Pause in der Schweiz

 

Monte San Michele

2. April 2015

Auf dem Monte San Michele (Italien) künden die ersten Blüten den Frühling an.

 

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Eine Frau in Wanderkleidung spricht uns an und fragt nach dem Woher und Wohin. Sie ist mit ihrem Ehemann und zwei halbwüchsigen Töchter von Österreich nach Udine gefahren. Jetzt wandern sie gemeinsam von den Alpen bis zum Mittelmeer, das sie morgen erreichen wollen. Stolz erzählt sie von ihrem „Familienkreuzweg“. Wir finden diese Idee toll und bewundern die Leistung der vier Unentwegten.

 

 

Historischer Monte San Michele

3. April 2015

Am Morgen geniessen wir die schöne Aussicht mit den schneebedeckten Alpen im Hintergrund.

Wir haben die Nacht auf einem geschichtsträchtigen Berg verbracht.
Wir besuchen das Museum und erfahren, dass hier Österreich-Ungarn gegen Italien gekämpft hat. Um den Monte San Michele wurden im Ersten Weltkrieg (1914 -1918) erbitterte Kämpfe geführt. Der Gipfel wurde zu einer Festung ausgebaut. Auf dem ganzen Berg zeugen alte Schützengräben von den Schlachten.

 

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Dieses eindrückliche Denkmal wurde aus Granatentrümmern gebaut, die man hier fand.

 

Danach fahren wir weiter in die Schweiz. In Lugano treffen wir die Familie von Annettes Bruder, die unterwegs nach Italien ist. Wir dagegen sind auf dem Weg von Italien nach Wohlen, wo wir (einmal mehr) in ihrem Haus Gastrecht geniessen.

Eigentlich planten wir zwei bis drei Tage im Tessin zu vebringen, doch der Wetterbericht kündigt für morgen Schneefall bis in tiefere Lagen an. Deshalb fahren wir unmittelbar nach dem gemeinsamen Abendessen los. Kurz nach Mitternacht treffen wir in Wohlen ein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Relaxen in Wohlen

4. – 15. April 2015

Wir verbringen die Zeit in der Schweiz mit Administrativem (Steuererklärung ausfüllen 😦 ), besuchen aber auch einige Freunde und Verwandte. 🙂
Einen der sonnigen Tage nutzen wir für einen Ausflug an den Vierwaldstättersee.

Unzählige Asiaten haben dieselbe Idee. In Vitznau am Rigi will Beat in all den fotografierenden Touristen nicht negativ auffallen und fotografiert deshalb ebenfalls munter drauflos. Deshalb hier das Foto von einem Fotografen, der seine posierende Frau fotografiert.

Alles Foto … oder was? 😉

 

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Der linde Frühlingstag lädt ein zum Schlendern und die Seele baumeln lassen. Auf den vielen Ruhebänken mit See- und Bergsicht lässt es sich ausgezeichnet verweilen. Ist es verwunderlich, dass da Ferienstimmung aufkommt?

 

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Vitznau

 

 

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Yachthafen von Vitznau

 

Ein kleiner Spaziergang im Wald lässt uns staunen. Wir sehen doch tatsächlich einen Baum mit Bauchnabel.
Sachen gibt’s …

 

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Ein Abstecher nach Brunnen bringt uns in unseren früheren Wohnkanton Schwyz. Leider reicht die Zeit nicht für einen Besuch in Illgau, unserem ehemaligen Wohnort.

 

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Park in Brunnen am Vierwaldstättersee

 

 

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Lektüre vor grandioser Kulisse

 

Link zum Ausflug an den Vierwaldstättersee:

 

 

Durch Montenegro und Kroatien

 

Vorab in eigener Sache:

 

Unser Reiseblog wird immer länger.
Deshalb haben wir neu eine Seite eingefügt, in der unsere Beiträge nach Länder gegliedert und chronologisch richtig eingereiht sind.

Wenn du zuoberst auf der Seite den Cursor auf „Länder“ führst, öffnet sich die Auswahlliste und du kannst das Land anklicken, das dich interessiert.

Wir wünschen dir weiterhin viel Spass mit unserem Reiseblog und freuen uns sehr über jede noch so kleine Rückmeldung. 😉

 

 

Durch Montenegro

30. März 2015

Heute überqueren wir die Grenze zu Montenegro.

Nicht weit von der Küste entfernt bedeckt ein pittoreskes Dorf eine kleine Insel. In den 1950er und 1960er Jahren wurde das Inseldorf „Sveti Stefan“ zu einer Hotelinsel mit etwa 250 Betten umgebaut. Die Gassen, Dächer und Häuserfassaden haben dabei ihren ursprünglichen Charakter bewahrt.

 

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Sveti Stefan

 

Andernorts sehen wir eine einfachere Wohnform. Der fest installierte Wohnwagen mit Berg-, Tal- und Meersicht verfügt sogar über einen Aussensitzplatz. Die Kaffeetassen auf dem Tisch und die Hunde vor der Behausung zeigen, dass es sich hier sehr wohl gemütlich leben lässt.
Wir beneiden den Besitzer um die Lage und den für unsere Verhältnisse grossen Wohnraum. Trotzdem möchten wir nicht tauschen. Uns würde der Motor und das Steuerrad und die damit zusammenhängende Freiheit fehlen.

 

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Wir fahren um die „Boka Kotorska“, eine rund 30 km lange, von steilen Bergflanken gesäumte Bucht.

Zwei Kirchen, die auf kleinen Inseln stehen, fallen uns ins Auge.

Auf der einen Insel steht majestätisch und schön eine Kirche. Ihre Kuppeln ziehen die Blicke von weither an.
Ganz anders das Gotteshaus auf der Nachbarinsel. Es scheint mit dem Wald verwachsen und gefällt durch seine unaufgeregte Schlichtheit.
Die beiden Kirchen auf den Inseln sind auch ein Sinnbild dafür, wie verschieden man den Glauben leben kann.

Wikipedia weiss zu berichten:
Die beiden Inseln gehören seit 1979, ebenso wie die ganze Bucht von Kotor, zum Weltnatur- und Weltkulturerbe der UNESCO.

 

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Die künstliche Insel Gospa od Škrpjela

 

Gospa od Škrpjela (deutsch: Maria vom Felsen bzw. vom Riff) ist eine künstliche Insel, die durch ein Bollwerk von Felsen und durch alte gesunkene Schiffe, die mit Steinen beladen waren, nach und nach entstanden ist. Die erste Kirche wurde 1452 erbaut.
Die Tradition des Felsenwerfens ist auch in heutiger Zeit noch lebendig. Jedes Jahr am 22. Juli findet das „fašinada“ genannte Fest statt. Dabei werfen die Einheimischen Steine in das Meer, um damit die Insel zu vergrössern.

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Gospa od Škrpjela (Maria vom Felsen)

 

 

 

 

 

 

 

Sveti Đorđe (deutsch: Heiliger Georg) ist eine natürliche Insel. Auf ihr befinden sich ein Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert und ein Friedhof für den Adel aus Perast und Umgebung.

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Sveti Đorđe (Heiliger Georg)

 

 

 

 

 

 

 

Unser Weg führt durch „Strp“. Das Fehlen eines Vokals im Ortsnamen genügt, um den Fotoapparat aus der Hülle zu nehmen und die Ortstafel zu verewigen. Unsere Phantasie ist nicht mehr zu zügeln und wir stellen uns die Probleme vor, die entstehen können, wenn ein Autofahrer auf einer lärmigen Strasse einen Passanten nach dem Ort fragt.

 

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Am Abend stellen wir uns auf einen grossen Parkplatz direkt am Fjord.
Die Abenddämmerung läutet die „Blaue Stunde“ ein und schenkt uns das schöne Bild mit dem kleinen Leuchtturm.

 

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Die Temperatur ist zwar kühl, aber nicht so kalt, wie uns das Bild des Leuchtturms weismachen will.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Weiter durch Kroatien

31. März 2015

Heute überqueren wir die Grenze zu Kroatien.

 

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Dubrovnik

 

Vor Dubrovnik liegt die bewaldete Insel Lokrum. Uns gefällt das schlichte Bild in Grün- und Blautönen.

 

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Lokrum

 

Der Weg der Küste entlang führt auch ein kleines Stück durch Bosnien-Herzegowina. Dieses Land wollen wir uns ein anderes Mal in Ruhe ansehen.

Wieder in Kroatien öffnet sich nach einem Pass das Gelände und gibt den Blick frei auf die fruchtbare Ebene von Buk-Vlaka.
Unzählige von Wassergräben umgebene Felder prägen das Bild. Die Pflanzinseln werden von den Kanälen und Seen sowohl ent- als auch bewässert.

 

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Ebene von Buk-Vlaka

 

 

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Ungewohntes Be- und Entwässerungssystem

 

Etwas ausserhalb von Bunje finden wir einen ruhigen Schlafplatz. Wir wollen noch etwas die Gegend erkunden und wandern ziellos bergan. Der Weg führt durch niedrige Macchia. Plötzlich taucht auf einem Hügel eine kleine Kappelle auf und dient uns nun als Ziel. Oben angekommen setzen wir uns auf eine der Ruhebänke und geniessen die grandiose Sicht auf Split.

 

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Blick auf Split

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung zur Kapelle Sankt Georg: Da auf „google maps“ der Weg zum Teil fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Kriegsnarben in Kroatien

1. April 2015

Vor Primošten staunen wir über die „Gartenbeete“, die einen Hügel überziehen. Hier wurden mit viel Aufwand die Steine, die die Erde bedeckten, gesammelt und zu kleinen Mäuerchen geschichtet. Die meisten der Felder werden noch bewirtschaftet und es wachsen Reben, frisch gepflanzte Bäumchen und Gemüse darin.

 

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Kaum Erde … aber Lauch

 

Ein paar Kilometer weiter ist Ende mit der Idylle.
Tafeln warnen davor das Land zu betreten. Hier liegen noch nicht entschärfte Minen aus dem Kroatienkrieg.

 

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Wir fahren durch die Region Zadar, eine Gegend, in der die Zeichen des Krieges von 1991 – 1995 allgegenwärtig sind. Einschusslöcher in den Gebäuden zeugen von der grausamen Zeit.
Viele Häuser sind bewohnt und die Löcher wurden zugemörtelt oder die ganze Fassade neu verputzt.

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Andere sind so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr bewohnbar sind.

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Zeichen des Häuserkampfes

 

 

 

 

 

 

 

In jedem Dorf stehen Denkmäler für die Gefallenen, meist junge Menschen zwischen 19 und 25 Jahren.
Viele sind hier im Jahre 1993 umgekommen. Betroffen realisieren wir, dass erst gut 20 Jahre vergangen sind, seit das gegenseitige Morden stattgefunden hat.

 

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In diesem Umfeld sehen wir den bearbeiteten Kaktus als Mahnmal gegen den Krieg. Mit leeren Augen schreit er an gegen die Gräueltaten, die hier geschehen sind.

 

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Das Wetter passt zum heutigen Tag. Wir durchfahren drei Gewitterfronten, zwei mit Hagel. Manchmal sind die Niederschläge so heftig, dass wir am Strassenrand anhalten müssen, da die Scheibenwischer es selbst auf der höchsten Stufe nicht mehr schaffen, uns die Sicht freizuhalten.

Der Mix von Gewitter, Sonne, dunklen, drohenden Wolken in dieser Gegend voller Kriegszeichen versetzt uns in eine schwer beschreibbare Stimmung. Wir sind sehr aufgewühlt.

 

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Die neue Autobahnbrücke bei Maslenica (Maslenički most) ist ein Zeichen der Hoffnung.

 

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Gegen Abend beruhigt sich das Wetter wieder und es bleibt sonnig. Der Wind zaubert bizarre Wolkenbilder in den Himmel, die im gleissenden Sonnenlicht blenden.

 

P1110902 - © Originalgrösse

 

In Cesarica finden wir einen ruhigen Schlafplatz direkt neben einem Friedhof.

 

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Cesarica

 

Der Abendspaziergang führt uns durch eine Karstlandschaft. Die Karren (Furchen) brechen das Licht und die schroffen Kalkfelsen leuchten hoffnungsvoll in der Abendsonne.

 

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Mit etwas Phantasie entdeckt man sogar Gesichter in den Felsen.

 

 

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Stein, Licht und Schatten … was braucht es mehr?

 

 

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Abendstimmung bei Cesarica

 

Am Abend im Bett lassen wir den vergangenen Tag nochmals Revue passieren. Wir sind nach wie vor überwältigt von den extrem wechselnden Stimmungen, die wir heute durchlebt haben. Die Trostlosigkeit der Kriegsnarben. Daneben die Hoffnung auf die Zukunft, mit dem hier noch eher zaghaften Aufbau.
Dazu die entsprechenden Wetterwechsel von Hagelschauer bis blendenden Sonnenschein.
Die Gartenbeete in steinigem Untergrund, die zeigen, dass selbst aus schwierigsten Verhältnissen etwas Positives wachsen kann, dazu die neue Brücke von Maslenica, die beweist, dass bestehende Gräben überbrückt werden können.

Mit diesen letzten, hoffnungsvollen Bildern schlafen wir ein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Karge Schönheit

2. April 2015

Heute fahren wir weiter durch Kroatien nach Italien.
Direkt vor Cesarica liegt die Insel Pag. Die Morgensonne lässt das karge Eiland in besonderem Licht erscheinen.

 

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Insel Pag

 

 

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Insel Pag

 

Am Nachmittg überqueren wir die Grenze zu Italien und fahren auf den Monte San Michele.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

 

Albanien, wir kommen wieder!

 

Zu hoher LKW und zu tiefer Sand

25. März 2015

Uns fällt auf, dass viele Häuser in Albanien sehr gepflegt und oft bunt sind, manche gestrichen, manche mit Mosaiken versehen oder aus Natursteinen erbaut.

 

Reiseblog

 

 

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Vielleicht gibt es schönere Standorte, doch die Strasse ist (noch) wenig befahren und die Aussicht unverbaubar.

 

Kurz nach 10 Uhr morgens fragt Annette in Librazhd in einem Internet-Café, ob wir uns mit unserem PC ins Internet einloggen können. Der Angestellte zögert. Er sei nicht der Inhaber und dürfe dies nicht entscheiden. Der Chef komme ….und streckt 5 Finger in die Höhe… Annette fragt: „also in 5 Minuten?“ Nein, meint er, um 5 Uhr Nachmittags. So lange wollen wir nicht warten. Ausgangs Librazhd versuchen wir es in einem Restaurant, mit Erfolg.

Unterwegs erleben wir die Probleme eines griechischen Lastwagenfahrers hautnah mit. Die Lichthöhe der Brücke ist mit 4.70 Meter angegeben und scheint auf der linken Fahrspur leicht höher zu sein. Deshalb wohl wählte der Chauffeur diesen Weg.

 

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Doch auch das nützt nichts. Sein Kollege, der seinen Laster unmittelbar hinter der Brücke so abgestellt hat, dass jeglicher Verkehr blockiert ist, stellt sich auf die Raupe der Baumaschine um die Höhe zu kontrollieren.

 

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Zentimeter für Zentimeter bewegt sich der Tieflader vorwärts und alle schauen gespannt nach oben, doch es fehlen 2 bis 3 cm. Der Chauffeur muss aufgeben und das Gefährt zurücksetzen. Das Problem dürfte für die beiden Fahrer nicht einfach zu lösen sein. Wir sehen auf unserer Strassenkarte keine Alternativroute.

Etwas später lässt uns ein „Fleischer“ am Strassenrand stoppen. Ein halbes Lamm baumelt an einem rostigen Gestell. Das Messer steckt zwischen den Schenkeln. Ob sich der Kunde da selber ein Stück abschneiden darf? Wir jedenfalls verzichten. 😉

 

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Heute wollen wir in Divjakë übernachten. Dort soll es eine schöne Stelle direkt am Meer geben. Wir haben die Koordinaten eingegeben und unser Navi führt uns über immer schlechtere Strassen vorbei an den letzten Häusern in einen Pinienwald. Die Zweige und Brombeerranken reichen in den Pfad hinein. Zum Glück haben wir eine Rebschere dabei und können so die verholzten Äste kürzen. Doch plötzlich bricht die Schere entzwei. Hinter uns stehen zwei Motorradfahrer, die wir blockieren. Darum fahren wir wohl oder übel weiter, was uns zerkratzte Acrylscheiben einbringt.

Wenig später öffnet sich der Wald und wir sehen das offene Meer vor uns. Leider trennt ein flacher Wasserlauf die Fahrspur vom offenen Sandstrand. Wir sind weitab von den letzten Häusern und wagen nicht den Bach zu durchqueren, da wir fürchten steckenzubleiben. So stellen wir unser Gefährt neben den Pfad zwischen die Dünen.
Hier lässt sich auch gut schlafen, trösten wir uns. Aber es ärgert uns schon, dass wir nicht bis ans Meer fahren können. Dort steht einsam, an schönster Stelle, bereits ein Wohnmobil. Wir spazieren zu Fuss dorthin um herauszufinden, ob es vielleicht noch einen anderen Weg gibt.

Als wir uns dem Wohnmobil nähern, schlägt unsere Enttäuschung in Erleichterung um.
Wir haben riesiges Glück gehabt!

Der Renault scheint schon länger hier zu stehen. Er trägt italienische Kennzeichen und steckt bis über die Achsen im Sand. Wir malen uns aus, wie die Besitzer diesen idyllischen Ort ansteuerten und dann im Sand stecken geblieben sind. Wahrscheinlich konnte sie hier, weitab von der Zivilisation, niemand mehr herausziehen und das traurige Ende eines fröhlichen Urlaubs war besiegelt.

Zum Glück blieb uns dieses Schicksal erspart.

 

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In der Nacht weckt uns durchdringendes Geheul. Was mag das wohl sein? Wölfe gibt es in Albanien unseres Wissens nicht. Wir fühlen uns aber in unserem „Heim“ geborgen und schlafen schnell wieder ein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Pelikanen und Wasserbüffeln

26. März 2015

Am Morgen fahren wir wieder zurück. Bei den ersten Häusern überholt uns ein Motorrad und der Fahrer bedeutet uns anzuhalten.
Dorian ist Biologe und Ranger hier im Nationalpark Karavasta. Er lädt uns ein die Pelikane zu beobachten, die es hier gibt. Wir folgen ihm zum Wildhüter-Haus. Dort steigen wir in seinen Range Rover um. Er fährt uns auf eine Landzunge weit in die Lagune hinaus, wo eine Aussichtsplattform steht.
Mit dem Fernglas sehen wir die Pelikane und gleich daneben viele Flamingos. Auch Silberreiher, Graureiher sowie Enten und Blässhühner gibt es zu sehen. In dieser Lagune leben und brüten von Januar bis Juli 70-80 dalmatische Pelikane. Danach ziehen sie in den Norden Albaniens in die Gegend von Shkodër.

 

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Dorians Englisch ist nur rudimentär, aber seine Begeisterung ist ansteckend. Komplexe Erklärungen tippt er auf Albanisch ins Handy ein und lässt Annette die englische Übersetzung lesen.
Der Park wird zwar von der jetzigen Regierung unterstützt und die Ranger erhalten ihren Lohn vom Staat, aber das Parlament wird alle vier Jahre neu gewählt und dann wird jeweils von neuem entschieden wie es mit dem Park weiter geht.

Wir erzählen Dorian von dem nächtlichen Geheul in den Dünen und er klärt uns auf, dass dies Schakale gewesen sind.

 

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Leider sind die brütenden Pelikane zum Fotografieren zu weit entfernt. Doch auch so beeindrucken die grossen Vögel, wenn sie zum Fischen über das Wasser fliegen.

Da wir seine Begeisterung teilen, fährt Dorian uns noch an eine andere Lagune. Hier wurde eine bestehende Insel vergrössert und durch einen langen Holzsteg erschlossen. Sie soll als Brutplatz für viele Wasservögel dienen.

 

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Während des Ausflugs führt unser Guide mehrere Telefonate, in denen er erzählt, dass er Schweizer Touristen herumführe. Er ist offensichtlich stolz auf „seinen“ Naturpark und mit Leib und Seele engagiert.

Wir haben vor der Führung keinen Preis ausgehandelt und sind nun auf einiges gefasst. Doch Dorian meint, das koste nichts. Wenn wir jedoch etwas an die Benzinkosten zahlen wollten, wäre das auch willkommen. Mit unserem Obulus scheint er zufrieden zu sein.
Zum Schluss müssen wir uns auf einem Zettel verewigen (sein Chef habe ihm das aufgetragen), der dann in das offizielle Gästebuch geklebt werde.

Kurz nachdem wir den Nationalpark verlassen haben, treffen wir auf eine Herde Wasserbüffel mit ihrem Hirten.
Er spricht nur albanisch, freut sich aber offensichtlich über unser Interesse. Stolz präsentiert er uns seine Herde. Es ist ihm wichtig, dass wir die halbwilden Tiere streicheln können.

 

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Die Neugier siegt über die Angst und das Tier lässt sich schlussendlich von Annette kraulen.

 

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Wir fahren über Fushë nach Krujë. Hier soll es einen alten Bazar geben, den wir uns ansehen wollen. Es ist jedoch bereits Nachmittag und ein grosses Verkehrs-Chaos herrscht in den engen Strassen. Deshalb beschliessen wir weiterzufahren.
Die Strasse ist zum Teil sehr eng, aber frisch asphaltiert. Auf dem Pass werden wir von Baumaschinen gestoppt. Ein grösseres Stück Strasse ist abgerutscht und wird nun wieder neu in den Berghang hinein gebaggert. Ein Mann, der sich mit seinen zwei Söhnen die Baustelle anschaut, erklärt uns, dass die Strasse hier zwar passierbar, unten im Tal jedoch noch nicht ausgebaut und in sehr schlechtem Zustand sei.

Wir beschliessen umzukehren und stellen unser Gefährt für diese Nacht auf eine Aufschüttung neben der Passstrasse.

 

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Link zur heutigen Strecke:

 

 

Krujë

27. März 2015

Am Morgen füllen wir unsere Wasservorräte auf. Eine Röhre führt das köstliche Nass durch die Stützmauer und lässt es dann die Strasse hinunter laufen. Einheimische füllten dort gestern Abend ihren Kanister und versicherten uns, dass dies „gutes Wasser“ sei.

 

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An dieser Strasse treffen wir einen Hirten mit seiner Ziegenherde. Die Ziegen suchen sich ihr Futter in den steilen Felsen an den unmöglichsten Orten. Wir fragen uns, ob er am Abend noch alle Tiere beisammen hat.

 

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In Krujë finden wir einen der begehrten Parkplätze und kaufen im Bazar: Salat, Lauch und frischen Schafskäse, in den ganze Paprikas eingelegt sind. Zum Schluss schenkt uns ein Händler noch drei Äpfel, obwohl wir bei ihm gar nichts eingekauft haben.

 

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Bazar von Krujë

 

Danach spazieren wir zur Burg hoch. Hier ist das Skanderbeg-Museum untergebracht. Fürst Gjergj Skanderbeg ist durch seine Verteidigung Albaniens gegen die Osmanen im 15. Jhd. berühmt geworden und wird heute von vielen als Nationalheld gefeiert.
Wir verzichten jedoch auf einen Besuch, da die Ausstellung nur auf albanisch angeschrieben sein soll.
Wir erfreuen uns an anderen Dingen, zum Beispiel an den originellen „Blumentöpfen“…

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… oder schauen einem Mädchen zu, dass auf dem Platz, wo Kinder einem Ball hinterher rennen, in aller Ruhe ein Steinmännchen errichtet.

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Am Fussweg von der Burg zurück ins Dorf reiht sich eine Bude an die andere. Alle verkaufen Souvenirs. Die VerkäuferInnen sind auffordernd, aber nicht zudringlich.

 

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Selbst im Eingang zum Burghof werden Souvenirs verkauft.

 

 

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Vor einer modischen Kleiderboutique bleiben wir stehen. Selbst hier hängt im Schaufenster ein Knoblauchzopf, der böse Blicke auf sich ziehen und Geister vertreiben soll. „Sicher ist sicher!“ oder „Nützt’s nichts, so schadet’s nichts!“, scheint sich der Besitzer gesagt zu haben.

 

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Nun verlassen wir den Touristenort Krujë.
Wir nehmen nochmals einen Anlauf und wollen eine weitere Strecke durch die Berge Albaniens fahren.
Das Wetter verschlechtert sich aber zusehends. Jenseits des Kalimash-Tunnels herrscht dicker Nebel und es regnet heftig. Als wir dann noch sehen, dass „unsere“ Strasse eine Baustelle ist, beschliessen wir umzukehren.

 

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Auf dem Rückweg fahren wir in Rubik zur „Kisha se Shëlbuemit“ (Kirche Christi Himmelfahrt) hoch, die von einem Felsen aufs Tal hinunter blickt.

 

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Blick von der Kapelle auf Rubik und den Fluss Fan

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ausspannen

28. / 29. März 2014

Heute fahren wir nach Lezhë. Unterwegs staunen wir einmal mehr über die vielen Strassenhändler.
Vor einer Kreuzung stehen mehrere Stände, die alle mehr oder weniger dasselbe verkaufen. Die Früchte leuchten fröhlich in den trüben Tag.

 

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In dem gesichtslosen Städchen Lezhë gibt es einen Stellplatz mit Internetanschluss. Hier bleiben wir zwei Tage, um uns etwas zu erholen und Wäsche zu waschen. Die vielen Eindrücke der letzten Tage wollen verarbeitet werden.

Link zur Strecke vom 28. März:

 

 

Albanien, wir kommen wieder!

30. März 2015

Leider müssen wir heute Albanien verlassen, da wir in der Schweiz unaufschiebbare Termine haben.
Gerne wären wir noch zwei bis drei Wochen geblieben. Albanien fasziniert uns sehr und wir wollen später nochmals hierher zurückkehren.

Bevor wir die Grenze zu Montenegro überqueren, kaufen wir nochmals Eier. Ein Strassenhändler scheint auf „Geflügel“ spezialisiert zu sein. Er verkauft Eier und Hennen. Auf Wunsch des Kunden werden die Hühner auch vor Ort geschlachtet.

 

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Annette beim Eierkauf

 

 

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Folgendes Foto scheint uns ein Sinnbild für Albanien:
Das Land kommt aus einer schwierigen Vergangenheit und bemüht sich offensichtlich den Anschluss an die neue Zeit zu schaffen.

 

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Wir hoffen, dass dabei nicht allzu viele Menschen zu Verlierern werden. Dass die Albaner ihre Freundlichkeit bewahren können und dass die sehenswerte Landschaft nicht aus lauter Streben nach Profit zerstört wird.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Durch die Berge Albaniens

 

Abenteuer: Autofahren in den Bergen

20. März 2015

Nach dem Frühstück fahren wir über Fier nach Berat. Nochmals bestaunen wir die vielen Strassenhändler bei ihrer Arbeit.

 

 

Die Strasse kurz vor Berat wird erneuert und ist zur Zeit kaum befahrbar mit all den Löchern und dem Werksverkehr.
Von weitem sehen wir ein grosses Schiff auf der Wiese stehen. Es entpuppt sich als Bar /Cafe.
Eine sehr originelle Idee, finden wir. So ist die Raststätte nicht zu verfehlen.

 

 

Berat ist eine der ältesten Städte Albaniens. Die erste schriftliche Erwähnung der „schönen, weissen Stadt“ stammt aus dem 9. Jhd. Die Altstadt wurde 1961 offiziell zur „Museumsstadt“ ernannt und blieb dadurch von Neubauten verschont. 2008 wurde sie in die Liste des Unesco Weltkulturerbe aufgenommen.

Link zu Berat auf Wikipedia:

Wir parken in der Nähe der Universität, die unübersehbar und pompös im Tal steht.

 

 

Berat ist bekannt für seine pittoreske Altstadt, die sich auf beiden Seiten des Flusses Osumit ausbreitet. Die verschachtelten Häuser drängen sich dicht an den Berg und lassen kaum Platz für die Gassen.

 

 

Wir schlendern durch die Gässchen. Plötzlich taucht ein Mann auf. Er spricht uns auf englisch an: Vasil sei sein Name und er zeige uns den Platz mit dem schönsten Blick über die Stadt. Wir würden die Altstadt lieber alleine erkunden, doch er lässt sich nicht abschütteln. Er erzählt viel von den Kirchen und Moscheen und den Brücken über den Fluss und den Bergen und von seiner Familie.
Natürlich ist seine Frau gestorben und seine Tochter noch in der Schule und seine Mutter sehr alt, gebrechlich und arm. Deshalb bittet er uns um Geld. Als wir darauf nicht eingehen, zieht er endlich von dannen und wir können in Ruhe den Ort geniessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unten, im neueren Teil der Stadt, steht eine Kirche unmittelbar neben einer Moschee.
Wir erinnern uns an den italienischsprechenden, alten Mann, den wir vor wenigen Tagen getroffen haben. Er hat uns erklärt, dass in Albanien die Menschen der verschiedenen Glaubensrichtungen friedlich nebeneinander leben. Er als orthodoxer Christ lade seine moslemischen Freunde jeweils zu Ostern ein und er werde von diesen zum Bejram (Opferfest) eingeladen.

 

 

Der Himmel ist strahlend blau und das Wetter scheint stabil. Wir beschliessen durch das Hinterland Albaniens Richtung Tepelenë fahren.
Wir haben keine Ahnung, wie die Strassenverhältnisse sind, wollen aber umkehren, wenn es zu prekär wird.
Zu Beginn ist die Strasse noch asphaltiert und in gutem Zustand.

 

Blick zurück auf Berat

 

Später wechselt der Belag, und wir fahren auf einer mit runden Steinen gepflasterten Strasse, die aussieht wie die alten Römerwege, die wir kennen. Das ist zwar holperig, aber fahrbar. Probleme bereiten nur die Stellen, an denen Steine fehlen. Mit unserem Fahrzeug müssen wir da immer die beste Spur wählen, damit wir nicht plötzlich mit der Achse oder was da noch alles unter dem Fahrzeug hängt, anstehen.
Schalten ist nun nicht mehr nötig, denn schneller als im ersten Gang kann man sowieso nicht fahren.

 

 

Auch hier im Hinterland sieht man kaum verwildertes Land. Die Dörfer sind gepflegt. Auf den Wiesen und in den Baumplantagen arbeiten die Bauern meistens ohne Maschinen. Je weiter weg von der Stadt, desto öfter werden Esel als Transportmittel eingesetzt.

 

 

In grösseren Höhen verschwinden dann die Kulturpflanzen und wir fahren durch karges Weideland.
Sehr häufig sieht man Schaf- und Ziegenherden, die meist von zwei Hirten begleitet werden.

Die „Strasse“ wird immer mehr zur Herausforderung. Sie ist nun nicht mehr gepflastert und zum Teil sehr schmal. Zum Glück gibt es kaum Verkehr. Wir begegnen etwa jede Stunde einem der wenigen Geländewagen, die hier vorbeifahren und haben Glück. Es passt jedes Mal mit dem Kreuzen. In den ungünstigsten Fällen hätten wir 1-2 Kilometer rückwärts fahren müssen bis zur nächsten breiteren Stelle.
Die Leute sind ausnahmslos freundlich, staunen zuerst und grüssen dann freudig. Unser WoMo ist wohl das erste Fahrzeug, mit ausländischem Nummernschild und ohne Allrad, das hier durchfährt.
Ein paarmal schaffen wir die nächste Kuppe nur mit durchdrehenden Rädern. Passagen mit erdig-lehmigem Untergrund folgen. Wir sind froh, dass das Wetter trocken und stabil ist. Bei Regen hätten wir diese Strecke nicht geschafft und wenden wäre an einigen Stellen unmöglich gewesen.

 

 

Die „Strasse“ führt oft über den Grat und die Aussicht ist einmalig. In der Nähe des kleinen Dorfes Terpan übernachten wir.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wieder ins Tal

21. März 2015

Ein weiterer wolkenloser Tag begrüsst uns. Wir spazieren auf den nahen Hügel, und geniessen die grandiose Rundsicht. Hier befinden sich auch einige Gräber. Laut Grabstein wurde eine Frau 104 Jahre alt.
In Albanien trifft man immer wieder auf solche einzelne Grabstätten in der Natur, oft an schöner Aussichtslage. Es gibt aber auch grosse Friedhöfe. Einen haben wir gesehen, auf dem sowohl Christen als auch Moslems beerdigt wurden.

 

 

Heute ist das erste Wegstück breit und in gutem Zustand.

Folgende Fotos sollen einen Eindruck vom Hinterland Albaniens vermitteln:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uns fallen immer wieder Puppen, Stofftiere, ja ganze „Vogelscheuchen“ auf. Diese hängen überall: an Rohbauten, Häusern, Zäunen, in Rebbergen etc.

In manchen Gegenden sind sie allgegenwärtig, in anderen nur selten zu sehen.
In Albanien ist der Aberglaube noch stark verbreitet. Diese Figuren sollen die Häuser und Felder schützen, indem sie „den bösen Blick“ auf sich ziehen.

 

 

In Buz treffen wir wieder auf eine asphaltierte Strasse, die ins Tal hinunter führt. Das einzige Restaurant hier oben in „the middle of nowhere“ scheint nicht besonders gut zu laufen. Der Besitzer stoppt uns, indem er uns vor das Auto rennt und uns mit vielen Gesten in sein Lokal zu locken versucht. Wir haben jedoch ausgiebig gefrühstückt und fahren weiter. Die Strasse führt zum Teil steil ins Tal hinunter. Der Asphaltstreifen ist schmal, extrem bucklig und löcherig, nichts also mit gemütlicher Fahrt.

Dafür geniessen wir die Sicht auf einen der vielen unverbauten, mäandrierenden Flüsse Albaniens, die sich ihren Weg noch selber suchen dürfen.

 

 

In Memaliaj sind wir stolz, diese abenteuerliche Strecke gemeistert zu haben, aber auch froh, nun wieder im Tal zu sein.
Die 57 km Bergstrecke von Berat nach Memalija haben wir in rund sieben Stunden (reine Fahrzeit) „durchrast“. 😉

Vor Këlcyrë finden wir eine Grab- und Gedenkstätte für griechischen Soldaten, die hier bei einer Schlacht gegen die Italiener 1943 gefallen sind.
Der grosse Parkplatz liegt etwas abseits der Strasse, ein idealer Übernachtungsplatz für uns.

 

Wer findet unser Wohnmobil auf diesem Bild?

 

 

Die Kirche in der riesigen Gedenkstätte mit Soldatengräbern

 

Wir beschliessen den Tag mit einem Abendspaziergang im Tal. Dabei kommen wir an drei Schaf- und Kuh-„ställen“ vorbei.

Albanien ist ein Land der Hirten. Überall trifft man sie. Wir haben Frauen und Männer gesehen, die eine einzelne Kuh am Strick dem Strassenrand entlang oder in Wiesen führten. Andere haben zwei, drei Kühe gehütet, manchmal mit Kälbern. Aber meistens sind es Schaf- oder Ziegenhirten. Die Grösse der Herden variiert von ein paar wenigen Tieren bis hin zu stattlicher Anzahl, die meist von zwei Männern gehütet werden. Oft sind auch Hunde dabei, doch haben wir nie gesehen, dass diese zum Treiben eingesetzt werden.
Am Abend werden die Tiere in einen Unterstand getrieben. Die Hirten schlafen daneben in einfachen Hütten.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zeit für ein Thermalbad in freier Natur!

22. März 2015

Wir wollen in unserem Reiseblog nicht nur die Schokoladenseiten zeigen.
Landschaftlich ist Albanien sehr vielfältig und schön und die Leute sind ausserordentlich freundlich.
Abstossend und für uns unverständlich ist jedoch der Müll, der überall herumliegt. Alles wird bedenkenlos weggeschmissen und die Abhänge hinuntergekippt.
Wir sammeln jeweils an unseren Übernachtungsplätzen herumliegenden Abfall ein und werfen ihn dann in Müllcontainer, die wir antreffen. Hier sind wir aber nicht sicher, ob dieser auch fachgerecht entsorgt oder verbrannt wird.

An Bach- und Flussläufen kann man jeweils den Hochwasserstand am Plastik, der in den Büschen und Bäumen hängt, ablesen.

Schade!!!

 

 

Unterwegs fotografieren wir wieder Objekte, die Rebberge und Felder vor dem „bösen Blick“ schützen sollen. Besonders angetan hat es uns ein Kuhschädel, der auf einem Stab steckt. Er ist der beste Beweis dafür, dass solche Objekte den Blick wirklich auf sich ziehen. Wir stellen fest: der Zauber wirkt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz nach Permët folgen wir dem Wegweiser in ein Seitental, der eine Thermalquelle verspricht. Nach sechs Kilometern, in Benjë-Novaselë werden wir fündig. Tafeln weisen darauf hin, dass diese Anlage mit Hilfe der Schweizerischen Eidgenossenschaft entstanden ist.

 

 

Das Bassin erreicht man zu Fuss über eine schöne alte Brücke.
Wir steigen in das gut 30 °C warme Wasser, das hier aus dem Berg fliesst. Ein Paar tummelt sich bereits in dem rund 8×10 Meter grossen Becken. So baden nun im Hinterland Albaniens: ein verliebtes Paar aus Grossbritannien und wir, (ein Paar, das sich liebt) aus der Schweiz.

 

Brücke zur Thermalquelle

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Arbeitstieren und leerem Handy-Akku

23. März 2015

Am Morgen steht neben unserem Wohnmobil ein Pferd mit Packsattel. Da ist wohl jemand früher aufgestanden als wir.
Wir sehen oft gebastete Esel und Pferde. Die Bauern reiten auf ihnen zur Arbeit auf die Felder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun fahren wir wieder aus dem Tal mit der Thermalquelle hinaus und weiter auf einer sehr schönen Strecke nach Hudënisht. Einmal mehr staunen wir, wie ein Stück abgerutschter Strassenrand „gesichert“ ist. Zwei etwas grössere Steine auf der Fahrbahn müssen genügen.

 

 

Der Himmel ist bedeckt. Der Weg führt zuerst durch karges, hügeliges Land, dann wird das Tal breiter und nach Ersekë fahren wir durch eine weite Ebene.

 

 

 

 

Kurz nach dem Pass Qafa e Hazërit schauen wir auf eine riesige Baustelle hinunter. Bulldozer bewegen ganze Berge. Wir können uns nicht vorstellen, was hier gebaut wird. Für einen Stausee fehlt das Wasser. Eine grosse Schafherde zieht den Hügel hinab. Wenn hier weiter so gebaut wird, gibt es bald kein Gras mehr zu fressen.

 

 

Annette befragt zwei junge Männer, die auf der Strasse stehen und wohl bei Bedarf den Verkehr regeln. Der eine spricht kein Englisch und der andere tippt hilfsbereit auf albanisch den gesuchten Begriff ins Handy ein, um ihn dann übersetzen zu lassen. Leider sind die Akkus leer, bevor wir zu unserer Information kommen.
In Hudënisht wollen wir auf dem Campingplatz übernachten, der im Stellplatzführer von 2014 aufgeführt ist. Wir haben die genauen Koordinaten, doch der Platz existiert nicht mehr. Er musste dem Ausbau der Strasse weichen.
Wir sind müde, es regnet und wird dunkel. Deshalb fahren wir kurz entschlossen von der schlammigen Fahrbahn auf einen ebenen Platz, der direkt am grossen Ohridsee liegt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf einer Hauptstrasse 2. Ordnung

24. März 2015

Morgens um Vier werden wir geweckt. Neben unserem Wohnmobil hören wir schabende Geräusche und leise Stimmen. Schlaftrunken wagen wir einen Blick in die dunkle Nacht. Einige Lichter von Taschenlampen bewegen sich in unmittelbarer Nähe.
Erst nach einiger Zeit stellen wir fest, dass da draussen Fischer ihre Boote vorbereiten, um auf den See hinauszurudern. Unsere Anspannung legt sich und wir schlafen beruhigt wieder ein.

Als es hell wird, sehen wir die Fischerboote draussen auf dem See umringt von Kormoranen.

 

 

Nicht nur die Bauern, auch die Fischer benutzen als Transportmittel Esel. Diese stehen dann geduldig am Ufer und warten auf die Rückkehr ihrer Besitzer.

 

 

Der grösste Teil des Fangs wird direkt an der Strasse verkauft. Wir kommen so zu vier fangfrischen Seeforellen.

Dann geht es weiter nach Librazhd. Von hier aus fahren wir nochmals weg von der Hauptverkehrsstrassen, diesmal auf einer Hauptstrasse 2. Ordnung, wie wir dem Strassenatlas entnehmen, und nicht mehr auf Nebenstrassen wie das letzte Mal.

Wieder staunen wir, wie hier in Albanien die Äcker in den Ebenen und Felder in den Hügel- und Bergregionen gepflegt werden. Selten sieht man einen verwilderten Flecken Erde.

 

 

 

 

Etwas anders sieht es zum Teil mit der Führung der Stromleitungen aus. Wieso Masten aufstellen, wenn es doch Bäume gibt, scheint man sich hier gesagt zu haben.

 

 

Die „Hauptstrasse 2. Ordnung“ ist etwas anders, als wir es von der Schweiz her gewohnt sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber wir sind uns inzwischen so Einiges gewohnt und fahren guter Dinge weiter. Auch als es dann wenig später so aussieht, geben wir noch nicht auf.

 

 

Kurz darauf verengt sich die Strasse auf eine Fahrspur und führt in Serpentinen durch einen Wald den Berg hoch. Nun sind wir doch etwas verunsichert. Wir fahren rückwärts auf den breiten Weg.
Ein Jeep fährt heran. Wir stoppen ihn um herauszufinden, ob die Strasse weiter vorne noch schlechter wird. In dem Gefährt sitzen vier Polizisten, die alle hilfsbereit aussteigen. Doch keiner spricht auch nur einen Brocken Englisch. Sie glauben, wir hätten uns verfahren und zeigen in die verschiedenen Richtungen und nennen jeweils die Ortsnamen, die an diesen Wegen liegen. Auf Annettes Frage (auf Albanisch) Strasse gut? Strasse schlecht? geben sie keine Antwort. Zuletzt will uns der Chef gar einen seiner Polizisten mitgeben, damit der uns zurück nach Librazhd führt. Doch da kommen wir her und wollen zumindest heute nicht mehr dorthin zurückkehren. Wir bedanken uns freundlich und sie fahren winkend weiter.
Nun nähern sich drei Bauern, die dem Schauspiel zugeschaut haben. Sie wiederholen immer wieder ungläubig lachend, dass dies die „Polici“ gewesen sei. Sie scheinen darüber zu staunen, dass wir es gewagt haben, solche Autoritätspersonen anzuhalten. Die Bauern verstehen aber Annettes Frage und weisen in die Richtung, aus der wir gekommen sind und sagen „Strasse gut“ und für die Richtung, in die wir wollen: „Strasse schlecht“. Nun wissen wir, woran wir sind und beschliessen umzukehren.

 

 

Auf dem Weg zurück übernachten wir oberhalb von Zgosht direkt neben der Strasse, die hier in einwandfreiem Zustand ist. Der Blick ins Tal ist grandios. Aus den vereinzelt vorbeifahrenden Fahrzeugen winken uns die Männer freundlich zu.
Zur Krönung des Tages kochen wir uns die Forellen, die am Morgen früh noch im Ohridsee herumgeschwommen sind.

Menu du jour:
Forellen blau mit Salzkartoffeln und viel zerlassener Butter, als Beilage Salat … ein Festessen!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Unbekanntes Albanien

 

Das unbekannte Land

14. März 2015

Kurz nach fünf Uhr morgens kündet der Lautsprecher an, dass wir demnächst in Igoumenitsa ankommen werden. In dieser Nacht sind wir von Bari (Italien) nach Griechenland gefahren. Um sechs Uhr verlassen wir die Fähre.
Was nun?
Da weder auf dem Navi noch auf der Karte noch aus den spärlich vorhandenen Wegweisern ein klarer Zielort eruierbar ist, fahren wir aufs Gratwohl los, Richtung Albanien und überqueren bei Konispol die Grenze.

 

Der albanische Doppeladler

 

Nun sind wir in Albanien, einem Land, von dem wir keine Vorstellung haben und über das wir nur sehr wenig wissen. Wir haben weder eine vernünftige Strassenkarte noch albanisches Geld.
In Butrint, einem Touristenort, wollen wir uns dies besorgen.

Wir fahren durch eine schöne, karge Hügellandschaft. Als wir kurz anhalten, werden wir von einem jüngeren Mann auf Englisch angesprochen. Er sagt uns, dass er ganz in der Nähe einen Zeltplatz führe. Wir könnten uns den einmal ansehen, wenn wir wollten.
Wir haben die letzte Nacht kaum geschlafen und finden, dass dies ein guter Einstieg für Albanien ist.

 


In Ksamil finden wir zwar keinen Zeltplatz vor, doch wir bleiben auf der Wiese vor den Appartementshäusern, die seine Familie im Sommer an Touristen vermietet.
Für 10 Euro (wir haben immer noch keine albanische Lek) erhalten wir einen ruhigen, sicheren Übernachtungsplatz mit Strom und Frischwasser. Zudem dürfen wir die Toilette und Dusche in einem der Appartements benutzen.
Die ganze Familie kommt und begrüsst uns. Die Mutter schenkt uns sogar einige Zitronen vom Baum im Garten. Die Tochter bringen uns die ersten albanischen Worte bei.

Hier ein kleiner „Crashkurs“:
– Hallo = Përshëndetje,
– Danke = Falerminderit
– auf Wiedersehen = Mirupafshim
– ja = po
– nein = jo

Wir fühlen uns in Albanien herzlich willkommen.

Der Gang ins Dorf, zu den zwei Bankomaten, ist erfolglos. Der eine erkennt unsere Karte nicht, beim anderen wird während der Transaktion der Bildschirm schwarz. Zum Glück spuckt er wenigstens unsere Karte wieder aus.

Beim Spaziergang am nahe Meer entdecken wir die schöne Bucht von Ksamil.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uns fallen einige zerstörte Bauten in der Umgebung ins Auge.
Später erzählt uns Elton, ein Sohn der Familie, dass die Häuser ohne „Dokumente“ errichtet wurden und dass die Regierung diese zerstören liess. Er lässt vorsichtig durchblicken, dass hier viel Korruption herrsche, und dass es schwierig sei, eine politische Meinung zu äussern. Falls sich die Machtverhältnisse ändern würden, müsse man mit Sanktionen rechnen.

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend ziehen wir nochmals los. Wir staunen über die schlichte Schönheit der Moschee und des Minaretts.

 

Moschee von Ksamil

 

Am Strand spazieren wir diesmal in die andere Richtung. Hier steht eine Reihe einfacher Bars und Restaurants. Im Sommer muss da die Post abgehen.

 

Bucht von Ksamil, von einer geschlossenen Strandkneipe aus

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Syri i Kalter (Blue Eye)

15. März 2015

Am Morgen füllen wir unseren Frischwassertank, verabschieden uns von der Familie und fahren nach Sarandë. Unser Gastgeber ist gestern extra dort beim Tourismusbüro vorbeigefahren und hat für uns abgeklärt, ob es offen ist und ob es dort Strassenkarten zu kaufen gibt.
Und wirklich, wir können in Sarandë unsere dringendsten Probleme lösen. Wir kriegen Geld vom (dritten) Bankomaten, können einen Strassenatlas vom südlichen Balkan kaufen und unseren Dieseltank füllen.
Das macht den Wohnmobilisten so richtig glücklich: Abwassertank leer, Frischwasser- und Dieseltank voll, Geld in der Landeswährung und eine vernünftige Strassenkarte. 🙂
Die zwei Tipps der Frau im Tourismusbüro sind ebenfalls Volltreffer:
Wir fahren eine löcherige Strasse zur Burg Kalaja e Lekursit hinauf und geniessen die sensationelle Rundumsicht.

 

 

Die ehemalige Burg ist heute ein schönes Restaurant, das nur im Sommer geöffnet ist.

 

 

 

 

Beat hat wieder einen Vogel!

Ein melodiöser Gesang macht ihn auf das kleine Federbällchen aufmerksam. Er packt die Kamera aus und drückt ab. Er stellt fest: „In Albanien gibt es sogar ungekämmte Vögel.“

 

Haubenlerche (Galerida cristata)

 

Dann fahren wir weiter nach Syri i Kalter. Die Quelle soll einen Abstecher wert sein.

 

Strasse nach Syri i Kalter

 

Dort drückt das Wasser mit riesiger Kraft senkrecht aus dem Boden. Pro Sekunde sprudeln rund 7.5 m³ (umgerechnet 50 Badewannen voll, pro Sekunde!!!) 10 °C kaltes Wasser aus dem Boden. Wie tief die Quelle ist, weiss man nicht.Wegen dem enormen Wasserdruck konnten bisher erst die obersten 50 Meter erforscht werden.
Doch nicht nur die technischen Daten sind faszinierend.
Das glasklare Wasser wirkt von oben gesehen wie ein blaues Auge. Daher der Name: Syri i Kalter oder: Blue Eye. Das Farbenspiel der Blau- und Grüntöne ist wunderschön.

 

 

Es ist sehr eindrücklich, wie aus dem Nichts unvermittelt ein stattlicher Bach aus dem Boden fliesst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nacht verbringen wir ganz in der Nähe auf einem Parkplatz eines Restaurants, das so früh im Jahr noch geschlossen ist.
Zum Dank schenken wir dem armen ungestreichelten Husky, der hierher zu gehören scheint, einige Streicheleinheiten und sammeln, wie immer an unseren Übernachtungsplätzen, herumliegenden Müll ein.

 


Link zur heutigen Strecke:

 

 

Einsamer Sandstrand

16. März 2015

Heute gehts zurück nach Sarandë. Am Rande der Stadt haben sich einige Roma niedergelassen. Sie scheinen vom Altmetallhandel und vom Betteln zu leben.

 

Romakinder neben ihren Behausungen

 

Nun fahren wir durch eine karge Landschaft, hinter der malerisch ein Schneeberg hervorlugt. Immer wieder sind ganze Hügelzüge terrassiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Kuh, die es sich auf der Strasse gemütlich gemacht hat, lässt sich von nichts und niemandem stören. Als ehemalige Rinderhirten können wir da nicht einfach vorbeifahren.

 

 

Beat fotografiert und ein Auto hält an. Ein Albaner fragt ihn zuerst auf albanisch, dann auf englisch, ob dies der Weg nach Vlorë sei. Beat antwortet, dass er dies hoffe, da wir selber dorthin fahren wollten. Der Mann lacht und findet es „funny“, dass er als Albaner einen Ausländer nach dem Weg fragt. Als er hört, dass wir aus der Schweiz kommen, findet er es gar „crazy“, dass ein Schweizer in Albanien Kühe fotografiert. Lachend fährt er weiter.

 

Auch das ist Albanien

 

Unterwegs sehen wir einen schmalen, asphaltierten Weg, der zum Kloster „Manesteri San Thodori“ führen soll. Wir folgen dem Wegweiser und gelangen nach ca. zwei Kilometern zu einem ruhig gelegenen Parkplatz. Zum „Kloster“ hinauf führt ein breiter Weg, der mit schönen Steinplattten belegt ist. Wir betreten den Klosterhof. Die Klinken am Tor sind zwar abgebrochen, aber man kann das Schloss noch öffnen. Die Gebäude sind nur noch Ruinen und es gibt keinerlei Informationen. Es ist fragwürdig, warum der aufwändige Weg angelegt wurde.

Wir beschliessen hier zu schlafen. Zuerst wollen wir uns aber noch etwas bewegen. Wir folgen einem Weg, der zum Meer hinunter zu führen scheint. Nach etwa dreiviertel Stunden sehen wir von oben eine einsame Bucht mit Sandstrand, durch den ein Bach ins Meer fliesst.

 

 

 

 

 

 

Wenn wir ein Zelt dabei hätten, würden wir heute Nacht hier schlafen.

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind die einzigen Menschen weit und breit und schlendern in der schönen Bucht herum. Im Sommer scheint es hier doch einige Badegäste zu geben. In einer der zwei Hütten sind Liegestühle gestapelt. Die andere scheint jeweils eine Strandbar zu beherbergen. Überlaufen kann es jedoch kaum sein, denn der einzige Weg, der hier herunter führt, ist nur mit einem geländegängigen Fahrzeug oder zu Fuss zu meistern.

Link zur heutigen Strecke:

Link zum heutigen Spaziergang:

 

 

Ziegen

17. März 2015

Wir sind müde von den vielen Eindrücken der letzten Tage. Deshalb wollen wir heute an diesem ruhigen Platz bleiben.

Plötzlich hören wir Rufe, Pfiffe und Glockengebimmel. Eine Hirte zieht mit einer Ziegenherde an unserem Wohnmobil vorbei. Annette fragt den Mann (mit Aufsagen der Zahlen von 1 bis 10 und fragenden Gesten), wieviele Tiere er hüte. Er schreibt mit seinem Hirtenstab die Zahl in den Sand: 178.

 

 

Er dirigiert die riesige Herde ohne Hund, nur mit Pfiffen, Zurufen und mit vielen rollenden „RRRRs“.
Beim Weiterziehen präsentieren sich einige Ziegen wie auf dem Laufsteg. Wir staunen über die Vielfalt der langhaarigen Tiere.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über den Lhogara-Pass nach Apollonia

18. März 2015

Wir fahren über viele Haarnadelkurven den Lhogara-Pass hoch. Der Blick aufs Meer und die wolkenverhangenen Schneeberge ist einmalig.

 

 

 

 

Kurz nach dem Pass finden wir eine Wasserstelle, wo wir unseren Tank und unsere Flaschen wieder auffüllen können. Auf dem Bild sieht man leider auch viel Müll. Wir haben Albanien bis jetzt als ein wunderschönes und sehr vielfältiges Land erlebt. Man sieht viele gepflegte Landschaften, Häuser und Autos.
Für uns unbegreiflich ist der allgegenwärtige Müll. Überall am Strassenrand und an den Bachläufen ist er unübersehbar. Wir fahren durch Dörfer, in denen kein einziger Abfalleimer oder -container zu sehen ist.
Schade!!!

 

 

Ein weiteres Problem ist der Strassenzustand. Viele Verkehrswege scheinen mehr Löcher aufzuweisen als ebene Flächen. Solche Löcher oder gar abgerutschte Strassenteile tauchen oft ganz plötzlich auf. Meistens sind sie nicht oder nur schlecht gekennzeichnet.

 

Abgerutschte Stützmauer

 

Am Strassennetz wird aber fleissig gebaut und viele Strecken sind bereits in einem guten Zustand. Doch auch hier kann plötzlich und unerwartet ein Loch oder Absatz die Autofahrer ganz arg durchschütteln.
Die Moral: Fahre immer nur so schnell, dass du jederzeit (auch in der Dämmerung und nachts) auf der überblickbaren Strecke anhalten kannst.
Kurz vor Vlorë finden wir ein Restaurant mit Bar, wo wir auf der Sonnenterrasse einen Internetzugang erhalten.
Annette setzt den letzten Blogteil (Apulien) online und Beat geniesst die Aussicht und die kühle Cola.

 

 

 

Blick auf Vlorë

 

Danach fahren wir weiter nach Apollonia (bei Fier). Wir sind spät unterwegs und es wird bereits Nacht. Die Strasse ist in einem guten Zustand. Einzig auf die dunkel gekleideten Fussgänger, Velofahrer und unbeleuchteten Traktoren (zum Abbiegen schwenkt man die dunkelgraue Mütze) muss man aufpassen.
Wir parken ausserhalb von Apollonia und ärgern damit offensichtlich den „Wachhund“ der Ausgrabungsstätte, der lange Zeit unermüdlich zu uns runterkläfft.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Apollonia

19. März 2015

Heute besuchen wir die Ausgrabungsstätte Apollonia. (ein bisschen Kultur schadet niemandem; oder?)
Apollonia (albanisch: Apoloni/a) ist eine Ruinenstätte nahe der Stadt Fier. Sie wurde 588 v. Chr. als dorische Kolonie von Korfu gegründet. Sie wurde nach dem Gott Apollon benannt. Fast tausend Jahre lang war sie ein wichtiges städtisches Zentrum. Es wird geschätzt, dass zur Blütezeit innerhalb der vier Kilometer langen Stadtmauer etwa 60.000 Menschen lebten.

 

Blick vom Odeon auf das Stadthaus

 

Apollonia wurde auf einem Hügel etwa einen Kilometer nördlich des Flusses Vjosa gebaut, der nach wenigen Kilometern ins Adriatische Meer mündet und in der Antike bis zur Stadt herauf schiffbar gewesen ist.

Seit 229 v. Chr. stand es unter römischen Schutz. Im Innern des ehemaligen Marienklosters, das auf dem Gelände errichtet wurde, befindet sich ein Museum.

 

Auf der Galerie des Museums werden einzelne Fragmente schön präsentiert.

 

Die zur römischen Zeit wichtige Hafenstadt an der Küste Illyriens umfasste im 4. Jahrhundert n. Chr. 81 Hektar. Der Verfall des Handelszentrums setzte ein, als ein Erdbeben den Lauf des Flusses Vjosa änderte und der Hafen Apollonias verlandete.

 

Säulenkapitelle der römischen Kirche

 

Vom Hügel, auf dem die antike Stadt stand, hat man einen schönen Ausblick über das Dorf Pojan und die fruchtbare Ebene, die bis ans Adriatische Meer reicht.

 

 

Doch auch kleinere, unscheinbare Objekte aus der neuesten Zeit (zum Ort passend mit dem Namen eines griechischen Gottes) werden von uns entdeckt und gewürdigt:

 

Hermesfinger (Hermodactylustuberosus)

 

Hermes ist in der griechischen Mythologie der Schutzgott des Verkehrs, der Reisenden, der Kaufleute und der Hirten. Das nehmen wir als gutes Omen. Dass er andererseits auch der Gott der Diebe ist, verdrängen wir aus Selbstschutz.

Am Nachmittag fahren wir in die nahe Stadt Fier. Dort verkaufen die vielen Klein- und Kleinsthändler am Strassenrand alles, was man zum täglichen Leben braucht. Wir sehen einen Mann, der lediglich fünf Salatköpfe, wohl aus dem eigenen Garten, anbietet.

Hier ein kleiner Eindruck:

 

 

 

Werkzeugverkauf zwischen dem Plastikwarenhändler und der Bar

 

 

Der Eierverkäufer steht am Strassenrand bei einem Schwatz.

 

 

Rechts der „grosse Gemüser“ mit eigenem Geschäft, links die Kleinsthändler, die ihre Gartenprodukte feilbieten.

 

So vergeht der Tag wie im Fluge und wir bleiben für eine weitere Nacht in Apollonia.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Apulien

 

Am Stausee

5. März 2015

Wir fahren nochmals nach Praia a Mare und queren dann Italiens Fuss vom tyrrhenischen zum ionischen Meer. In Senise schlafen wir direkt am Ufer des Stausees. Hier führte früher die Strasse auf die andere Talseite.

 

Schlafen am Lago di Senise, näher am Wasser geht nicht mehr 🙂

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Apulien, wir kommen!

6. März 2015

In der Nacht beginnt es zu regnen und es schüttet wie aus Kübeln.
Heute wollen wir nach Apulien fahren. Alle, denen wir das erzählt haben, (auch Italiener) haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass Apulien keine Reise wert sei. Wir wollen nun mit eigenen Augen sehen, wie langweilig diese Region, die Wade und der spitze Absatz Italiens, ist.

Wir fahren dem Meer entlang tristes Stranddorf reiht sich an tristes Stranddorf. Die wenigen Bars, die ganzjährig geöffnet sind, haben alle kein WiFi. Hier ist nur im Sommer etwas los.
Den Palmen trägt man Sorge. Untenstehendes Exemplar wurde von einem „Baumdoktor“ saniert, obwohl nur noch rund 1/3 des Durchmessers des Stammes steht.

 

 

 

 

 

 

 

Das Wetter trägt auch nicht zu guter Stimmung bei. Der Dauerregen setzt die Strasse teilweise unter Wasser und wir hoffen jeweils, dass sich darunter nicht irgendwo ein offener Schacht befindet.

 

 

Nur mit Mühe finden wir in Porto Cesareo einen akzeptablen Übernachtungsplatz auf einem kleinen, holprigen Feldweg zum Meer, der mehr aus „Pfützen“ als aus Steinen und Erde zu bestehen scheint.
War Apulien doch keine so gute Idee?

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf der Spitze des Absatzes

7. Marz 2015

Heute wollen wir der Küste entlang bis Maria de Leuca an die Spitze des Absatzes fahren. Die Küste wechselt von Sandstrand zu felsiger Steilküste.
Der Zugang zur Spitze ist abgesperrt und eine Tafel, die am Boden liegt, erklärt warum:
wir lesen mit „Aufmerksamkeit“ die deutsche Version und verstehen, dass wir hier „erdrutscht“ werden können.

 

Dieses Risiko nehmen wir auf uns. Schliesslich regnet es gerade mal nicht und auch wir wollen mal ganz an der Spitze sein!!!

 

Annette am Ende des „Stöckelschuhs Italien“

 

Wir wurden nicht „erdrutscht“ und fahren nun der adriatischen Meeresküste entlang nach Nordwesten.
Dass man hier sehr wohl „erdrutscht“ werden kann, merken wir einige Kilometer weiter.
Einzelne Strassenabschnitte sind gesperrt, da die Strasse durch die Regenfälle von oben und dem Nagen der Wellen von unten zum Teil ins Meer gestürzt ist.
Vor Corsano folgen wir dem Wegweiser: Torre Specchia Grande und finden etwas oberhalb des Meeres einen grossen Parkplatz. Heute hat, es mit Ausnahme der kurzen Zeit als wir in Maria de Leuca waren, ständig geregnet.
Deshalb sind folgende Fotos erst am Morgen darauf entstanden.

 

Morgenstimmung am TorreSpecchia Grande

 


Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Olivenbäumen, Pagghiare, Therme …

8. März 2015

An unserem ersten regenfreien Tag in Apulien, werden wir mit Eindrücken überhäuft.

Apulien scheint uns heute alles zeigen zu wollen, was es an Sehenswürdigkeiten gibt.
Uns fällt auf, dass hier besonders viele alte Olivenbäume stehen. Jeder Baum ist in seiner Form einzigartig. Die Bäume werden gepflegt, einige sogar gestützt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sehen die ersten Pagghiare (rustikale Steinbauten ohne Spitzdach). Diese stehen auf den Feldern und wurden aus den herumliegenden Ackersteinen errichtet.

 

Pagghiara

 

In Santa Cesarea Terme spazieren wir in das eindrückliche Freibad hinunter. Das tief in den Felsen eingelassene „Bassin“ wird auf der Meerseite durch eine imposante Brücke geprägt.

 

 

Doch auch hier nagt der Zahn der Zeit. Weiter meerwärts müssen die künstlich angelegten Becken mit aufwändigen Stahlrohrgerüsten vor dem verwitterten Felsen geschützt werden.

 

 

Aber selbst das hat seinen Reiz, wenn man genauer hinschaut.

 

 

 

 

 

Über der ganzen Anlage steht eine Statue, die auf das Meer hinausblickt. Winkt sie ihrem Liebsten zum Abschied? Schützt sie die Freibadanlage? Wir haben herausgefunden, dass es sich um die Schutzheilige der Stadt, die heilige Cesarea handelt. Der Sage nach wurde sie von ihrem Vater verfolgt, der unmoralische Absichten hegte. Um ihre Jungfräulichkeit zu schützen floh die junge Frau hinaus zu den Klippen und stürzte zu Tode. Auch ihr Vater fiel in den Abgrund. Dort, wo der Leichnam der Jungfrau gefunden wurde, entspringt seitdem eine Quelle mit Heilwasser, dort wo der Vater lag, eine mit schwefelhaltigem Wasser.

 

Ein weiteres Kleinod, das oberhalb der Bäderanlage steht, wollen nicht für uns behalten. Der arabische Einfluss auf den Baustil ist offensichtlich.

 


Link zur heutigen Strecke:

 

 

Krise in Italien

9. März 2015

Heute geht es von Santa Cesarea Terme nach Casino dei Turchi.
Am Ortsausgang von Otranto finden wir eine Wäscherei „Lavanderia fai da te“.
Während der Trockner läuft, plaudern wir mit einem anderen Kunden über die Arbeits- und Einkommensverhältnisse in der Schweiz und in Italien. Er als Lastwagenfahrer mit einer speziellen Bewilligung für schwere Erdtransporte verdiene im Monat ca. € 1’100, ein Maresciallo der Polizei etwa € 1’400. Vor 2 Jahren sei die Krise ganz schlimm gewesen, jetzt werde es langsam besser.

 

Am Strassenrand in Uggiano la Chiesa

 

Heute irren wir auf der Suche nach einem Schlafplatz ziemlich lange umher (überall stehen Verbotsschilder), bis wir schlussendlich auf einem Parkplatz in der Nähe von Casino dei Turchi übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Strandgut

10. März 2015

Am Morgen spaziert ein älteres italienisches Ehepaar an unserem Bus vorbei, schaut sich das Nummernschild an und sagt: „Ah, Sie kommen aus dem Aargau.“ Sie haben 45 Jahre lang in Murgenthal (AG) gelebt und sind nun als Rentner hierher zurück gekommen. Auf Annettes Frage, wie es sei, nach so vielen Jahren in die alte Heimat zurück zu kehren, antworten sie, dass all ihre Freunde in der Schweiz leben würden und sie hier kaum mehr Kontakte hätten. Dafür sei das Klima besser.

In San Gataldo legen wir eine Pause ein, geniessen die warme Sonne und spazieren der Küste entlang.

 

Die Umkleidekabinen und der Strand warten auf die Badesaison.

 

Am Strand finden wir eine Bierflasche für Beat und einen Teddybären für Annette. Da die Flasche leer und der Bär havariert ist, lassen wir beides liegen und begnügen uns mit den Fotos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch hier haben Wetter und Meer ihre Spuren an den Mauern hinterlassen und so Gebilde von eigenwilliger Schönheit geschaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz fahren wir in Punta Penne an die Küste. Sie ist total verdreckt und mit Müll übersät. Jemand hat eine Skulptur geschaffen, die wohl als Mahnmal gedacht ist.

 

 

Auf der Weiterfahrt ins Landesinnere entdecken wir ein Wesen, das von einem anderen Stern zu kommen scheint. Sein Aussehen scheint den Baum nicht weiter zu stören. Er wächst munter weiter.

 

Olivenpferd

 

Ein Stück weiter sehen wir ein erstes, neu gebautes Trullo (traditionelles rundes Steinhaus), das für diese Region typisch ist.

 

 

Vor Carovigno fahren wir zu einer Kirche und finden dort einmal mehr einen ruhigen Schlafplatz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wallfahrtskirche und Trulli, Trulli, Trulli

11. März 2015

Am Morgen besichtigen wir die schmucklose Wallfahrts-Kirche, vor der wir geschlafen haben. Als wir eintreten, verstehen wir, warum hier einen riesiger Parkplatz angelegt wurde.

 

Santuariodella Santa Maria del Belvedere

 

Der Kirchenraum ist ausgebaut, wie man es sich von katholischen Kirchen gewohnt ist.
Für Überraschung sorgt aber der unterirdische Teil. Die Kirche ist über zwei Höhlen errichtet, in die man hinuntersteigen kann.
In der ersten Höhle steht ein Altar und zwei Kirchenbänke, wohl für Gottesdienste im ganz kleinen Rahmen.

 

Neben dem Altar steht eine Statue des Padre Pio, der in Süditalien allgegenwärtig ist.
1999 wurde er von Johannes Paul II. selig-, 2002 heiliggesprochen. Er ist einer der populärsten Heiligen Italiens.

 

 

 

 

 

 

Von diesem Raum aus führt eine steile Treppe in die untere Höhle.

 

 

Hier steht ein weiterer Altar. Daneben wurde ein ausserordentlich schönes Gemälde von Maria mit dem Kind auf den Fels gemalt. Es stammt aus dem 14. Jhd. und ist im senisischen Stil gemalt.

 

 

 

 

Tief beeindruckt fahren wir weiter.
Unterwegs sehen wir immer mehr Trulli, in den verschiedensten Bauweisen, Alter und Zuständen.
Apuliens landestypische Trulli – auch Zipfelmützenhäuschen genannt – prägen das Bild der Region. Der Name bezeichnet schlichte weiße Gebäude mit kegelförmigen Dächern. Ihre Bauweise ist klug durchdacht, denn sie bieten hervorragenden Schutz gegen die hohen Temperaturen im Sommer und den Regen im Winter. Die archaisch anmutenden Häuser waren einst Behausungen armer Leute auf dem Land, heute sind viele Trulli verlassen und verfallen. Doch die alten Gebäude werden derzeit neu entdeckt und häufig restauriert.

Hier eine kleine Auswahl:

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Zu einem besonders schönen, neuen Trullo fahren wir hin. Es wird zur Zeit erweitert. Der Baumeister will uns gleich ein solches Rundhaus in der Region verkaufen oder nach unseren Wünschen bauen. Als er hört, dass wir aus der Schweiz kommen, ist auch das für ihn kein Problem. Er würde sogar in die Schweiz fahren und uns dort eines erstellen. Damit wir seinen Namen nicht vergessen, schenkt er uns zum Abschied seinen schön gestalteten Werbekalender vom Jahre 2015 mit Fotos von Trulli, die er gebaut hat.

 

 

 


In Alberobello besteht ein ganzer Stadtteil vorwiegend aus Trulli. Er wurde zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt.

Doch wie kam es zu der eigenwilligen Bauweise dieser Häuser, die nur in dieser Region Italiens stehen?
Im 17. Jahrhundert begann man diese Häuser im Auftrag des Grafen Giangirolamo II. Acquaviva d’Aragona zu bauen. Da dieser keine Steuern an den König von Neapel zahlen wollte, forderte er von den Bauern, ihre Häuser ohne Mörtel zu bauen, sondern nur aus Stein.
Dafür gibt es zwei verschiedene Begründungen:
1) So konnten man im Falle einer königlichen Inspektion die Steinhäuser ganz einfach abbauen und später wieder errichten.
2) Eine andere Quelle besagt, die Trulli hätten so nicht wie Wohnhäuser, sondern wie Ställe ausgesehen.

Hier noch einige Bilder aus Alberobello:

 

 

 

 

 

 

 

Selbst die Kirche wurde im „Trullistil“ erbaut.

 

 

 

 

Wir sind hin und weg von der Vielfalt und der Schönheit dieser Gebäude. Hoffentlich haben wir niemanden mit unserer Trulli-Bilderflut gelangeilt. Wir sind so begeistert, wir können nicht anders. 😉

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Grotte di Castellana

12. März 2015

Geschlafen haben wir in Grotte di Castellana, auf einem Park- und Stellplatz, der offiziell noch nicht geöffnet und deshalb noch gratis ist.
Heute besichtigen wir die Grotten und tauchen für zwei Stunden in die Unterwelt ab. Wir spazieren durch riesige Höhlen und schmale Gänge voller Stalaktiten, Stalagmiten und anderen Gebilden, die durch Wasser und Kalk entstanden sind. Ein solche riesiges und eindrückliches Tropfsteinhöhlensystem haben wir noch nie gesehen. Diese Formenvielfalt in den verschiedensten Farbtönen … Einmalig!
Leider darf man in der Höhle nicht fotografieren.

Ein Besuch lohnt sich auch, wenn man dafür eine längere Anreise in Kauf nehmen muss.
Link zu „Grotte di Castellana“:

 

Auf dem Weg nach Bari übernachten wir in Polignano a Mare, wind- und sichtgeschützt durch eine Natursteinmauer.

 

 

Der Abstecher nach Apulien hat sich, trotz dem miserablen Wetter am Anfang, gelohnt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Weiter nach Albanien

13. März 2015

Heute, am Freitag, dem 13. wollen wir unsere Reise nach Albanien fortsetzen. In Bari finden wir nach langem Suchen einen Adapter, mit dem wir an einer Tankstelle unseren Flüssiggastank auffüllen können. EU zum Trotz sind deutsche Anschlüsse nicht mit italienischen kompatibel. Und kein Gas … gibt kein warmes Essen … gibt schlechte Laune!
Um 19:30 Uhr legt die Fähre nach Igoumenitsa ab. Igoumenitsa liegt in Griechenland nahe der albanischen Grenze.

Wir sind kaum vorbereitet auf den Balkan und deshalb um so gespannter, was wir da sehen und erleben werden.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bella Calabria

 

Carabinieri

27. Februar 2015

Vor dem Weiterfahren füllen wir am Wasserhahn neben der Kapelle unseren Wassertank und unsere Trinkwasserflaschen. Zwei Frauen, die das sehen, warnen uns. Dies sei kein Trinkwasser. „L’acqua non è buona!“ Wir haben die letzten zwei Tage davon getrunken und keine Beschwerden verspürt. Trotzdem bringen sie uns kurze Zeit später eine Zweiliterflasche mit Mineralwasser.
Wir sind freudig überrascht, dass die Sorge um das Wohlergehen sogar uns Fremden zuteil wird.

In Cropani Marina finden wir eine „Fai ta te-„Wäscherei und Internetanschluss.

 

 

Auf der Fahrt ins Landesinnere springt uns nach einer Kurve obige Landschaft ins Auge. Das knallige Grün scheint unwirklich und wie gemalt.
Blinker rein, rechts ranfahren und anhalten.
Beat springt raus und auf die andere Strassenseite, um das Bild festzuhalten, solange die Sonne das Gras noch so leuchten lässt.
Plötzlich fährt hupend ein Auto heran. Beat hebt lässig grüssend die Hand und dreht sich um. Es ist ein Polizeiauto, das uns wohl darauf aufmerksam machen will, dass das Halten nach einer Kurve, auf einer Strasse, bei der man beim Vorbeifahren über die Sicherheitslinie fahren muss, nicht gerade der geeignete Ort zum Parkieren ist.
Jetzt werden wir wohl einige Euro los.
Aber nein, wir sind ja nicht in der Schweiz, sondern in Italien. Die Carabinieri winken freundlich und fahren vorbei.
Uff…!

In Magisano finden wir nach langem Suchen am Strassenrand einen Platz zum Schlafen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Cedro

28. Februar 2015

Heute essen wir die Cedro, die wir vor einigen Tagen bei einem Gemüsehändler gekauft haben. Dies sei keine Zitrone, hat uns der eingeschärft. Cedri esse man wie Orangen!

Cedro

 

 

 

 

 

 

Die gelbe Zitrusfrucht hat etwa die Grösse einer Grapefruit.
Wir schneiden sie auf und staunen über das Verhältnis von Schale zu Fruchtfleisch. Beim ersten Bissen zieht es uns den Mund zusammen.
Wir können beim besten Willen keinen Unterschied zwischen dem Geschmack einer Cedro und dem einer Zitrone feststellen, ausser vielleicht dem, dass eine Cedro noch saurer ist.

Am Abend kaufen wir in Marcellinara auf einem Dorfspaziergang „Pasta fresca“. Die Nudeln schmecken vorzüglich und auch der Fenchel dazu (von den geschenkten 4 kg) ist uns noch nicht verleidet. 😉

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Mandelblüten

1. März 2015

Heute verschlägt es uns auf unsrer gemütlichen Reise nach Süden, mit vielen Abstechern ins Landesinnere, nach Ponte Assi.
Die vielen blühenden Mandelbäume künden den Frühling an. Die Temperaturen klettern auf über 20 °C.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Schlafplatz ist für einmal ein ebener Platz, wo früher Kies abgebaut wurde. Der Blick über die Orangen- und Olivenhaine ist wunderschön.
Am Abend spazieren wir zum Fluss hinunter, der seinen Weg durch das Kiesbett selber bestimmen kann.

 

Monasterace im Abendlicht

 

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Morgenstund hat Gold im Mund

2. März

Am Morgen geht Beat mit der Kamera auf die Pirsch und bringt folgende Beute nach Hause:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir fahren nach Bova Marina. Der Friedhof dort liegt auf einem Hügel. Wir parkieren auf dem grossen Platz davor. Einmal mehr haben wir einen genialen Übernachtungsplatz mit super Aussicht gefunden.
Wir haben wegen unserer Panne Sizilien für dieses Mal als Reiseziel streichen müssen. Um so mehr geniessen wir die Aussicht von hier oben mit dem schneebedeckten Ätna im Hintergrund.

 

Die Küste an der Zehenspitze Italiens mit Bova Marina und Blick zum Ätna auf Sizilien

 

Wir stehen alleine auf diesem Platz. Es dunkelt bereits als ein Auto vorfährt und vor unserem Bus anhält.
Carabinieri!
Werden die uns jetzt auf den reizlosen Campingplatz am Meer schicken? Wir tun so, als hätten wir sie nicht bemerkt. Kurz darauf fährt ein zweites, ziviles Auto vor.
Die Polizisten steigen aus und diskutieren mit dem PW-Fahrer. Kurze Zeit später fahren beide Wagen wieder weg. Wir scheinen nicht zu stören und sind erleichtert, dass wir an diesem schönen Flecken bleiben dürfen.

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Abenteuerlicher Ausflug

3. März 2015

Am Morgen um 7:00 Uhr fährt ein Auto vor. Ein Arbeiter mit oranger Warnweste, auf der „Comune di Bova Marina“ steht, steigt aus. Er kippt drei oder vier Schubkarren voll Grünzeug, das er im Friedhof geholt hat, über die Kante den Abhang hinunter. Er ist anscheinend der von der Gemeinde angestellte Friedhofsgärtner. Um ca. 7:30 Uhr, setzt er sich in sein Auto und verlässt es bis 10:00 Uhr, als wir wegfahren, nur noch um Zigaretten zu rauchen.

Wir fahren nach Melito di Porto Salvo, die südlichste Ecke von Italiens Stiefel. Der Ort ist ziemlich charakterlos, eng und heruntergekommen.

Uns zieht es ins Landesinnere. Wir fahren durch eine hügelige, mit Olivenhainen durchsetzte Landschaft Richtung Roccaforte del Greco.

 

 

Kurz vor dem Dorf ist die halbe Strasse abgesperrt. Daneben steht eine Fahrverbotstafel. Ein PW mit italienischen Kennzeichen fährt ohne zu zögern an der Absperrung vorbei. Wir folgen ihm. Wir vermuten, dass es sich hier wieder um eine der in Italien unverständlichen Signalisationen, (wie zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 10 km/h für Baustellen, die schon lange geräumt sind), handelt.
Unterwegs fahren wir an fünf Stellen vorbei, an denen die Strasse zum Teil bis über die Hälfte der Breite abgerutscht ist. Die Signalistion war demnach vernünftig. Doch wir folgen unbeirrt dem einheimischen Automobilisten.

In Roccaforte del Greco hängt ausgangs Dorf wieder eine – diesmal sehr alte und vergammelte – Fahrverbotstafel. Die scheint nun wirklich nicht mehr zeitgemäss zu sein. Wir fahren weiter.
Kurz nach dem Dorf wird die Strasse offensichtlich nicht mehr unterhalten. Gras wächst aus den Löchern im Asphalt. In Ghorio scheinen nur noch drei Häuser bewohnt zu sein.
Unbeirrt fahren wir weiter ins Tal hinunter. Die Strasse führt an Felswänden vorbei, wird immer enger und viele Felsbrocken liegen auf der Fahrbahn. Annette muss mehrmals aussteigen, um die grössten wegzuräumen, damit wir überhaupt weiterfahren können. Wenden ist nicht mehr möglich. Die Strasse ist zu schmal und zu steil. Also Augen zu und durch. Unten angekommen verschnaufen wir ein wenig auf der breiten Brücke die über den tosenden Bergbach führt.
Was nun? Umkehren oder weiterfahren?
Ein Blick auf die Karte zeigt uns, dass es bis Roghudi Vecchio nicht mehr weit ist. Die Bewohner dieses Dorfes werden wohl auf der anderen Bergseite hoch fahren. Die Strasse muss folglich ab dort besser werden, überlegen wir uns.

Die Strasse ist nun nicht mehr so steil, aber immer wieder ist Geröll vom Berg heruntergerutscht und nur notdürftig beiseite geschafft worden. Auch die stützenden Mauern auf der Talseite sind zum Teil weggebrochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingangs Roghudi Vecchio stoppen wir auf dem grossen Platz unterhalb der steilen Strasse, die sich in vielen Serpentinen den Berg hinauf schlängelt. Diese Strasse ist in noch schlechterem Zustand, als diejenige, auf der wir hierhergefahren sind.
Das Dorf wurde schon vor vielen Jahren verlassen. Einzig die Kirche ist, warum auch immer, später nochmals gestrichen worden. Die Häuser stehen leer, alle Türen und Fenster sind herausgerissen.
Wir kehren um und verlassen das Geisterdorf auf dem Weg, auf dem wir gekommen sind. Der ist zwar schlecht, aber wir wissen wenigstens, worauf wir uns da einlassen.

 

Idyllisch gelegen, das Geisterdorf Roghudi Vecchio

 

Zum Schlafen fahren wir zurück zum Friedhof von Bova Marina mit seiner atemberaubenden Aussicht.

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Abschied von Kalabrien

4. März 2015

Pünktlich, wie gestern, um 7:00 Uhr fährt „unser“ Gemeindearbeiter, korrekt mit Warnweste bekleidet, auf den Platz. Er beginnt heute seine Arbeit damit, dass er rund zweieinhalb Stunden im Auto sitzt und die Zeitung liest. Wie sein weiterer Arbeitstag aussieht, wissen wir nicht, da wir um 9:30 Uhr weiterfahren.

Im Dorf Bova Marina fällt uns auf, dass alle Strassenschilder italienisch und griechisch beschriftet sind. Annette fragt eine alte Frau, warum das so ist. Sie erklärt uns, dass die Einwohner dieser Region ursprünglich von Griechenland stammen. Sie sprechen heute noch einen griechischen Dialekt.

In Wikipedia lesen wir später: „… Der griechisch-kalabrische (auch: griechisch-bovesianische) Dialekt ist ein (heute stark von der italienischen Sprache beeinflusster) moderner griechischer Dialekt. … Das Griechisch-Kalabrische ist im Rotbuch der bedrohten Sprachen der UNESCO aufgeführt, …“

 

Wir fahren nochmals dem Tyrrhenischen Meer entlang gegen Norden, da wir in Praia a Mare unsere grüne Internationale Versicherungskarte abholen müssen, die uns aus der Schweiz per Priority-Post ins New Hotel Blu Eden geschickt worden war. Nun, nach dreieinhalb Wochen, ist sie dort eingetroffen. Ohne diese Karte ist das Reisen durch die Balkanstaaten nicht möglich.

In Fiumefreddo Bruzio schlafen wir ein letztes Mal auf kalabrischem Boden.
„Dank“ unserer Panne blieben wir vier Wochen in Praia a Mare hängen und Kalabrien gefiel uns so gut, dass wir weitere 14 Tage anhängten und Sizilien für dieses Mal ausliessen.

Bella Calabria!

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Wieder unterwegs

 

Endlich weiter

19. Februar 2015

Endlich, 28 Tage nach unsere Panne, ist das letzte Ersatzteil eingetroffen. Wir können unser Wohnmobil um 18:00 Uhr in der Garage abholen.
Es ist bereits dunkel. Wir verzichten auf das Angebot der Hoteliersfamilie nochmals eine Nacht gratis im Hotel zu übernachten, weil wir in der Nähe einen sensationell schönen Aussichtspunkt gefunden haben, wo wir schlafen wollen.
Dort begiessen wir das „Ende unserer Blockade“ mit einem Glas Prosecco unter Sternenhimmel.

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Auf zur Madonna del Soccorso

20. Februar 2015

 

Frühstück mit Aussicht

 

Wir haben an der Nebenstrasse eine ruhige Nacht verbracht. Am Morgen diskutieren wir, wie viele Autos in der Nacht vorbeigefahren sind. Wir sind uns einig … es war ein einziges!

 

Übernachtungsplatz oberhalb von San Nicola Arcella

 

Heute wollen wir zuerst nochmals ein Stück Richtung Norden fahren. Auf unseren Ausflügen haben wir immer wieder eine kleine Kirche gesehen, die hinter zwei anderen Bergzügen zuoberst auf einem Berg thronte. Leider konnte uns niemand sagen, was das für eine Kapelle ist, und wie man dorthin gelangt. Erst gestern haben wir herausgefunden, dass es sich um Madonna del Soccorso handelt, die von Trecchina aus erreichbar ist.
Etwas unterhalb des Gipfels ist die Strasse schneebedeckt. Wir parken am Strassenrand und steigen den Rest zu Fuss hoch. Das Wetter ist traumhaft und ebenso die Aussicht.

 

Wallfahrts-Kapelle Madonna del Soccorso auf 1089 m.ü.M.

 

Nach diesem lohnenden Ausflug geht es wieder Richtung Süden.
Wir fahren in den Nationalpark della Sila. Nach vielen Haarnadelkurven, kurz vor dem Pass Crocetta, biegen wir rechts ab und schlafen für einmal mitten im Wald.

 

 

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Skigebiete in Kalabrien

21. Februar 2015

Heute setzen wir unsere Rundreise durch den Parco Nazionale della Sila fort. Auf dem Weg zum Pass Montescuro werden die Schneemauern am Strassenrand immer höher. Wir sind mit Sommerreifen unterwegs und deshalb froh, dass die Strasse aper ist. Auf dem Pass kehren wir, als ehemalige „Bergbeizer“, in einem schönen Rifuggio ein.
Bald darauf beginnt es aber zu schneien und wir verlassen das Lokal und den Pass fluchtartig.

ValicodiMontescuro (1630 m.ü.M.)

 

 

 

 

 

 

 

Wir fahren an schlittelnden Kindern und an einer Luftseilbahn, die Skifahrer auf den Berg bringt, vorbei ins Tal hinunter.
Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz landen wir nach Silvana Mansio in einem Langlaufzenter.

 

 

 

 

 

 

Zur Zeit ist es trocken, doch der Himmel ist bedeckt und es sieht nach weiteren Niederschlägen aus. Eine Tafel klärt uns auf, dass wir wieder auf 1565 m.ü.M hinaufgefahren sind.
Wegen dem drohenden Schneefall beschliessen wir den Besuch des Nationalparkes Sila zu beenden und ins „Unterland“ zu fahren.
Vor Cerenzia folgen wir einem Wegweiser, der uns nach Acerentia, einem ehemaligen byzantinischen Dorf führt, das auf einem Hügel liegt.
Unterhalb dieser Ausgrabungsstädte befindet sich ein grosser, ruhiger Parkplatz. Hier bleiben wir diese Nacht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Sturm, Regen und Kultur

22. Februar 2015

In der Nacht beginnt es zu stürmen und es giesst in Strömen. Es prasselt auf unser WoMo, das vom Sturm hin und her geschüttelt wird, so dass wir kaum schlafen können.
Am Morgen liegt der grösste Teil des Parkplatzes unter Wasser und die Strasse gleicht einem Bach.
Das Unwetter tobt weiter. Deshalb bleiben wir hier und verbringen den Tag mit Lesen. Gegen Abend beruhigt sich das Wetter wieder.
Zum Glück haben wir die Kulturstätte gestern besichtigt. Heute im sturmgepeitschten Regen wären wir innert Sekunden nass geworden.

Acerentia war eine byzantinische Siedlung und liegt auf einem karstigen Tafelberg. Die Festung wurde zu Beginn des 9. Jhd. als Verteidigungsstellung gegen das osmanische Reich ausgebaut.

 

 

Ende des 9. Jhd. wurde Acerentia gar Bischofssitz.
Die Kirche war dem heiligen Theodor gewidmet, einem Drachentöter und Märtyrersoldaten aus dem 4. Jhd.

Der Heiliger Theodor mit …

 

 

 

 

 

 

… abgeschlagenen Drachenköpfen

 

 

 

 

 

 

 

Um 1720 bildet sich eine neue Doline (Einsturzkrater) mitten auf dem Dorfplatz.
Das Erdbeben von 1783 richtete grosse Verwüstungen an, neue Dolinen bildeten sich und das Wasser floss ab. Das restliche Wasser versalzte durch Mineralien aus dem Gestein und verursachte Krankheiten.
1860 wurde die Siedlung aufgegeben und die letzten Bewohner zogen nach Paparotto (heute: Cerenzia).

 

 

WiFi in der geöffneten Bar

23. Februar 2015

Heute geht’s nach Crotone.
Nach längerem Suchen finden wir in einer Bar am Meer ein „free WiFi“. Endlich können wir wieder einmal unsere Mails checken und im Internet surfen.
Zum Schlafen fahren wir nach Capo Colonna.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

WiFi vor der geschlossenen Bar

24. Februar 2015

Auf dem Weg zurück nach Crotone fällt uns ein wunderliches Baufragment auf. Wurde hier in kleinerem Rahmen ein Bau begonnen und nicht fertiggestellt?

Wir stoppen und sehen uns das Ganze aus der Nähe an.

Gekachelte Hausecke

Aussichtsbank im offenen Raum

 

 

 

 

 

 

Das Gebilde steht als Kunstwerk in der Landschaft. Leider ist die danebenstehende Infotafel nicht mehr lesbar.
Wir gönnen uns einige Minuten „Sicht aufs Meer durch das Fenster“ von der Ruhebank aus.

In Crotone ist „unsere WiFi-Bar“ leider geschlossen. Wir können trotzdem vom Gehsteig aus eine Internetverbindung aufbauen, aber das Arbeiten ohne Sitzgelegenheit ist unbequem. Zudem weht ein kalter Wind, der uns bald wieder vertreibt.

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz kommen wir nach Le Castella. Dort ist der grosse Parkplatz aber bereits von Fahrenden belegt. Wir bestaunen das ins Meer gebaute Schloss und fahren weiter.

 


Ausserhalb von San Leonardo di Cutro finden wir auf einer Anhöhe, mit Sicht über das Meer, einen ruhigen Platz bei einer Kapelle.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kein WiFi in der geöffneten Bar

25. Februar 2015

 

Aussicht von unserem Übernachtungsplatz aus

 

Wir beschliessen nochmals nach Crotone zurückzufahren, um dort in der Bar einen weiteren Blogteil online zu stellen.

In Crotone ist „unsre WiFi-Bar“ wieder geöffnet.

ABER …

… wir können keine Internet-Verbindung mehr herstellen – Unser PC hat sich „aufgehängt“. Alles ist blockiert.
Ein Telefonanruf beim Verkäufer unseres PCs in Norddeutschland hilft weiter. Er erklärt Annette, wie sie den PC trotz Blockade herunterfahren und wieder aufstarten kann. Alles scheint bestens.
Wir feiern dies mit zwei der hervorragenden „Cioccolate calde“, die es hier in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt z.B. mit Kokos, Orange-Zimt (Annettes Liebling), Peperoncino (Beats Favorit).

Nun aber los … unser Blogteil soll ja aufgeschaltet werden!
Doch der PC blockiert erneut. Nichts geht mehr.
Annette ruft nochmals beim PC-Spezialisten an, doch nun ist Mittagspause und nur der Beantworter zu hören. Gegen 16:00 Uhr klappt es dann doch noch. Annette deinstalliert zuerst zwei Programme, die die Sperrung ausgelöst haben, danach ist eine ungeschützte Internet-Verbindung wieder möglich. Herr Grell installiert uns nun per Fernwartung das neue Virenschutzprogramm und alles klappt wieder, wie wir uns das wünschen.
Wir sind froh, dass wir unseren PC bei einem Fachhändler gekauft haben und dadurch zu dieser kostenlosen Hilfe kamen.

Für Leser/innen aus Norddeutschland: Wir können diese Firma in Lütjenburg wärmstens empfehlen:

EDV und mehr

Inzwischen ist es dunkel geworden und wir haben für heute genug „PC-Gestürm“ gehabt. Deshalb fahren wir nochmals nach Capo Colonna auf den Platz, den wir bereits von vorgestern kennen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Fenchel, so weit das Auge reicht

26. Februar 2015

Heute soll unser Blog endlich aktualisiert werden. Wir fahren wieder nach Crotone.
Unterwegs werden wir aber von einer Fenchelernte gebremst. (Oder ist es doch eher unsere Neugier?)

Vier LKWs mit Anhänger, beladen mit grossen Plastikkisten, stehen am Strassenrand.

 

 

Wir werden Zeuge einer Fenchelernte im grösseren Stil.

Der Chauffeur des roten LKWs will wissen, was es da zu fotografieren gebe. Wir erklären ihm, dass wir in der Schweiz derart riesige Fenchelflächen noch nie gesehen hätten.
Stolz erklärt er uns daraufhin, wie die Ernte hier abläuft:

 

Eine Gruppe schneidet den Fenchel und lässt ihn liegen.

 

Eine zweite Gruppe füllt die leeren Plastikkisten.

 

Der Fenchel wird dann von den LKWs ungeputzt und ungerüstet nach Neapel gefahren. Dort wird er verarbeitet und versandbereit verpackt.
Die Rüstabfälle werden wieder in die Kisten geworfen, hierher zurückgefahren und auf den Acker gekippt. Durch diesen Kreislauf bleibt möglichst viel Biomasse auf dem Feld.

Der Traktor links bringt die Rüstabfälle. Er kippt die Behälter auf den Acker. So entstehen die Haufen, die man im Vordergrund sieht.
Der Traktor rechts fährt die vollgeladenen Kisten zu den Lastwagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Fenchelernte ist auch für die Wanderschäfer ein Highlight. Mit wenig Aufwand kriegen sie so ihre Schafe satt, die sich an den Abfällen die Bäuche vollschlagen. Auf diesem grossen Feld weiden gleich zwei Herden.

Stolz erklärt uns der Chauffeur, dass der „Finocchio“ von hier so gut sei, dass er nach ganz Europa exportiert werde.
Wie es sich für eine gute Führung gehört, fehlt auch ein „Werbe-Geschenk“ nicht. Er organisiert uns zum Abschied einige Knollen, die er selber sorgfältig, ja liebevoll rüstet und uns mitgibt. So kommen wir in den Genuss von 4 kg frischem, saftigem Fenchel.

Nach diesem spannenden und lehrreichen Intermezzo fahren wir in Crotone in unsere Internetbar und stellen den Blogteil – endlich – doch noch online.

Auf der Weiterfahrt fällt uns ein Gartencenter auf, das mit viel Liebe zum Detail gestaltet ist.

Hier ein paar Hingucker:

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

 

Nach 28 Tagen endlich weiter

 

Schweizer Zopf

11. Februar 2015

Heute scheint endlich wieder einmal die Sonne und das Thermometer klettert auf 15° C. Wir fahren in die Berge. Wohin sollen Schweizer nach drei Wochen am Meer denn sonst fahren?
In Episkopia staunen wir. In einer Bäckerei mit integrierter Bar verkaufen sie „Treccia Svizzera“.
Wir fragen die Verkäuferin, wie sie dazu komme Schweizer Zopf zu verkaufen. Sie erzählt, dass einige Leute aus dem Dorf lange in der Schweiz gelebt und gearbeitet hätten. Diese brachten ihr das Rezept mit. Wir essen ein Zopf-Sandwich, gut gefüllt mit Nutella … Köstlich!

In Chiaromonte spazieren wir durch das Dorf. Eine der zahlreichen Katzen begrüsst uns von einem Autodach. Ihr Fell, Ton in Ton mit der Hausfarbe und als Kontrast das Violett der Unterlage, … vermutlich handelt es sich um eine Künstlerin.

 

 

Sehenswert ist auch das schmale Haus an einer Strassengabelung. Nein, das ist kein Schreibfehler. In diesen schmalen Gassen verkehren tatsächlich Autos. Mehr als fünf Zentimeter Luft auf beiden Seiten des Fiat Pandas, den wir beobachtet haben, stehen jedoch nicht zur Verfügung.

 

 

Im unteren Teil des Dorfes sind Keller in den Fels gehauen und mit schönen Toren und massiven Riegeln gesichert.

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Spaziergang am Strand Arcomagno

12. Februar 2015

Wir fahren an den nahen Strand Arcomagno und wollen dem Weg folgen, der über eine kleine, von oben unzugängliche Bucht nach Praia a Mare führt. Leider ist der Aufstieg mit einem Eisengitter abgesperrt. Ein Mann (hinter dem Gitter) erklärt uns, dass wir wegen Steinschlaggefahr nicht passieren dürften. Schade.

 

 

Deshalb spazieren wir auf dem Sandstrand dem Meer entlang und steigen auf der anderen Seite der Bucht die Treppe hoch. Oben geniessen wir die Aussicht über eine Villa, die aus Tausendundeiner Nacht zu stammen scheint.

 

Rechts der markanten Insel di Dino liegt Praia a Mare. Dort sitzen wir nun bereits seit drei Wochen fest und warten auf ein Ersatzteil für unseren Peugeot Boxer.

 

 

Schöner Freitag, der 13.

13. Februar 2015

Sonniges Wetter und Temperaturen über 18° C treiben uns hinaus. Wir fahren nach Tortora und von dort per pedes das Tal entlang. Wir wollen uns ein wenig die Füsse vertreten und nach ca. einer Stunde wieder umkehren.
Kurz nach dem Dorf bewundern wir einen stolzen Hahn mit leuchtendrotem Kamm. Aus dem kleinen, sehr einfachen Haus, das am steilen Hang klebt, tritt eine alte Frau, die uns misstrauisch mustert. Annette erklärt ihr unsere Begeisterung für den Gockel. Die Greisin lächelt, wobei sie die beiden Schneidezähne zeigt, die ihr noch geblieben sind.
Stolz erzählt sie uns, dass sie alles besitze, was sie zum Leben brauche: Garten, Hühner und sogar ein Schwein. Sie bewirtschafte alles alleine und schneide sogar die Olivenbäume selber. Zum Beweis klettert sie behände eine Leiter hoch, die am Zaun steht. Wir bewundern die Fitness der alten Frau, ihre Zufriedenheit und ihren Stolz auf ihr kleines Anwesen.

Ein Stück weiter werfen wir einen Blick auf Aieta. Dieses Dorf haben wir vor zwölf Tagen, am 1. Februar, besucht. Seine Lage erinnert uns an Klöster im Himalaya.

 

Aieta im Winter

 

Unterwegs schliesst sich uns ein kurzbeiniges Hündchen, der Rasse Promenadenmischung, an. Erst eine halbe Stunde später, als wir an einem Bauernhof vorbeikommen, wo uns vier grosse, bellende Hunde entgegenspringen, findet unsere kleine Begleiterin, es sei nun Zeit wieder umzukehren.
Wir jedoch wollen noch ein Stück weiter gehen.
Kurz darauf treffen wir einen alten Mann, der seine Ziegen hütet. Einmal mehr ist ein freundlicher Gruss der Einstieg in ein Gespräch. Er interessiert sich sehr dafür, woher wir kommen und warum wir gerade hierher gereist sind, dazu noch im Winter. Er erklärt uns, dass wir um den Berg herum wandern können und so wieder nach Tortora gelangen würden. Dank seinem Tipp bauen wir unseren Spaziergang zu einer sehr schönen, viereinhalb stündigen Rundwanderung aus.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Rundwanderung von Tortora aus: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Die ältesten Kastanienbäume Italiens

18. Februar 2015

Wir haben den Hotelkoller und müssen trotz stürmischem Wind hinaus. Zum Glück regnet es nicht.
Wir fahren nach Grisolia und von dort zu Fuss weiter, ohne festes Ziel. Unterwegs stoppen wir einen Geländewagen. Er ist bis unter das Dach mit Brennholz gefüllt, so dass der Fahrer kaum mehr Platz hat. Annette fragt ihn, ob wir um den Berg herum ins Dorf zurückwandern könnten. Da gibt aus dem Holz eine Frauenstimme Antwort. Erst jetzt sehen wir, dass auf dem Beifahrersitz, ebenfalls von Brennholz eingemauert, seine Frau sitzt.

Dank der freundlichen Auskunft kommen wir einmal mehr zu einer Rundwanderung und müssen nicht denselben Weg zurückgehen, den wir gekommen sind.

Auf der anderen Seite des Berges fallen uns beinahe die Augen aus dem Kopf. Riesige, uralte Kastanienbäume stehen im Wald. Viele sind innen hohl. Annette schlüpft in einen hinein. Selbst mit ausgestreckten Armen, kann sie nicht beide Innenseiten des Baumriesen berühren.

 

Die Frau im Baum

 

Einen so mächtigen Baum haben wir noch nie gesehen.

 

 

 

 

 

 

 

Ausblick vom Baumriesen

 

 

 

 

 

 

 

Der dickste Kastanienbaum hat einen Durchmesser von rund fünf Metern.
Die Vergangenheit ging an diesen Bäumen nicht spurlos vorbei, doch alle leben noch. Wie alt mögen sie wohl sein?

 

Detail von einem Stamm

Ein Stück verwittertes Totholz

 

 

 

 

 

 

Wir sind zufällig auf diese Waldriesen gestossen. Erst nachträglich im Hotel klärt uns das Internet darüber auf, dass es sich hier um die ältesten Kastanienbäume Italiens handelt. Sie sollen 3000 Jahre alt sein.

Bei uns wären diese Naturwunder, die am Rande des Nationalparks von Pollino stehen, schon lange als Attraktion beworben. Hier scheint aber der nahe Meeresstrand, der im Sommer unzählige Urlauber anzieht, wichtiger zu sein als ein paar alte Bäume.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Rundwanderung von Grisolia aus:

 

 

Morgen

 

Morgen geht unsere Fahrt endlich, endlich weiter. Nach 28 Tagen!!! soll das letzte der benötigten Ersatzteile bei der Peugeot-Garage hier in Praia a Mare eintreffen und auch gleich montiert werden, wie man uns verspricht.
Wir glauben trotz der vielen Vertröstungen in der vorhergehenden Zeit daran … die Hoffnung stirbt zuletzt. 😉

Ein letztes Mal schlafen wir im New Hotel Blu Eden. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und sind von der Hoteliersfamilie ausserordentlich zuvorkommend und liebevoll betreut worden.
Herzlichen Dank.

 

New Hotel Blu Eden in Praia a Mare

 

Link zum New Hotel Blu Eden:

 

 

Warten … warten … warten …

 

Aieta

1. Februar 2015

Heute fahren wir in das Bergdorf Aieta. Es liegt, wie alle alten Dörfer hier in der Gegend, auf einem Hügel. Speziell daran ist, dass auf der Hügelspitze nicht die Häuser stehen, sondern ein schöner Waldpark mit Picknicktischen angelegt wurde. Das Dorf selber ist gegen das Landesinnere hin ausgerichtet und nicht gegen das Meer.

 

 

Aieta ist so verwinkelt, dass wir zweimal Einheimische nach dem Weg fragen müssen bis wir die einzige offene Bar des Dorfes finden. Dort geniessen wir den Kaffee und die heissen „conchiglie“ (Blätterteiggebäck in Muschelform mit Vanille-Himbeer-Füllung).

Hier zwei „Treppen-Eindrücke“ aus Aieta.

Markante Aussentreppe aus ungewohnter Perspektive

Wo die Wendeltreppe im Haus verläuft, ist selbst von aussen sichtbar

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Domani“

2. Februar 2015

Bei einem Besuch in der Peugeot-Garage vernehmen wir, dass insgesamt drei Ersatzteile fehlen und diese „domani“ (morgen) geliefert würden.

Da sind wir aber froh. Wir stecken hier nun doch schon seit dem 23. Januar, also seit zehn Tagen, fest und wollen langsam weiter!

 

 

Nochmals zwei bis drei Tage

3. Februar 2015

Wir erfahren, dass die Ersatzteile noch nicht im Zentrallager von Mailand eingetroffen sind und dass wir uns weitere zwei bis drei Tage gedulden müssen.

 

 

Irgendwann im Februar … (Neue Information aus der Garage)

4. Februar 2015

Heute weiss man Neues in der Peugeot-Garage!
Eines der Teile, die sie benötigen um unser Wohnmobil (Jahrgang 2014!) zu reparieren, sei zur Zeit nicht lieferbar. Sie würden es deshalb erst „irgendwann im Februar“ erhalten.

Sch…! 😦

Frustriert ziehen wir von dannen. Leider vergassen wir zu fragen, ob sie Februar 2015 oder doch eher 2016 meinten. 😉
Wir beschliessen mit unserem Ersatzwagen eine kleine Rundfahrt zu unternehmen, um auf andere Gedanken zu kommen.

Die Schäden, die durch starke Regenfälle in den letzten Tagen verursacht wurden, sind nicht zu übersehen.

 

 

 

 

 

 

Doch es gibt auch Schönes zu sehen. Durch eine Lücke in den Wolken fällt ein Sonnenstrahl auf das Dorf Rivello. Es leuchtet freundlich vor dem trüben Hintergrund. (Anmerkung für Schweizer: Das „o“ im Dorfnamen ist richtig und sollte nicht etwa ein „a“ sein.)

 

Rivello

 

Das Abendessen nehmen wir unterwegs in einem Restaurant ein. Der Durchfall, den wir beide kurz darauf bekommen, sagt wohl mehr über die Hygiene dieses Lokals aus als jedes Zertifikat.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Turisti fai da te“

5. Februr 2015

Ein weiterer Ausflug bringt uns nach Cuccaro Vetere. Dort fallen wir als einzige Wintertouristen auf. Ein älterer Mann grüsst uns mit „Ciao Turisti fai da te“. Was soviel wie „do it yourself-Touristen“ heisst. Dieser Ausdruck gefällt uns besser als die langweilige deutsche Version: „Individualtouristen“.

Zu sehen gibt es hier das Übliche: Schmale Gässchen zwischen alten, zum Teil renovationsbedürftigen Häusern und zwischendurch ein Blick in die Ebene.

Aber auch das hat seinen Reiz, wie die Schwarzweissaufnahme eines Balkons zeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

In einigen Gärtchen kontrastieren leuchtende Mandarinen mit dem Grau des trübkalten Wintertages.

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Warten … … …!

6. bis ???. Februar 2015

Diese Tage verbringen wir vorwiegend mit Lesen und Warten im Hotelzimmer, dem einzigen geheizten Raum weit und breit.
Der Himmel ist meist trüb und es bläst ein kalter Wind, der sich zwischendurch zum Sturm entwickelt. Er pfeift geräuschvoll um das Haus und rüttelt an den Jalousien, als wolle er auch gerne an die Wärme kommen. Ab und zu fallen sogar ein paar Schneeflocken, was hier in Kalabrien auf Meereshöhe nur alle paar Jahre vorkommt.
Kein Wetter, das uns hinaus zieht.

Die kurzen sonnigen Abschnitte nutzen wir für kleine Ausflüge ans Meer, das durch den aufgewirbelten Sand in Küstennähe eine ungewohnt beige Farben erhält.

 

 

Einmal spazieren wir zum Hotel Club Bridge, das wie eine Krone über der bunten Siedlung auf einem nahen Hügel thront.

 

 

Die Feriensiedlung ist durch eine Strasse erschlossen, die mit einer Schranke gesichert ist. Ein Portier tritt heraus und teilt uns mit, dass dies hier ein Privatdorf sei und Unberechtigte keinen Zutritt hätten. Annette versteht plötzlich kaum mehr Italienisch. Sie stammelt immer wieder etwas von „passeggiata“ (Spaziergang) und deutet die Strasse hoch. Irgendwann wird es dem Wächter zu dumm, zu kalt oder beides zusammen und er verschwindet wieder in seiner Loge. Wir spazieren an der Schranke vorbei und den Berg hinauf. Die Häuser der Siedlung sind zum grössten Teil gut unterhalten und mit hübschen Gärten versehen.

Oben angekommen trifft uns jedoch beinahe der Schlag. Das Hotel, das von ferne so malerisch ausgesehen hat, ist eine Ruine. Die Eingangstür, neben der noch traurig das Schild mit den vier Sternen hängt, ist eingeschlagen. Überall bröckelt Farbe, Verputz und gar Beton von der Fassade.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Selbst das Fahrzeug des ehemaligen Hauswarts scheint nicht mehr an eine Zukunft zu glauben.

 

 

Übrigens: Vor 15 Jahren soll das Hotel Club Bridge das Beste in der Gegend gewesen sein.