Montenegro

 

Ankunft in Begovići

4. März 2018

Wir kommen von Albanien und fahren durch Montenegro bis auf die Halbinsel Luštica. Im kleinen Dorf Begovići werden wir uns die nächsten zwei Wochen auf einer Ziegenfarm nützlich machen.
Den Job haben wir über www.workaway.info gefunden, einer Plattform die Reisenden die Möglichkeit bietet, pro Woche an fünf Tagen für jeweils vier bis fünf Stunden gegen Kost und Logis zu arbeiten.

 

Halbinsel Luštica

 

Wir treffen am späteren Nachmittag in Begovići ein. Der Empfang ist eher kühl und das Zimmer, das uns zugeteilt wird, sehr schmutzig. Die Türe lässt sich nicht schliessen, da die komplette Klinke fehlt. Luna und Mischa, die zwei kleinen, langhaarigen Hunde der Familie, scheinen diesen Umstand zu nutzen, um nass und verdreckt, wie sie bei schlechtem Wetter sind, auf dem Bett zu schlafen. Zudem sind die Wände schimmlig und der Boden verdreckt.
Wir kriegen aber saubere Bettwäsche und richten uns ein, so gut es geht.

Um 20:00 Uhr ist Nachtessen, danach spülen wir das Geschirr und um 21:00 Uhr geht es zu den Ziegen. Beat gelingt das Melken auf Anhieb. Annette verteilt die Futterrationen gemäss Anleitung von Michael, einem freundlichen workawayer aus den USA.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Arbeiten auf einer kleinen Ziegenfarm

5. – 14. März 2018

Unsere fünfköpfige Gastfamilie ist von Russland her eingewandert und baut sich in Montenegro einen kleinen Bauernhof mit Käserei auf.
Hier leben zudem fünf Hunde, eine Katze, eine Kuh, ein Esel, 13 Mutterziegen und 13 Zicklein, 7 Junggeissen, zwei Ziegenböcke, vier Gänse und vier Enten, einige Truthähne sowie viele Hühner und Wachteln.

Michael arbeitet bereits seit zwei Monaten hier. Er ist zuständig für die Ziegen und wir helfen ihm dabei.
Es ist die Zeit, in der Zicklein geboren werden. Eines Morgens präsentiert uns Marvitza stolz ihren noch feuchten Nachwuchs. Die Zwillinge halten sich schon recht gut auf den Beinen, nur das Laufen ist noch unsicher und es scheint nicht ganz klar, wo die Zitzen bei der Mutter genau hängen.

 

Neugeborene Zicklein

 

Auch Dragana, die vor kurzem selber Mutter geworden ist, kommt vorbei, um die Jungen zu begutachten.

 

Dragana

 

Wir hingegen wissen, wo die Milch bei den Ziegen fliesst, denn Melken gehört zu unseren Aufgaben.

 

Ziegenzitze

 

Unser Tagesablauf sieht folgendermassen aus:

7:00 Uhr
Geschirrspüler ausräumen; danach Ziegen füttern und melken; Zicklein die Flasche geben; Milch filtern, abfüllen und in den Kühlschrank stellen; Frühstück vorbereiten, danach abräumen und Milchgeschirr reinigen.

10:00 Uhr
Ziegen zum „Ausgang“ vorbereiten, das heisst die beiden Böcke und die Zicklein werden in ein separates Gehege gebracht. Mit den anderen geht es dann auf die Weide. Michael schreitet vorneweg und wir machen den Abschluss.
Das tönt einfach, ist aber etwas knifflig! Die Ziegen dürfen nicht auf die nahe Strasse laufen und sollten in dem verwilderten, verbuschten Gelände beaufsichtigt werden. Natürlich ist das Gras beim Nachbarn auf der anderen Strassenseite viel besser. Die Tiere hören zwar auf ihre Namen, sind aber ausgesprochen clever und nutzen jede sich bietende Gelegenheit, um auszubüchsen. So kommen wir täglich zu unseren Jogginglektionen mit gleichzeitigem Steckenschwingen und lautem Rufen. 🙂
Dazwischen gibt es aber auch ruhige Phasen und wir staunen, was die Ziegen alles fressen: Sie mögen Blätter und Zweige, aber auch Baumrinde (bevorzugt von Olivenbäumen), Efeu, Brombeerblätter und Spitzen der stachligen Ranken, auch trockenes Eichenlaub und natürlich Gräser und Klee.
Nach zwei bis drei Stunden sind wir jeweils wieder zurück und nach einer kleinen Pause geht es schon wieder los.

14:00 Uhr
Die Mütter ausmelken, damit sie sich ans das Prozedere gewöhnen. Die Milch den Jungen in der Flasche zu trinken geben. Alle Ziegen füttern. Futter für den nächsten Tag abwägen und einweichen.

15:00 Uhr
Mittagessen

17:00 Uhr
Ziegen füttern.

20:00 Uhr
Abendessen, danach Geschirr spülen.

21:00 Uhr
Ziegen füttern und melken. Milch filtern, abfüllen und in den Kühlschrank stellen. Milchgeschirr abwaschen. Anschliessend: Feierabend!

An drei Tagen bessern wir in der freien Zeit den Zaun aus, der für die Tiere bisher nicht wirklich ein Hindernis darstellte. Danach, mit zwei Drähten mehr und Strom, der auch tatsächlich fliesst, bleiben die Ziegen im Gehege und lassen ihre Nachmittagsrunden in die fetten Wiesen und Gärten der Nachbarn bleiben.

 

Hier ein paar Bilder:

 

 

 

 

 

Margoscha

 

 

Michael auf dem Weg zur Weide …

 

 

… und auf der Weide (mit Drop und Berosa)

 

 

Von links: Nana, Zeza, Sima, Rada, Amecka, Paboda, Musa, Berosa, Victory, Schneschka

 

 

Ziegenhirtin Annette bei der Arbeit

 

 

Margoscha mag Olivenblätter.

Beba weiss, oben wachsen die besten Blätter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Arbeit mit den Tieren macht riesig Spass.
Anfangs durchschauen wir die Abläufe noch nicht, geschweige denn, dass wir uns all die Namen der Ziegen merken könnten. Michael ist aber ein geduldiger Lehrmeister. Das Wohlergehen der Tiere liegt ihm sehr am Herzen.
Nach einigen Tagen haben wir begriffen, welches Futter wir wann vorbereiten und wieviel wovon wir wann an wen verfüttern sollen. Auch wessen Milch in die Schoppenflasche und welche zum Käsen in die Küche kommt.

Dank uns kann sich Michael zwei freie Tage nehmen, um Freunde in Kotor zu besuchen.

Olga kocht ausserordentlich gut und reichlich.
Trotzdem fühlen wir uns ausgenutzt. Wir drei „workawayer“ sind am Morgen die ersten und am Abend die letzten bei der Arbeit. Klar, gibt es immer wieder Pausen, doch arbeiten wir im Schnitt über sieben Stunden pro Tag, statt der vier bis fünf, die workaway vorgibt.
Hier müssten Arbeitskräfte gegen Lohn angestellt werden.

Zudem bereitet uns das schimmlige Schlafzimmer, der Schmutz allüberall und der dauernd laufende Fernseher Mühe, der auch in unserem Zimmer nicht zu überhören ist. Während der gesamten Zeit schaffen wir es nie einen Internetempfang zu kriegen, um wenigstens unsere Mails zu lesen.
Traurig stimmt uns auch, dass in dieser regenreichen Jahreszeit die Ziegen, Truthähne und Hühner in der aufgeweichten Erde zum Teil tief im Matsch stehen müssen und für die Ziegen kaum Einstreu für die Ställe vorhanden ist.

 

 

 

 

 

 

Morgen fahren wir nach zehn Arbeitstagen am Stück wieder weiter und verzichten auf die Freitage mit Kost und Logis, die uns noch zustehen würden.

 

Bunter Truthahn in trister Umgebung

 

 

Wir ziehen weiter

15. März 2018

Nach der letzten Morgenarbeit und dem Frühstück fahren wir Richtung Kotor. Wir möchten uns auch von Michael verabschieden, der heute morgen per Autostopp auf die Farm zurückkehren soll. Leider treffen wir ihn nicht mehr an. Deshalb drehen wir nach Duraševići wieder um und fahren zurück. Wir wollen uns die Halbinselnsel Luštica ansehen, auf der wir gearbeitet haben.

An einer Bucht wird ein neues Feriendorf aus dem Boden gestampft. Der Jachthafen und viele der Häuser sind bereits vollendet. Ein 18-Loch Golfplatz auf den Hügeln soll noch gebaut werden.
Das Angebot richte sich an reiche Ausländer, die bereit sind über eine Million Euro pro Wohnung zu bezahlen, hat uns Olga erzählt.

 

Feriendorf Luštica Bay

 

Ganz im Westen der Halbinsel liegt das Dorf Rose wunderschön an der Bucht von Herzeg Novi. Auch hier scheint der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor zu sein. Doch um diese Jahreszeit ist in Rose tote Hose.

 

Rose

 

Auf der Nordseite der Halbinsel entdecken wir in Krašići ein kleines Hotel mit wunderbarer Sicht auf die Bucht von Kotor.
Hier wollen wir etwas ausspannen und buchen vor Ort ein Zimmer mit Frühstück. Als wir dann im Internet sehen, dass dasselbe Zimmer online reserviert einiges günstiger gewesen wäre, sinkt unser Stimmungsbarometer merklich und wir beschliessen schon morgen wieder weiterzuziehen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auszeit in Kotor

16. – 20. März 2018

Unglaublich frech finden wir, dass zwar, wie beim Einchecken mehrmals betont wurde, das Frühstück inklusive ist, aber dass wir die Tasse Kaffee bzw. Tee separat bezahlt müssen. Wir fühlen uns über den Tisch gezogen. Dem Hotel Anderna in Krašići können wir keine gute Bewertung geben.

Für die nächsten Tage ist nasskaltes Wetter angesagt. Wir reservieren deshalb online für eine Nacht ein Appartement mit Parkplatz in Kotor. Dieses liegt nahe der Altstadt, wie wir im Internet sehen.

Wir fahren los und entdecken im leichten Nebel das kleine Kloster Sveti Marko. Es liegt auf einer winzigen Insel mitten in der Bucht, an der auch Kotor liegt und ist nur per Boot erreichbar. Wer dahin geht, kommt nicht so schnell wieder weg. 😉

 

Kloster Sveti Marko

 

Als wir bei strömendem Regen in Kotor ankommen, ist die Zufahrtsstrasse zu unserem Appartement blockiert. Erst nach einiger Zeit, als ein defekter PKW abgeschleppt ist und diverse im Parkverbot abgestellte Fahrzeuge weggefahren sind, ist es möglich in die Nähe unseres Zieles zu fahren. Der Vermieter kommt uns entgegen und meint, dass wir ein grosses Auto hätten, er aber nur über Parkplätze für kleine Autos verfüge. Zum Glück können wir unseren NOBIS auf der engen Zufahrt der Baustelle nebenan parken. Das Grundstück gehöre seinem Nachbarn. „No problem, no problem!“

Das Appartement ist grosszügig eingerichtet, mit Sicht auf die Stadt und hat, für uns wichtig, guten Internetempfang.
Es gefällt uns so gut, dass wir gleich fünf Tage bleiben. Es regnet jeden Tag und mehrmals ziehen Gewitterfronten mit Hagelschauern durch. Wir sind froh, dass wir diese hier an der Wärme aussitzen können.

Wenn es das Wetter erlaubt, spazieren wir in die Altstadt, die als UNESCO-Welterbe eingestuft ist oder ans nahe Meer.

Hier ein paar Impressionen:

 

Brücke zur Altstadt von Kotor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erwischt!!

 

 

 

 

 

Von unserem Balkon aus sehen wir eines Morgens, dass sich ein Kreuzfahrtschiff zwischen die Häuser gezwängt hat.

 

Ein Kreuzfahrtschiff in Kotor

 

Heute ist das Wetter etwas besser. Wir nutzen die Gelegenheit und wandern auf der Ostseite die steilen Serpentinen zum Fort hinauf.

 

Blick auf Kotor

 

Zurück steigen wir die Treppe hinunter, die direkt in die Altstadt führt.

 

Altstadt von Kotor

 

Im historischen Zentrum wird die kurze regenlose Zeit genutzt, um …

 

… Wäsche zu trocknen und …

 

 

… um etwas Sonne zu tanken 😉

 

Link zur Wanderung zum Fort von Kotor:

 

 

Unser Übernachtungsplatz ist weg!!!

21. März 2018

Die nächsten Tage soll es hier und im Süden weiter regnen und in den Bergen gar schneien. Im Norden dagegen ist es zwar kälter, aber auf den Wetterprognosen guckt da ab und zu eine Sonne hinter den Wolken hervor.

Wir begraben deshalb unseren Plan ein bis zwei Wochen lang kreuz und quer durch Montenegro zu reisen und brechen lediglich zu einer kleinen Rundfahrt auf.

 

Blick auf Tivat (links) und Kotor (Mitte)

 

In Erakovići degustieren wir kalt geräucherten Beinschinken und Käse. Beides schmeckt so unglaublich lecker, dass wir die kleine Räucherei mit je einem grossen Stück wieder verlassen.

Die Strasse zieht sich den Berg hoch und die Schneereste am Rand werden immer grösser. Zum Glück bleibt uns der alte Pass erspart. Ein neuer Tunnel führt auf die andere Seite …
doch kaum sind wir aus dem Berg, ist die ganze Strasse mit Hagelkörnern übersät.

 

 

Vorsichtig tasten wir uns hinunter nach Cetinje.

Nun haben wir genug!
Wir fahren auf der Hauptstrasse zurück nach Kotor und weiter Richtung Kroatien.

Ein Strassenschild warnt uns vor freilaufenden Kühen. Eigentlich nichts Besonderes, doch wir stutzen! Nach zwei Wochen Ziegenmelken fehlen uns auf dem Bild die Zitzen.
Ist das eine genmanipulierte Kuh?

 

Kuh mit Tetra Pak statt Euter

 

Hat die Kuh statt eines Euters eine Tetrapackung?
Ist Milchkarton wechseln statt melken angesagt?
Wir hoffen es nicht.

Wieder entdecken wir in der Bucht eine kleine Insel mit Kloster, das von vielen Möwen umschwärmt wird.

 

Sveti Đorđe

 

Es dunkelt bereits und wir peilen den Übernachtungsplatz an, auf dem wir 2015 eine ruhige Nacht direkt am Meer verbracht haben.
Doch die Zeiten ändern sich!
Heute steht da ein modernes Restaurant und der Parkplatz ist mit einem Verbot für Camper ausgestattet.

Sch…ade!

Zum Glück halten wir unterwegs immer die Augen nach Alternativen offen. Wir fahren zurück nach Perast, wo ausserhalb des Dorfes ein Parkplatz liegt, den wir im Vorbeifahren als „Notschlafstelle“ deklariert haben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Montenegro ade

22. März 2018

Heute ist die Wetterlage stabil. Es regnet den ganzen Tag. 😦

 

Bucht bei Herzeg Novi

 

Deshalb lassen wir Herzog Novi links liegen und fahren wenige Kilometer später über die Grenze nach Kroatien.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Albanien

 

Keine Steckdose? … kein Problem!

26. Februar 2018

Bei stürmisch regnerischem Wetter fahren wir nach Sarandë.
Zum Glück war unser Grenzübertritt von Griechenland nach Albanien einfacher als es die Querung des Baches über diese abenteuerliche Brücke sein muss.

 

Wer wagt sich da rüber?

 

Die Bistricë führt Hochwasser und ist über die Ufer getreten. Damit scheint man zu rechnen. Die Brücke führt jedenfalls über die ganze Senke und nicht nur über das Flussbett, das von einer Baumreihe gesäumt ist.

 

Bistricë bei Hochwasser

 

Wir haben in den letzten Tagen mehr als genug Niederschläge erlebt.
Die Campingplätze sind in dieser Jahreszeit alle geschlossen. Deshalb steigen wir in Sarandë im Hotel Brilant ab. Die junge Frau an der Rezeption ist sehr freundlich, aber völlig verunsichert als wir plötzlich vor ihr stehen. Es stellt sich heraus, dass Ionina heute ihren allerersten Arbeitstag hat. Man hat wohl nicht mit Touristen gerechnet und ihr keinerlei Einführung gegeben.
Wir bringen ihr ein Stück Kuchen, was sie beinahe zu Tränen rührt.

Auf unsere Frage, ob es möglich sei, den NOBIS ans Stromnetz anzuschliessen, organisiert sie den Manager des Hotels. Dieser meint, ausserhalb des Hauses gebe es keine Steckdosen. Wir könnten jedoch das Kabel vom Foyer durch die Hauptpforte nach draussen legen, es seien ja zur Zeit nur wenige Gäste im Haus.
Das heisst, das Kabel würde in der Mitte des Eingangs liegen und durch die doppelte, automatische Schiebetüre führen. Wir finden das etwas gefährlich. Jemand könnte darüber stolpern und sich verletzen. Unseren Vorschlag, den Anschluss durch das Toilettenfenster zu legen, das auf der Parkplatzseite liegt, findet auch er besser.

Das unkomplizierte Lösen des Problems erobert unsere Herzen im Nu. So etwas wäre in der Schweiz undenkbar.
Albanien, wir sind zurück und lieben dich noch immer.

Hier der Link zu unserer Reise durch Albanien im Jahre 2015:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Hotel Brilant in Sarandë

27. Februar – 1. März 2018

Unser Zimmer im vierten Stock mit Blick auf das Meer ist gross, geheizt und hat einen ausgezeichneten Internetempfang.
Zudem sind die 45.– Euro pro Nacht mit Frühstück für zwei Personen in einem Viersternhotel ausserordentlich preiswert.

 

Blick vom Frühstücksraum auf Sarandë

 

Uns gefällt es hier so gut, dass wir statt einer gleich vier Nächte bleiben.
Tagsüber werkeln wir am Blog, schreiben Mails und spazieren durch die Stadt.

In einer Wäscherei bezahlen wir pro Kilogramm Wäsche 200 Lek, was 1.75 Schweizerfranken entspricht. Dass die sauber zusammengelegte Wäsche dann auch noch gebügelt wird, war nicht abgesprochen, aber wohl im Berufsstolz inbegriffen.

Auch in Sarandë wird kunstvoll gesprayt. Das Landeswappen mit dem Doppeladler wurde hier mit dem albanischen Freiheitshelden Skanderbeg kombiniert.

 

Ein politisches Grafitti?

 

In der Stadt findet man, wie überall im Lande, Kleinsthändler, die ihre Waren anbieten.

 

Orangenverkauf in Sarandë

 

 

Altbekannter Übernachtungsplatz

2. März 2018

Obwohl der Himmel immer noch weint, fahren wir nordwärts, denn wir müssen am 4. März in Montenegro sein. Doch davon später.

Bei Shën Vasil weiden einige Esel am Strassenrand.

 

Esel bei Shën Vasil

 

Wir fahren auf der selben Route zurück wie vor drei Jahren. Wieder ist der Himmel bedeckt und wie 2015 queren wir den Llogara-Pass (1027m.ü.M.) im Nebel.

 

Blick vom Llogara-Pass

 

Wir suchen einen neuen Übernachtungsplatz, finden jedoch keinen, der uns gefällt. Deshalb zweigen wir in der Stadt Fier ab und erreichen beim letzten Tageslicht den Parkplatz vor der Ruinenstätte Apollonia, den wir von unserer letzten Albanienreise her kennen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Autofahren kann in Albanien ein Abenteuer sein!

3. März 2018

Unterwegs treffen wir immer wieder Händler, die an der Strasse ihre Produkte anbieten.

 

Orangenverkauf am Strassenrand bei Sheq i Madh

 

In Kavajë zeigt unser Navi eine Einkaufsmöglichkeit mit grossem Parkplatz an. Wir spekulieren auf eine Toilette.
Das vermutete „Einkaufszentrum“ entpuppt sich als grosser Gemüse- und Obstmarkt, wohl für Gastrobetriebe und Einkaufsläden.
Beat fotografiert und kauft einen grossen Bund Karotten. Der Verkäufer, der nur Albanisch spricht, zieht 150 Lek aus seiner Hosentasche und zeigt sie ihm. Zur Sicherheit deutet er zudem an, dass Beat ihn bezahlen müsse und nicht etwa umgekehrt! Also Ware gegen Geld und nicht etwa Ware plus Geld gegen ein freundliches Lächeln!
So kommen wir für umgerechnet 1.30 Schweizer Franken zu gut zwei Kilogramm frisch geernteten Rüebli.

 

Verkaufsstand unseres Rüeblihändlers

 

 

 

In Dutzenden von Lieferwagen und PKWs sind vor allem Karotten, Kohl und Lauch gestapelt.

 

 

 

 

Wir fahren über den Bergrücken nach Kapidanaj. Die Strasse ist sosolala und ziemlich schmal. In der Ebene wird es dann besser, hoffen wir.

Klarer Fall von denkste!

Die Naturstrasse wird schlecht und schlechter, die Fahrbahn schmierig. Riesige Pfützen voll trüben Wassers machen es unmöglich die Tiefe der Löcher abzuschätzen. Einmal schlägt der NOBIS auf. Wenden ist unmöglich.
Nach einer gefühlten Stunde liegt vor uns eine nicht enden wollende Reihe von bedrohlichen Pfützen auf dem schmalen Damm. Wir befürchten in die wassergesättigte Wiese abzurutschen. Da kämen wir ohne fremde Hilfe niemals wieder raus.
Zum Glück führt rechts ein Weg über eine enge Brücke zu einigen Häusern. Danach wird die Strasse wohl besser sein. Nur mit viel Mühe schaffen wir diese Abzweigung.
Bis zum Dorf geht es etwas besser, aber einige hundert Meter weiter folgt eine baufällige Brücke, die uns von der asphaltierten Strasse trennt. Einige der Metallstreben, die die Hängebrücke halten, sind verbogen oder fehlen ganz. Wir glauben nicht, dass die marode Konstruktion unsere dreieinhalb Tonnen tragen kann. Zudem hätten wir auch bei eingeklapptem Seitenspiegeln in der Breite höchstens wenige Zentimeter Platz, wenn überhaupt.
Inzwischen giesst es wie aus Kübeln.
Den ganzen Weg zurückfahren ist keine Option. Der sintflutartige Regen hat die schmierige Strasse, die wir nur mit viel Mühe geschafft haben, noch mehr aufgeweicht.

Was nun?

Wir werden morgen auf einer Ziegenfarm in Montenegro erwartet, wo wir einige Tage arbeiten wollen. Also hier ein – zwei Tage stehen bleiben bis die Strassenverhältnisse besser werden, was wir mit unserem Wohnmobil ja könnten, liegt nicht drin.
Es gelingt uns zu wenden und wir fahren zurück ins Dorf. Dort zweigen wir auf eine andere Schlammpiste ab. Von hier ist die Distanz zur Hauptstrasse aber markant länger. Was erwartet uns da?
Nach etwa dreihundert Metern und einigen tiefen Wasserlöchern ist die Strasse plötzlich asphaltiert. Niemand weiss, warum dieser Belag im Niemandsland beginnt. Vielleicht fehlte das Material oder das Geld um das kleine Dorf ganz zu erschliessen.

Ein weiteres Müsterchen der albanischen Strassenverhältnisse erleben wir vor Thumanë:

Wir wollen ein Gleis überqueren. Es gibt keine Warntafel und keine Schranke. Die Schienen sind rostig, das Gras erobert sich das Terrain zurück. Hier rollt schon lange kein Zug mehr … denken wir.
Plötzlich tutet es von irgendwoher eindringlich. Wir stoppen vor dem Übergang. Und siehe da, ein langer Zug, schwer mit Kies beladen, nähert sich. Beat schaltet den Warnblinker ein und stellt sich mitten auf die Strasse, damit ein nachfolgendes Auto ihn nicht überholt. Der Lokführer bedankt sich sichtlich erleichtert mit herzlichem Winken.

Hinter Thumanë ist eine Brücke gesperrt. Auch hier keinerlei Signalisation. Aber hingekippte Erdhaufen verunmöglichen eine Passage. Vermutlich hat das Hochwasser die Brücke beschädigt.

Wir müssen auf die Autobahn ausweichen und kommen erst nach Anbruch der Dunkelheit zur Wallfahrtskirche Kisha Shna Ndouan, wo wir auf dem riesigen Parkplatz übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Weiter nach Montenegro

4. März 2018

Früh am Morgen kommen einige Autos angefahren. Etwa ein Dutzend Leute machen sich bereit für einen Geschäftssonntag. Sie bereiten Ständer voller Rosenkränze, Armbänder, Glücksbringer und Kerzen vor.

 

Wallfahrtskirche Kisha Shna Ndouan

 

 

 

 

Wir versuchen in Shengjin an einen schönen Aussichtspunkt am Hafen zu gelangen, den uns die Strassenkarte verspricht. Die Strasse wird immer schlechter und endet in einem Quartier mit baufälligen Häusern. Aussichtspunkt? … Fehlanzeige! Irgendwann geht uns auf, dass wir genau dieselbe Strecke mit demselben Resultat schon mal befahren haben.

Leider hat Albanien das Land mit seinen ausgesprochen freundlichen Menschen das Abfallproblem überhaupt nicht im Griff.
In grösseren Städten werden Plastik, PET, Karton und Metall von Privatpersonen gesammelt und gegen ein kleines Entgelt an Sammelstationen geliefert.
Aber immer noch liegt viel Müll an Strassenrändern, in Bächen und Flüssen.

 

Albaniens Müllproblem

 

Kurz vor der Grenze nach Montenegro setzen wir die letzten albanischen Lek in leckeren „Çaj Boronicë“ (Heidelbeertee) und Tomatensauce um.

Bei der Grenzkontrolle grüsst Beat die Beamtin mit einem freundlichen „Përshëndetje“. Sie antwortet ganz selbstverständlich auf Albanisch. Als (auf Englisch) geklärt ist, dass dies eines von drei Worten Albanisch ist, die Beat spricht und versteht, lachen alle.
Die Aussprache sei so gut gewesen, dass sie meinte, Beat stamme aus dem Kosovo.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

♫♪♪♫ Über sieben Dämme musst du gehn ♪♫♪♫

 

Über den Damm auf die Insel Tourlida

20. Februar 2018

Wir verlassen den Peloponnes nicht über die kostenpflichtige Harilaos-Trikoupi-Brücke, sondern mit der Fähre, die über den Golf von Patras fährt. Das ist erstens günstiger und zweitens hat man so das monumentale Bauwerk während der Fahrt im Blick. Schade nur, dass es die ganze Zeit regnet.
Im Aufenthaltsraum läuft der Fernseher. Die Wetterprognosen für die nächsten Tage sehen besch…eiden aus.

Der Fluss Evinos vor Evinochori führt viel Wasser, das sich in dem breiten Tal den Weg selber suchen darf.

 

Evinos

 

Kurz nach Mesolongi fahren wir über den Damm auf die Insel Tourlida.

 

Damm zur Insel Tourlida

 

In der Lagune stehen Häuser auf Pfählen. Sie werden wohl von Fischern bewohnt, die ihre Fischgründe mit Zäunen abgegrenzt haben.

 

 

Eines der Boote erinnert an einen flachen Schuh.

 

Fischerboot (und kein Schuh!)

 

Das Fisch-Restaurant auf dem kleinen Eiland ist geöffnet und sieht so einladend aus, dass wir unserem Grundsatz: „Mittags nur eine Kleinigkeit“ untreu werden und einkehren. Eine gute Entscheidung!

Zurück auf dem Festland wollen wir durch Astakos fahren. Die schmale Strasse ist aber irgendwann dermassen zugeparkt, dass Beat den NOBIS unter Annettes kundiger Anleitung im Rückwärtsgang wieder herauswinden muss. Das Motto ist: ein Zentimeter Luft zwischen zwei Fahrzeugen reicht, damit kein Blechschaden entsteht!
Nun geht es in weitem Bogen um das Dorf herum. Wenig später verlassen wir die Hauptstrasse und fahren hinunter zum Meer. Ein einsamer Strand erwartet uns für diese Nacht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über den Damm auf die Insel Lefkada

21. Februar 2018

Auch in der Bucht von Astakos wird Fischzucht betrieben. Die schwimmenden Becken sind mit verschiedenfarbigen Netzen und Planen abgedeckt.

 

Farbtupfer im Meer

 

 

 

Schöner noch als die künstlichen, schwimmenden „Inseln“, ist ein kleines Eiland, das wir kurz darauf entdecken.
Auf der winzigen Insel steht eine Hütte. Die stammt wohl kaum von Robinson Crusoe. Wo hätte sich denn Freitag verstecken können?

 

 

Die Küste ist gebirgig und steil. Deshalb müssen auch die Hausschweine, die frei herumstreifen, geländegängig sein.

 

„Bergsau“

 

Um den Limni Voulkaria wird das Gelände wieder flacher. Der breite Schilfgürtel um den See ist für die Wasservögel im Winter ein wahres Paradies. Jetzt sind die meisten bereits wieder auf dem Weg nach Norden.

 

Limni Voulkaria

 

Die Flamingos dagegen mögen flaches Meerwasser lieber. Hier können sie mit ihren langen Beinen herumstaken und den nahrhaften Krill aus dem Wasser fischen.

 

Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus)

 

Auch heute fahren wir über einen Damm. Lefkada ist aber viel grösser als Tourlida und die Zufahrtsstrasse entsprechend breiter.

Unsere Reise führt entlang der Westküste zur Südspitze der Insel, wo der Leuchtturm Doukato auf dem Lefkadischen Felsen thront.

 

Leuchtturm Doukato

 

 

 

Der „Lefkadische Felsen“ erinnert an die weissen Klippen von Dover in England.

Wir parken auf dem Platz unterhalb des Leuchtturms, machen uns auf den Weg und erkunden die Umgebung.
Für kurze Zeit durchbrechen einige Sonnenstrahlen die dichte Wolkendecke und lassen die weissen Felsen leuchten.

 

 

Ein steiler Pfad führt hinunter ans Meer. Hier konnte früher, als der Leuchtturm noch bemannt war, ein Boot zu Wasser gelassen werden. Der schmale, betonierte Streifen ist noch gut zu sehen. Sonst ist der Fels sehr rau und scharfkantig. Das Meer versucht heute erfolgreich, diese Oberfläche nachzuahmen.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lefkada von Süd nach Nord

22. Februar 2018

Die Kürzest-“Wanderung“ zur Spitze des Lefkadischen Felsens ist sehr eindrücklich. Über das raue Gestein kraxeln wir zur markanten, überhängenden Felsnase.

 

Spitze des Lefkadischen Felsens

 

Von hier sollen sich früher unglücklich Verliebte ins Meer gestürzt haben. Wer überlebte, war geheilt.
Zum Glück ist Annette nicht unglücklich verliebt und muss nicht vom Felsen springen. Aber mal gucken, wie es sich da oben anfühlt, das muss sie schon!

 

 

 

Doukato (links) und Annette (rechts)

 

Damit sich Annette nicht unglücklich verliebt, schenkt ihr Beat ab und zu ein Blümchen, das dann das Armaturenbrett unseres NOBIS ziert. 😉

 

 

Auf der Rückfahrt nach Lefkada leuchtet zu unserer Linken das Meer kitschig blau. Da müssen wir näher ran und fahren hinunter zum Porto Katsiki.

 

Strand von Porto Katsiki

 

Der Strand war früher vom Land her nicht zugänglich, da die Felsen steil abfallen. Lediglich Ziegen schafften es hinunter. Daher stammt der Name Porto Katsiki, was “Ziegenstrand“ heisst.
Heute führt eine steile Treppe an den Kiesstrand.

 

 

Weisse Kiesel und die Sonne lassen das Wasser hellblau erscheinen.

 

 

 

Draussen fährt eine der zahlreichen Fähren vorbei, die Italien mit Griechenland verbinden.

 

 

Wir kurven wieder hoch zur Ringstrasse und geniessen einen letzten Blick auf die wunderschöne Westküste von Lefkada.

 

 

Nun wechseln wir auf die Ostseite der Insel. In Nidri liegt ein grosser Segelhafen. Die meisten der Boote warten aber auf dem Trockendock auf die kommende Saison.
Wir hoffen, dass alle Segler im nächsten Sommer ihre Yachten wieder zu Wasser lassen können und keiner auf dem benachbarten Friedhof liegt.

 

 

In Nidri werden grosse Boote gebaut. An einem Rumpf wird fleissig gearbeitet.

 

 

Nach dem Dorf zweigen wir ab ins Landesinnere. Wir wollen zum Wasserfall Ronie spazieren.
Der Parkplatz erinnert uns an denjenigen von Toxotes am Fluss Nestos, wo in unseren NOBIS eingebrochen wurde.
Deshalb bleibt zuerst Annette beim Wohnmobil zurück.
Beat geht und kehrt unverrichteter Dinge zurück. Der Weg durch die Schlucht wurde kurz vor dem Ziel weggespült.

 

Ende des Weges zum Wasserfall Ronie

 

Aber bereits der Weg dorthin durch die wilde Schlucht lohnt sich. Annette bricht ebenfalls auf und lässt sich durch den fehlenden Weg (wen wundert’s?) nicht stoppen. Sie zieht Schuhe und Strümpfe aus und watet durch den kalten Bach an den Wasserfall.

Die Nacht verbringen wir auf dem Damm von Lefkada. Hinter uns geht die Sonne blutrot zwischen den tiefstehenden Wolken unter.

 

Sonnenuntergang in Lefkada

 

Link zum Spaziergang zum Wasserfall Ronie:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über den Damm auf die Insel Koronisia

23. Februar 2018

Wir verlassen die Insel Lefkada wieder, vorbei an der Festung Agia Mavra und zurück über den Damm.

 

Festung Agia Mavra

 

Auf einer winzigen, flachen Insel im Meer liegt wohl eine Einsiedelei.

 

Einsiedelei?

 

Wir fahren um den Ambrakischen Golf.

In Arta lassen wir uns die Bogenbrücke über den Arachthos nicht entgehen.
Die berühmteste Brücke Griechenlands wurde 1612 fertiggestellt. Bis ins Jahr 1881, als Arta zu Griechenland fiel, war hier der Grenzübergang zwischen dem „freien“ und dem osmanischen Griechenland.

Gemäss der Legende stand der Bau unter einem Fluch. Kurz vor dem Abschluss der Arbeiten an den Fundamenten stürzte jede Nacht der Teil wieder ein, der am Tag zuvor errichtet worden war. Ein Vogel weissagte dem Baumeister, dass das Werk erst dann vollendet werden könne, wenn er seine Frau lebend in den Sockel eines Trägers einmaure.
In Volksliedern, Theaterstücken und Gemälden lebt diese Geschichte weiter.

 

Historische Brücke in Arta

 

Nicht minder eindrücklich ist die riesige Platane auf der gegenüberliegenden Seite. Ihre ausladenden Arme mussten mit Pfeilern gestützt werden. Dieser Baum beschattet im Sommer die gesamte Gartenwirtschaft.
Die „Platane von Arta“ gehört zu den Naturdenkmälern Griechenlands.

 

Die „Platane von Arta“

 

 

 

Danach fahren wir, wie in den letzten Tagen, über eine Reihe von Dämmen auf eine Insel. 🙂 Diesmal heisst sie Koronisia.

 

Damm nach Koronisia

 

Am schönen Strand hinter dem Dorf wollen wir übernachten. Annette findet aber auf ihrem Abendspaziergang einen noch attraktiveren Ort.

Wir fahren ein kurzes Stück weiter und stellen uns auf einen kleinen Damm direkt ans Meer.

 

Ultimativer Übernachtungsplatz!

 

Das verschneite Tzoumerka-Massiv leuchtet im Abendlicht. Wir sind uns einig, das wird einer unserer schönsten Übernachtungsplätze.

 

 

Nach dem Abendessen frischt der Wind auf und dunkle Wolken am Horizont verheissen nichts Gutes. Als dann die ersten Wellen bis zur Windschutzscheibe hoch spritzen, wird uns mulmig zumute. Stehen wir hier sicher genug?
Nach kurzer Diskussion beschliessen wir einstimmig 😉 diesen wunderschönen, aber exponierten Platz zu verlassen und ein Stück zurück auf einer Insel geschützt in einer Waldlichtung zu schlafen. Das Unwetter, das in der Nacht über uns hinweg zieht, gibt uns recht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über die Dämme zurück aufs Festland

24. Februar 2018

Das Wetter hat sich wieder beruhigt und es bleibt heute trocken.
Wir fahren über die Dämme zurück aufs Festland und können einige Flamingos beobachten, die sich durch uns nicht stören lassen.

 

Flamingos vor Koronisia

 

 

Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus)

 

Die ergiebigen Niederschläge der letzten Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Das Hinterland von Ammoudia ist überschwemmt.

 

Ebene bei Ammoudia

 

Oberhalb von Igoumenitsa finden wir einen ruhigen Platz mit Sicht auf den Hafen und die Stadt.

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Igoumenitsa

25. Februar 2018

Wir fahren zum Fährhafen. Im Hauptgebäude verbringen wir ein paar Stunden. Hier haben wir Stromanschluss und WiFi.
Nach einer kleinen Runde um Igoumenitsa geht’s zurück zum Übernachtungsplatz. Annette will einen Bananen-Kokos-Kuchen backen, bemerkt aber, dass wir zu wenig Butter haben. Also fahren wir nochmals ins Dorf hinunter und finden (trotz Sonntag) einen geöffneten Mini-Market. Die Verkäuferin hat einige Zeit in Deutschland gearbeitet und freut sich sehr, ihre Sprachkenntnisse anwenden zu können.

Der Blick von hier oben auf den beleuchteten Hafen ist wunderschön.

 

Hafen von Igoumenitsa

 

Von den Fähren, die den Hafen in der Nacht verlassen, hören wir lediglich ein leises Brummen.

 

Eine Fähre verlässt Igoumenitsa.

 

Dies wird unsere letzte Nacht in Griechenland sein. Morgen fahren wir weiter nach Albanien.

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Weiter geht’s nach Albanien

26. Februar 2018

Auch heute regnet es wieder, wie so oft in den letzten Tagen. Weint der Himmel, weil wir Griechenland verlassen?
Das Wehr bei Ragio scheint ebenfalls traurig und lässt viel trübes Wasser über seine Schranken laufen.

 

Wehr bei Ragio

 

Der letzte Farbtupfer im grauen Griechenland ist die bunte Treppe in Asproklisi.

Drei wunderschöne, abwechslungsreiche Monate in „Hellas“ sind vorüber!

 

Treppe in Asproklisi

 

Der Grenzübertritt klappt problemlos. Unsere Identitätskarten und Fahrzeugpapiere werden aber sehr genau angeschaut und sogar eingescannt. Der Zöllner wirft noch einen kurzen Blick in den Heckraum und ins WoMo … und schon sind wir in Albanien.

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Peloponnes ade!

 

Von einer grossen und vielen kleinen Attraktionen

16. Februar 2018

Die Sonne ist zurückgekehrt und unser Thermometer steigt auf über 20°C.
Deshalb verlassen wir den Campingplatz und fahren weiter gegen Norden. Der Wind bläst immer noch stark und im Bad in Agia Kiriaki baden die Wellen für sich allein. Kein Mensch wagt sich heute in das aufgewühlte Wasser.

 

„Badi“ in Agia Kiriaki

 

Wir lassen uns durch blühende Bananenstauden ablenken und schauen nicht mehr aufs Navi. Plötzlich fahren wir am Eiffelturm vorbei!
Der steht doch in Paris und nicht in Filiatra auf dem Peloponnes … haben wir geglaubt.

 

Eiffelturm in Filiatra

 

Natürlich müssen wir googeln und finden heraus, dass dieser ca. 40 Meter hohe Turm von einem in die USA ausgewanderten Griechen der Gemeinde geschenkt wurde. Er wollte seinem unbedeutenden Heimatdorf wenigstens eine Attraktion geben.

Uns hätten die Blüten der hohen Bananenstauden als Attraktionen gereicht. Auf den Azoren besassen wir eigene Bananen. Schon damals haben uns die seltsamen Fruchtstände fasziniert.

 

Blüte einer Bananenpflanze in Filiatra

 

 

 

Nun geht es weiter an den Kaiafa-See. Das Thermalbad dort ist im Winter geschlossen. Das Wasser fliesst durch einen Bach in den See. Aber der lauwarme, schweflig riechende Bach ist verschlammt und lädt nicht zum Baden, aber dafür der wunderschöne Platz am See zum Übernachten.

 

Übernachtungsplatz am Kaiafa-See

 

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Man muss ja nicht alles verstehen!

17. Februar 2018

Nach einer sehr ruhigen Nacht frühstücken wir gemütlich an diesem lauschigen Platz und brechen dann auf. Natürlich erst nachdem wir den selbsternannten vierbeinigen Wächter gefüttert haben, der sich gestern Abend bei uns gemeldet und neben unserem Wohnmobil geschlafen hat.

Die Strasse, auf der wir fahren, scheint noch im Bau zu sein. Frisch asphaltierte Abschnitte wechseln sich mit buckligen Pisten ab. Weit und breit sind jedoch keine Arbeiter oder Baumaschinen zu sehen. Ist vielleicht das Geld ausgegangen?
Vor Miarakiti fahen wir über eine alte, schmale, baufällige Brücke, neben der eine beinahe fertige steht. Die neue ist sogar schon mit Leitplanken versehen, jedoch nicht an die Strasse angeschlossen.
Man muss ja nicht alles verstehen!

 

Neue Brücke vor Miarakiti

 

Vier kleine Ecken müssen noch betoniert werden, doch das Schalungsmaterial wurde bereits weggeführt. Die vorstehenden Armierungseisen sind in den Augen von Beat, dem ehemaligen Maurer, ein modernes Kunstwerk.

 

Armierungseisen-Kunstwerk

 

Auf einem Parkplatz bei Karitena legen wir eine Pause ein. Von hier steigen wir zur byzantinischen Alfios-Brücke hinunter. Diese ist jedoch baufällig, das Betreten ist verboten.
Viel schöner ist der Blick unter der neueren Brücke hindurch hinauf zur Festung, die 1254 errichtet wurde. Heute stehen nur mehr die Aussenmauern der Anlage.

 

Festungshügel von Karitena

 

Das Dorf Stemnisa gefällt uns. Es scheint sich gemütlich zwischen die Hügel zu kuscheln.

 

Stemnisa

 

Kurz vor Kalavrita führt die Strasse schneckenförmig um den Hügel herum zum Heldendenkmal hinauf.
Dieses erinnert an den Beginn des Griechischen Unabhängigkeitskrieges 1821. Es stellt den Soldaten, den Priester und das befreite Griechenland dar.

 

Irooi-Denkmal: der Krieger, der Priester und das befreite Griechenland

 

Die Rundumsicht ist fantastisch. Einige Wiesen stehen nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage unter Wasser.

 

Überschwemmte Wiesen bei Kerpini

 

Wir beschliessen diese Nacht am Strassenrand auf dem Hügel zu verbringen und parken so, dass wir möglichst lange die Abendsonne und morgen möglichst früh die ersten Sonnenstrahlen geniessen können.

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Massaker von Kalavrita

18. Februar 2018

Die Morgensonne färbt die schneebedeckten Berge des Erymanthos-Massivs rosa.

 

Morgenstimmung vom NOBIS aus

 

Die Nacht war mit 5°C sehr kalt. Wir sind froh, dass wir nicht in der Ebene im feuchten Nebel übernachtet haben. Dieser löst sich schnell auf.

Wir fahren an den überschwemmten Wiesen vorbei und geniessen die Bilder, die daraus entstehen.

 

 

Die alten, knorrigen Bäume wirken gespiegelt wie filigrane Scherenschnitte.

 

 

In Kalavrita besuchen wir zuerst die Gedenkstätte auf dem Exekutionsplatz und anschliessend das Holocaust- Museum des Massakers vom 13. Dezember 1943.

 

Gedenkstätte des Massakers von Kalavrita

 

 

 

 

 

Griechische Freiheitskämpfer nahmen Mitte Oktober 1943 rund 80 deutsche Soldaten fest. Diese wollten sie gegen Kriegsgefangene austauschen.
Die Nazis versuchten jedoch ihre Kameraden mit Gewalt zu befreien, weshalb die Partisanen ihre Gefangenen am 7. Dezember 1943 töteten.
Darauf wurde die „schärfste Form der Sühnemassnahmen“ befohlen. Kalavrita und 25 weitere Dörfer sowie das Kloster Agía Lávra sollten zerstört werden.
Am 13. Dezember mussten sich alle Bewohner des Orts im Schulhaus versammeln. Die Frauen und Kinder wurden eingesperrt. Sämtliche männlichen Bewohner über 15 Jahren richteten die Nazis auf dem nahen Hügel mit Maschinengewehrensalven hin. Nur 13 der 653 Männer überlebten das Massaker, weil sie von den Deutschen für tot gehalten wurden.
Alle Häuser des Dorfes wurden niedergebrannt, das Vieh konfisziert.

 

Eine Frau schleppt ihren erschossenen Mann weg, um ihn zu beerdigen.

 

Die verzweifelten Frauen versuchten (oft mit blossen Händen) ihre Toten in der gefrorenen Erde zu begraben.

In dem ehemaligen Schulhaus wurde ein Holocaust-Museum eingerichtet. Unter anderem erzählen Überlebende auf Videos, wie sie diese Tage erlebt haben.
Das geht unter die Haut!

Hier drei der ausgestellten (Original-)Schriftstücke der deutschen Wehrmacht:

 

 

 

 

Lange sitzen wir sprachlos in einem nahen Café und versuchen diese geballte Ladung an Unmenschlichkeit zu verdauen.

Später raffen wir uns auf, um nach Ano Mesorrougi zu fahren. Von dort wollen wir morgen zum Fluss Styx wandern.
Die starken Unwetter vom November und der letzten Tage haben viele Schäden verursacht. Überall sind Spuren von Murgängen zu sehen. Ein riesiger Felsblock hat gar eine massive Stützmauer beschädigt.

 

 

Die Strasse hinauf nach Ano Mesorrougi wird immer schmaler, teilweise ist der Rand unterspült und weggebrochen. Angeschwemmte Erde liegt haufenweise auf und neben der Fahrbahn.
Da das Wetter sehr wechselhaft ist, brechen wir kurz hinter Valimi unser Unternehmen ab und kehren um. Wir wollen in dem unstabilen, wassergesättigten Gelände kein unnötiges Risiko eingehen.

 

Kurz vor Ampelokipoi

 

In Valimitika stellen wir uns auf einen gepflästerten Parkplatz ans Meer. Hier in der Ebene sind keine Murgänge zu erwarten.

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Letzter Tag auf dem Peloponnes

19. Februar 2018

Morgen werden wir den Peloponnes verlassen. Zum Abschluss wollen wir die berühmte Hängebrücke von Patras bei Nacht bewundern. Da wird sie jeweils blau beleuchtet, steht im Reiseführer.

Wir suchen deshalb einen Übernachtungsplatz mit gutem Blick auf das kolossale Bauwerk. Ein Ozeanriese liegt an einem kleinen Dock festgebunden wenige Meter vor uns im Meer. Hat der keinen Tiefgang oder fällt hier der Strand so abrupt ab?

 

 

 

 

Heute scheint der nationale Drachenflugtag zu sein. An jeder Ecke stehen Eltern und lassen Drachen steigen. Die Kinder dürfen jeweils zu den Flugobjekten hochschauen und sich daran freuen.
Das Ganze erinnert ein wenig an den Vater, der seinem Sohn eine elektrische Eisenbahn zu Weihnachten schenkt. So eine hatte er sich als Kind sehnlichst gewünscht. Nun darf er endlich damit spielen … der Vater.

 

 

Ein Drachen hat sich selbständig gemacht und lacht nun von den Streben der Brücke herab den Besitzer aus, der ihn gängeln wollte (nach Duden: „einen anderen in seinem Handeln beeinflussen oder bestimmen“).

 

 

Ein kleiner Junge freut sich riesig, als sein Vater den Drachen vom Himmel holt. Fröhlich rennt er hin und her und versucht das Flugobjekt am Schweif zu fassen.

 

„Gleich hab ich dich!“

 

Ach ja, … eigentlich wollten wir ja über die Brücke schreiben und sie in ihrer nächtlichen Pracht zeigen.
Also: die Meeresenge zwischen Rio und Antirrio ist zwar nur 2,5 km breit, aber diese haben es in sich. Das Gebiet liegt auf zwei verschiedenen tektonischen Platten und driftet pro Jahr um mehrere Millimeter auseinander. Es treten immer wieder heftige Erdbeben auf. Und der Meeresgrund besteht aus instabilen Sand- und Tonschichten. Lange Zeit hielt man es für unmöglich bei solchen Gegebenheiten eine sichere Brücke zu bauen.
Die 2004 eingeweihte Harilaos-Trikoupi-Brücke (die zweitlängste Schrägseilbrücke der Welt) wird getragen von vier gigantischen Pylonen, die einen Durchmesser von rund 90 m im Bereich des Sockels aufweisen und mehr als 150 m über die Wasseroberfläche ragen. Diese Träger stehen auf bis zu 3 m dicken Gleitlagern, welche wiederum auf einer Platte mit mehr als 100 m Durchmesser befinden. Sie haben also keine feste Verbindung zum Untergrund. Die Fahrbahnen hängen „frei“ an Fächern von Stahlseilen.

Und sie wird um diese Jahreszeit nachts NICHT beleuchtet!

 

 

 

 

 

 

Natürlich fehlt auch das Detail nicht, denn womit brüsten sich selbstbewusste Boulevard-Journalisten? … Genau: „Wir gehen näher ran!“

 

 

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Im Südwesten des Peloponnes

 

Die Tropfsteinhöhle bei Pyrgos Dirou

8. Februar 2018

Die Vlychada Diros ist das längste Höhlensystem Griechenlands.
Wir sitzen nur zu fünft in einem kleinen, flachen Boot und wollen uns von einem Guide auf dem Wasserweg durch das Höhlensystem gondeln lassen. Einer Frau wird es bald zu eng, sie gerät in Panik und wir müssen kurz nach dem Start umkehren, damit sie die Unterwelt wieder verlassen kann.

 

Starthafen der unterirdischen „Expedition“

 

Die verwinkelte Höhle ist voller Tropfsteinen in allen denkbaren Farben und Formen.
Die ruhige Fahrt zwischen den Stalaktiten hindurch, oft knapp unter der Höhlendecke ist sehr beeindruckend. An manchen Stellen bleiben keine fünf Zentimeter zwischen Boot und Seitenwand.
Das Wasser ist kristallklar und stellenweise bis zu 70 m tief.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 1200 Metern Bootsfahrt spazieren wir die letzten 300 Meter zu Fuss bis zum Ausgang.
Bis heute sind 15.4 km der Höhle erforscht und vermessen worden. Der grösste Teil liegt vollständig unter Wasser.

Wieder draussen geniessen wir die Sonne und das knallige Rot der Anemonen.

 

Kronen-Anemone (Anemone coronaria)

 

In Neo Itilo lockt ein Gratis-Parkplatz für Camper. Der Besitzer der nahen Taverne weist uns darauf hin, dass es bei ihm auch eine Toilette gebe, die wir benützen dürften.

 

Blick von Neo Itilo zum Taygetos Gebirge mit Profitis Ilias

 

Bald schon merken wir, dass das eigentlich ein Parkplatz für Katzen ist.

 

Parkplatz für Katzen

 

Bei einem kleinen Strandspaziergang stossen wir auf ein Nest, in dem drei grosse Eier liegen. Weit und breit ist kein Vogel zu sehen, doch wir wissen, dass es sich um „Avis insolita“ handelt, die das Nest gebaut und die Eier hineingelegt haben, denn …

 

Nest eines Avis insolita

 

… wir selber, etwas schräge Vögel, sind die stolze Erbauer. Ein Land-Art-Kunstwerk made bei unserwegs!

Am Abend lassen wir es uns in der Taverne gut gehen. Vor allem das „frisch von meiner Mutter zubereitete Bohnenmus“, aber auch der griechische Salat,  die frittierten Fische und die Pommes schmecken vorzüglich.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Die Wasserfälle von Karama

9. Februar 2018

Der Frühling ist ausgebrochen auf dem Peloponnes. Die Wiesen sind grün und überall blühen Blumen.

 

Bunter Strassenrand

 

Die edlen Schwertlilien leuchten gleich büschelweise in den Wiesen.

 

Schwertlilien (Iris)

 

Gestern waren wir auf dem Wasser, heute zieht es uns ans Wasser. Wir machen einen Abstecher zu den Polilimnio von Karama (Wasserfälle und Seen).
Vom Parkplatz aus führt ein breiter Weg hinunter zum ersten See. Nun geht es zum Teil auf abenteuerlichen Pfaden über Felsen dem Wasser entlang. Viele kleine Seen und Wasserfälle gibt es zu entdecken.

Leider ist der Himmel bedeckt und Regen liegt in der Luft. Die Naturstrasse, die zu unserem Parkplatz führt, ist eine Sackgasse und an einer Stelle sehr steil. Sie könnte schmierig und rutschig werden.

Wir müssen uns deshalb beeilen. Schade, das wilde Tal wäre einen längeren Besuch wert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wandern zum Parkplatz zurück, schwer beladen mit Abfall, den wir in einen der Container schmeissen. Erste Regentropfen fallen und wir fahren sofort los.
Bei Agios Andreas stellen wir uns auf einen wunderschön gelegenen, ehemaligen Campingplatz direkt ans Meer. Wir können uns nicht vorstellen, warum der idyllische Platz aufgegeben wurde.

Link zur Wanderung an die Wasserfälle und Seen von Polilimnio: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Altes Lehmhaus

10. Februar 2018

Regen und stürmische Winde vertreiben uns von diesem ruhigen Platz.

 

Übernachtungsplatz in Agios Andreas

 

Da das Wetter die nächsten Tage unbeständig bleiben soll, fahren wir auf den Campingplatz von Methoni.

Unterwegs sehen wir eines der seltenen, alten Häuser, die noch aus Lehmziegeln gebaut sind.

 

Lehmziegel-Haus

 

 

Vermauerte Lehmziegel

 

In Methoni ist der Campingplatz „halboffen“.
Das grosse Gittertor am Eingang ist bis auf eine schmale Lücke zugezogen, die Rezeption geschlossen. Hinter vielen winterfest eingepackten Caravans entdeckt Annette zwei Wohnmobile. Eine Holländerin weiss, dass man sich im Dorf beim Gemüsehändler melden muss, was wir postwendend tun. Nun dürfen wir uns bei strömendem Regen auf dem Platz installieren.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Methoni und seine Festung

11. – 15. Februar 2018

Am Morgen steht der halbe Platz unter Wasser. Wohlweislich haben wir uns gestern auf eine betonierte Fläche gestellt.

Wir haben Glück und müssen uns nicht um das Gelbe vom Ei streiten, denn das hartgekochte hat gleich zwei!

 

Zwei in eins

 

Morgen soll die Sonne scheinen. Wir sind froh, denn der Berg an schmutziger Wäsche ist gross.

Und wirklich am Morgen klart es, zuerst noch zögerlich, dann immer schneller auf.
Annette füllt die erste Waschmaschine und Beat spannt die Leine zwischen die Bäume.
Die Wäsche hängt, die Sonne scheint, wir sind happy.

Doch plötzlich verdüstert sich der Himmel. Die ersten Regentropfen fallen, bevor wir die noch feuchte Wäsche wieder von der Leine nehmen können.
Wir folgern: Die Meteorologen in Griechenland haben die selbe Ausbildung genossen wie ihre Kollegen in der Schweiz. 😉
Da loben wir uns die alte Bauernregel, die immer stimmt:

Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert das Wetter oder bleibt, wie’s ist!“

Die Wäsche hängen wir übrigens nochmals auf, dieses Mal unter einem halbwegs dichten Vordach bei den Geschirrspülbecken.

Das Wetter bleibt sehr wechselhaft. Wir nutzen die sonnigen Abschnitte für Ausflüge ins Dorf.
Im Methoni werden die Stromleitungen noch unter freiem Himmel geführt, was Beat zu einem spannungsvollen Bild verhilft.

 

Kein Stromkabel-Salat

 

Einmal bringt eine ältere Wohnmobil-Nachbarin eine kleine Schildkröte vorbei. Diese hat sie in der Nähe des Meeres auf einem Stein gefunden. Das arme Tier lag auf dem Rücken und konnte sich nicht selber umdrehen.
Sie bittet uns mithilfe des Internets abzuklären, ob das eine Meeres- oder eine Landschildkröte ist. Je nachdem muss sie ins Wasser oder in eine Wiese ausgesiedelt werden.

Auf Annettes Hand scheint es ihr zu gefallen …

 

 

… aber auf den Boden gesetzt, zieht sie sich erst einmal zurück. Sicher ist sicher!

 

 

Erst nach einiger Zeit wagt sie sich wieder hervor und krabbelt vorwärts.

 

 

Google sei dank, darf das kleine Wesen bald wieder frische Kräuter kauen.

Das Wahrzeichen von Methoni ist die venezianische Festung aus dem 12. Jh. und der Turm Burtzi, der ihr vorgelagert auf einer kleinen Insel steht.
Je nach Wetter und Tageszeit präsentiert sich der Wehrturm anders. In der Morgensonne leuchtet er rötlich und wechselt im Laufe des Vormittags auf grau.

 

Burtzi im Morgenlicht

 

 

Burtzi bei strahlender Sonne

 

Natürlich interessiert uns dieser besonders. Er ist mit dem Kastell über einen Damm verbunden.

 

Burtzi vom Fort aus gesehen

 

Stammt die steinerne Kanonenkugel in der Wand von einer längst vergangenen Schlacht?

 

Steinerne Kanonenkugel im Turm

 

In den Turm führt eine enge, gewendelte Steintreppe …

 

 

… mit Ausblick aus vergitterten Fenstern.

 

 

Doch schon im ersten Stock ist es fertig mit Treppensteigen. Der hölzerne Innenausbau ist bereits vor Jahren eingestürzt und wurde entfernt. Umso imposanter ist nun der Blick in die Kuppel.

 

Kuppel des Wehrturms

 

Wir kehren über den Damm zurück ins Fort.

 

Damm zurück zum Fort

 

Von der Festung geniesst man einen schönen Blick auf den pittoresken Hafen von Methoni.

 

Hafen von Methoni

 

Auf dem Weg durch die weitläufige Wehranlage staunen wir über das pyramidenförmige Steindach eines Gebäudes. Waren hier einst die alten Ägypter zu Besuch?

 

 

Das wechselhafte Wetter hält uns länger als geplant auf dem Campingplatz. Doch Morgen soll es weiter gehen … nordwärts!

 

 

Baumstarker Abschluss unserer Zeit auf Kreta

 

Niedliche Welpen und ein selbstbewusster Kater

4. Februar 2018

In Nea Roumata spielen ein paar Welpen hinter einem Zaun am Strassenrand.
Wir stoppen, um sie zu beobachten. Sofort tapsen sie herbei und lassen sich streicheln. Wir tun das, so gut das durch den Maschendraht geht.

 

Niedlicher Welpe

 

Plötzlich ruft uns ein Mann auf Englisch etwas zu.
Wir drehen uns um.
Von seiner Terrasse herab bietet er uns einen Welpen an. Als wir zögern, meint er, wir könnten auch mehrere mitnehmen. Auf unser Argument, dass wir im Wohnmobil keinen Platz hätten, entgegnet er, dass es keine grossen Hunde seien, sie würden auch klein bleiben.

Obwohl uns einer besonders treuherzig anschaut, reissen wir uns los und fahren wir ohne Vierbeiner weiter.

Wenig später erfreut sich unser Auge an den ausgelegten Netzen unter den Olivenbäumen. Die sind hier nicht grün oder schwarz, sondern orange; ein schöner Kontrast zu den olivgrünen Bäumen.

 

 

 

 

 

 

Am unteren Ende der Irini-Schlucht wollen wir auf dem Parkplatz für Wanderer und Besucher der Taverne, die leider im Winter geschlossen ist, übernachten.
Kaum steigen wir aus dem Fahrzeug, kommt ein Kater selbstbewusst auf uns zu und macht uns klar, dass das sein Platz ist und beileibe nicht kostenfrei. Laut miauend fordert er Streicheleinheiten und Futter ein. Wir entrichten den Obolus gerne.
Der Eintreiber scheint mit unserer Gabe zufrieden und schläft diese Nacht unter unserem NOBIS. Vielleicht gibt es ja morgen mehr?

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Wanderung durch die Agia Irini-Schlucht

5. Februar 2018

Heute wandern wir die Agia Irini-Schlucht hinauf und wieder zurück.
In diesem einsamen Tal gibt es keinen Handy-Empfang und auch sonst kaum Verbindungen zur Aussenwelt.
So hat ein Baum nicht mitbekommen, dass bereits Winter ist und steht noch immer in seinem Herbstkleid da.

 

Baum im Herbstkleid

 

Andere haben ihre Blätter bereits abgeworfen und gar mit einem Stück verwittertem Holz zugedeckt.

 

 

Der Weg ist wunderschön angelegt und gut gekennzeichnet. An einer Stelle hilft sogar eine improvisierte Leiter, den kleinen Felsen zu überwinden.

 

Klettern oder steigen

Der Weg ist eng, aber nicht zu verfehlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir lernen:
Ein Stein ist ein Stein.
Zwei Steine aufeinander gelegt sind ein Steinmännchen!
Zwei Steine aufeinander gelegt auf einem abgestorbenen Ast sind ein Kunstwerk!

Merke: nicht nur Reisen, auch Wandern bildet!

 

 

 

 

An einigen Orten, wo sich die Schlucht weitet, liegen lauschige Picknickplätze unter grossen, alten Platanen.

 

 

Oft ist der Pfad durch Holzgeländer gesichert.

 

 

 

Wanderweg-Serpentinen

 

 

Sensationelle Entdeckung: Platane frisst Felsen!

Was wir in dieser Schlucht entdecken, lässt uns das Blut in den Adern gefrieren.
Ein Stein wird von einer Platane umgebracht, indem sie seinen Kopf zerquetscht. Danach frisst der brutale Baum den bedauernswerten Felsbrocken genüsslich auf.

Du glaubst das nicht?

Wir liefern fotografische Beweise!!!

Platane zerquetscht Steinkopf!

Baum frisst Stein!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschockt wenden wir uns ab und sehen, wohin dieses Steinfressen führen kann. Die Wurzeln einer Platane, die einmal auf einem Felsen wuchs, stehen in der Luft. Der darunterliegende Fels wurde vom Baum vertilgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der unersättliche Baum hat sich bereits einen weiteren Felsbrocken in den Mund gesteckt!

 

 

Jetzt wo wir die Ernährungsgewohnheiten der Platanen entlarvt haben, fallen uns überall die offenen Münder auf. Eine können wir gar beim Kauen beobachten.

 

Platane kaut mit offenem Mund.

 

Nun verstehen wir auch die dekorativen Eidechsenwurzen auf einer Platane zu deuten. Das ist ein Grabgesteck!

 

Eidechsenwurz (Typhonium venustum)

 

Mit Gänsehaut verlassen wir diese schaurig-schöne Schlucht wieder. Scheinheilig winkt uns eine Platane mit einem bunten Blatt zum Abschied nach.

 

Herbstblatt einer Platane

 

Ab heute machen wir um Platanen einen grossen Bogen. Sicher ist sicher!

Wir haben nicht lange Zeit uns über die grausige Entdeckung Gedanken zu machen, denn vor unserem NOBIS steht der Parkplatzkater und fordert lauthals die Gebühr ein. Keine Frage, ohne Bezahlung kommen wir hier nicht mehr weg.

Übrigens: für die wunderschöne, aber anstrengende Wanderung über Stock und Stein haben wir 4 ¾ Stunden gebraucht.

Auf Kreta werden die Weiden oft mit Zäunen aus Armierungsnetzen abgegrenzt. Damit die Schafe und Ziegen nicht über die Strassen in Nachbars Grundstück eindringen, stehen an vielen Nebenstrassen Hunde, die an improvisierte Hütten angekettet sind. Sobald sich Weidetiere nähern, werden diese von den Wächtern mit lautem Bellen zurückgetrieben. Viele dieser Wachhunde sind aber verängstigt und versuchen sich zu verstecken, wenn wir uns zu Fuss nähern.

 

Vierbeiniger Strassenwächter

 

In Paleochora übernachten wir einmal mehr am Strand mit Sicht auf die Stadt mit ihrer markanten Festungsruine.

Link zur Wanderung durch durch die Agia Irini-Schlucht: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

3000 Jahre alter Olivenbaum

6. Februar 2018

Nach dem Frühstück besichtigen wir Paleochora.

 

Paleochora

 

Die Burgruine gibt nicht viel her, doch an der Strandpromenade entdecken wir einen originellen Wasserfisch. Was das ist? Ein Wasserhahn, der kein Hahn, sondern eben ein Fisch ist. Ist doch logfisch, oder?

 

„Wasserfisch“

 

Beim Fischhändler decken wir uns mit frischem Fisch ein. Er selber scheint Schnaps lieber zu mögen, wie seine Fahne und die beinahe leere Flasche neben der Kasse nahelegen. Obwohl er sich extrem langsam bewegt und schon undeutlich spricht, schafft er es jetzt am späteren Vormittag noch, die Fische sauber auszunehmen. Wie wird das in zwei Stunden sein?

In Floria sehen wir eine Katze, die Wasser aus einem Brunnen trinkt. Die sonnengewärmte Nische oberhalb der Wasserschale ist ideal, um bequem den Durst zu löschen.

 

„Katzentränke“

 

In Kakopetros biegen wir spontan ab zu einem „Monumental olive tree“.
Kurz vor Palea Roumata werden wir fündig. Direkt an der Strasse liegt ein kleiner, wunderschön angelegter Park mit einigen uralten Olivenbäumen.

 

Pärkchen in Palea Roumata

 

Hier mangelt es an nichts. Nebst dem Picknicktisch und einer Wasserstelle steht für die spirituelle Nahrung eine kleine Kapelle da.

Atemberaubend ist der Methusalem unter den Olivenbäumen. Annette erforscht mutig das Innere. Olivenbäume scheinen friedfertiger zu sein als Platanen. Als sie lebendig und unversehrt wieder heraustritt, wagt sich auch Beat in die Nähe dieses Ungetüms.

 

Annette im Olivenbaum

 

An der Basis weist der Stamm den gewaltigen Durchmesser von 4,7m bis 5,3m (Umfang: 21,6m), auf einer Höhe von 80 cm noch 3,7m bis 4,3m (Umfang 10,5m) auf.

 

Zusammen sind wir drei über 3100 Jahre alt!

 

Im Park stehen auch zwei Orangenbäume. Niemand scheint die süssen, reifen Früchte zu ernten und so retten wir einige der Heruntergefallenen vor dem Verfaulen. Danke für die 3 ½ kg feinen Saftorangen!

Im Dorf steht eine öffentliche Toilette und auch ein freies WiFi-Netz ist vorhanden. Was wünscht man sich mehr?

Am Eingang einiger Dörfer in dieser Gegend stehen Tafeln mit „Welcome to the martyred village of XY“.
Auch Palea Roumata hatte unter Vergeltungsaktionen der Nazis gelitten. Der Hafen von Paleochora sollte eingenommen und gesichert werden, um eine mögliche Landung von alliierten Truppen von Nordafrika her abzuwehren. Im Mai 1941 verhinderte die Lokalbevölkerung spontan die Durchfahrt einer Gruppe von Soldaten mit Wehrmachtsgespannen. Obwohl die Zivilisten kaum bewaffnet und nicht ausgebildet waren, konnten sie sich drei Tage lang halten.
Die Vergeltungsmassnahmen („Holocaust von Kandanos“) waren barbarisch: In Kandanos, Floria und Katopetro wurden an die 200 Einwohner exekutiert, die Überlebenden vertrieben. Die Soldaten zündeten alle Häuser an und schlachteten die Nutztiere ab. Die Dörfer wurden zu „Todeszonen“ erklärt.

Eine Erinnerungstafel an die Opfer und zwei eindrückliche Plaketten erinnern an den Widerstand der Zivilbevölkerung.

Auch Frauen haben zu den Waffen gegriffen …

 

 

… und ein Bauer versucht einen Soldaten mit einem Stein zu erschlagen.

 

 

Da wir morgen mit der Fähre Kreta wieder verlassen wollen, bleiben wir nicht hier, sondern fahren nach Kissamos, wo wir uns am Hafen für die Nacht installieren.

Link zur heutigen Strecke:

 

Fähre ab Kissamos … oder doch nicht?

7. Februar 2018

Heute um 9:00 Uhr soll die Fähre, wie jeden Mittwoch, von Kissamos nach Gythio fahren.
Annette wollte schon am 29. Januar per E-Mail die Fahrkarten in der Agentur in Gythio reservieren. Eine direkte Buchung über das Internet ist nicht möglich. Doch ihr wurde mitgeteilt, dass der Fahrplan für den Februar noch nicht verfügbar sei. Sie solle sich Anfang Februar nochmals melden, aber nicht unter dieser Adresse, sondern über eine der drei Telefonnummern, die in der Mail aufgeführt waren.
Annette rief am 2. Februar an. Eine der Nummern war nicht mehr in Betrieb. Auf den anderen zwei ertönte jeweils dieselbe griechische Ansage ab Band. Ein Kellner, der sich diese anhörte, erklärte ihr, dass sie mit dem Hospital in Chania verbunden sei.

Dass die Reederei krank sein könnte, kam uns da (noch) nicht in den Sinn.

Im Internet entdeckte Annette nach viel Suchen die Agentur in Chania, die diese Tickets ausstellen soll. Auf eine Mail von uns rief kurz darauf ein Mann an und informierte uns, was die Überfahrt kosten würde und dass die Fähre um 9:00 Uhr ablegen würde, wenn es das Wetter zuliesse.
Wir könnten am Mittwoch, also heute, am Morgen ab 8:00 Uhr die Tickets am Schalter im Hafen abholen.

Es ist 8:15 Uhr und Annette steht am Schalter. Der Himmel ist bedeckt und der Wind moderat. Also, Fahrkarten lösen und auf das Schiff fahren, das bereit steht und die Landebrücke heruntergelassen hat.

Denken wir!

Aber die nette Frau meint, sie wisse nicht, ob der Kapitän heute nach Gythio fahre. Sie ruft ihn an und der meint, nein, das Wetter sei schlecht.
Die Frau erklärt nun Annette ausführlich, mit welchen Fähren wir von wo und über welche Stationen doch noch irgendwie von der Insel weg kämen.
Annette: „Vielleicht legt die Fähre einfach später ab, bei unserer Anreise war sie ja auch wegen des schlechten Wetters verspätet“
Angestellte: „Da fragen Sie am besten den Kapitän selber, er steht dort drüben beim Schiff auf dem Pier.“

Als Annette Beat die skurrile Geschichte erzählt, lachen wir erst mal eine Runde. Wie soll eine Fähre so jemals rentieren?
In diesem Moment sehen wir einen LKW heranfahren und im Bauch der Fähre verschwinden.
Und schon eilt die Frau aus ihrem Büro: „Der Kapitän hat eben angerufen, er fährt nun doch!“
Und wirklich, wir dürfen bezahlen und ebenfalls verladen.
Aber auch das ist nicht ganz einfach, denn die vielen Offiziellen sind sich nicht einig, ob wir nun rechts oder links, weiter vorne oder weiter hinten parken sollen. Schlussendlich klappt es dann doch noch und wir fahren pünktlich um 9:00 Uhr aus dem Hafen.

Übrigens: unterwegs werden auf den Inseln Antikythira und Kythira noch weitere Fahrzeuge und Personen aufgeladen, auf Kythira gar drei grosse LKW’s.

Vermutlich ist die Fährgesellschaft doch krank und die Telefonnummer des Krankenhauses war gar nicht so falsch, wie wir anfangs meinten. 🙂

 

Keiner scheint hier den Durchblick zu haben.

 

Gibt es für das Schiff IONIS der Anen Lines doch noch einen Lichtblick, wie für dieses Fischerboot?

 

Lichtblick auf der Überfahrt nach Gythio

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Ierapetra nach Matala

 

Vom Meer zum See

28. Januar 2018

Nach acht Tagen Campingplatz verabschieden wir uns von den wenigen Mitcampern und der Familie, die den Platz führt und uns so reich mit Gemüse und Früchten beschenkt hat.
Wir fahren durch Ierapetra zum Stausee Bramiana.

 

Ierapetra

 

Der See dient als Wasserspeicher für die vielen Gewächshäuser, die in dieser Gegend Kretas liegen. Er ist der grösste Stausee Kretas, doch wegen des trockenen Winters erst sehr wenig gefüllt.
Wir geniessen zwar die tägliche Sonne und Temperaturen von über 20°C, aber die Insel benötigt dringend Regen.

 

Stausee Bramiana

 

Ein Platz oberhalb des Sees gefällt uns so gut, dass wir gleich über Nacht bleiben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom See zum Meer

29. Januar 2018

Wir fahren zurück an die Südküste. Viele Gewächshäuser stehen auf kleinen Ebenen, die in steile Berghänge gebaggert wurden.

 

Gewächshäuser auf Kreta

 

Bei Keratokambos stellen wir unseren NOBIS zwischen die Tamarisken ans Meer. Dann, Tisch und Stühle raus und die warmen Temperaturen bei einem Aperitif geniessen.

 

 

Beat probiert sein neues Luftsofa aus. Das originelle Teil muss man nicht mühsam aufpumpen. Nein, man hält den offenen Teil in den Wind, wartet, bis die zwei Kammern gefüllt sind und dreht dann das Ende zu und fixiert es mit einem Klick-Verschluss.
Es ist so bequem, dass er bald darauf einschläft.

 

Beat geniesst das Luftsofa.

 

Die Sonne taucht den Himmel in flammendes Rot und versinkt dann ziemlich schnell im Meer. Lange noch leuchtet der Horizont in immer dunkleren Rottönen.

 

Sonnenuntergang bei Keratokambos

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Stacheln an Kaktusfeigen und in der Landschaft

30. Januar 2018

Der Morgen ist ebenso spektakulär wie der Abend. Nun blinken die Wellen am Ufer in der aufgehenden Sonne wie Spiegel.

 

Sonnenaufgang bei Keratokambos

 

Wir versuchen auf Nebenstrassen durch das Asteroussia-Gebirge möglichst dem Meer entlang westwärts nach Matala zu fahren. Aber kurz nach Tsoutsouros müssen wir nach wenigen hundert Metern aufgeben. Die Schotterstrasse ist hier ohne Allradantrieb nicht mehr zu bewältigen.
Wir folgen nun der asphaltierten Strasse.

 

Passstrasse im Süden Kretas

 

Immer von Neuem faszinieren uns die Feigenkakteen mit ihren leuchtend roten Früchten. Mehr als einmal haben wir schon solche geerntet und uns dabei an den kaum sichtbaren Stacheln die Finger zerstochen.
Aber das Farben- und Wortspiel gefällt uns.

 

Kaktusfeigen auf Feigenkaktus

 

Das Bild von Gewächshäusern, die auf einer in den Berg gegrabenen Terrasse stehen, gibt uns die Gelegenheit das Müllproblem Griechenlands anzusprechen.

 

Gewächshäuser mit „Abfallschneise“

 

In Griechenland stehen an vielen Orten Container für Abfall, Recyclingmaterialien (Plastik, Papier, Karton, Metall) und Glas an den Strassenrändern. Trotzdem liegt an allen Strassenrändern, auf Parkplätzen und im angrenzenden Gelände viel Müll herum.
Wie die Stacheln an den saftigen Kaktusfeigen den Genuss schmälern, mindern diese „Müllstacheln“ die Freude an der Landschaft.
Schade, für dieses schöne Land mit seinen ausserordentlich freundlichen und offenen Menschen.

Bei Kali Limenes übernachten wir in der Nähe des Klosters Odigitria.

 

Kapelle des Klosters Odigitria bei Kali Limenes

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom Kloster Odigitria ins Hippiedorf Matala

31. Januar 2018

Wir besichtigen das Kloster Odigitria und seinen bekannten Olivenhain, der sogar von der EU Unterstützungsgelder erhalten hat.

 

Eingang zum Kloster Odigitria bei Kali Limenes

 

Bei den meisten sakralen Bauten Griechenlands flattern zwei Fahnen im Wind: die hellblau-weisse Landesflagge und eine gelbe mit Doppelkopfadler, die für die Griechisch-orthodoxe Kirche steht.
97% der Griechen gehören dieser Glaubensgemeinschaft an. Griechenland ist eines von 11 Ländern weltweit mit einer christlichen Staatsreligion. Die Priester werden also vom Staat bezahlt. Die Verflechtung von Kirche und Staat ist sehr eng.

 

 

 

Im Kloster Odigitria

 

 

Innenhof des Klosters Odigitria

 

In drei Räumen wurde ein kleines Museum eingerichtet. Wieder einmal fasziniert uns die Olivenmühle. An einem drehbaren Holzpfeiler hängen ein Holztrichter, in den die Oliven geleert wurden und drei aufgestellte Mühlsteine. Ob die Mühle von Hand oder mit Tieren betrieben wurde, ist leider nicht ersichtlich.

 

Alte Ölmühle

 

Die Bäume im Olivenhain werden nach traditioneller Art geschnitten und biologisch bewirtschaftet. Das Ernten ist bei diesen Hochstämmen viel komplizierter und aufwändiger als bei den heute üblichen niedrigeren Bäumen, die man vom Boden aus bearbeiten kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tor des Klosters Odigitria und Heck-Tor des NOBIS 😉

 

Nun geht’s nach Matala. Das frühere Hippiedorf liegt an einem Sandstrand zwischen zwei Felswänden.
Einer der Felsen ist voller Höhlen, die von den Römern zu einem Friedhof ausgebaut wurden.

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts lebte hier eine Kommune von Hippies. Der Legende nach sollen auch Bob Dylans und Cat Stevens mit von der Partie gewesen sein. Joni Mitchell besingt Matala in ihrem Lied „Carey“.

 

Römischer Höhlenfriedhof

 

 

Grabkammer

 

 

Totenbett in einer Felsnische

 

Hier würden nun die Bilder von unserer Wanderung folgen: Eine Höhle, die noch bewohnt ist, eine wunderschöne, kleine, violett-gelb gefärbte Iris, ein Bild der Red Beach mit ihrem rötlichen Sand, und, und …
… würden folgen, wenn nicht Beat die Daten auf der Speicherkarte der Kamera vor dem Übertragen der Bilder auf den PC gelöscht hätte, das geht zwar schneller, ist aber schlecht! 😦

Wer das alles trotzdem sehen möchte, dem bleibt nichts anderes übrig, als selber hierher zu reisen. Es lohnt sich!

Link zur Wanderung bei Matala: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Matala

1. / 2. Februar 2018

Der Campingplatz in Matala ist im Winter nicht in Betrieb, aber die Tore sind offen. Die Toiletten und Duschen sind versifft, aber frisches Wasser und Strom sind gratis zu haben. Das lockt einige Dauercamper und Aussteiger an, die ihr „Revier“ in Schrebergartenmanier mit Schilfrohr und Ästen abgesteckt haben. Das mutet absurd an und lässt uns schmunzeln.

Wir selber bleiben drei Tage und nutzen das Internet im Strandcafé, mit dem schmuddeligen, herumschlurfenden Besitzer und dem aufmerksamen Kellner, den wir von der Bekleidung her eher auf einer Baustelle erwarten würden.

Am Dorfeingang von Matala steht eine wundersame Skulptur. Der kretische Künstler Spyros Stefanakis hat Gesichter und Ornamente in den Baum geschnitzt. Kein Reisender kann hier vorbeigehen ohne seinen Fotoapparat zu zücken.
Auch wir zücken und sind somit Reisende (quod erat demonstrandum)!

 

Skulptur in Matala von Spyros Stefanakis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den römischen Höhlengräbern gegenüber drückt sich Kneipe an Kneipe an den Felsen. Leider sind jetzt im Winter alle geschlossen.

 

 

In einer Gaststätten steht ein Tisch auf einem Bugspriet über dem Meer. Hier könnte man frühstücken wie auf einem Segeltörn.

 

Improvisierter Bug eines Segelbootes

 

 

Über die Berge an den Kournas-See

3. Februar 2018

Heute verlassen wir Matala wieder und fahren zum Kournas-See. In Agia Galini kaufen wir in einer Metzgerei Lammkoteletts und … ja, das gibt es hier beim Fleischer, … frischen Schafskäse.
Annette mariniert die Koteletts sofort für das Abendessen, denn so werden sie mit jeder Minute besser.

Das Dorf ist sehr auf Touristen ausgerichtet, doch jetzt in der „toten Saison“ läuft nicht viel. In ein Wandgemälde von Marta Noemi Noriega aus Panama, das Dädalus in einem Männerkopf darstellt, interpretieren wir: „Die Gedanken sind frei!“

 

„Freiheit im Kopf“ in Agia Galini

 

Nach Vouvas führt die Strasse in vielen Serpentinen über das Lefka Ori Gebirge.

 

Serpentinen zwischen Vouvas und Imbros

 

Vom Kournas-See, dem grössten natürlichen See Kretas, haben wir etwas mehr erwartet. Er ist ziemlich klein und zudem nur etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Auch hier macht sich der regenarme Winter bemerkbar. Wir fahren einem Schilfgürtel entlang, der nur von einem „Dorf“ aus Tavernen unterbrochen wird.
Am Ende der fahrbaren Strasse stellen wir unseren NOBIS auf einen kleinen Platz, lassen die Koteletts für heute in der Marinade liegen (wie gesagt: so werden sie mit jeder Minute besser!) und essen für einmal auswärts, feines gegrilltes Kaninchen und Lammragout.
Zur Nachspeise offeriert uns die Taverne ein leckeres Joghurt mit Kirschkompott und dazu ein kleines Kännchen mit Honig gesüsstem Raki.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Im Osten Kretas

 

Ins „Tal der Toten“

19. Januar 2018

Am Morgen schauen wir uns die karge Gegend etwas genauer an, in der wir übernachtet haben. Die Sonne ist, erst vor kurzem aufgegangen.

 

Sonnenaufgang bei Itanos

 

Unser NOBIS liegt noch im Schatten …

 

 

… während die ersten Sonnenstrahlen ein Bauernhaus wärmen, das etwas erhöht liegt.

 

Bauernhaus bei Itanos

 

Zu unseren Füssen befindet sich eine Ausgrabungsstätte. Die Fundstücke werden in der Ruine der Basilika gelagert.

 

Ausgegrabene Basilika von Itanos

 

In einen Steinquader wurden kunstvolle Muster hineingearbeitet. Ist das ein Stück von einem Fries?

 

 

Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Kato Zakros, den Eingang zum „Tal der Toten“.

Bei der Abzweigung nach Paleokastro halten wir bei einem Obst- und Gemüseverkäufer an. Wir wollen Orangen kaufen. Der Verkäufer, ein älterer Mann, spricht ziemlich gut Englisch. Er bietet uns auch Zitronen und Brokkoli an. Er füllt eine grosse Plastiktüte und ist nicht zu bremsen, bis diese voll ist.
Als es ans Bezahlen geht, will er partout kein Geld annehmen („it’s free for you!“) und verschwindet in seinem Wohnwagen. Er schenkt uns 1 kg Zitronen, 5 kg Orangen und 1½ kg Brokkoli.

Efcharisto poli, unbekannter Gemüseverschenker!

Der Osten Kretas besteht vorwiegend aus steinigen Hügeln und schroffen Tälern. Hier finden Schafe und Ziegen zwischen den stacheligen Büschen nur wenige Gräser.

 

Schafe im Gegenlicht

 

In den Senken dagegen stehen viele Olivenbäume, einige Dattelpalmen und Gewächshäuser. Alles muss bewässert werden. So sieht man neben den Strassen häufig mit Zählern ausgerüstete Wasserverteilanlagen.

 

Wasserverteiler

 

In Kato Zakros schnüren wir die Wanderschuhe und marschieren los. Wir wandern durch das „Tal der Toten“. In dieser Schlucht gibt es unzählig Höhlen, in denen bis in frühchristliche Zeit die Verstorbenen beigesetzt wurden.

 

Annette im Tal der Toten

 

Wir klettern zu einer der Höhlen hoch und suchen nach Anzeichen früherer Gräber.

 

 

Obwohl wir uns genau umsehen, finden wir nichts, das auf eine Begräbnisstätte hindeutet.

 

 

Eine der Höhlen ist sogar zweistöckig.

 

Zweistöckige Höhle

 

Es ist unglaublich, dass in diesem trockenen Tal überhaupt etwas wächst. Die Griechischen Golddisteln sind trocken und trotzdem (oder gerade deswegen) attraktiv.

 

Griechische Golddistel (Carlina graeca)

 

Aus einer kleinen Ritze wachsen Pflänzchen, die ums Überleben kämpfen.

 

Schicksals-Gemeinschaft

 

Irgendwelche Futterpflanzen muss es hier aber geben, denn wir treffen Schafe und Ziegen in dieser Schlucht.
Die Schafe tragen ein rotbraunes Fell, das aussieht als wäre es künstlich gefärbt …

 

Schaf mit spezieller Fellfarbe

 

… während die Ziegen auf Grau-Weiss setzen.

 

Steingrau und weiss ist diese Geiss!

 

Der steinige Pfad, der an einigen Stellen über Felsbrocken und einmal gar über eine Felswand führt, ist anstrengend zu gehen. Deshalb sind wir froh, als wir das Ende des Tals erreichen.

 

 

Der Wanderweg ist ziemlich gut mit roten Punkten markiert. Erst als wir auf die Hochebene gelangen, verlieren wir den Pfad für kurze Zeit. Natürlich treffen wir gerade da auf einen Zaun. Zum Glück finden wir einen Durchgang, der aber mit Draht verschlossen ist. Mühsam drehen wir den Draht von Hand auf und hinter uns wieder zu.

 

Abstieg von der Hochebene zum Ausgangspunkt der Wanderung

 

Nach vier Stunden sind wir zurück. Die Rundwanderung durch das raue Tal und über die mit kleinen stacheligen Büschen versehene Hochebene ist ein einmaliges Erlebnis.

Link zur Wanderung durch das „Tal der Toten“: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Durch Kretas kargen Osten

20. Januar 2018

Kurz hinter Zakros sehen wir Männer, die bei der Olivenernte mit Vibrolis arbeiten. Wir halten an und schauen interessiert zu. Ein Vibroli ist eine Art Stange, an deren Ende ca. 20 cm lange Kunststoffstäbchen rotieren. Damit schlägt man die Oliven vom Baum.
Keiner der Männer spricht englisch. Annette erzählt mit ihren paar Brocken Griechisch und Händen und Füssen von unseren Erfahrungen im Oliven ernten. Einer bietet uns an, auch mal auszuprobieren, wie man mit diesem Gerät umgeht.

 

Annette testet einen Vibroli

 

Mit diesem Gerät erntet man schneller und schlägt weniger Zweige von den Bäumen als von Hand.
Man benötigt jedoch einen Diesel-Generator.

Wir fahren weiter durch diese steinige Gegend und wundern uns, dass es möglich ist, auf diesem kargen Boden Olivenplantagen anzulegen.

 

Olivenhaine vor Xerokampos

 

Wo wenig Vegetation ist, müssen sich die Pflanzen schützen, damit sie nicht gefressen werden.
Die Disteln tun dies mit Stacheln.

 

Griechische Golddistel (Carlina graeca)

 

Die kugelige Dornbusch-Wolfsmilch schützt ihre jungen Blätter mit nadelspitzen Zweigen.

 

Dornbusch-Wolfsmilch (Euphorbia acanthothamnos)

 

Kurz nach Asprolithos rasten wir auf einer Bank am Meer. Das Thermometer zeigt 22°C. Wenn der kalte Wind nicht wäre, könnten wir jetzt, Mitte Januar, sogar in T-Shirts hier sitzen.

 

Bucht bei Asprolithos

 

Eine Gemeine Alraune breitet sich sternförmig auf dem warmen Boden aus.

 

Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)

 

Eigentlich wollen wir auf den Campingplatz in Koutsounari fahren. Doch wenn wir uns an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten, ist das nicht möglich.

 

„… ähm … wie bitte?“

 

Irgendwann wird es uns zu dumm und wir missachten die Verkehrstafel. 😉

Auf dem riesigen Campingplatz in Koutsounari treffen wir nur ein einziges Wohnmobil an.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Waschtag

21. Januar 2018

Wir nutzen den sonnigen Tag zum Waschen. Heute trocknet unsere Wäsche für einmal zwischen Palmen und Olivenbäumen.

 

 

Nikos, der Besitzer des Campingplatzes, bringt uns Früchte und Gemüse, ein „kleines Geschenk der Familie“.

 

„Kleines Geschenk der Familie“

 

 

Auf dem Campingplatz von Koutsounari

22. – 27. Januar 2018

Wir bleiben mehrere Tage auf dem Campingplatz, erstellen einige Blogbeiträge, schreiben Mails, organisieren weitere Workaway-Jobs, reinigen das WoMo, lassen uns die Haare schneiden, etc. etc.
Aus den vielen Zitronen, die wir hier und vom Gemüsehändler erhalten haben, kocht Annette eine leckere Konfitüre.

Der Strand liegt nahe und lockt zu Spaziergängen.

 

Strand von Koutsounari

 

Danach verschlechtert sich das Wetter zunehmend und ein Sturmtief mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h sucht Kreta heim. Das Unwetter hält mehrere Tage an und wir sind froh, dass unser NOBIS hier im Windschatten der Gebäude stehen kann.

Am Strand spielt sich Unglaubliches ab. Ein Regenbogen steht am blauen Himmel! Das Unmögliche wird möglich, weil der heftige Wind den Regen von den Wolken, die am Gebirge hängen, kilometerweit bis über das Meer trägt.

 

Regenbogen unter blauem Himmel

 

Die aufgewühlte See bringt zusätzlich noch Gischt von unten.

 

 

Der Wind bläst das Wasser von den Wellenkämmen aufs Meer zurück.

Es ist wunderschön schön zu sehen, was sich da draussen abspielt, auch wenn man sich bei den Böen kaum auf den Beinen halten kann.

 

 

 

 

 

Nikos schaut beinahe täglich vorbei, und erkundigt sich besorgt nach unserem Wohlergehen.
Ein weiteres Mal bringt er Gemüse (über 4 kg). Annette verarbeitet die Tomaten (2 ½ kg) zu leckerem Sugo.
Ein anderes Mal schenkt er uns eine grosse Tüte voller Kartoffeln, alles aus eigenem Anbau, wie er stolz bemerkt.
Ja, verhungern werden wir hier nicht!

 

 

Oliven ernten auf Kreta

 

Unser Workaway-Job in Choudetsi

4. – 13. Januar 2018

Am 4. Januar fahren wir gegen Abend zu Jon nach Choudetsi.
Es regnet in Strömen, als er uns bei der Tankstelle abholt und zu seinem Grundstück führt.

Der Norweger Jon sucht hier auf Kreta das einfache Leben. Er wohnt in einer Jurte mitten im Olivenhain. Die Hunde Rosa und Atju, die Katze Ziza, sowie einige Gänse, Enten und Hühner sorgen für Kurzweil und Eier.

 

Eine der Jurten von Jon

 

Wir haben uns über die Internetplattform von „Workaway“ bei ihm um einen Job gegen Kost und Logis beworben. Auf das Logis verzichten wir und schlafen weiterhin in unserem NOBIS. Der Wohnwagen, der für uns vorgesehen ist, bringt kaum mehr Komfort, zudem müssen wir so unsere Siebensachen nicht zügeln.

Früh gehen wir schlafen und hoffen auf besseres Wetter.

Link zur heutigen Strecke:

 

Heute Freitag Morgen zeigt uns Jon sein Grundstück. Wir sollen Flosse bauen aus Schilfrohr, leeren PET-Flaschen und Schnur. Diese beschatten im Sommer den Teich, damit er von der Sonne nicht so schnell ausgetrocknet wird.

Am Mittag verlässt uns Jon, um übers Wochenende in der Stadt einen Freund zu besuchen.
Uns soll’s recht sein, Arbeit ist genug da.

 

Flosse und Entenhütte auf dem Bewässerungsteich

 

 

Flossbauerin Annette

 

Das Wetter spielt mit und so geht es am Montag an die Olivenernte. Jon ist damit im Verzug, da zwei Paare, die ihre Mithilfe im Dezember versprochen haben, nicht erschienen sind.
Alleine Oliven ernten ist aber sehr aufwändig. Zu zweit kann man die 6 x 10 Meter grossen Sammelnetze viel leichter ausbreiten.

 

Oliven am Baum

 

Das Ernten geht folgendermassen:
Erst werden die Netze unter den Bäumen ausgelegt. Dann schlägt man die Früchte vom Baum. Bei grösseren Bäumen muss man dazu auch in die Krone steigen.

 

Annette und Jon beim Oliven herunterschlagen

 

Die Netze werden anschliessend sorgfältig zusammengerafft, damit keine Oliven herunterkollern
Später lesen wir die grösseren Zweige heraus, bevor die Oliven in Säcke abgefüllt und in die Ölmühle gebracht werden.

 

Atju will gestreichelt werden und nicht Zweige herauslesen.

 

Gut getarnt beobachtet eine Gottesanbeterin unser Treiben.

 

Gottesanbeterin (Mantis religiosa)

 

Auch unter den Oliven gibt es nonkonforme Individualisten.

 

Eigenwillige Olive

 

Zum Mittag essen wir oft Spiegeleier. Die schmecken vorzüglich. Man merkt, dass das Federvieh nicht eingesperrt ist und sich sein Futter auf dem grossen Gelände selber suchen kann.

Wir verzehren zum ersten Mal in unserem Leben Gänseeier. Die sind zweieinhalb bis dreimal so gross wie Hühnereier und schmecken auch gross-artig.

 

Vier Hühner- und ein Gänseei

 

Die nächsten Tage verbringen wir mit der Olivenernte. Dazwischen haben wir aber genügend Zeit für uns. Wir werkeln am Blog, gehen in einem der Cafés im Dorf aufs Internet, geniessen die wunderschöne Gegend …

 

Blick von Jons Grundstück

 

… „Oh, schau mal, da blühen ja bereits die Narzissen!“ …

 

Strauss-Narzisse (Narcissus tazetta)

 

… oder studieren die Hierarchie des Geflügels.

 

Vize-Chefhahn

 

 

 

 

 

 

Chefhahn

 

 

 

 

 

 

 

Am Freitag, 12. Januar ernten wir die letzten Oliven und bringen anschliessend die Früchte in die Mühle im Dorf.
Morgen Abend soll „unser“ Öl abholbereit sein.

Hier in Choudetsi bekommt jeder Bauer das Öl seiner eigenen Oliven. Was nicht selber gebraucht oder vermarktet werden kann, kauft die Mühle auf.

 

Start der Oliven auf dem Weg zum Öl

 

 

Olivenmühle von innen

 

Heute Samstag zieht am frühen Morgen ein heftiges Gewitter über uns hinweg. Danach bleibt es regnerisch.
Da hatten wir grosses Glück, dass wir die Ernte vor der Regenperiode abschliessen konnten.
Nun hocken wir in der Jurte und schneiden einen Riesenberg Oliven ein, um sie danach in Salzwasser einzulegen. Die Lake muss nun zehn Tage lang jeden zweiten Tag gewechselt werden, bevor man die Früchte zum späteren Verzehr in Gläser füllen kann.

Jon ist so froh, dass er seine Olivenernte noch rechtzeitig beenden konnte, dass er uns zum Abendessen in eine urige Taverne im Dorf einlädt.
Im Cheminéeofen in der Gaststube brennt ein Feuer und wir sind die einzigen Gäste. Maria und Jassis haben ein Festmahl vorbereitet mit Kohlrouladen, Bruschetta mit Feta und Tomaten, Bureki mit Spinat, Schweineragout mit Lattich, Koteletts, Pommes.
Jassis sucht über YouTube griechische und kretische Musik und lässt sie über zwei grosse Boxen erschallen. Dabei singt er oft lauthals mit. Maria setzt sich zu uns an den Tisch und trinkt ein Glas Wein mit.
Zur Nachspeise gibt es Yoghurtpudding mit Quittenkompott und frisches Obst.

Danke, Jon, für die Einladung und für den stimmigen Abend.

 

 

Aufbruch wegen Regen

14. Januar 2018

Nach den ergiebigen Niederschlägen ist der Boden ziemlich aufgeweicht und matschig. Wettermässig ist keine Besserung in Sicht. An Arbeiten im Freien ist nicht zu denken.
Wir wollen hier nicht untätig herumsitzen, deshalb verabschieden wir uns von Jon und setzen unsere Reise fort.
Jon schenkt uns zum Abschied einige Hühner- und Gänseeier, ein Glas mit eingelegte Oliven und … was uns ganz besonders freut! … drei Liter frisches Bio-Olivenöl, aus den Früchten, die wir selber geerntet haben.

Wir hatten hier eine gute Zeit und freuen uns über die leckeren Abschiedsgeschenke. Herzlichen Dank, Jon.

 

Unser Olivenöl

 

In Vathipetra füllen wir bei der Kirche unsere Wasservorräte auf. Hier kann man Quellwasser „tanken“, das nicht mit Chlor versetzt ist.

 

Wassertankstelle in Vathipetra

 

 

Annette will Wasser in der Flasche und nicht auf dem Kopf.

 

 

Blick von Vathipetra über die verregnete Landschaft

 

An der Nordküste ist das Wetter etwas freundlicher. Wir übernachten am Strand von Kato Gouves.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Im Winter geschlossen!

15. Januar 2018

Zuerst fahren wir zurück nach Iraklio, um uns dort im Tourismusbüro Informationen über Kreta zu besorgen. Aber, es ist Winter und da sind keine Gäste vorgesehen. Das Büro ist geschlossen. Eine Karte verweist auf die Stadtverwaltung, doch die finden weder wir noch unser Navi.
Wir geben auf, dann halt eben nicht…

Nun fahren wir wieder ostwärts und über Nebenstrassen nach Plaka. Das Landesinnere ist sehr karg. Auf den Hügeln suchen Schafe nach raren Gräsern. Lediglich in den Ebenen liegen einige Dörfer von Olivenhainen umgeben.

 

Fourni

 

Nach Vrouhas fällt das Gelände gegen das Meer ab. Von weitem sieht man die Insel Spinalonga mit der markanten Mauer der ehemaligen Inselfestung.

 

Insel Spinalonga

 

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war auf dem Eiland eine Leprakolonie, die letzte Europas.
Hier wurden die Aussätzigen vom Rest der Bevölkerung isoliert, um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern.
Heute ist die Insel ein bekannter Ausflugsort. Von Plaka aus fahren Boote im Halbstundentakt hinüber.
ABER … natürlich nur im Sommer. Uns bleibt der Blick von Ferne. 😦

 

Insel Spinalonga

 

Dafür übernachten wir auf dem unbenutzten Parkplatz des (Sommer)-Hot-Spots.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Agios Nikolaos

16. Januar 2018

Agios Nikolaos ist ein schönes Städtchen an der Kolpos Mirampelou (Mirabello Bucht).
Nach zwei leckeren heissen Schokoladen schlendern wir dem Meer entlang bis zum Voulismeni-See, der mitten im Ort liegt. Dieser Süsswassersee ist an der breitesten Stelle nur 137 Meter breit, aber stolze 65 Meter tief!

„Was sollen die vielen Worte, wir wollen Bilder sehen“, höre ich rufen.

Also denn:

 

Füllhorn der Amaltheia

 

 

Agios Nikolaos mit Abfluss des Voulismeni-See

 

 

Agios Nikolaos mit Voulismeni-See

 

 

Eine hübsche Türkentaube (Streptopelia decaocto)

 

 

Wo Wasser, da Enten (Warzenente) …

 

 

… und eigenartige Lebewesen (???)

 

Die Wasseruhren werden an den Aussenmauern installiert. In der Schweiz wären so verlegte Leitungen längst eingefroren und geborsten.

Aber wie sagt das bekannte Sprichwort: „Andere Länder, andere Wasseruhren!“ (oder so ähnlich)

 

 

Zurück am Sandstrand sehen wir zwei Frauen, die mit ihren Kindern den lauen Winterabend geniessen.

 

Strand von Agios Nikolaos

 

Auf der Halbinsel Spinalonga, finden wir einen ruhigen Platz.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wandern auf der Halbinsel Spinalonga

17. Januar 2018

Am Morgen spazieren wir zur neuen Kapelle Agios Loukas, die gleich oberhalb unseres Übernachtungsplatzes liegt.

Der kleine Glockenturm gefällt uns besonders gut. Er ist so niedrig, dass man die Glocke auch ohne das kunstvoll geknotete Seil läuten könnte.

 

 

 

 

Nun wollen wir die Halbinsel zu Fuss erkunden. Da wir unseren NOBIS nicht hier in dieser Einsamkeit stehen lassen wollen (ein Einbruch genügt), fahren wir zurück über den Damm nach Elounda.

Von da geht’s los!
Den zerfallenden Steinmauern und Ruinen nach muss die Insel einmal von vielen Kleinbauern bewohnt worden sein. Wir treffen nur noch auf ein halbwegs intaktes, aber ebenfalls verlassenes Ökonomie- und Wohnhaus.

 

Nein, das ist nicht die letzte Bäuerin, das ist Annette.

 

Einige rund eingefasste Flächen lassen uns ratlos. Waren das Dreschplätze? Wir können uns nicht vorstellen, dass auf diesem kargen, steinigen Boden jemals Korn gewachsen ist.

Später erfahren wir, dass es in der Region früher deutlich mehr Niederschläge gegeben hat und die Bauern kleine Getreidefelder anlegen konnten.

 

Dreschplatz

 

Nur wenige Schafe und eine magere Muttersau mit ihrem Ferkel sehen wir auf der Insel weiden.

 

Schafe auf der Halbinsel Spinalonga

 

Dafür gibt es unendlich viele Kleinode zu entdecken.

 

Natürlich entstandenes Kunstwerk aus Stein

 

 

Natürlich entstandenes Blumenarrangement mit Herbst-Alraune (Mandragora autumnalis)

 

Dann aber, beinahe am anderen Ende der langgezogenen Halbinsel, stossen wir auf die gut erhaltene Kapelle Agios Ioannis.

 

Kapelle Agios Ioannis auf der Halbinsel Spinalonga

 

Soll sie die Insel vor den vielen Geistern schützen, die hier aus Bäumen und Steinen schauen?

Baumgeist

 

 

 

 

 

 

 

Steingeist

 

 

 

 

 

 

 

Doch der heutige Zeitgeist verbietet uns an Geister zu glauben. Vielleicht sind es lediglich Spielereien der Natur?

Auf dem Rückweg entlang der Ost-Küste entdecken wir einen Kormoran, der aufgeregt immer wieder den Kopf ins Wasser taucht und an etwas zu zerren scheint. Erst im digitalen Zoombereich der Kamera sehen wir, dass er einen Fisch erbeutet hat und ihn nun so in den Schnabel kriegen will, dass er beim Wegfliegen nicht herausfällt.

Das Bild ist qualitativ sehr schlecht, doch wir zeigen es trotzdem. Für diese spezielle Aufnahme meinen wir, dass der Zweck die Mittel heiligt.

 

Kormoran mit seiner Beute

 

Und wieder treffen wir in dieser unwirtlichen Gegend auf eine gut erhaltene Kapelle, die Agios Fokas. Die Türe ist unverschlossen.

 

In der Agios Fokas, Halbinsel Spinalonga

 

Ein gepflästerter Weg führt zu einem kleinen Hafen. Hierher kommen die Gläubigen also mit dem Boot.
Wir dagegen gehen zu Fuss weiter und entdecken am Ufer zwei Höhlen im ziegelroten Fels.

 

 

Das Gestein ist eigenartig. Es scheint, als sei der graue Fels mit rotem Mörtel zusammengeklebt. Die roten Schichten sind aber nicht etwa aus weichem Material, sondern ebenfalls sehr hart.

 

 

 

 

 

 

Nach viereinhalb Stunden sind wir von dieser wunderschönen Wanderung voller Überraschungen über die vermeintlich langweilige Insel zurück bei unserem NOBIS.

Einmal mehr trifft unser Motto: „Schön ist es überall, man muss nur die Augen offen halten!“ voll ins Schwarze.

Link zur Wanderung über die Halbinsel Spinalonga: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ab, in den Windschatten

18. Januar 2018

Während der Nacht fegten immer wieder Sturmböen über den Hügel und schüttelten uns durch. Deshalb suchen wir uns heute auf der Leeseite der Insel Kreta einen Übernachtungsplatz.
Die Strasse führt bei Pachia Ammos an der Kirche St. Foteini vorbei. Ein Regenbogen scheint aus dem Eingang der Kirche ins Meer hinaus zu führen.

 

Kirche St. Foteini bei Pachia Ammos

 

In Itanos finden wir einen windgeschützten Platz für die Nacht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Unbekanntes Lakonien

 

Versteinerter Palmenwald

1. Januar 2018

Die beiden östlichen „Finger“ des Peloponnes gehören zur Provinz Lakonien. In der Antike war Sparta die Hauptstadt Lakoniens.
Lakonien? – Der Ausdruck „lakonisch“ ist uns bekannt, doch was er mit Lakonien zu tun hat, wissen wir nicht. Falls es dir auch so ergeht, hier eine kleine, einprägsame Anekdote:
Als Philipp II von Makedonien Krieg gegen die Spartaner führte, sandte er ihnen folgende Botschaft:
„Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen werden.“
Darauf antworteten die Spartaner: „Wenn.“
Zuerst fahren wir nach Profitis Ilias. Oberhalb des neuen Hafens steht ein schlichtes weisses Haus, das mit Installationen und Schatten zu spielen scheint.

 

Haus in Profitis Ilias

 

Wir haben von einem versteinerten Palmenwald bei Agia Marina gelesen.
Vor dem Weiler stehen zwar Informationstafeln, doch von einem Wald ist weit und breit nichts zu sehen. Vielleicht hinter den Häusern?
Erst auf der Rückfahrt klettern wir bis ans Meer hinunter und finden den „Fossile Forest“.
Die versteinerten Überreste sind nicht geschützt. Man kann zwischen ihnen hindurchwandern und über sie hinwegsteigen, wie man will. Hoffentlich werden sie so nicht von unvorsichtigen Besuchern zerstört.

 

Versteinerte Palmenstrünke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Elia sehen wir, wie die versteinerten Strünke früher einmal ausgesehen haben.

 

Dattelpalme (Phoenix)

 

Die Fahrt nach Skoutari zieht sich in die Länge. Die Strasse führt in vielen Kurven meistens durch trockene Landstriche und nur selten der Küste entlang.
Endlich sind wir da und übernachten in der Nähe des Sandstrandes.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Leucht- und Wohntürmen

2. Januar 2018

Am Morgen kommt eine abgemagerte Hündin vorbei. Annette kann sie anlocken. Die arme Kreatur macht Sitz auf Befehl, lässt sich gerne streicheln und wird für einmal ausgiebig gefüttert. Was für Geschichten sie uns wohl erzählen könnte!?!

 

Morgenstimmung in Skoutari

 

Wir fahren entlang der Ostküste der Mani, dem „Mittelfinger“ des Peloponnes, zum Kap Tenaro. Im Dorf Kokkenogeia endet die Strasse. Wir lassen uns davon nicht aufhalten, schlüpfen in die Wanderschuhe und marschieren weiter südwärts.

 

Kokkenogeia

 

Der Weg führt an den Ruinen einer antiken Siedlung vorbei, die auf den ersten Blick nicht mehr zu erkennen ist. Einzig ein paar Mauerreste und ein römisches Mosaik zeigen, dass hier einmal Menschen gelebt haben.

 

Römisches Mosaik in Kokkenogeia

 

Wir gehen daran vorbei bis zum Leuchtturm Tenaro.

 

Leuchtturm am Kap Tenaro

 

Dort treffen wir eine griechische Familie, die auf einem Gaskocher Kaffee zubereitet. Wir werden herzlich dazu eingeladen.
Aus der Kaffeepause entwickelt sich ein kleines Picknick, zu dem jeder beisteuert, was er im Rucksack findet.

Herzlichen Dank für die spontane Gastfreundschaft!

Wir unterhalten uns angeregt mit Polytimi, Laertis, Dionyssis und Ioulietta. Poly hat Architektur studiert, fand aber wegen der Wirtschaftskrise keine Stelle. Also orientierte sie sich neu und leitet heute eine Tango-Schule, malt und gestaltet Schmuck und Bilder aus Recyclingmaterialien.

Hier der Link zu Polys Atelier: www.oyoland.com

 

 

Bild der munteren Picknickrunde

 

Das Kap ist der südlichste Punkt des griechischen Festlandes und nach der spanischen Punta de Tarifa das zweitsüdlichste Kap Festland-Europas. Die Punta de Tarifa wollten wir 2017 besuchen, doch dort ist militärisches Sperrgebiet.
Folglich sind wir jetzt am südlichsten Punkt Europas, den ein Zivilist besuchen kann. (Hurra, wir können einen Rekord herbeiargumentieren 🙂 )

 

Kap Tenaro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach diesem Ausflug fahren wir an der Westküste wieder nordwärts. Auffallend sind die typischen Wohntürme in der Mani.

Damit wir Vathia im besten Licht betrachten können, lässt Zeus, der Herrscher über Blitz, Donner und Regen, es zuerst stürmen, bevor die Sonne die Bauten beleuchten darf.

 

Vathia

 

Nun wagen wir uns in das pittoreske Dorf. Vathia wurde 1976 unter Denkmalschutz gestellt, ist aber kaum mehr bewohnt (2011: 6 Einwohner). Viele der Wohntürme sind am Zerfallen.

 

 

In einigen der Häuser wohnen heute Pflanzen und Bäume.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick zurück auf Vathia

 

In Pirgos Dirou erwischen wir die falsche Strasse und gelangen zu einem Parkplatz am Meer. Von hier fahren Booten in die Glyfada-Höhle, eine Tropfsteinhöhle.
Das sparen wir uns für später auf, denn jetzt am Abend ist alles geschlossen und morgen setzen wir nach Kreta über.

Also nochmals die steile Strasse hinauf ins Dorf und auf der anderen Seite der Klippe wieder hinunter zur Pirgos Dirou Beach.

Link zur Wanderung ans Kap Tenaro:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf, nach Kreta!

3. Januar 2018

Einmal mehr konnten wir an einem wunderschönen Ort gratis übernachten …

 

Pirgos Dirou Beach

 

… und einmal mehr sammeln wir zum Dank herumliegenden Müll ein!

 

Gesammelte Werke

 

Nun geht es wieder zurück nach Githio, wo uns um 16:30 Uhr die Fähre abholen soll.

In Areopoli steht vor einem Blumenladen ein mit Orangen und Zitronen geschmückter Weihnachtsbaum der anderen Art.

 

Weihnachtsbaum in Areopoli

 

In Githio sind die Tische am Hafen immer noch ohne Besucher …

 

 

… obwohl daneben fein säuberlich aufgehängte Tintenfischarme locken (oder abschrecken?).

 

 

Um 16:00 Uhr sollte die Fähre im Hafen einlaufen und eine halbe Stunde später wieder ablegen. WIR sind pünktlich, aber von einer Fähre ist weit und breit nichts zu sehen.

 

Leuchtturm von Githio

 

Da andere Fahrzeuge ebenfalls hier stehen, warten wir geduldig und Beat nutzt die Zeit, um Hafenimpressionen zu sammeln.
Und so kannst auch du, liebe Leserin, lieber Leser, dir die Zeit mit Angucken von Trossen verkürzen.
Wann soll das Schiff eintreffen? Darüber bekommen wir keine Information.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach eineinhalb Stunden erfahren wir von einem anderen Passagier, dass auf Kreta Sturm herrschte und die Fähre deshalb lange nicht ablegen konnte.
Und wirklich, mit zweieinhalb Stunden Verspätung fährt unsere „IONIΣ“ in den Hafen ein.

Es ist bereits dunkel, als wir am Leuchtturm vorbei ins offene Meer fahren.

Die Überfahrt verläuft stürmisch. Zum Glück wird es uns nicht übel, aber viel fehlt nicht.
Nachts, um 2:30 Uhr kommen wir in Kissamos an und parken unseren NOBIS gleich auf dem Kai. Wir sind müde und wollen nur noch schlafen.

Link zur heutigen Strecke: