Im Osten Kretas

 

Ins „Tal der Toten“

19. Januar 2018

Am Morgen schauen wir uns die karge Gegend etwas genauer an, in der wir übernachtet haben. Die Sonne ist, erst vor kurzem aufgegangen.

 

Sonnenaufgang bei Itanos

 

Unser NOBIS liegt noch im Schatten …

 

 

… während die ersten Sonnenstrahlen ein Bauernhaus wärmen, das etwas erhöht liegt.

 

Bauernhaus bei Itanos

 

Zu unseren Füssen befindet sich eine Ausgrabungsstätte. Die Fundstücke werden in der Ruine der Basilika gelagert.

 

Ausgegrabene Basilika von Itanos

 

In einen Steinquader wurden kunstvolle Muster hineingearbeitet. Ist das ein Stück von einem Fries?

 

 

Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Kato Zakros, den Eingang zum „Tal der Toten“.

Bei der Abzweigung nach Paleokastro halten wir bei einem Obst- und Gemüseverkäufer an. Wir wollen Orangen kaufen. Der Verkäufer, ein älterer Mann, spricht ziemlich gut Englisch. Er bietet uns auch Zitronen und Brokkoli an. Er füllt eine grosse Plastiktüte und ist nicht zu bremsen, bis diese voll ist.
Als es ans Bezahlen geht, will er partout kein Geld annehmen („it’s free for you!“) und verschwindet in seinem Wohnwagen. Er schenkt uns 1 kg Zitronen, 5 kg Orangen und 1½ kg Brokkoli.

Efcharisto poli, unbekannter Gemüseverschenker!

Der Osten Kretas besteht vorwiegend aus steinigen Hügeln und schroffen Tälern. Hier finden Schafe und Ziegen zwischen den stacheligen Büschen nur wenige Gräser.

 

Schafe im Gegenlicht

 

In den Senken dagegen stehen viele Olivenbäume, einige Dattelpalmen und Gewächshäuser. Alles muss bewässert werden. So sieht man neben den Strassen häufig mit Zählern ausgerüstete Wasserverteilanlagen.

 

Wasserverteiler

 

In Kato Zakros schnüren wir die Wanderschuhe und marschieren los. Wir wandern durch das „Tal der Toten“. In dieser Schlucht gibt es unzählig Höhlen, in denen bis in frühchristliche Zeit die Verstorbenen beigesetzt wurden.

 

Annette im Tal der Toten

 

Wir klettern zu einer der Höhlen hoch und suchen nach Anzeichen früherer Gräber.

 

 

Obwohl wir uns genau umsehen, finden wir nichts, das auf eine Begräbnisstätte hindeutet.

 

 

Eine der Höhlen ist sogar zweistöckig.

 

Zweistöckige Höhle

 

Es ist unglaublich, dass in diesem trockenen Tal überhaupt etwas wächst. Die Griechischen Golddisteln sind trocken und trotzdem (oder gerade deswegen) attraktiv.

 

Griechische Golddistel (Carlina graeca)

 

Aus einer kleinen Ritze wachsen Pflänzchen, die ums Überleben kämpfen.

 

Schicksals-Gemeinschaft

 

Irgendwelche Futterpflanzen muss es hier aber geben, denn wir treffen Schafe und Ziegen in dieser Schlucht.
Die Schafe tragen ein rotbraunes Fell, das aussieht als wäre es künstlich gefärbt …

 

Schaf mit spezieller Fellfarbe

 

… während die Ziegen auf Grau-Weiss setzen.

 

Steingrau und weiss ist diese Geiss!

 

Der steinige Pfad, der an einigen Stellen über Felsbrocken und einmal gar über eine Felswand führt, ist anstrengend zu gehen. Deshalb sind wir froh, als wir das Ende des Tals erreichen.

 

 

Der Wanderweg ist ziemlich gut mit roten Punkten markiert. Erst als wir auf die Hochebene gelangen, verlieren wir den Pfad für kurze Zeit. Natürlich treffen wir gerade da auf einen Zaun. Zum Glück finden wir einen Durchgang, der aber mit Draht verschlossen ist. Mühsam drehen wir den Draht von Hand auf und hinter uns wieder zu.

 

Abstieg von der Hochebene zum Ausgangspunkt der Wanderung

 

Nach vier Stunden sind wir zurück. Die Rundwanderung durch das raue Tal und über die mit kleinen stacheligen Büschen versehene Hochebene ist ein einmaliges Erlebnis.

Link zur Wanderung durch das „Tal der Toten“: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Durch Kretas kargen Osten

20. Januar 2018

Kurz hinter Zakros sehen wir Männer, die bei der Olivenernte mit Vibrolis arbeiten. Wir halten an und schauen interessiert zu. Ein Vibroli ist eine Art Stange, an deren Ende ca. 20 cm lange Kunststoffstäbchen rotieren. Damit schlägt man die Oliven vom Baum.
Keiner der Männer spricht englisch. Annette erzählt mit ihren paar Brocken Griechisch und Händen und Füssen von unseren Erfahrungen im Oliven ernten. Einer bietet uns an, auch mal auszuprobieren, wie man mit diesem Gerät umgeht.

 

Annette testet einen Vibroli

 

Mit diesem Gerät erntet man schneller und schlägt weniger Zweige von den Bäumen als von Hand.
Man benötigt jedoch einen Diesel-Generator.

Wir fahren weiter durch diese steinige Gegend und wundern uns, dass es möglich ist, auf diesem kargen Boden Olivenplantagen anzulegen.

 

Olivenhaine vor Xerokampos

 

Wo wenig Vegetation ist, müssen sich die Pflanzen schützen, damit sie nicht gefressen werden.
Die Disteln tun dies mit Stacheln.

 

Griechische Golddistel (Carlina graeca)

 

Die kugelige Dornbusch-Wolfsmilch schützt ihre jungen Blätter mit nadelspitzen Zweigen.

 

Dornbusch-Wolfsmilch (Euphorbia acanthothamnos)

 

Kurz nach Asprolithos rasten wir auf einer Bank am Meer. Das Thermometer zeigt 22°C. Wenn der kalte Wind nicht wäre, könnten wir jetzt, Mitte Januar, sogar in T-Shirts hier sitzen.

 

Bucht bei Asprolithos

 

Eine Gemeine Alraune breitet sich sternförmig auf dem warmen Boden aus.

 

Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)

 

Eigentlich wollen wir auf den Campingplatz in Koutsounari fahren. Doch wenn wir uns an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten, ist das nicht möglich.

 

„… ähm … wie bitte?“

 

Irgendwann wird es uns zu dumm und wir missachten die Verkehrstafel. 😉

Auf dem riesigen Campingplatz in Koutsounari treffen wir nur ein einziges Wohnmobil an.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Waschtag

21. Januar 2018

Wir nutzen den sonnigen Tag zum Waschen. Heute trocknet unsere Wäsche für einmal zwischen Palmen und Olivenbäumen.

 

 

Nikos, der Besitzer des Campingplatzes, bringt uns Früchte und Gemüse, ein „kleines Geschenk der Familie“.

 

„Kleines Geschenk der Familie“

 

 

Auf dem Campingplatz von Koutsounari

22. – 27. Januar 2018

Wir bleiben mehrere Tage auf dem Campingplatz, erstellen einige Blogbeiträge, schreiben Mails, organisieren weitere Workaway-Jobs, reinigen das WoMo, lassen uns die Haare schneiden, etc. etc.
Aus den vielen Zitronen, die wir hier und vom Gemüsehändler erhalten haben, kocht Annette eine leckere Konfitüre.

Der Strand liegt nahe und lockt zu Spaziergängen.

 

Strand von Koutsounari

 

Danach verschlechtert sich das Wetter zunehmend und ein Sturmtief mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h sucht Kreta heim. Das Unwetter hält mehrere Tage an und wir sind froh, dass unser NOBIS hier im Windschatten der Gebäude stehen kann.

Am Strand spielt sich Unglaubliches ab. Ein Regenbogen steht am blauen Himmel! Das Unmögliche wird möglich, weil der heftige Wind den Regen von den Wolken, die am Gebirge hängen, kilometerweit bis über das Meer trägt.

 

Regenbogen unter blauem Himmel

 

Die aufgewühlte See bringt zusätzlich noch Gischt von unten.

 

 

Der Wind bläst das Wasser von den Wellenkämmen aufs Meer zurück.

Es ist wunderschön schön zu sehen, was sich da draussen abspielt, auch wenn man sich bei den Böen kaum auf den Beinen halten kann.

 

 

 

 

 

Nikos schaut beinahe täglich vorbei, und erkundigt sich besorgt nach unserem Wohlergehen.
Ein weiteres Mal bringt er Gemüse (über 4 kg). Annette verarbeitet die Tomaten (2 ½ kg) zu leckerem Sugo.
Ein anderes Mal schenkt er uns eine grosse Tüte voller Kartoffeln, alles aus eigenem Anbau, wie er stolz bemerkt.
Ja, verhungern werden wir hier nicht!

 

 

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