Zwischenstopp in der Schweiz

 

Auftanken in der Schweiz

22. Oktober – 30. Oktober 2017

 

 

Nach über fünf Monaten sind wir wieder in der Schweiz angekommen. Die einmalige Reise durch Island klingt immer noch in uns nach.

Hier der Link zum Beitrag über Island:

Wir geniessen das schöne Herbstwetter in Wohlen und besuchen Verwandte, Bekannte und Freunde.

 

 

 

 

 

 

 

Buntes Buchenlaub

 

 

 

 

 

 

 

 

In Wohlen steht mitten im Güpf-Kreisel eine Blume der besonderen Art.

 

„Sonnenblume“

 

Die Aargauer Zeitung weiss zu berichten: „Die Stromproduktion der Sonnenblume deckt locker den Verbrauch eines mittleren Privathaushalts ab. Die Energie wird aber direkt ins Wohler Stromnetz eingeschleust.
Die Blume ist ein kleines technisches Wunderwerk. Computergesteuert entfalten sich die Solarpanels, wenn die Sonne scheint, und schliessen sich automatisch, wenn es dunkel wird oder wenn ein Sturm aufkommt. Das Programm steuert die Blume so, dass sie sich horizontal und vertikal immer nach der Sonne ausrichtet.“

Link zu den Strecken zwischen dem 22. und 29. Oktober 2017:

 

 

Ausflug nach Gerzensee

31. Oktober 2017

Gestern waren wir bei Roli (unserem Reisegefährten in Island) zu Gast. Beat ist stolz darauf, dass er den Bronzemedaillen-Gewinner der Schweizermeisterschaft im Backgammon schlagen konnte. 😉

Heute fahren wir von Biberstein ins Berner Mittelland.
In Gerzensee besuchen wir Heidi und Leo, die ihre Ferien in der alten Sennhütte verbringen, in der heute die „Brauwerkstatt Egghubel“ untergebracht ist. Sie führen uns durch die kleine Brauerei, in der auch Brau-Seminare angeboten werden.
Hier der Link für Bierfreunde: www.egghubel.ch

Wir werden fürstlich bewirtet und spazieren danach zum Aussichtspunkt Chutzen. Die ländliche Gegend ist ein Traum. Aus der Ferne grüssen die verschneiten Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau.

 

 

 

Chutzen

 

Die Schatten werden länger und die Kälte dringt durch die Kleider. Wir wandern in einem Bogen zurück zur Brauerei und werden dort mit leckerem, selbst gebackenem Kuchen verwöhnt.

 

Eiger, Mönch und Jungfrau im Abendlicht

 

Liebe Heidi, lieber Leo, vielen Dank für den wunderschönen Nachmittag!

Link zum Spaziergang zum Chutzen: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur Strecke vom 30./31. Oktober 2017:

 

 

Letzte Vorbereitungen in Wohlen

1. November 2017

Wir sind nochmals nach Wohlen zurückgekehrt, wo wir die letzten Vorbereitungen für unsere Reise nach Italien und Griechenland treffen.

 

 

Südwärts

2. November 2017

Am Morgen verabschieden wir uns von Sandra, Mark und Jan Lukas.
Herzlichen Dank für die schöne Zeit, die wir einmal mehr bei euch erleben durften!

An dieser Stelle auch vielen Dank an Daniela, Gerda, Fritz, Mirjam, Roli, Maya, Felix, Elsbeth, Larissa, Tatjana und Mischa, für die herzlichen Einladungen, die leckeren Speisen und die netten Gespräche.

Die Zeit läuft und läuft. Wir erledigen letzte „Wichtigkeiten“, kaufen noch dies und das ein und schaffen es schlussendlich nicht mehr durch den Gotthard. In Arth holt uns die Dunkelheit ein und wir suchen einen ruhigen Übernachtungsplatz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zu Fuss auf die Rigi

3. November 2017

Zum Einkaufen fahren wir nach Schwyz. Die Sonne scheint und wir beschliessen diesen vielleicht letzten schönen Herbsttag für eine kleine Wanderung an der Rigi zu nutzen.

Wir fahren zurück und treffen erst am Mittag in Kräbel bei der Talstation der Luftseilbahn auf die Rigi Scheidegg ein. Die Bahn ist wegen Revision geschlossen. Wir wollen eh zu Fuss gehen und sind froh, dass wir dieser Versuchung nicht widerstehen müssen.

Ohne konkretes Ziel wandern wir aufwärts, der Sonne entgegen. Schon nach kurzer Zeit werden wir mit dem Blick auf den Lauerzersee und die Mythen belohnt.

 

Lauerzersee mit Mythen

 

Wer uns kennt, weiss, dass wir nur schwer umkehren können, bevor der höchste Punkt erreicht ist.

Nach 1030 Höhenmeter stehen wir auf der Rigi Kulm (1789 m ü.M).
Wir geniessen die prächtige Aussicht und halten uns an die unmissverständliche Aufforderung von hier aus zu fotografieren

 

 

Obwohl es bereits spät ist und, Winterzeit sei Undank, die Nacht früh hereinbrechen wird, verwerfen wir die Idee, mit der Standseilbahn hinunter zu fahren. Stattdessen machen wir uns zu Fuss an den Abstieg.

Am Anfang geht alles recht flott und wir kommen zügig voran.

 

Herbststimmung an der Rigi

 

Doch nach kurzer Dämmerung werden wir von der Nacht eingeholt und es kommt, wie es kommen musste:
Im finstern Wald verpassen wir eine Abzweigung und landen weiter unten auf einem uns unbekannten Parkplatz.
Sollen wir wieder in den Wald hinauf steigen und im Dunkeln den richtigen, schmalen Wanderweg suchen?
Oder auf der Strasse bis ins Tal hinunter wandern und von da den weiten Weg wieder hinauf zu unserem NOBIS?
Wir sind fünfeinhalb Stunden gewandert und über tausend Höhenmeter auf- und wieder abgestiegen.
Wie viele zusätzliche Kilometer warten noch auf uns?

Ein Auto hält an. Ein Ehepaar, das uns unschlüssig herumstehen sah, bietet an, uns ins Tal hinunter zu fahren. Dankbar nehmen wir die Hilfe an.
Wir unterhalten uns angeregt und am Schluss fahren sie uns sogar noch die schmale und steile Strasse zum Kräbel hinauf.
Herzlichen Dank, unbekannte Retter in der Not!

Wir sind hundemüde und bleiben die Nacht über auf dem ruhigen Parkplatz.

Link zur Wanderung auf die Rigi Kulm: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Durch den Gotthard nach Italien

4. November 2017

Die Sonne von gestern hat sich hinter Wolken verborgen. Für morgen ist Schnee bis in tiefe Lagen angesagt.
Wir fahren deshalb noch heute durch den Gotthard nach Italien.
Das Wetter wird immer trüber und unfreundlicher.
Ab drei Uhr nachmittags suchen wir vergebens einen Übernachtungsplatz. Erst in der Dämmerung werden wir im Industriegebiet von Canzo fündig. Kein schöner Platz, aber als „Notschlafstelle“ wird er wohl taugen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Deutschland, Herbst 2017

 

Erholung in Lütjenburg

23. September – 17. Oktober 2017

Nach der intensiven Zeit auf Island sind wir froh, dass wir uns einige Wochen in Lütjenburg erholen können.
Wir nutzen die Zeit für Besuche bei Verwandten und Freunden und zum Erledigen von allerlei Dingen.

Annettes Schwester lädt uns ein zu „Lichtkunst im Schlossgarten“ in Eutin.
Es ist beeindruckend, welche Effekte man mit entsprechender Beleuchtung erzielen kann.
Hier ein kleiner Einblick in das Spektakel:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich fehlen auch diesmal die kleineren und grösseren Wanderungen in und um Lütjenburg nicht.

 

Standesamt Lütjenburg

 

 

Pilze im Wald

 

Herzlichen Dank, Ilona, Volker, Fredrik, Leif und Arvid für die Gastfreundschaft, die wir einmal mehr geniessen durften.

Link zu den Strecken vom 23. September – 17. Oktober 2017:

 

 

Auf Richtung Schweiz

18. Oktober 2017

Heute ziehen wir weiter.
In der Nähe von Hannoversch Münden finden wir einen wunderschönen, herbstlichen Übernachtungsplatz direkt neben dem riesigen Picknickplatz.

 

Übernachtungsplatz am Morgen

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Hannoversch Münden und Reinhardswald

19. Oktober 2017

Hannoversch Münden liegt nahe und wir besuchen die „Drei-Flüsse-Stadt“. Hier vereinen sich die Flüsse Werra und Fulda und fliessen als Weser weiter.

 

Werra bei Hannoversch Münden

 

Die Stadt gilt als eine der schönsten Fachwerkstädte Deutschlands. Wir schlendern durch den historischen Teil und lassen uns von den alten Häusern beeindrucken.

 

 

 

 

 

Wunderschön sind auch die geschnitzten Gesimse.

 

Hölzernes Gesims

 

Nach einer kleinen Rast in einem der Strassencafés fahren wir in den Reinhardswald.
„Mit über 200 km² Fläche ist der Reinhardswald eine der größten Waldflächen und eines der am wenigsten besiedelten Gebiete Deutschlands …“, weiss Wikipedia zu berichten.

 

Reinhardswald

 

Wir spazieren zu einem Wildbeobachtungsstand. Da wir keine Tiere sehen, ist es eher ein Waldbeobachtungsstand, aber trotzdem schön.

 

Blick aus dem Waldbeobachtungsstand

 

 

 

Am Abend suchen wir einen Übernachtungsplatz. Doch alle Strassen zu den Parkplätzen, die unser Navi anzeigt, sind abgesperrt.
Es wird bereits dunkel, als wir auf dem Forellenhof Herrenau in Völkershain landen. Wir geniessen die leckeren Forellen, die uns die freundliche Wirtin serviert und dürfen auf dem Parkplatz des Restaurants übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Besuch in Ebrantshausen

20. Oktober 2017

Im Sommer 2015 trafen wir Joachim und seinen Bruder am Fährhafen in Dunkerque. Der Kontakt hat sich in den zwei Jahren erhalten. Heute besuchen wir ihn und seine Frau Helene in Ebrantshausen und werden herzlich empfangen und bewirtet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Weiter schweizwärts

21. Oktober 2017

Nach einem üppigen Frühstück fahren wir weiter Richtung Schweiz.

Herzlichen Dank, Helene und Joachim, für die Gastfreundschaft und die angeregten Gespräche. Wir haben die Zeit mit euch sehr genossen.

In Bösenreutin, kurz vor der österreichischen Grenze, übernachten wir auf einem ruhigen Platz, den wir von einer früheren Reise her kennen.
Lautlos fliegt ein Zeppelin in der Dämmerung über uns hinweg.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Island nach Dänemark

 

Zwischenstopp in Tórshavn

20. – 22. September 2017

Wir sind auf dem Weg von Island nach Dänemark. Als die Fähre am zweiten Tag zwischen den Färöer-Inseln hindurchfährt, weckt dies Erinnerungen an die wunderbaren drei Wochen, die wir im Frühjahr hier verbracht haben.

Für alle, die diesen Reisebericht nachlesen wollen, hier der Link: unserwegs auf den Färöern

 

Fahrt durch die Färöer

 

Die Fähre legt für ein paar Stunden in Tórshavn, der Hauptstadt der Färöer-Inseln an. Wir nutzen die Zeit, um uns die Altstadt Tinganes anzusehen.

 

 

 

 

Wir schlendern durch die Gassen und nehmen Abschied von unserem Sommer auf den Inseln am Rande Europas, zwischen dem Nordatlantischen Ozean und dem Europäischen Nordmeer.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die alten Holzhäuser sind herausgeputzt und die Sonne gibt ihr Bestes, damit wir uns nochmals so richtig wohlfühlen.

Wir setzen uns am alten Hafen in ein Strassencafé und beobachten Stare, Zugvögel wie wir. 😉

 

Star (Sturnus vulgaris)

 

Die Schatten werden länger und länger, es ist Zeit zu gehen. Wir trinken aus und machen uns auf den Rückweg zur Fähre.

Ein wunderschöner Sommer ist zu Ende!

 

Zeit zu gehen

 

Link zur Strecke Seyðisfjörður (IS) – Torshavn (FO) – Hirtshals (DK) und weiter an die Grenze: Die Fähr-Strecke ist nur schematisch dargestellt.

 

 

Ostfjorde Islands

Djúpivogur, Dorf der Steine

12. September 2017

Eine imposante, etwa 12 Kilometer lange Kiesbank trennt den Lónsfjörður vom Meer ab. Die meist schwarzen Kieselsteine sind flachgeschliffen.

 

Kieselstrand am Lónsfjörður

 

Die Berge fallen auf dieser Inselseite steil ins Meer ab, was den Strassenbauern einiges abverlangt hat.

 

Strasse am Krossanesfjall

 

Mit langen Spundwänden haben sie die Fahrspuren gegen herunterrollendes Geröll gesichert.

 

Strasse im steilen Geröllfeld

 

Die Berge erinnern an ägyptische Pyramiden.

 

Nóntindur

 

Von der Strasse aus sehen wir kurz vor der Abzweigung nach Djúpivogur einige Rohre aus dem Boden ragen. Wir spekulieren auf einen Hot-Pot und bekommen recht.
Wir geniessen das Bad in der Metallwanne, in 44 °C heissem Wasser. Eine frei zugängliche Badewanne inmitten unberührter Natur findet man nicht alle Tage.

 

Annette im Hot-Pot

 

In einem Garten in Djúpivogur entdecken wir eine „Gesteins-Rabatte“. Hier sind verschiedene bunte Lavasteine aufgestellt.
Wir erhalten so einen Rückblick über die unterschiedlichen Felsarten, die wir diesen Sommer in Island angetroffen haben. Immer noch staunen wir über die Farbenpracht der Steine.

 

Gesteins-Rabatte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich sind wir nach Djúpivogur gefahren um uns die „Eggin í Gleðvik“ anzuschauen.
2009 hat der Künstler Sigurður Guðmundsson am Hafen 34 Eier aus Stein aufgestellt. Jedes davon steht für eine Vogelart, die in der Umgebung nistet.
Ein Ei ist markant grösser als die anderen. Es verkörpert den Sterntaucher, das Wahrzeichen des Dorfes.

 

Eggin í Gleðvik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleich um die Ecke versuchte sich wohl ein Altmetallhändler als Künstler. Er stellte zwei LKW-Mulden in ein Metallsilo, setzte ein Fahrzeugchassis darauf und krönte das Ganze mit einem ausgeräumten Kühlschrank.
Einen gewissen Reiz können wir dieser frechen Skulptur nicht absprechen.

 

 

Ganz in der Nähe, bei „Free Willi“, kann man die Skulpturen, Steine, Knochen, Kristalle, Fossilien und vieles mehr besichtigen und kaufen.

Uns haben vor allem die Steinfiguren zum Thema „Mutter und Kind“ gefallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das 450 Seelen-Dorf wir uns als „Dorf der Steine“ in Erinnerung bleiben.

Bizarre Berge säumen unseren weiteren Weg nach Fáskruðsfjörður, wo wir auf dem Campingplatz direkt am Ententeich übernachten.

 

Skriðufjäll

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Neskaupstaður

13. September 2017

Die Sonne zeigt sich heute leider nicht mehr. Bei stürmischem Wind und Regen fahren wir auf den Campingplatz in Neskaupstaður.
Wir haben den Platz für uns alleine.
Am Abend fährt ein Personenwagen vor, eine Frau und ein Mann gehen in die Rezeption. Wir legen unsere Camping-Card bereit, mit der wir auf Island sehr günstig auf ausgewählten Plätzen übernachten können.
Aber die zwei fahren wieder ab, ohne bei uns vorbeizukommen. Das Toiletten-Papier haben sie davor noch aufgefüllt.
Vielen Dank!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Osterhöhle

14. September 2017

Das Wetter ist besser als erwartet. Wir beschliessen hier in der Region eine kleine Wanderung zu unternehmen und erst morgen Richtung Hengifoss zu fahren.

Vom Leuchtturm aus gehen wir nach Þúfa, dann ein Stück zurück und weiter nach Hundsvík. Auf dem Rückweg steigen wir in die „Osterhöhle“ (Paskahellir) hinunter.

 

Annette von unserwegs ist unterwegs.

 

Paskahellir ist ein langer Felsvorsprung, der von den Wellen aus dem Gestein gewaschen wurde.
Die Wellen, die gegen die Felsen und das Kies schlagen, tönen hier unten furchterregend. Wir behalten den Wasserspiegel im Auge, damit wir nicht von den Fluten eingeschlossen werden.

 

Paskahellir

 

 

Blick aus den Osterhöhle

 

In der Felswand fallen tiefe runde Löcher auf. Es sind die Spuren von Baumstämmen, die von der Lava bedeckt wurden. In den Hohlräumen liegen runde Steine wie in einem Vogelnest. Diese wurden bei Hochwasser hineingespült.

 

 

Ausserhalb der Höhle findet man kleine aufgebrochene Kristallkammern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach zweieinhalb Stunden sind wir wieder zurück bei unserem Fahrzeug.
Wir fahren nochmals auf den Campingplatz im Dorf, wo wir ein zweites Mal gratis übernachten.

Link zur Wanderung nach Þúfa, Hundsvík und zur Paskahellir: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Heidelbeeren

15. September 2017

Annette geht im Lawinenschutzwald oberhalb des Campingplatzes spazieren und entdeckt dort einige vielversprechende Heidelbeer-Plätze. Sie holt Beat zur Unterstützung und wir sammeln knapp drei Kilogramm dieser aromatischen Früchte.
Einen Teil kochen wir zu Konfitüre ein, der Rest gibt leckere Desserts.

Spaziergänger erzählen uns, dass es morgen und übermorgen sehr warm werde. Man erwarte die heissesten Tage des Jahres, mehr als 20°C!!

Nochmals übernachten wir hier, nochmals fährt am Abend das Paar auf den Platz, kontrolliert die Anlage und nochmals bezahlen wir nichts!

 

 

Wanderung auf den Svartafjall

16. September 2017

Wir sind nicht die einzigen, die den dreitägigen Aufenthalt hier genossen haben. Eine stattliche Kreuzspinne hat sich unseren NOBIS als erfolgreichen Jagdplatz ausgesucht.
Genüsslich saugt sie die dicke Fliege aus, die sich in ihrem Netz verfangen hat.

 

Kreuzspinne (Araneus diadematus)

 

 

Kreuzspinne (Araneus diadematus)

 

Bevor wir wegfahren, hängen wir die Spinne samt Netz und Beute an einen Strauch. Wir wollen ja niemanden in die Fremde entführen.

Wie vorhergesagt ist es heute für isländische Verhältnisse sehr warm. Im Verlaufe des Morgens lockert sich die Wolkendecke auf und wir fahren zur alte Passstrasse, die nach dem Tunnel rechts abzweigt. Von da wandern wir zum Aussichtsberg Svartafjall.

 

Blick vom Svartafjall Richtung Neskaupstaður

 

Auf einem Felsplateau liegen hellgraue Felsbrocken auf rotbraunem Boden, den weisslichen Streifen durchziehen. Man könnte glauben, dass hier ein Künstler am Werk gewesen sei.

 

„Art made by geology “

 

Unter uns liegt ein weiteres natürliches Kunstwerk. Eine karge, felsige Ebene, auf der sich lediglich Moose und Flechten behaupten können, wird von einem Rinnsal durchzogen.
Es sieht aus wie eine Landkarte.

 

„Map made by nature“

 

Wir versuchen über die Schotterpiste F 936 hinüber ins Lagarfljot-Tal zu fahren. Diese ist nur für Allradfahrzeuge freigegeben, doch wir wagen es trotzdem, wir haben da ja so einiges an Erfahrung gesammelt … glaubt Beat …

Nach etwa 10 km schaffen wir eine Steigung nur ganz knapp mit durchdrehenden Rädern. Die Strasse ist in sehr schlechtem Zustand und wird zudem noch steiler.
Wir müssen aufgeben. Zum Glück ist hier genügend Platz zum Wenden.
Wieder unten auf der asphaltierten Strasse bleiben wir auf einem Wanderparkplatz in der Nähe von Reyðarfjörður.

Link zur Wanderung auf den Svartafjall: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Hengifoss

17. September 2017

Über Egilsstaðir fahren wir an den See Lagarfljót.

Wir sind etwas spät dran, deshalb marschieren wir sehr zügig zum Hengifoss hinauf. Zum Glück erreichen wir ihn noch kurz bevor der Schatten des Gebirges auf ihn fällt. Wunderschön leuchten die roten Tonstreifen im Fels in der Sonne.

 

Hengifoss

 

 

Hengifoss

 

Im Talkessel liegen verschiedene Gesteinsarten aufeinander, wodurch pittoreske Muster entstehen.

 

Zurück beim Wohnmobil fahren wir ans Ende des Sees und weiter ins Suðurdalur. Morgen wollen wir uns als letzten Wasserfall vor unserer Rückreise den Strutsfoss ansehen.

Link zur Wanderung an den Hengifoss:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kraxelei zum Strutsfoss

18. Septembe 2017

Beim Wanderparkplatz mit Plumpsklo-Hüttchen, auf dem wir genächtigt haben, steht eine Tafel, auf der der Wanderweg zum Strutsfoss eingezeichnet ist.

 

Suðurdalur

 

Der Weg ist breit und mit roten Pfosten bezeichnet.
Weiter oben führt eine Brücke über den Bach, ein paar letzte Pflöcke stehen da noch, dann müssen wir den Weg selber suchen.

Das Gelände wird immer steiler.
Weitergehen oder umkehren? Wir beschliessen zwischen den Felswänden hinaufzuklettern. Mühsam erklimmen wir Höhenmeter um Höhenmeter. Ein Blick zurück zeigt, dass umkehren nur noch schwerlich möglich ist.

Zwischendurch erhaschen wir einen Blick auf den Strutsfoss, der in einen schattigen Felskessel fällt.

 

Strutsfoss

 

Endlich erreichen wir die Hochebene oberhalb des Wasserfalls.
Wir werden für unsere Anstrengungen und das Risiko, das wir auf uns genommen haben, belohnt.

Der Blick zurück in das karge, herbstliche Villingadalur-Tal ist unbeschreiblich schön.

 

Villingadalur

 

Den Weg zurück wagen wir nicht mehr. Deshalb wandern wir auf der anderen Seite des Strutsfoss hinunter.

 

Oberster Teil des Strutsfoss

 

Dieser Weg ist etwas einfacher. Wir müssen jedoch aufpassen, dass wir genügend Abstand zu den senkrecht abfallenden Schluchten halten, die sich in die Bergflanke hinein gegraben haben. Manchmal sieht man diese erst sehr spät.
Wegmarkierungen finden wir auch auf dieser Seite erst wieder, als wir unten im Tal sind.

Nach knapp vier Stunden sind wir von unser Wanderung, der abenteuerlichsten dieses Sommers, zurück am Ausgangspunkt.

Wir fahren zurück an den Lagarfljót. Dieser See ist bei den Isländern als Feriendestination sehr beliebt. An seinen Ufern stehen die ausgedehntesten Wälder Islands.

 

Lagarfljót

 

Auch wir geniessen es wieder einmal in einem Wald zu übernachten.

Link zur Wanderung um den Strutsfoss: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Letzte Nacht auf Island

19. September 2017

Morgen endet unsere dreimonatige Reise durch Island.
In Egilsstaðir fahren wir auf den Campingplatz und laden die Batterien im NOBIS nochmals voll auf, damit sie die dreitägige Fahrt auf der Fähre gut überstehen.
Wir geniessen die warme Dusche und den schnellen Internetzugang.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Abschied von Island

20. September 2017

Eine wunderschöne Zeit ist zu Ende!
Island mit seinen einzigartigen Naturschönheiten hat uns tief beeindruckt. Wir sind froh, dass wir uns für dieses fantastische Land genügend Zeit genommen haben.

Nun geht es von Seyðisfjörður aus mit der Fähre wieder zurück auf das europäische Festland.
Ein Wohnmobil erinnert uns daran, dass wir in absehbarer Zeit wieder im Alpenraum sein werden.

 

„Alphütten-Wohnmobil“

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Im Südosten Islands

 

Wanderung am Fluss Skógá

6. September 2017

Wir fahren zum Skógafoss, steigen die 430 Stufen zur Plattform hoch und wandern entlang dem Fluss Skógá. Wir können dabei die verschiedensten Wasserfall-Typen studieren: den Mächtigen, den Niedlichen, den Mehrstufigen, den in die Breite Gehenden, den Verdrehten, den Lauschigen, den Versteckten ….
Hier eine Auswahl davon:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach knapp drei Stunden Marschzeit erreichen wir eine Brücke und queren den Skógá.

 

Brücke über den Skógá

 

Kurz darauf zeigen uns zwei Wegweiser, dass wir auf dem Holzweg sind. 😉

 

Wegweiser zeigen den „Holzweg“ an

 

Nach einer kurzen Pause wandern wir zurück ins Tal und sind nach fünf Stunden wieder bei unserem NOBIS.
Nicht weit vom Skógafoss entdecken wir einen Kieslagerplatz, der etwas abseits der Ringstrasse liegt … ein idealer Übernachtungsplatz!

Link zur Wanderung entlang dem Fluss Skógá:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Seljavallalaugar

7. September 2017

Nach dem gestrigen Sonnentag regnet es heute wieder.
Wir fahren zum Parkplatz vom Seljavallalaugar. Dort warten wir einen regenarmen Moment ab und spazieren dann zum Thermalbad, das zuhinterst im Talkessel liegt.

 

Felsnase aus Basalt

 

 

Seljavallalaugar

 

Link zum Spaziergang zum Seljavallalaugar: Da auf “google maps” ein Teil des Weges falsch eingezeichnet ist, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Halbinsel Dyrhólaey

8. September 2017

Wir haben kein Brot mehr und fahren deshalb ohne Frühstück los. Der kurze Abstecher nach Dyrhólaey zieht sich immer mehr in die Länge. Die Halbinsel ist so fantastisch, dass aus unserem Frühstück ein Spätstück wird. 🙂 Aber dafür mit ofenfrischem Baguette! 🙂 🙂

 

Reynisdrangar

 

 

Reynisfjara

 

Der Sandstrand am Fusse der Klippen scheint lediglich von Vögeln betreten zu werden.

 

Vogelspuren am Strand

 

In eine Felsnase haben die Wellen zwei Tore geschlagen.

 

Dyrhólaey

 

Trotz des schönen Wetters fahren wir ein weiteres Mal auf den Campingplatz in Vík í Mýrdal, wo wir von Lind und Petur wie alte Bekannte begrüsst werden. Das isländische Paar betreuen für einige Wochen den Platz.
Die zwei lassen sie sich nirgends fest anstellen, damit sie immer wieder ausgedehnte Reisen unternehmen können.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Svinafellsjökull

9. September 2017

Wir nutzen das WiFi auf dem Campingplatz und arbeiten an einem weiteren Reiseblogbeitrag.
Deshalb fahren wir erst am späten Nachmittag weiter zum Svinafellsjökull.

Auf dem Parkplatz vor dem Gletscher bleiben wir für diese Nacht.

 

Svinafellsjökull

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Unser „Tag des Eises“

10. September 2017

Die Oberfläche des Svinafellsjökull ist sehr rau und das Eis mit schwarzer Vulkanasche bestäubt.

 

 

Auch am Fusse dieses Gletschers liegt ein kleiner See, in dem abgebrochene Eisblöcke schwimmen.
Am schichtweise mit Asche durchsetzten Eis sieht man, dass hier mehrere Vulkanausbrüche ihre Spuren hinterlassen haben.

 

 

 

 

Hat ein solches Stück Gletscher die Italiener zum Cassata-Eis inspiriert?

 

Gletscher-Cassata

 

Auch wenn man von dem fasziniert ist, was vor einem liegt, sollte man sich von Zeit zu Zeit umdrehen.
Auf diese Weise ist das nächste Bild entstanden.

 

 

Annette hat so vom Svartifoss geschwärmt, dass sich Beat diesen nun auch anschauen will.
Aber zuerst entdeckt er auf der Toilette des Informationszentrums Zettel, die darauf hinweisen, was alles verboten ist.
Diese Affichen sagen über den Inhalt hinaus auch sehr viel über die Haltung der Verwaltung aus.
Oder anders ausgedrückt: Kleingeist braucht grosse Zettel!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bezeichnenderweise treffen wir hier auch auf den einzigen Parkplatz auf Island, für den wir einen happigen Betrag zahlen müssten, um ein Naturwunder anzuschauen.

Der Svartifoss ist wirklich sehenswert. Nicht wegen des Wasserfalls, da gibt es viel imposantere auf der Insel, aber wegen der Basaltfelsen.

 

Svartifoss

 

 

Svartifoss

 

In der Felswand neben dem Wasserfall sind einige Basaltsäulen oben gebogen.
Die sechskantigen Säulen entstehen, wenn Lava abkühlt. Hier ist die Lava beim Erstarren noch langsam weitergeflossen.

 

Gebogene Basaltsäulen

 

Wer unseren letzten Beitrag gelesen hat, weiss, dass uns der Jökulsárlón total begeistert hat.

8-ung! Das ist nicht einfach ein leichtfertig hingeworfener Satz, das ist eine Vorwarnung darauf, dass nochmals viele Eisbilder folgen werden.
Da wir jedoch beabsichtigen den Winter im hoffentlich eisfreien Griechenland zu verbringen, bitten wir um Nachsicht.

Langer Rede kurzer Sinn: wir fahren abermals da hin!

Eine kleine Schneeammer begrüsst uns kurz und fliegt dann weg.

 

Schneeammer (Plectrophenax nivalis)

 

Dann tauchen wir nochmals in das Wunder des Eises ein.
Vielfältige Eisbrocken liegen auf dem schwarzen Sandstrand: glasklare, weisse, blaugeäderte, mit schwarzen Bändern, mit Einschlüssen von ganz feinen Luftlöchern oder von Löchern Richtung Emmentalerkäse, teilweise kann man eingelagerte Steine oder Sandschichten erkennen. Solche mit Spalten und Röhren, andere scheinen aus kompaktem Eis zu bestehen, weitere sind zusammengesetzt aus etwa golfballgrossen, aber wildgeformten Stücken. Ganz selten sieht man solche, deren Einzelstücke auf der äusseren Seite glatt und klar sind, auf der Innenseite aber ein Muster aufweisen, das an die Adern von Blättern erinnert.

Hier ein kleiner Fundus:

 

Delfin?

 

 

 

 

 

 

Ziegenklaue?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir übernachten ein weiteres Mal hier, direkt am schwarzen Strand mit den fantastischen Eisgebilden.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Und noch mehr Eisbilder

11. September 2017

Am Morgen scheint die Sonne und lässt das Eis leuchten. Kaum fällt jedoch der Schatten einer Wolke darauf, wirkt es blau und kalt.

 

 

 

Eisberg

 

Eis im Gegenlicht …

 

 

 

 

 

 

 

… und im Schatten

 

 

 

 

 

 

 

 

Taube?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun wechseln wir die Strassenseite und spazieren vom Meer zum See.
Eine Grosse Raubmöwe steht noch etwas verschlafen auf der Wiese und lässt sich von uns nicht stören.

 

Grosse Raubmöwe (Stercorarius skua)

 

 

Jökulsárlón

 

 

Jökulsárlón

 

Endlich schaffen wir es doch und reissen uns von dem Spektakel los.
Unsere Zeit auf Island neigt sich langsam dem Ende zu und wir wollen vor unserer Rückreise noch die Ostfjorde besuchen.

Doch nach wenigen Kilometern lockt uns ein letzter Gletscher von der Ringstrasse.
Wir machen einen Abstecher zum Hoffellsjökull.

 

Hoffellsjökull

 

Auf dem Weg dahin fahren wir an einer Felswand vorbei, über die sich eine „Mauer“ herabzieht.
Solche „Dykes“ entstehen, wenn bestehende Gesteinsspalten durch Lava aufgefüllt werden.

 

Dyke

 

Am Fusse des Hoffellsjökull schwimmen ebenfalls Eisblöcke im See. Diese sind im Gegensatz zum Jökulsárlón jedoch kleiner und flacher.

 

Lagune des Hoffellsjökull

 

 

 

Nun müssen wir die Eis-Bilder in unserem Kopf sich erst einmal setzen lassen.
Da trifft es sich gut, dass einige Kilometer weiter bei Hvammur ein grosser Stuhl auf einem Felsen steht.

 

 

Der Herbst hat nun die Landschaft mit seinen Farben geschmückt. Die Wiesen und Hügel sind braun geworden und erwarten den kommenden Winter.

 

Kretilaugar

 

Bei Hvalnes finden wir einen hübschen Platz nahe beim Lónsfjörður. Hier bleiben wir über Nacht.

 

Lónsfjörður mit Hvalnesfjall

 

Ein paar Schafe kommen vom nahen Strand und wandern an uns vorbei zu ihrem Stall.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Eis in allen Formen und Farben

 

Vorbei an Gletschern zum Gletschersee Jökulsárlón

31. August 2017

Gegen Mittag lässt der Regen nach und die Wolken lockern langsam auf.
Wir fahren Richtung Jökulsárlón und können kaum glauben, was wir unterwegs sehen. Immer wieder tauchen Gletscherzungen auf, die beinahe auf Meereshöhe hinunter reichen.

 

Skaftafell von ferne

 

 

Skeiðarárjökull

 

Die Strasse führt durch den Skeiðarársandur, eine Schwemmlandschaft aus Kies, Sand und Geröll. Der Sandur bedeckt eine Fläche von 1’000 km².

 

Skeiðarársandur

 

Ein Schild am Strassenrand fordert die Autofahrer auf, die Sicherheitsgurten anzulegen.

 

Skeiðarársandur

 

Beim letzten Vulkanausbruch 1996 des Grímsvötn hätte dies jedoch nicht gereicht.

Die Hitze unter dem Eis verursachte einen Gletscherlauf. Dabei wurden auch riesige Eisbrocken mitgerissen. Die Brückenpfeiler über den Fluss Skeidará wurden von 100 – 200 Tonnen schweren Eisbergen verbogen als ob sie aus dünnem Blech wären.

Zur Erinnerung steht eine Skulptur am neuen Strassenabschnitt.

 

Vom Gletscherlauf verbogene Stahlträger

 

 

Skaftafelljökull

 

 

Skaftafelljökull

 

 

Raue Gletscheroberfläche

 

Am Abend erreichen wir den bekannten Gletschersee Jökulsárlón.
Mit 248 Metern ist er der tiefste See Islands. Er entstand nach der letzten „kleinen Eiszeit“ vom 16. bis 19. Jahrhundert als sich der Gletscher Breiðamerkurjökull wieder zurückzog und dabei hohe Moränen und eine tiefe Lagune hinterliess.
Von der Gletscherzunge des Breiðamerkurjökull brechen Eisbrocken ab und schwimmen als Treibeis auf dem See zum Meer.
Die Eisberge weisen die unterschiedlichsten Grössen, Formen und Farben auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seepferdchen?

 

 

 

 

 

 

 

Eisfisch?

 

 

 

 

 

 

 

Auftauchender Pudel?

 

 

 

 

 

 

 

Bei so viel attraktiven Eisblöcken müssen sich die Wolken etwas Besonderes einfallen lassen, um beachtet zu werden.

 

 

Für die Nacht fahren wir auf die andere Seite der Ringstrasse und übernachten direkt am Meer.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Am Jökulsárlón

1. September 2017

Beat ist schon vor 6:00 Uhr, kurz vor Sonnenaufgang, auf den Beinen. Am Strand trifft er andere Frühaufsteher, die ihre Speicherkarten mit diesem Naturereignis füllen.

Kleinere Eisblöcke schwimmen auf dem kurzen Fluss vom Jökulsárlón ins Meer und werden da von der Strömung an den schwarzen Sand geschwemmt.

 

Morgenstimmung mit „Eisfotografen“

 

 

Morgenstimmung mit NOBIS

 

 

 

 

 

Der Fluss von der Gletscherlagune zum Meer ist zwar nur etwa 500 m lang, trägt aber den imposanten Namen Jökulsá á Breiðamerkursandi. Die Strömung kehrt sich abhängig von den Gezeiten bisweilen um, so dass salziges Meereswasser in die Lagune strömt.
Eine einspurige Stahlbrücke führt über den Fluss.

 

 

 

 

Nach dem Frühstück wandern wir ein Stück an der Ostküste des Sees entlang und lassen uns von den natürlichen Eisskulpturen begeistern. Einschlüsse aus schwarzem Lavasand bereichern die „Kunstwerke“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Touristen werden mit Amphibienfahrzeugen bis an den Gletscher gefahren …

 

 

… oder paddeln selber zwischen den Eisbergen hindurch.

 

 

Das eisige Wasser bietet einigen Tieren Lebensraum.
Zwischen den Eisblöcken spielen Seehunde fangen und fühlen sich sichtlich wohl.

 

Fang mich doch …

 

 

… erwischt! …

 

 

… und weg sind sie!

 

Eiderenten wärmen sich an der Sonne …

 

Eiderente (Somateria mollissima)

 

… während eine junge Lachmöwe zum Meer fliegt.

 

Lachmöwe (Larus ridibundus)

 

Selbst ein eisiges Seepferdchen schaut neugierig aus dem Wasser.

 

Seepferdchen?

 

 

Überwasser-Fisch?

 

 

Figur aus Eragon?

 

 

???

 

Am Abend verlassen wir den Jökulsárlón wieder und fahren zum Naturpark Skaftafell. Dort wandert Annette zum Svartifoss und Sjonarnípa-Aussichtspunkt.

In der Nähe von Freysnes scheint ein grosser ruhiger Kiesplatz auf uns gewartet zu haben.

Link zu Annettes Wanderung zum Svartifoss: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Dauerregen

2. September 2017

Heute regnet es den ganzen Tag sehr stark. Deshalb fahren wir nochmals zurück zum Jökulsárlón. Annette hat das letzte Mal festgestellt, dass man sich mit ein wenig Fantasie in die WLAN-Netze der Reisebusse einloggen kann.
Am Abend stellen wir uns wieder an den Strand.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Warten

3. September 2017

Der Regen bleibt uns treu. Wir warten heute vergeblich auf eine trockene Phase.
Ein kurzer Spaziergang zur Brücke, wo das Eis ebenfalls warten muss … nicht auf besseres Wetter, aber darauf, dass es so weit geschmolzen ist, dass es nicht mehr am Boden ansteht und ins Meer schwimmen kann.

 

 

 

Eisiges Detail

 

Die Wetterprognosen für den Osten sind weiterhin sehr schlecht, im Süden wäre es etwas besser. Vielleicht fahren wir besser zurück nach Vík í Mýrdal??
Wir beschliessen bis morgen hier zu bleiben, in der Hoffnung, dass sich das Wetter nicht an die Prognose hält.

 

 

Zurück nach Vík í Mýrdal

4. / 5. September 2017

Es regnet immer noch und die Wettervorhersagen sind unverändert schlecht.
Wir verschieben den Besuch der Ostfjorde um einige Tage und fahren stattdessen südwärts, zurück auf den Campingplatz in Vík í Mýrdal, wo wir zwei Tage bleiben.

Binsen in einem kleinen See haben sich damit abgefunden, dass der Sommer vorbei ist und leuchten in herbstlichem Rot.

 

 

Link zur Strecke vom 4. September 2017:

 

 

Drei Wasserfälle, zwei Gletscher und eine „Attraktion“

 

Gletscher und Wasserfall

29. August 2017

Der Nachbar auf dem Campingplatz hat uns den Weg zum Gígjökull empfohlen. Unterwegs gebe es einige Furten, die auch mit unserem Fahrzeug zu schaffen sein sollten.

Im Dorf steht ein Lastwagen, der Rasenrollen geladen hat.
Statt dass der Chauffeur uns den Teppich ausrollt, fährt er mit seinem Gut bald weiter. Schade, uns hätte es nicht gestört, dass der Teppich nicht rot gewesen wäre. 😉

 

Aufgerollter Rasen

 

Die Schotterstrasse zum Gígjökull ist wirklich eine Herausforderung.
Beim ersten Bach scheint es, wie wir aus den Spuren schliessen, drei Möglichkeiten zu geben. Links, Mitte, rechts, doch welche ist die ideale Linie? Weit und breit ist kein Fahrzeug zu sehen, das wir beobachten könnten.

 

Welcher Weg ist der beste?

 

Annette opfert sich, zieht Schuhe und Strümpfe aus und watet in das eiskalte Wasser, um die Tiefe und den Untergrund auszuloten.

 

 

Wir kommen heil ans andere Ufer. Aber schon nach wenigen hundert Metern stehen wir wieder vor einem Bach, den es zu furten gilt. Wir steigen aus und begutachten die Lage. Auch diesen Wasserlauf kreuzen wir ohne grössere Probleme. Insgesamt gibt es 14 Bäche, die wir durchqueren müssen. Mit der Zeit werden wir mutiger und entscheiden uns aus dem Auto heraus für eine Route. Trotzdem sind wir erleichtert als wir den Wanderparkplatz erreichen.

Wir wandern zum Gletscher Gígjökull, dem nördlichen Gletscherarm des berühmten Eyjafjallajökull.
Der Gígjökull sah 1992 noch so aus:

 

Gígjökull mit Gletscherlagune 1992

 

Als der Vulkan unter dem Eis des Eyjafjallajökull im April 2010 ausbrach, bildete sich subglazial ein riesiger Schmelzwassersee. Dieser entleerte sich am 14. April in einem gewaltigen „Gletscherlauf“ in Richtung des Gígjökull. Bis zu 2’700 m³ Wasser pro Sekunde tosten zu Tal. Grosse Eisbrocken wurden von der Flutwelle mitgerissen. Sedimente füllten die Gletscherlagune auf.

 

Kieslandschaft vor dem Gígjökull

 

Gígjökull

 

Gletschertor am Gígjökull

 

Auch hier haben erste Pflanzen begonnen das Terrain zu erobern.

 

 

Beim Ausbruch des Eyjafjallajökull im April 2010 wurden rund 270’000’000 m³ Vulkanasche bis zu 7’000 m hoch in die Atmosphäre geschleudert. Ungefähr die Hälfte davon fiel zurück auf den Vulkan und die benachbarten Gebiete. Die andere Hälfte verteilte sich mit den Höhenwinden über Nord- und Mitteleuropa und weiter bis nach Sibirien und verursachte ein Chaos im Luftverkehr. Rund 104’000 Flüge wurden gestrichen, etwa 10 Mio. Passagiere sassen fest.

Auf der Rückfahrt durchfahren wir mutig alle 14 Furten und entscheiden uns nach wenigen Worten für eine der Routen. Lediglich einmal drehen die Räder beim Verlassen des Flussbettes durch, doch unser NOBIS schafft auch diese Herausforderung.

Wir wollen den Seljalandsfoss im Abendlicht erleben, deshalb besuchen wir nur kurz die Kirche von Stóradalur, die uns auf der Hinfahrt aufgefallen ist. Unübersehbar steht der dreieckige Glockenturm neben der dreieckigen Kirche.

 

Kirche von Stóradalur

 

Schon von weitem macht der Seljalandsfoss mit einem Regenbogen auf sich aufmerksam.

 

Seljalandsfoss

 

Hinter diesem Wasserfall kann man durchgehen. Das erklärt die Menschenmassen, die auch um 20:00 Uhr noch hier herumwandern.

 

 

 

 

 

 

 

Seljalandsfoss von hinten

 

In Gehdistanz vom Seljalandsfoss liegt ein weiterer Wasserfall, der weit weniger bekannt ist. Beim Gljúfrabúi fällt das Wasser in einen Felskessel.
Das Spektakel kann man sich ansehen, wenn man auf dem kurzen, steilen Pfad den Felsen hochkraxelt.
Die noch spannendere Variante ist jedoch, durch den Bach und eine schmale Spalte zum Gljúfrabúi vorzudringen. Da erlebt man den Wasserfall mit all seinen Sinnen. Die Gischt sprüht kühl ins Gesicht und das Tosen im geschlossenen Felskessel ist eindrücklich.

 

Gljúfrabúi

 

Auf dem Rückweg leuchtet uns ein wunderschöner Sonnenuntergang durch die Felsspalte entgegen.

 

Rückweg vom Gljúfrabúi

 

Für die Nacht fahren wir ein weiteres Mal nach Landeyjahöfn zum Parkplatz des Fährhafens. Hier sind wir schon beinahe zu Hause. 😉

Um 23:00 Uhr lockt uns ein wunderschönes Nordlicht aus dem NOBIS. Erst leuchten nur diffuse, grünliche Streifen am Himmel. Immer wieder scheinen daraus einzelne grüne Flammen zu züngeln.
Ein paar Sternschnuppen stimmen auf das Spektakel ein, das kurz darauf folgt:
Die Nordlichter werden kräftiger. Für kurze Zeit hängt ein grüner Vorhang mit violettem Saum am Himmel. Allmählich schliesst er sich zu einem Kreis und verschwindet dann wieder, wie er gekommen ist.
Wir haben im Winter 2015/2016 in Schwedisch-Lappland viele wunderschöne Nordlichter gesehen. Doch dieses übertrifft alles, was wir kennen.

Link zur Wanderung an den Gígjökull: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zum Spaziergang zum Seljalandsfoss und zum Gljúfrabúi: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wasserfall und Gletscher

30. August 2017

Wir sind auf dem Weg zum Jökulsárlón.
Beim Skógafoss legen wir einen Stopp ein.
Um seine Attraktivität zu steigern und gegen die Konkurrenz der unzähligen Wasserfälle auf Island zu bestehen, hat sich der Skógafoss gar einen eigenen Regenbogen zugelegt. 😉

 

Skógafoss, 62 Meter hoch, 15 Meter breit

 

 

Skógafoss mit eigenem Regenbogen

 

Wir steigen die 430 Stufen hinauf zur Aussichtsplattform. Von hier geniesst man die Aussicht über die Ebene bis hin zum Meer. Der gut gefüllte Parkplatz zeigt, dass viele Touristen dieses Naturwunder besuchen.

 

Blick von der Plattform des Skógafoss

 

Auf unserer Weiterfahrt sehen wir viele Autos von der Ring- auf eine Schotterstrasse abbiegen. Da muss was sein, das wir nicht kennen. Auch wir stellen den Blinker und erreichen so den Sólheimajökull. Der Spaziergang vorbei an einem Gletschersee mit kleineren Eisbergen ist sehr eindrücklich. Das Eis ist an vielen Stellen mit schwarzer Vulkanasche bedeckt. Diese stammt vom Ausbruch der Katla 1918.

 

Sólheimajökull

 

 

 

 

 

 

Den Gletscher selber darf man nur mit Steigeisen betreten. Ein „endloser“ Strom von Touristen wird von Guides dorthin geschleust.

 

 

Wir wagen uns einige Meter auf das mit Asche bedeckte Eis. Die Spalten ringsum sind Ehrfurcht gebietend tief. Wer da hineinstürzt, kommt alleine nicht mehr heraus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Fusse des Gletschers lagern sich Lavasteinchen und -Sand ab. Es bilden sich kleine, wunderschöne Miniatur-Landschaften.

 

Miniatur-Berglandschaft

 

Nach diesem zweiten eindrücklichen Abstecher setzen wir unseren Weg zum Jökulsárlón fort.
Auf einem Parkplatz direkt an der Strasse stehen viele Autos. Eine Info-Tafel fehlt, aber irgendwo in der Nähe muss eine Attraktion sein. Die Neugier lässt uns stoppen. Unmengen von Touristen streben auf einem breiten Weg dem Meer entgegen. Ein Ziel ist nicht zu sehen … aber es wird sich ja wohl lohnen !?!
Gemäss dem Motto: „Esst Scheisse, vier Billionen Fliegen können sich nicht irren!“ gesellen wir uns dazu und marschieren los.
Nach einer Stunde ist von der Attraktion noch immer weit und breit nichts zu sehen. Wir fangen an zu rätseln, worum es sich handeln könnte. Schöne Felsen? Vogelklippen? Ein schwarzer Strand?
… Noch immer nichts Attraktives in Sicht….
Vielleicht ein Scherz mit versteckter Kamera, zuletzt ein Lachsack? Oder eine aufmunternde Infotafel von wegen „Bewegung tut gut!“?

Irgendwann sehen wir etwas Helles. Ein gestrandeter Eisberg? Ein toter Wal?
Je näher wir kommen desto grösser die Enttäuschung. Bei der Attraktion handelt es sich um ein Flugzeugwrack, ohne Flügel, ohne Cockpit, dafür mit kichernden und grölenden Touristen, die sich darin, darunter und darauf in möglichst „originellen“ Posen ablichten lassen.

Der Weg war lang und wir Herdentiere sind unseren Artgenossen hinterhergetrottet, deshalb teilen wir hier die Früchte unserer Anstrengung mit euch!

 

 

 

 

Und die Moral von der Geschicht: Mal lohnt es sich den Massen zu folgen, mal lohnt es sich nicht!

Im Nachhinein finden wir heraus, dass es sich bei dem Wrack um die Überreste einer C-117 der US Navy handelt, die am 21. Nov. 1973 hier notlanden musste. Die Amerikaner entfernten die Instrumente, die Motoren und die Flügel und liessen den Rest liegen.

Es ist bereits 19:00 Uhr, als wir uns auf den Rückweg machen. Der Jökulsárlón muss bis Morgen auf unserern Besuch warten.
In Vík í Mýrdal fahren wir auf den Campingplatz.

Link zur Wanderung zum Flugzeugwrack:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zauberhaftes Landmannalaugar

 

Auf ins Landesinnere

22. August 2017

Heute zieht es uns landeinwärts. Die Landschaft wird mit jedem Kilometer einsamer und karger.
Bei Geldingalækur scheint ein Bauernhof mit bunten Farben gegen die Einöde anzukämpfen.

 

Einsame Siedlung bei Geldingalækur

 

Unvermittelt öffnet sich links der Strasse ein kleines Tal mit schwarzem Gestein … und schon ist es an unseren Autoscheiben vorbeigezogen. Wir stoppen und kehren um.
Der Stacheldrahtzaun ist für uns kein grosses Hindernis und schon tauchen wir immer weiter in die Schlucht ein.

 

Schlucht bei Bolholt

 

In dem dunklen Gestein müssen härtere Schichten eingebettet sein. So erodiert es zu schönen, gestreiften Felsen mit eigenartigen Formen.

 

 

 

 

Beim Sigöldufoss legen wir eine Pause ein. Der Wasserfall gefällt uns.

 

Sigöldufoss

 

An einer Stelle hat das Wasser zwei kleine Strudeltöpfe in den Fels geschliffen.

 

Strudeltöpfe

 

Die Schotterstrasse hinauf zum nahen Stausee ist mit einem Fahrverbot belegt. Fröhlich leuchtet das Schild in der Steppe.

 

Fahrverbotstafel als Farbtupfer

 

Hier gefällt es uns so gut, dass wir gleich die Nacht über bleiben, Platz ist ja genügend vorhanden.

 

Übernachtungsplatz oberhalb des Sigöldufoss

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wandern im Landmannalaugar

23. August 2017

Am Morgen geht es weiter nach Landmannalaugar. Wir fahren auf einer „F-Strasse“, das heisst, dass sie nur mit Allradfahrzeugen befahren werden darf.
Wir sind deshalb um unser Fahrzeug herumgegangen und haben konzentriert gezählt,  um sicher zu sein, dass keines der vier Räder fehlt. Zum Glück hat unser NOBIS alle seine Räder und wir somit ein Allradfahrzeug.
Stimmt doch, oder?

Die Schotterpiste führt durch eine Steinwüste.

 

 

Wir staunen über die verrückten Farben und Muster, in denen sich die Berge präsentieren.

 

 

 

 

 

 

Vor Landmannalaugar weiden einige Schafe in der kargen Steppe.

 

Irgendwas zu Fressen gibt es auch hier.

 

Vor dem grossen Park- und Campingplatz führt der Weg durch den Fluss Námskvisl. Wir parken auf dem Platz davor und schauen einigen Fahrzeuge zu, die hier furten.
Wir nehmen das Wagnis nicht auf uns, da wir befürchten, dass sich unser Luftfilter mit Wasser füllt.

 

Furten vor Landmannalaugar

 

Wir schnallen uns die Rucksäcke an und ziehen zu Fuss los. Die Rundwanderung über den Skalli und Brennisteinsalda (881 m ü. M.) ist unser Ziel.

Wir wandern durch eine Gegend, die von einem anderen Stern zu sein scheint. Worte genügen nicht, um das zu beschreiben, deshalb hier eine geballte Ladung Bilder:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sogar die Bäche leuchten bunt!

 

 

 

 

An einigen Stellen liegt auch Ende August noch Schnee.

 

 

Ein Trollmädchen mit spitzer Nase hebt den Zeigefinger und weist gegen den Himmel, wo der Schöpfer dieser Märchenlandschaft wohnen soll.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einigen Stunden wandern und staunen sind wir wieder auf dem Talboden angelangt.
Die umliegenden Berge spiegeln sich in einem ruhigen See im Námskvísl-Tal.

 

See im Námskvísl-Tal

 

Einige Schafe weiden zwischen dem Wollgras …

 

 

… während sich ein Odinshühnchen mehr für Insekten interessiert.

 

Odinshühnchen (Phalaropus lobatus)

 

Nach fünfeinhalb Stunden Wanderzeit sind wir zurück bei unserem Wohnmobil.
Voller wunderbaren Eindrücke fahren wir einige Kilometer zurück auf einen Platz direkt bei den Stromschnellen am Tungaá , der uns auf der Herfahrt aufgefallen ist.

Link zur Rundwanderung im Landmannalaugar: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Fantastische Valagjá

24. August 2017

Am Morgen stehen zwei Autos in der Einfahrt zu dem kleinen Parkplatz, auf dem wir übernachtet haben. Diese gehören wohl den Leuten in den beiden Zelten, vermuten wir.
Noch einem üppigen Frühstück mit Rührei mit Champignons und Speck (die Energie, die wir gestern auf der Wanderung verbraucht haben, muss ja wieder zugeführt werden!) möchten wir gerne aufbrechen. Annette geht zu den Zelten hinüber und bringt die Bitte vor, die Autos doch umzuparken. Ein junger Mann taucht auf. Es stellt sich aber schnell heraus, dass sie mit dem hinteren Wagen nichts zu tun haben. Dieser Fahrer ist wohl auf einer Wanderung.
Wir beratschlagen, wie wir unser WoMo gefahrlos hinausfahren können. Es stehen drei Varianten zur Auswahl, aber keine überzeugt so richtig. Wir entscheiden uns für die „über den Hügel“-Version. Dies gelingt ganz gut, nur der Einfüllstutzen für den LPG-Tank schneidet eine Kerbe in den Boden. Der Untergrund besteht aber aus weichem Sand und hinterlässt keinen Schaden.

 

Staubige Wellblechpiste

 

Überall wird darauf hingewiesen, dass das Fahren neben der Piste verboten ist, da sich der empfindliche Boden unter diesen harten klimatischen Bedingungen nicht mehr von den Schäden erholen kann.
Trotzdem trifft man immer wieder auf Spuren, die irgendwelche hirnlose und egoistische „Freunde der Wildnis“ hinterlassen haben.

 

Irreversibler Landschaden neben der Piste

 

Wir fahren weiter durch unglaubliche, geologische Wunder.
Von Hügeln mit Streifenmuster und roten Spitzen bis hin zu Bergen mit vertauschten Farben: unten grau und oben grün.

 

 

 

Verkehrter Berg

 

Wir fahren auf der Wellblechpiste F225 weiter. Einen ersten Bach können wir problemlos furten. Die nächste Flussquerung ein paar Kilometer weiter bereitet uns aber einiges Kopfzerbrechen: viel Wasser, verschieden breite Stellen, Tiefe nicht einschätzbar, Ab- und Auffahrt am Ufer teilweise ziemlich steil …Welches ist wohl die beste Route?
Wir schauen ein paar Autos zu, wie sie die Strecke meistern und wagen uns dann selber in die Fluten.
Die Durchquerung auf der „idealen“ Route gelingt problemlos. Bravo NOBIS!

Der Erfolg macht uns mutig. Wir wagen den Abstecher zur Schlucht Valagjá.
Der Weg führt durch eine märchenhafte, pittoreske Landschaft. Das Lavagestein ist zum Teil mit dickem, hellem Moos überwachsen.

 

 

 

 

Und dann sehen wir ihn, den wenig bekannten Spaltenvulkan mit den schwarzen und roten Wänden. Man wähnt sich auf dem Mond.

 

Spaltenvulkan Valagjá

 

 

 

Annette am Valagjá

 

Nach einer kleinen Pause geht es zurück und weiter auf der F225.

 

Schotterstrasse in der Wüste Islands

 

Wir beschliessen nördlich des Þjorsá entlangzufahren. Der Weg dahin zieht sich ziemlich in die Länge, die Strasse (obwohl offiziell keine F-Strasse mehr) ist in sehr schlechtem Zustand.

Von oben entdecken wir einen lauschig gelegenen Parkplatz. Dort befindet sich ein Museumshof vor der Kulisse eines kleinen Wasserfalls, inmitten von grünen Hängen und kleinen Wäldchen. Das wohltuende Kontrastprogramm zu den kargen Landschaften des Fjallbak der letzten Tage.

 

Nachbau einer Kirche aus dem 11. Jahrhundert

 

 

Der Torfhof von Þjoðveldisbær ist ein Nachbau eines Gehöftes aus der Anfangszeit der Besiedlung Islands. Der Originalhof Stöng im Þjorsádalur wurde im Jahre 1104 beim Ausbruch des Vulkans Hekla unter Asche begraben und musste aufgegeben werden. Die Ruinen waren aber noch so aufschlussreich, dass sie als Vorlage für die Rekonstruktion dienten.

 

Hauswand aus Torfziegeln

 

Wir beschliessen hier zu bleiben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schafpferch von Skaftholt

25. August 2017

Wir sind müde von den Eindrücken, die uns die letzten Tage überrollt haben. Es passt uns deshalb bestens, dass ab Morgen für die nächsten Tage Regen vorhergesagt ist.
Wir fahren Richtung Langbrók, wo wir uns auf einem Campingplatz installieren wollen.

In Skaftholt lockt uns nochmals ein altes Bauwerk aus dem Auto.

 

Der Schafpferch von Skaftholt

 

Im Herbst werden die Schafe von den Bauern zu Pferd von den gemeinschaftlich genutzten Allmenden heruntergetrieben. Im Pferch werden sie an die einzelnen Besitzer verteilt. Bis zu 12’000 Tiere kann dieses Gehege fassen. Schon im 12. Jh. soll sich an dieser Stelle ein Schafpferch befunden haben.

 

 

Auf dem Campingplatz plaudert Annette lange mit der Frau, die den Platz aushilfsweise „hütet“. Sie empfiehlt ganz enthusiastisch den Besuch des Lava-Centres. Später ruft sie Annette nochmals zu sich und teilt ihr mit, dass morgen Stadtfest sei in Hvolsvöllur und darum werde der Eintritt ins Informationscenter reduziert, zudem werde gratis Fleischsuppe ausgegeben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lava-Center in Hvolsvöllur

26. August 2017

Es stürmt und regnet in Strömen. Das ideale Wetter für einen Besuch im Lava-Centre in Hvolsvöllur. Die Ausstellung wurde im Juni dieses Jahres neu eröffnet und ist wirklich sehr eindrucksvoll.
Unter anderem kann man an Bildschirmen ablesen, wo und wie stark in diesem Moment an ausgesuchten Messstellen auf Island die Erde bebt, und wie der Erdbebenverlauf der letzten Tage dort war.
Auf dem Parcours durch das Museum muss man sich in einem Korridor durch eine „Aschewolke“ tasten. In einem engen Durchgang wird man von einem heftigen Erdbeben überrascht. Das fährt nicht nur physisch in die Knochen!

Schon ein Besuch auf der Homepage lohnt sich! Link zum Lava-Centre

Wie das Leben spielen kann, erfahren wir von einem 85-jährigen Deutschen, der seit 20 Jahren hier auf Island lebt. Er hat uns in unserem Wohnmobil aufgesucht, um zu erzählen, dass er in der Schweiz viele Caritas Einsätze geleistet habe.
Seine Frau sei leider an Krebs gestorben. Danach habe er nochmals geheiratet, eine Frau aus Sri Lanka mit einer kleinen Tochter.
Als sein eigener Sohn mit dieser Frau durchgebrannt sei, habe er genug gehabt und sei hierher ausgewandert.
Nun lebt er in einem Altersheim, pflegt diverse Blumenrabatten und ist zufrieden mit seinem Leben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Regen auf dem Campingplatz in Langbrók

27. – 28. August 2017

Wir verbringen die zwei Tage mit lesen, arbeiten am Blog und plaudern mit anderen Campern.
Ein Mann empfiehlt uns die Strecke zum Gletscher Gígjökull zu fahren, wenn wir mal so richtig furten wollten. Die Wasserstände der Bachläufe entlang des Flusses Markarfljót seien nicht sehr hoch und sollten für unseren Peugeot Boxer zu schaffen sein.

Ja, so beginnen Abenteuer!

 

 

Westmänner-Inseln

 

Spuren des Vulkanausbruchs von 1973

19. August 2017

Der Himmel ist wunderbar klar und wir wären bereit zur Überfahrt nach Heimaey, die einzige bewohnte der 15 Westmänner-Inseln. Doch leider ist die Fähre ausgebucht und wir haben erst für 14:45 Uhr Tickets erhalten.

 

Westmänner-Inseln

 

Doch Annette ist hartnäckig. und lässt die Dame am Schalter wissen, dass wir bereit wären sofort auf die nächste Fähre zu fahren, die um 12:45 Uhr ablegt.
Ab 12:15 Uhr treibt sie sich vor den Ticketschaltern herum. Und tatsächlich! 10 Minuten vor Abfahrt wird sie an den Schalter gerufen und erhält neue Tickets. Beat hat am Steuer des Wohnmobils gewartet und fährt auf ein Zeichen von ihr sofort los.

 

 

Vulkanausbruch
In der Nacht vom 23. Januar 1973 öffnete sich unmittelbar hinter dem Dorf Heimaey eine lange Erdspalte, aus der Dutzende Lavafontänen schossen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch und über 1000°C heiss. Mehr als 5000 Menschen wurden innert kürzester Zeit evakuiert.

 

Vulkanausbruch 1973

 

Ein Teil des Dorfes wurde von der Lava verschüttet, viele Häuser wurden durch herunterstürzende, glühende Brocken beschädigt und brannten aus.

Die Hafeneinfahrt von 800 Metern Breite verengte sich zusehends, da sich die glühende Schmelze zeitweise mit 30 Metern pro Stunde voranschob. Sie drohte die Zufahrt zum Hafen zu blockieren. Ohne diesen (einen der wichtigsten Fischereihäfen Islands), hätte das ganze Dorf und damit das Leben und Arbeiten auf der Insel aufgegeben werden müssen.
Mit dem Mut der Verzweiflung wurde aus Wasserkanonen Meerwasser auf den Lavastrom gespritzt, in der Hoffnung diesen abzukühlen und umzulenken. Und das Unglaubliche gelang!!
Heute ist die Einfahrt noch 200m breit und das Hafenbeckens besser geschützt als zuvor.

 

Links die alte Felswand, rechts das neue Lavagestein von 1973

 

Ungewöhnliche Felswand

 

 

Schmale Einfahrtsrinne zum Hafen auf Heimaey

 

Die Auswirkungen der Katastrophe von 1973 sieht man auch heute noch überall. Die ausströmende Lava vergrösserte die Insel um 2,2 Quadratkilometer.

Wir fahren auf die Ostseite der Insel, auf das „neue“ Land.
Der Leuchtturm steht hier auf zwei Stützen über der erkalteten Schmelze.

 

Leuchtturm

 

Ein Motocrossfahrer nutzt diese unwirtliche Ecke als Trainingsstrecke.

 

Motocross auf erkalteter Lava

 

Nur 15 Jahre nach dem Vulkanausbruch, begann das Ehepaar Gauja und Elli in einer geschützten Mulde, in der lediglich Steine und Schlacke lagen, eine kleine Oase anzulegen.
Heute findet man hier etwa 700 verschiedene Pflanzenarten.

 

Gaujulundur, die Oase in der Lavawüste

 

 

Wir wandern auf den Vulkan Eldfell (Feuerberg), der 1973 entstand und einen Teil der Insel verwüstet hat.
Annette wählt den direkten Weg, während Beat den gemächlicheren Pfad unter die Füsse nimmt.

 

Annette am Feuerberg

 

 

Blick vom Eldfell

 

Die Auswirkungen der Katastrophe führen die folgenden zwei Bildern vor Augen.
Auf dem alten Bild sieht man die breite Hafeneinfahrt und einen Teil des Dorfes.
Auf unserem Foto, vom Eldfell aus aufgenommen, ist die Hafeneinfahrt viel schmaler und ein Teil der Häuser von der Lava zugedeckt.

 

Dorf und Hafeneinfahrt vor 1973

 

 

Dorf und Hafeneinfahrt heute

 

Wir sehen von oben auch, wie das scharfkantige rotschwarze Gestein von ersten Moosen und Flechten bewachsen wird.

 

 

Auf dem unteren Bild erkennt man drei Bodenformen: das rote Geröll des Eldfell, der mit Moos überzogene Lavaschutt und eine Wiese, die vom Vulkanausbruch verschont blieb.

 

 

Nun wandern wir wieder hinunter zu unserem NOBIS, den wir mitten in der Wüste geparkt haben. Es ist ein eigenartiges Gefühl, auf Boden zu wandern, der jünger ist als wir.

 

Wüstenlandschaft auf Heimaey

 

Auf einem Picknickplatz mit Blick auf die Insel Elliðaey und die „Nordinsel“, wie Island hier genannt wird, kochen wir unser Abendessen.
Die gegrillten Lammsteaks mit Kartoffelpüree und Fenchel schmecken vorzüglich.
Zur Nachspeise gibt es mit Orangenschokolade gefüllte Bananen, ebenfalls vom Grill.

Ja, wir schlemmen wie Gott in Island!

 

Nachtessen

 

Hier ist es so schön, dass wir auf dem Parkplatz daneben die Nacht verbringen.

Link zur Wanderung auf den Eldfell: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf den Heimaklettur

20. August 2017

Unten im Dorf sehen wir eine Fototafel mit der Mole, die den Hafen vor hohen Wellen schützen sollte und die bis 1973 offen ins Meer hinausragte. In der Verlängerung stand das runde Speicherbecken für Trinkwasser, das Schwimmbad und ein Teil des Dorfes.

 

Mole mit Wasserspeicher auf Heimaey vor 1973

 

Beim letzten Vulkanausbruch wurden diese Häuser mit Lava zugedeckt. Erst beim Wasserspeicher konnte die feurige Masse gestoppt werden.

 

Ehemaliger Trinkwasserspeicher

 

Die Hafenmole wurde meerseits mit Lava aufgefüllt. Darauf steht heute eine schöne Stabkirche im alten, norwegischen Stil.

 

Hafenmole auf Heimaey 2017

 

Die Stabkirche von innen

 

Auf einem der Bilder in der Kapelle sieht man Jesus im Boot stehen und dem Sturm auf dem See Genezareth Einhalt gebieten. Der Berg im Hintergrund erinnert an einen schneebedeckten Vulkan.

 

… und der Sturm legte sich …

 

Für heute haben wir genug von der traurigen Geschichte Heimaeys gesehen.

Wir fahren ans Südende der Insel. Vor uns liegen nur noch einige kleine, unbewohnte Eilande.
Doch auch hier kann man die Vulkanausbrüche nicht vergessen.
Surtsey, eine der Inseln, entstand von 1963 bis 1967. Bereits 1965 wurde sie zum Naturschutzgebiet erklärt. Seither beobachten Forscher, wie Pflanzen und Tiere neuen Lebensraum besiedeln.
Seit 2008 gilt sie als UNESCO-Welterbestätte.

 

Surtsey

 

Wieder zurück im Dorf fahren wir auf die Landzunge hinter dem Hafen. Dort entdecken wir ein steinernes Töpfchen mit Sitzlehne auf dem Kiesstrand. Vermutlich haben wir die Elfenmama beim Leeren gestört. Darum hat sie es kurzerhand stehen lassen und ist ins Meer geflüchtet.

Dort wartet sie, als Klippe getarnt, bis wir wieder verschwinden.

 

Töpfchen mit Lehne

 

Klippe oder Elfenmama?

 

Das tun wir bald und wandern kraxeln auf den Heimaklettur, mit 283 Metern der höchste Berg der Insel.
Es geht gleich abenteuerlich los. Über mehrere Holzleitern klettern wir über das erste Felsband. Die Passagen dazwischen sind mit Ketten gesichert.

 

„Wanderweg“ auf den Heimaklettur

 

Oberhalb der Felswand führt der schmale Pfad über eine abschüssige Wiese hinauf zum Gipfel..
Den Blick hinunter auf die Stadt teilen wir mit einem Papageientaucher.

 

Puffin am Heimaklettur

 

Bei schönstem Sonnenschein geniessen wir die Sicht über die Westmänner-Inseln.

 

Hafen von Heimaey

 

Heimaey mit Flugpiste

 

Wieder unten fahren wir nochmals zum Übernachtungsplatz von gestern.

Link zur Wanderung auf den Heimaklettur: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Eldheimar, ein Museum, das unter die Haut geht

21. August 2017

Die jüngere Vergangenheit dieser Insel lässt uns nicht mehr los.
Wir spazieren durch das Lavafeld, das man auf Isländisch „Hraun“ nennt (und „Chröin“ ausspricht). Nun forstet man diese Öde gezielt auf.

 

Jungwald im Hraun

 

Einem Eissturmvogel scheint es hier zu gefallen. Zufrieden sitzt er im weichen Moos und lässt sich von uns nicht stören.

 

Portrait eines Eissturmvogels (Fulmarus glacialis)

 

Der junge Wald wird von einem Lavamonster bewacht.

 

Lavamonster

 

Eine Steintafel erinnert daran, dass genau hier unter dem Lavaschutt ein Haus steht.

 

Hier liegt ein verschüttetes Haus.

 

Das herausgeputzte Heimaey leuchtet in der Sonne hinter dem Lavafeld hervor. Es zeugt vom Überlebenswillen der Insulaner, die sich von dieser Katastrophe nicht aus ihrer Heimat vertreiben liessen.

 

Heimaey

 

Mitten im Forst wurde ein lauschiger Picknickplatz mit Feuerstelle angelegt. Leider ist er total verdreckt.
Uns stört das und wir schaffen den Müll weg.
Seit wir unserwegs sind, sammeln wir an jedem Platz, an dem wir kostenlos übernachten können, herumliegenden Abfall ein, als kleines Dankeschön!

 

Wieder sauberer Grillplatz im Hraun

 

Gesammelter Müll

 

Der Vulkan stiess auch Unmengen von feiner Asche aus. Einige der Häuser stürzten unter diese Last ein.

 

Wohnhaus vor dem Vulkanausbruch

 

Wohnhaus nach dem Vulkanausbruch 1973

 

Spital nach dem Vulkanausbruch

 

Dasselbe renovierte Spital heute

 

Der Friedhof war fast zwei Meter hoch mit Asche zugedeckt. Lediglich der Torbogen mit der Aufschrift „ÉG LIFI OG ÞÉR MUNUD LIFA“ (Ich lebe und ihr sollt auch leben) ragte noch aus dem schwarzen Staub.

 

Friedhof von Heimaey unter der Asche

 

In mühsamer Handarbeit wurden die Grabstätten wieder von der Asche befreit.

 

 

 

Tor zum Friedhof von Heimaey

 

Insgesamt wurden 240 Mio. Kubikmeter Lava, Asche und Bimsstein ausgestossen. Rund 400 der 1300 Häuser wurden verschüttet, weitere 400 stark beschädigt.
Wie durch ein Wunder gab es nur ein einziges Todesopfer zu beklagen.

Zum Abschluss besuchen wir das Museum „Eldheimar, Pompeii des Nordens“.
Vor dem Museum steht, sozusagen als Vorgeschmack, ein kleines, teilweise freigeschaufeltes Haus.

 

 

Das Ausstellungsgebäude wurde über einem ausgegrabenen Haus errichtet.

 

Blick in das zerstörte Wohnhaus

 

Man erfährt viel über den Vulkanismus auf Island, die Entstehung und Entwicklung der Insel Surtsey und den Ausbruch auf Heimaey. Beide Ereignisse sind in einem eindrücklichen Film dokumentiert.

Die Geschichte dieser Insel beschäftigt uns so sehr, dass wir ihr in unserem Reiseblog viel Platz eingeräumt haben.

Doch nun wenden wir uns wieder der Gegenwart zu.
Draussen wartet ein roter Kater, der unbedingt gestreichelt werden will, was Annette liebend gerne übernimmt.

 

Wer geniesst es mehr?

 

Am Abend verlassen wir Heimaey wieder. Auf einem der Hafengebäude spielt ein Kind mit einem Schiff.
Heimaey hat eine Zukunft!

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf nach Reykjavík

 

Geothermalgebiet Seltún

17. August 2017

Eigentlich wollten wir heute, wie schon seit Tagen geplant, nach Reykjavík fahren. Aber unterwegs gibt es so viel zu sehen, dass wir den Besuch der City nochmals um einen Tag verschieben.

Rot-braune Berge künden ein weiteres Geothermalgebiet an. Wir haben schon einige gesehen, doch kriegen wir nicht genug von den Böden, aus denen es blubbert, dampft, zischt und stinkt. Deshalb stoppen wir auch hier.

 

 

Ein gepflegter Rundweg führt durch Seltún. Die unverwechselbaren Farben des Rhyoliths und der Schwefeldampf, der über allem liegt, ziehen uns sofort wieder in ihren Bann.

 

 

 

 

 

Kleine „Wasserkocher“

 

 

Unwirkliche Gesteinsfarben

 

Dann wandern wir weiter auf den dahinter liegenden Höhenzug, wo bis Anfang des 20. Jh. Schwefel abgebaut wurde.
Auf einem kleinen Pass sprudeln heisse Quellen. Das Wasser fliesst auf beide Seiten zu Tal.
Von oben geniesst man den schönen Blick über Seltún bis zum Kleifarvatn.

 

Seltún mit Kleifarvatn

 

Das warme Wasser verabschiedet sich durch ein kleines Bächlein und wir uns über die Strasse.

 

 

Vom Auto aus sehen wir das Herz am Bleikhóll, schauen uns kurz an und uns wird in diesem Moment klar: Wir haben unsere Herzen an Island verloren. Dieses karge Land voller Gegensätze, das immer von neuem Fantastisches bietet.

 

Bleikhóll mit Herz

 

Wasser, Sand und Fels … was braucht es mehr für eine eindrückliche Landschaft?

 

Kleifarvatn

 

Am Bláfjöll stellen wir uns auf den Parkplatz einer Lavahöhle.
Lavahöhlen oder -tunnels entstehen, wenn sich dickflüssige Lava an der Oberfläche schnell abkühlt und verfestigt, die darunterliegende Schicht noch weiterfliesst, aber keine neue Schmelze nachströmt.

 

Lavahöhle

 

Von der anderen Strassenseite grüssen die wunderschönen blauen Berge.

 

Bláfjöll, die blauen Berge

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Reykjavík

18. August 2017

Heute schaffen wir es endlich in die nördlichste Hauptstadt der Welt.
Natürlich geht das bei uns nicht direkt. Immer wieder begegnen wir Landschaften, Dingen oder Situationen, an denen wir unmöglich achtlos vorbeifahren können.

Kurz vor Hafnarfjörður hängen trockene Fischköpfe zu Tausenden an Holzgestellen. Zwei Männer sind gerade dabei einen Laster damit zu beladen. Sie arbeiten in einem Wahnsinnstempo und im Nu sind die gelben Plastikboxen voll.

 

 

Trotzdem nimmt sich einer Zeit um Annettes Fragen zu beantworten. Die Köpfe seien für den Export nach Nigeria und Brasilien bestimmt. Dort werde irgendetwas daraus gekocht. Was genau, wisse er nicht.

 

Getrocknete Fischköpfe

 

Kurz vor Mittag treffen wir in Reykjavík ein und können am alten Hafen kostenfrei parken.
Wir schlendern zum Touristen-Informationszentrum, wo man uns zwei Rundwanderungen empfiehlt. Diese hängen wir aneinander und lernen so einen Teil der Hauptstadt kennen.
Die erste Runde führt in weitem Bogen um den Stadtsee Tjörnin herum.

 

Tjörnin

 

Kunstvolle Fassadengemälde beeindrucken uns immer wieder.
Deshalb hier ein paar davon.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ob man den Blick hebt …

 

 

… oder senkt, …

 

 

… überall entdeckt man wundersame Details.

Wir sind froh, dass wir nicht unter einem so grossen Druck leben müssen wie „Der unbekannte Bürokrat“, der am Stadtsee steht.

 

„Der unbekannte Bürokrat“, Magnús Tómasson, 1993

 

In der Stadt herrscht viel Verkehr. Die isländischen Auto-Nummern sind normalerweise alphanumerisch und fünfstellig, in zwei Gruppen gegliedert und langweilig, wie die meisten Autoschilder dieser Welt.
Es gibt aber auch die andern, zu denen man kleine Geschichten erfinden kann.

Zum Beispiel:

„Mit den …

 

… die der Bankangestellte …

 

… erhalten hat, will er sich etwas Besonderes leisten. Vor Freude macht er einen …

… als er in einem Inserat von einem …

 

 

 

 

 

 

… liest, der …

… ist.“

 

 

 

 

 

 

Es gibt aber auch Einkaufsstrassen, zum Beispiel die Skólavörðustígur, in denen kaum Autos verkehren.

 

Skólavörðustígur in Reykjavík

 

Wir haben uns schon mehrmals über das schlechte Wetter beklagt, das diesen Sommer in Island vorherrscht. Doch das Schaufenster eines Outdoor-Ladens stimmt uns wieder milder, denn so etwas wie „Sommer“ erleben wir zwischendurch ja schon.

 

 

Selbstverständlich darf man Reykjavík nicht verlassen, ohne sein Wahrzeichen, die Hallgrímskirkja, besucht zu haben.

Wie sich die Malerin Bylgia Lind Pétursdóttir den Platz vor dieser Kirche wünscht, zeigt ein Bild, das in der Strassenausstellung auf dem Weg zur Kirche hängt.

 

Bild von Bylgia Lind Pétursdóttir

 

Und so sieht er in Realität aus.

 

Hallgrímskirkja in Reykjavík

 

Der Architekt der Kirche ist Guðjón Samúelsson, der auch das Gotteshaus in Akureyri entwarf.
Die Fassade ist Basaltsäulen nachempfunden, die weisse Farbe erinnert an Gletscher. Mit dem Bau wurde 1945 begonnen. Fertiggestellt wurde sie erst 1986, 41 Jahre später!

Wir treten ein und lassen uns von dem Bauwerk und der Stimmung, die da herrscht, gefangen nehmen.
Gerade jetzt findet eine Probe für ein Konzert mit Trompete und Orgel statt.

 

 

 

Chor der Hallgrímskirkja

 

Kirchenorgel der Hallgrímskirkja

 

 

„Martyrium“ von Sigurjón Ólafsson

 

Im Grossraum Reykjavík leben mehr als 210’000 Menschen und damit rund zwei Drittel aller Isländer. Überall wird fleissig gebaut und die neuen Hochhäuser verbreiten einen Hauch von Weltstadt.

 

Skyline an der Rauðarvík

 

 

 

 

 

 

 

Bei der „Sonnenfahrt“ beobachten wir eine Gruppe asiatischer Touristen. Annette stoppt die Zeit bei deren Ankunft. Sie steigen aus dem Reisebus. Der Reihe nach darf sich jede und jeder vor dem Kunstwerk in Pose stellen und vom jeweiligen Partner knipsen lassen. Danach wird gewechselt.
Am Schluss bleibt noch etwas Zeit und die Paare lassen sich nun zusammen ablichten.
Die ganz Originellen fotografieren das Kunstwerk gar von der anderen Seite.
Nach genau sieben Minuten steigen alle wieder ein und der Spuk ist vorbei.

 

„Sólfar“ von Jón Gunnar Árnason, ohne asiatische Touristen

 

Die „Sólfar“ symbolisiert die mystische Reise zur Sonne und wurde 1986 zum 200-Jahre-Jubiläum der Stadt Reykjavík aufgestellt.

Ein weiteres Wahrzeichen Reykjavíks ist die Konzerthalle Harpa, die am Meer steht.

 

Konzerthalle Harpa

 

 

 

 

 

 

Auf der Mole daneben hat jemand mit einfacheren Mitteln einen Steinbogen aufgestellt. Obwohl, oder gerade weil hier kein Glas verwendet wurde, haben wir freie Sicht auf das Esja-Gebirge.

 

Steinbogen vor dem Esja-Gebirge

 

Gleich um die Ecke ist es vorbei mit den sterilen Prunkbauten. Einheimische und Feriengäste geniessen den sonnigen Tag in einem gemütlichen Strassencafé.

 

 

Wir schauen uns die Ausstellung im Volcano-House und die beiden Filme zu den Ausbrüchen auf Westmännerinseln und des Eyafjallajökull an, die jeweils um 18:00 Uhr in deutscher Sprache gezeigt werden.
Zwei unglaublich eindrückliche Filme, die wir jedem wärmstens empfehlen können.

Danach schlendern wir zu unserem Wohnmobil zurück und entdecken dabei Kettenfahrräder … doch doch, das ist richtig geschrieben und sollte nicht etwa Fahrradketten heissen …

 

Kettenfahrräder!!!

 

… und wozu man ausgemusterte Schiffsschrauben verwenden kann.

 

Schiffsschraubensitze bei einer Bushaltestelle

 

Morgen wollen wir auf die Westmännerinseln übersetzen. Deshalb fahren wir heute noch bis zum Fährhafen in Landeyjahöfn.

 

Westmännerinseln

 

Link zur Wanderung durch Reykjavík:

Link zur heutigen Strecke: