Island kocht!

 

Island kocht

18. Juni 2017

Wir fahren nach Hverir, dem Geothermalgebiet vom Mývatn. Von weitem schon sehen wir es dampfen.
Auf dem Parkplatz werden wir von ersten Schwefelschwaden eingenebelt.

 

Geothermalgebiet am Mývatn

 

Aus unzähligen Schlammquellen entweicht die Hitze des Erdinnern. Der graue Schlick wirft blubbernd Blasen und Schlieren in die Luft. Die graublaue Farbe entsteht durch die chemische Verbindung aus Schwefel und Eisen.

 

Grosse Schlammquelle

 

 

 

 

 

 

 

Aus einem Steinhaufen entweicht laut zischend heisser Dampf.

 

Fumarole

 

Wir wandern an giftgelben Löchern (Solfataren) vorbei auf den Námafjall.

 

 

 

 

 

Námafjall

 

Auf der anderen Seite blicken wir auf den grossen Mývatn (Mückensee) hinunter.

 

Mývatn

 

Nach dieser kleinen Bergtour fahren wir nach Krafla.
Hier wird mit Erdwärme Elektrizität erzeugt. Island deckt sagenhafte 99,98% seines Energiebedarfs für Elektrizität und Heizungen aus Wasserkraft und Geothermal-Kraftwerken.

 

Leitungen zum Geothermal-Kraftwerk Krafla

 

Vor Krafla steht eine kleine Installation wohl zum Thema: „Warmes Wasser kommt direkt aus der Erde“.

 

 

In der Ebene von Mývatn liegt ein Feld von Schollen-Lava.
Ganze Hügel mit zerrissenen Oberflächen prägen die Landschaft. Sie erinnern an Frostschäden in Strassenbelägen.

 

Schollen-Lava

 

Am Abend lädt uns Roland in den Kuhstall ein.
Nein, nein … nicht zum Ausmisten und Melken, das könnten wir … sondern zum Nachtessen.
In Vogar ist das Restaurant „Cowshed“ direkt an, beinahe schon in einen Kuhstall gebaut. Durch grosse Fenster blickt man in den Melkstand oder das Läger der Rindviecher.
Nach dem Melken wird jedem Gast ein kleines Becherchen frische, noch kuhwarme Milch offeriert.

 

Annette und Roli im Cowshed in Vogar

 

Das spezielle isländische Dreigangmenü schmeckt vorzüglich.

Amuse-bouche:
Geysir-Roggen-Brot (wird tatsächlich im Boden nur mit Erdwärme gebacken), roh-geräuchertes Lamm mit Mývatn Mozzarella und Heidelbeer-Kompott
Vorspeise:
Geräuchertes Lamm und Lachs auf zwei verschiedene Arten zubereitet
Hauptgang:
Lammkeule mit Kartoffelgratin und Salat mit Salatkäse
Nachtisch:
Heisser Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern

.

Ja, liebe Leserin, lieber Leser, jetzt solltest du das Wasser, das dir im Mund zusammengelaufen ist, runterschlucken! 🙂

Roli, vielen Dank für die Einladung, das war eine einmalige Erfahrung!

Link zur Wanderung auf den Námafell: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Relaxen im Thermalbad

19. Juni 2017

Nachdem wir gestern so viel heissen Dampf gesehen haben, wollen wir uns heute ins heisse Wasser setzen.
Im Thermalbad Mývatn Nature Baths schlucken wir erst einmal leer wegen den happigen Eintrittspreisen, dann legen wir einige Tausendernoten auf die Theke und werden freundlich durchgewinkt.

 

Mývatn Nature Baths

 

Das Bad mit dem Blick auf den Mývatn ist grossartig.
Nach einigen erholsamen Stunden machen wir uns auf den Weg zu neuen Entdeckungen. Bereits an der ersten Strassenkreuzung liegt der Blue Lake.

 

Blue Lake

 

Dann biegen wir die nächste Strasse links ab und bald schon stehen wir vor den Warmwasserspalten von Grjótagjá.
Diese Höhle war früher ein beliebter Badeort für die Bevölkerung. Lava-Ausbrüche zwischen 1975-84 liessen die Temperatur des Wassers auf 43 bis 46°C steigen. Zudem wurde die Grotte instabil. Deshalb ist heute das Baden hier verboten.

 

Grjótagjá von aussen …

 

 

… und von innen

 

Eine markante Spalte teilt den Felsen über der Grotte. Ob es diese Höhle nach dem nächsten Erdbeben noch gibt?

 

Gespaltener Fels über Grjótagjá

 

Danach fahren wir nur noch die kurze Strecke nach Heiðabær und stellen uns dort auf einen Zeltplatz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gemüse von der Plantage nebenan

20.06.2017

Die vielen Eindrücke der letzten Tage wollen verarbeitet sein. Zudem verschlechtert sich das Wetter und ab Mittag regnet es. Wir bleiben deshalb einen Tag in Heiðabær.
In unmittelbarer Nähe stehen Gewächshäuser, die selbstverständlich mit Erdwärme geheizt werden. Dort decken wir uns mit Gemüse und Salat ein.

 

Gewächshäuser in Heiðabær

 

 

Isländische Fortbewegungsmittel

21. Juni 2017

Auf Island sind die zahlreichen Lupinenfelder nicht zu übersehen. Sie wurden angelegt, um den losen Boden zu festigen und die Erosion einzudämmen. Gerade bei grossen Sandflächen haben sich die berüchtigten Sandstürme dadurch deutlich vermindern lassen.
Die Lupinen reichern den Boden mit Stickstoff an und verbessern damit den Nährstoffgehalt.
Bei Umweltschützern sind die violetten Blumen heute aber unbeliebt, weil sie niedrige und langsamen wachsende, einheimische Arten verdrängen.

 

Lupinenfeld (Lupinus nootkatensis) bei Laxamyri

 

Neben unzähligen Schafen weiden auf den Wiesen auch häufig Islandpferde. Diese menschenfreundlichen Reittiere sind sehr neugierig.

Wenn Menschen an den Zaun treten, werden sie wohl auch etwas Hafer dabei haben. Ob der in den komischen Kästen liegt, die sie vor ihre Gesichter halten?

 

Islandpferde und ihre Fans

 

Gleich daneben steht ein schmuckes Haus, das farblich wunderschön zu den blühenden Lupinen, dem Fjord und den Schneebergen passt.

 

Wohnhaus bei Laxamyri

 

Auf einem Parkplatz in Húsavík steht ein Wohnmobil der „gröberen Sorte“. Der Fahrer will mit seinem Dreiachser vermutlich das Hochland bezwingen.

 

Wohn- auf Lastwagen

 

Schon früher haben Menschen Autos gebaut, die ohne Strasse auskamen. Das violette Ding aus dem Jahre 1952 nennt man wohl eher ein „Zeug zum Fahren“, als ein Fahrzeug.

 

 

Der Regen, der seit Mittag auf unseren NOBIS prasselt, hat sich noch verstärkt. Das finden wir nicht unbedingt lustig. Dafür leuchten die hellgrünen Pflanzenpolster auf dem tiefschwarzen Lavasand um so heller.

 

Strand am Öxarfjörður

 

In Kinn entdecken wir von der Brücke aus dieses kleine Häuschen. Ob hier Trolle wohnen?

 

Häuschen am Stórá

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung in der Ásbyrgi-Schlucht

22. Juni 2017

Gegen Mittag hört es auf zu regnen. Wir beschliessen deshalb die Wanderung vom Touristen-informationszentrum aus in die Ásbyrgi-Schlucht zu wagen.

In dieses Tal ergossen vor Jahrtausenden zwei mächtige Wasserfälle ihre Fluten. Durch Erosion verlagerten sich die Felsenkanten immer weiter zurück bis sich die zwei Flüsse zu einem einzigen vereinten. Heute fliessen sie durch ein Tal drei Kilometer östlich der trockengefallenen Ásbyrgi-Schlucht zum Meer. In der Mitte ragt der schroffe Felsenkeil Eyjan auf, den Abschluss bildet die bogenförmige ca. 100 Meter hohe Steilwand, der trockene Wasserfall.

Der Weg führt durch einen lichten Wald, in dem viele Vögel leben.

 

Wiesenpieper (Anthus pratensis)

 

 

Bekassine (Gallinago gallinago)

 

Zuhinterst im Tal, am Botnstjörn können wir die Pfeifenten beim Gründeln beobachten, wie sie gemächlich Grünzeug vom Seeboden heraufholen.

 

Pfeifente (Anas penelope)

 

Auf der anderen Teichseite jagen derweil die Odinshühnchen Insekten. Nervös kurven sie dabei in wildem Zickzackkurs über das Wasser.

 

Odinshühnchen (Phalaropus lobatus)

 

Vom Ende des U-förmigen Tales blicken wir zurück zu unserem Ausgangspunkt.

 

Ásbyrgi-Schlucht mit dem Felsenkeil Eyjan links

 

Für das letzte Wegstück kraxeln wir über Leitern auf die Felswand hinauf und wandern der Kante entlang zurück zu unserem NOBIS, den wir nach dreistündiger Wanderung rechtzeitig vor dem nächsten Regenschauer erreichen.

 

Weisse Silberwurz (Dryas octopetala), die Nationalblume Islands

 

Heute wollen wir Raufarhöfn erreichen.
Doch was schwimmt denn da auf dem Teich neben der Strasse? Anhalten, um das Fahrzeug herumschleichen und aus der Deckung heraus fotografieren. So kann man sich den scheuen Wasservögeln nähern, die sofort wegschwimmen, wenn man aus dem Auto steigt.

 

Ohrentaucher (Podiceps auritus)

 

Bauern bewirtschaften auf Island überwiegend unergiebiges Heideland. Dies ist nur mit extensiver Schafhaltung möglich, was entsprechend grosse Weideflächen voraussetzt. Deshalb liegen die Bauernhöfe meist einsam und weit voneinander entfernt.

 

Þverá

 

In Raufarhöfn entsteht zur Zeit das Arctic Henge. Das gigantische Bauwerk soll einst einen Polar-Sonnenkreis darstellen. Es hat einen Durchmesser von 50 Metern. Sechs Meter hohe Tore weisen in die vier Himmelsrichtungen.

 

 

 

 

Das Wetter wird immer besser. Der Leuchtturm müsste nun nicht mehr in auffälligem Orange gestrichen sein, um auch am Tag gesehen zu werden.

 

Leuchtturm von Raufarhöfn

 

Wir richten uns auf dem Parklatz des Arctic Henge für die „Nacht“ ein.

Die Sonne scheint und scheint. Beat kann nicht schlafen und spaziert kurz vor Mitternacht 24:00 Uhr nochmals hinauf zu den Steintoren. Dort hat sich eine Handvoll Touristen versammelt und wartet auf den Sonnenuntergang. Der soll genau um 0:00 stattfinden, gleichzeitig, mit dem Sonnenaufgang, wie uns eine Frau erzählt. Das habe sie auf einer speziellen App gelesen.

Doch die Sonne scheint sich nicht für diese App zu interessieren und verschwindet einfach nicht unter dem Horizont. Wir alle erleben so unverhofft unsere erste Mitternachtssonne.

Erst beim Frühstück fällt uns ein: Gemäss Landkarte liegt Island südlich des Polarkreises (abgesehen von der Insel Grimsey). Wie wir 2014 in Schweden gelernt haben, wandert aber der tatsächliche Polarkreis in einer gewissen Zone.

Link zu unserem Bild von der Infotafel über den Polarkreis:

 

Mitternachtssonne am Arctic Henge in Raufarhöfn

 

Link zur Wanderung in die Ásbyrgi-Schlucht: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Erste Tage auf Island

 

Regen auf Island

15. Juni 2017

Island begrüsst uns mit Regen und Nebel. Deshalb fahren wir in Seyðisfjörður lediglich vom Fährhafen bis zum Campingplatz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zu den Papageientauchern

16. Juni 2017

Im Laufe des Tages bessert sich das Wetter und wir reisen weiter nach Höfn, wo viele Papageientaucher nisten.

 

Borg

 

Auf Island sind nicht alle Strassen asphaltiert. Viele Nebenstrassen sind nur Schotterpisten.

 

Schotterpiste nach Bakkagerði

 

Hinter Bakkagerði fällt ein rötliches Gebirge ins Auge. Es besteht aus Rhyolith, einem dem Granit entsprechenden vulkanischen Gestein.

 

Rhyolith-Berge bei Bakkagerði

 

In Bakkagerði sucht sich unser Reisebegleiter Roland ein Bett in einem Guesthouse. Die letzte Nacht im Zelt, das er auf nasser Wiese aufbauen und am Morgen nach einer regenreicher Nacht wieder nass einpacken musste, hat ihm gereicht.

Hier ein Bild von unserem „Outdoor-man for one night!“

 

Roli vor seinem Zelt

 

Im selben Dorf hängen einige Fischköpfe zum Trocknen. Diese werden nach Afrika exportiert, wo sie zu eiweissreichen Fischsuppen verarbeitet werden.

 

 

Einer dieser zwei Köpfe reicht wohl aus, um eine Grossfamilie satt zu kriegen.

 

 

Der Fluss Fjarðará bei Bakkagerði bestimmt seinen Lauf noch selber. Dabei bilden sich Kiesbänke, die vielleicht mit dem nächsten Hochwasser schon wieder verschwinden.

 

Fluss Fjarðará

 

Auf einem ins Meer reichenden Felsen bei Höfn sehen wir die putzigen Papageientaucher (Fratercula arctica). Zur Zeit haben sie alle Schnäbel voll zu tun, um ihren Nachwuchs mit Nahrung zu versorgen.

 

Fangfrischer Fisch für den Nachwuchs

 

Auch die Dreizehenmöwen im Felsen sind stolze Eltern geworden.

 

Dreizehenmöwe (Rissa ridactyla) mit Küken

 

Unten auf dem Fjord ruht sich ein Eiderentenpaar vom anstrengenden Tag aus.

 

Eiderenten (Somateria mollissima)

 

Natürlich schenken wir unsere Aufmerksamkeit nicht nur Vogelwelt, auch die mit Flechten bewachsenen Felsen sind eine Augenweide.

 

Mit Flechten bewachsener Rhyolith

 

Kurz vor Mitternacht geht die Sonne für kurze Zeit unter und taucht die Landschaft in ein eigenartiges, rötliches Licht.

 

 

Ein Berg hat sich bereits schlafen gelegt und mit einer zarten Nebelschicht zugedeckt.

 

 

 

Sonnenuntergang am Vogelfelsen bei Höfn

 

Kurz nach Mitternacht beginnt es zu regnen und die Sonne zeichnet mit ihren letzten (oder ersten?) Strahlen einen Regenbogen in die Wolken.

 

00:04 Uhr Ortszeit!

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom Dettifoss, Selfoss und „Rainfoss“

17. Juni 2017

Heute stehen Wasserfälle auf unserem „Programm“.
Aber unterwegs halten uns wieder einmal Vögel auf. Unglaublich, was sich auf Island alles präsentiert.

 

Singschwäne (Cygnus cygnus) mit ihrem Küken

 

 

Sterntaucher (Gavia stellata) mit Küken

 

Bei Hróarstunga steht die Nachbildung einer frühen Torfkirche. Die ursprüngliche Kapelle stammt aus der Wikingerzeit um das Jahr 1000.

 

Geirsstaðakirkja

 

 

Schlichte Innenausstattung der Geirsstaðakirkja

 

Zur Einstimmung auf die grossen Wasserfälle spazieren wir erst einmal zum Yst i-Rjukandi. Auch nicht übel, oder?

 

Yst i-Rjukandi

 

Wir befolgen einen der zahlreichen, nützlichen Islandtipps, die uns „Herumkommer und Frau Rumkommer“ mit auf den Weg gegeben haben und zweigen von der Ringstrasse auf die Schotterstrasse 901 ab.

Hier der Link zu ihrem wunderschönen Foto-Reiseblog: www.herumkommer.de

Die Gegend wird immer karger und bald schon glauben wir in der Wüste oder auf dem Mond gelandet zu sein!

 

 

Hier, wie so oft, wenn man glaubt alleine zu sein, werden wir beobachtet. Das Schneemädchen wendet sich schnell ab. Doch zu spät, wir haben sie entdeckt.
Siehst du sie ebenfalls? (Tipp: Sie schaut nach links.)

 

Junge Altschneefrau

 

Wir wollen die Stille, Einsamkeit und Kraft dieser wunderbaren Landschaft nicht mit Worten zerstören, schweigen deshalb lieber und lassen Bilder sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Langsam mehren sich wieder Zeichen der Vegetation. Einige Gräser krallen ihre Wurzeln in das Geröll. Woher nehmen sie bloss genügend Nahrung und Wasser?

 

 

Bei Grimstunga zweigen wir ab zum Dettifoss. Die Schotterstrasse wird viel befahren und ist dementsprechend in schlechtem Zustand. Längere Wegstücke sind mit wellblechartigen Querrinnen durchzogen. Wir werden übel durchgeschüttelt.

Auf einer Breite von ca. 100 Metern stürzt der Fluss Jökulsá á Fjöllum am Dettifoss 45 Meter in die Tiefe.
Durch die Kombination aus Volumenfluss und Fallhöhe ist er der leistungsstärkste Wasserfall Europas! (Wow, was Wikipedia alles weiss!)

 

Jökulsá á Fjöllum unterhalb des Dettifoss

 

Das Tosen des Wasserfalls ist so laut, dass wir auch diese Bilder kommentarlos stehen lassen. Der Text könnte sonst in den Wassermassen untergehen 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich spazieren wir noch einen Kilometer weiter hinauf zum Selfoss. Hier stürzt das Wasser ca. 10 Meter tief zwischen Basaltsäulen herab.

 

Selfoss

 

Annette will sich das genau ansehen und wagt sich auf den vorspringenden Felsen hinaus.

 

Annette am Selfoss

 

Für heute haben wir genug Wasserfälle erlebt. Doch der Wettergott ist anderer Meinung. Er öffnet die Schleusen einer Gewitterwolke über uns.
Als wir beim Wohnmobil ankommen, sind wir bis auf die Haut durchnässt.
Kurz darauf dringen die Sonnenstrahlen wieder durch die Wolke. Es sieht aus, als ob uns die Sonne die Zunge herausstrecken würde.

Heute haben wir Wasserfälle mit all unseren Sinnen erlebt!

Link zum Spaziergang zum Detti- und Selfoss: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Die Färöer haben zwei neue Fans!

Auf nach Sandoy

10. Juni 2017

Am Morgen frühstücken wir mit Blick auf Koltur. Der Wettergott hat eigens für diese Insel eine attraktive Wolke gestaltet.

 

Insel Koltur

 

Dann fahren wir zum Einkaufen zurück nach Tórshavn.
In Gamlarætt verladen wir unseren NOBIS auf die Fähre nach Skopun.

Die Insel Sandoy begrüsst uns mit tiefhängenden Wolken. Deshalb fahren wir an die Südspitze und installieren uns auf dem Campingplatz in Dalur. Weit und breit ist niemand zu sehen. Annette ruft mehrere Male die Telefonnummern an, die im neuen Gebäude mit Sanitär- und Aufenthaltsraum hängen, doch keiner meldet sich.

 

Dalur auf der Insel Sandoy

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Begegnung mit einer …

11. Juni 2017

Die Wolken hängen noch immer tief, es sieht nach Regen aus. Deshalb verzichten wir auf die geplante lange Wanderung quer über die Insel und fahren stattdessen über Húsavik nach Skarvanes.

 

Húsavik

 

Skarvanes ist ein verschlafenes Dorf am Meer.
Schwarze Lavafelsen liegen im Wasser und lassen sich von den Wellen umspülen, als ob sie sich immer noch abkühlen müssten.

 

 

Der starke Wind fährt den Hühnern ins Gefieder. Vor allem der Hahn mit seinen ausladenden Schwanzfedern wird zerzaust.

 

Hahn mit Rückenwind

 

Das Wetter hat sich leicht gebessert. Deshalb wandern wir nun von Sandur nach Søltuvik. Diese Strecke ist relativ flach und führt nicht über die Berge.

Zwei Vögel beobachten uns genau und fliegen weg, als wir uns nähern. Wollen sie uns warnen vor dem, was noch kommt?

 

Strandpieper (Anthus perosus)

 

Unbeirrt gehen wir weiter und plötzlich sehen wir SIE!
Wir kneifen uns in den Arm, um sicher zu sein, dass wir nicht träumen. … Wir sind wach, ein Irrtum ist ausgeschlossen!

Der Fussabdruck im Fels hätte uns vorsichtig machen sollen, doch wir haben ihn nicht weiter beachtet.

 

Fussspur im Fels

 

Nun sind wir ihr direkt in die Arme gelaufen, sind ihr ausgeliefert, der grossen HEXE, die da vor dem Fels steht!

 

Hexe von Gróthúsvatn

 

Der Sage nach spielte das Kind der Hexe mit einem Stab aus Gold.
Ein Mann ritt vorbei und stahl dem Kleinen den Stab. Als die Hexe dies merkte, rief sie eine Nachbarshexe zu Hilfe. Diese nahm sofort die Verfolgung des Frevlers auf. Mit einem gewaltigen Satz sprang sie über den Gróthúsvatn.

Der Fussabdruck, den die Helferin bei der Landung auf dem Fels hinterliess, ist noch heute zu sehen.

Auf der Rückseite dieses riesigen Strickwerks (der Fels ist vier Meter hoch und hat einen Umfang von 18 Metern) hängen die Pullover des Kindes und die Färöer-Fahne zum Trocknen.

 

 

Am Abend kehren wir auf den Campingplatz von Dalur zurück. Viel später taucht eine ältere Frau auf, die „very little english“ spricht. Sie scheint für die Anlage zuständig zu sein und wir können bei ihr bezahlen. Dass die Schweizer-Fussballnati vor wenigen Tagen ein Gastspiel auf den Inseln gegeben hatte, weiss sie jedoch und gratuliert uns zu „unserem“ Sieg.

Link zur Wanderung Sandur – Søltuvik: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wir entdecken Eysturoy

12. Juni 2017

Wir brechen heute früh auf, um die Fähre um 8:10 Uhr zu erreichen.
Gestern Nacht ist unser Freund Roland in Tórshavn eingetroffen. Er wird gut zwei Wochen lang mit uns reisen.

 

Haus am Sandsvatn

 

Wir treffen Roli wie vereinbart in Tórshavn und fahren nun zu dritt durch die Gegend. Wir wollen die Insel Esturoy, die über eine Brücke erreichbar ist, erkunden.

Unterwegs schaut uns ein Schaf mit offenem Mund nach. Unglaublich, wie viele Touristen da jeden Tag vorbeifahren, denkt es wohl. Unglaublich, wie viele verschieden aussehende Schafe es auf den Färöern gibt, denken wir.

 

 

In Nes lockt uns ein Wegweiser zu einer Sehenswürdigkeit aus dem Auto.
Wir spazieren wenige Meter den Weg entlang hinunter und stehen unvermittelt vor einer Kanone aus dem zweiten Weltkrieg.
… Sehenswürdigkeit? …
Die Geschmäcker sind halt verschieden!

„Sehenswürdiger“ finden wir einen verrostenden Eisenpfahl am Eingang der Stellung.

 

„Art by corrosion“

 

Die Rocking Stones in Oyndarfjørdur bewegen sich im Takt der Wellen, weil sie unter Wasser nur labil gelagert sind.
Das die nüchterne Erklärung.

Besser gefällt uns die Sage dazu:
In den südöstlichen Dörfern der Insel hatten Piraten geplündert, gemordet und vergewaltigt. Nun ruderten sie mit kräftigen Schlägen auf dem Fjord auf Oyndarfjørdur zu. Da kam eine Hexe aus ihrer Höhle und verzauberte die Seeräuberboote in Felsen und liess die Banditen so in Ewigkeit im Wasser stehen und schaukeln.

Da heute nur leichter Seegang ist, muss man genau hinschauen, aber es gibt keinen Zweifel: sie schwanken wirklich!

 

Rocking Stones bei Oyndarfjørdur

 

Der Felsen wird nicht etwa mit der Kette festgehalten. Ihre Bewegung verdeutlicht das Schaukeln des Felsens.

Dass das Kelp sich in den Wellen wiegt, ist dagegen nichts Aussergewöhnliches, trotzdem zeigen wir ein Bild davon.

 

Kelp

 

Auch eine Küstenseeschwalbe schafft es trotz Unschärfe auf unseren Blog, weil sie so dynamisch durch die Luft fliegt.

 

Küstenseeschwalbe (Sterna paradisea)

 

Über das Wetter heute wollen wir keine Worte verlieren. Ein Bild zeigt es besser und liefert zudem noch die Information, dass es auf den Färöern auch Lachs gezüchtet wird.

 

Fischzuchtanlage im Funningsfjørdur

 

In Gjógv finden wir einen Campingplatz und Roli ein Zimmer für die Nacht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Concerto grotto“ auf der Insel Hestur

13. Juni 2017

Am Morgen hängt die Wolken immer noch bis zum Meer hinunter.

 

Fischerhafen von Gjógv

 

Wir fahren zurück nach Tórshavn. Dort sehen wir ein Auto und erst noch einen Fünfplätzer!!!

… Was, du glaubst uns nicht? …

Hier der Beweis:

 

Auto für 5 Personen

 

Wir haben Tickets für das „Concerto grotto“, ein Konzert in einer Meereshöhle, gebucht. Wir freuen uns sehr auf dieses aussergewöhnliche Erlebnis!!
Um 13:00 Uhr sollen wir und ca. 40 andere Konzertbesucher mit einem Segelboot zu einer Höhle auf der Insel Hestur gebracht werden.
Auch der Musiker Kristian Blak wartet mit uns. Er hat ein Keyboard, eine Trommel und zwei „Nävelurs“ (Birkentrompeten) dabei. Da sind urtümliche, skandinavische Blasinstrumente. Sie sind mit dem Schweizer Alphorn „verwandt“.

 

Kristian Blak mit seinen Instrumenten

 

Wir warten und warten….
Irgendwann teilt man uns mit, dass wir in einer halben Stunde von einem Reisebus abgeholt und nach Gamlarætt gefahren würden. Ab da gehe die Reise mit dem Segelboot weiter.
Dort angekommen sehen wir tatsächlich die Masten, aber das Boot liegt noch draussen vor dem Hafen und dümpelt vor sich hin. Irgendwann kommt es dann doch noch zum Pier und wir können an Bord klettern.

 

„Unser“ Segelboot

 

An Bord befindet sich bereits deutsche Touristen, die das Boot für den ganzen Tag zum Fischen gemietet haben. Erst beim Mittagessen sei ihnen mitgeteilt worden, dass noch eine Gruppe zusteigen würde.
Die Stimmung ist entsprechend mies. Bei den Fischern, weil sie ihr Angeln unterbrechen mussten, bei uns, weil wir nicht ab Tórshavn schippern konnten.
Wir fahren mit Motor zur Insel Hestur.

Unterwegs werden Schwimmwesten verteilt, doch es hat zu wenige. Ein Begleitboot muss zum Hafen zurückfahren und zusätzliche holen.

 

Endlich auf dem Boot

 

Wir Landratten verstehen nichts von Segelbooten, doch wir staunen über die Ausstattung des alten Kahns.
Besonders gefällt uns die Vorrichtung, die als eine Art „Kugellager“ dient, damit das Segel reibungsarm am Masten hochgezogen werden kann.

 

„Kugellager“ am Mast

 

Nun nähern wir uns Hestur.

 

Hestur ist in Sichtweite

 

Die Hochseeangler haben schon einige Fische gefangen.

 

 

Einem Glückspilz gehen kurz vor der Insel gleich zwei Rotbarsche an die Angel.

 

Petri Heil!

 

Vor den Klippen kommen drei kleine Boote längsseits und wir steigen um.

 

 

Sie bringen uns in eine der Höhlen.

 

 

Nun haben die Angler ihr Boot wieder für sich alleine.

 

 

Wir lauschen, von Wellen geschaukelt, dem Konzert von Kristian Blak (Keyboard, Nävelur, Gesang, Trommel).

 

 

Die Musik gefällt uns nicht besonders gut. Viele Töne überschlagen sich, die gewählten Stücke passen nicht wirklich zur Höhle, zu den Wellen, zu den Vögeln, die zwischendurch hereinfliegen ….

Nach 25 Min. werden wir schon wieder aus der Grotte gefahren.

 

 

Das Segelschiff, das uns nach Tórshavn hätte zurückbringen sollen, hat sich inzwischen aus dem Staub gemacht.

Unsere Bootsführer bekamen offensichtlich den Auftrag uns irgendwie zu beschäftigen.
Die einen besuchen eine weitere Höhle, andere gehen wohl das Segelboot suchen. Uns zeigt man verschiedene Felsformationen und Vogelklippen.

 

Meereshöhlen auf Hestur

 

Dreizehenmöwen und Trottellummen nisten mit viel Gekreische, aber friedlich nebeneinander.

 

Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla), Trottellummen (Uria aalge)

 

 

Wächter der Insel?

 

Da das Segelboot nicht mehr auftaucht, fahren wir mit dem Schlauchboot zurück nach Gamlarætt. Dort steigen alle aus. Die Boote legen wieder ab, einer der Kapitäne ruft uns noch zu, dass wir in 10 Minuten von einem Reisebus nach Tórshavn zurückgebracht würden. Wir warten eine knappe halbe Stunde.

Aus dem teuren fünfstündigen Event, den wir gebucht hatten, wurde so, die Wartezeiten und Busfahrten abgezählt, eine Miniveranstaltung von 90 Minuten.

Liegt das am Datum? Heute ist der 13.!

In Tórshavn gehen wir schnurstracks in das Geschäft, wo wir die Tickets gekauft haben.
Die Angestellten reagieren sehr verständnisvoll auf unsere Reklamation. Sie scheinen entrüstet und wollen den Kapitän des Segelbootes anrufen.

Wir sollen morgen nochmals vorbeikommen …

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Färöer, ihr habt zwei neue Fans gewonnen!

14. Juni 2017

Heute Abend werden wir nach Island weiterfahren.
Doch wir haben uns in die Färöer-Inseln verliebt und wollen hier bis zur letzten Minute Neues entdecken. Deshalb besuchen wir Saksun.

Aber bereits in Hvalvík müssen wir einen kurzen Zwischenhalt einlegen. Hier gibt es einen der sehr seltenen Wälder auf den Färöern … also gut, … es ist nur ein kleines Wäldchen, aber immerhin!

 

Wald bei Hvalvík

 

In Saksun stehen einige alte, mit Grasdächern gedeckte Gebäude.

 

Alte Siedlung in Saksun

 

 

 

Der Weiler liegt über dem schmalen Fjord Pollurin.
Wir spazieren erst dem Bach Gjogvará und dann ein Stück dem Fjord entlang.

 

Der Gjogvará fliesst in den Pollurin.

 

Hier treffen wir Eiderenten mit ihren Küken an.

 

Eiderenten (Somateria mollissima)

 

Bald schon müssen wir umkehren, denn wir dürfen die Fähre nach Island auf keinen Fall verpassen.

In Torshavn melden wir uns nochmals wegen dem katastrophal organisierten „Concerto grotto“ von gestern.
Wir erhalten anstandslos die Hälfte des Ticketpreises zurückbezahlt. Der Kapitän (und Organisator!!!) habe sich mit schlechtem Wetter herauszureden versucht. Die Angestellten finden: „He should be ashamed“.
Dem können wir uns nur anschliessen!

Wenig später stehen wir im Fährhafen zum Verladen bereit.
Einerseits sind wir sind etwas wehmütig, diese schönen Inseln nach gut drei Wochen wieder verlassen zu müssen, andererseits freuen uns natürlich sehr auf die drei Monate Island, die vor uns liegen.

Link zum Spaziergang an den Pollurin: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Suðuroy und Streymoy

 

Heute gibt es viel zu sehen!

8. Juni 2017

Im Süden der Insel Suðuroy wird vor allem Landwirtschaft betrieben. Bei Sumba, dessen Name uns an Afrika erinnert, sehen wir ein einfaches Gebäude, das uns an eine Schweizer Alphütte erinnert. 🙂

 

„Alphütte“ bei Sumba

 

Wir fahren weiter südwärts bis die Strasse in Akraberg endet. Nun sind wir am südlichsten Punkt der Färöer angelangt. Das „Dorf“ besteht aus drei Häusern und einem Leuchtturm. Dass da nicht viel los ist, versteht sich … und nun fahren wir, Ausländer mit einem Wohnmobil, vor. Das spricht sich schnell herum und bald schon haben wir Besuch.

 

Wir kriegen Besuch!

 

Vom Parkplatz spazieren wir hinunter zum Leuchtturm, der auf eine 80 Meter hohe Klippe gebaut wurde.
Dieser „ist aufgrund der mittsommerlichen Tageslängen vom 21. Mai bis zum 19. Juli nicht in Betrieb. Bei verminderter Sicht sendet die Station jede Minute ein 5 Sekunden langes Nebelsignal“, weiss Wikipedia zu berichten.

 

Leuchtturm von Akraberg

 

Wir kraxeln weiter hinunter zu dem Häuschen mit den Nebelhörnern.

 

 

Druckkessel für das Nebelhorn (Tyfon)

Schalltrichter des Tyfons

 

 

 

 

 

 

Wieder zurück bei unserem NOBIS verabschiedet uns der vierbeinige Chef von Akraberg höchstpersönlich.

 

„Chef von Akraberg“

 

Wir unterstützen gerne strukturschwache Gegenden und kaufen deshalb im Tante-Emma-Laden von Sumba ein.

Danach geht’s zurück nach Vágur und hinauf zu den Klippen von Eggjamar.
Die schmale Strasse ist mit weiss bemalten Steinen markiert. Wo einer fehlt, muss sich ein Schaf hinlegen, um die Lücke zu füllen.

 

Schaf als Lückenbüsser

 

Der Küstenabschnitt von Eggjamar ist spektakulär. Man schaut zu grossen Klippen hinauf …

 

 

… und zu kleinen hinunter!

 

 

In Vágur prägen Bootshäuser am Fjord das Dorfbild.

 

Vágur

 

Auf dem Vágsfjørđur ist heute viel los. Mädchen rudern koordiniert und kraftvoll durch die Wellen …

 

„… und ziehn! … und ziehn! …“

 

… während sich junge Damen lieber auf einem Fun Tube durch den Fjord ziehen lassen.

 

„Jupiiii!“

 

Den Gesichtern nach zu schliessen, ist rudern entschieden weniger lustig.

Nun machen wir einen Abstechern nach Famjin. Das kleine Fischerdorf liegt abgelegen an einer Bucht im Südwesten der Insel.

 

Famjin

 

Am Hafen treffen wir einen alten Mann im Elektro-Rollstuhl. Er erzählt in lückenhaftem Englisch von seinem Boot, dem Fischfang, der immer schwieriger werde, den Fischen in den Seen oberhalb des Dorfes, die alle krank wurden und verendeten.
Ja, die Zeiten werden nicht besser …

Hier zwei Bilder vom Fischerhafen:

 

 

 

 

Wir fahren wieder zurück auf die einzige Strasse, die die längliche Insel Suðuroy durchzieht und folgen ihr nordwärts. Vor dem Hvalbiartunnilin parken wir und spazieren nach Kikarin an die Westküste.
Der Weg führt über die Heide und wieder sind wir abgesehen von ein paar Schafen weit und breit alleine unterwegs.

 

 

Kikarin, das ist ein eingezäuntes Fernglas und zwei Sitzbänke … Gratiskomfort am Ende der Welt.

 

Annette am Kikarin

 

Wieder gibt es grosse und kleine Felsen zu bewundern. Hier gefallen uns die kleinen, die tief unten im Meer stehen, besser.

 

 

Doch, in Anlehnung an Goethe: „Willst du in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah“ tanzt direkt vor unseren Augen ein kleiner Schmetterling herum.

 

Distelfalter (Vanessa cardui)

 

 

 

 

 

 

 

Distelfalter (Vanessa cardui)

 

 

 

 

 

 

 

Müde von diesem Tag voller Eindrücke fahren wir zurück nach Tvøroyri, auf den Platz, an dem wir bereits vorgestern übernachtet haben.

Link zum Spaziergang nach Kikarin: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

WM-Qualifikationsspiel Färöer – Schweiz

9. Juni 2017

Am Morgen geht’s mit der Fähre zurück nach Tórshavn, denn heute findet das Fussball-WM-Qualifikationsspiel Färöer – Schweiz statt.
Bis dahin bleibt noch Zeit die Insel Streymoy zu erkunden.

Zuerst suchen wir für heute Abend einen geeigneten Übernachtungsplatz, denn nach dem Match wird es spät sein.
Kurz nach der Abzweigung nach Norðradalur werden wir fündig.
Einige Gänse beobachten uns dabei interessiert.

 

Graugans-Hybride?

 

Auch ein Austernfischer, der Nationalvogel der Färöer, beobachtet uns mit seinen roten Augen.

 

Austernfischer (Haematopus ostralegus)

 

Danach fahren wir auf einer Nebenstrasse weiter inseleinwärts. Von oben sieht man auf den Kaldbaksfjørđur. Durch die Wiesen ziehen sich dekorative Entwässerungsgräben.

 

Kaldbaksfjørđur

 

Ein Stück weiter sehen wir ein grosses Gebäude an bester Hanglage. Ob es sich hier um ein Seminarhotel handelt? Oder um ein Kongresszentrum? Den Hauptsitz einer High-Tech-Firma? Ein Wellness-Hotel?

Alles falsch geraten! Über dem Haupteingang steht „Arresthúsið“.

 

Gefängnis auf Streymoy

 

Das Wetter ist wunderschön, es bläst kaum Wind, die Temperatur ist warm und die Fernsicht gut. Wir ziehen heute einen der vier oder fünf Schönwettertage ein, die es auf den Färöern pro Jahr gibt.

Wir nutzen das und fahren auf den Sornfelli, einen schönen Aussichtsberg.

 

Dyllan

 

Wir bestaunen von oben einen tiefen Graben, den ein Bach in den Fels gegraben hat …

 

 

… und ein Muster, das der Regen in den kargen Boden gezeichnet hat.

 

 

Rechtzeitig sind wir wieder in Tórshavn.
Das Gebiet um den Jachthafen ist voll von rotweiss gekleideten Schweizer Fussballfans. Ein Restaurant hat seine Bierzapfstelle auf die Strasse gestellt und verzeichnet wohl einen Rekordumsatz. Alkohol ist teuer auf den Färöern. Ein Glas Bier kostet umgerechnet sieben Franken!

 

Feststimmung am Jachthafen

 

Hier treffen wir Misch, der uns für dieses Spiel Eintrittskarten besorgt hat.
Vielen Dank!

 

Schweizer Fans der „Fussball-Nati“

 

Wir treffen im Stadion ein und geniessen einen schönen, stimmungsvollen Fussballabend.

 

Schweizer Fussball-Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen die Färöer

 

Nach dem Spiel, das die Schweiz 2:0 gewonnen hat, feiern Färinger- und Schweizer-Fans zusammen vor dem Stadion. Es wird gesungen und getanzt, T-Shirts und Schals werden getauscht.
Ein wunderschönes Fussballfest wird fröhlich beendet.

Wir fahren zurück zu unserem Übernachtungsplatz. Die Insel Koltur leuchtet zart im Abendlicht.
Ob da noch jemand wohnt? Laut Statistik vom 1. Januar 2016 zählte die Insel gerade noch einen Bewohner!

 

Übernachtungsplatz mit Blick auf die Insel Koltur

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Die Färöer ziehen uns in ihren Bann

 

Wasserfall von Gásaladur

3. Juni 2017

Heute Morgen sind wir mit der Personenfähre von Mykines auf die Insel Vágar zurückgekehrt. Wir nutzen das schöne Wetter für einen Ausflug nach Gásaladur.

 

Ruhebank mit Blick auf Mykines bei Gásaladur

 

Hier stürzt der Bach Dalsá in hohem Bogen über eine Klippe ins Meer. Bei Wind wird das Wasser dabei verblasen. Und bei Sturm fliesse das Wasser sogar aufwärts.

 

Wasserfall von Gásaladur

 

Link zum Spaziergang zum Wasserfall, der Küste entlang und durch Gásaladur: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Regentag in Miðvagur

4. Juni 2017

Heute regnet es nur einmal. Wir verbringen den Tag am PC, im Gespräch mit Adelle, einer „workawayerin“ aus Australien, mit Reinigen des Wohnmobils, Lesen, Schlafen, etc.

 

 

Wandertag

5. Juni 2017

Vom Nachbardorf Sandavagur aus spazieren wir zum Trøllkonunfingur (Trollfrauenfinger).

 

Trøllkonunfingur

 

Zur Zeit blühen überall die Sumpfdotterblumen, die „Nationalblume“ der Färöer.

 

Sumpfdotterblumen (Caltha palustris)

 

Zurück in Miðvagur haben wir noch nicht genug und marschieren los zum Bøsdalafossur. Da uns der direkte Weg dem Sørvágsvaten entlang zu eintönig scheint, wagen wir den Abstecher über den Trælanípa.
Wir werden mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Klippen und auf die Inseln Koltur und Hestur belohnt.

 

Aufstieg zum Trælanípa

 

Beim Abstieg zum Wasserfall Bøsdalafossur setzen wir uns in den Windschatten auf die sonnengewärmten Felsen.

 

Warmer, windstiller Rastplatz

 

Gleich daneben nimmt ein Stein in seinem kleinen Privat-Swimmingpool ein Bad und lässt sich nicht stören.

 

Badender Stein

 

Unter uns fliesst das Wasser vom Sørvágsvaten über den Bøsdalafossur ins Meer. Ein Fels, der einzeln im Meer steht, scheint dem missmutig zuzuschauen.
Kleiner Tipp: Wenn man auf das Bild klickt, sieht man das „griesgrämige Gesicht“ im Fels deutlicher!

 

Missmutiger Fels beobachtet Wasserfall.

 

 

Bøsdalafossur

 

Link zu den heutigen Wanderungen: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf die Insel Suðuroy

6. Juni 2017

Mit der Fähre geht es von Tórshavn (ausgesprochen Torschhaun) nach Suðuroy, die südlichste Färöer-Insel .

Warum Lítla Dímun, die einzige unbewohnte Insel ist, verstehen wir nun. Auf allen Seiten fallen die Felsen beinahe senkrecht ins Meer ab. Da gibt es keine Möglichkeit mit dem Boot zu landen.

 

Färöische Flagge vor der Insel Lítla Dímun

 

Wir fahren weit in den Trongisvágsfjørður hinein. Der Hafen von Tvøroyri liegt auf der gegenüberliegenden Fjordseite. Deshalb betiteln die Einwohner das Dorf mit seinen 1’700 Einwohnern als „Tvøroyri City“.

 

Tvøroyri City

 

Im Tourismusbüro empfiehlt man uns die Wanderung zum Hvannhagi. Das sei eine der schönsten auf den Färöern.
Wir lassen uns überzeugen und marschieren los.

Noch im Dorf entdecken wir eine unkonventionelle Art von Erdbeerbeeten. Die aufeinandergestapelten Autoreifen geben ein Hochbeet ab und durch den schwarzen Gummi wird die spärlich vorhandene Sonnenwärme gespeichert.
Nicht schön, aber sinnvoll!

 

Autoreifen-Hochbeet

 

Wir werfen einen letzten Blick zurück auf den Fjord, wo an einer kleinen Mole ein einsames Segelboot auf Beschäftigung wartet.

 

 

Gemächlich wandern wir zum Grat hoch, aufmerksam beobachtet von Lämmern und Schafen.

 

Wer spricht da von „belämmert“ in die Welt gucken?

 

 

Schönheit am Wegesrand

 

Unvermutet haben wir den Grat erreicht. Nun fällt der Pfad steil ab.
Von einem See ist weit und breit nichts zu sehen. Sind wir noch auf dem richtigen Weg?

 

Abstieg zum Hvannhagi

 

Die Hügel unter uns sind mit Steinen besetzt. Auch in diesem Mikrokosmos sind die „Täler“ fruchtbarer.

 

 

Hinter einer Wegbiegung taucht er plötzlich auf, der Hvannhagi, das Ziel unserer heutigen Wanderung. Wunderschön liegt er eingebettet in einem gegen das Meer hin offenen Felskessel.

 

Hvannhagi

 

 

Hvannhagi mit Lítla Dímun

 

Lange erholen wir uns an diesem idyllischen Bergsee, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.

 

Aufstieg vom Hvannhagi zum Grat

 

Oben auf dem Grat verlassen wir das kleine „Paradies“ wieder durch das enge Tor.

 

Tor zum „Paradies“

 

Man hat uns nicht zu viel versprochen. Diese Wanderung ist wirklich einmalig schön.

In Tvøroyri City fahren wir auf den Stellplatz. Kurz darauf kommt ein Mann direkt auf uns zu. Er stellt sich als „Platzwart“ vor. Wir plaudern über Reisen mit Wohnmobil und Wohnwagen, Luxemburg, Schweiz, Mykines und vieles mehr.
Von Bezahlen ist keine Rede. „WC gibt es übrigens im Gebäude nebenan“, informiert er uns noch, bevor er sich freundlich verabschiedet.

Link zur Wanderung zum Hvannhagi: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Suðuroy, die vielseitige Insel

7. Juni 2017

Der Weg nach Sandvik führt durch den 1500 Meter langen Sandvikartunnilin. Am Ende des Tunnels blickt man in das wunderschöne Dalsatal.

Der mäandrierende Bach Dalsa zieht sich durch das weite Tal und fliesst kurz vor dem Hvalbiarfjørður (Fjord) in den Kjogvavatn (See).

 

Dalsa im Dalsatal

 

In der Schwemmebene weiden Schafe auf den Halbinseln, die in den See hinein ragen.

 

Halbinsel im Kjogvavatn

 

 

Dalsadelta

 

Im schmucken Dorf Hvalba steht eine Skulptur von Hans Pauli Olsen, einem färöischen Bildhauer. Es zeigt den Wikingerhäuptling Sigmundur Prestisson beim Schwimmen auf einer senkrecht gestellten Steinplatte.

 

Wikingerhäuptling Sigmundur Prestisson von Hans Pauli Olsen, 2006

 

An einer weissen Hauswand hängt ein Segelschiff, das von zwei Walen getragen wird.

 

 

Nach diesem Abstecher in den Norden der Insel kehren wir um. Der Süden hält sicher auch einige optische Leckerbissen für uns auf Lager.

Wo möglich fahren wir nicht durch die Tunnels, sondern wählen den Weg über die Berge.
Auf dem Pass bei Spáafelli finden wir einen Übernachtungsplatz.

Ein Abendspaziergang bringt uns zum Beinisvørð. Da öffnet sich ein atemberaubender Blick aufs Meer.

 

Blick von Beinisvørð

 

 

Imposante Felsspitze

 

Anschliessend wandern wir auf den Spinarnir. Der Sendemast verhilft Beat zu einem schrägen Foto. 😉

 

Ist doch schräg … oder?

 

Auf dem Weg zurück zum Pass treffen wir einige Schafe an. Die „Schafsinseln“ tragen ihren Namen zu recht!
Eines erzählt uns: „Mäh, ich nehme als Favoritin an der Miss Färöer-Wahl teil. Mäh, die Startnummer habe ich bereits. Mähmäh!“

 

Kandidatin für die Miss Färöer-Wahl

 

Ein Mutterschaf kuschelt liebevoll mit seinem Lamm.

 

 

Zurück im NOBIS leuchtet die Nelke im Abendlicht. Wir mögen Blumen und deshalb begleitet uns oft ein kleines Blumenstöcklein, das im Becherhalter der Armatur Platz findet.

 

Unser Blumengarten

 

Der Tag endet mit einem schönen Sonnenuntergang, den wir von unserem Übernachtungsplatz aus geniessen können.

 

Abendstimmung auf der Insel Suðuroy

 

 

Schafe im Mondschein

 

Link zum Abendspaziergang zu den Klippen von Beinisvørð und auf den Spinarnir: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf der Insel Mykines

 

Ankunft auf Mykines

27. Mai bis 3. Juni 2017

Luddi, der Koch bringt uns zu Marit’s House. Zur Begrüssung schenkt er eine leckere, heisse Schokolade ein, die er mit verschiedenen Gewürzen versehen hat.
Danach zeigt er uns unser Zimmer und meint: „Geht spazieren, das Wetter ist so schön.“

Es ist bereits nach 18:00 Uhr, als wir aufbrechen.
Wir wandern hoch zu den Klippen und treffen da einige Papageientaucher an.

 

Papageientaucher (Fratercula arctica) beim Nestbau

 

Die putzigen Vögel erinnern an geschminkte Clowns.
Wenn sie sich flatternd von den Klippen stürzen, fürchtet man um ihr Leben. Doch sie sind gute Flieger und Taucher, die sich von Fischen ernähren. Sie leben nur zur Brutzeit auf dem Land, danach fliegen sie wieder aufs offene Meer hinaus.

Wir wandern den Klippen entlang. Einige der Weiden sind eingezäunt, doch da kann man problemlos ausserhalb der Zäune gehen.

 

Klippe auf Mykines

 

Weit vorne sehen wir Mykineshólmur. Diese Insel wollen wir uns später ansehen.

 

Blick nach Mykineshólmur

 

Mykines ist als Vogelinsel bekannt. In den Klippen, in Höhlen, in Natursteinmauern oder in den Wiesen, überall entdeckt man Nistplätze.

 

Steinschmätzer-Weibchen (Oenanthe oenanthe)

 

Auf den Färöern spielen die Schafe seit jeher eine wichtige Rolle. Es gibt heute noch etwa doppelt so viele Schafe wie Menschen. Kein Wunder, dass sich das sogar auf die Gestaltung der Grenzpunkte auswirkt.

 

Grenzmarke auf Mykines

 

Voller Eindrücke kehren wir zurück ins Guesthouse.
Luddi hat sich bereits schlafen gelegt und wir wärmen uns zum Abendessen etwas von der Fleischsuppe auf, die auf dem Herd steht.

Link zur Wanderung an die Klippe: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Ausflug auf Mykineshólmur

Nach dem Frühstück geht es an die Arbeit, dazu sind wir ja da. Als „Workawayer“ sollen wir pro Tag vier bis fünf Stunden arbeiten, das sind die Vorgaben der weltweit tätigen Organisation.

Aber Luddi hat keine klaren Vorstellungen darüber, was wir tun sollen.
Da wir in der Schweiz ein kleines Alprestaurant geführt haben, entscheiden wir selber, welche Arbeiten dringend sind und machen uns nützlich.

Für die Nacht sind Gäste angesagt.
Lea und Marcus aus Dänemark treffen um 17:00 Uhr mit der Personenfähre ein. Wir nehmen zusammen das Abendessen ein. Danach brechen sie auf zum Leuchtturm.
Wir folgen ihnen nach dem Geschirrspülen.

 

Mykines

 

Der Leuchtturm steht auf der vorgelagerten Insel Mykineshólmur, die nur über eine Brücke erreichbar ist. Dies sei die erste Brücke über das Meer, die auf den Färöern gebaut wurde, erzählt uns Luddi stolz.

 

Brücke über das Meer

 

Von dem Steg aus kann man in den Klippen des Sunds unzählige Seevögel beobachten. Sie nisten auf den knappen Felsvorsprüngen und brüten zur Zeit ihre Eier aus.

 

Eissturmvogel (Fulmarus glacialis)

 

 

Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla)

 

Von weitem schon sieht man das einzige Wohnhaus, das auf Mykineshólmur steht. Früher wohnte hier eine Bauernfamilie, die auch für den Betrieb des Leuchtturms verantwortlich war, aber heute dient das Gebäude wohl nur noch als Ferienhaus.
Kein Wunder, es ist lediglich zu Fuss erreichbar und liegt mehr als eine Stunde vom Hafen entfernt.

 

Das Haus auf Mykineshólmur

 

Wir wandern auf dem Grat zum Leuchtturm.

 

Leuchtturm von Mykineshólmur

 

Den anstrengenden Weg hierher nimmt man aber nicht nur wegen des Leuchtturms auf sich, sondern vor allem wegen den Papageientauchern, die hier am Abend in grosser Zahl anzutreffen sind.

 

Papageientaucher (Fratercula arctica)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glücklich und zufrieden kehren wir nach 22.00 Uhr ins Dorf zurück.

 

Link zur Wanderung zum Leuchtturm auf Mykineshólmur: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Aus Chaos wird Ordnung

In den nächsten Tagen bringen wir das Guesthouse auf Vordermann. Es ist noch nicht für den Betrieb mit Gästen eingerichtet. In der kleinen Küche ist alles verstellt, man kann kaum arbeiten.
Das Besteck zum Beispiel liegt in einem grossen Haufen ungeordnet in einer Plastikbox, darunter auch viele unbrauchbare Zierlöffel und Besteckteile, die man eher in einem Museum erwartet als in einen Gastbetrieb.
Zum Glück gehört ein Schuppen zum Anwesen. Dahin wandern nun die „Platzversperrer“.
Vieles scheinen seit Jahren nicht benutzt und muss erst gründlich gereinigt werden.

Neben der Arbeit finden wir auch Zeit das Dorf und die Insel zu erkunden.

 

Mykines

 

Mykines ist fahrplanmässig mit der Personenfähre oder einem Helikopter erreichbar.
Dass ein Helikopter als öffentliches Verkehrsmittel nach einem festen Zeitplan fliegt, das haben wir bisher nicht gekannt.
Helikopter und Fähre bedienen die Insel zweimal täglich.

 

Helikopter auf Mykines

 

Dass Dreizehenmöwen hier landen, das erstaunt uns dagegen gar nicht.

 

Dreizehenmöwe im Landeanflug

 

 

Fährhafen auf Mykines

 

Der Hafen auf Mykines ist sehr eng und gegen das Meer wenig geschützt. Die Fähre muss in dieser Bucht jeweils erst wenden, bevor sie anlegen kann.

 

Die Fähre kommt.

 

Bei ruhiger See schlagen die Wellen unten im Hafen lustig gegen die schwarzen Felsen, aber bei starkem Wellengang … davon später!

 

Welle trifft auf Fels

 

Neben der Arbeit bleiben jeden Tag einige Stunden Freizeit.
Luddi, Koch und begnadeter Zeichner, nutzt diese, um seinem Hobby zu frönen.

 

Luddi, Koch und Künstler

 

Wir dagegen spazieren gerne durch das schmucke Dorf und hinaus über die Heide. Einmal wandern wir bis hin zu den Klippen im Nordwesten der Insel.

 

Mykines

 

 

 

Auf den Heiden treffen wir einige Schmarotzerraubmöwen an. Diese kleinen Raubmöwen haben sich darauf spezialisiert, anderen Seevögeln die Beute abzujagen. Auch Vogeleier oder Jungvögel haben einen festen Platz auf ihrem Menüplan.
Sie verteidigen ihre Nester, indem sie den unschuldigen Wanderer (oder in unserem Fall: die unschuldige Wandererin 😉 ) durch Scheinangriffe („Dive-bombing“) erschrecken. Leider geben sie dabei nicht an, in welche Richtung man/frau ausweichen soll.

 

Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus)

 

Immer wieder trifft man Büschel von lila blühenden Strand-Grasnelken.

 

Strand-Grasnelke (Armeria maritima)

 

Link zur Wanderung über die Heide bis zu den Klippen im Nordwesten: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Für heute Abend sind vier Gäste angemeldet, die bei uns übernachten wollen. Da das kleine Gästehaus lediglich drei Zimmer hat, sollen wir bei Ruby, der Grossmutter der Besitzerin, unterkommen.

Wir richten die Betten für die Gäste und Luddi führt uns zu Rubys Haus.
Bepackt mit unserem Bettzeug, stehen wir nun da vor der Türe. Es regnet in Strömen. Luddi verschwindet im Haus und kommt kurze Zeit später wieder heraus. Die Grossmama, bei der uns Marita eine Schlafgelegenheit hätte organisieren sollen, hat selber Gäste und keinen Platz für uns.

Flexibilität ist angesagt.
Diese Nacht verbringen wir in der Gaststube. Annette legt sich auf das antike Sofa und Beat schläft auf einer Matratze am Boden.

 

Gaststube in Marit’s House

 

Unsere Arbeit hat Früchte getragen:
Die kleine Küche ist aufgeräumt und, so gut es geht, eingerichtet. Die Gästebetten sind bezogen und für heute Nacht haben keine Gäste gebucht.
Deshalb beschliesst Luddi am Abend spontan mit der Fähre für eine Nacht nach Hause zu fahren.

 

Küche in Marit’s House

 

 

Gästezimmer in Marit’s House

 

Am nächsten Morgen schieben wir zwei Schubkarren zum Fähranleger, um die Lebensmittel, die er eingekauft hat, zum Gästehaus zu bringen.

Aber da kommt keine Fähre!

Trotz schönem Wetter und wenig Wind ist es unmöglich in diesen Hafen einzufahren. Die Wellen prallen von der falschen Seite auf die Insel. Die Bucht gleicht einem Hexenkessel. Hier kann kein Boot einfahren, ohne an den Felsen zu zerschellen.

 

 

 

Hafen von Mykines

 

Wir sind also auf uns alleine gestellt. Da die Insel vor allem Tagestouristen anzieht, läuft wenig und wir schaffen es, die drei Gäste, die uns besuchen, zufriedenzustellen. 🙂

Am Abend hat sich dann das Meer so weit beruhigt, dass Luddi, unser Chef vor Ort, wieder anreisen kann.
Alle anstehenden Arbeiten sind erledigt. Das Haus ist nun bereit für die kommende Saison.
Die meisten Gäste wandern tagsüber und kommen erst am Abend vorbei. Um diese zu bedienen, reicht eine Person vollständig aus.

Wir wollen nicht untätig herumsitzen und vereinbaren mit Marita, dass wir unseren Arbeitseinsatz vorzeitig beenden und jetzt nach Vágar zurückfahren, um unsere Reise mit dem Wohnmobil fortsetzen.

Nach sieben Tagen Mykenes verlassen wir die Insel ein wenig wehmütig wieder. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und Luddi war ein ausserordentlich angenehmer Chef.
Zum Abschied schenkt er uns ein Bild, das er extra für uns gezeichnet hat und begleitet uns bis zum Hafen.

 

Fischerboot auf Mykines

 

Lange winkt er uns zum Abschied nach.
Danke, Luddi, für die schöne Zeit, die wir hier mit dir zusammen verbringen durften.

 

Abschied von Luddi

 

Die Zeichnung hängen wir in unserem NOBIS an die einzige Wand, die dafür gross genug ist. Sie wird uns noch lange an unseren Arbeitseinsatz auf Mykines erinnern.

 

Mykines begleitet uns.

 

Link zur Strecke vom 3. Juni 2017:

 

 

Färöer

 

Ankunft in Tórshavn

22. Mai 2017

Morgens um 4:00 Uhr kündigt der Kapitän per Lautsprecher die Ankunft in Tórshavn für 5:00 Uhr an.

 

Sonnenaufgang aus dem Nordmeer

 

Die ersten Inseln der Färöer tauchen im Morgenlicht auf, ein begehrtes Sujet für die Fotografen, die sich zu dieser frühen Stunde aus den Bettlaken geschält haben.

 

Erster Blick auf die Färöer

 

Die Fähre legt pünktlich in Tórshavn an, unser Färöer-Abenteuer kann beginnen!

 

Tórshavn

 

Wir fahren in der Nähe des Hafens auf einen Parkplatz und beraten „quo vadis“ (wohin des Wegs).
Gleich nebenan steht auf einem Hügel ein kleines Häuschen und rechts davon lugen die Schlote der Fähre der Smyril Line, mit der wir angekommen sind, hervor.

 

Tradition und Neuzeit

 

Die Inselgruppe der Färöer besteht aus 18 Inseln, 17 davon sind bewohnt. Die Gesamtfläche beträgt 1’399 km². (Zum Vergleich, der Kanton Aargau hat eine Fläche von 1’404 km²).
Die allerersten Siedler waren irische Mönche, die hier um das Jahr 625 die Abgeschiedenheit suchten (und sicherlich auch fanden). Sie brachten Schafe mit.
Die heutige Bevölkerung stammt von Wikingern ab, die die „Schafsinseln“ ab etwa 850 besiedelten. Die Färinger sprechen färöisch, eine Sprache, die sich aus dem Altnorwegischen entwickelte.
Heute leben rund 50’000 Menschen und 100’00 Schafe hier. Die Färöer sind autonom, gehören aber zu Dänemark. Die Hauptstadt ist Tórshavn.

Als erstes fahren wir nach Kirkjubøur und treffen ein schmuckes Dörfchen an. Viele Häuser sind mit Grasdächern versehen.

 

Häuser in Kirkjubøur

 

 

Traditioneller färöischer Hausgiebel

 

Das Eisentor zum Kirchengelände ist mit bunten Glasscheiben verziert.

 

Friedhofstor und Kirche von Kirkjubøur

 

Die schlichte Kirche steht offen. Wir wagen zuerst nur einen Blick durch eine der ausgeschnittenen Verzierungen in der Türe.

 

Blick durch die Kirchentüre

 

Da auf den Färöer-Inseln kaum Bäume stehen, bauen die Stare ihre Nester in Natursteinmauern.
Zur Zeit piepst es gut hörbar aus vielen dieser Mauern und die Altvögel bringen ihrem Nachwuchs beinahe pausenlos Futter.

 

Made für den Nachwuchs

 

Nach einem kurzen Spaziergang durch Kirkjubøur kehren wir nach Tórshavn zurück. Inzwischen haben auch die Läden geöffnet und wir kaufen frisches Brot für unser Frühstück ein.

Das Wetter verschlechtert sich. Nebel hat die Sonne verdeckt. Wir fahren nach Fuglafjørður und stellen unser Wohnmobil auf den Stellplatz beim Bootshafen direkt an den Fjord.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Fuglafjørður

23. Mai 2017

Der Himmel ist mit Wolken verhangen und es regnet oft. Deshalb bleiben wir einen weiteren Tag an diesem ruhigen Platz.
Annette teilt dies im Tourismusbüro mit. Die nette Dame macht sie darauf aufmerksam, dass heute Abend in Leirvik ein Chorkonzert in der Kirche stattfinde.

Zudem stehe hier im Dorf ein altes Haus, das schon zweimal umgezogen sei. Da Holz rar und teuer sei, habe der Besitzer es jeweils „mitgenommen“ und nicht neu gebaut.
Annette wird der Schlüssel zu diesem Museums-Haus ausgehändigt und wir sollen ihn heute Nachmittag oder morgen Vormittag wieder zurückbringen.
Wir freuen uns über das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird.

Am Nachmittag, als der Regen nachlässt, besuchen wir das alte Haus. Es ist eingerichtet, als würde noch jemand hier wohnen.

 

Kochherd

 

 

Spüle, dahinter Wohn- und Schlafzimmer

 

 

Blick aus dem Fenster

 

Alles ist einfach und funktional gebaut. Die Türschlösser sind aus Buchenholz gefertigt.

 

Hölzernes Türschloss

 

Im Keller steht eine Steinmühle. Damit wurde das Korn für den täglichen Gebrauch von Hand gemahlen.

 

Handbetriebene Steinmühle

 

Später spazieren wir zum nahen Bootshafen. Eine Küstenseeschwalbe startet von der markanten Eisenskulptur, die hier steht.

 

Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea)

 

Andere Vögel dagegen sind im Flug erstarrt. Einem der Eisenvögel hat sich gar ein kleiner Wicht an den Schnabel gehängt.

 

Flug in die grosse, weite Welt

 

Am Abend wird das Wetter besser und wir fahren nach Leirvik an das Chorkonzert.

 

Leirviksfjørður

 

Nirgendwo wird auf das Konzert hingewiesen. Man weiss ja wohl, dass hier eine Veranstaltung stattfindet.

Der Chor besteht aus12 Sängern und 13 Sängerinnen.

Annette als ehemalige Hobby-Chorsängerin meint am Schluss: „Das Konzert ist hübsch gemacht mit unterhaltsamen Liedern. Leider geht die Dynamik nur von mf zu f, vereinzelt zu ff. Der Dirigent gibt den Ton sehr unsauber an und holt laut hörbar Luft, bevor er den Einsatz gibt. Der Männer-Frauenanteil ist gut ausgewogen, guter Blickkontakt. Einige Einsätze wirkten sehr unsicher, manchmal auch unreiner Stimmklang.“

Am Anfang und am Schluss singen alle zusammen ein Kirchenlied. Annette bekommt ein Liederbuch von der Dame hinter uns und singt so gut als möglich den färöischen Text mit.

Insgesamt war es ein schöner, stimmiger Abend, der uns einen Einblick in das Vereinsleben auf den Färöern ermöglicht hat.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Fahrt nicht nach Klaksvik!“

24. Mai 2017

Am Morgen scheint kurz die Sonne und Fuglafjørður zeigt sich in freundlichem Licht.

 

Blick von unserem Übernachtungsplatz auf Fuglafjørður

 

Ein Mitarbeiter des Kulturhauses, das gleich nebenan steht, lässt uns in den Aufenthaltsraum, der eigentlich geschlossen wäre. Hier haben wir guten Internetempfang.
Als wir ihm erzählen, dass wir nach Klaksvik weiter reisen wollen, meint er augenzwinkernd: „Nein, tut das nicht! Keiner geht nach Klaksvik, ausser er wird dafür bezahlt. Dort ist es hässlich und es gibt nur dumme, ungebildete Fischer, die nie eine Schule besucht haben.“

Später hören wir, dass man sich auf den Färöern viele Witze über die Leute aus Klaksvik erzählt. Sie sind das, was die Ostfriesen für die Deutschen und die Österreicher für die Schweizer.

Trotz der Warnung fahren wir nach Klaksvik und wandern von dort auf den Klakkur.

 

Blick auf Klaksvik

 

Leider hängen die Wolken tief, und es beginnt erst zu nieseln und dann zu regnen. Auf dem Gipfel warten wir einige Minuten, aber es zeichnet sich keine Wetterbesserung ab, schade.

Da die Sicht in die Ferne getrübt ist, konzentrieren wir uns auf die nähere Umgebung. Die Färöer werden auch „die Schafsinseln“ genannt. Überall weiden diese Tiere an den Hügeln.

 

Schafbocks-Portrait

 

Unten in Klaksvik wärmen wir uns im Café Jaqcson auf. Wir bestellen eine heisse Schokolade. Diese besteht aus einer Tasse heisser Milch mit einem Holzspatel mit einem „Schoggi-Brocken“, der sich langsam auflöst. Darüber viel Schlagsahne, sündhaft lecker! 🙂

Danach fahren wir dem Hvannasund entlang nach Múli. Das Dorf ist nicht mehr bewohnt. Wir drehen wieder um und stellen uns bei einem Picknickplatz neben die kaum befahrene Strasse. Hier bleiben wir über Nacht.

Link zur Wanderung auf den Klakkur: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung auf den Villingardalsfjall

25. Mai 2017

Am Morgen begrüsst uns blauer Himmel und wir beschliessen nach Viðareiði zu fahren, um von da auf den Villingardalsfjall, den zweithöchsten Berg der Färöer, zu wandern.

 

Hvannasund, Blick von unserem Übernachtungsplatz

 

Eine Bekassine landet neben unserem Wohnmobil und macht sich zu Fuss auf den Weg. Es scheint wirklich Wanderwetter zu sein. 😉

 

Bekassine (Numenius phaeopus)

 

Bei der Anfahrt auf Viðareiði sehen wir, dass der Gipfel noch leicht in den Wolken liegt, aber bis wir oben sind, werden die sich wohl verzogen haben.

 

Viðareiði mit Villingardalsfjall

 

Der Weg führt am Anfang leicht ansteigend durch eine Heide mit vielen feuchten Stellen. Wir sind froh um unsere guten Schuhe.

 

Annette auf dem Weg zum Gipfel

 

Später steigt der Pfad steil an und wir kraxeln in Falllinie durch Geröll und Fels. Der Weg ist aber mit blauen Plastikpfählen gut markiert.

Der Blick auf die Sunde und die umliegenden Berggipfel ist fantastisch.

 

Múlin

 

Ganz zuoberst, auf 841 m.ü.M. trifft Beat nicht etwa auf eine steinerne Skulptur oder eine steinerne Elfe, nein, Annette suchte im Nebel hinter einem Steinhaufen Schutz vor dem Wind.

 

 

Ja, leider haben sich die Wolken über dem Gipfel nicht gehoben, sondern gesenkt. Unbeirrt (das tönt positiver als stur, oder?) haben wir jedoch unseren Weg bis nach ganz oben fortgesetzt.

 

Villingardalsfjall erreicht

 

Auf den Marsch über den Grat bis Enniberg, der höchsten Klippe Europas, eventuell sogar der Welt, die 754 Meter beinahe senkrecht ins Meer abfällt, verzichten wir aber bei diesen Wetterbedingungen. Das Leben ist zu schön, um es leichtsinnig aufs Spiel zu setzen.

Stattdessen suchen und finden wir einmal mehr viel Schönes direkt vor unseren Füssen. Die Steine und Felsen sind dekorativ mit Moosen und Flechten überzogen.

 

Moos und Flechten auf einem Stein

 

Etwas unterhalb des Gipfels verlassen wir die Wolke wieder. 😉
Die Sicht auf Viðareiði und den dahinter liegenden Malinsfjall ist atemberaubend schön.

 

Viðareiði mit Malinsfjall

 

Kurz vor dem Dorf treffen wir auf eine kleine Schafherde, die von mehreren Leuten den Berg hinauf getrieben wird. Auch ein Border Collie beteiligt sich daran. Seine Einsätze verursachen aber viel Unruhe und sind selten hilfreich.

Zwei neugierige Lämmer, die wir spontan Black and White taufen, gefallen uns besonders gut.

Black and …

… White

 

 

 

 

 

 

Die Kirche von Viðareiði liegt oberhalb des alten Fischerhafens, der heute nicht mehr genutzt wird.

 

Kirche von Viðareiði

 

Nun fahren wir über die Insel Borðoy weiter auf Kunoy, wo wir hinter dem gleichnamigen Dorf am Ende der Strasse einen Platz finden, wo wir uns für die Nacht einrichten.

Link zur Wanderung auf den Villingardalsfjall: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Drei Jahre auf Achse

26. Mai 2017

Heute vor drei Jahren sind wir zu unserer Reise kreuz und quer durch Europa aufgebrochen. Das möchten wir mit einem traditionellen färöischen Abendessen feiern.
Wir wollen deshalb zurück nach Klaksvik fahren, um im Tourismusbüro nach einem entsprechenden Lokal zu fragen.

Die Strasse von Kunoy führt durch einen der hierzulande typischen einspurigen und unbeleuchteten Tunnels. Von einer Seite her hat man jeweils Vortritt und von der anderen Seite muss man in eine der vielen Ausweichbuchten fahren, wenn ein anderes Fahrzeug entgegen kommt.

 

Einspuriger Tunnel auf den Färöern

 

Vor Klaksvik liegt im Hafen ein russischer Fischtrawler. Das sieht man nicht alle Tage und ist einen Abstecher wert.

 

Russischer Fischtrawler in Klaksvik

 

Hochseehäfen, auch noch so kleine, faszinieren uns. Ist es der „Duft der grossen, weiten Welt“, den man da zu riechen glaubt?
Auf alle Fälle rutscht die Kamera jeweils wie selber aus der Hülle in Beats Hand.

Hier ein paar dieser „Schnappschüsse“.

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach besuchen wir die im alten nordischen Stil gebaute Christianskirkjan in Klaksvik.

 

Christianskirkjan in Klaksvik

 

Der dänische Architekt Peter Koch erhielt den Auftrag eine Kirche für Klaksvik zu zeichnen.
Das dänische Nationalmuseum stellte das Gemälde „Das heilige Abendmahl“ von Joakim Skovgaard zur Verfügung. Dieses Fresko malte er 1901 für die Domkirche in Viborg (DK). Dort drohte aber die hohe Feuchtigkeit in den Mauern das Kunstwerk zu zerstören. Es wurde auf Leinwand übertragen und ins Museum gebracht.
Der Architekt hat sozusagen die Kirche um dieses Altarbild herum entworfen. Sie wurde 1963 eingeweiht.

Das Gemälde wurde in den letzten Jahren restauriert und erstrahlt nun in neuem Glanz.

 

„Das heilige Abendmahl“ von Joakim Skovgaard

 

Der Taufstein diente bereits vor 4000 Jahren als heidnisches Opferbecken und steht auf einem Fuss aus Basalt. Er ist sicher das älteste Taufbecken Skandinaviens und vielleicht gar der Welt.

 

 

Im unteren Stock hängen zehn runde Holzreliefs von 135 cm Durchmesser. Der Künstler Edward Fuglø hat 2013 aus alten Holzstücken Szenen aus dem Leben Jesu gestaltet.

Schade, dass die Fotos nur einen Abklatsch dieser fantastischen Werke zeigen können.

 

Speisung der Fünftausend

 

 

 

 

 

 

 

Sturmstillung

 

 

 

 

 

 

 

Einzug in Jerusalem

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend feiern wir in Restaurant hjá Elisabeth in Viðareiði unser Jubiläum mit einem traditionellen färöischen Abendessen. Wir bestellen Trottellumme und Lamm und erhalten viel Fleisch, Kartoffeln und wenig Gemüse, das hier kaum wächst.
Die Trottellumme, ein grosser Seevogel, hat sehr dunkles, beinahe schwarzes Fleisch und der Geschmack erinnert stark an Leber.

Nach dem leckeren Mahl wechseln wir die Insel und fahren nochmals auf den lauschigen und ruhigen Übernachtungsplatz vor Múli.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf nach Mykines

27. Mai 2017

Um 13:30 Uhr sollen wir uns im Hotel Magenta in Miðvagar einfinden. Eigentlich wollten wir dort, wie seit Monaten abgemacht, bereits vor fünf Tagen mit unserem zweiwöchigen Stage beginnen.
Doch Marita, die Besitzerin war da gerade in Norwegen …

Nun sind wir doch noch willkommen, obwohl es zur Zeit wenig Arbeit gebe, wie sie uns gestern telefonisch mitgeteilt hat.
Wir fahren also nach Miðvagar, das auf der Insel Vágar liegt.

Unterwegs staunen wir über die unzähligen Bäche und Katarakte, die sich die Berge herunterziehen.

 

Hvalvík

 

Das Setzen der Kartoffeln geht hier anders als wir es gewohnt sind.
In die Grasnarben werden lange Linien gestochen. Jeder zweite Streifen wird danach mit dem Spaten in Stücke getrennt. Nun werden die Kartoffeln auf das unzertrennte Grasband gelegt und mit den danebenliegenden Soden zugedeckt.

Als wir uns neugierig erkundigen, erklärt man uns, dass die Kartoffeln so besser gedeihen, weil durch das Verrotten des Grases etwas Wärme entsteht. Dazu trägt auch die dunkle Oberfläche bei. Bei der Ernte wird die Grassode in ihre ursprüngliche Lage zurückgeklappt. Nach einem oder zwei Jahren Ruhepause wird der Acker erneut für Kartoffeln genutzt.

 

Kartoffelpflanzen auf den Färöern

 

 

In Hósvik entsteht ein Kartoffelacker.

 

Kurz vor unserem Ziel fällt uns in Sandavágur die markante Kirche auf, doch wir haben jetzt keine Zeit, sie genauer anzusehen.

 

Kirche von Sandavágur

 

Im Hotel Magenta in Miðvagar treffen wir neben der Chefin Marita auch Adelle, eine „Workawayerin“ aus Australien an. Sie ist schon länger hier und will bis Mitte August bleiben.

Wir sollen deshalb auf der Insel Mykines, die für ihren Vogelreichtum bekannt ist, arbeiten. Luddi, der Koch, sei dort und werde uns am Hafen in Empfang nehmen.

Wir freuen uns sehr darüber.

Für wie lange? … Ein bis zwei Tage, oder so, das weiss niemand so genau. Planen scheint nicht die Stärke von Marita zu sein. Wir packen einige Kleider und notwendige Utensilien ein und bald darauf bringt uns Marita nach Sørvágur zur Personenfähre, denn Autos gibt es auf Mykines keine.

Wir fahren an einigen kleineren Inseln und Felsen vorbei, die dekorativ aus dem Meer ragen.
Leider schaukelt das kleine Schiff trotz relativ ruhiger See so stark, dass es kaum möglich ist, ein vernünftiges Foto zu schiessen.

 

Lítli Drangur und Stóri Drangur

 

Nun steuern wir auf Mykines zu.

 

Erster Blick auf Mykines

 

Wir fahren der Insel entlang zum Hafen, der sich im Westen befindet. Nun entdecken wir das kleine Dorf, das oberhalb der Klippen im saftigen Grün liegt. Hier werden wir nun also ein paar Tage verbringen.

 

Dorf Mykines auf der Insel Mykines

 

Am Hafen werden wir von Luddi abgeholt. Wenigstens das klappt auf Anhieb. 🙂

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Durch Dänemark von Süd nach Nord

 

Nordwärts

19. Mai 2017

Gestern sind wir in Dänemark angekommen und haben bei Aalbæk übernachtet. Morgen wollen wir unseren NOBIS in Hirtshals auf die Fähre verladen.
Um trotzdem noch etwas von Dänemark zu sehen, wählen wir nicht den direkten Weg, sondern fahren um den Ringkøbing Fjord.

In Varde liegen im gleichnamigen Fluss viele Boote.

 

„Jachthafen“ in Varde

 

Kurze Zeit später erreichen wir den Ringkøbing Fjord, ein Binnenmeer, das lediglich durch einen schmalen Durchgang mit dem Ozean verbunden ist.

 

Ringkøbing Fjord bei Nymindegab

 

 

Steg am Ringkøbing Fjord

 

Auf dem Streifen zwischen Nordsee und Fjord stehen viele Ferienhaussiedlungen. Vereinzelt sind aber auch Wohnhäuser zwischen den Dünen zu sehen.

 

Wohnhaus zwischen den Dünen

 

In der Nähe von Viborg finden wir einen Picknickplatz. Die milde Temperatur erlaubt es uns sogar, das Abendbrot draussen einzunehmen.

Link zur gestrigen Strecke:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf die Fähre

20. Mai 2017

Wir sind frühzeitig in Hirtshals.
Beim Einchecken übergeben wir unsere Fahrkarten der Dame im Kabäuschen. Diese fragt, ob wir nach Island fahren würden. Wir bestätigen dies und erwähnen, dass wir davor aber drei Wochen lang die Färöer Inseln bereisen wollen.
Sie hakt nach, ob wir denn die Fähre in Tórshavn (Färöer) mit unserem Wohnmobil verlassen wollen.
Irritiert bestätigen wir dies und schieben nochmals nach, dass wir ja drei Wochen auf den Färöern verbringen werden. Eine rege Diskussion per Funk beginnt. Nach einigen Minuten informiert sie uns, dass sie am Abklären sei, ob dies gehe, da das Schiff lediglich fünf Stunden im Hafen von Tórshavn liege.
Nach einigem Hin und Her begreift sie doch noch, dass wir nicht am selben Tag weiterfahren wollen, sondern an dem Datum, das auf der Reservierung steht, die vor ihrer Nase liegt.

Ja, manchmal ist das Einfachste schon kompliziert genug!

Endlich dürfen wir unseren NOBIS ein Stück weiter vorrücken und auf das Verladen warten.

 

Einchecken in Hirtshals

 

Da nur eine Person das Fahrzeug aufs Schiff führen darf, will Annette die wenigen Meter zum Boot zu Fuss zurücklegen. Doch das scheint nicht erlaubt zu sein.
Sie wird in einen Reisebus gebeten. Nach und nach treffen weitere „Fussgänger“ ein. Dann passiert lange Zeit gar nichts. Irgendwann startet der Chauffeur den Motor und fährt zügig auf die Fähre zu, um kurz davor abzubiegen und an allen geparkten Autos vorbei gegen die Ausfahrt vom Hafengeländes zu fahren. Die Passagiere sind verdutzt. In einem weiten Bogen werden sie vom Hafen weggefahren, nur um auf einer anderen Spur wieder fast an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Dort dürfen alle aussteigen und über diverse Treppen und Gangways die Fähre betreten. Vor allem für ältere Passagiere, die mit grossen Koffern reisen, eine Zumutung.

Müssen hier Arbeitsstellen erhalten werden, dass alles so kompliziert organisiert ist?

Irgendwann sind wir dann doch zusammen auf der „MS Norröna“ und sehen vom Deck aus dem Verladevorgang zu.
Die meisten LKW-Auflader sind mit „Explore Iceland and the Faroe Islands“ angeschrieben.
Wir folgern, dass wir auf der richtigen Fähre gelandet sind. 😉

 

Verladen der Güter

 

Ein scheppernder Lautsprecher informiert, dass sich die Abfahrt um ein- bis eineinhalb Stunden verzögern wird.

 

Lautsprecher an Bord

 

Endlich ist es so weit. Die Auffahrrampe wird hochgeklappt …

 

Rampe hoch!

 

… die Trossen von den Pollern gelöst …

 

Trossen lösen!

 

… und los geht’s ins weite Meer!

 

Vergängliche Spur

 

Einige Möwen begleiten uns noch ein Stück weit …

 

Junge Silbermöwe (Larus argentatus)

 

… und dann sind wir alleine in der unendlichen Weite der Nordsee.

Einzig ein Kreuzfahrtschiff kreuzt, wie sein Name ja sagt, in einiger Entfernung unseren Weg.

 

„Silhouette“ auf hoher See

 

Link zur heutigen Strecke: (Die Strecke der Fähre ist nur sehr ungenau eingezeichnet!)

 

 

Muckle Flugga, die alte Bekannte

21. Mai 2017

Gegen Abend fahren wir an den Shetland-Inseln vorbei. Hier verbrachten wir im Sommer 2015 sechs erlebnisreiche Wochen.
Damals sahen wir Muckle Flugga, das kleine Eiland mit dem nördlichsten Leuchtturm Grossbritanniens, von der Insel Unst aus.

Link zu unserem Besuch der nördlichen Shetland-Inseln 2015:

Heute ziehen wir auf dem Meer daran vorbei.

 

Leuchtturm auf Muckle Flugga

 

 

 

Viele stehen auf dem Deck und geniessen den Blick auf die Inseln oder schiessen noch schnell ein Bild.

 

Die Shetland-Inseln wollen fotografiert sein.

 

Unbeirrt stampfen die Maschinen im Bauch der Fähre und bringen die MS Norröna weiter nordwärts.

 

Kamine der Fähre

 

Plötzlich taucht vor dem Fenster ein Bohrturm auf. Da der Weg auf das Deck zu lang ist, klickt Beat in der Not durch die dicke, nicht ganz saubere Scheibe.

Es entsteht kein Meisterwerk, aber ein Dokument der Erdölgewinnung auf hoher See.

 

Ölplattform in der Nordsee

 

Wir werden eine zweite Nacht auf der Fähre verbringen und morgen im Hafen von Tórshavn einlaufen.

Hier trotzdem ein Versuch zur heutigen Strecke: 😉 (Die Strecke der Fähre ist nur sehr ungenau eingezeichnet!)

 

 

Von Süd nach Nord durch Deutschland

 

 Ab ins Ausland

3. Mai 2017

Heute starten wir Richtung Norden und schaffen es über Österreich bis nach Deutschland.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Unserem NOBIS was Gutes tun

4. Mai 2017

In Mering lassen wir unser Wohnmobil auf Herz und Nieren testen und kleinere Reparaturen ausführen.
Wenige Kilometer weiter, am Friedberger See, bleiben wir über Nacht.

 

Höckerschwan (Cygnus olor) am Friedberger See

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

An die Donau

5. Mai 2017

Wir fahren an die „schöne blaue Donau“. Bei dem bedeckten Himmel und den Regenfällen der vergangenen Tage ist sie eher grau als blau, aber was soll’s …?
Oberhalb von Hofkirchen finden wir einen exklusiven Übernachtungs-Platz mit Sicht auf den Fluss.

 

Donau bei Hofkirchen

 

Hier liegt eine der Kriegsgräberstätte Bayerns.
Wir spazieren über den gepflegten Friedhof und uns wird einmal mehr vor Augen geführt, wie viele Menschen im zweiten Weltkrieg sinnlos ihr Leben verloren haben.

 

Kriegsgräberstätte Hofkirchen

 

Auf der Innenwand des runden Turmes sind die Namen von über 2500 Kriegsopfern aufgeführt.

Für den 25-jährigen Josef, der im Jahre 2010 in Afghanistan gefallen ist, wurde ein separater Stein aufgestellt. Wir hoffen, dass hier in Zukunft keine weiteren Namenstafeln angebracht werden müssen.

 

Gefallene im zweiten Weltkrieg und in Afghanistan

 

Das Gedicht zum Gedenken an einen gefallenen Bruder schafft eine emotionale Nähe zu den zahllosen, unbekannten Toten.

 

„Es weht der Wind …“

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von der Donau auf den Geißkopf

6. Mai 2017

Die düstere Stimmung von gestern ist verflogen. Die Sonne scheint und wir geniessen den Blick von unserem Frühstückstisch aus auf die blaue Donau, wo sich ein Lastkahn nach dem anderen langsam flussaufwärts kämpft.

 

Lastkahn auf der Donau

 

Das motiviert zu einem Spaziergang hinunter an das Ufer des viel besungenen Flusses.

 

Hofkirchen in der Morgensonne

 

Ein Biber will hier seinen neuen Wohnsitz errichten. Es gibt noch keinen Damm, doch ein erster Baum wurde in der letzten Nacht angeknabbert und wird wohl Morgen gefällt werden.

 

Biberspuren

 

Wir sind die strahlende Sonne noch nicht gewohnt und fahren deshalb nach Regen. Doch auch hier liegen die Temperaturen über 20°C.

Nichts mit „nomen est omen“, hier gilt „Schall und Rauch“!

 

Sonne in Regen

 

Wir nutzen die frühlingshaften Wärme und fahren in Unterbernau mit der Sesselbahn auf den Geißkopf.
Dieser Berg scheint das Ziel aller Mountainbike-Fahrer von nah und fern zu sein. Neben dem Sessellift, der mehr Biker befördert als Wanderer, zieht auch ein Skilift die Radfahrer den Berg hoch.

Downhill ist angesagt!

 

Sessel- und Bikelift am Geißkopf

 

Tipp für Eilige: der Schlepplift ist schneller als die Sessel!

 

Annette und die Biker

 

Auf dem Geißkopf besteigen wir den markanten Aussichtsturm.

 

Aussichsturm auf dem Geißkopf

 

Aussicht vom Geißkopf

 

Für uns ist nicht Downhill, sondern Uphill angesagt. Wir wandern auf den Bernau-Riegel und weiter auf den Dreitannen-Riegel.
Beide sind als Aussichtsberge deklariert und wirklich, man sieht auch jeweils etwas in die Weite und ins Tal. Uns fehlt die uneingeschränkte Fernsicht. Aber da sind wir Schweizer wohl ein wenig verwöhnt.

Die Wanderung durch den Wald tut gut und wir lassen deshalb auf dem Rückweg die Sesselbahn links liegen und steigen zu Fuss zu unserem NOBIS ab.

Über Nacht bleiben wir, wie viele Biker auch, auf einem der grossen, ruhigen Parkplätze.

Link zur Wanderung vom Geißkopf auf den Bernau-Riegel, den Dreitannen-Riegel und zurück nach Unterbernau: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Tirschenreuth

7. Mai 2017

Unser heutiges Ziel ist die Tirschenreuther Teichplatte, das „Land der 1000 Teiche“.

Es ist sehr regnerisch, doch wir nutzen eine Wolkenlücke und spazieren auf der Trasse der ehemaligen Vizinalbahn (Eisenbahn zur Erschliessung des ländlichen Raums) hinaus zur Himmelsleiter.

Schon von weitem sieht man den markanten Stahlbau, der über dem Rad- und Wanderweg steht.

 

Himmelsleiter von Tirschenreuth

 

Von oben geniesst man den Blick über einige der Teiche, in denen noch heute Karpfen gezüchtet werden.
Vor über 1000 Jahren haben Zisterziensermönche hier die Fischzucht begründet.

Heute ist die „Waldnaabaue“ ein grosses Naturschutzgebiet. Sie ist Heimat für viele seltene, zum Teil vom Aussterben bedrohte, Tier- und Pflanzenarten.

 

Karpfenteiche in der „Waldnaabaue“

 

Naturschutzgebiet „Waldnaabaue“

 

 

Tirschenreuther Himmelsleiter

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach so vielen Karpfenteichen wollen wir zum Abendbrot diesen Fisch essen. Deshalb fahren wir zurück ins Dorf, wo wir einen schönen Platz am Netzbach finden.

 

Fischhofbrücke über den Netzbach

 

Klettnersturm, Tirschenreuth

 

Ehemaliger Fischhof, heute Amtsgericht

 

Karpfen essen ist jetzt im Mai nicht ganz einfach.
Die „richtige“ Zeit sei von September bis März, wird Annette von einem Passanten, den sie nach einem Tipp fragt, belehrt.
Im Restaurant Seenario wird uns aber dann doch noch ein Karpfen serviert.

Link zum Spaziergang zur Tirschenreuther Himmelsleiter:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Haus über Kopf!

8. Mai 2017

In Günthersdorf, ehemals DDR, haben sie die Wende vom Kommunismus zur freien Marktwirtschaft wörtlich genommen. Da steht nicht nur ein gigantisches Einkaufszentrum, nein, sondern auch ein ganzes Einfamilienhaus Kopf.

 

Das verrückte Haus in Günthersdorf

 

Wir fahren weiter bis Wipshausen und stellen uns für die Nacht auf einen ruhigen Wanderparkplatz im Wald.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Celle

9. Mai 2017

In Celle stehen wir und nicht die Häuser beinahe auf dem Kopf.

Die Stadt wurde im 2. Weltkrieg von Bomben verschont. Die historischen Bauten wurden liebevoll renoviert und die alten Riegelhäuser sind heute eine Reise wert.

 

Häuserzeile in Celle

 

 

 

Altstadt Celle

 

Die Stadt ist aber nicht zu einem Museum verkommen. Die Häuser sind bewohnt und im Erdgeschoss ziehen viele Geschäfte und Restaurants die Touristen an.

Ausserhalb der Kernzone ist genügend Platz für Neubauten. Das Wandgemälde einer Bank ist uns besonders aufgefallen.
Man deutet es entweder als:
– Hier arbeitet das Geld fleissig wie eine Biene …
oder als:
– Mit dem Geld wird die Natur so verbaut, dass die Bienen den Asphalt fressen müssen.

Jeder sieht eben, was er sehen will!!!

 

 

 

Für die Bienen und vor allem für die Menschen gibt es in Celle einen schönen Park.
Ein grosser Baum wurde eingetopft.
Wie das geht?
Wir haben eine Vermutung, aber die geben wir nicht preis! 🙂

 

Eingetopfter Parkbaum

 

Nach dieser Stadtbesichtigung fahren wir weiter nach Lütjenburg zu Annettes Schwester und ihrer Familie. Wir werden herzlich empfangen und verbringen da einige erholsame Tage.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lütjenburg

10. – 16. Mai 2017

Das Wetter ist sehr wechselhaft und eher kühl.

Wir nutzen wir den einzigen sonnigen Tag, den 11. Mai, für eine Wanderung.

Die Rapsfelder stehen in voller Blüte und geben für die Turmhügelburg einen schönen Hintergrund ab.

 

Turmhügelburg von Lütjenburg

 

 

Rapsfelder in Schleswig Holstein

 

Schleswig Holstein ist bekannt für seine vielen, schönen Seen.
Auch kleinere, unbekannte finden ihre Liebhaber. Ein Schwan dreht auf dem Teich ruhig seine Runden und lässt sich von uns nicht stören.

 

Höckerschwan (Cygnus olor)

 

Daneben liegt ein schattiges Moor, das anderen Tieren Lebensraum bietet.

 

 

Ein abenteuerlicher Pfad führt hindurch. Dieser hat schon bessere Zeiten gesehen, doch lässt er uns trotz seinem üblen Zustand trockenen Fusses das kleine Feuchtgebiet queren.
Nur bei Beat bricht er an einer Stelle ein, nur so zum Spass natürlich. 😕
Der Steg will ihm damit wohl aufzeigen, dass ihm einige Kilos weniger auch gut anstehen würden!

Jaja, Moralapostel gibt es in jeder Form und überall!

 

„Antiker“ Holzpfad

 

Wir haben diese Herausforderung mit Bravour gemeistert und wagen uns nun an härtere Abenteuer.
Wir besteigen den Streetzerberg, einen Achttausender!

Wir wissen, dass uns das niemand glauben will und trotzdem ist es so!
Es gibt in Schleswig-Holstein einen Achttausender!!!

Um alle Zweifel zu beseitigen, haben wir den Gipfelpfahl fotografiert und da steht die Höhe: 8700 ü. N.N. dunkelgrau auf hellgrau!

 

Streetzerberg, Achttausender in Schleswig Holstein

 

Selbst ein roter Milan findet das aussergewöhnlich. Er fliegt bewundernd über uns hinweg.

 

Roter Milan (Milvus milvus)

 

Erschöpft von der Höhe (wir waren ohne Sauerstoffflaschen unterwegs!) wandern wir in tieferen Gefilden zu unserem NOBIS zurück.

 

 

Link zur Wanderung über den Streetzerberg: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Am Montag, 15. Mai besuchen wir Herumkommers in Hamburg und verbringen einen kurzweiligen Tag.
Wir haben Herumkommer und Frau Rumkommer 2015 in Schottland getroffen. Sie sind oft mit ihrem Wohnmobil unterwegs und berichten darüber in ihrem Foto-Reiseblog.

Link zum Blog von Herumkommers:

 

 

Auf nach Dänemark

17. Mai 2017

Unsere Fähre auf die Färöer Inseln fährt am 20. Mai ab Hirtshals, Dänemark.
Deshalb heisst es heute Abschied nehmen.

In Kiel treffen wir Bärbel und Günter. Sie haben vor einem Jahr die Blogadresse auf unserem Wohnmobil gelesen und sich umgehend bei uns gemeldet. Leider waren wir schon wieder weitergezogen. Aber jetzt holen wir das Treffen nach und verbringen zusammen einen gemütlichen Abend an der Kieler Förde.

Danach fahren wir nur noch bis Eckernförde und übernachten da auf einem Parkplatz beim Segelhafen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Weiter nach Dänemark

18. Mai 2017

Am Morgen lädt der Hafen vor unserer „Haustüre“ zum Fotografieren ein.

 

Segelhafen von Eckernförde

 

Auf dem Bild sieht man beim flüchtigen Betrachten nur Segelschiffe.
Doch ein unscheinbares, älteres Fahrrad wünscht sich ebenfalls Beachtung!

 

Fahrrad-Detail

 

Fahrrad-Detail

 

Fahrrad-Detail

 

Nein, nein, das sind nicht die Speichen des Fahrrades, das sind die Pfähle, an denen die Segelschiffe vertäut sind.

 

Siehste … recht gehabt!

 

Nun geht es aber definitiv über die Grenze nach Dänemark, wir wollen ja unsere Fähre nicht verpassen!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Drei Jahre unserwegs!

 

Wie schnell die Zeit vergeht

26. Mai 2017

Heute vor genau drei Jahren sind wir aufgebrochen, um Europa kennenzulernen.

 

 

Vielen Dank, liebe Leserin, lieber Leser, dass du uns dabei auf unserem Reiseblog begleitest.