Auf der Insel Mykines

 

Ankunft auf Mykines

27. Mai bis 3. Juni 2017

Luddi, der Koch bringt uns zu Marit’s House. Zur Begrüssung schenkt er eine leckere, heisse Schokolade ein, die er mit verschiedenen Gewürzen versehen hat.
Danach zeigt er uns unser Zimmer und meint: „Geht spazieren, das Wetter ist so schön.“

Es ist bereits nach 18:00 Uhr, als wir aufbrechen.
Wir wandern hoch zu den Klippen und treffen da einige Papageientaucher an.

 

Papageientaucher (Fratercula arctica) beim Nestbau

 

Die putzigen Vögel erinnern an geschminkte Clowns.
Wenn sie sich flatternd von den Klippen stürzen, fürchtet man um ihr Leben. Doch sie sind gute Flieger und Taucher, die sich von Fischen ernähren. Sie leben nur zur Brutzeit auf dem Land, danach fliegen sie wieder aufs offene Meer hinaus.

Wir wandern den Klippen entlang. Einige der Weiden sind eingezäunt, doch da kann man problemlos ausserhalb der Zäune gehen.

 

Klippe auf Mykines

 

Weit vorne sehen wir Mykineshólmur. Diese Insel wollen wir uns später ansehen.

 

Blick nach Mykineshólmur

 

Mykines ist als Vogelinsel bekannt. In den Klippen, in Höhlen, in Natursteinmauern oder in den Wiesen, überall entdeckt man Nistplätze.

 

Steinschmätzer-Weibchen (Oenanthe oenanthe)

 

Auf den Färöern spielen die Schafe seit jeher eine wichtige Rolle. Es gibt heute noch etwa doppelt so viele Schafe wie Menschen. Kein Wunder, dass sich das sogar auf die Gestaltung der Grenzpunkte auswirkt.

 

Grenzmarke auf Mykines

 

Voller Eindrücke kehren wir zurück ins Guesthouse.
Luddi hat sich bereits schlafen gelegt und wir wärmen uns zum Abendessen etwas von der Fleischsuppe auf, die auf dem Herd steht.

Link zur Wanderung an die Klippe: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Ausflug auf Mykineshólmur

Nach dem Frühstück geht es an die Arbeit, dazu sind wir ja da. Als „Workawayer“ sollen wir pro Tag vier bis fünf Stunden arbeiten, das sind die Vorgaben der weltweit tätigen Organisation.

Aber Luddi hat keine klaren Vorstellungen darüber, was wir tun sollen.
Da wir in der Schweiz ein kleines Alprestaurant geführt haben, entscheiden wir selber, welche Arbeiten dringend sind und machen uns nützlich.

Für die Nacht sind Gäste angesagt.
Lea und Marcus aus Dänemark treffen um 17:00 Uhr mit der Personenfähre ein. Wir nehmen zusammen das Abendessen ein. Danach brechen sie auf zum Leuchtturm.
Wir folgen ihnen nach dem Geschirrspülen.

 

Mykines

 

Der Leuchtturm steht auf der vorgelagerten Insel Mykineshólmur, die nur über eine Brücke erreichbar ist. Dies sei die erste Brücke über das Meer, die auf den Färöern gebaut wurde, erzählt uns Luddi stolz.

 

Brücke über das Meer

 

Von dem Steg aus kann man in den Klippen des Sunds unzählige Seevögel beobachten. Sie nisten auf den knappen Felsvorsprüngen und brüten zur Zeit ihre Eier aus.

 

Eissturmvogel (Fulmarus glacialis)

 

 

Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla)

 

Von weitem schon sieht man das einzige Wohnhaus, das auf Mykineshólmur steht. Früher wohnte hier eine Bauernfamilie, die auch für den Betrieb des Leuchtturms verantwortlich war, aber heute dient das Gebäude wohl nur noch als Ferienhaus.
Kein Wunder, es ist lediglich zu Fuss erreichbar und liegt mehr als eine Stunde vom Hafen entfernt.

 

Das Haus auf Mykineshólmur

 

Wir wandern auf dem Grat zum Leuchtturm.

 

Leuchtturm von Mykineshólmur

 

Den anstrengenden Weg hierher nimmt man aber nicht nur wegen des Leuchtturms auf sich, sondern vor allem wegen den Papageientauchern, die hier am Abend in grosser Zahl anzutreffen sind.

 

Papageientaucher (Fratercula arctica)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glücklich und zufrieden kehren wir nach 22.00 Uhr ins Dorf zurück.

 

Link zur Wanderung zum Leuchtturm auf Mykineshólmur: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Aus Chaos wird Ordnung

In den nächsten Tagen bringen wir das Guesthouse auf Vordermann. Es ist noch nicht für den Betrieb mit Gästen eingerichtet. In der kleinen Küche ist alles verstellt, man kann kaum arbeiten.
Das Besteck zum Beispiel liegt in einem grossen Haufen ungeordnet in einer Plastikbox, darunter auch viele unbrauchbare Zierlöffel und Besteckteile, die man eher in einem Museum erwartet als in einen Gastbetrieb.
Zum Glück gehört ein Schuppen zum Anwesen. Dahin wandern nun die „Platzversperrer“.
Vieles scheinen seit Jahren nicht benutzt und muss erst gründlich gereinigt werden.

Neben der Arbeit finden wir auch Zeit das Dorf und die Insel zu erkunden.

 

Mykines

 

Mykines ist fahrplanmässig mit der Personenfähre oder einem Helikopter erreichbar.
Dass ein Helikopter als öffentliches Verkehrsmittel nach einem festen Zeitplan fliegt, das haben wir bisher nicht gekannt.
Helikopter und Fähre bedienen die Insel zweimal täglich.

 

Helikopter auf Mykines

 

Dass Dreizehenmöwen hier landen, das erstaunt uns dagegen gar nicht.

 

Dreizehenmöwe im Landeanflug

 

 

Fährhafen auf Mykines

 

Der Hafen auf Mykines ist sehr eng und gegen das Meer wenig geschützt. Die Fähre muss in dieser Bucht jeweils erst wenden, bevor sie anlegen kann.

 

Die Fähre kommt.

 

Bei ruhiger See schlagen die Wellen unten im Hafen lustig gegen die schwarzen Felsen, aber bei starkem Wellengang … davon später!

 

Welle trifft auf Fels

 

Neben der Arbeit bleiben jeden Tag einige Stunden Freizeit.
Luddi, Koch und begnadeter Zeichner, nutzt diese, um seinem Hobby zu frönen.

 

Luddi, Koch und Künstler

 

Wir dagegen spazieren gerne durch das schmucke Dorf und hinaus über die Heide. Einmal wandern wir bis hin zu den Klippen im Nordwesten der Insel.

 

Mykines

 

 

 

Auf den Heiden treffen wir einige Schmarotzerraubmöwen an. Diese kleinen Raubmöwen haben sich darauf spezialisiert, anderen Seevögeln die Beute abzujagen. Auch Vogeleier oder Jungvögel haben einen festen Platz auf ihrem Menüplan.
Sie verteidigen ihre Nester, indem sie den unschuldigen Wanderer (oder in unserem Fall: die unschuldige Wandererin 😉 ) durch Scheinangriffe („Dive-bombing“) erschrecken. Leider geben sie dabei nicht an, in welche Richtung man/frau ausweichen soll.

 

Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus)

 

Immer wieder trifft man Büschel von lila blühenden Strand-Grasnelken.

 

Strand-Grasnelke (Armeria maritima)

 

Link zur Wanderung über die Heide bis zu den Klippen im Nordwesten: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Für heute Abend sind vier Gäste angemeldet, die bei uns übernachten wollen. Da das kleine Gästehaus lediglich drei Zimmer hat, sollen wir bei Ruby, der Grossmutter der Besitzerin, unterkommen.

Wir richten die Betten für die Gäste und Luddi führt uns zu Rubys Haus.
Bepackt mit unserem Bettzeug, stehen wir nun da vor der Türe. Es regnet in Strömen. Luddi verschwindet im Haus und kommt kurze Zeit später wieder heraus. Die Grossmama, bei der uns Marita eine Schlafgelegenheit hätte organisieren sollen, hat selber Gäste und keinen Platz für uns.

Flexibilität ist angesagt.
Diese Nacht verbringen wir in der Gaststube. Annette legt sich auf das antike Sofa und Beat schläft auf einer Matratze am Boden.

 

Gaststube in Marit’s House

 

Unsere Arbeit hat Früchte getragen:
Die kleine Küche ist aufgeräumt und, so gut es geht, eingerichtet. Die Gästebetten sind bezogen und für heute Nacht haben keine Gäste gebucht.
Deshalb beschliesst Luddi am Abend spontan mit der Fähre für eine Nacht nach Hause zu fahren.

 

Küche in Marit’s House

 

 

Gästezimmer in Marit’s House

 

Am nächsten Morgen schieben wir zwei Schubkarren zum Fähranleger, um die Lebensmittel, die er eingekauft hat, zum Gästehaus zu bringen.

Aber da kommt keine Fähre!

Trotz schönem Wetter und wenig Wind ist es unmöglich in diesen Hafen einzufahren. Die Wellen prallen von der falschen Seite auf die Insel. Die Bucht gleicht einem Hexenkessel. Hier kann kein Boot einfahren, ohne an den Felsen zu zerschellen.

 

 

 

Hafen von Mykines

 

Wir sind also auf uns alleine gestellt. Da die Insel vor allem Tagestouristen anzieht, läuft wenig und wir schaffen es, die drei Gäste, die uns besuchen, zufriedenzustellen. 🙂

Am Abend hat sich dann das Meer so weit beruhigt, dass Luddi, unser Chef vor Ort, wieder anreisen kann.
Alle anstehenden Arbeiten sind erledigt. Das Haus ist nun bereit für die kommende Saison.
Die meisten Gäste wandern tagsüber und kommen erst am Abend vorbei. Um diese zu bedienen, reicht eine Person vollständig aus.

Wir wollen nicht untätig herumsitzen und vereinbaren mit Marita, dass wir unseren Arbeitseinsatz vorzeitig beenden und jetzt nach Vágar zurückfahren, um unsere Reise mit dem Wohnmobil fortsetzen.

Nach sieben Tagen Mykenes verlassen wir die Insel ein wenig wehmütig wieder. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und Luddi war ein ausserordentlich angenehmer Chef.
Zum Abschied schenkt er uns ein Bild, das er extra für uns gezeichnet hat und begleitet uns bis zum Hafen.

 

Fischerboot auf Mykines

 

Lange winkt er uns zum Abschied nach.
Danke, Luddi, für die schöne Zeit, die wir hier mit dir zusammen verbringen durften.

 

Abschied von Luddi

 

Die Zeichnung hängen wir in unserem NOBIS an die einzige Wand, die dafür gross genug ist. Sie wird uns noch lange an unseren Arbeitseinsatz auf Mykines erinnern.

 

Mykines begleitet uns.

 

Link zur Strecke vom 3. Juni 2017:

 

 

4 Gedanken zu “Auf der Insel Mykines

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