Warten … warten … warten …

 

Aieta

1. Februar 2015

Heute fahren wir in das Bergdorf Aieta. Es liegt, wie alle alten Dörfer hier in der Gegend, auf einem Hügel. Speziell daran ist, dass auf der Hügelspitze nicht die Häuser stehen, sondern ein schöner Waldpark mit Picknicktischen angelegt wurde. Das Dorf selber ist gegen das Landesinnere hin ausgerichtet und nicht gegen das Meer.

 

 

Aieta ist so verwinkelt, dass wir zweimal Einheimische nach dem Weg fragen müssen bis wir die einzige offene Bar des Dorfes finden. Dort geniessen wir den Kaffee und die heissen „conchiglie“ (Blätterteiggebäck in Muschelform mit Vanille-Himbeer-Füllung).

Hier zwei „Treppen-Eindrücke“ aus Aieta.

Markante Aussentreppe aus ungewohnter Perspektive

Wo die Wendeltreppe im Haus verläuft, ist selbst von aussen sichtbar

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Domani“

2. Februar 2015

Bei einem Besuch in der Peugeot-Garage vernehmen wir, dass insgesamt drei Ersatzteile fehlen und diese „domani“ (morgen) geliefert würden.

Da sind wir aber froh. Wir stecken hier nun doch schon seit dem 23. Januar, also seit zehn Tagen, fest und wollen langsam weiter!

 

 

Nochmals zwei bis drei Tage

3. Februar 2015

Wir erfahren, dass die Ersatzteile noch nicht im Zentrallager von Mailand eingetroffen sind und dass wir uns weitere zwei bis drei Tage gedulden müssen.

 

 

Irgendwann im Februar … (Neue Information aus der Garage)

4. Februar 2015

Heute weiss man Neues in der Peugeot-Garage!
Eines der Teile, die sie benötigen um unser Wohnmobil (Jahrgang 2014!) zu reparieren, sei zur Zeit nicht lieferbar. Sie würden es deshalb erst „irgendwann im Februar“ erhalten.

Sch…! 😦

Frustriert ziehen wir von dannen. Leider vergassen wir zu fragen, ob sie Februar 2015 oder doch eher 2016 meinten. 😉
Wir beschliessen mit unserem Ersatzwagen eine kleine Rundfahrt zu unternehmen, um auf andere Gedanken zu kommen.

Die Schäden, die durch starke Regenfälle in den letzten Tagen verursacht wurden, sind nicht zu übersehen.

 

 

 

 

 

 

Doch es gibt auch Schönes zu sehen. Durch eine Lücke in den Wolken fällt ein Sonnenstrahl auf das Dorf Rivello. Es leuchtet freundlich vor dem trüben Hintergrund. (Anmerkung für Schweizer: Das „o“ im Dorfnamen ist richtig und sollte nicht etwa ein „a“ sein.)

 

Rivello

 

Das Abendessen nehmen wir unterwegs in einem Restaurant ein. Der Durchfall, den wir beide kurz darauf bekommen, sagt wohl mehr über die Hygiene dieses Lokals aus als jedes Zertifikat.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Turisti fai da te“

5. Februr 2015

Ein weiterer Ausflug bringt uns nach Cuccaro Vetere. Dort fallen wir als einzige Wintertouristen auf. Ein älterer Mann grüsst uns mit „Ciao Turisti fai da te“. Was soviel wie „do it yourself-Touristen“ heisst. Dieser Ausdruck gefällt uns besser als die langweilige deutsche Version: „Individualtouristen“.

Zu sehen gibt es hier das Übliche: Schmale Gässchen zwischen alten, zum Teil renovationsbedürftigen Häusern und zwischendurch ein Blick in die Ebene.

Aber auch das hat seinen Reiz, wie die Schwarzweissaufnahme eines Balkons zeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

In einigen Gärtchen kontrastieren leuchtende Mandarinen mit dem Grau des trübkalten Wintertages.

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Warten … … …!

6. bis ???. Februar 2015

Diese Tage verbringen wir vorwiegend mit Lesen und Warten im Hotelzimmer, dem einzigen geheizten Raum weit und breit.
Der Himmel ist meist trüb und es bläst ein kalter Wind, der sich zwischendurch zum Sturm entwickelt. Er pfeift geräuschvoll um das Haus und rüttelt an den Jalousien, als wolle er auch gerne an die Wärme kommen. Ab und zu fallen sogar ein paar Schneeflocken, was hier in Kalabrien auf Meereshöhe nur alle paar Jahre vorkommt.
Kein Wetter, das uns hinaus zieht.

Die kurzen sonnigen Abschnitte nutzen wir für kleine Ausflüge ans Meer, das durch den aufgewirbelten Sand in Küstennähe eine ungewohnt beige Farben erhält.

 

 

Einmal spazieren wir zum Hotel Club Bridge, das wie eine Krone über der bunten Siedlung auf einem nahen Hügel thront.

 

 

Die Feriensiedlung ist durch eine Strasse erschlossen, die mit einer Schranke gesichert ist. Ein Portier tritt heraus und teilt uns mit, dass dies hier ein Privatdorf sei und Unberechtigte keinen Zutritt hätten. Annette versteht plötzlich kaum mehr Italienisch. Sie stammelt immer wieder etwas von „passeggiata“ (Spaziergang) und deutet die Strasse hoch. Irgendwann wird es dem Wächter zu dumm, zu kalt oder beides zusammen und er verschwindet wieder in seiner Loge. Wir spazieren an der Schranke vorbei und den Berg hinauf. Die Häuser der Siedlung sind zum grössten Teil gut unterhalten und mit hübschen Gärten versehen.

Oben angekommen trifft uns jedoch beinahe der Schlag. Das Hotel, das von ferne so malerisch ausgesehen hat, ist eine Ruine. Die Eingangstür, neben der noch traurig das Schild mit den vier Sternen hängt, ist eingeschlagen. Überall bröckelt Farbe, Verputz und gar Beton von der Fassade.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Selbst das Fahrzeug des ehemaligen Hauswarts scheint nicht mehr an eine Zukunft zu glauben.

 

 

Übrigens: Vor 15 Jahren soll das Hotel Club Bridge das Beste in der Gegend gewesen sein.

 

 

10 Gedanken zu “Warten … warten … warten …

    • Thanks so much!
      On Sunday we were in silas Mountain. There´s still a lot of snow, so we had to leave this beautiful region again. Later we had a real storm with heavy rainfall near San Giovanni in Fiore.
      Have a good time, greetings to your parents!

  1. Hallo Annette und Beat
    und müsst ihr weiterhin auf die Reparatur eures Autos warten. Ich war vor einigen Jahren auch in dieser Gegend im Urlaub und kann euch ein Abstecher in die Ortschaft Pisciotta sehr empfehlen. Ich wünsche euch weiterhin eine tolle Reise und freue mich euren Weg bzw. eure Reise weiterzuverfolgen.
    Herzliche Grüsse aus Mettmi
    Daniel

    • Hoi Daniel

      Schön von dir zu hören. Wir sind seit dem 19. Februar (nach 28 Tage Wartezeit!!) wieder auf Achse und nun am Ionischen Meer. Zuerst fuhren wir durch das Skigebiet von Monte Sila, wo ca. 1,5 Meter Schnee lagen und heute fahren wir schon wieder durch Orangenhaine. Kalabrien ist wirklich sehr abwechslungsreich.

      Liebe Grüsse
      Beat und Annette

  2. Hallo ihr Zwei. Ja, wenn die Sonne scheint und auch wärmt, sieht der Alltag gleich anders aus. Wir hoffen, dass Ihr nicht mehr zu lange auf die Ersatzteile warten müsst und dann vielleicht trotzdem noch nach Sizilien reist?! Die Marke Peugeot scheint ja ein besonderer Geheimtyp zu sein. Unser Auto haben wir am Mittwoch abholen können und es fährt wieder bestens.
    Uebrigens Sarah hat am 10. Februar einen Sohn mit dem Namen Tibo geboren. Beide sind wohlauf.
    Liebe Grüsse aus Spanien
    Heidi und Armin

    • Sali zäme
      Hier scheint der Frühling nun langsam zu starten.
      Nach neuester Meldung aus der Garage, soll das letzte der drei Ersatzteile am Mittwoch, 18. Februar 2015 bei ihnen eintreffen und auch gleich montiert weren. Wir hoffen es seien die richtigen. 😉 Mal sehen …
      Zur Zeit tendieren wir eher dazu, Sizilien auf später zu verschieben und dafür gemütlich den Balkan hinaufzutingeln.
      Auch hier: mal sehen …
      Danke für die Info über unseren neuen Grossneffen.
      Liebe Grüsse
      Beat und Annette

  3. In achzig Tagen um die Welt? Ihr toppt das locker: Es ist ein langer Weg nach Sizilien. Aber ihr werdet es hoffentlich schaffen.
    Hier ist es heute frühlingshaft warm. Wie mag es da in Sizilien wohl sein? 😉

    • Sizilien? SIZILIEN?!?
      😉 😉
      Da wir nun schon bald vier Wochen in Kalabrien sind, überlegen wir uns ernsthaft Sizilien wegzulassen und über Apulien direkt nach Albanien überzusetzen. So bliebe uns mehr Zeit für unsere Reise zurück in die Schweiz.
      Das Wetter hat sich aber auch hier deutlich gebessert. Wir geniessen den Sonnenschein und Temperaturen um 15°C.

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