungsstätte von Delphi wieder geöffnet und wir tauchen ein in die Antike. Ausserdem wollen wir die Gelegenheit nutzen, um uns die Zukunft vorhersagen zu lassen, sozusagen aus erster Hand. 😉

Das am besten erhaltene Gebäude ist das Schatzhaus der Athener. Die fehlenden Teile wurden, wie das Original, aus Marmor von der Insel Paros nachgebaut.

Gleich daneben steht noch heute der Felsen, von dem herab Sibylle, das allererste Medium, jeweils das Orakel verkündet haben soll.
Später sassen die weissagenden Frauen im Tempel des Apollon über einer Erdspalte, aus der Dämpfe aufstiegen. Da sie ausserdem vor den Prophezeiungen halluzinogene Stoffe konsumierten, war das berühmte „Orakel von Delphi“ eine unverständliche Rede. Diese wurde aber von den Priestern in klare Worte „übersetzt“.

Wir lauschen angestrengt und hören tatsächlich Worte in vielen verschiedenen Sprachen, aber leider können wir daraus keine Weissagung für uns ableiten.

 

Schatzhaus der Athener mit „Orakelstein“

 

Übrigens, Delphi liegt nicht irgendwo in Griechenland, Delphi ist der Nabel der Welt!
Göttervater Zeus liess von zwei Enden der Erde je einen Adler fliegen und diese trafen sich genau hier. Damit die Welt das niemals vergisst, wurde ein steinerner Nabel aufgestellt.
Das Original kann man heute im Museum besichtigen.

 

Nabel der Welt

 

Sehr eindrücklich ist das riesige Theater. Es ist in den Berghang gebaut und gegen das Tal hin offen.

 

Theater von Delphi, gleich dahinter der Tempel des Apollon

 

Anhand einer Säule und einer betonierten Verkehrstafel vergleichen wir die Bausubstanzen der Antike mit der Neuzeit.

 

Antike Säule des Apollon-Tempels (über 2000 Jahre alt)

Säule der Neuzeit (ca. 40 Jahre alt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Tholos (4. Jh. v. Chr.) wurden nur drei Säulen und ein Stück des Architraves rekonstruiert. Doch auch so wird die Mächtigkeit des ehemaligen Prachtbaus spürbar. Sein Zweck ist bis heute unklar.

 

Tholos im Heiligtum der Athene Pronaia

 

Unglaublich welch filigrane Muster in jener fernen Zeit aus dem harten Marmor gearbeitet wurden.

 

Marmorsockel eines Gebäudes

 

Das alles scheint die Katze, die sich auf den behauenen Steinen aufwärmt, überhaupt nicht zu interessieren. Zufrieden sitzt sie da und beobachtet die Welt.

 

 

Aus überlieferten Berichten des griechischen Reiseschriftstellers Pausanias (115 – 180 v. Chr.) mit detaillierten Beschreibungen wurde ein Modell konstruiert, das zeigt, wie das antike Delphi aussah.

 

Modell des antiken Delphi

 

Dann lassen wir uns von den vielen Figuren in die damalige Welt entführen.

 

Sphinx ca. 570 v. Chr.

 

 

Artemis, Göttin der Jagd, des Waldes, des Mondes sowie der Frauen und Kinder

Apollon, Gott des Lichts, der Heilung, der Weissagung und der Künste

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zwillinge von Argos

 

Dazu die Sage:

Die Zwillinge Kleobis und Biton lebten ca. 580 v. Chr. in Argos. Sie waren bekannt für ihre Kraft, ihren edlen Geist und ihren Mut. Ihre Mutter wollte zum höchsten Fest der Göttin Hera reisen und ihr in ihrem Tempel Opfergaben darbringen. Doch als der Zeitpunkt der Abreise kam, waren die Ochsen, die ihren Wagen hätten ziehen sollen, auf einem weit entfernten Feld zum Pflügen eingesetzt. Ihre Verzweiflung war gross, denn sie schien den wichtigsten Feiertag zu verpassen. Kurzentschlossen spannten sich ihre beiden Zwillingssöhne selber vor den Karren und zogen ihn bis vor den Tempel. Dort lobte die Mutter ihre Söhne sehr und bat die Göttin diesen die höchste Ehre zu gewähren, die einem Menschen zu teil werden könne. Die Zwillinge legten sich erschöpft nieder und erwachten nicht mehr. Denn die höchste Ehre sei es, auf dem Höhepunkt des Lebens sterben zu können und als Helden verehrt und in Erinnerung zu bleiben!

Na ja!!

 

Antinoos

Agias

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind tief beeindruckt von den Bauten und Skulpturen der Antike. Unglaublich, was die Menschen damals von Hand vollbracht haben.

Obwohl wir leider keine Weissagung für uns persönlich vernehmen konnten, beschliessen wir weiter Richtung Süden zu reisen.

Auf dem Weg Richtung Peloponnes lässt uns ein Kriegerdenkmal bei Levadia stoppen. Eindrücklich sind die gefallenen Soldaten durch Lücken in der Wand dargestellt.

 

Kriegerdenkmal kurz vor Levadia

 

Kurz vor Psatha hätten wir beinahe eine kleine Wildsau angefahren, die aus dem Dickicht direkt vor dem WoMo über die Strasse rennt. Schwein gehabt!

Im Dorf, wo wir übernachten wollten, stehen dem Meer entlang viele Camping-Verbote. Die Strasse nach Alepochori ist eigentlich wegen Steinschlag gesperrt. Doch Einheimische umkurven die Sperre und wir tun es ihnen gleich.
In Alepochori parken wir am Strassenrand direkt am Meer, es ist bereits dunkel.

Link zur heutigen Strecke: (Folgt demnächst)

 

 

Über den Kanal von Korinth

28. Dezember 2017

 

Von unserem Übernachtungsplatz in Alepochori

 

Wir queren den Kanal von Korinth und fahren auf den Peloponnes.

Die Landenge (Isthmos) von Korinth war die nur 6 km breite Verbindung zwischen dem griechischen Festland und dem Peloponnes. Bereits vor 2600 Jahren schmiedete Periander von Korinth Pläne zu einer direkten Verbindung zwischen der Ägäis und dem Ionischen Meer. Damit hätte der 325 km lange Umweg um den Peloponnes und vor allem die wegen ihren schwierigen Gewässern berüchtigte Landzunge von Kap Malea vermieden werden können. Auch Julius Cäser, Caligula oder Kaiser Augustus spielten mit dieser Idee. Unter dem römischen Kaiser Nero begannen die ersten konkreten Arbeiten. Diese wurden aber bald wieder eingestellt.
1687 wagten sich die Venezianer als mächtige Seefahrer und Händler wieder an das Mammutprojekt. Wiederum vergeblich.
Der Durchstich erfolgte erst 1893 nach zwölfjähriger Bauzeit.
Der Kanal ist 6343 Meter lang und 87 Meter tief. Davon liegen 8 Meter unter Wasser. Auf Wasserhöhe beträgt die Breite nur 23m.

Die Durchfahrt des Kanals von Korinth hat in der Neuzeit an Bedeutung verloren. Für grosse Schiffe ist die Wassertiefe nicht ausreichend. Ausserdem wird das Kap Malea in grösserer Distanz umfahren und der längere Weg fällt heutzutage kaum mehr ins Gewicht.

 

Kanal von Korinth

 

 

 

Kurz nach dem Kanal fahren wir nach Akrokorinth hoch und übernachten vor den Toren der Festung mit Blick auf Xilokastro und den Golf von Korinth.

 

Übernachtungsplatz vor der Festung Akrokorinth

 

Link zur heutigen Strecke: (Folgt demnächst)

 

 

Advertisements

Felsenklöster Meteora

 

Wanderung zum Kloster Agia Triada

20. Dezember 2017

Während der Nacht ziehen immer wieder bellende Hunde vorbei. Unser Wohnmobil scheint sie zu irritieren. Kaum beruhigt sich der eine, fängt der nächste an zu kläffen.
Annette startet noch vor dem Frühstück eine Charme-Offensive. Einer der Hunde sieht sie und bellt los, drei weitere kommen sofort dazu. Sie sind eher scheu, aber nach etwas gutem Zureden und einigen Hundebrocken trauen sie sich heran. Drei lassen sich sogar streicheln.
Falls wir heute Abend wieder hier übernachten, erhoffen wir uns eine ruhigere Nacht.

Dann fahren wir zurück nach Kalambaka. Heute wandern wir zum Kloster Agia Triada.

 

Meteora-Felsen

 

 

Tor am Aufgang zum Kloster Agia Triada

 

 

Aufgang zum Kloster Agia Triada

 

Frauen müssen in allen Meteora-Klöstern einen langen Rock tragen, Hosen werden nur bei Männern akzeptiert. Gleich nach dem Eingang hängen Wickelröcke in sehr dezenten Farben (sprich schwarz und grau), von denen sich Annette den attraktivsten aussucht. 🙂

 

„Aufzug“

 

Mit der Seilwinde wurden früher die Lasten, aber auch Mönche und Besucher (in Körben oder in Netzen!) ins Kloster hochgezogen. Wer da das Beten nicht lernt …

Wir spazieren durch den offenen Teil des Klosters, das, wie fünf andere in der Region, immer noch belebt ist. Mönche sehen wir zwar keine, dafür viele wunderschöne Details, Gemälde von Heiligen, geschnitzte Holztüren und… und … und …

 

 

 

 

Im Klosterhof, der auf einer Felsspitze hinter den Gebäuden liegt, hat sich in einer Steinkuhle Regenwasser gesammelt, das nun zu Eis gefroren ist. Darin liegen Föhrennadeln und drei rote Beeren. Sehr passend im Kloster Agia Triada (Heilige Dreifaltigkeit).

 

Agia Triada

 

Hier treffen wir auch Peter und Judith. Dem leutseligen Peter ist es sehr wichtig, uns mitzuteilen, dass sie aus Singapore kommen. („Quiet far away from here!“). Er ärgert sich, dass jedes der Klöster an einem anderen Wochentag seinen „Ruhetag“ hat. So werde es unmöglich gemacht, alle an einem Tag zu besuchen.

Natürlich müssen wir die beiden vor der wunderbaren Aussicht fotografieren, und natürlich sie uns auch!
So kommen wir zu einem der seltenen Bilder, auf dem wir beide zu sehen sind. 😉

 

Annette und Beat im Kloster Agia Triada

 

Von hier oben sieht man auch einige andere Klöster, die allesamt auf Bergspitzen oder zuvorderst an abfallende Felswände gebaut sind.

 

Frauenkloster Agia Barbara Rousanou

 

Beim Verlassen des Klosters bietet uns der Pförtner Guetzli und kleine Blechkuchen-Schnitten an.
Efcharisto poli!

Wieder zurück in Kalambaka starten wir zu einer Klosterrundfahrt. Hier einige Eindrücke:

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Rousanou

 

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Agios Nikolaos Anapafsas

 

Aber auch die markanten, kleineren Felsen sind sehenswert.

 

Felsformation bei Meteora

 

Ab dem 9. Jh. gibt es Belege zu Gebetsstellen und Einsiedeleien von Eremiten, die hier in der Abgeschiedenheit die Nähe zu Gott finden wollten.

In einer Felswand entdecken wir eine aufgegebene Einsiedelei.

 

Aufgegebene Einsiedelei

 

Die Klöster wurden zwischen dem 12. und 14 Jh. erbaut. Im 16. Jh. gab es in dieser Region 24 Klöster unter der Oberhoheit des Klosters Metamorphosis. Während der osmanischen Herrschaft (Ende 14. bis Anfang 19.Jh.) konnten sich die Klöster zu Beginn durch die Bezahlung von Tributen behaupten. Aber im 17. Jh. begann der Niedergang. Es gab immer weniger Mönche, dafür aber Streitereien um die Ländereien in der Ebene.
Um 1960 Mitte waren die meisten Klöster verlassen. Erst gegen Ende des vorigen Jahrhunderts begannen aufwändige Renovationsarbeiten. Heute sind sechs Klöster wieder geöffnet.

Und weil’s so schön war, gleich nochmals eine Serie Bilder:

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Rousanou

 

 

Frauenkloster Agios Stefanos

 

Beim Bild des Klosters Agia Triada, zu dem wir gewandert sind, sieht man gut, wie die Zugangstreppe in den Fels eingelassen ist.

 

Kloster Agia Triada

 

 

Kloster Agios Stefanos

 

Beim Frauenkloster Agios Stefanos bewundern wir den kleinen, hängenden Garten, der liebevoll auf einem Felsen neben der Zugangsbrücke angelegt wurde.

 

Felsgarten beim Kloster Agios Stefanos

 

Auf dem Parkplatz davor steht ein alter LKW. Auf dem Vorderrad, geschützt hinter einem Abfallcontainer, hat es sich eine Katze bequem gemacht.

 

 

Wir fahren wieder an den selben Übernachtungsplatz von gestern zurück. Dort treffen wir einen älteren Hirten mit seiner Ziegen- und Schafherde an.
Ein Ziegenbock kämpft spielerisch mit seinen Kumpanen.
Beat fragt mit Gesten, ob er fotografieren darf. Der Hirte freut sich sichtlich über unser Interesse und nickt. Sich selber mag er nicht fotografieren lassen, er habe zu schmutzige Kleider, deutet er.

Beat knipst los und Annette versucht sich derweil in Hand- und Fuss-Kommunikation. Der Mann steigt bereitwillig darauf ein.

 

„Ha! … Wo ist der nächste Gegner???“

 

 

„Ich bin der Grösste!!!“

 

Ein älterer Bock schaut dem Treiben gelassen zu.

 

„Ach, die Jungen …“

 

Morgen soll gemäss Wettervorhersage keine Wolke die strahlende Sonne trüben. Da wollen wir zu weiteren Klöster wandern.

Link zur Wanderung zum Kloster Agia Trias: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schlecht ist schön!

21. Dezember 2017

Die Nacht war ruhig. Die Hunde haben uns diesmal unbehelligt gelassen, Futter und Streicheleinheiten sei Dank.
Wir öffnen die Rollos, um die Sonne hereinzulassen … und erstarren! … Es schneit!!!

Da versprechen die Meteorologen das Blaue vom Himmel und dann kommt das Weisse!

 

Die Sonne dringt flockenweise zu unserem NOBIS herunter!

 

Wandern auf den steilen Wegen ist bei diesen Verhältnissen nicht zu empfehlen. Zum Glück sind die Strassen zum grössten Teil schneefrei. Wir drehen deshalb nochmals eine „Klosterrunde“ und erfreuen uns an den einzigartigen Stimmungsbildern, zu denen uns Schnee und Nebel verhelfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kloster Metamorphosis

 

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Varlaam

 

 

Kloster Rousanou

 

 

Kloster Agia Triada

 

Heute haben wir wieder einmal erlebt, wie schön schlechtes Wetter sein kann. Ja, die Welt spielt sich eben doch mehr im Kopf ab als draussen.

Natürlich fahren wir am Abend nochmals zu „unseren“ Hunden. Sie wollen ja Leckerli und wir nochmals ruhig schlafen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kloster Metamorphosis

22. Dezember 2017

Jedes der Klöster hat seine Ruhetage, an denen die Eingangspforte für Besucher geschlossen bleibt.
Heute ist das Kloster Metamorphosis wieder geöffnet. Hier sind verschiedene Ausstellungsräume eingerichtet, ein Museum im belebten Kloster, eine wunderbare Idee.

Auch hier führt der Zugang über mehrere in den Fels gehauene Treppen zum Kloster auf dem Gipfel.

 

Zugang zum Kloster Metamorphosis

 

 

Blick auf das Kloster Varlaam

 

 

Garten im Kloster Metamorphosis

 

 

Blick vom Kloster Metamorphosis

 

Wir schlendern durch die verschiedenen Ausstellungsräume und erhalten einen Eindruck, wie man hier früher gelebt und gearbeitet hat.

 

 

Wein scheint im Kloster sehr wichtig gewesen zu sein, wie uns das riesige Holzfass suggeriert.

 

 

Damit der edle Saft nicht ausläuft, wurde das Fass sowohl mit Eisenreifen, als auch mit Holzgurten zusammengehalten. Sicher ist sicher!

 

 

In der Küche stehen viele Gerätschaften aus Holz.

 

 

Selbst Topf, Schöpfkelle und Näpfe wurden aus Holz hergestellt.

 

Holzgeschirr

 

Wir mögen eigentlich Museen nicht besonders, in denen alte, gesammelte Gerätschaften kommentarlos aufgestellt sind. Doch hier im alten Gemäuer des Klosters ist das stimmig.

Von den Mönchen, die hier gelebt haben, wird der Schädel im Beinhaus aufgestellt. Gleichheit selbst nach dem Tod.

 

Beinhaus im Kloster Metamorphosis

 

Viel Raum nehmen die Bilder von misshandelten und ermordeten Märtyrern ein.

 

Griechisch-orthodoxer Märtyrer

 

Das Mönchsgefängnis wurde nicht auf, sondern in den Berg gebaut. Hier schmorten vor allem Mönche, die den strengen Klosterregeln nicht gefolgt sind, in Einzelzellen.

 

Mönchsgefängnis

 

Wir sind ja eigentlich auf dem Weg an die Wärme. Deshalb verlassen wir diese einzigartig schöne Gegend und fahren südwärts.
Das schafft das Gefährt, das wir am Strassenrand antreffen, nicht mehr. Dafür wüsste es wohl einiges von früher zu erzählen.

 

Jaja, früher, als die Zeiten noch besser waren …

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schnee in Griechenland

23. Dezember 2017

Eigentlich sind wir nicht scharf auf Schnee, aber genau das demonstriert uns die Chilischote am Wegrand.

 

Scharf auf Schnee

 

Auch die Olivenbäume leiden unter dem ungewohnten Wintereinbruch.

 

Olivenbaum im Schnee

 

Wir fahren über den Bralos-Pass. Die Schneedecke wird immer höher.
Oberhalb von Damista erreicht sie eine Höhe von 40 cm. Der schwere Nassschnee hat in den Olivenhainen einigen Schaden angerichtet.

 

Schneeschaden am Olivenbaum

 

Zum Glück sind die Strassen aper und gesalzen. So kommen wir mit unseren Sommerreifen sicher über die Berge.
Die verschneite Landschaft ist wunderschön.

 

Tal bei Skamios

 

Doch wir haben uns auf einen milden, schneefreien Winter eingestellt.
Und endlich, kurz vor Eleonas, sind wir wieder unterhalb der Schneegrenze. Das Dorf leuchtet hell vor den verschneiten Bergen.

 

Eleonas

 

Selbstverliebt haben sich drei hohe Bäume in einen Olivenhain gestellt und präsentieren sich im besten Licht.

 

 

Hier gefällt es uns, hier bleiben wir!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Der grösste Olivenhain Griechenlands

24. Dezember 2017

Der Weg führt heute durch eine raue, hügelige Landschaft. Die verschneiten Berge am Horizont haben wir zum Glück hinter uns gelassen.

 

Giona-Massiv

 

Die riesige Ebene bei Itea ist der grösste Olivenhain Griechenlands.

 

Der grösste Olivenhain Griechenlands

 

Heute, am Heiligen Abend, wollen wir wieder einmal ausgiebig warm duschen. Deshalb fahren wir vor Delphi auf den Campingplatz Apollon.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Chalkidiki und ein bisschen Meteora

 

Halbinsel Sithonia

12. Dezember 2017

Wir fahren um Sithonia, die mittlere Halbinsel von Chalkidiki. Die Küste ist reich an Buchten und Lagunen.

 

Dreimaster in einer Bucht vor Vourvourou

 

Östlich von Sithonia liegt die Halbinsel Athos mit dem markanten, gleichnamigen Berg. Sie ist eine autonome Mönchsrepublik unter der Souveränität Griechenlands. In byzantinischer Zeit lebten auf Athos rund 15’000 Mönche. Heute sind es noch ca. 1’600. Frauen und Kindern wird der Zutritt strikt verwehrt und pro Tag dürfen höchstens zehn ausländische Männer über 18 Jahren den heiligen Berg, wie die Halbinsel auch genannt wird, besuchen.

Wikipedia weiss zudem in holprigem Deutsch: „Selbst weibliche Haustiere sind von dem Verbot betroffen. Außer den allgegenwärtigen Katzen, die einen gewissen Schutz vor Mäusen, Ratten und Schlangen gewähren und den zahlreichen Bienenvölkern, wird auf dem Athos keine Viehzucht betrieben. Als Lasttiere werden (männliche) Esel, Pferde und Maultiere von außerhalb bei Bedarf eingeführt.“

Uns bleibt somit nur ein Blick aus der Ferne.

 

Lagune vor Vourvourou mit Athos (2030 m ü. M.)

 

 

Wunderschöne Wasserstelle an der Lagune

 

Der traumhafte Strand von Portokali ist einen Abstecher wert. Glasklares Wasser lädt zum Baden ein.

 

Portokali Beach mit Athos im Hintergrund

 

Aus einem Felsen hat jemand eine Blume, Figuren und Schriftzeichen herausgearbeitet. Wir verstehen die mysteriösen Zeichen nicht, aber sie gefallen uns.

 

Steinbildhauerei an der Portokali Beach

 

Nach einer kleinen Pause setzen wir unsere Fahrt fort. Eine Kuh am Strassenrand lässt uns stoppen. Solche Hörner haben wir noch nie gesehen. Ist das die neuste Mode?

 

Kuh mit unkonventionellen Hörnern

 

Häufig trifft man Schaf- und Ziegenherden, die immer von einem Hirten und mehreren Hunden begleitet herumziehen. Nachts werden sie in ihre Ställe, längliche Wellblechhütten, zurückgeführt.

 

Typische Schaf- oder Ziegenställe

 

Diese Ziegen halten gerade Siesta.

 

Ziegen bei der Mittagsruhe

 

Ungewöhnlich anzusehen sind auch die erodierten Felsen vor Kalamitsi.

 

 

 

Art made by erosion

 

 

 

Wir haben die Südspitze erreicht und fahren der Westküste entlang wieder Richtung Thessaloniki.
Bei Toroni suchen wir den Einstieg zum Poseidon-Wanderweg.
Den finden wir nicht, fahren aber auf Schotterpisten den Berg hoch und entdecken einen schönen Übernachtungsplatz mit Blick auf die Insel Kelifos und die Halbinsel Kassandra.

 

Aussicht von unserem Übernachtungsplatz

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Bienen und Heiligtümern

13. Dezember 2017

Heute wollen wir zurück nach Thessaloniki. Wir fahren wieder auf Naturstrassen durch den Wald den Berg hinunter. Einige der Schotterpisten sind sehr breit angelegt und dienen gleichzeitig als Brandschneisen. Andere sind schmal und ausgewaschen.

Überall stehen Bienenkästen. Noch in keinem Land haben wir so viele gesehen wie hier in Griechenland.
Manche stehen in einer Reihe an Stichstrassen, andere bilden eine Art Dorf auf gerodeten Plätzen oder Wiesen. Einige sind schlicht gehalten, andere bunt bemalt.

 

Bienenkästen in einer Brandschneise

 

Dieses „Bienendorf“ scheint ein Familienprojekt zu sein. Auch die Kinder durften bei der Bemalung helfen, wie man sieht. Thema: Kunst am Kasten … oder eher: Gib dem Bienenhaus ein Gesicht?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder am Meer versuchen wir der Küste entlang zu fahren, was aber nur mässig gelingt, da die Strassen oft ins Landesinnere führen.
Trotzdem finden wir in Nea Plagia am Meer ein kleines, hübsch gestaltetes privates Heiligtum, mit erhöhtem Bildstock.

 

Kleines privates Heiligtum

 

Auch Annette findet hier ein kleines Heiligtum. Das schnurrende Bündel will gar nicht mehr aus ihren Armen, ja kuschelt seinen Kopf oft in ihre Armbeuge.

 

Annettes „Heiligtum“

 

Etwas weiter treffen wir eine Schafherde, die in einem lauschigen Pinienwald direkt am Meer weidet.

 

Schafherde bei Nea Irakleia

 

Wir beenden unseren Ausflug in den Osten Griechenlands wieder beim Camper Stop Zampetas, etwas ausserhalb von Thessaloniki.
Zur Erinnerung für alle Camperfreunde: Hier darf man gratis stehen, hat Strom, WiFi, Frischwasser, Entsorgungsmöglichkeiten und eine Toilette. Nachts und am Sonntag sind die Tore geschlossen.

Wir kaufen einen Fensteraussteller, den zweiten konnte Annette reparieren. Einen weiteren Riegel hatten wir noch dabei und so belaufen sich die Reparaturkosten für den Schaden des Einbruches auf 24 Euro. Da sind wir noch mal mit einem blauen Auge davongekommen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

20 Jahre Annette und Beat

14. Dezember 2017

Heute vor 20 Jahren haben wir beschlossen, gemeinsam durchs zu Leben zu gehen. Das muss gefeiert werden.
Am Abend fahren wir nach Perea und schlendern in der Dämmerung dem Meer entlang.

 

Abendstimmung in Perea

 

Das romantische Abendrot passt zum Anlass.

 

Perea bei Nacht

 

Als die Nacht hereinbricht, setzen wir uns in eines der zahlreichen Restaurants und schwelgen in Erinnerungen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Einige Tage bei Zampetas Campershop

15. – 17. Dezember 2017

Das Wetter soll in Meteora vorübergehend schlechter werden und wir wollen die berühmten Klöster auf den Bergen bei Sonnenschein besuchen. Deshalb bleiben wir einige Tage im Camper Stop Zampetas.

 

 

Streunende Hunde

18. Dezember 2017

Wir verabschieden uns von Toni Zampetas, einem der drei Brüder, die hier Wohnmobile und Wohnwagen verkaufen, reparieren sowie den Stellplatz gratis zur Verfügung stellen.

Die Fahrt durch Thessaloniki ist sehr langwierig. Es herrscht dichter Verkehr. Dass auf der Transitstrasse auf beiden Seiten der Strasse eine Fahrspur als zweite Parkreihe genutzt wird, fördert den Verkehrsfluss nicht gerade.
Das scheint aber niemanden zu stören. Jeder muss ja ab und zu parken und die offiziellen Parkplätze sind ausnahmslos besetzt. Aber ganz wichtig: Warnblinker einschalten! Dann ist in Griechenland fast alles erlaubt. 😉
So kriechen wir im Schritttempo durch die Stadt.

Unterwegs kaufen wir bei einem jungen Strassenhändler Orangen- und Mandarinen. Er würde uns lieber von den abgepackten 5 kg-Säcken verkaufen, lässt sich dann aber doch dazu überreden je 2 kg abzuwägen. Die grossen Säcke kosten je € 5.–, wieviel kosten dann 2 x 2kg?!?
Das Ergebnis nach angestrengtem Rechnen ist ein unsicheres „vier Euro?“

In einem Wäldchen bei Nea Charavgi liegen verschiedene grosse Parkplätze. Einen wählen wir für die Nacht.
Neben uns steht eine improvisierte Hütte aus Kartonschachteln, die mit einer Plane abgedeckt ist. Eine aufgeschnittene Plastikflasche mit Wasser und etwas Hundefutter liegen ebenfalls in der Nähe.
Hier scheint jemand ein Herz für streunende Hunde zu haben.

Herrenlose Hunde trifft man in Griechenland auf Schritt und Tritt. Wir haben schon mehrmals beobachtet, wie Menschen den Streunern Futter brachten. Die meisten Tiere sehen vernünftig ernährt aus. Magere, struppige sieht man selten.
Ist das die positive Seite der Müllsäcke, die häufig in Strassengräben „entsorgt“ und dort zerfleddert werden?
Sie reagieren auf Menschen meist freundlich und neugierig. Aggressive Hunde haben wir keine, verängstigte nur vereinzelt getroffen.

 

Improvisierte Hütte für streunende Hunde

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf nach Meteora!

19. Dezember 2017

Wir brechen ziemlich früh auf. Die dunklen Äcker dampfen in den ersten Sonnenstrahlen.

 

Dampfender Acker bei Vatolakkos

 

Kurz nach Mittag erreichen wir Kalambaka. Wir haben die Region der Meteora-Klöster erreicht.

Bei einem kurzen Bummel durch das Städtchen entdecken wir den originellen Weihnachtsbaum aus Bierflaschen, der vor einem Pub steht.

 

Bierflaschen-Weihnachtsbaum

 

Wir sind aber nicht deswegen hierher gefahren, sondern wegen den einzigartigen Felsformationen und den Klöstern, die darauf gebaut wurden.
Ein kleiner Spaziergang oberhalb von Kalambaka vermittelt uns einen ersten Eindruck.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück im Dorf beschliessen wir einen Übernachtungsplatz zu suchen und morgen zu einem der Klöster hoch zu wandern. Der Himmel soll wolkenlos klar sein.

 

Blick über eine byzantinische Kirche auf einige Meteorafelsen

 

Nach einigen Irrfahrten finden wir ausserhalb von Kalambaka einen Platz, der uns zusagt.

Link zum heutigen Spaziergang oberhalb von Kalambaka: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Licht und Schatten

 

Baumwollfelder in Makedonien

4. Dezember 2017

Nach ein paar Tagen auf dem Stellplatz bei Thessaloniki brechen wir auf Richtung Norden. Wir wollen die Regionen Nordmakedonien und Thrakien erkunden.
Wir fahren auf Nebenstrassen durch die Gegend und entdecken so den markanten Steinbruch bei Liti.

 

Steinbruch bei Liti

 

Immer wieder trifft man auf Baumwollfelder. Die grösseren werden maschinell abgeerntet. Wir sehen aber auch eine Frau, die in mühsamer Handarbeit die Fasern aus den Kapseln schält und grosse Säcke damit füllt.

 

Baumwollpflanzen (Gossypium)

 

 

Baumwollkapsel

 

Es ist bereits Abend, als wir uns am Kerkini-See für die Nacht einrichten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bunkermuseum von Roupel

5. Dezember 2017

Der Kerkini-See leuchtet im Morgenrot vor unseren Fenstern. Da haben wir ja wieder einen Übernachtungsplatz der Extraklasse gefunden!

 

Morgenrot am Kerkini-See

 

Nach dem Frühstück fahren wir nach Loutra Angistro an die bulgarische Grenze. Hier soll es ein sehenswertes Militärmuseum geben.

Wir finden weit und breit keine Hinweisschilder. Annette fragt im Dorfladen nach. Ein Kunde, der jahrelang in Deutschland gearbeitet hat, erklärt ihr, das sei in Roupel. Paul freut sich offensichtlich wieder einmal deutsch sprechen zu können. Er begleitet Annette bis zum Wohnmobil, um auch Beat den Weg nochmals zu erklären, sicher ist sicher!

Und wirklich, bei Roupel fahren wir an eine Schranke mit Wachhäuschen. Ein junger Soldat tritt an unseren NOBIS. Auf die Frage, ob er Englisch spreche, antwortet er selbstbewusst: „Yes, of course!“
Wir fragen nach dem Museum. Er erklärt, dass wir noch „three thousand kilometers“ (!) dieser Strasse folgen müssten. Ausserdem: „I must cut“.
Wir denken, dass er wohl eine Lichtschranke oder sonstige Sperre meint, die er irgendwie trennen müsse und warten freundlich. Er scheint aber nicht zufrieden. Mit einem „Wait!“ dreht er sich um, marschiert strammen Schrittes in sein Häuschen und kommt mit einem Personalausweis zurück. Er wollte von uns eine Identitätskarte haben!! Hier ist militärisches Sperrgebiet, wer da hineinfährt, muss seinen Ausweis hinterlegen.

Nach den angekündigten 3000 (Kilo)Metern Fahrt den Berg hinauf, stehen wir auf einem riesigen Parkplatz. Dort nimmt uns ein weiterer Soldat in Empfang, führt uns auf den Hügel und erläutert engagiert und mit Detailkenntnissen die Geschehnisse um die Verteidigungsanlagen im April 1941.

 

Blick vom Bunkerberg über die Grenze nach Bulgarien

 

Dann besichtigen wir einen Teil der Bunkeranlage, die im Berg unter unseren Füssen liegt. Ein rotes Metallband führt den Wänden des Hauptganges entlang. So konnte man sich orientieren, wenn das Licht ausfiel.
Viele kleine Seitengänge führen zu Räumen wie dem Büro des Kommandanten, Schlafräumen, Toiletten, Krankenzimmer, Kapelle etc.

 

Hauptgang

Kapelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Krankenzimmer

Büro des Kommandanten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Anlage konnten die deutschen Truppen zwar nicht einnehmen. Sie musste aber trotzdem aufgegeben werden, nachdem Deutschland innert weniger Wochen Griechenland erobert hatte.

Vielen Dank, für diese spannende Geschichtslektion mit persönlichem Guide. Gerne trinken wir im kleinen Café eine Kleinigkeit, um wenigstens etwas an die Unkosten beizutragen. Da treffen wir einen Soldaten, der im Sommer während zwei Monaten in Stuttgart als Obstverkäufer gearbeitet hat. Er strahlt als Annette einige Obstsorten aufzählt und verabschiedet sich mit: „Vielen Dank“ und „Tschüss“.

Nun fahren wir zum Aggitis Canyon. Ein Pfad führt in die kleine Schlucht hinunter und auf der anderen Seite wieder hoch. Natürlich lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen und vertreten uns die Füsse.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Süsse Orangen kauft man an der Strasse

6. Dezember 2017

Weiter geht’s an grünen Feldern vorbei, auf denen wohl Winterweizen spriesst.
Das Wetter und die Temperaturen scheinen so gar nicht passend zum heutigen Nikolaustag. Aber wir vermissen das neblig- kalte Wetter des Schweizer Mittellandes überhaupt nicht.

 

Winterweizenfeld

 

In Choristi wollen wir an der Strasse Orangen kaufen. Der Verkäufer holt sofort seinen Chef aus dem Café, der sehr gut Englisch spricht. Zwei Kilogramm der süssen Früchte kosten € 1.50. Und weil wir so sympathisch sind, gibt es zwei Stück gratis dazu.
Als Beat danach den Verkaufswagen fotografieren will, wirft sich der Händler sogleich in Pose … Werbung kann nie schaden!
Gleichzeitig fährt das Auto eines fliegenden Händlers vorbei, der über Lautsprecher laut orientalische Musik erschallen lässt. Auf der Seite prangt der Schriftzug: „Qualität, die man schmeckt!“.
Leider ist der schon um die Ecke, bevor wir sehen können, was er für Qualitäten anzubieten hat.

 

Fliegender Orangenverkäufer in Choristi

 

In Xanthi fällt uns ein Friedhof auf, der mit NATO-Draht gesichert ist. Werden hier Gräber geplündert oder wollen arme Seelen aus den Begräbnisstätten flüchten?

 

Gesicherter Friedhof in Xanthi

 

Weiter geht’s auf einer Nebenstrasse Richtung Komotini. In Iasmos ist die Strasse ohne jegliche Ankündigung kurz vor einer Brücke durch drei etwa ein Meter hohen Erdwälle versperrt. Wir vermuten, dass die Brücke nicht mehr stabil ist, obwohl man ihr nichts ansieht.
Wir wenden und queren den Fluss Kompsatos weiter südlich.

In den Bergen zwischen Nea Sanda und Megalo Dereio finden wir einen hübschen Übernachtungsplatz an einer kleinen Nebenstrasse. Am gegenüberliegenden Hang drehen die Propeller der Windkraftanlage ruhig ihre Runden.

 

Übernachtungsplatz

 

 

Windkraftwerke im Abendlicht

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Änderung der Route

7. Dezember 2017

Auf unserem Weg hinunter ins Tal kommen uns ca. 15 Pferde entgegen, die frei durch die Gegend streifen und wohl auf der Suche nach einem besseren Futterplatz sind.

 

 

Wir blicken auf eine riesige fruchtbare Ebene hinunter, haben aber keine Lust kilometerweit durch Felder zu fahren. Wir beschliessen deshalb den Abstecher an die türkische Grenze im Norden fallen zu lassen und biegen bei Ladi nach Osten ab und fahren später südwärts nach Dadia in den Dadia-Lefkimi-Soufli Nationalpark.

 

Felder-Patchwork in Thrakien

 

Die Dame im Informationszentrum wirkt desinteressiert. Morgen früh hätten wir bessere Chancen grosse Raubvögel zu beobachten, meint sie und gibt uns einige Prospekte mit.

Wir finden schnell einen sehr hübschen Platz direkt am Dadia-Fluss.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf zur Raubvogelbeobachtung!

8. Dezember 2017

Wir stehen früh auf und fahren nochmals durch Dadia zum Informationszentrum des Nationalparks. Im Dorf steht eine der vielen schönen Kirchen Griechenlands.

 

Kirche in Dadia

 

Vom Info-Center wandern wir hoch zum Vogelbeobachtungsstand.
Der Weg führt durch einen ausgedehnten Kiefernwald. Wunderschön dringen die Sonnenstrahlen durch das lockere Nadeldach.

 

Sonnenstrahlen im Wald

 

 

Bunter Farn (Polypodiopsida)

 

 

Rotfrüchtige Zaunrübe (Bryonia dioica)?

 

36 der 38 in Europa heimischen Raubvogelarten wurden im Nationalpark Dadia-Lefkimi-Soufli gezählt. Die riesigen Vögel finden aber immer schlechtere Lebensbedingungen vor. Früher weideten in dem Gebiet mehrere tausend Ziegen und Schafe. Heute sind es nur noch ein paar Hundert. Dadurch wachsen die Lichtungen langsam zu. Grosse Greifvögel können im dichten Wald nicht jagen. Zudem fehlen durch die kleineren Herden die Kadaver verendeter Weidetiere, von denen sich Mönchsgeier, Gänsegeier und Schmutzgeier über Jahrhunderte ernährt haben.

Deshalb ging man dazu über die Vögel zu füttern, um die Populationen zu erhalten. Gerade der Mönchsgeier wäre ohne dieses Schutzprogramm in Europa bereits ausgestorben.

Heute sehen wir nur vereinzelte Vögel, die sich weit entfernt vom Wind in die Höhe treiben lassen.

 

Annette beobachtet Raubvögel.

 

 

Futterplatz der Raubvögel

 

Aber auch so hat sich die kleine Wanderung durch den wunderschönen Wald gelohnt.

Zurück im Infocenter treffen wir Elpida, eine junge Griechin, die sehr gut deutsch spricht. Sie hat unter anderem in der Schweiz und in Deutschland Umweltwissenschaften studiert. Nun arbeitet sie hier als Volontärin für 400 Euro im Monat. Es gebe wegen der Finanzkrise keine Arbeit in Griechenland, deshalb würden viele junge, gut ausgebildete Menschen auswandern. Diese fehlten aber dem Land, das sie dringend bräuchte. Deshalb bleibe sie hier. Elpida bedeutet übrigens „Hoffnung“!

Sie erklärt uns am Beispiel von Windkraftanlagen, wie die Finanzhilfe Europas für Griechenland funktioniert. Es werde Geld gesprochen, um erneuerbare Energien zu fördern. Meistens bekommen ausländische Firmen das Projekt zugesprochen und bauen mit ihren spezialisierten Technikern die Anlagen. Griechen werden nur als Hilfsarbeiter beschäftigt. Nach Abschluss der Arbeiten bezahlen die Leute der Region für ihren Stromkonsum. Der Gewinn fliesst wieder ins Ausland.

Wir fahren Richtung Mesis Beach, wo es gemäss WoMo-Führer einen Gratis-Stellplatz geben soll.
Auf der Nebenstrasse, die parallel zur A2 führt herrscht ausserordentlich viel Verkehr. Immer wieder kommen uns auf der schmalen Strasse Lastenzüge entgegen. Dafür ist die Autobahn menschenleer, bis auf einige Polizeiautos und Uniformierte. Polizisten stehen auch an jeder Ein- und Ausfahrt und auf allen Brücken.
Annette spricht einen von ihnen an und fragt, was hier los ist. Der Uniformierte gibt freundlich Auskunft: der türkische Präsident besuche Griechenland und werde hier entlang fahren, deshalb seien die Autobahn und alle Zu – und Übergänge gesperrt.

In der Nähe von Xilagani ist die Landstrasse ebenfalls mit einem Fahrverbot versehen, es wird eine Umleitung zur Brücke in 2,6 km angezeigt. Während wir noch beraten, hält ein Pick-Up neben uns. Der Fahrer erklärt uns, dass eine Furt voraus liege, der Fluss führe aber kaum Wasser, es sei kein Problem zu furten.
Er hat vor 40 Jahren während knapp vier Jahren in Stuttgart gearbeitet und spricht immer noch ganz gut deutsch.

Es ist bereits Nacht als wir in Mesis Beach eintreffen. Der angepeilte Übernachtungsplatz, den wir dem WoMo-Führer entnommen haben, ist neu mit einem No-Camping-Schild versehen, wir bleiben trotzdem da. Wo sollen wir sonst im Dunkeln einen Platz finden?

Link zur Wanderung zum Vogelbeobachtungspunkt: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Böse Überraschung!

9. Dezember 2017

Wir blieben die Nacht über unbehelligt und frühstücken noch an diesem schönen, verbotenen Platz direkt am Meer, bevor wir weiterreisen.

Im Dorf Mesi stoppen wir bei einem fahrenden Fischhändler. Wir kaufen zwei fangfrische Fische, 1,2 kg für € 5.00!
Die Tiere zappeln noch in der Plastiktüte, doch wir erlösen sie von ihrem Leiden.

An den markanten Klöstern in der Nähe von Porto Lagos, die auf zwei Inseln in der Vistonís-Lagune errichtet wurden, kann man nicht vorbeifahren, ohne sie zu besuchen. Stege verbinden sie mit dem Festland. Es handelt sich dabei um Ableger der Athos-Klöster. Sie können (als grosse Ausnahme!) auch von Frauen besucht werden.

 

Kloster Ágios Nicólaos

 

 

Kloster Ágios Nicólaos

 

 

Und nochmals Kloster Ágios Nicólaos, vom Kloster Unserer Lieben Frau Pantanassas aus gesehen

 

Eine junge Mittelmeermöwe auf dem Geländer verabschiedet uns und wir fahren weiter nach Toxotes an den Fluss Nestos.

 

Junge Mittelmeermöwe (Larus michahellis)

 

Auf dem Parkplatz stehen diverse Autos, ein kleiner Bus mit einem Anhänger voller Kanus fährt vor. Hier scheint viel Betrieb zu herrschen.

Wir wandern oberhalb des Nestos auf dem wunderschön angelegten Weg taleinwärts.

 

Wanderweg am Nestos

 

 

Blick in die Nestos-Schlucht

 

Die schöne Wanderung versetzt uns in Hochstimmung. Doch nach etwa einer Stunde erobern die Schatten das Tal zurück. Wir drehen um.

Eine Schwebfliege geniesst die letzten Sonnenstrahlen.

 

Schwebfliege (Syrphidae)

 

Doch – wo Licht ist, ist auch Schatten!!!

 

Wo Licht ist, ist auch Schatten.

 

Kurz vor dem Ende der Schlucht kommt uns ein Polizist entgegen und fragt auf Englisch, ob der Peugeot Boxer auf dem Parkplatz uns gehören würde, da sei eingebrochen worden.

Und tatsächlich, das Seitenfenster links fehlt. Auch beim Personenwagen vor uns wurde eingebrochen.

 

Einbruchspuren an unserem NOBIS

 

Im Wohnmobil sind die Schränke aufgerissen und unsere Kleider liegen überall herum.

 

 

Nach dem ersten Schreck stellen wir fest, dass lediglich ein paar Schweizer Geldscheine, die wir in einem Geldbeutel im Wohnraum vergessen hatten, gestohlen wurden. Ausser dem Fenster gibt es keine weiteren Schäden zu beklagen.

Das Fenster liegt neben einer Ruhebank. Es wurde aufgestemmt und ausgehängt. Deshalb ist die Scheibe noch ganz.

 

Unser Fenster liegt am Boden.

 

Das Fenster können wir zum Glück wieder einhängen und mit dem einzigen ganz gebliebenen Riegel notdürftig geschlossen halten.

Obwohl die Täter kaum gefasst werden dürften, folgen wir dem Beamten auf den Polizeiposten in Evlalo, wo wir Anzeige erstatten.

Das geht folgendermassen:
Zuerst trägt der Polizist den Tatbestand von Hand in ein Formular ein.
Danach befragt uns sein Vorgesetzter und schreibt die Anzeige auf dem Computer. Dabei sind Annettes Religionszugehörigkeit und die Namen und Vornamen ihrer Eltern sehr wichtig. Dass da alle Lehmann heissen sollen, scheint sehr unglaubwürdig. Da nützen auch die Identitätskarte und Annettes lange Erklärungen nicht viel.
Freundlicherweise hilft uns der sprachgewandte Polizist als Dolmetscher, obwohl er schon lange Feierabend hätte.
Endlich ist das Prozedere durchgestanden und das Protokoll unterzeichnet.
Die Kopie der Anzeige können wir nun aber nicht mitnehmen, da noch ein Stempel und eine Unterschrift fehlt. Wir sollen morgen nochmals vorbeikommen und sagen, dass wir auf der Durchreise seien, dann würden wir das Dokument vielleicht bereits übermorgen und nicht erst überübermorgen erhalten.

… ach so! …

Natürlich ist darüber so viel Zeit verflossen, dass wir erst in der Dämmerung einen Übernachtungsplatz suchen können.

Nachdem wir unseren NOBIS auf einer Nebenstrasse beinahe in einem sumpfigen Wasserloch versenkt hätten, finden wir einige Zeit später einen Platz irgendwo im Wald bei einem Environmental-Center, wie wir an einer Tafel lesen.
In einem der Häuser brennt Licht. Wir wollen uns da melden, doch niemand öffnet die Türe.

Wir sind hundemüde und wissen nicht, wohin wir sonst fahren sollten, deshalb bleiben wir über Nacht, die ja bereits vor einiger Zeit hereingebrochen ist, hier.

Link zur Wanderung in die Nestos-Schlucht: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom verbotenen zum ungemütlichen Übernachtungsplatz

10. Dezember 2017

In der Nacht zog ein heftiges Gewitter über uns hinweg. Es regnete zeitweise in Strömen. Davon abgesehen verbringen wir eine ruhige Nacht und schlafen trotz des Schreckens von gestern ganz gut.
Am Morgen sehen wir, wo wir gestern Nacht gelandet sind. Es handelt sich um einen Natur-Erlebnis-Park für Kinder.
Das Licht im Haus brennt noch immer und nun wir sehen, dass das Übernachten auf dem Gelände verboten gewesen wäre.

Was soll’s!

Wir fahren zurück zur Polizeistation, um zu jammern, damit wir unser Formular bereits Morgen abholen können.
Doch, oh Wunder! Als wir dort eintreffen, liegt alles bereit. Ein weiteres Dokument wurde angefertigt, unterzeichnet und mit einem schönen Stempel versehen.
Übrigens hat der Beamte das Problem mit Annettes Familiennamen so gelöst, dass er sie kurzerhand in Tannler umgetauft hat.
Wir erfahren, dass gestern in der Region in fünf weitere Autos und einige Häuser eingebrochen wurde.

 

Anzeige

 

Wir sind froh, dass wir nicht noch einen weiteren Tag hier verbringen müssen und fahren zum Aussichtspunkt, von dem man in die Nestos-Schlucht mit ihren Mäandern hinunter sehen kann.

 

Nestos-Schlucht

 

 

Blick zum Meer und auf die Insel Thassos

 

In Kavala legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Unter dem riesigen Doppel-Aquädukt, der sich durch die Stadt zieht, kann man nicht nur achtlos durchfahren.

 

Doppel-Aquädukt von Kavala

 

 

 

Aber, einmal ausgestiegen, fallen uns auch hier einige schöne Details auf.
Zum Beispiel ein schüchternes Boot, das sich hinter einem leuchtend gelben Zaun versteckt.

 

Schüchternes Boot

 

Oder die Hausfassade, die sich als Radiogerät verkleidet hat.

 

Originelle Hausfassade

 

Am späteren Nachmittag treffen wir in Loutra Eleftheron ein. Die Gebäude des ehemaligen Thermalbades sind versprayt und die Scheiben grösstenteils eingeschlagen. Auch die Wannen wurden demoliert.

Auffallend viele Männer treiben sich auf dem Platz herum und baden in den Heisswassertümpeln unterhalb der Bäderanlage.

Wollen wir hier übernachten?

Wir sind wohl von der tristen Umgebung und dem Einbruch in unser Wohnmobil noch etwas verunsichert. Keiner scheint sich für uns zu interessieren und es wird bald dunkel sein. Dann wird sich das Areal wohl leeren.

Wir bleiben!

 

Übernachtungsplatz in Loutra Eleftheron

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Baden im „openair hot pot“

11. Dezember 2017

Die Nacht war sehr lärmig. Immer wieder fuhren Autos auf den Platz, Türen knallten, Gespräche wurden lauthals geführt, Hunde bellten, Autos fuhren wieder weg, Lichter von Taschenlampen irrten durch die Gegend.

Eigenartig!!

Doch nun ist Morgen und wir sind wieder alleine hier.

Wir fahren noch ein kleines Stück weiter und parken direkt vor einem schönen Thermalwasserbecken.
Nichts wie hinein in das 39°C warme Wasser!

 

Thermalbad in Loutra Eleftheron

 

Wenig später tauchen zwei junge Frauen auf, die Müll einsammeln und improvisierte Abfallbehälter für die Müllsäcke aufstellen. So können sie nicht mehr von Tieren aufgerissen werden.
Sie sprechen französisch. Annette kommt mit ihnen ins Gespräch. Eine von ihnen stammt aus der Schweiz, aus Lausanne. Sie wohnen in einer Kommune hier, in einem der leerstehenden Häuser. Und schauen, dass nicht die ganze Gegend total vermüllt wird.
Auf Annettes Frage, was denn da gestern Nacht los gewesen sei, erklären sie, dass an den Wochenenden hier jeweils der Treffpunkt schwuler Männer sei.
Wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir besser geschlafen.

Wir geniessen das Bad im warmen Wasser. Kurze Zeit später gesellt sich ein älteres Paar zu uns. Beide haben jahrelang in Hamburg gelebt und dort ein griechisches Restaurant geführt, das nun ihr Sohn übernommen hat.

Uns fällt auf, wie schnell man mit Griechen in Kontakt kommt. Die meisten sind freundlich, offen, hilfsbereit, interessiert und sehr kommunikativ. Das haben wir bisher noch in keinem der von uns bereisten Länder angetroffen. – Ein riesiger Pluspunkt für Griechenland!
(Schade nur, dass viele der Abfälle im Strassengraben landen, statt in einem der unzähligen Container. – Ein Minuspunkt für Griechenland)

Auf unserem weiteren Weg fahren wir am berühmten Löwen von Amphipolis vorbei. Dieses Grabmonument wurde im 4 Jh.v.Chr. zu Ehren des Admirals Laomedon errichtet.

So nehmen wir „by the way“ etwas griechische Geschichte mit.

 

Löwe von Amphipolis

 

Das Wetter ist traumhaft schön und die Temperaturen klettern auf annähernd 20°C.
Oberhalb von Stratoni legen wir beim Aussichtspunkt mit Picknickplatz eine kleine Rast ein.

 

Aussichtspunkt oberhalb von Stratoni

 

Kurz nach Pirgadikia finden wir etwas erhöht einen schönen Platz mit Sicht auf das Dorf und das Meer. Hier bleiben wir.

 

Pirgadikia

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Makedonien

 

Pelikane

27. November 2017

Das Abblendlicht vorne links will nicht mehr leuchten. Wir fahren deshalb nach Dispilio, um die Lampe wechseln zu lassen.

Auf dem Weg um die Halbinsel Kastoria beobachten wir, wie ein Mann Pelikane füttert.

 

Fütterung der Pelikane

 

 

♫♪♪♫ Kommt ein Fischlein geflogen … ♪♫♪♫

 

Satt und zufrieden schwimmen die Wasservögel nach der Mahlzeit von dannen.

 

Krauskopfpelikane (Pelecanus crispus)

 

Die Reparatur des Abblendlichtes kostet inklusive Arbeit und Lampe € 3.00, wie die Quittung, ein DIN A4 Computerausdruck, belegt. Für dieselbe Arbeit haben wir in Spanien fünf Mal mehr bezahlt. Ganz zu schweigen davon, was wir in der Schweiz dafür hinblättern müssten!!

Am Abend kehren wir zurück an den wunderschönen Übernachtungsplatz am Orestiáda-See.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Agios Achilleios-Insel

28. November 2017

Wir fahren auf der schmalen Einbahnstrasse weiter um die Halbinsel und treffen „unsere“ Pelikane heute auf der Ostseite, auf einer Mole beim Sonnenbad.

 

Krauskopfpelikane (Pelecanus crispus)

 

In Chloi steht eine der vielen wunderschönen griechisch-orthodoxen Kirchen.

 

Griechisch-orthodoxe Kirche in Chloi

 

Dann geht es weiter über den Pervali-Pass zu den Prespa-Seen. In dem Tal sehen wir unzählige Bohnenfelder. Die berühmten „Gigantes“ (weisse Riesenbohnen) sollen nirgends besser gedeihen als hier. Die Schoten bleiben an den Pflanzen, bis sie trocken sind und werden dann geerntet.

 

Erntereifes Bohnenfeld

 

 

An der Pflanze getrocknete Bohnenschote

 

Vor der Brücke zur Insel Agios Achilleios steht ein roter Kastenwagen, den Heckraum voller Bohnen. Da können wir nicht widerstehen und kaufen der Bäuerin zwei Tüten voll ab.

 

Bohnenkleinsthandel am kleinen Prespa-See

 

Danach spazieren wir über die Pontonbrücke auf die Agios Achilleios-Insel und weiter bis zum grossen Betonkreuz, das auf der anderen Seite auf einem Hügel steht.

 

Pontonbrücke zur Agios Achilleios-Insel

 

 

Kleiner Bootshafen an der Brücke

 

 

Kleiner Prespa-See mit Baba-Gebirge (Mazedonien)

 

Auf der Insel stehen einige Ruinen von Kirchen und Klöstern. Vor allem die Überreste der Basilika Agios Achilleios sind beeindruckend. Sie wurde Ende des 10. Jahrhunderts erbaut.

 

Basilika Agios Achilleios

 

 

Fensterbogen mit Überresten eines Wandgemäldes aus dem 11. oder 12. Jh.

 

 

 

Auf dem Rückweg sehen wir: auch zeitgenössische Künstler haben ihre Spuren auf der Insel hinterlassen.

 

„Prespes“, Vassili Michail (2000)

 

Kurz vor dem Steg liegt ein Künstlercafé, das leider in dieser Jahreszeit geschlossen ist. Ein grosser, alter Mann aus Stein scheint sich auch darüber zu ärgern und schaut missmutig in die Gartenwirtschaft.

 

Café geschlossen 😦

 

Nun fahren wir nach Agios Germanos und besuchen das Informations-Zentrum. Eine Angestellte nimmt sich viel Zeit, um uns über den länderübergreifenden Naturpark, die Tiere, die hier leben und die beiden Seen zu informieren.
Bei den Anrainerstaaten tritt Annette voll ins Fettnäpfchen, denn sie kennt diese: Griechenland, Albanien und Mazedonien.
Die zuvor nette Frau reagiert sehr pikiert, ihre Stimme wird laut und schrill. Sie klärt uns darüber auf, dass Mazedonien kein Staat sei, sondern eine Region Griechenlands! Das Land auf der anderen Seite der Grenze heisse FYROM! Das bedeute: Former Yugoslavian Republik of Mazedonia!
Offensichtlich sind da Animositäten vorhanden, die noch nicht überwunden sind.

Wie dem auch sei, wir übernachten in dieser wunderschönen Gegend bei Psarades.

Link zur Wanderung über die Insel Agios Achilleios: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von kaltem Schnee und heisser Bohnensuppe

29. November 2017

Leider können wir keinen weiteren Tag in diesem Naturpark verbringen, denn für morgen ist ein Temperatursturz und Schnee angesagt. Wir flüchten mit unserem sommerbereiften NOBIS über den Pisoderion-Pass (1555 m ü. M.) nach Florina.

Auf dem Weg zum Pass informiert uns eine Tafel, dass hier Rehe über Bären springen, was wohl stimmt, denn die Braunbären, liegen zur Zeit in ihren Höhlen im Winterschlaf.

 

 

In Pisoderion arbeiten die Schneekanonen voll Rohr. Die Skisaison naht und man will für die Wintertouristen bereit sein.

 

Die Skipiste wird beschneit.

 

 

Skipiste am Pisoderion-Pass

 

Ganz anders unten im Tal am Vegoritis-See. Hier wollen wir eigentlich nur eine kurze Pause einlegen, doch es gefällt uns so gut und die Temperaturen sind spätherbstlich mild, dass wir gleich über Nacht bleiben.

 

Vegoritis-See

 

Hier führt der Weg geradewegs in den See hinunter. Selbst eine der Laternen konnte nicht rechtzeitig bremsen und dient nun wohl eher als Wasserstandsanzeiger, denn als Strassenbeleuchtung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestern haben wir einige der Bohnen eingeweicht und heute essen wir zum Abendbrot eine deftige Bohnensuppe mit Kartoffel- und Wursteinlage.

 

Bunte Bohnenmischung

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Regenwetterpause

30. November – 2. Dezember 2017

Die kurze Schlechtwetterphase sitzen wir beim WoMo-Händler Zampetas, ausserhalb von Thessaloniki, ab. Auf dem eingezäunten Gelände darf man gratis stehen. Es gibt Strom, WiFi, Frischwasser, Entsorgungsmöglichkeiten und eine Toilette. Einzig die Waschmaschine kostet 5.00 Euro pro Waschgang.

Efcharisto poli für das grosszügige Angebot!

Hier lernen wir Detlef Rohlfs kennen. Der Architekt stammt ursprünglich aus Bremen, lebt und arbeitet aber seit bald 20 Jahren in der Türkei. Sein Credo lautet: Migration sorgt für Probleme in den Zielländern. Aber ebenso in dem Land, das die Menschen verlassen, denn hier fehlen die meist jungen, innovativen Leute. Es müssten neue Zukunftsperspektiven in den Herkunftsländern aufgebaut werden. Zum Beispiel durch Förderung des Wintertourimus. Damit es nicht bei leeren Worten bleibt, unterstützt er mit Rat und Tat Campingplätze mit attraktiven Freizeitangeboten im Balkan und in der Türkei und bietet teilgeführte Wohnmobil-Reisen in diesen Ländern an.

Unter alaturka.info und camper-route.de findet man weiterführende Infos zu diesen unterstützenswerten Projekten.

Link zur Strecke vom 30. November 2017:

 

 

Thessaloniki

3. Dezember 2017

Heute Sonntag scheint wieder die Sonne. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt und schlendern bei angenehmen Temperaturen dem Meer entlang. Halb Thessaloniki scheint auf den Beinen zu sein. Viele Gaukler, Strassenhändler, Musiker und Künstler präsentieren sich auf dieser Flaniermeile.

Hier ein kleiner Ausschnitt:

 

Strasse zum Meer

 

 

Auch auf dem Meer ist einiges los.

 

 

Der weisse Turm, Wahrzeichen von Thessaloniki

 

 

Zuckerwatte ist beliebt.

 

 

Nein, ich will keinen Ballon!

 

 

Musik und Tanz mit Puppen

 

 

Lampros Gonzales singt wunderschön …

 

 

… und spielt verschiedene Flöten.

 

 

Ein Restaurant-Piraten-Schiff lockt mit kleiner Gratisrundfahrt.

 

 

Oder steht dir der Sinn eher nach Schmuck?

 

 

Oder nach einer Karikatur?

 

Einer steht bewegungslos da und hofft auf eine Spende.

Darauf wartet auch der kopflose Kapitän.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einigen vergnüglichen Stunden schlendern wir zurück zur Bushaltestelle. Dabei fällt uns ein Wandgemälde auf. Was wäre eine Stadt ohne diese Bilder?

 

Kunst am Bau

 

Morgen wollen wir Richtung Osten weiterfahren und Ostmakedonien und Thrakien, weniger bekannte Teile Griechenlands, kennenlernen.

 

 

Kalimera, Hellas!

 

Sonniger Novembertag

21. November 2017

Kurz nach sechs Uhr früh kommen wir mit der Fähre in Igoumenitsa an.
Einige Bäckereien haben bereits geöffnet und Annette kauft ein frisches Brot, das köstlich schmeckt.
„Guten Morgen, Griechenland!“

In den Bergen bei Polydroso blicken wir auf die letzten Nebelfelder im Tal.

 

 

 

 

Bald schon lösen sie sich auf und ein sonniger Tag mit Temperaturen von 20° C liegt vor uns.

 

Herbstblatt in der Sonne

 

Ioannina liegt wunderschön am Pamvotida-See. Die Bergspitzen dahinter zeigen sich im ersten Schnee. Es ist Ende November und wir stehen in unseren T-Shirts draussen.
Griechenland erobert unsere Herzen gleich am ersten Tag!

 

Pamvotida-See

 

Bei Metamorfosi schaut eine riesige Frauenfigur von einem Hügel ins Tal. Die wollen wir uns ansehen. Leider ist der Text auf der Informationstafel nur auf Griechisch.
Der Parkplatz daneben ist so schön gelegen, dass wir gleich über Nacht bleiben.
Zu unserem weiteren Glück entdecken wir im offenen Keller unter der Statue eine Steckdose.
Nun sitzen wir friedlich draussen an der Sonne, nippen an unseren Getränken, während die Batterien unseres NOBIS Strom aus dem Netz saugen können.

 

Übernachtungsplatz bei Metamorfosi

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung in die Vikos-Schlucht

22. November 2017

Der Wecker klingelt bereits um 6:45 Uhr. Wir sind es nicht mehr gewohnt, so früh aufzustehen. Da wir aber heute die Vikos-Schlucht besuchen wollen, bleiben wir nur noch kurz in den warmen Betten liegen.
Nachts fiel die Temperatur draussen deutlich, das Gras ist gefroren.

Unbeirrt steht die Frauenfigur auf ihrem Hügel.

 

Frau von Zagori

 

Auf der Weiterfahrt kommen wir am Tourismusinformations-Center vorbei. Annette will sich nur kurz nach den Wetterprognosen und der Statue erkundigen. Beat wartet im Auto.
Artemis begrüsst Annette sehr herzlich und erzählt auf packende Weise von der Geschichte, den Leuten und der Geografie des Zagori-Naturparks. Irgendwann kommt auch Beat dazu…. schlussendlich sind wir beinahe zwei Stunden da und ziehen mit neuen Informationen und Ideen für Ausflüge weiter.

Übrigens, die Frau von Zagori, zu deren Füssen wir genächtigt haben, wurde zu Ehren der Frauen errichtet, die im Zweiten Weltkrieg den griechischen Soldaten Lebensmittel und Munition an die Front brachten.

 

Landschaft in der Region Epirus

 

In Vikos spazieren wir zum Aussichtspunkt und blicken in die tiefste Schlucht der Welt hinunter. Was wir da sehen, gefällt uns und wir wandern den steilen Pfad in den Canyon hinab.

 

Gebäude in der Vikos-Schlucht

 

 

Vikos-Schlucht

 

 

Grat im Gegenlicht

 

Die urige Landschaft hat uns gepackt. Wir beschliessen morgen von Monodendri aus die Schlucht komplett zu durchwandern.
Zurück in Vikos fahren wir durch die waldige Berglandschaft nach Monodendri …

 

Strasse nach Papingo

 

… und weiter durch den „Steinernen Wald“ nach Monodendri Oxia.
Der Steinerne Wald ist ein grosses Waldstück, in dem viele meterhohe Felstürme und Wände stehen. Sie bestehen aus lauter schmalen Steinplatten, als ob ein Maurer sie aufgeschichtet hätte.

 

Steinerner Wald von Monodendri

 

Link zur Wanderung in die Vikos-Schlucht: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zu Fuss durch die Vikos-Schlucht

23. November 2017

Nach einem Kaffee auf der Terrasse einer Bar wandern wir los. Erst durch die schmucken Gässchen von Monodendri …

 

Monodendri

 

… vorbei an einem kleinen, renovierten Amphitheater …

 

 

 

 

… und dann einen steilen Weg hinunter in den Canyon. Die Schlucht ist 900 Meter tief und ihre Kanten sind an der engsten Stelle nur 1’100 Meter voneinander entfernt.
Mit diesen Zahlen schaffte sie es als tiefste Schlucht der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde.
Kein Wunder, dass um diese Jahreszeit die Sonnenstrahlen nur kurze Zeit bis auf den Talboden reichen.

 

Letzte Sonnenstrahlen am Hang

 

Einige Pfaffenhütchen geniessen die knappe Sonnenzeit.

 

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

 

Auf dem Talboden verläuft der Fluss vorwiegend unterirdisch. Nur selten zeigt er sich kurz an der Oberfläche.
Wir wandern im Schatten durch die rundgeschliffenen Felsen. Vereinzelt haben sich dunkle Steine im hellen Sediment abgelagert.
Besonders gut gefällt uns das „Gespenst“. Aber auch die „Riesenassel von unten“ oder der „kleine Seehund“ haben es uns angetan.

 

„Gespenst“

 

„Riesenassel von unten“

 

 

 

 

 

 

 

„Kleiner Seehund“

 

 

 

 

 

 

 

Hoch oben an den Felshängen leuchtet der Herbstwald in der Sonne.

 

 

Eine Bergspitze spiegelt sich in einem der seltenen Wasserlöcher.

 

„Verkehrte Welt“

 

Bei Vikos verlassen wir diese wunderbar archaische Schlucht wieder und steigen hinauf ins Dorf, das wir nach viereinhalb Stunden Wanderzeit erreichen.

Den Versuch per Autostopp zurück nach Monodendri zu kommen, geben wir nach einer Stunde auf. In dieser Zeit fährt kein einziges Auto vorbei.
Annette fragt im Ort nach einem Taxi und ein älterer Mann erklärt sich bereit, uns für € 35.00 die knapp 25 Kilometer zu fahren. Wir plaudern sehr nett mit Kostantinos über sein Leben in Athen als Lehrer und als Rentner in diesem abgelegenen Bergdorf, die Abwanderung der jungen Leute, die Klimaveränderungen… der Gesprächsstoff geht uns nicht aus.

Von Monodendri fahren wir wieder zurück an unseren Übernachtungsplatz bei der Frau von Zagori.
Als wir eintreffen, stehen da bereits fünf WoMos, offensichtlich Marke Eigenbau, vier mit französischen und eines mit Schweizer Nummernschildern. Ein Lagerfeuer brennt und wir unterhalten uns wunderbar auf Französisch, Englisch und Schweizerdeutsch.
Einige Zeit später fährt ein weiteres, grosses Wohnmobil mit deutschen Kennzeichen auf den Platz. Diesen Reisenden scheint ihr Fernsehprogramm wichtiger zu sein als ein kleiner Schwatz. Sie bleiben in ihrem Fahrzeug verschanzt.

Link zur Wanderung durch die Vikos-Schlucht: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Brückentag

24. November 2017

Die Nacht war kalt, doch die Sonne wärmt unseren NOBIS schon früh auf.
Nach und nach trifft man sich auf dem Hügel am Fusse der „Frau von Zagori“. Alle geniessen die wärmende Sonne und das lockere Geplauder … fast alle … Die Insassen des grossen WoMos scheinen sich nur in ihrem Bunker sicher zu fühlen und fahren irgendwann weg, ohne auch nur einen Fuss auf diesen wunderschönen Hügel gesetzt zu haben.
Man kann sein Wohnmobil ja auch als fahrbares Gefängnis verwenden.

 

Blick vom Hügel der Frau von Zagori

 

Spät verabschieden wir uns von der fröhlichen Runde und fahren los.

Heute ist unser Brückentag!
Nicht dass wir einen freien Tag hätten, ganz im Gegenteil. Wir wollen uns einige der historischen Brücken in der Gegend von Kipi ansehen.

Von einer Infotafel, die bei der dreiteiligen Kalogerika- oder Plakida Brücke steht, lernen wir, dass die Brücken jeweils von reichen Leuten gesponsert wurden, die ihnen auch den Namen gaben.
Die Kalogerika- (Mönchs-) oder Plakida-Brücke wurde 1814 erstellt. Ab 1865 gaben die Bewohner der Region ihr den zweiten Namen, nach Alexis Plakida aus Koukouli, der sie rekonstruieren liess.

 

Kalogerika- oder Plakida Brücke

 

 

Lazaridi-Kontodimou-Brücke (1764)

 

Bei der Milos-Brücke vermuten wir, dass die zwei Bogen ein verzaubertes Liebespaar sind.

 

Milos-Brücke (1748)

 

Leider können wir sie nicht danach fragen, denn wir verstehen kaum Griechisch, geschweige denn Brücken-Griechisch.
Aber das Kind der beiden steht etwas versteckt bei der alten Mühle.

 

Baby-Brücke

 

Nun fahren wir nach Kapesovo. Dort schlendern wir durch das Bergdorf, setzen uns in das Strassencafé am Hauptplatz und geniessen die Spätherbst-Sonne.

 

 

Wir unterhalten uns nett mit der Wirtin. Sie ist stolz auf die einheimischen Produkte und stellt vieles selber her, so auch den aromatischen Bergkräutertee.

 

Tisch- und …

 

 

… Wanddekoration

 

Wir kaufen in dem Lädeli Honig, selber gemachte Feigen- und Zitronenkonfitüre, alles natürlich und ohne künstliche Zusatz- oder Farbstoffe.

 

Granatäpfel als Wanddekoration

 

Danach fahren wir nach Beloi. In weniger als einer Stunde wird es bereits wieder dunkel sein. Wir eilen deshalb in einer knappen Viertelstunde zum Aussichtspunkt. Von hier habe man den schönsten Blick in die Vikos-Schlucht, die wir gestern durchwandert haben. Der Blick ist wirklich spektakulär. Leider liegt der Canyon vollständig im Schatten. Wir beschliessen morgen Vormittag nochmals herzukommen und hoffen auf bessere Lichtverhältnisse.

Für die Nacht fahren wir nochmals zu unserer Frau von Zagori. Dort treffen wir wieder Sandrine und Michael aus der Schweiz an. Wir geniessen den Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit ihnen.

Link zum „Spaziergang“ zum Aussichtspunkt von Beloi: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ein letzter Blick in die Vikos-Schlucht

25. November 2017

Heute sind wir früh auf den Beinen, und fahren nach dem Frühstück nochmals nach Beloi. Es lohnt sich … das Bild spricht für sich!

 

Vikos-Schlucht von Beloi aus gesehen

 

Erst auf dem Rückweg zum Wohnmobil fallen uns die vielen Wacholdersträucher auf, die voller Beeren hängen.
Gestern Abend und heute Morgen sind wir so zielstrebig an ihnen vorbeigelaufen, dass wir sie nicht gesehen haben.

 

Wacholderbeeren (Juniperus deltoides)

 

Nochmals bewundern wir die kuriosen, geschichteten Felstürme, die zwischen den Bäumen aus dem Boden zu wachsen scheinen.

 

Felstürme bei Kapesovo

 

Auf einer Nebenstrasse geht es weiter durch den Pindos-Aóos Nationalpark Richtung Konitsa.
Die kleinen, abgelegenen Dörfer haben keine Zukunft mehr. Daran wird wohl auch der Betreiber der kleinen Sägerei nichts mehr ändern können, der seine Balken und Bretter entlang der Strasse zum Trocknen gestapelt hat.
Die meisten Häuser stehen leer und die Strasse ist in einem erschreckend schlechten Zustand.
Mal ist eine Strassenhälfte ins Tal gerutscht, mal liegen heruntergekollerte Steine auf der Fahrbahn. Büsche erobern den Asphalt zurück. An einer Stelle warnt eine mit Sand gefüllte Plastiktüte vor einem Bruch in der Fahrbahn.
Hier wird seit Jahren nichts mehr instand gestellt.

 

 

 

 

 

 

Ab Vryssochori wird die Strasse wieder besser. Wir fahren ins Aóos-Tal hinunter.

 

Blick auf das Aóos-Tal

 

Um 15:30 Uhr kaufen wir in Konitsa in einem „Supermarket“ ein. Als wir den Laden betreten, zündet eine Frau in Polizei-Uniform das Licht an. Sie ist auch die Verkäuferin. Als wir den Laden wieder verlassen, löscht sie die Lampen und schliesst ab. Sie hat nicht etwa Feierabend, sondern arbeitet nun als Polizistin weiter.

Über 90 % der Bevölkerung gehören dem griechisch-orthodoxen Glauben an. Am Strassenrand stehen unzählige kleine Kapellen und Bildstöcke.

 

Kleine Kapelle in Konitsa

 

 

In der Kapelle

 

Zum Schlafen fahren wir auf einen Parkplatz direkt bei der Konitsa-Brücke. Hier wird man nicht mehr lange stehen können, denn er wird zu einem Picknickplatz umgebaut.
Die Brücke wird nachts wunderschön beleuchtet.

 

Konitsa-Brücke (1871)

 

Sie wurde 1871 fertiggestellt. Der Informationstafel entnehmen wir, dass die Kosten zu einem grossen Teil von wohlhabenden Bürgern aus Konitsa getragen wurden. Es wird darauf hinwiesen, dass diese sowohl dem christlichen als auch dem muslimischen Glauben angehörten. Damals hätten sich noch alle gemeinsam um das Wohlergehen des Ortes gekümmert.

Die Brücke ist 20 m hoch und hat eine Spannweite von 40 m. Damit ist sie die längste Einbogen-Brücke auf dem gesamten Balkan.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kastoria

26. November 2017

Am Morgen betrachten wir die imposante Brücke nochmals im Tageslicht, bevor wir weiter fahren.

 

Konitsa-Brücke bei Tag

 

Die Tankstellen in Konitsa sind heute Sonntag geschlossen. Auch auf der weiteren Strecke sieht es gemäss Navi schwierig aus mit Tanken.
Beat fährt im Super-Spar-Modus. Mit den letzten Tropfen Diesel erreichen wir Tsotili. Dort ist die Tankstelle zum Glück geöffnet. Soviel Treibstoff wie heute haben wir noch nie in den Tank füllen lassen. Wir hätten es wohl nicht mehr weit geschafft.

In Kastoria setzen wir uns in ein Café am Orestiáda-See und geniessen die Sonne.

 

Kastoria am Orestiáda-See

 

Ende November im T-Shirt draussen sitzen, das haben wir schon lange nicht mehr gehabt. Einer der beiden Männer am Nebentisch spricht uns an. Er stammt aus der Region. Seine Familie führt einen Fleischgrosshandel und deswegen ist er immer mal wieder hier. Sonst lebt er in der Nähe von Stuttgart.
Wir plaudern dies und das und als er seine Zeche begleicht, lädt er uns gleich mit ein.
Efcharisto poli!

Später fahren wir auf die Halbinsel, die an die Stadt anschliesst und finden einen sehr hübschen Übernachtungsplatz am See direkt neben dem Kloster Panagia Mavriotissa aus dem 11. Jh.

 

Byzantinisches Kloster Panagia Mavriotissa

 

 

Beim Kloster Panagia Mavriotissa

 

Am Ufer stehen uralte Platanen.

 

Blick von unserem Übernachtungsplatz

 

 

Annette und die Platane

 

Annette wandert noch auf den Prophet-Elias-Berg, während Beat draussen am Wasser die Seele baumeln lässt.

Link zu Annettes Wanderung auf den Prophet Elias Berg: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von San Marino nach Bari

 

Corinaldo

11. November 2017

Wir kommen am späteren Nachmittag in Corinaldo an. Die Stadt stellt Wohnmobilisten kostenlos einen Platz mit Strom, Frischwasser, Entsorgungsstation und WiFi zur Verfügung!
Als Dankeschön sammeln wir herumliegenden Müll ein, wie überall, wo wir gratis stehen können. Zudem kaufen wir in den kleinen Läden des Ortes ein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Rundwanderung an den Fluss Cesano

12. November 2017

Am Morgen leuchtet Corinaldo in den ersten Sonnenstrahlen kitschig rosa.

 

Corinaldo

 

Die Sonne vertreibt die morgendlichen Wolken, ein strahlender Tag liegt vor uns. Wir spazieren durch das Stadttor Porta Santa Maria del Mercato und befinden uns in einem Vorhof der Stadt.

 

Porta Santa Maria del Mercato

 

 

Vorhof von Corinaldo

 

Nun steigen wir die lange Treppe hoch. Ein alter Ziehbrunnen hat es sich auf einem der Podeste bequem gemacht.

 

Pozzo della Polenta

 

Der Name stammt von einer alten Geschichte, nach der einem durstigen Bauern ein Sack Polenta in den Brunnen gefallen sei.

 

Blick hinunter zum Stadttor

 

Die Altstadt liegt auf einem Hügel und ist vollständig von einer Mauer umgeben. Viele Bewohner stellen Pflanzen in die Gassen und schmücken so ihre Stadt.

 

Rose (Rosa)

 

 

 

 

 

 

 

Blühender Kaktus (Cactaceae )

 

 

 

 

 

 

 

 

Granatapfel (Punica granatum )

 

 

Alpenveilchen (Cyclamen)

 

 

 

Auf den umliegenden Hügeln wird vor allem Ackerbau betrieben.

 

Blick aus Corinaldo

 

Natürlich dürfen auch die Olivenbäume nicht fehlen. Was wäre Italien ohne sie?

 

 

Das schöne Wetter und die anmutige Landschaft locken uns hinaus.
Die nette Dame im Tourismusbüro hat uns eine Broschüre mit verschiedenen Wanderungen ausgehändigt.
Wir beschliessen die Touren drei und vier zusammenzufassen und an den Fluss Cesano zu wandern.
Der Weg führt über Hügel und durch Täler, die Strecke ist recht abwechslungsreich und bietet immer wieder schöne Ausblicke, manchmal sogar bis zur Adria.

 

Corinaldo

 

Die Felder sind abgeerntet und bereits wieder für die neue Saat vorbereitet. Die Laubbäume verlieren ihre bunten Blätter, …

 

 

 

 

… die Kakis hängen orange-rot leuchtend an den kahlen Bäumen, der Herbst ist bereits weit fortgeschritten.

 

Kaki (Diospyros kaki)

 

Nach dreieinhalb Stunden sind wir von dieser wunderschönen Herbstwanderung zurück.

Link zur Rundwanderung an den Fluss Cesano: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Regen in Corinaldo

13./14. November 2017

Dem gestrigen Sonnentag folgen wieder zwei Regentage. Wir verbringen diese vorwiegend in unserem NOBIS und werkeln an neuen Blogbeiträgen herum, schreiben Mails und lesen das eine oder andere Buch.

In einer Regenpause wagen wir uns in die Stadt, um das Casa di Scuretto anzuschauen. Von diesem Haus steht lediglich die Fassade. Eine Tafel an der Mauer erzählt die Geschichte dazu:

Der Sohn des Schuhflickers Gaetano Priori wanderte kurz nach 1900 in die USA aus. Er schickte seinem Vater immer wieder namhafte Beträge, um damit ein Haus in Corinaldo zu bauen.
Der Vater trug das Geld aber schnurstracks ins Wirtshaus.
Eines Tages verlangte der Sohn eine Fotografie des neuen Hauses, damit er sich von den Fortschritten ein Bild machen könne.
Gaetano Priori liess eine Fassade erstellen, mit allen Details eines richtigen Hauses, nicht einmal die Hausnummer fehlte. Er kletterte hinter der Wand auf eine Leiter, schaute durch ein Fenster und liess sich so ablichten. Das Haus sei beinahe fertig, schrieb er dazu, es fehlten nur noch die Fensterläden (ital. scuro).
Das Bild überzeugte den Sohn aber nicht, er stellte die Zahlungen ein.
Die „leere“ Fassade steht noch heute, dahinter befindet sich ein verwilderter Garten.

 

Casa di Scuretto

 

Regen sorgt für Abenteuer!

15. November 2017

Da der Regen an Stärke noch zugenommen hat, fahren wir heute ein Stück südwärts. Wir wollen ja nicht hier in Süditalien verschimmeln, sondern nach Griechenland fahren. 🙂

Die Niederschläge der letzten Wochen sorgen für ein Abenteuer:
Auf dem Weg nach Montelupone geraten wir auf einer „Abkürzung“ auf eine schmale, lehmig-rutschige Strasse. Irgendwann geht es nicht mehr vorwärts. Beim Zurücksetzen schlingert das WoMo und die Räder drehen durch. Wir überlegen schon, ob wir hier übernachten und morgen einen Traktor organisieren müssen, der uns rauszieht.
Durch Annettes tatkräftigen Einsatz beim Schieben und Beats kluge Spurwahl kommen wir jedoch heil aus dem Schlamassel raus, Glück gehabt! Nur Annettes Schuhe sehen aus wie Sau!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Keine Neuigkeiten vom Wetter

16. November 2017

Am Morgen scheint die Sonne, doch die Freude währt nicht lange. Danach sieht die Welt wieder aus, wie früher beim Röhrenfernseher das Bild, wenn der Empfang schlecht war.
Für einen kurzen Morgenspaziergang durch Montelupone reicht es aber noch.

 

Stadtmauer von Montelupone

 

Die Stadt ist hübsch, aber für uns auswechselbar gleich, wie viele, die wir bisher gesehen haben. Viel spektakulärer finden wir zwei Kunstwerke.

Einen Radfahrer, der aus einer Eisenplatte geschnitten wurde, auf die die Räder geschweisst sind, finden wir besonders originell. Das Denkmal ist der „Mauer von Huy“ der brutalen Schlusssteigung der Flandern Rundfahrt in Belgien gewidmet.

 

„Mauer von Huy“ von Constantino Castorio

 

Oder eine Frau im Park, die mit ihren langen Haaren kunstvoll aus einem Metallpfeiler herausgearbeitet worden ist. Diese Werk trägt den Titel „Solidarität“ und wurde zum 40-jährigen Gründungsjubiläum des örtlichen Blutspende-Dienstes aufgestellt.

 

„Solidarität“

 

Wir fahren lieber über Land als auf der Autobahn, da man so meist mehr sieht und jederzeit anhalten kann.
Der Weg auf der SS16 Richtung Süden, der wir schon lange folgen, führt aber oft durch hässliche Gewerbezonen, mitten durch Ortschaften mit stockendem Verkehr und um unzählige Kreisel herum. Bei dem trüben Regenwetter eine deprimierende Angelegenheit.
Wir wechseln deshalb ausnahmsweise auf die Autobahn.

In Lido di Campo Marino stehen wir kurz nach dem Eindunkeln vor der verschlossenen Schranke eines offiziellen Stellplatzes. Wir parken daneben, schlafen ruhig und sparen erst noch einige Euro.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf der Halbinsel Gargano

17. November 2017

Am Morgen schauen wir uns etwas genauer an, wo wir übernachtet haben.

Oh, das ist ja hübsch hier!

 

Lido di Campo Marino

 

Oh, das ist aber hässlich hier!

 

Uferpromenade in Lido di Campo Marino

 

Die Uferpromenade direkt vor dem Stellplatz ist von den Unwettern der letzten Tage gezeichnet. Das Meer hat Steine bis auf die Wiese geworfen, zudem ist der Platz durch Unrat verschandelt.

Überhaupt ist uns aufgefallen, dass auf unserer Route der Adria entlang in Apulien sehr viel Müll herumliegt. Obwohl viele Abfallcontainer zur Verfügung stehen, scheint man Müllsäcke grundsätzlich am Strassenrand zu entsorgen, wo sie dann von Tieren zerfleddert und nach Essbarem durchsucht werden.

Schade!

Vor Lesina auf der Halbinsel Gargano (dem „Sporn“ an Italiens Stiefel) stehen Olivenbäume und Reben im Wasser. Auch sie finden: „Nun hat’s genug geregnet!“

 

 

Und siehe da, der Wettergott scheint die Auffassung zu teilen. Er schiebt die Wolken beiseite und lässt die Sonne scheinen.

In Capojale präsentiert sich der Hafen in der Flussmündung von der freundlichsten Seite.

 

Hafen von Capojale

 

Der Campingplatz mit dem vollmundigen Namen „5 STELLE“ (zu deutsch 5 Sterne) in Isola Varano scheint die beste Zeit bereits hinter sich zu haben.
Oder wurde in die Infrastruktur hinter der Mauer so viel investiert, dass es nicht mehr gereicht hat, um die Anschrift zu sanieren?
Ob die Preise nach wie vor *****-mässig sind oder an die „5 STEL-E“ angepasst wurden … wir finden es nicht heraus, denn der Platz ist zur Zeit geschlossen.

 

 

Wir halten an einem Aussichtspunkt an der Küstenstrasse vor Vieste. Das Dorf Peschici leuchtet im Sonnenlicht.

 

Peschici

 

Leider ist das kleine Fischrestaurant unten am Meer geschlossen. Die Netze sind eingezogen. Nur die Balken und Leinen hängen noch über dem Wasser.
Wer hier fangfrischen Fisch essen will, muss nächstes Jahr kommen.

 

Ristorante il Trabucco

 

Am Torre Pucci weigert sich der Schatten die geraden Linien des Geländers zu übernehmen. Auch er scheint sich zu freuen, dass endlich die Sonne scheint und legt sich übermütig zackig auf die Treppe.

 

Verspielter Schatten am Torre Pucci

 

Bei Vieste geniessen wir den Blick auf den Sandstrand und das ruhige Meer.

 

Vieste

 

Dann fahren wir landeinwärts und finden in einem lichten Wald auf einer Weide einen geeigneten Übernachtungsplatz.
Eine Rinderherde, von Wachhunden begleitet, bimmelt ruhig vorbei.
Wir könnten einen wunderschön friedlichen Abend verbringen, wenn da nicht Annette wäre …

Sie will sich noch kurz die Beine vertreten und zieht los. Irgendwann nimmt sie eine Abkürzung, um von einer Strasse auf die andere zu kommen.
Im Wald findet die Nacht Annette aber früher als Annette die Strasse.
Im Dunkeln rutscht sie ein schlammiges Bachtobel hinunter und quält sich durch dorniges Gebüsch, bis sie endlich, endlich, verdreckt und zerkratzt, auf eine Strasse trifft.
Doch wie weiter? Steht das Wohnmobil nun links … oder doch eher rechts?
Auf dem Navi des Smartphones, das sie mitgenommen hat, ist der Punkt an dem unser NOBIS steht, nicht ersichtlich, denn der ist auf dem anderen Gerät, das im Wohnmobil liegt, gespeichert. 😦
Beat nach den Koordinaten fragen, geht auch nicht, denn hier, am Ende der Welt, gibt es kein Handynetz.

Beat sorgt sich derweil im NOBIS, zählt erst die Viertelstunden, … dann die Minuten …

Zum Glück fährt nach einiger Zeit ein Bauer vorbei, der bei unserer einsamen Frau im dunklen Wald anhält.
Zum Glück spricht Annette gut italienisch und
zum Glück fährt sie der nette, ortskundige Carlo in die richtige der vielen Forststrassen, die ihm Annette mit vagen Angaben beschreibt.
Nach langen zweieinhalb Stunden schliesst sie ein überglücklicher Beat in die Arme.

Ja, selbst ein kleiner Abendspaziergang kann sich zu einem Abenteuer auswachsen!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Mont‘ Sant Angelo

18. November 2017

Wir fahren hinauf nach Mont‘ Sant Angelo.
Erstmals sehen wir im adriatischen Meer eine grosse Fischzuchtanlage. Solche Aquakulturen kennen wir sonst nur aus dem Norden.

 

Fischzucht vor Fanale

 

In Mont‘ Sant Angelo ist es stark bewölkt und es weht ein kalter Wind.

 

Blick von Mont‘ Sant Angelo

 

Das Städtchen ist auf Pilger und Touristen ausgerichtet. Die meisten Wallfahrer sind aber nicht zu Fuss, sondern mit Reisecars angereist, die nun auf dem riesigen Parkplatz stehen.
Wir schlendern durch das Dorf, zum Kastell und zur Kirche mit der „Grotte der Erscheinungen“.

In den vielen Souvenir-Läden wird überall das Gleiche angeboten. Uns stört das nicht, denn wir nehmen unsere Andenken jeweils im Kopf oder in Form von Pixeln auf Speicherkarten mit.

Einige dieser Andenken (aus dem Fundus der Pixel) teilen wir hier gerne mit dir.

 

Eicheln

 

Zugegeben, diese wunderschönen Eicheln haben wir auch physisch ein bisschen herumgetragen, bis wir einen Tisch gefunden haben, auf dem sie schön zur Geltung kommen.
Nun aber die Souvenirs, die wir an ihrem Ort gelassen haben!

 

Seitengasse

 

Und einige Bilder vom Santuario di San Michele Arcangelo.

 

 

 

 

 

 

Der eisige Wind und die Bettler, die durch die vielen Pilger ein gutes Auskommen zu haben scheinen (alle sind wohlgenährt und anständig gekleidet), vertreiben uns wieder aus dem Dorf, das wunderschön oberhalb der Bucht von Manfredonia liegt.
Auf Meereshöhe sind die Temperaturen um einiges moderater.

Um viele Eindrücke reicher verlassen wir die Halbinsel Gargano.

In Margherita di Savoia wird auch heute noch Meersalz gewonnen. Eines der Becken ist am Austrocknen und eine dicke Salzschicht ragt aus dem Wasser.
Bald ist hier Erntezeit.

 

Salzbecken bei Margherita di Savoia

 

Die Salzgewinnung scheint ein lukratives Geschäft zu sein. Oder steht das wohlgepflegte Haus zwischen den Palmen nur zufällig hier?

 

 

In Margherita di Savoia fahren wir auf einen Stellplatz, wo wir gleich zweimal übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Waschtag

19. November 2017:

Wir nutzen den wunderschön sonnigen Tag, um Wäsche zu waschen. Die Waschmaschine steht in der Küche des Restaurants, das zum Stellplatz gehört. Die Leinen spannen wir kreuz und quer über einen Platz, auf dem Holzpfosten gelagert werden für den nächsten Sommer. Das stört aber die Wäsche nicht. Der Wind trocknet sie im Nu.

Das Unwetter, das Griechenland heimsuchte, ist weitergezogen. Deshalb buchen wir für morgen Abend eine Überfahrt von Bari nach Igoumenitsa.

 

 

In Bari aufs Meer

20. November 2017

Kurz nach Margherita di Savoia hat jemand sein Auto im ersten Stock geparkt. Das ist clever, denn so muss er das Auto nicht abschliessen, ja, kann sogar den Zündschlüssel stecken lassen und es wird trotzdem nicht geklaut!

 

Ungewöhnlicher Parkplatz

 

In Bari fahren wir auf das Gelände am Fährhafen und lassen uns die reservierten Tickets aushändigen.

Doch hoppla! … Haben wir bei der falschen Reederei gebucht? Die Fähre, die mit herabgelassener Brücke auf Autos wartet, scheint uns etwas gar verlottert.

 

Unsere Fähre?

 

Ach nein, dieser Kahn bleibt im Hafen, bis er wieder schwimmtüchtig ist, und wir warten auf eine neuere Version.

 

Hafen von Bari um 17:13 Uhr

 

 

Hafen von Bari um 18:21 Uhr

 

Pünktlich um 19:30 Uhr legen wir ab.
Nun geht’s nach Griechenland, wo wir den Winter verbringen wollen.

Link zur heutigen Strecke: