Durch Montenegro und Kroatien

 

Vorab in eigener Sache:

 

Unser Reiseblog wird immer länger.
Deshalb haben wir neu eine Seite eingefügt, in der unsere Beiträge nach Länder gegliedert und chronologisch richtig eingereiht sind.

Wenn du zuoberst auf der Seite den Cursor auf „Länder“ führst, öffnet sich die Auswahlliste und du kannst das Land anklicken, das dich interessiert.

Wir wünschen dir weiterhin viel Spass mit unserem Reiseblog und freuen uns sehr über jede noch so kleine Rückmeldung. 😉

 

 

Durch Montenegro

30. März 2015

Heute überqueren wir die Grenze zu Montenegro.

Nicht weit von der Küste entfernt bedeckt ein pittoreskes Dorf eine kleine Insel. In den 1950er und 1960er Jahren wurde das Inseldorf „Sveti Stefan“ zu einer Hotelinsel mit etwa 250 Betten umgebaut. Die Gassen, Dächer und Häuserfassaden haben dabei ihren ursprünglichen Charakter bewahrt.

 

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Sveti Stefan

 

Andernorts sehen wir eine einfachere Wohnform. Der fest installierte Wohnwagen mit Berg-, Tal- und Meersicht verfügt sogar über einen Aussensitzplatz. Die Kaffeetassen auf dem Tisch und die Hunde vor der Behausung zeigen, dass es sich hier sehr wohl gemütlich leben lässt.
Wir beneiden den Besitzer um die Lage und den für unsere Verhältnisse grossen Wohnraum. Trotzdem möchten wir nicht tauschen. Uns würde der Motor und das Steuerrad und die damit zusammenhängende Freiheit fehlen.

 

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Wir fahren um die „Boka Kotorska“, eine rund 30 km lange, von steilen Bergflanken gesäumte Bucht.

Zwei Kirchen, die auf kleinen Inseln stehen, fallen uns ins Auge.

Auf der einen Insel steht majestätisch und schön eine Kirche. Ihre Kuppeln ziehen die Blicke von weither an.
Ganz anders das Gotteshaus auf der Nachbarinsel. Es scheint mit dem Wald verwachsen und gefällt durch seine unaufgeregte Schlichtheit.
Die beiden Kirchen auf den Inseln sind auch ein Sinnbild dafür, wie verschieden man den Glauben leben kann.

Wikipedia weiss zu berichten:
Die beiden Inseln gehören seit 1979, ebenso wie die ganze Bucht von Kotor, zum Weltnatur- und Weltkulturerbe der UNESCO.

 

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Die künstliche Insel Gospa od Škrpjela

 

Gospa od Škrpjela (deutsch: Maria vom Felsen bzw. vom Riff) ist eine künstliche Insel, die durch ein Bollwerk von Felsen und durch alte gesunkene Schiffe, die mit Steinen beladen waren, nach und nach entstanden ist. Die erste Kirche wurde 1452 erbaut.
Die Tradition des Felsenwerfens ist auch in heutiger Zeit noch lebendig. Jedes Jahr am 22. Juli findet das „fašinada“ genannte Fest statt. Dabei werfen die Einheimischen Steine in das Meer, um damit die Insel zu vergrössern.

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Gospa od Škrpjela (Maria vom Felsen)

 

 

 

 

 

 

 

Sveti Đorđe (deutsch: Heiliger Georg) ist eine natürliche Insel. Auf ihr befinden sich ein Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert und ein Friedhof für den Adel aus Perast und Umgebung.

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Sveti Đorđe (Heiliger Georg)

 

 

 

 

 

 

 

Unser Weg führt durch „Strp“. Das Fehlen eines Vokals im Ortsnamen genügt, um den Fotoapparat aus der Hülle zu nehmen und die Ortstafel zu verewigen. Unsere Phantasie ist nicht mehr zu zügeln und wir stellen uns die Probleme vor, die entstehen können, wenn ein Autofahrer auf einer lärmigen Strasse einen Passanten nach dem Ort fragt.

 

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Am Abend stellen wir uns auf einen grossen Parkplatz direkt am Fjord.
Die Abenddämmerung läutet die „Blaue Stunde“ ein und schenkt uns das schöne Bild mit dem kleinen Leuchtturm.

 

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Die Temperatur ist zwar kühl, aber nicht so kalt, wie uns das Bild des Leuchtturms weismachen will.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Weiter durch Kroatien

31. März 2015

Heute überqueren wir die Grenze zu Kroatien.

 

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Dubrovnik

 

Vor Dubrovnik liegt die bewaldete Insel Lokrum. Uns gefällt das schlichte Bild in Grün- und Blautönen.

 

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Lokrum

 

Der Weg der Küste entlang führt auch ein kleines Stück durch Bosnien-Herzegowina. Dieses Land wollen wir uns ein anderes Mal in Ruhe ansehen.

Wieder in Kroatien öffnet sich nach einem Pass das Gelände und gibt den Blick frei auf die fruchtbare Ebene von Buk-Vlaka.
Unzählige von Wassergräben umgebene Felder prägen das Bild. Die Pflanzinseln werden von den Kanälen und Seen sowohl ent- als auch bewässert.

 

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Ebene von Buk-Vlaka

 

 

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Ungewohntes Be- und Entwässerungssystem

 

Etwas ausserhalb von Bunje finden wir einen ruhigen Schlafplatz. Wir wollen noch etwas die Gegend erkunden und wandern ziellos bergan. Der Weg führt durch niedrige Macchia. Plötzlich taucht auf einem Hügel eine kleine Kappelle auf und dient uns nun als Ziel. Oben angekommen setzen wir uns auf eine der Ruhebänke und geniessen die grandiose Sicht auf Split.

 

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Blick auf Split

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung zur Kapelle Sankt Georg: Da auf „google maps“ der Weg zum Teil fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Kriegsnarben in Kroatien

1. April 2015

Vor Primošten staunen wir über die „Gartenbeete“, die einen Hügel überziehen. Hier wurden mit viel Aufwand die Steine, die die Erde bedeckten, gesammelt und zu kleinen Mäuerchen geschichtet. Die meisten der Felder werden noch bewirtschaftet und es wachsen Reben, frisch gepflanzte Bäumchen und Gemüse darin.

 

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Kaum Erde … aber Lauch

 

Ein paar Kilometer weiter ist Ende mit der Idylle.
Tafeln warnen davor das Land zu betreten. Hier liegen noch nicht entschärfte Minen aus dem Kroatienkrieg.

 

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Wir fahren durch die Region Zadar, eine Gegend, in der die Zeichen des Krieges von 1991 – 1995 allgegenwärtig sind. Einschusslöcher in den Gebäuden zeugen von der grausamen Zeit.
Viele Häuser sind bewohnt und die Löcher wurden zugemörtelt oder die ganze Fassade neu verputzt.

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Andere sind so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr bewohnbar sind.

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Zeichen des Häuserkampfes

 

 

 

 

 

 

 

In jedem Dorf stehen Denkmäler für die Gefallenen, meist junge Menschen zwischen 19 und 25 Jahren.
Viele sind hier im Jahre 1993 umgekommen. Betroffen realisieren wir, dass erst gut 20 Jahre vergangen sind, seit das gegenseitige Morden stattgefunden hat.

 

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In diesem Umfeld sehen wir den bearbeiteten Kaktus als Mahnmal gegen den Krieg. Mit leeren Augen schreit er an gegen die Gräueltaten, die hier geschehen sind.

 

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Das Wetter passt zum heutigen Tag. Wir durchfahren drei Gewitterfronten, zwei mit Hagel. Manchmal sind die Niederschläge so heftig, dass wir am Strassenrand anhalten müssen, da die Scheibenwischer es selbst auf der höchsten Stufe nicht mehr schaffen, uns die Sicht freizuhalten.

Der Mix von Gewitter, Sonne, dunklen, drohenden Wolken in dieser Gegend voller Kriegszeichen versetzt uns in eine schwer beschreibbare Stimmung. Wir sind sehr aufgewühlt.

 

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Die neue Autobahnbrücke bei Maslenica (Maslenički most) ist ein Zeichen der Hoffnung.

 

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Gegen Abend beruhigt sich das Wetter wieder und es bleibt sonnig. Der Wind zaubert bizarre Wolkenbilder in den Himmel, die im gleissenden Sonnenlicht blenden.

 

P1110902 - © Originalgrösse

 

In Cesarica finden wir einen ruhigen Schlafplatz direkt neben einem Friedhof.

 

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Cesarica

 

Der Abendspaziergang führt uns durch eine Karstlandschaft. Die Karren (Furchen) brechen das Licht und die schroffen Kalkfelsen leuchten hoffnungsvoll in der Abendsonne.

 

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Mit etwas Phantasie entdeckt man sogar Gesichter in den Felsen.

 

 

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Stein, Licht und Schatten … was braucht es mehr?

 

 

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Abendstimmung bei Cesarica

 

Am Abend im Bett lassen wir den vergangenen Tag nochmals Revue passieren. Wir sind nach wie vor überwältigt von den extrem wechselnden Stimmungen, die wir heute durchlebt haben. Die Trostlosigkeit der Kriegsnarben. Daneben die Hoffnung auf die Zukunft, mit dem hier noch eher zaghaften Aufbau.
Dazu die entsprechenden Wetterwechsel von Hagelschauer bis blendenden Sonnenschein.
Die Gartenbeete in steinigem Untergrund, die zeigen, dass selbst aus schwierigsten Verhältnissen etwas Positives wachsen kann, dazu die neue Brücke von Maslenica, die beweist, dass bestehende Gräben überbrückt werden können.

Mit diesen letzten, hoffnungsvollen Bildern schlafen wir ein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Karge Schönheit

2. April 2015

Heute fahren wir weiter durch Kroatien nach Italien.
Direkt vor Cesarica liegt die Insel Pag. Die Morgensonne lässt das karge Eiland in besonderem Licht erscheinen.

 

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Insel Pag

 

 

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Insel Pag

 

Am Nachmittg überqueren wir die Grenze zu Italien und fahren auf den Monte San Michele.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

 

4 Gedanken zu “Durch Montenegro und Kroatien

  1. Besten dank für den schönen Bericht. Dalmatien/Kroatien haben wir auch bereist..Wunderschöne Region ! Wir hatten Verwandte an dieser Küste. Viele Grüsse Milan und Erika Baar

    • Ja, diese Region ist sehr schön. Wir konnten leider nur durchfahren, da wir Termine in der Schweiz hatten. Wir wollen uns aber die Gegend und vor allem auch das Hinterland später in Ruhe ansehen.
      Und ihr, habt ihr euch nach eurem langen Aufenthalt in Florida wieder gut eingelebt in der Schweiz?
      Liebe Grüsse von der Ostsee.
      Beat und Annette

  2. Hach, und nun seid ihr schon wieder im Norden.
    Klasse Bilder … ich mag die Sandsonneberge sehr. Und das Ortschild ohne Vokal. Und …

    Ach, … seid gut unserwegs, auch weiterhin!

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