Dachstein

 

Wir fahren auf den Dachstein!

8. August 2016

Heute ist der Tag der Tage. Der Himmel, wie von den Meteorologen versprochen, wolkenlos.
Wir fahren auf den Hunerkogel im Dachsteingebirge!

 

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Blick von der Bergstation Hunerkogel

 

Nun sind wir oben und geniessen die phantastische Aussicht. Es ist ausserordentlich klar für diese Jahreszeit.

Für Leute wie wir, die ohne grosse Planung in den Tag hinein leben, ist es nicht ganz einfach hier herauf zu kommen. Man muss im Voraus die Fahrkarten auf einen genauen Zeitpunkt hin reservieren. Natürlich sind an Sonnentagen wie heute die Gondeln schon Tage im Voraus und für den ganzen Tag vollständig ausgebucht.

Wir dachten uns, da werden ja wohl nicht alle erscheinen und fuhren auf gut Glück einfach mal früh hin.

Und wirklich, nach einigem Bitten und gut zwei Stunden warten durften wir um 10:15 Uhr doch auch auf den Berg fahren.

Wir hatten doppeltes Glück. Auf einer der zwei Gondeln, die jeweils 100 Passagiere fassen, gibt es einen Balkon auf dem Dach. Dort haben lediglich zehn Personen Platz und wir gehörten zu diesen Auserwählten!

 

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Blick von „unserem Balkon“ auf die andere Gondel

 

 

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Bergstation Hunerkogel der Dachstein-Südwandbahn

 

 

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Wow … !!!

 

 

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Koppenkarstein

 

 

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Blick gegen Norden

 

In dieser herrlichen Gletscherkulisse wirkt gar ein Militärhelikopter dekorativ.

 

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Wir wandern wie hundert andere ein Stück den Gletscher hinunter, dann aber zweigen wir ab und kraxeln wie -zig andere auf den kleinen Gjaidstein. Der Weg führt über den Grat und ist teilweise mit Drahtseilen und eingemauerten Eisenbügel gesichert; Schwindelfreiheit ist von Vorteil.😉

 

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Der Kleine Gjaidstein (links) und der Hohe Gjaidstein

 

Annette hat noch nicht genug und klettert wie wenig andere, weiter auf den hohen Gjaidstein.

Es ist sehr warm. Die Skilifte auf dem Gletscher sind nicht in Betrieb und auf der Langlaufloipe ziehen nur vereinzelte Unentwegte ihre Schlaufen auf dem Sulzschnee, der zum Teil bereits bis auf das Eis hinunter weggeschmolzen ist.

 

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Langlaufloipe auf dem Dachsteingletscher

 

 

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Wieder unten auf dem Gletscher wandern wir auf der gut frequentierten Wanderpiste hinauf zur Dachsteinwarte.

 

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Weg zur Dachsteinwarte

 

Etwas oberhalb des Restaurants bricht die Bergkante abrupt ab. Die Felswand fällt hier über hundert Meter tief ab. Ein Klettersteig führt da herauf und einige Sportler klettern aus der beinahe senkrechten Wand.
Sie haben, wie wir, das Ziel erreicht.

 

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Ende des Klettersteiges „Johann“

 

Wir freuen uns an den Flugkünsten der Alpendohlen, die immer mal wieder in der Nähe landen, um zu sehen, ob nicht doch noch etwas Brot gespendet wird.

 

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Alpendohle (Pyrrhocorax graculus)

 

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Selbst das hier oben seltene Gras ist dekorativ dunkelrot gefärbt und wirkt in dieser weiss-grau-blauen Welt beinahe bunt.

 

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Nach einer gemütlichen Pause wandern wir zurück, am „Dirndl“ vorbei Richtung Bergstation.

Der „Dirndl-Windtrichter“ ist ein einmaliges Naturwunder. Der Wind pfeift manchmal so stark um den Felsen, dass Schnee und Eis erodieren.

 

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„Dirndl“ am Dachstein

 

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Eis und Schnee vom Wind geschliffen

 

Nun wagen wir uns auf die exponierte Hängebrücke.
Es beschleicht einem ein eigenartiges Gefühl, wenn man durch den leicht schaukelnden Gitterboden auf die Felswand blickt, die weit unten liegt.

 

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Hängebrücke am Dachstein

 

 

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Annette auf der Hängebrücke

 

Die Brücke führt nicht ins Nichts, aber zur „Treppe ins Nichts“. Eine kleine Kanzel, auf die man hinuntersteigen kann, um sich vor der einmaligen Bergkulisse fotografieren zu lassen. Der Andrang ist gross, doch warten alle Besucher geduldig, bis sie an der Reihe sind.

 

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„Treppe ins Nichts“

 

 

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Bergrestaurant Hunerkogel und „Treppe ins Nichts“

 

Zum Abschluss besuchen wir den Eispalast.
In den Gletscher wurde ein Tunnel geschlagen und verschiedene Künstler haben Skulpturen aus dem Eis geschnitzt. Diese werden mit wechselnden Farben beleuchtet. Ein schönes Abschlussprogramm zum heutigen Tag.
Hier eine Kostprobe davon:

 

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Über all den Sehenswürdigkeiten haben wir unsere für 15:00 Uhr gebuchte Rückfahrt verpasst. Doch um 17:00 Uhr hat es noch einen Platz. Die verbleibende Zeit verbringen wir im Panorama-Restaurant bei Steirischer Käsesuppe und Marillen-Topfen-Kuchen.

Wieder unten fahren wir zurück nach Reitsteg, wo wir ein zweites Mal übernachten.

Dies war ein grandioser, einmaliger super Tag, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Deshalb haben wir ihm hier auch soviel Platz eingeräumt.

Link zur Wanderung auf den Gjaidstein und zur Dachsteinwarte: Da auf „google maps“ der Wege fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Drei Regentage in Altenmarkt

9. – 11. August 2016

Gestern haben wir wirklich den Tag der Tage erwischt. Heute Morgen regnet es.
Wir fahren deshalb nach Altenmarkt auf den sympathischen Stellplatz Kellerbauer. Hier bleiben wir drei Tage und verbringen die Zeit mit Wäsche Waschen, Arbeit am PC, Lesen, …

Nach den vielen Eindrücken der letzten Tage sind wir sogar froh um diese Regen(erier)tage.

Link zur Strecke vom 9. August 2016:

 

 

Wasser und Fels

 

Spektakulärer Wasserfall

30. Juli 2016

Kurz nach dem Radstädter Tauernpass weist ein unscheinbarer Wegweiser zum Johannes-Wasserfall.

 

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Blick von der Tauernpassstrasse zur Hintergnadenalm

 

Wir parken am Strassenrand.
Wasser brauchen wir zwar keines mehr. Wir haben am Morgen am Dorfbrunnen in Steindorf unseren Frischwassertank gefüllt, ganz in der Nähe einer originellen … nein, nicht Baum- sondern „Brennholzstapel-Hütte“, die zum Spielplatz eines Biobauernhofes gehört.

 

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„Brennholzstapel-Hütte“ in Steindorf

 

Der schlichte Wegweiser verspricht zwar nichts Spektakuläres, aber die Füsse vertreten tut alleweil gut, wenn man so viel im Auto sitzt wie wir.
Ein sehr steiler Weg führt zum Teil über Stufen hinunter zum Wasserfall. Der alleine ist schon imposant, doch aussergewöhnlich ist, dass der Wanderweg hinter dem stürzenden Wasser weiter führt.

 

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Johannes-Wasserfall mit Annette

 

Wasser, Sonne und Wolken, was braucht es mehr?

 

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Johannes-Wasserfall im Gegenlicht

 

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Wir wandern hinter dem Johannes-Wasserfall durch, weiter bis zur Hintergnadenalm, wo wir in der Plafenhütte bei Gerhard einen sagenhaft guten Dinkelkuchen serviert bekommen.

Nach diesem schönen Ausflug fahren wir weiter nach Forstau. Dort finden wir auf dem Parkplatz eines Skiliftes einen ruhigen Platz für die Nacht.

Link zur Wanderung zum Johannes-Wasserfall und weiter zur Hintergnadenalm: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung zur Silberkarhütte und zurück durch die Silberkarklamm

31. Juli 2016

Von Forstau fahren wir über Schladming nach Ramsau Kulm. Morgen soll es regnen, darum nutzen wir den Tag für eine Rundwanderung zur Silberkarhütte.
Zuerst folgen wir der Strasse bis zur Jausensation „Fliegenpilz“. Dort kehren wir nicht ein, was uns der Wanderweg nicht verzeiht. Er wird nun immer schmaler und steiler bis er gar über einen schmalen Felssims führt.
Wir lassen uns nicht abschrecken und erreichen die Silberkarhütte nach einer guten Stunde.

 

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Silberkarhütte

 

Kurz unterhalb der Hütte finden wir uns in der Silberkarklamm wieder. Unten rauscht der Bach über die Felsen. Der Wanderweg wird nun auf Bretterpfaden und zum Teil über Holztreppen durch die enge Schlucht geführt.

 

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Wegführung in der Silberkarklamm

 

Ausgangs der Schlucht steht ein kleiner Kiosk, in dem eine Frau sitzt, die uns um € 7.00 erleichtert „für den Unterhalt des Weges“.

Natürlich bezahlen wir. Der Weg ist wirklich wunderschön angelegt, doch man sollte auf dem Flyer mit den Wanderwegen, den wir im Tourismusbüro mitgenommen haben, vermerken, dass eine Teilstrecke dieser Wanderung kostenpflichtig ist.

Die Nacht verbringen wir nochmals in Forstau.

Link zur Wanderung zur Silberkarhütte und zurück durch die Silberkarklamm: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Es klappert am rauschenden Bach

1. August 2016

Heute lohnt es sich nicht früh aufzustehen. Der Regen tropft unaufhörlich auf das Dach. Irgendwann schälen wir uns trotzdem aus den Decken, frühstücken und fahren nach Schladming zu einer Schreinerei.
Vor drei Tagen ist das Frontbrett einer Schublade ausgerissen.
Der Schaden wird umgehend repariert. Der nette Tischler meint am Schluss: „Des kostet nix“.
Wir sind froh, dass nun all unsere Schubladen wieder heile sind und legen dankbar eine Spende in die Kaffeekasse.

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz stossen wir in der Nähe von Aich / Sonnberg im Wald auf einen liebevoll angelegten Wasserräderpark.

 

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32 Wasserrädchen der unterschiedlichsten Art sind in das Bächlein gebaut worden. Miniaturhäuser, Feuerstellen, Zwerge und diverse Figuren vervollständigen die Märchenwelt.
Überall dreht, spritzt, klopft und hämmert es. Irgendwo wird gar eine Glocke in regelmässigen Abständen angeschlagen und aus einem Zwergenhüttchen blinkt es fröhlich in den tristen Regentag hinaus.

 

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Wasserrad mit Metalllamellen

 

 

 

 

 

 

 

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Suppenlöffel als Wasserradschaufeln

 

 

 

 

 

 

 

Da der Regen endlich nachlässt, nehmen wir den Weg zum Gradenbach-Wasserfall unter die Füsse.

 

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Gradenbach-Wasserfall

 

Auf dem Rückweg begegnen wir einem Wesen mit grossen Augen und dickem Rüssel, das unablässig Wasser in einen Holztrog speit.

 

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Link zum Spaziergang an den Gradenbach-Wasserfall: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wunderschöne Wanderung am Dachstein

2. August 2016

In der Nacht hat es noch geregnet, doch nun ist es trocken.
Wir fahren nach Ramsau Kulm ins Tourismusbüro. Wo man uns mitteilt, dass heute der Himmel bewölkt und die Temperaturen eher kühl bleiben, kurz: ideales Wanderwetter!

 

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Ramsau Kulm mit Dachsteinmassiv

 

An der Talstation der Dachstein Südwandbahn, parken wir unseren NOBIS und wandern los.
Zuerst die Strasse wieder ein Stück zurück und dann zur Neustattalm.

 

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Neustattalm am Dachsteingebirge

 

Weiter über die Alpweiden und durch einen lichten Lärchenwald.

 

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Alpweiden der Neustattalm

 

Auf der Bachlalm treffen wir auf viele Familien. Einige Kinder stehen mit Möhren in den Händen auf einer Wiese und füttern … weder Ponys noch Zwergziegen oder Kaninchen … sondern Murmeltiere. Auch Erdnüsse scheinen sehr beliebt.
Die sonst scheuen Tiere wurden hier an Menschen gewöhnt und lassen sich sogar streicheln.

 

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Ein Murmeltier knabbert Erdnüsse.

 

 

 

 

 

 

 

Wir stellen erstaunt fest, dass auch diese Nager verschiedene Frisuren tragen. Einer scheint die Haare mit Gel (oder eher Murmeltierfett?) fixiert zu haben.

 

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Murmeltier mit modischer Irokesenfrisur

 

 

 

 

 

 

 

Wir amüsieren uns köstlich, über die putzigen Tieren und die Menschen, die um die Gunst der „Munggen“ buhlen.

Allzu lange bleiben wir nicht, haben wir doch noch ein gutes Stück Weg vor uns.
Die unbefestigte Strasse endet und geht in einen steinigen Weg über, der zwischen Felsblöcken hindurch und später über ein Geröllfeld hinauf zum „Tor“, einem natürlichen Einschnitt zwischen Raucheck und Torstein, führt.

 

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Wanderweg zwischen Felsblöcken

 

 

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Annette beim Aufstieg zum „Tor“

 

 

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Blick durch das „Tor“

 

Unglaublich, wie üppig hier oben in dieser kargen Umgebung die Alpenrosen und Glockenblumen zwischen den Kalkfelsen blühen.

 

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Alpenrosen (Rhododendron hirsutum)

 

 

 

 

 

 

 

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Zwerg-Glockenblumen (Campanula cochleariifolia)

 

 

 

 

 

 

 

 

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Höhle mit Altschnee (im August!)

 

Nun geht es in Schlangenlinie steil den Hang hinunter und nach einer Gegensteigung nochmals über ein Geröllfeld hinauf zur Dachstein Südwandhütte, die wir nach gut vier Stunden Wanderzeit erreichen.

 

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Blick zurück zum „Tor“ (Einschnitt rechts von der markanten Spitze)

 

Den Hüttentopf (Nudelsuppe mit Rindfleisch und Gemüse) haben wir uns redlich verdient.

 

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Dachstein Südwandhütte

 

Gestärkt nehmen wir den letzten Abstieg in Angriff. Nach einer guten halben Stunde sind wir zurück in unserem Wohnmobil.

Der Prospekt, in dem steht: „Die Wanderung zählt zu den eindrucksvollsten und schönsten Wanderungen im Almbereich.“ hat nicht übertrieben

Nach diesem wunderbaren Ausflug fahren wir zufrieden nach Reitsteg, wo wir auf dem Parkplatz des Skiliftes Schwaigalm ungestört schlafen.

Link zur „Torwanderung“:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Touristen, Touristen …

3. August 2016

Wir fahren um den Hallstättersee. Dieser liegt schön zwischen steilen Berghängen. Eigentlich wollten wir uns Hallstatt ansehen, doch wir finden keinen Parkplatz. Das Dorf ist total von Touristen überlaufen.
Wir lassen es uns aber nicht nehmen etwas ausserhalb des Zentrums kurz in den kühlen See zu springen, denn heute ist es endlich wieder einmal sonnig und warm.

Unser nächstes Ziel Altaussee ist nicht besser als Hallstatt. Auch hier finden wir keinen Parkplatz und sehen vor lauter Urlaubern den See kaum. Wir heben deshalb unseren Blick und entdecken auf dem Hügel gegenüber einen Aussichtsturm. Da wollen wir hin!

Dank Navi finden wir den Weg zum Aussichtsturm, der Tressenstein-Warte. Das letzte Stück ist nicht fahrbar und wir gehen zu Fuss den steilen Weg hoch. Die Aussicht ist grandios. Man sieht auf der einen Seite den Altausseer See und auf der anderen den Grundlsee.

 

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Blick von der Tressenstein-Warte auf den Grundlsee

 

Wie so oft an touristischen „hot spots“ ist auch hier das Parken in der Nacht für Wohnmobile verboten. Wir fahren deshalb ein Stück zurück und stellen uns auf einen kleinen Platz unmittelbar an der Strasse.

Link zum Spaziergang zur Tressenstein-Warte: Da auf „google maps“ der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kulinarischer Verwöhn-Tag

4. August 2016

Am Grundlsee kaufen wir beim Fischer Forellen für das Abendbrot und geräucherte Saiblingsfilets.
Auf dem Pöschenpass zelebrieren wir das Frühstück mit den Filets auf warmem Toast und frischen Buttercroissants mit Heidelbeer- und Preiselbeermarmelade, die wir letzten Herbst in Schottland eingekocht haben.

Bei heissem Tee und Kaffee blicken wir zufrieden durch das Fenster auf den Dachsteingletscher.
In dieser Gegend wollen wir bleiben, bis das Wetter „hammermässig“ ist, um dann mit der Luftseilbahn auf den Dachstein zu fahren.

 

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Dachsteingletscher

 

Ganz hinten im Großarltal parken wir im Weiler „See“. Von da spazieren wir das Tal hinein bis zum Ötzlsee.

 

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Ötzlsee

 

 

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hinteres Großarl-Tal

 

Auf einem Wanderparkplatz oberhalb von Karteis lassen wir unseren Tag mit Forelle blau, Salzkartoffeln und Salat ausklingen.
Passend zum schönen Tag dringt die Sonne durch die Wolkendecke und lässt den Draugstein im Abendlicht erstrahlen.

 

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Draugstein bei Karteis

 

Link zum Spaziergang an den Ötzlsee: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Regen, Regen, Regen …

5./6. August 2016

Da es zwei Tage beinahe pausenlos regnet, verbringen wir die Zeit vorwiegend mit Faulenzen, Lesen und am PC.

Link zur Strecke vom 5. August:

 

Am 6. August fahren wir nach Eben im Pongau, wo wir vor dem geschlossenen Tourismusbüro guten Internetempfang haben.

Gegen Abend hört der Regen auf und wir fahren auf die Aualm. Ein Auto kommt uns auf der schmalen Strasse entgegen. Wir weichen aus. Die Fahrerin bedeutet uns anzuhalten und erklärt, dass sie heute ins Dorf zum Musikfest fahren würden. Deshalb sei das Almrestaurant geschlossen. Wir dürften aber gerne auf dem Parkplatz übernachten. Morgen ab fünf Uhr in der Früh, seien sie wieder oben, wir könnten dann bei ihnen frühstücken.

Link zur Strecke vom 6. August:

 

 

Auf den Schuhflicker

7. August 2016

Nicht schon um fünf Uhr, aber kurz nach neun lassen wir uns das leckere Almfrühstück servieren.
Der Käse schmeckt so fantastisch gut, dass wir gleich ein grosses Stück davon kaufen.

 

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Heimeliges Alprestaurant Aualm

 

Der Himmel ist bewölkt, aber da und dort scheint schon die Sonne durch. Wir machen uns auf den Weg zur Arlspitze.
Der Berg hat eine traurige Vergangenheit, wie die Legende zu berichten weiss: Zwei Schuster gingen an einem Sonntag lieber auf die Arlspitze als in die Kirche. Zur Strafe wurden sie in Steine verwandelt. Seither heisst der Berg im Volksmund „Schuhflicker“.

Kurz vor dem Gipfel steigen wir über den Pass hinunter zum Schuhflickersee.

 

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Schuhflickersee

 

Danach wieder zurück zum Pass und weiter bis zum Gipfel. Das letzte Stück ist sehr steil. Als Kraxelhilfen sind Drahtseile in den Felsen eingelassen.

 

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Schuhflicker

 

Auf dem Gipfel herrscht ein grosses Gedränge, der Platz ist eng und der Abgrund droht rundherum. Dafür ist die Aussicht beeindruckend, nur leider etwas diesig.
Plötzlich beginnt eine Gruppe mehrstimmig ein Volkslied über die Schönheit der Berge zu singen. Wir kriegen Gänsehaut, so schön ist das. Selten hat ein Lied so gepasst wie hier.

 

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Blick auf den Nachbargipfel

 

 

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Grossandrang auf dem Schuhflicker

 

Auf dem Rückweg nähern sich uns eine Pferdestute und ihr Fohlen. Sie scheinen genau zu wissen, wo die Wanderer jeweils ihre Leckereien versteckt haben. Zielstrebig beginnen sie an unseren Rucksäcken zu knabbern.
Annette überzeugt sie jedoch davon, dass Streicheleinheiten besser sind als trockene Rucksäcke.

 

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Annette, die Pferdeflüstererin

 

Nicht, weil es so gut zu den Pferden passt, sondern weil es nahe am Dachsteingebirge liegt, fahren wir wieder nach Reitsteg zum Übernachten.
Unterwegs leuchten verlockend die Felswände des Dachsteins in der Abendsonne.

 

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Dachsteingebirge im Abendlicht

 

Morgen soll der Tag der Tage sein: Wolkenloser Himmel und gute Sicht. Das wollen wir nutzen! Morgen Montag fahren wir auf den Dachstein!!!

Gleichzeitig erstarren wir und schauen uns erschrocken in die Augen … oje, heute ist ja, … Sonntag … und wir waren nicht in der Kirche, sondern auf dem Schuhflicker!!!

Liebe Leserin, lieber Leser, falls dies unser letzter Beitrag sein sollte, google doch bitte in ein paar Wochen den „Schuhflicker“. Wenn dieser in „Unserwegser“ umbenannt worden ist, sind auch wir versteinert und liegen als Felsen irgendwo in Österreich.

Link zur Wanderung an den Schuhflickersee und auf den Schuhflicker: Da auf „google maps“ der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Da, wo Österreich flach ist

 

Es scheinen die Sonne und die Sonnenblumen

18. Juli 2016

Für uns ist Österreich das Land der Berge. Nun wollen wir auch den flachen Teil kennenlernen und fahren deshalb an den Neusiedler See.

Unterwegs leuchten einige Sonnenblumenfelder in freundlichem Gelb.

 

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Sonnenblumenfeld bei Eisenstadt

 

Wir nehmen uns die Zeit, die bekannten Blüten genauer zu betrachten.

Klicke auf die Bilder und staune mit uns über dieses Wunder der Natur!

 

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Hättest du gewusst, dass diese „simplen Blüten“ so facettenreich sind?

 

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Die Ruhe finden am Neusiedler See

 

Der Neusiedler See ist ein beeindruckender Steppensee, ca. 36 km lang, 320 km² gross und hat eine durchschnittliche Tiefe von lediglich 1.10 Metern!

Im Strandbad von Illmitz geniessen wir ein kurzes erfrischendes Bad und fahren dann ins Dorf, wo wir einen kostenlosen Übernachtungsplatz finden.
Der Besitzer des Grundstücks begrüsst uns herzlich. Er ist selber ein begeisterter Wohnmobilist und hat sich darüber geärgert, dass es am ganzen Neusiedlersee keinen WoMo-Stellplatz gibt. Deshalb hat er dieses Grundstück gekauft und stellt es Campern zur Verfügung.
Herzlichen Dank!
Betreut wird das Areal von Alois, einem Weinbauern, der uns zu einem Glas Weisswein in der nahen Garage einlädt.
Bei soviel Grosszügigkeit lassen wir gerne eine kleine Spende springen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Steppe, weissen Eseln und einem Turmfalkennest

19. Juli 2016

Am frühen Morgen spaziert Beat durch die Gegend und sieht, wo der ausgezeichnete Weisswein wächst, den wir gestern degustieren durften.

 

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Frühform eines guten Tropfens

 

„Fertö-Neusiedler See“ ist seit 2001 ein Weltnaturerbe der UNESCO, das auf österreichischem und ungarischem Boden liegt.

Im vorbildlich gestalteten Besucherzentrum des Nationalparkes schlendern wir durch die Ausstellung über Zugvögel. Unglaublich, was die alles schaffen. Doch diese Orientierungskünstler und Weitflieger sind zur Zeit nicht hier anzutreffen. Deshalb suchen wir ein anderes Beobachtungsziel.

Ein Spaziergang bringt uns zu den „Österreichisch-Ungarischen Weissen Barockeseln“.

 

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Weisse Barockesel

 

Diese Tiere mit ihren auffallenden, hellblauen Augen wurden im 17. und 18. Jhd. (Barock) zur Erbauung der besseren Gesellschaft gezüchtet. Damals galten weisse Tiere als Glücksbringer.
Heute ist diese Rasse selten geworden. Weltweit gibt es nur noch wenige hundert Individuen.

 

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Österreichisch-Ungarischer Weisser Barockesel

 

Vom Aussichtsturm lassen wir die Augen über die pannonische Tiefebene bis nach Ungarn schweifen. Unter uns wartet ein Pferdefuhrwerk im Schatten auf seine Kunden.

 

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Doch was ist da plötzlich für eine Aufregung im Baum dahinter?
Wir steigen vom Turm herab und sehen gerade noch, wie ein Turmfalke wegfliegt, der seinen drei Jungen eine Maus ins Nest gebracht hat.

 

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Junger Turmfalke (Falco tinnunculus)

 

 

 

 

 

 

 

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Warten auf weitere Mäuse

 

 

 

 

 

 

 

Daneben wächst eine dekorative grüngräuliche Pflanze, die sich mit ihren spitzen dornenbesetzten Blättern Fressfeinde vom Leibe hält. Die Sonne brennt erbarmungslos auf die Erde nieder, was diese Pflanze zu lieben scheint.

 

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Feld-Mannstreu (Eryngium campestre)

 

Voller Eindrücke fahren wir wieder um das Nordende des Neusiedler Sees herum und weiter nach Donnerskirchen, wo wir im etwas kühleren Wald nächtigen.

Link zum Spaziergang zu den Weissen Barockeseln:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Aus der Ebene hin zu sanften Hügeln

20. Juli 2016

Langsam wird das Land wieder hügeliger. Nach Forchtenstein legen wir einen Stopp ein und spazieren zur Rosalienkapelle, wo man einen wunderschönen Blick über die Tiefebene Österreichs geniesst.

 

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Blick zurück auf die Ebene um den Neusiedler See

 

Über dem Eingang der Kapelle hängt ein eigenartiger steinerner Kopf mit imposantem Schnurrbart, der mit zusammengekniffenen Augen in die Ferne starrt.

 

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Eigenwillige Figur über dem Eingang zur Rosalienkapelle

 

Wir lassen den Blick über Felder und Wiesen schweifen bis uns plötzlich ein Ortsschild ins Auge fällt: „Kirchschlag in der Buckligen Welt“!
Ob die Namensgeber dieser Ortschaft stolz waren auf ihre Hügel? Oder hat es sie vielmehr geärgert, dass es hier nicht mehr so flach ist wie weiter im Osten?
Egal, wir jedenfalls finden den Namen lustig.

 

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Getreidefelder und Wiesen

 

 

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Für uns endet die Fahrt heute in Althodis.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Baumwipfeln zu alten Weinkellern

21. Juli 2016

In Althodis wurde ein rollstuhlgängiger „Baumwipfelpfad“ eingerichtet. Ein breiter Holzsteg führt leicht ansteigend vom Hang weg, bis man die Höhe der Baumwipfel erreicht hat.

 

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Baumwipfelpfad in Althodis

 

 

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Für einmal nimmt man die Perspektive der Vögel, Eichhörnchen und anderen Tiere ein, die auf Bäumen zu Hause sind.
Der Blickwinkel verschiebt sich unbewusst und wir entdecken die Schönheiten von Eichenlaub und Baumfrüchten.

 

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Junges Eichenlaub

 

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Eicheln

 

 

 

 

 

 

 

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Unreifer Föhrenzapfen

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Bucheckern

 

 

 

 

 

 

Wieder unten auf festem Boden sucht unser Auge weitere schöne Details und entdeckt einen Schmetterling auf einem Zwergholunder, der fleissig Nektar aus den Blütenkelchen saugt.
Er scheint die Infotafel nicht gelesen zu haben, auf der steht, dass die Pflanze einen widerlichen Geruch habe und giftig sei.

 

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Perlmutterfalter (Boloria) auf Zwergholunderblüte (Sambucus ebulus)

 

Ein Feld in der Nähe leuchtet eigenartig blau, braun und weiss. Wir nähern uns und entdecken hohes braunes Gras bestückt mit Kornblumen und Margeriten.
Ist das eine Brache? Gibt es in der heutigen, einseitig auf Rendite ausgelegten Welt überhaupt noch brach liegendes Land?
Wir wissen es nicht, erfreuen uns aber an der ungewöhnlichen Farbkombination.

 

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Aber auch intensiv genutzte Felder ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich.

 

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Strohballen bei Markt Neuhodis

 

In Edlitz kaufen wir ein. Auf dem Haus nebenan üben junge Störche das Fliegen. Abwechselnd breiten sie ihre Flügel aus, flattern ein wenig und ruhen sich danach wieder aus. Für den Flug nach Afrika fehlt noch einiges an Training, wie wir meinen. Doch der Winter ist ja noch fern.

 

 

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Junge Weissstörche (Ciconia ciconia)

 

Nun geht es weiter ins Südburgenland. In Heiligenbrunn steht ein ganzes Dorf aus „Kellerstöckl“. Von den ca. 140 Häusern sind noch rund 50 mit Stroh gedeckt. Diese Gebäude wurden früher als Weinkeller genutzt und stehen heute unter Denkmalschutz.

 

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Hier im Südburgenland hat der „Uhudler“ seine Heimat.

Der Uhudler ist ein Wein, der aus amerikanischen Reben gekeltert wird. Diese Sorten sind resistent gegen Reblaus und Pilzkrankheiten. Sie wurden nach dem grossen Reblausbefall um 1860 eingeführt.
Ab ca. 1930 wurde dieser Wein von den Behörden verboten, doch die hiesigen Winzer liessen sich ihren Rebensaft nicht nehmen.
Erst seit 1992 darf der Uhudler wieder verkauft werden.

Beat degustiert diesen geschichtsträchtigen Wein. Sein Urteil: Der Uhudler schmeichelt dem Gaumen nicht. Er ist ein Charakterwein mit viel Säure und dem leichten Geschmack von Katzenpisse, wenn man das so schreiben darf.

Übrigens:
Der Uhudler hat seinen Namen von den Frauen der Winzer erhalten, weil der Blick der Weinbauern nach übermässigem Konsum einem „Uhu“ glich. (Du schoast aus wian Uhu!)

Nun fahren wir nach Urbersdorf, wo wir am Stausee einen Übernachtungsplatz finden.

Wieder staunen wir über das „Wunderwerk Libelle“ …

 

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Ist das ein Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens)?

 

… und das Blumenarrangement, das von einer Spinne gebunden wurde.

 

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Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria)

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Altenbachklamm

22. Juli 2016

Am Morgen müssen wir notfallmässig, noch vor dem Frühstück, umparken, sonst würden wir wohl gekocht im WoMo. Die Sonne brennt erbarmungslos auf unseren NOBIS.

Kurz nach Arnfels entdecken wir den Wegweiser „Zur Altenbachklamm“. Von Neugier getrieben fahren wir dorthin. Vor dem Einstieg zur Klamm liegt ein Buschenschank. Wir beschliessen dort einzukehren, aber erst nach der Wanderung.
Der Weg führt auf 2.5 km zum Teil steil an und über 18 Brücken immer wieder von einer Bachseite auf die andere. Der Weg wurde sehr liebevoll in das Gelände eingebettet und mit Brunnen und Holzbänken ausgestattet.

Leider ist das Licht zum Fotografieren in der Schlucht nicht ideal. Wer wissen will, wie schön es hier ist, der muss schon selber herfahren, es lohnt sich!😉

Uns fällt auf, dass wir schon lange keinen pädagogisch wertvollen Teil mehr in unseren Blog eingefügt haben. Deshalb hier eine kleine Lektion über Müll:

 

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Für Leute, die das Kleingedruckte auf der originellen Infotafel nicht lesen können, hier die Abschrift:

„Abfall hält sich in der Natur:
–  Zigarettenstummel: 5 Jahre
–  Kaugummi: 5 Jahre
–  Tetrapack: 50 Jahre
–  Plastikflasche: 300 Jahre
–  Aluminiumdose: 500 Jahre
–  Glasflasche: 4.000 Jahre“

Aus diesem Grund, aber auch aus Dankbarkeit sammeln wir jeweils an den Orten, wo wir kostenlos übernachten können, herumliegenden Müll ein und entsorgen ihn später fachgerecht.

Beim Buschenschank Stelzl, wo unser NOBIS steht, kehren wir ein und bestellen, was das Herz begehrt. Die verschiedenen Brettl sind sehr hübsch angerichtet, üppig und lecker und der Wein „süffig“. Deshalb bleiben wir diese Nacht gleich auf dem Parkplatz.

 

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Annette im Buschenschank Stelzl

 

Link zur Wanderung durch die Altenbachklamm: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Schwammerl“ statt Internet!

23. Juli 2016

Am Stausee Sopoth legen wir eine Pause ein und kühlen uns im See ab.

 

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Stausee Sopoth

 

Am See gibt es einen kleinen Stellplatz, doch leider ohne WiFi. Wir möchten den Beitrag „Slowenien, unsere neue Liebe“ aufs Internet stellen, was hier nicht geht. Deshalb fahren wir weiter.

 

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Blick ins Drau-Tal von Lorenzenberg aus

 

Der Campingplatz in Lavamünd liegt zwar schön an der Drau und hat einen kleinen separaten Badesee, aber die Hitze unten im Tal ist sehr gross. Ausserdem gibt es auch hier kein WiFi.

Wir vergessen das Internet und fahren nochmals nach Diex. Das liegt erstens in der Höhe und hat zweitens: … genau!
Die kleinen, leckeren, gelben Dinger genannt: Schwammerl, Pfifferlinge oder Eierschwämme!

 

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Wir sammeln nicht sehr lange und nur die schönsten und trotzdem, am Schluss zeigt die Waage 2145 Gramm an!
Das reicht für die nächsten Tage!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lange Abkürzung durch Völkermarkt

24. Juli 2016

Wir fahren, wie schon vor ein paar Tagen, durch Völkermarkt.
Die nette Dame vom Navi kennt eine Abkürzung durch ein Wohnquartier, wir folgen den Anweisungen ihrer sympathischen Stimme und fahren von Sackgasse zu Sackgasse.
Dank ihr entdecken wir jedoch eine schön angelegte Blumenwiese und dank den Wegweisern am Strassenrand den Weg wieder aus diesem Städtchen hinaus.

 

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Blumenwiese in Völkermarkt

 

Am Turnersee gibt es endlich einen Campingplatz mit WiFi.
Die freundliche Frau an der Rezeption bietet uns gar einen Platz direkt am See an.
Super!
Vielen Dank!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Arbeitstag am Turnersee

25. Juli 2016

Heute ist bei unserwegs Waschtag und Tag des Internets!

 

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Badestelle am Turnersee, Campingplatz Ilsenhof

 

Link zum Campingplatz Ilsenhof am Turnersee:

 

 

Von Alteisen und Edelschrott

26. Juli 2016

Wieder fahren wir durch Völkermarkt (diesmal nach Wegweisern).

In der Nähe von Pustritz, noch vor dem Packsattel (der Pass heisst wirklich so!), entdecken wir eine Farm der anderen Art.

Lassen wir Bilder sprechen:

 

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Das ganze Areal ist stimmig eingezäunt und wird von einem grossen, zottigen Hund bewacht.

 

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Wir können uns kaum losreissen. Immer wieder gibt es Neues zu entdecken.

Nach so viel Alteisen suchen wir einen passenden Übernachtungsplatz und finden diesen in der Gemeinde Edelschrott, am Hirzmann-Stausee.

 

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Hirzmann-Stausee in Edelschrott

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Stolzalpe

27. Juli 2016

Am Morgen fahren wir zurück ins Dorf Edelschrott (das ist ein so eigenwilliger Ortsname, dass er hier nochmals erwähnt werden muss), wo wir einkaufen.

Das Wetter ist sehr wechselhaft mit etwas Sonne, viel Regen und Gewitter.
Oberhalb von Murau finden wir auf der Stolzalpe einen riesigen Parkplatz mit Aussicht, den wir für diese Nacht alleine belegen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Löwenzahnblüten-Orakel auf der Stolzalpe

28.Juli 2016

Am Morgen spazieren wir auf dem nahen Heilkräuterlehrpfad.
Wandern ist lustig und deshalb kehren wir am Ende nicht um, sondern schustern weiter, hoch zu der Himmelsschaukel, die wir gestern Abend entdeckt haben. Die Schaukel hängt an Kugellagern und, einmal in Bewegung, pendelt sie sehr lange weiter.

 

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Himmelsschaukel auf der Stolzalpe

 

Wir geniessen das Schaukeln und den Blick über das Murtal.

 

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Murtal

 

Das ist so schön, dass wir nicht auf dem kürzesten Weg über die steile „Himmelsleiter“ zu unserem NOBIS zurückkehren, sondern auch die Zusatzschlaufe über den Kneipp-Platz, den Märchenwald und den Holzsammelplatz anhängen.

Wir möchten gerne wissen, wie sich das Wetter in den nächsten Tagen entwickelt. Eine Löwenzahnblüte, die wir als Orakel befragen, ist sich da sehr unsicher. Eine Hälfte tendiert zu Sonnenschein und ist bereits geöffnet, während die andere Hälfte eher auf Regen tippt.

 

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„Löwenzahnblüten-Orakel“

 

Wir sind optimistisch und fahren ins Weißpriachtal.

Link zum Spaziergang von der Stolzalpe aus: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung zum Wirpitsch- und zum Tiefenbach See

29. Juli 2016

Der Himmel ist leicht bewölkt, die Temperatur moderat, kurz: ein idealer Wandertag.
Wir schnüren unsere Schuhe und wandern zuerst auf der Mautstrasse weiter ins Tal hinein und dann später links hinauf zu dem Unteren Wirpitsch See.

 

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Weißpriachtal

 

Von da in grossem Bogen weiter quer über die Alpwiesen hinauf bis zum Tiefenbach See. Wir werden auf dem Weg mit grossen und aromatischen Heidelbeeren belohnt, eine kleine, aber willkommene Zwischenverpflegung.

Oben, über der Baumgrenze, rasten wir an dem idyllisch gelegenen Alpsee. Die Ruhe, die er ausstrahlt, überträgt sich auch auf uns.

 

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Tiefenbach See

 

Auf dem Rückweg legen wir eine weitere Pause in der Tonimörtlhütte ein. Falls es dich auch einmal hierher verschlägt: Die Kasknödelsuppe und der Kaiserschmarrn munden vortrefflich.

 

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Speisekarte der Tonimörtelhütte am Unteren Wirpitsch See

 

Übrigens: Den untersten Punkt auf der Karte gibt es nicht zu kaufen, er dient lediglich als Diebstahlschutz für unser Bild.

Gestärkt treten wir den Abstieg an und lassen schweren Herzens die Pfifferlinge, die uns aus dem Wald entgegen leuchten, stehen. Wir haben in letzter Zeit massenhaft ihrer Artgenossen verspeist und uns deshalb eine „Schwammerl-Ess-Pause“ auferlegt, damit sie uns nicht mit einem Male über sind.

 

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Blick über das Weißpriachtal

 

Für heute bleibt unser Wohnmobil da stehen, wo es den ganzen Tag auf uns gewartet hat und wir verbringen eine zweite Nacht in dieser schönen Gegend.

Link zur Wanderung zum Wirpitsch- und zum Tiefenbach See: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Auf nach Österreich!

 

Völkermarkt blüht auf!

9. Juli 2016

Wir fahren auf einer schmalen Nebenstrasse über den Paulitsch-Sattel nach Österreich. An der Grenze werden wir von zwei Soldaten kontrolliert. Unsere Gesichter scheinen ihnen unverdächtig und wir dürfen passieren.

Eingangs Völkermarkt steht in einer Haarnadelkurve eine Blumenwiese in voller Blüte.

 

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Blumenwiese in Völkermarkt

 

Die Stadtgemeinde will unter dem Motto: „Völkermarkt blüht auf!“ schöne und ökologische Flächen sichern und für die Mitmenschen erhalten.

Wir fahren weiter nach Diex, dem „sonnigsten Ort Österreichs“, so die Eigenwerbung.
Bei einer kleinen Kapelle oberhalb des Dorfes im Wald machen wir Pause. Wir werden von einem Mann angesprochen: „Seid ihr auch Pilzjäger?“ fragt er und präsentiert stolz seine gesammelten Pfifferlinge. Sie seien noch klein, aber sehr schmackhaft.

Wir haben nicht an Pilze gedacht, doch nun sind wir nicht mehr zu halten und sammeln innert eineinhalb Stunden ca. 2 kg Eierschwämme (für Buchhalter: genau 1’949 Gramm).

Diese Nacht bleiben wir in der Nähe und finden oberhalb von Diex einen lauschigen Platz am Waldrand mit Blick auf das Dorf und über die Hügel.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wehrkirche von Diex

10. Juli 2016

 

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Diex von unserem Schlafplatz aus gesehen.

 

Auf dem Dorfplatz macht uns eine Frau darauf aufmerksam, dass die Kirche aussergewöhnlich sei. Es handle sich hier um eine Wehrkirche, aus dem 12. Jhd. Die Kirche und der Friedhof sind, zum Schutz gegen Feinde, lückenlos mit einer fünf Meter hohen Wehrmauer und Gebäuden umgeben. Nur durch zwei schmale Tore gelangt man ins Innere.

 

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Ringmauer mit Wehrgang um die Kirche von Diex

 

Etwas ausserhalb des Dorfes treffen wir zwei Miniatur Wassermühlen an. Die Modelle wurden 2012 anlässlich des Jahres des Wassers aufgebaut.

 

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Wassermühlen-Modelle bei Diex

 

Einige Kilometer weiter steht mitten im Tal ein markanter Hügel und hoch oben, das ist kein Witz, liegt die Burg Hochoberwitz!
Doch wir sind heute humorlos und fahren daran vorbei, ohne sie zu besuchen.

 

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Burg Hochoberwitz

 

Nach einem kurzen Abstecher nach Bad Kleinkirchheim (den Grund dafür erfahrt ihr später) fahren wir nach Himmelberg, zu den Tiebelquellen. In diesem Gebiet entspringen auf engstem Raum mehr als 40 Quellen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wer bei Rot nicht anhält, dem hilft alles Hexen nicht!

11. Juli 2016

Dass man bei Gelb, spätestens aber bei Rot anhalten muss, weiss heute jedes Kind.

Wir fahren oberhalb von St. Ruprecht an einen skurrilen Unfall, bei dem eine Frau diese Signalfarben missachtete und … na ja, was wollen wir lange erklären, … schaut euch lieber die Bilder an, die sagen mehr als viele Worte:

 

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Gelb …

 

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… rot …

 

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… Unfall!

 

Gleich daneben steht diese Kapelle. Wir hoffen, dass die Frau den Unfall überlebt hat und nicht hier beerdigt werden musste.

 

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Massstabgetreues Modell der St.Ruprecht Kapelle

 

Nun fahren wir wieder nach Bad Kleinkirchheim um dort …, ach, erzählen wir das morgen … nur soviel vorneweg, wir schlafen heute nicht in unserem NOBIS!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Heute ist der „Grosse Tag“ von Annette!

12. Juli 2016

Am Morgen öffnet Annette die Zimmertüre und ein Ballon bestätigt ihr, dass sie heute Geburtstag hat.

 

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Zu ihrem 50. Geburtstag hat Beat sie für drei Tage in das Wellness Hotel Post in Bad Kleinkirchheim eingeladen.

Es ist unglaublich, was sich das Personal alles einfallen lässt, damit dieser Tag für Annette unvergesslich bleiben wird.
Nach dem Ballon an der Zimmertüre, erhält sie am Ende des Frühstücks einen kleinen Geburtstagskuchen mit brennender Kerze. Den ganzen Tag über wird ihr immer wieder gratuliert, von Angestellten des Hauses und auch von Gästen, die etwas mitbekommen haben.

Beim Abendessen haben wir einen speziell schön dekorierten Tisch mit Blumengesteck, Kerzen und persönlich gestalteter Menü-Karte.
Das Dessert (ein herzförmiges Semifreddo garniert mit Johannis- und Heidelbeeren mit einer Funken sprühenden Wunderkerze) und zwei Gläser Sekt werden von drei Happy-Birthday singenden Kellnern serviert.

Annette fehlen die Worte.

Als wir im Zimmer ankommen, brennen dort zwei Kerzen neben einer Flasche „Ronachers Geburtagströpfle“ mit persönlichem Glückwunsch.
Im Bad steht eine rote Rose vor dem Spiegel, ebenfalls von zwei Kerzen beleuchtet. Und als wir endlich das Licht einschalten, erstrahlt ein grosses Herz mit Lichtgirlanden.

Ein Tag der schönen Überraschungen!!!!!!!!!!

 

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Annettes Geburtstagskuchen

 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an all die aufmerksamen und freundlichen Mitarbeiter, die zum Gelingen dieses Jubeltages beigetragen haben.
Das war einmalig schön!!!

 

 

Sich gut gehen lassen

13. Juli 2016

Das heutige Programm:
Aquafit, riesiges Frühstücksbuffet, Massage, Sauna, Whirlpool, Dampfbad, Solbad, grandioses, mehrgängiges Nachtessen …
ein rundum erholsamer und genussreicher Tag!

Übrigens: Unser Favorit ist die finnische Baumsauna, die, wie ihr Name sagt, auf einen Baum gebaut ist. Abkühlen kann man sich da unter den Wikingerduschen (an Seilen aufgehängte Holzeimer mit eiskaltem Wasser).

 

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Hotel Post in Bad Kleinkirchheim

 

Wer es sich einmal so richtig gutgehen lassen will, dem empfehlen wir das Hotel Post in Kleinkirchheim.

Hier der Link zu diesem Wellness Hotel:

 

 

Wieder einfacher leben

14. Juli 2016

Gegen Mittag verlassen wir schweren Herzens diese Wohlfühl-Oase und tauschen das luxuriöse Zimmer wieder mit unserem Wohnmobil. Damit schrumpft unsere gesamte Wohnfläche auf etwa die Hälfte des Badezimmers.
Aber wir wollen nicht klagen, unser NOBIS ist uns inzwischen sehr ans Herz gewachsen und wir freuen uns auf weitere Reiseabenteuer.

Wir fahren lediglich 23 Kilometer weit, auf die Turracher Höhe. Das Wetter ist unfreundlich, bedeckt und windig. Trotzdem spazieren wir um den Turracher See und Annette etwas später alleine noch zum Grün- und zum Schwarzsee.
Das Thermometer fällt am Abend unter 6°C und wir sind froh um unsere Dieselheizung.

 

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Aussicht von unserem Übernachtungs-Parkplatz

 

 

Link zum Spaziergang um den Turracher See und zur Wanderung an den Grün- und den Schwarzsee:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Murau, ein sehenswertes Städtchen

15. Juli 2016

Ein Schild am Strassenrand kündigt die „Holz-Europabrücke St. Georgen – St. Lorenzen“ an. Das tönt spannend, das wollen wir uns ansehen.
Blinker raus und abbiegen. Schon nach kurzer Zeit rollen wir über diese bemerkenswerte Konstruktion.
Eine massiver, bogenförmiger Holzbau spannt sich über den Fluss Mur. Das alleine ist schon imposant. Aussergewöhnlich ist aber, dass darauf die Fahrbahn aus schweren Betonelementen gelegt wurde.

 

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Holz-Europabrücke St. Georgen – St. Lorenzen

 

Wir schauen uns dieses Bauwerk genauer an. Es ist nicht nur statisch interessant, sondern auch ästhetisch schön.

 

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Und, typisch Österreich, gibt es daneben auch eine Sitzbank mit Tisch. Wir nehmen die Einladung zu einer Pause gerne an.

 

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I und mei Schatzl auf’m Brücken Platzl

 

Wir sind noch kaum richtig losgefahren, müssen wir bereits wieder stoppen und neben der Strasse parken.
Eine riesige Ameise, mit Füssen aus Baggerschaufeln, zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich.

Eine gelungener Werbeträger für ein hiesiges Tiefbauunternehmen.

 

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Riesenameise als Werbeträger

 

Kurz vor Murau, zwingt etwas Rotes am Strassenrand den Fuss schon wieder auf die Bremse. Vor einem Brandschutzgebäude steht das zweirädrige Einsatzfahrzeug.
Es ist mit allem Nötigen ausgerüstet und uns wird klar, hier lässt die Feuerwehr nichts anbrennen!

 

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Einsatzfahrzeug der Feuerwehr von Murau

 

Nun wollen wir genauer wissen, was es hier in Murau zu schützen gibt. Wir fahren in das Zentrum des Ortes und entdecken ein pittoreskes Städtchen.
Ein Spaziergang durch die malerische Altstadt führt uns vorbei an der frühgotischen Kreuzbasilika (1296 eingeweiht) hinauf zum Schloss Obermurau.

Hier einige Impressionen:

 

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Pfarrkirche St Matthäus, Murau

 

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Blick vom Schlossweg hinunter auf den Dorfplatz von Murau

 

Wir fahren über den Sölkpass, doch lassen uns die niedrigen Temperaturen hier oben einen tiefer gelegenen Ort zum Übernachten suchen.

 

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Blick über das Ennstal

 

In der Nähe von Weng im Gesäuse werden wir fündig und stellen unseren NOBIS für diese Nacht auf einen ruhigen Wander-Parkplatz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gallensteine in St. Gallen

16. Juli 2016

Wir freuen uns an der Ortstafel St. Gallen und überlegen uns kurz, ob dieses Dorf wohl mit der gleichnamigen Stadt in der Schweiz verwandt ist. Aber Ortschaften pflegen unseres Wissens keine Verwandtschaften, also muss der identische Name reiner Zufall sein.

 

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St. Gallen in Österreich

 

Noch mehr staunen wir über den Wegweiser zur Burgruine Gallenstein.
Wurde diese aus Gallensteinen gebaut oder litten die Ritter an Gallensteinen und sind deshalb gestorben und die Burg ist danach zerfallen?

 

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Unmittelbar nach dem Parkplatz unterhalb der Ruine werden wir aufgehalten. Die Blumen vor der alten Stallmauer des Bauernhofes sind zu schön, um achtlos daran vorbeizugehen.

 

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Der alte Stall ist nicht leer. Einige Hühner posieren hinter der Fensterscheibe, als sie sehen, dass hier fotografiert wird.

 

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Endlich können wir uns losreissen und zur Burgruine Gallenstein hoch spazieren.

 

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Burgruine Gallenstein

 

Die Ruine ist sehr gut erhalten.
Die meisten Gebäude der Burg stehen noch oder wurden wieder aufgebaut. Eines beherbergt heute ein Restaurant. Leider konnten wir keine Öffnungszeiten ausmachen. Vielleicht wird das Lokal lediglich auf Voranmeldung betrieben?
Eine Feier in dem Burghof ist sicher sehr stimmungsvoll.

 

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Gut erhaltene „Burgruine“ Gallenstein

 

Nach der Besichtigung machen wir einen Abstecher nach Eisenerz. Da will Beat unbedingt hin, um Erinnerungen aufzufrischen.

Lassen wir ihn erzählen:
„Vor beinahe dreissig Jahren reiste ich mit einem uralten VW-Bus hierher um mit dem Drachen am Berg Polster zu fliegen.
Das Wetter war regnerisch und ich geduldete mich einige Tage, bis ein sonniger Morgen gutes Flugwetter verhiess.
Bereits die Fahrt mit dem Einer-Sessellift von Präbichl hinauf war abenteuerlich. Der Drachen wurde einem irgendwie schräg auf die Beine gelegt. Bei den Masten musste man schauen, dass sich der fünf Meter lange Packsack nicht in den Masten oder den Rollen der Aufhängung verhedderte.
Viele Delta- und Gleitschirmpiloten fuhren auf den Berg. Alle hoben gleich nach dem Start ab und schraubten sich im Aufwind hoch. Es war der Tag der Tage, ein Tag an dem selbst Stalltüren fliegen.
Nur ich nicht!
Beim Aufstellen des Drachens kickte ich mit einer Flügelspitze meinen Helm, den ich in eine Kuhle gelegt hatte, den Berg hinunter.
Ich packte mein Fluggerät wieder zusammen, liess es liegen und wanderte danach den steilen Berg in der Falllinie hinunter. Einige hundert Höhenmeter tiefer fand ich meinen Kopfschutz wieder, er war von einer Lawinenverbauung gestoppt worden.
Der Tag war gelaufen.

Am nächsten Tag schien ebenfalls die Sonne, doch ich war der einzige am Berg. Der starke Seitenwind liess lange keinen Start zu. Endlich konnte ich eine längere Aufwindphase nutzen und vom Berg wegfliegen.
Doch nun ging es nicht wie gestern aufwärts, im Gegenteil es ging rasant runter. Es war mir nicht möglich den Landeplatz, der einige Kilometer entfernt liegt, zu erreichen und landen in dem steilen, stark bewaldeten Gelände schien nicht möglich.
Was nun?
Plötzlich entdeckte ich eine etwas flachere Wiese am Hang, der einzig mögliche Landeplatz weit und breit. Dazu musste ich zuletzt unter einer Hochspannungsleitung durchfliegen, doch es klappte. Ich landete wohlbehalten mitten im hohen Gras einer Heuwiese. Beim Zusammenpacken des Deltas drückte ich unweigerlich einige Quadratmeter des schönen Heugrases nieder. Zu allem Unglück näherte sich auch noch der Bauer mit seinem Traktor.
Das gibt Ärger! Vielleicht kann ich ihn besänftigen, indem ich den entstandenen Schaden vergüte?
Doch meine Ängste waren unbegründet. Der Landwirt fuhr fröhlich winkend an mir vorbei.“

Das sind Erinnerungen, die bleiben und Grund genug nochmals hierher zu fahren.

Die Gegend um die Stadt Eisenerz wird vom Erzberg geprägt. Hier wird der Rohstoff im Tagbau gewonnen.

 

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Erzberg bei Eisenerz

 

Für die Nacht fahren wir zum nahen Leopoldsteiner-See. Wir lassen es uns nicht nehmen, trotz des regnerischen Wetters, noch vor dem Abendessen um den See herumzuwandern.

 

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Leopoldsteiner-See bei Eisenerz

 

Am oberen Ende bildet der Zufluss schöne Kiesbänke.

 

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Ein kleiner Ahorn versucht sich in dieser harten Umgebung zu behaupten.

 

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Link zur Wanderung um den Leopoldsteiner-See:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ausflug auf den Erzberg

17. Juli 2016

Wir buchen eine Besichtigungstour des Erzberges, wo seit 712, also seit mehr als 1300 Jahren Eisenerz abgebaut wird.

Dazu werden wir auf einem für Touristenfahrten umgebauten „Hauly“, wie die riesigen Muldenkipper hier liebevoll genannt werden, die Abbaustufen hinauf gefahren.

 

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„Hauly“ mit Touristendeck und Verladerampe

 

 

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Erzbergwerk Eisenerz

 

Das Regenwasser wird gesammelt und in einen künstlichen See geleitet. Es wird bei trockener Witterung in Tanklastwagen gepumpt, die es auf die Fahrspuren verteilen. Der Wind würde sonst den Staub des Eisenerzes ins Dorf hinunter tragen und alles mit einer rostroten Schicht überziehen.

 

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Es ist beeindruckend wie hier noch heute Eisenerz abgebaut wird. Zuerst wird das eisenhaltige Gestein durch Sprengungen gelockert und danach mit grossen Bulldozern auf riesige Muldenkipper geladen, die es die gewundene Strasse hinunter zur Brecheranlage transportieren.

 

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Jedes Jahr findet in dem Gelände verschiedene Veranstaltungen statt, unter anderem das „Erzberg Rodeo“. Es ist das härteste und verrückteste Offroad-Motorradrennen der Welt. Von den rund 1800 Fahrern, die an den Start gehen, qualifizieren sich 500 für das Finale. Dieses Jahr erreichten lediglich neun das Ziel.

Wir hatten grosses Glück mit dem Wetter. Kaum steigen wir wieder aus dem Hauly, beginnt es zu regnen und es hört den ganzen Tag nicht mehr auf.

Bei einer Pause an der Salza, beobachten wir Wildwasserfahrer, die der strömenden Regen in ihren Neoprenanzügen nicht stört.

 

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Konzentriertes Paddeln durch die Stromschnellen der Salza

 

Unsere Fahrt endet heute in St.Aegyd am Neuwalde.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Slowenien, unsere neue Liebe

 

Skurrilitäten

2. Juli 2016

Heute ist hier in Rogla der grosse Tag der Hunde (oder eher ihrer BesitzerInnen?). An diesem internationalen Anlass werden Tiere aus Slowenien, Österreich, Deutschland, Ungarn und Kroatien vorgeführt. Eine Liste klärt uns auf, dass 358 Hunde aus 128 Rassen präsentiert werden.

Schön sein allein, genügt nicht. Die Hunde müssen neben ihrem Frauchen oder Herrchen Fuss gehen und je nach Anweisung der Jury links, rechts oder diagonal über einen der vier Vorführplätze laufen. Einige der Hunde werden dabei an kurzer Leine um die Kurven gezerrt, andere folgen freiwillig.

Wie sich die Bewertung zusammensetzt, wissen wir nicht. Wir erfreuen uns an den vielen verschiedenen Rassen und staunen wie viele hässliche Hunde es gibt.

 

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Die meisten Teilnehmer haben ein eigenes Zelt mitgebracht, in denen sie ihre Lieblinge stylen. Da werden die letzten störenden Härchen weggeschnitten, wird gesalbt, gesprayt, frisiert, toupiert ….
Die Hunde scheint das nicht zu stören. Sie geniessen vor allem den Schatten, denn draussen ist es sehr heiss.

Die Hundeausstellung ist nicht das einzige Skurrile, das es heute in Rogla zu sehen gibt.
Das Dorf liegt auf 1520 m ü.M. eingebettet zwischen Alpweiden und Wäldern. Ein Sessellift, der im Winter Skifahrer befördert, spuckt nun unaufhörlich Mountainbiker mit ihren Drahteseln aus, die auf eigens ausgeschilderten Strecken wieder ins Tal hinunterpreschen.

In diesem touristisch erschlossenen Alpendorf gibt es einen kleinen künstlichen See, der wohl als Wasserspeicher für die Beschneiungsanlagen der Skipisten im Winter angelegt wurde.
Auf diesem ovalen Teich von ca. 150 x 200 Metern tummeln sich heute vier kleine Segelboote und zwei Kajaks. Sie drehen Runden und üben das Umfahren der einzigen Boje, die auf dem Wasser schwimmt.

 

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Nun wandern wir zu den Lovrenška jezera (Seen), die im zweit-südlichsten Hochmoor Europas liegen, wie uns eine Informationstafel stolz erklärt.
Unterwegs kommen wir bei einem Moortümpel mit einem Ehepaar ins Gespräch: Sie haben vor 40 Jahren während 5 Jahren in Deutschland gearbeitet und sprechen immer noch sehr gut Deutsch. So erfahren wir einiges über die Geschichte Sloweniens.

 

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Wollgras spiegelt sich im Wasser.

 

Die Lovrenška jezera sind eine Gruppe von etwa einem Dutzend kleiner Moorweihern, eingebettet in eine Ebene bedeckt mit Krüppelföhren. Schön angelegte Bretterpfade führen über das Moor zu den Tümpeln und kleinen Seen.

 

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Blick vom Vogelbeobachtungsturm auf das Hochmoor

 

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Einer der Lovrenška jezera

 

An diesen Moorweihern leben viele Libellen, für Beat Grund genug, mit der Kamera auf Pirsch zu gehen.

 

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Azurjungfer (Coenagrion)

 

 

 

 

 

 

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Uns unbekannte Libellenart

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Rückweg staunen wir im Wald über einen Baumpilz. Er scheint wie wir in der Hitze zu schwitzen und ist mit Wassertropfen übersät.

 

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Zurück in Rogla kommen wir gerade rechtzeitig zum Finale und zur Rangverkündigung der Hundeausstellung. Wir geniessen in der Festwirtschaft die Grilladen und wundern uns über die Wettbewerbskategorien. Hunde, die rein äusserlich nicht das geringste gemeinsam haben, werden hier zusammengefasst.

Man muss ja nicht immer alles verstehen. Verstehen verhindert nur das Staunen und staunen ist schön!

Auf dem Weg zurück zu unserem Wohnmobil wollen wir noch einen Blick in die markante Kirche werfen. Doch scheint hier leider das Gotteshaus nur für Gott und nicht für die Menschen gebaut. Die Türe ist abgeschlossen!
Auf einer Bildertafel können wir sehen, dass das Lichtkonzept im Innern fantastisch sein muss. Schade, das hätten wir gerne selber erlebt.

 

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Kirche der Verklärung Christi in Rogla

 

Nach dem Nachtessen spazieren wir nochmals zum nahen Weiher und werden mit einem himmlischen Lichtkonzept beschenkt, das den Ärger über die geschlossene Kirche mehr als aufwiegt.

 

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Abendstimmung am Teich von Rogla

 

Link zur Wanderung zu den Lovrenška jezera:

 

 

Unser Garten im Wohnmobil

3. Juli 2016

In der Nacht wurde es empfindlich kühl (10°C) und am Morgen beginnt es gar zu regnen. Wir verlassen deshalb Rogla.
Unterwegs fahren wir immer wieder an Gemüsegärten vorbei. In Slowenien ziehen viele Menschen ihren Salat und ihr Gemüse selber. Die Pflanzungen unterscheiden sich in Grösse und Inhalt, doch in keinem fehlen Kartoffeln und Stangenbohnen, die immer an den Rand gesetzt werden.

 

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Slowenischer Gemüsegarten

 

Wir haben uns an die slowenischen Gepflogenheiten angepasst und sind nun selber stolze Besitzer von drei Gartenbeeten. In unserer Bio-Hors-Sol-Pflanzung wachsen zwar keine Kartoffeln, da sind wir vom Platz her etwas eingeschränkt, dafür: Kresse, Rot- und Weisskohlkeimlinge und Oregano!

 

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Unser Garten im Wohnmobil

 

Hier die Anleitung für Wohnmobilisten:

Annette hat kleine Kunststoffboxen (Verpackung von Ferrero Rocher-Kugeln) mit Klettbändern auf das Fensterbrett unseres Badezimmers geklebt. Um die Feuchtigkeit zu halten und den Wurzeln Halt zu geben, hat sie dünne Küchenschwämme zugeschnitten und in die Behälter gelegt und fertig sind die „Beete“!

Die Bio-Samen werden nun ohne Dünger in die kleinen Schalen gestreut und feucht gehalten. Schon nach wenigen Tagen kann erstmals geerntet werden. Dazu stellen wir jeweils das ganze Beet auf den Tisch. So kann jeder so viel pflücken wie er mag. Frischer geht es nicht!

PS:
Den Holzwürfel mit dem Oregano auf biologischem Nährsubstrat haben wir von Annettes Patin geschenkt bekommen. Die Pflänzchen wachsen zwar, aber nur zögerlich. Vielleicht mögen sie es nicht dauernd herumgefahren zu werden, vielleicht brauchen sie auch nur mehr Zeit.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Aus einem Waschtag werden zwei!

4. / 5. Juli 2016

Unser Lager an sauberen Kleidern schwindet im selben Ausmass, wie sich der Berg an schmutziger Wäsche höher türmt. … Zeit, einen Waschtag einzulegen. Dazu fahren wir auf den Campingplatz in Kamnik.

Die Waschmaschine hat jedoch einige Macken: Jeder Programmpunkt muss wiederholt angewählt werden bis überhaupt etwas passiert. Mal startet das Programm nicht, mal wäscht und heizt die Maschine endlos statt zu schleudern, mal schleudert sie statt zu waschen … erst nach Mitternacht hängt Annette die letzte Wäsche auf. Zum Glück ist das Wetter gut und wir können sie über Nacht auf der Leine lassen.

 

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Waschtag auf dem Campingplatz

 

Nachdem das letzte Wäschestück trocken und wieder fein säuberlich weggeräumt ist, machen wir uns auf den Weg um Kamnik zu entdecken.
Hoch über dem Dorf steht das Wahrzeichen von Kamnik, die Doppelkapelle der „Mali Grad“, der Kleinen Burg. Die untere Kapelle stammt von ca. 1100. Sie wurde im 13. Jhd. mit einer zweiten Kapelle überbaut.

 

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Doppelkapelle von Kamnik

 

Im alten malerischen Städtchen gibt es noch kleine Tante-Emma-Läden, wo wir lieber einkaufen, als in den Einkaufszentren.

 

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Kamnik

 

Zwischen den alten Häusern ist auch Platz für moderne Kunst. Über einer Strasse hängen dekorativ bunte Regenschirme.

 

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Gegenwartskunst in Kamnik

 

 

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Link zur Strecke vom 4. Juli 2016:

 

 

Ausflug nach Ljubljana

6. Juli 2016

In der Nacht geht ein heftiges Gewitter mit Hagelschlag nieder.

Der Platzwart des Campingplatzes meint am Morgen sichtlich stolz: Hier in den Bergen könne das schon ab und zu vorkommen. (Kamnik liegt zwischen sanften Hügeln auf 385 m ü. M!)

Der Himmel ist wieder wolkenlos und wir fahren mit dem öffentlichen Bus in die Hauptstadt Ljubljana. Es ist nicht der Tag unseres Chauffeurs. Plötzlich spuckt der Automat im Bus keine Tickets mehr aus. Er versucht den Schaden während des Fahrens zu beheben, was aber nicht funktioniert. Das ärgert ihn so, dass er eine Abzweigung verpasst und dann bis zum nächsten Kreisel fahren muss um zu wenden.

Trotz diesen Widrigkeiten kommen wir irgendwann in Ljubljana an.

Auf dem Weg von der Busstation zur Altstadt überrascht uns ein buntes Haus, das als markantes Bindeglied zwischen alten und neuen Bauten fungiert. Neben dem Eingang befindet sich eine offizielle Tafel, die wir leider nicht verstehen. Was ist wohl in diesem verschnörkelten Gebäude untergebracht? Das Amt für Kultur und Kunst? Oder dasjenige für Kinder und Jugendliche?

 

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Grundbuchamt, Ljubljana

 

Als wir den Text später im Internet übersetzen lassen, stellt sich heraus: es ist das Grundbuchamt.

Die Altstadt ist sehr auf Touristen ausgerichtet. Strassen-Café reiht sich an Strassen-Café.

 

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Strassen-Cafés an der Ljubljanica

 

Kurios finden wir die drei Brücken, die unmittelbar nebeneinander über den Fluss führen.

 

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Drei Brücken führen nebeneinander über die Ljubljanica.

 

 

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Altstadt von Ljubljana

 

Wir spazieren auf einem schattigen schmalen Weg zur Burg hinauf. Ein alter Baum mit knorriger Nase schaut gutmütig auf uns herab.

 

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Wir verzichten auf eine Besichtigung der Burg und geniessen die Rundsicht über die Stadt und die nahen Hügel.

 

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Burg von Ljubljana

 

Um die Altstadt reihen sich die neueren Häuser. Auch moderne Gebäude haben ihren Reiz. Ein Architekt verzierte seine turmartigen Wohnsilos mit kuriosen „Nachthäubchen“. Ein anderer stellte sich wohl die Aufgabe: Wie baue ich Terrassenhäuser ohne Hanglage?

 

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Eigenwillige Wohnblocks in Ljubljana

 

Auf dem Weg hinunter in die Stadt entdecken wir das Konsulat von Nepal. Dass Slowenien und Nepal konsularische Beziehungen pflegen, das haben wir nicht erwartet.

 

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Nepalesisches Generalkonsulat in Ljubljana

 

Nach Kamnik zurück fahren wir mit der Eisenbahn.
In unmittelbarer Nähe vom Bahnhof Ljubljana steht das „Terrassenhäuser-Haus“, das wir bereits vom Burghügel herunter bewundert haben. Aus dieser Perspektive gesehen, passt es noch besser in die Stadt, finden wir.

 

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Terrassenhaus in Ljubljana

 

Link zum heutigen Ausflug nach Ljubljana mit ÖV:

 

 

Heile Welt auf der Velika Planina

7. Juli 2016

Nach dem gestrigen Stadtbesuch haben wir heute Lust auf ein Kontrastprogramm. Deshalb fahren wir nach Velika Planina.
Wir parken unseren NOBIS etwas unterhalb der Alp im schattigen Wald und gehen den Rest zu Fuss.

Als ehemalige Alphirten staunen wir, über die originellen Salzsteinhalter, die in geschälte Baumstrünken eingebaut sind. Die Lecksteine sind so vor Regen geschützt und die Rindviecher können ihren Mineralienbedarf selber decken.
Wir sind jeweils noch mit losem Salz in Plastiksäcken den Rindern nachgelaufen.

 

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Salzstein im Baumstrunk

 

Ein Stück weiter treten wir aus dem lichten Wald … und unsere Münder bleiben eine Zeitlang offen stehen.

Wow!

Ein ganzes Dorf aus pittoresken Alphütten steht vor uns auf einer Ebene.
Unglaublich schön!
Alle Häuser sind aus Holz gebaut und mit Holzschindeln gedeckt.

 

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Alphütten auf Velika Planina

 

Wohin der Wegweiser führen will, interessiert uns nicht. Wir sind angekommen. Uns gefällt aber seine stimmige Art.
Die Äste zeigen zum Himmel, die Schilder zu anderen möglichen Zielen.

 

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Glücklich schlendern wir zwischen den Häusern hindurch und schwelgen in Erinnerungen an unsere Alpzeit, die nun doch schon rund 20 Jahre zurückliegt.
Vielleicht sollten wir noch einmal einen Sommer lang als Alphirten arbeiten?

 

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Velika Planina, ein Alphüttendorf

 

Nichts trübt an diesem sonnigen Tag die Idylle.

 

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Milch direkt von der Quelle

 

Vor einer der Hütten preist eine Tafel Milchprodukte zum Verkauf an. Da können wir nicht widerstehen.
Ein Mann mittleren Alters verkauft uns einen kleinen Laib von seinem leckeren Alpkäse. Der Hirte erzählt uns, dass auf dieser Alp noch 380 Tiere gesömmert werden. Er selber besitzt zehn Tiere, fünf davon sind Milchkühe.
Von den 64! Häusern sind nur noch 20 bewohnt, und lediglich 4 Familien betreiben noch Milchwirtschaft, die anderen Mutterkuhhaltung.

 

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Typische Alphütte auf der Velika Planina

 

Gegen Abend verlassen wir diese heile Welt wieder und wandern zurück zu unserem Wohnmobil. Heute übernachten wir auf dem grossen, ruhigen Waldparkplatz unterhalb der Velika Planina.

Link zur Wanderung auf die Velika Planina:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Logarska Dolina

8. Juli 2016

Das Tal Logarska Dolina ist ein UNESCO Biosphärenreservat. Wir wollen uns den Rinka Wasserfall hinten im Tal ansehen.
Eingangs Tal passieren wir eine Schranke, an der uns 8.– € abgeknöpft werden, für die „Parkplatzbenutzung“ im Tal.

Der Wasserfall ist zwar hübsch, aber viel spannender ist das kleine Restaurant, das daneben an einem Felsen klebt.

 

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Rinka Wasserfall mit Restaurant

 

Viel läuft da nicht. Der Kellner sitzt alleine in dem Adlerhorst und vertreibt sich die Zeit mit Gitarre spielen.
Da hat wohl auch anderen das happige „Eintrittsgeld“ in das Tal die Freude am Öffnen des Geldbeutels geschmälert.

Nun steigt das Gelände steil an. Wir wandern weiter bis zum Berggasthaus Okrešelj. Von hier aus könnte man in mehrstündigen Wanderungen zwei Pässe überqueren. Wir begnügen uns mit einem kleinen Spaziergang in der nahen Alpwiese und freuen uns an den vielen blühenden Lilien.

 

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Krajner Lilie (Lilium carniolicum)

 

Auf dem Rückweg bewundern wir nochmals das kleine Restaurant hoch oben am Felsen, das nur über eine schmale, steile Holztreppe erreicht werden kann.

 

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Annette hat noch nicht genug. Sie wandert auf dem volkskundlichen Pfad sieben Kilometer zurück an den Talausgang, während Beat mit unserem Zuhause vorausfährt.

 

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Logarska Dolina

 

Wir treffen uns auf einem gratis Parkplatz ausserhalb des kostenpflichtigen Tales wieder und geniessen den Blick zurück in dieses schöne Reservat.

 

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Gipfel des Ojstrica und Kapela Kristusa Kralja

 

Rund einen Kilometer später, noch vor der nahen Grenze zu Österreich, finden wir einen Parkplatz direkt neben der kaum befahrenen Passstrasse.

Link zur Wanderung am Rinka Wasserfall vorbei zum Berggasthaus Okreŝelj und zurück zum Talausgang:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf Wiedersehen, Slowenien:

9. Juli 2016

Hoch über unserem Schlafplatz hat ein Drache die ganze Nacht Wache gehalten. Am Morgen steigen wir zu ihm hoch und bedanken uns für den Schutz.

 

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Drachen im Berg

 

Nun verlassen wir Slowenien und fahren nach Österreich.

Wir sind begeistert vom ausserordentlich vielseitigen und schönen Slowenien.
Das kleine Land bietet Hochgebirge, Alpweiden, Hügellandschaften, Ebenen, Meer, Wälder, schöne Dörfer und Städte und ist von vielen netten und freundlichen Menschen bewohnt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vielseitiges Slowenien

 

Schlafen am Seerosenteich

25. Juni 2016

Die Sonne weckt uns früh.
Die Seerosenblüten im Teich nebenan, die sich gestern Abend geschlossen haben, sind nun ganz geöffnet.

 

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Eine Seerose begrüsst den neuen Tag.

 

 

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Auch ihre Kolleginnen sind bereits wach.

 

Wir geniessen den Morgen bei einem ausgiebigen Frühstück auf dem kleinen Picknickplatz und beobachten dabei, wie eine grosse blaue Libelle über dem Wasser „patrouilliert“. Sie verjagt alle anderen Flieger, egal ob fremde Libellen oder Schmetterlinge. Sogar zwei Schwalben vertreibt sie aus ihrem Revier!

 

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Die Bäume spiegeln sich im ruhigen Gewässer.

 

 

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Übernachtungsplatz am Seerosenteich

 

Unterwegs kaufen wir in Parje einer jungen Erdbeerverkäuferin am Strassenrand das zweitletzte Körbchen Früchte ab.
Beim Weiterfahren kosten wir davon. Die sind so saftig, aromatisch und süss, dass wir kurz entschlossen wieder wenden und ihr mit dem Kauf der letzten Beeren einen früheren Feierabend bescheren.

Hast du gewusst, dass auch Parabolantennen ein Herz haben?
Wir auch nicht!

Eine dieser meist hässlichen runden Schüsseln lässt uns aber tiefer blicken und wir lernen – Reisen bildet – auch Satellitenschüsseln haben ein Herz, sie zeigen es nur nicht immer.

Wer uns nicht glaubt, der kann sich auf dem nächsten Bild davon überzeugen.

 

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Parabolantenne mit Herz

 

Beat freut sich und nimmt das als gutes Omen für den heutigen Fussball Europameisterschafts- Achtelfinale Schweiz gegen Polen.

Der Match, den wir am Abend in einem Restaurant in Šembije verfolgen, belehrt ihn aber, dass das Herz Polen gegolten hat und nicht der Schweiz.😦

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bunte Häuser

26. Juni 2016

Die wunderbaren Früchte von gestern ziehen uns nochmals nach Parje und die „Erdbeermarie“, wie wir sie nennen, freut sich sehr, als wir ihr mitteilen, dass sie die besten Erdbeeren der Welt verkauft.

Am Nachmittag fahren wir zur Kirche St. Hermagor und Fortunat von Žužemberk, die auf einem Hügel trohnt.

 

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Kirche St. Hermagor und Fortunat von Žužemberk

 

Uns gefallen vor allem die Turmspitzen, die verglast sind und dadurch etwas Leichtes ausstrahlen.

 

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Verglaste Turmspitzen der St. Hermagor und Fortunat-Kirche

 

Dieser sakrale Bau gibt uns Anlass über die Häuser Sloweniens zu diskutieren.
Uns ist aufgefallen, dass hier ausserordentlich viele fröhlich bunte Häuser stehen.

 

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Selbst Industriebauten sind zum Teil originell bemalt.

 

Was aber auch auffällt, sind andererseits die vielen bewohnten Häuser, die aussen nicht verputzt sind.

 

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Eine Frau erklärt uns, dass viele, die sich ein Haus bauen, möglichst schnell darin wohnen wollen. Das Eigenheim werde dann erst später verputzt, wenn wieder genügend Geld vorhanden sei.

In Dolenjeske Toplice finden wir einen ruhig gelegenen einfachen Stellplatz mit Wasser und Entsorgungsstelle.
Kostenpunkt: ein freiwilliger Beitrag, den man in den Briefkasten legt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Mais und Störchen

27. Juni 2016

Am Morgen ist der Himmel bedeckt und es hat merklich abgekühlt. Vorbei die Zeit, in der wir bei Temperaturen von über 35°C geschmort haben.
Wir fahren durch eine Gegend, in der jeder einen eigenen Rebberg neben dem Haus zu haben scheint.

 

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Rumanja Vas

 

In Novo Mesto spazieren wir durch die Altstadt. Der Ort wirkt irgendwie nicht stimmig. Die schmalen Strassen im Zentrum sind nur von wenigen schönen alten Häusern gesäumt. Die meisten sind schon etwas am Vergammeln oder wurden durch gesichtslose funktionale Bauten ersetzt.
Die Menschen blicken oft zu Boden und erwidern unseren Gruss kaum. Das irritiert uns. Wir haben die Slowenen bisher als ausserordentlich freundliche Menschen erlebt. Vielleicht hat dieses Städtchen höhere Ziele und übt um eine anonyme Grossstadt zu werden?

 

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Altstadt von Novo Mesto, von aussen schön

 

Es gibt sie aber auch hier, die kleinen, oft übersehenen Schönheiten.

 

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Stiefmütterchen

 

Eine Statue zeigt einen Turner an den Ringen. Da kann Beat als ehemaliger Kunstturner-Trainer natürlich nicht achtlos vorbeigehen.

 

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Olimpionik, Leon Štukelj (1898 – 1999)

 

In Ratež leuchten vor einer Scheune gelb zusammengebundene Maiskolben. Lagerplätze können auch dekorativ sein.

 

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Gleich daneben wurde eine nicht mehr benutzte Heuharfe zum Maiskolbenlager umgenutzt.

 

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Heuharfe als Maislager

 

In dieser Gegend nisten einige Störche.
Wir wissen natürlich, wie heutzutage jedes Kind auch, dass diese Vögel den Menschen keine Babys bringen.
Es ist uns aber nicht klar, ob das die Störche selber auch wissen … und so bleibt Annette – vorsichtshalber – im geschützten Wohnmobil zurück.

 

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Storch in Dobe

 

In Kostanjevica na Krki (Landstraß an der Gurk) machen wir bei einer Höhle Pause. Es regnet, doch auf dem hübschen, einsamen Parkplatz am kleinen Bach gefällt es uns sehr gut. Hier wollen wir über Nacht bleiben.
Plötzlich brechen erste Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und wie aus dem Nichts stehen Familien mit vielen Kindern da, die am Wasser spielen. Vielleicht doch der Storch…?!?

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ein abwechslungsreicher Tag

28. Juni 2016

In Podsreda führt direkt von der Strasse weg ein Kreuzweg auf einen Hügel. Pink strahlen die Bildstöcke in der Sonne und wir nutzen die Gelegenheit zu einem kleinen Spaziergang.

 

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Kreuzweg bei Podsreda

 

Die schmucken Stationen sind alle neu renoviert.

 

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Die naturalistischen Figuren sind ca. 80 cm hoch und sehr ausdrucksstark gestaltet.

 

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Oben angekommen treffen wir eine kleine Kirche an, die aussen wunderbar renoviert wurde, innen jedoch eher einer Ruine gleicht.

 

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Cerkev Sv. Marija Žalosti

 

Wenn das Haus daneben, das bewohnt scheint, das Pfarrhaus ist, dann hat die Kirche noch sehr viel Investitionsbedarf. Nichtsdestotrotz strahlt es einen Charme aus, dem wir uns nicht entziehen können.

 

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Charmantes „Pfarrhaus?“

 

Auf dem Weg zurück verguckt sich ein Schmetterling mit grossen Augen in Annettes Rucksack.

 

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Große Schillerfalter (Apatura iris)

 

 

 

 

 

 

 

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Was es da wohl für Nektar zu holen gibt?

 

 

 

 

 

 

 

Heute herrscht wieder strahlender Sonnenschein und Temperaturen von über 37°C.
Die Wegwarten, die sich leicht im Wind wiegen, scheinen die Hitze zu geniessen.

 

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Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus)

 

Die Kraft der Sonne wird von einem Winzer gleich doppelt genutzt: Sie sorgt für hohe Öchslegrade der Trauben am Hang und liefert zudem Strom auf dem Grat, wo die Reben mehr dem Wind ausgesetzt wären und damit einen schlechteren Ertrag liefern würden.

 

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Die Sonne sorgt für Wein und Strom

 

Bei Buče hat jemand kurzerhand ein Segelboot auf einen Teich gestellt.
Ob der Besitzer auf die nächste Sintflut wartet?

 

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Segelboot im Teich

 

Danach fahren wir nach Dom na Boču, wo wir in einer Gartenwirtschaft etwas trinken, bevor wir unsere Wanderschuhe schnüren.
Auf dem Boč steht ein grüner Aussichtsturm. Natürlich muss der zuerst fotografiert werden, bevor wir die 116 Stufen hochsteigen können.

 

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Aussichtsturm vom Boč

 

Hier zeigt Slowenien neben dem Hochgebirge, das wir vom Triglav Nationalpark her kennen, zwei weitere Gesichter. Auf der einen Seite eine stark bewaldete Hügellandschaft, wo kleinräumige Landwirtschaft betrieben wird …

 

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Hügellandschaft vom Boč aus gesehen

 

… auf der anderen Seite die Ebene der Drava, wo grosse Ackerflächen vorherrschen.

 

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Fruchtbare Ebene vom Boč aus gesehen

 

Wieder zurück bei unserem Wohnmobil läuten die Glockenblumen lautlos das Ende des Tages ein.

 

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Glockenblumen (Campanula)

 

Wir fahren deshalb nur noch den Berg hinunter und stellen unseren NOBIS für diese Nacht etwas oberhalb von Zgornje Poljčane hin.

Link zur Wanderung auf den Boč:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Die Schönheit des Zerfalls

29. Juni 2016

In Sveti Jurij rätseln wir, ob das Gebäude wohl noch bewohnt sei. Blühende Geranien vor den geöffneten Fenstern lassen darauf schliessen.

 

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Baufälliges Wohnhaus in Sveti Jurij

 

Der Zustand des Schornsteins spricht eher dagegen.

 

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Wird dieser Schornstein noch benutzt?

 

Wir treten näher und sehen: Natürlich wird dieses Gebäude genutzt und zwar von mehreren Familien. Ja, das Haus ist sogar bis unter das Dach bewohnt.
Die Bewohner scheinen sehr gute Beziehungen zu pflegen. Ein Junges erhofft sich jedenfalls Futter von seiner Nachbarin, die ihren Nachwuchs füttert.

 

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Mehlschwalben (Delichon urbicum) wohnen hier.

 

Kurze Zeit später halten wir am Strassenrand auf einer gemähten Wiese an. Beat will ein Haus fotografieren, das, wie es typisch ist für die Region Haloze, oben auf der Kuppe eines Hügels neben einem Rebberg liegt.

 

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Typischer Bauernhof im Haloze

 

Neben uns auf der Strasse hält ein Personenwagen und eine uniformierte Polizistin steigt aus.
Hoppla … ist das Parken auf einer abgemähten Wiese verboten?

Die Beamtin fragt in perfektem Deutsch, was wir hier tun. Sie ist erstaunt und erfreut, dass wir Touristen diese Gegend besuchen und schön finden. Hierher verirren sich sonst keine Urlauber, meint sie und erwähnt, dass man in dieser Gegend noch das „alte Slowenien“ sehe.
Wenn wir Freude an etwas Speziellem hätten und gerne wandern würden, gäbe es hier ganz in der Nähe ein altes zerfallenes Haus. Sie finde vor allem den Keller leicht gruselig.

Wir sind immer für etwas nicht Alltägliches zu haben und lassen uns den Weg erklären.
Auf die Frage, ob wir unser Wohnmobil hier stehen lassen dürften, erwidert sie, dass das kein Problem sei. Für den Fall, dass sich trotzdem jemand daran stört, notiert sie unsere Autonummer. So könne sie bei einer eventuellen Meldung erklären, dass sie uns kenne und alles in Ordnung sei.

Einmal mehr erfahren wir die Slowenen als ausserordentlich freundliche und hilfsbereite Menschen.

Kaum losmarschiert, lassen uns verschiedene Libellen bereits wieder stoppen. Diese eleganten Insekten mit den langen stabähnlichen Hinterleiben faszinieren uns immer wieder.

 

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Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) ♀

 

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Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata)

 

Nach einem steilen Wegstück durch den Wald, stehen wir nach einer Wegbiegung plötzlich vor unserem Ziel.
Das „gruselige Haus“ wurde prominent auf einem Hügel mit schöner Fernsicht gebaut.

 

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Es muss sich früher einmal um ein herrschaftliche Haus gehandelt haben. In die Parkettböden sind Muster eingelassen und die Wände und Decken mit Ornamenten verziert.

 

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Parkettboden mit Muster

 

 

 

 

 

 

 

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Verzierte Wandabschlüsse

 

 

 

 

 

 

 

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Deckenmalerei

 

 

 

 

 

 

 

Wie angekündigt, ist der Keller sehr speziell.
Unter einem riesigen Kellergewölbe stehen heute noch alte Weinfässer in der kühlen Gruft.

 

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Weinkeller

 

Dieses vom Einsturz bedrohte Gebäude erzählt an allen Ecken von den besseren Zeiten, die es erlebt hat.

Wir geniessen dieses Ausflugsziel der etwas anderen Art und die morbide Schönheit, die der ehemalige herrschaftliche Sitz ausstrahlt.

Auf dem Rückweg erfreuen wir uns wieder an dem prallen Leben in der Natur. Unzählige Schmetterlinge flattern von Blüte zu Blüte.

 

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Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) ♂ im Anflug …

 

 

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… und nach der Landung.

 

Der heutige Übernachtungsplatz am Gajševsko jezero, den wir ins Auge gefasst haben, ist völlig ungeeignet. Der Parkplatz liegt unterhalb des Stausees und an der prallen Sonne. Selbst jetzt nach 18:00 Uhr zeigt das Thermometer Temperaturen von beinahe 40°C an.
Wir wollen schlafen und nicht gekocht werden!
Deshalb fahren wir wieder etwas zurück auf einen kleinen Platz im schattigen Wald, der uns beim Vorbeifahren aufgefallen ist.

Link zur Wanderung zum „Zerfallenen Haus“:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wo ist denn hier der Naturpark?

30. Juni 2016

Die Karte verspricht hier ganz im Nordosten Sloweniens einen Naturpark.

Wir fahren jedoch bei grösster Hitze durch eine Ebene, in der sich Kornfeld an Kornfeld reiht, nur von vereinzelten Maisflächen unterbrochen. Das grösste Weizenfeld, an dem wir vorbeifahren, hat eine Ausdehnung von geschätzten drei Kilometer Länge und 500 Meter Breite.
Das muss die Kornkammer Sloweniens sein.

 

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Kornfelder bei Domanjševci

 

Wie es diese Ackerbauregion als „Naturpark“ auf die Strassenkarte geschafft hat, ist uns ein Rätsel. Vielleicht halfen gute Beziehungen?

Zur Zeit jagt ein Hitzetag den anderen. Deshalb verstecken wir uns im kühlen Wald, bis Gewitterwolken die Sonne verdecken und Schatten spenden.

 

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Eine Gewitterwolke verspricht Abkühlung

 

Nun wagen wir uns wieder hinaus und parken in Petanjci an einem Weiher.
Diese Nacht quaken uns Frösche in den Schlaf.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Perfekter Stellplatz

1. Juli 2016

Am Morgen, um ca. 9:30 Uhr fährt ein Auto auf den Platz. Zwei junge Frauen erklären uns freundlich, dass dieses Gelände privat sei, und dass wir wegfahren müssten.
Wir räumen das Feld und sind froh, dass sie uns nicht schon viel früher darüber informiert haben. So konnten wir hier noch in Ruhe frühstücken.

In beinahe jedem Dorf steht an prominenter Lage eine Kirche. Unzählige Bildstöcke mit Marien- oder Heiligenbildern säumen zudem Wege und Strassen. Diese Bauten sind meist gut erhalten und oft neu renoviert. Sie prägen das Landschaftsbild entscheidend mit.

 

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Eine der unzähligen Wegkapellen, die man in Slowenien antrifft.

 

Wir fahren nach Maribor, sollten unbedingt wieder mal Wäsche waschen. Doch die Wäscherei, die uns im Tourismusbureau angegeben wird, liegt in der Fussgängerzone und wir beschliessen deshalb unseren Waschtag zu verschieben.

 

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Kirche von Malečnik, im Hintergrund Maribor

 

Danach fahren wir oberhalb der Stadt zum Bellevue. (Das heisst wirklich so!)
Hier endet die Gondelbahn, die im Winter jeweils die Skistars an den Start des Weltcupslaloms bringt.

 

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Blick vom Bellevue auf Maribor

 

In Rogla finden wir einen offiziellen Stellplatz mit Entsorgungs- und Frischwasserstation. Das alles kostet nichts. Einzig für Strom kann man Münzen in einen Automaten werfen und dann für wenig Geld Energie beziehen.

Im nahegelegenen Hotel gönnen wir uns ein leckeres Zvieri, und erfahren dabei, dass hier morgen ein grosser, internationaler Anlass stattfinden wird.

Was das ist?

Um das zu erfahren, musst du dich bis zum nächsten Beitrag gedulden.😉

Link zur heutigen Strecke:

 

PS: Es gibt drei grosse Plätze für Wohnmobile hier, auf die man locker 70 Fahrzeuge stellen kann. Wir sind jedoch lediglich zu dritt hier.
Spätabends fährt ein weiteres WoMo auf den Platz. Der neue Nachbar stellt sich auf den Platz direkt neben unseren NOBIS.
Ist das Kuscheln auf Slowenisch?!?

 

 

Slowenien

 

Auf nach Kranjska Gora

14. Juni 2016

Kurz nach der Grenze zeigt uns das Ortsschild „Strmec“, dass wir in Slowenien angekommen sind.

 

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Strmec in Slowenien

 

Wir fahren durch den Triglav-Nationalpark in den Julischen Alpen. Der Himmel ist grau, doch das kann unsere Vorfreude auf dieses Land nicht trüben.

 

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Blick in den Triglav-Nationalpark

 

Eine schmale Strasse führt in vielen Serpentinen auf den Pass Vršič (1611 m ü.M.). Und auf der anderen Seite wieder hinunter. Jede Haarnadelkurve ist nummeriert und deshalb wissen wir, dass unser Wohnmobil 50 solcher Herausforderungen bestanden hat.
Danke, NOBIS!

Diese Passstrasse wurde im ersten Weltkrieg von über 10’000 russischen Kriegsgefangenen gebaut.
Am 12. März 1916 begrub eine Lawine das Lager unter sich, mehr als dreihundert Menschen verloren dabei ihr Leben.
Einige der Zwangsarbeiter errichteten eine typisch russische Kapelle mit zwei schmalen Zwiebeltürmen.
2006 wurde sie restauriert und ist heute ein Mahnmal für die Sinnlosigkeit aller Kriege.

 

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Russische Kapelle am Vršič

 

Die Dame am Schalter des Tourist Information Centre in Kranskja Gora ist sehr hilfsbereit.
Auf allen Broschüren ist das Motto: „I FEEL SLOVENIA“ aufgedruckt.

Auf dem Weg zurück zu unserem Wohnmobil kreuzen wir eine Gruppe Basketballspieler: alles Männer an die 2 Meter gross, alle in denselben roten Trainingsanzügen mit dem Aufdruck „China“. Sie marschieren schweigend in Zweierkolonne, ohne rechts oder links zu blicken durch die Fussgängerzone des Touristenorts!
Das sieht ziemlich skurril aus.

Leider finden wir in Kranjska Gora keinen vernünftigen Übernachtungsplatz, weshalb wir über die Grenze nach Italien flüchten und unseren NOBIS in Tarvisio auf einem Parkplatz neben einen Camper-Stellplatz stellen. Der Platz ist mit einer Schranke gesichert. Bezahlen würde man bei der Ausfahrt an einem Geldautomaten, doch ist nicht ersichtlich, wieviel das kosten würde. Eine eingerichtete Gegensprechanlage funktionniert nicht.
Annette fragt einen Mann, der nebenan wohnt. Dieser meint, wir könnnten jetzt in der Nebensaison auch für eine oder zwei Nächte ausserhalb des Campergeländes stehen, die Besitzer kämen jeweils nur in der Hochsaison vorbei. Übrigens sei das Wasser, das aus dem nahen Brunnen sprudelt, von sehr guter Qualität.
Vielen Dank, Unbekannter, für die Tipps.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Spazieren auf dem Fernwanderweg E 7

15. Juni 2016

Gegen Mittag hört der Regen auf und wir fahren wieder nach Slowenien, an den Jasna-See, einen Badesee in der Nähe von Kranjska Gora. Doch es ist bedeckt und kühl. Heute herrscht kein Badewetter.

 

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Jasna-See

 

Wir wandern ein Stück auf dem Europäischen Fernwanderweg E 7, der vom Atlantik zum Schwarzen Meer führt und schnuppern so ein wenig „zu Fuss quer durch Europa“, wie andere ein paar Tage nach New York fliegen, um ein wenig „Weltstadt“ zu schnuppern.
Man hat was gemacht, aber halt doch nicht richtig.

Am Wegrand leuchten viele lila Orchideen und geben so dem trüben Tag etwas Freundliches.

 

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Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata)

 

Es beginnt wieder zu regnen und wir kehren um, bevor wir das Schwarze Meer erreicht haben.😉

Am Abend pendeln wir nochmals nach Italien und übernachten wieder in Tarvisio.

Link zum heutigen Spaziergang: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Planica

16. Juni 2016

Beat trifft auf seinem Morgenspaziergang einen Erdenbewohner, der das nasskalte Wetter im Gegensatz zu uns geniesst und die feuchte Unterlage nutzt, um die Strasse zu überqueren.

 

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Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger)?

 

Wir fahren zurück nach Slowenien, biegen heute jedoch kurz nach der Grenze rechts in ein Seitental ab.

In Planica stehen wir vor der imposanten Skisprunganlage. Sieben Bakken der verschiedensten Grössen sind für das Sommertraining ausgerüstet. Einzig die Skiflugschanze, an der schon Weiten bis zu 248,5 Meter gesprungen werden, kann nur im Winter benutzt werden.

 

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Skisprungschanzen von Planica.

 

Kinder und Jugendliche trainieren fleissig an drei Bakken.

 

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Skiflugweltmeister von morgen?

 

Für kurze Zeit dringt die Sonne durch die Wolken. Wir nutzen dies zu einer kleinen Wanderung zur Tamar-Hütte.

 

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Hübsche Kapelle bei der Tamar-Hütte

 

Hier verweilen wir nicht lange, denn wir wollen trockenen Fusses zu unserem NOBIS zurückkehren.
Das missglückt gründlich. Kurze Zeit später beginnt es zu regnen und wir kommen tropfnass bei unserem Wohnmobil an.

Wir haben die Schnauze voll vom Regen. Im Tourismusbüro verheissen sie uns für die nächsten Tage nichts Besseres. Nur an der slowenischen Riviera sei das Wetter zur Zeit recht sonnig.
Wir beschliessen deshalb den Triglav-Nationalpark zu verlassen und Richtung Küste zu flüchten.

In Begunje soll es nach unserem Stellplatzführer einen offiziellen Übernachtungsplatz geben. Wir finden eine schmale Kiesfläche am Dorfrand vor, direkt neben der Hauptstrasse, ohne jegliche Kennzeichnung als Park- oder gar WoMo-Stellplatz.
Definitiv nichts für uns.

Nach Radovljica fahren wir auf einer kleinen Nebenstrasse den Wald hinauf. Die Strasse ist sehr schmal, nass, dreckig und steil. Manchmal drehen die Räder auf dem Schlick durch.
Wir bleiben irgendwo an einer etwas breiteren Stelle stehen, wo sich die Strasse verzweigt.
Es ist Abend, wir sind müde, unsere Laune im Minusbereich. Wir wollen nicht weiter!
Es fällt uns schwer dem Motto: „I FEEL SLOVENIA“ etwas Positives abzugewinnen.
Reisen ist manchmal Sch…😦

Link zu Beats Morgenspaziergang und zur Wanderung von Planica aus:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wetter gut, Stimmung gut

17. Juni 2016

In der Nacht geht ein heftiges Gewitter nieder mit starkem Regen und pausenlosen Blitzen.

Tog, tog, togtog, tog … laut klopfen die Regentropfen von den Zweigen der Bäume auf unser Fahrzeugdach und lassen uns nicht mehr schlafen. Es ist 6:00 Uhr in der Früh und es regnet immer noch, wenn auch nicht mehr so stark.
Wir sind übermüdet und frustriert und beschliessen erst mal wieder den Berg runter zu fahren, irgendwo zu frühstücken und dann Richtung Meer aufzubrechen, da dort das Wetter ja besser sein soll.

Bereits nach wenigen Kilometern, kurz vor Bled, bricht plötzlich die Sonne durch die Wolken.
Wir steuern einen grossen Parkplatz für Wohnmobile und Reisecars an. Sogar ein mobiles WC gibt es dort und das alles kostenfrei.

In der Touristeninformation besorgen wir uns eine kleine Karte der Region. Auch hier werden wir sehr zuvorkommend bedient.
Wir beschliessen um den Blejsko jezero (Bleder See) zu wandern und abzuwarten, wie sich das Wetter entwickelt.

 

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Blejski grad (Burg Bled) bei Sonnenschein

 

Bald sind kaum mehr Wolken am Himmel, unser Frust ist mit ihnen verschwunden.

Der See von Bled ist sehr fischreich und in Ufernähe blühen viele See- und Teichrosen.

 

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Fischreicher See von Bled (Blejski jezero)

 

 

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Seerose (Nymphaea)

 

 

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Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)

 

Die Sonne scheint, deshalb wagen wir uns weg vom See, auf den nahen Aussichtsberg Mala Osojnica.
Auch hier entdecken wir verschiedene Blumen.

 

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Dreimasterblume (Tradescantia)

 

 

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Alpenveilchen (Cyclamen)

 

Vom Mala Osojnica hat man einen schönen Blick auf die Bleder Insel (Blejski otok), die einzige natürliche Insel Sloweniens. Erreichbar ist sie nur mit Gondeln, genannt „pletna“. Bis heute haben nur einzelne Familien das Recht Touristen dorthin zu rudern. Diese Bewilligung haben einige Familien, die ein ertragsarmes Grundstück besassen, bereits im Mittelalter erhalten, um so ihr Einkommen aufzubessern.

Die Kirche „Maria im See“ ist seit Jahrhunderten ein Wallfahrtsort.
Es herrscht der Glaube, dass ein Wunsch in Erfüllung gehe, wenn man die Glocke der kleinen Kapelle läutet. Der Andrang, vor allem asiatischer Touristen, scheint gross zu sein. Es bimmelt den ganzen Tag über in unregelmässigen Abständen.
Der Touristenguide auf der Führung durch Bled erzählt, auch er habe die Glocke geläutet und sich „Mrs. Right“ gewünscht. Sein Wunsch sei mehr als erfüllt worden, er habe nun „Mrs. Always-Right“.

 

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Bleder Insel mit Kirche Mariä Himmelfahrt

 

Wieder unten am See, nimmt uns für kurze Zeit der Anblick der Blejski grad gefangen.

 

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Bleder Burg vor einer Gewitterwolke

 

Schon bald werden wir aber von etwas Kleinerem abgelenkt – einem Riesenfisch!

 

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Angler mit Schuppenkarpfen (Cyprinus carpio)

 

Der italienische Sportangler aus Udine hat diesen kapitalen Karpfen an Land gezogen und ist froh, dass wir ihn mit seiner Trophäe ablichten.
Nach dem Fotoshooting lässt er den Brocken wieder vorsichtig, ja liebevoll, zurück ins Wasser gleiten, wo dieser unverzüglich in der Tiefe verschwindet.

Link zur Wanderung um den See von Bled: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Camp Bohinj, ein wunderschöner Campingplatz

18. Juni 2016

Am Vormittag fahren wir nach Ukanc, in den Triglavski Narodni Park (Triglav Nationalpark).
Der Campingplatz Bohinj liegt wunderschön in einem lichten Wald, direkt am Bohinjisko-See. Hier gibt es keine fixen Plätze, jeder darf seinen Camper oder sein Zelt dort aufstellen, wo es ihm am besten gefällt. Dadurch wirkt die Anlage nicht so unpersönlich und steif wie andere Campingplätze .

In fünf Minuten sind wir zu Fuss bei der Talstation der Vogel-Luftseilbahn. Die Bahn fährt nicht bis zum Berggipfel „Vogel“ (1922 m ü.M.), sondern endet auf 1535 m ü.M.
Oben geniessen wir den Rundblick. Der Bohinjsko jezero (Bohinjer See) liegt zu unseren Füssen und weiter hinten grüsst der Triglav, mit 2864 m ü.M. der höchste Berg Sloweniens.

 

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Blick auf den Bohinjsko jezero

 

 

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Triglav, der höchste Berg Sloweniens

 

 

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Wer möchte hier nicht verweilen?

 

Aber auch hier, auf dem Aussichtsberg, lohnt es sich, nicht nur in die Ferne zu schauen.
Ein selten schöner Gockel wohnt mit seinem Harem an dieser traumhaften Lage.

 

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Der majestätische Hahn …

 

 

 

 

 

 

 

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… hat alles im Blick.

 

 

 

 

 

 

 

Wir machen uns zu Fuss auf den Weg hinunter zum See. Dabei treffen wir eine Gruppe Jugendlicher, alle in Tracht. Wir kennen den Anlass für diese festliche Kleidung nicht, erfreuen uns aber an der herausgeputzten Schar.

 

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Kinder in Tracht

 

Der Weg ins Tal folgt der planierten Skipiste. Er ist steil und rutschig. Die Trasse, eine Narbe im Gelände, besteht vorwiegend aus Steinen und Geröll und konnte nicht wieder zuwachsen.
Nach 1000 Höhenmetern sind wir froh, heil unten angekommen zu sein.

Link zur Wanderung von der Bergstation der Vogel-Luftseilbahn hinunter zum Camp Bohinj:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zurück nach Bled

19. Juni 2016

Am frühen Morgen liegt noch leichter Nebel über dem See.

 

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Camp Bohinj am Bohinjsko jezero

 

Nach dem Mittag fahren wir zurück nach Bled.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ruhetag in Bled

20. Juni 2016

Heute geben wir unserem Wohnmobil einen freien Tag und bleiben in Bled. Wir spazieren an den idyllischen See und sehen uns danach im Tourismusbüro die Ausstellung und Filme der Region an.

Im Café, das sich im selben Raum befindet, haben wir freies WiFi. Ein Tisch ist originell gebaut, mit einem Band Flusskiesel in der Mitte.
Wir fragen nach einem typischen Getränk aus der Region. Der Wirt freut sich sehr über unser Interesse und serviert uns einen Eistee mit Hagebutte. Ausserdem empfiehlt er uns von der hausgemachten „Grmada“ zu kosten. Diese Süssspeise besteht aus einem Nuss-Biskuitboden mit Vanille-Crème, Rosinen und Schlagsahne. Verführerisch lecker!
Langsam verstehen wir, was gemeint sein könnte mit „I FEEL SLOVENIA“!

 

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Origineller Tisch im Café des Tourismusbüros in Bled

 

 

Vintgar Klamm

21. Juni 2016

Am Morgen bearbeiten wir im Restaurant des Tourismusbüros ein letztes Mal den Blogteil „Im Nordosten Italiens“ und schalten ihn frei.
Danach fahren wir mit vielen Umwegen und „Umkehrungen“ zur Vintgar Klamm. Wegen einer Umleitung stehen wir plötzlich vor einer Bahnunterführung mit Lichthöhe von 2.20 Metern. Da kommt unser NOBIS, auch wenn wir die Luft aus den Reifen lassen, definitiv nicht hindurch. Wir drehen um und Annette fragt unterwegs eine Polizistin, die mit ihrem Kollege ein Geschwindigkeitsmessgerät einrichtet, nach dem Weg.
Ihre Variante führt über eine Strasse, die mit einem Fahrverbot für Wohnmobile belegt ist. Was soll’s? Die Polizistin ist ja anderweitig mit ihrer Geschwindigkeitskontrolle beschäftigt und wir kommen ungebüsst ans Ziel.

 

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Durch die Vintgar Klamm fliesst ein kleiner Fluss, die Radovna. Die Schlucht ist nicht sehr eng und nicht sehr tief und das Sonnenlicht dringt an vielen Stellen bis auf den Grund. Dadurch strahlt sie trotz ihrer Wildheit eine grosse Ruhe aus.

Der Weg führt oft über Holzstege, die in die Felsenwand eingebunden sind und den Bach mehrmals queren. An einigen Stellen kann man jedoch bis ans Wasser hinunter gehen.
Im glasklaren Wasser schwimmen viele Fische.

 

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Noch schnell posieren für die Ferien-Foto-(An)sammlung

 

 

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Schön angelegter Weg durch die Vintgar Klamm

 

 

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Annette in der Vintgar Schlucht

 

 

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Ein Knabe beobachtet die Forellen

 

Auf dem Rückweg entdecken wir eine eigenartige Schrift oder Skizze im Rundholz des Geländers.
Handelt es sich um die Unterschrift einer berühmten Persönlichkeit?
Oder um das Höhenprofil einer Wanderung?
Oder um die schematische Darstellung eines Gebirges?

 

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Oder ist es doch nur der Weg, den sich ein Käfer unter der Rinde gefressen hat, als das Baumstämmchen noch im Wald gestanden ist?

Die letzte Variante gefällt uns am wenigsten, obwohl sie die wahrscheinlichste ist.
Ach, was wäre das Leben langweilig ohne Fantasie!

Nach diesem schönen Ausflug fahren wir nach Bled zurück, wo wir eine vierte Nacht verbringen.

Link zur Wanderung durch die Vintgar Klamm:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung über den Lajnar und den Slatnik

22. Juni 2016

Heute geht es weiter. Wir wollen uns ja nicht nur die schöne Gegend um Bled ansehen, sondern einen Überblick über das ganze Land gewinnen.

Slowenien hat eine Fläche von rund 20’000 km² und etwa 2 Mio. Einwohner. Es ist damit etwa halb so gross wie die Schweiz, hat aber nur einen Viertel so viele Einwohner.
58 % der Fläche sind mit Wäldern bedeckt. Slowenien belegt damit hinter Finnland und Schweden Platz drei der waldreichsten Länder Europas.
Hier leben noch 500-700 Braunbären. Wir sind bis jetzt leider (oder zum Glück) noch keinem dieser scheuen Raubtiere begegnet.

Auf dem Bohinjsko sedlo Pass steigen wir aus und wandern über den Lajnar und den Slatnik, zwei der nahen Berge.

 

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Dravh und Lajnar vom Slatnik aus gesehen

 

 

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Triglav (2864 m.ü.M)

 

Auf dem Slatnik verpassen wir den Wanderweg und steigen über Schafpfade wieder hinunter auf den Pass. Wir wandern durch blühende Alpweiden und pflücken für die Tomatensauce zum Abendbrot eine Handvoll intensiv duftender Oregano-Pflanzen.

 

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Üppig blühende Alpweide

 

Annette findet auf dem Navi einen Ort, der unseren hohen Ansprüchen für Übernachtungsplätze genügen könnte.
Wir fahren dazu weg von unserer Route, nach Prtovč hinauf und werden einmal mehr belohnt. Der Parkplatz neben der Kapelle bietet eine grandiose Aussicht.

 

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Übernachtungsplatz mit Aussicht in Prtovč

 

Das Dorf besteht aus etwa zehn Häusern und liegt oben auf einem Bergrücken. Die Heuernte ist in vollem Gange. In dem steilen Gelände kann nicht alles mit Maschinen bearbeitet werden, vieles bleibt Handarbeit.

Die Heuharfen sind typisch sind für diese Region, werden jedoch kaum mehr benutzt. An ihnen wurde früher das Heu aufwändig von Hand aufgehängt und gelagert.

 

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Heuharfe bei Prtovč

 

Link zur Wanderung über den Lajnar und den Slatnik: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Im Spital für schwerverletzte Partisanenkämpfer

23. Juni 2016

Kurz vor Dolenji Novaki sehen wir einen Wegweiser zu einem Denkmal des UNESCO-Weltkulturerbes.
Es entpuppt sich als Partisanenhospital aus dem 2. Weltkrieg. Die Baracken liegen zuhinterst in einer engen, verwinkelten Schlucht. Dadurch waren sie gut geschützt und kaum erreichbar. Hierher wurden nur schwerverletze Kämpfer getragen.

 

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Der Zugang wurde für heutige Besucher ausgebaut

 

 

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Partisanenlazarett Franja

 

Das Spital wurde nach der leitenden Ärztin Dr. Franja Bojc Bidovec benannt.

 

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Die Baracken zwängen sich in die enge Schlucht.

 

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Spitalbetten für schwerverletzte Partisanenkämpfer

 

 

 

 

 

 

 

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Untersuchungszimmer und Apotheke

 

 

 

 

 

 

 

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Operationssaal

 

 

 

 

 

 

 

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Küche für Patienten und Pflegepersonal

 

 

 

 

 

 

 

Wir nehmen bewundernd zur Kenntnis, dass in diesem Spital, unter solchen hygienischen Bedingungen, 578 Schwerverletzte behandelt wurden, von denen 500 überlebt haben.

Nach Straža biegen wir auf eine schmale Strasse ab, die über einen Pass nach Čepovan führt. Bald schon endet der asphaltierte Teil. Die Piste wird immer steiler und exponierter. Wir sind heilfroh, dass uns kein Fahrzeug entgegenkommt, denn kreuzen wäre schwierig, über weite Strecken gar nicht möglich und die Fahrbahn ist zum Teil gegen den Abgrund nicht gesichert.

Kurz vor Lokve bleiben wir bei einem „Picknickplatz“, der von der Kiesstrasse umgeben ist. Wir essen also im Zentrum eines Kreisels, von dem drei Schotterstrassen wegführen. Aber es gibt kaum Verkehr und ein kühler Wind dämpft die Hitze.

Link zum Spaziergang zum Partisanen-Hospital (UNESCO-Weltkulturerbe): Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Was man unterwegs so alles antrifft!

24. Juni 2016

Im Süden besuchen wir kurz die Einsturzdoline der Škocjanske jame. Wir verzichten auf eine Führung durch die Höhlen und begnügen uns mit einer Wanderung um die Doline, die 164 Meter tief ist.

Unterwegs entdecken wir einen Jagdstand der anderen Art. Ein Jäger hat seinen feudalen Ansitz auf einen Felsen gebaut.

 

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Jagdhochsitz einmal anders

 

Ein Käfer versucht sich hinter einem Holzbalken zu verstecken, doch wir haben ihn bereits gesichtet. Die Fühler dieser sonderbaren Gestalt stehen wie Antennen weit ab. So gruselig dieser Zimmermannsbock auch ausschaut, uns gefällt er.

 

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Zimmermannsbock (Acanthocinus aedilis)

 

Ein Stück weiter leuchet am Rande eines Parkplatzes gelb ein Löwenmäulchen. Es scheint sich hier an der Hitze, es ist über 35°C heiss, wohlzufühlen.

 

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Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris)

 

In Gabrk finden wir einen Übernachtungsplatz direkt an einem Seerosenteich. Beat gelingen am nächsten Morgen einige schöne Fotos, diese folgen aber erst im nächsten Beitrag.😉

Link zur heutigen Strecke: