Quer durch Spanien

 

Plattgewalzt?

17. Oktober 2016

Schon wenige Kilometer nach Andorra öffnet sich die Landschaft. Die steilen Berghänge weichen riesigen Ackerflächen.

Um den Übergang von den schroffen Bergen Andorras zu den weiten Ebenen Spaniens etwas zu mildern, beginnen wir diesen Blogteil mit dem Bild von Foradada, einem Dorf, das sich an einen der wenigen Felsen schmiegt, die es hier noch gibt.

 

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Foradada

 

In Balaguer finden wir einen ruhigen Parkplatz bei einem riesigen Kieswerk. Der Weg dazu führt um einen Kreisel auf dem eine Walze auf Betonröhren steht, was wiederum das Bild vermittelt, dass nun die Röhren die Walzen der Walze seien.

Alles klar? … oder haben wir mit den vielen Worten alles weggewalzt?

Wir jedenfalls finden dieses Kunstwerk gewalzig!

 

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In der Walze integrierte Walze

 

Abends, im Bett, überlegen wir, ob hier früher ebenfalls Berge standen und diese einfach plattgewalzt wurden?

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Riesige Pfirsichplantagen

18. Oktober 2016

Kurz nach Lleida steht ein einsames Gebirge trotzig in der Ebene.

 

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Wir fahren durch ein fruchtbares Gebiet. Riesige Pfirsichplantagen lösen die abgeernteten Getreidefelder ab.
Die Bäumchen stehen entweder einzeln oder als Spalier in langen Reihen.

 

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Hinter der Ermida Santa Bárbara entdecken wir einen schönen Übernachtungsplatz unter Pinien. Diese duften sehr stark und wohltuend. Das wird wohl der aromatischste Ort, an dem wir je geschlafen haben.
Der Platz liegt etwas entfernt von der Strasse und ist sehr ruhig. Zudem geniessen wir von hier den Blick auf das nahe Dorf Valdealgorfa und Picknicktische stehen ebenfalls da.

Eigentlich ein idealer Übernachtungsplatz … aber …

Etwas lässt uns zögern!

Überall liegen angeschwärzte Alufolienstücke herum. Der Platz scheint von heroinsüchtigen „Folienraucher“ aufgesucht zu werden.

Wir bleiben trotzdem, da wir die Süchtigen nicht als Gefahr einstufen. Den Fahrersitz drehen wir aber vorsichtshalber nicht zum Tisch, damit wir jederzeit wegfahren können.

 

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Valdealgorfa

Link zur heutigen Strecke:

 

Mitten in der Nacht wacht Annette auf.
Schlaftrunken blickt sie durch das Heckfenster und bemerkt in einiger Entfernung den Schein einer Taschenlampe und das Glühen einer Zigarette.

Nun ist sie hellwach! Sie blinzelt und reibt sich die Augen.

Wieder sieht sie leuchtende weisse und rote Punkte, die sich bewegen!

Sie schaut genauer hin und erkennt … die Lichter von Autos, die auf der weit entfernten Strasse verkehren.

Uff! … kein Grund zur Sorge.

 

 

Herbstfarben in Spanien

19. Oktober 2016

Nun wird die Gegend wieder etwas karger und Olivenhaine prägen das Bild.

 

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Olivenplantagen bei Alcañiz

 

In Gargallo kaufen wir in einem Tante-Emma-Laden ein.

 

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Gargallo

 

Die Fassade des Geschäftes besteht aus behauenen Natursteinen. Auf einigen der Sedimente sieht man dekorative schwarze Kräuter. Ob das versteinerte Pflanzen sind?

 

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Versteinerte Pflanzen?

 

Ein paar Kilometer weiter sind sie plötzlich da … die Herbstfarben!

Lange sind wir durch braune Landschaften gefahren, haben graue Hügel und graubraune Natursteinhäuser und graugrüne Bäume gesehen.
Aber jetzt, von der Brücke über den Río Ancho, schauen wir auf ein helles Band hinunter.

Die Laubbäume, die dem Wasserlauf folgen, strahlen in freundlichem Gelb.

 

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Herbstwald am Río Ancho

 

Auch die Dunkelgrün-grau-braun-rot-Töne gefallen uns, aber das knallige Gelb ist fröhlicher und erfreut das Herz.
Im Gegensatz dazu wirken die Dörfer, wie zum Beispiel Montalbán, das sich zwischen den Hügeln zu verstecken scheint, eher trist.

 

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Montalbán

 

Wunderschön stehen die Pappeln kurz hinter Montalbán. Einige sind noch grün, während ihre Kollegen dahinter bereits neongelb leuchten.

 

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Pappelhain bei Montalbán

 

Diese Idylle wird zusätzlich gesteigert, als ein Schäfer mit seiner Herde ruhig durch das Bild zieht.

 

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Unmittelbar vor diesem Pappelhain grüssen, aus einem mehr schlecht als recht gepflegten Garten, einige Safranblüten.
Wir haben diese Pflanzen, aus denen das „gelbe Gold“ gewonnen wird, bisher lediglich auf Bildern bestaunen können.
Safranfäden aus Spanien werden zur Zeit für 20 Euro pro Gramm verkauft, was einem Kilopreis von € 20’000.– entspricht!

 

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Safranblüte (Crocus sativus )

 

Nach all den bunten Eindrücken des Tages sind wir beinahe froh, einen Übernachtungsplatz zu finden, an dem wir nicht auch noch „reizüberflutet“ werden. 😉

Hinter Morenilla, im Niemandsland der la Mancha, fehlt eigentlich nur noch Don Quijote auf Rosinante.

 

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Übernachtungsplatz bei Morenilla

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Naturpark Alto Tajo

20. Oktober 2016

In Molina de Aragón kaufen wir ein und erhalten vom aufmerksamen Kassierer auch gleich eine Karte mit den historischen Gebäuden des Ortes.

 

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El castillo de Molina de Aragón

 

Übrigens: Mit dem im Dezember 1963 gemessenen historischen Rekordwert von −28°C gilt Molina de Aragón als der kälteste Ort Spaniens (gemäss Wikipedia)!

Kurz hinter dem Städtchen entdecken wir einen grossen Vogel am Himmel. Und dann noch einen und noch einen….schlussendlich zählen wir etwa 20 Gänsegeier. Doch scheinen die Vögel eine dringende Verabredung zu haben oder sind nicht daran interessiert fotografiert zu werden. Beat kletterte noch auf den nahen Hügel, wo sich einige kurz niedergelassen haben, aber als er oben ankommt, ist er der Pech- und damit der einzige Vogel weit und breit.

Da soviel Aufwand für „kein“ Bild sinnlos ist, hier der Blick zurück auf die geierlose Landschaft.

 

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Bei der Brücke über den Poveda lesen wir auf einer Infotafel, dass wir uns nun im Naturpark Alto Tajo befinden.

 

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Puente de Poveda

 

In 5 km Entfernung soll es eine Bar geben.
Obwohl wir uns nur minime Chancen ausrechnen dort in dieser Jahreszeit jemanden anzutreffen, fahren wir auf der Schotterstrasse ins Tal hinein.
Bei der Bar wird fleissig gearbeitet, Brennholz herangekarrt und Dachziegel festbetoniert.
Und – „claro“ – wir bekommen  etwas zu trinken.

Gestärkt erkunden wir auf einem kleinen Spaziergang die Gegend.
Hier ist der Herbst allgegenwärtig.

 

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Poveda

 

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Blätter des Felsen-Ahorns (Acer monspessulanum )

 

 

 

 

 

 

 

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Eichenmoos (Evernia prunastri)

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Fahrt zurück zur Brücke von Poveda sehen wir vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Aber was solls, Baumstämme sind auch attraktiv. 😉

 

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Bäume oder Wald oder Waldbäume oder gar Baumwald?

 

Vor Peñalén fallen uns runde weisse Felsen auf.
Beim genaueren Betrachten sehen wir, dass diese mit bräunlichen und lila Streifen und Flächen durchsetzt sind.

 

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Sandsteinfelsen

 

 

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Dekorativer Sandstein

 

 

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Peñalén

 

Kurz vor Alcorón weist uns eine Tafel zum Picknickplatz „Sima de Alcorón“. Auf dem Navi ist dort zudem eine „Attraktion“ angegeben. Was mag das wohl sein?
Wir fahren hin, sehen zwar keine „Attraktion“, aber der Platz ist hübsch und wir beschliessen hier zu bleiben. Es ist noch früher Nachmittag, aber morgen wollen wir beizeiten losfahren, um die Region um Madrid hinter uns zu bringen.

Nach dem Apéro unter Kiefern geht Annette los, um die Gegend zu erkunden. Dabei entdeckt sie eine betonierte Treppe, die in den Untergrund führt.
Die Sima de Alcorón ist eine Karsthöhle, nicht beleuchtet, aber gut zugänglich und an den steilen Stellen gibt es sogar Stufen und Sicherungsseile.

Da ist sie nun, die Sehenswürdigkeit, die wir vemissten! Später erfahren wir, dass „Sima“ Erdloch bedeutet.

Wir holen unsere Taschenlampen und wagen uns in die Unterwelt.

 

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Sima de Alcorón

 

Zuunterst liegt ein kleiner See, der von hoch oben mit Wasser gespeist wird. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich hier ein wunderschöner Sinterüberzug gebildet.

 

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Sinterablagerung in der Sima de Alcorón

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Der undichte Stausee

21. Oktober 2016

Obwohl wir heute eine längere Strecke fahren wollen, lassen wir uns eine Rundfahrt um den Stausee von Entrepeñas nicht entgehen.

 

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Embalse de Entrepeñas

 

Auf dieser Tour entdecken wir ein hohe Stützmauer aus Natursteinen, in die grosse Amphoren eingelassen sind.

 

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Amphore als Wandschmuck

 

Auf einer Tafel am Viaducto de Entrepeñas lesen wir, dass dieses Stauwerk viel zu optimistisch dimensioniert wurde.
Der Stausee war lediglich in den 60er Jahren zweimal voll, seitdem nimmt der Wasserstand kontinuierlich ab, da viel Wasser im Untergrund versickert und es weniger Niederschläge gibt als erhofft.

 

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Viaducto de Entrepeñas

 

Nicht nur das Überdimensionierte, Pompöse, von Menschenhand Konstruierte fasziniert uns, nein, auch die kleinen, auf den ersten Blick unscheinbaren, Dinge der Natur ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich.

 

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Kiefernzapfen

 

In Guadaljara entpuppt sich ein auf dem Navi angezeigtes Einkaufscenter als Aufbahrungshalle eines Krankenhauses mit „Einkaufsmöglichkeit“, wahrscheinlich Blumenkränze, Trauerkarten und Kerzen.
Im zweiten Versuch finden wir einen „Corte Inglés“. Hier kann man Handtaschen, Schmuck, Kleider, Parfüm, Schuhe usw. erwerben.
Wir hätten aber lieber Brot, Sahne und Karotten gekauft.
Erst nach längerem Suchen entdeckt Annette die kleine Lebensmittelabteilung ganz hinten.

Heute sind wir weit gefahren und nun sehr müde.
Auf dem Pass Alto del León stellen wir uns in den Wald. Der Nebel in der Dämmerung gibt dem Ort etwas Mystisches.

Für einen einheimischen Wohnmobilisten scheinen wir aber eher ungeheuerlich. Er hat das Fahrzeug bereits für die Nacht vorbereitet und alle Fenster dicht gemacht.
Doch als wir in der Nähe parken, ergreift er die Flucht und fährt weg.

So bleiben wir alleine zurück. Uns solls Recht sein.

 

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Übernachten am Pass Alto del León

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Harzgewinnung

22. Oktober 2016

Kurz nach Blascosancho wecken viele kleine Eimer, die an den Kiefernstämmen hängen, unsere Neugier.

Die Rinde über den Gefässen ist abgeschält und Metallkeile leiten Harz in die Behälter.

 

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Kiefernharzgewinnung

 

 

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Natürliches Harz wird heute noch in der Elektronik zum Löten, als Bogenharz bei Streichinstrumenten oder als aromatisches Räucherwerk verwendet.

Wir sind jetzt schon tausende von Kilometern mit unserem NOBIS durch Europa gekurvt und haben nie den Horizont erreicht.
Der Blick von einer Strassenbrücke über die Eisenbahn bei San Pedro del Aroyo lässt uns vermuten, dass dies nur mit dem Zug möglich ist.

 

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Schienen führen an den Horizont

 

Am Nachmittag fahren wir in Ciudad Rodrigo auf den Campingplatz. Wir wollen wieder einmal Wäsche waschen und einen Blogbeitrag veröffentlichen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Riesenkotelett zum Geburtstag

23. Oktober 2016

Die Waschküche hat ein undichtes Dach. Annette trocknet den Boden und spannt die Wäscheleine drinnen auf, da sie dem Wetter nicht traut. Zeitweise regnet es dann tatsächlich ziemlich heftig. Aber bis zum Abend sind die meisten Wäschestücke trocken.

Zudem ist der Blogteil „Der weite Weg über die Grenze“ online.

Das, aber vor allem Beats Geburtstag muss gefeiert werden.

Wir spazieren in den alten Teil des Städtchens Ciudad Rodrigo um dort im „La Paloma“ zu essen. Das Restaurant wurde uns von der Rezeptionistin des Campingplatzes empfohlen: vor allem die Fleischgerichte seien vorzüglich.

 

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Ciudad Rodrigo

 

Und wirklich, das Chuleton (Rindskotelett) für Beat hat die Grösse XXXL. Das schmackhaft gewürzte, genau nach Wunsch durchgebratene Ding überragt den grossen Teller, auf dem es serviert wird. Beat isst so gut und gerne 500 Gramm Fleisch, den Knochen und das Fett nicht eingerechnet.
Stolz erklärte uns die Kellnerin, dass das Kotelett von einem Rind der Rasse: Avileña-Negra ibérica stamme, einer in Spanien heimischen, schwarzen Rinderrasse.

Auch Annettes Lammkoteletts sind ausserordentlich lecker, wenn auch von viel kleinerem Kaliber.

 

 

Von Schweinen und einem Archaeopteryx

24. Oktober 2016

In letzter Zeit sind uns viele lichte Eichenwälder aufgefallen. Zuerst verwechselten wir diese mit Olivenbäumen. Aus der Ferne betrachtet sind bei beiden die Blätter eher klein und graugrün.

 

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Eichenwälder in Spanien

 

Wozu dienen die? Die Zeiten als Eicheln als Kaffee-Ersatz verwendet wurden, sind doch unseres Wissens schon einige Jahre vorbei!

Plötzlich sehen wir die Antwort auf unsere Frage:

Schweine!!!

 

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Schweine der Rasse Cerdo ibérico

 

Hier ein Portrait:

 

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Ups!… falsche Seite 😳

 

 

 

 

 

 

 

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Aha, … jetzt stimmts 🙂

 

 

 

 

 

 

 

Internet sei Dank erfahren wir später, dass in den Eichenhainen Spaniens die halbwilden, schwarzfüssigen Schweine der Rasse Cerdo ibérico leben.
Der Schinken dieser „Pata Negra“ ist weltberühmt.
Die Tiere leben in freier Natur und ernähren sich mehrheitlich von Eicheln. Dadurch wird das Fleisch würziger.
Die Schinken werden nicht geräuchert, sondern nur eingesalzen und später luftgetrocknet. Die besten Stücke reifen zwei bis drei Jahre lang. Ein Kilogramm dieser Spezialität kostet dann gut und gerne 100 Euros.

Das haben wir alles nicht gewusst, als wir die Herden sahen, und deshalb auch keinen Schinken gekauft. Die Schweine haben somit für einmal wirklich Schwein gehabt!

Wir haben schon die verschiedensten Arten gesehen, wie Olivenbäume geschnitten werden.
In dieser Gegend lässt man die Bäume hoch wachsen, lichtet sie jedoch stark aus.
Ein Exemplar scheint ein Archaeopteryx, ein Urvogel, zu sein.

 

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Olivenbaum als Archaeopteryx

 

Kurze Zeit später fahren wir über die Grenze nach Portugal.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

IMMOBILIEN

 

Immobilien auf den Azoren zu verkaufen von Privat für Privat

8. November 2016

Nein nein, keine Angst, wir verkommen nicht zur Werbeplattform, aber diese Ausnahme in eigener Sache sei erlaubt.

 

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Blick von Relva über Feteiras Richtung Ginetes

 

Während knapp zwei Jahren lebten wir auf São Miguel, der grössten der neun Azoreninseln. Wir kauften in Ginetes an der Südwestküste ein ziemlich grosses Grundstück (19’420m2), legten Gärten an, planten einen Hausbau, hielten Hühner, Katzen und Hunde, pflegten die weitläufigen Obstgärten. Leider klappte es weder mit der versprochenen Arbeitstelle im grössten Krankenhaus der Azoren für Annette noch mit dem eigenhändigen Hausbau, den Beat, der gelernte Maurer und Bauführer, übernehmen wollte. Mit diversen Gelegenheitsjobs hielten wir uns über Wasser.
Ende 2007 kehrten wir um viele Erfahrungen reicher in die Schweiz zurück.

Unser Grundstück auf São Miguel steht nun zum Verkauf.
Unter der neuaufgeschalteten privaten Webseite findest du weitere Informationen dazu und auch zu anderen spannenden Objekten auf der Azoreninsel Graciosa.

Hier der Link: http://immo-azoren.de

 

Einige Impressionen von „unserer“ Insel São Miguel:

 

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Kratersee und Dorf Sete Cidades

 

 

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Blick vom Kraterrand gegen Ginetes

 

 

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Meerblick

 

 

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Gepflästerte Strasse in Ponta Delgada

 

 

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Unterwegs zu den Walen

 

Hier der direkte Link zu unserem Grundstück auf São Miguel:

 

 

Andorra

 

Fussball WM-Qualifikationsspiel Andorra – Schweiz

10. Oktober 2016

Wir fahren in die Stadt Andorra la Vella ein.
In eineinhalb Stunden beginnt das Fussballspiel – das sollte reichen. Doch wo ist die Fussballarena? Kein Wegweiser führt zum Estadi Nacional.
Wir müssen uns zum Stadion durch fragen. Aber wie sollen wir die Andorrianer (oder Andorraner? Oder Andorrer?) ansprechen? Spanisch? Französisch? Englisch?
Annette fragt eine Polizistin nach dem Weg. Französisch geht, Spanisch ist besser!
Kein Problem, meint sie, immer die Strasse runter und dann komme man direkt dahin.
Tönt simpel, aber einfach „die Strasse runter“ geht nicht. Die Hauptstadt Andorras scheint nur aus Einbahnstrassen zu bestehen. Wir fahren mal links, dann wieder rechts …
Plötzlich sehen wir das grelle Leuchten der Flutlichtanlage und haben so eine Richtung.
Kurz vor der Sportstätte fragen wir einen weiteren Polizisten, nach den dazugehörigen Parkplätzen.
Gibt es nicht, man muss irgendwo in der Stadt parken.

Aha!

Wir fahren mit unserem 6 Meter Gefährt durch schmale Einbahnstrassen und suchen verzweifelt einen Parkplatz. Endlich finden wir in einem Wohnquartier eine passende Lücke.
Nun zu Fuss zurück zum Fussballstadion.
Noch schnell Eintrittskarten kaufen, und los geht der Spass.
Aber wo sind die Kassenhäuschen? Wir fragen einen Sicherheitsbeamten, der uns den Weg weist.
Wir wandern und wandern und stehen nach einer Umrundung des Sportgeländes mit seinen Nebengebäuden wieder an der selben Stelle. Ticketschalter haben wir keinen gesehen.
Nochmals fragen wir und wissen nun, dass er beim Eingang der Presse sei. Dort waren wir bereits, aber kein Mensch war anwesend.
Also nochmals los. Und siehe da, kurz vor dem Eingang der Medien, der gross angeschrieben ist, entdecken wir in der Wand ein kleines Fenster, hinter dem eine Frau sitzt. Hier erhalten wir endlich unsere Eintrittskarten. Natürlich ist unser Eingang genau auf der gegenüberliegenden Seite der Sportstätte.
In zehn Minuten beginnt das Spiel.
Wir hasten nochmals um das halbe Stadion und wollen rasch an unsere Plätze. Aber halt. Zuerst müssen unsere Rucksäcke nach verbotenen Feuerwerkskörpern durchsucht werden. Das Einbeinstativ, das Beat zum Fotografieren mitführt, scheint sehr gefährlich zu sein. Der überforderte Kontrolleur murmelt einige Male „problemas, … problemas, …“.
Ein herbeigerufener Polizist nimmt ihm dann die schwere Entscheidung ab und lässt uns mit „seinem Problem“ passieren.

Wir hören bereits die Schweizer Nationalhymne als wir zu unseren Sitzen eilen.
Pünktlicher kann man gar nicht erscheinen! 🙂

 

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Andorra – Schweiz

 

Wir geniessen das Länderspiel in diesem provinziellen Stadion, obwohl das Match eher ein „Geknorze“ ist.

 

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Estadi Nacional von Andorra

 

Die Schweiz, der haushohe Favorit, gewinnt knapp mit 2:1.
Wir sind trotzdem zufrieden.

Ende gut, alles gut!

Danach fahren wir weiter nach Sant Julià de Lòria, wo Wohnmobile auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums über Nacht stehen dürfen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Andorra ist ein Bergstaat

11. Oktober 2016

Am Morgen schlafen wir erst mal aus. Nach dem Frühstück wollen wir uns Andorra ansehen.

Kurz bevor wir aufbrechen, fährt ein WoMo hupend auf uns zu. Der Fahrer, ein grosser, hagerer Mann in gepflegter Kleidung ganz in Schwarz, steigt aus und fragt, ob wir wohl eine Brennstoffzelle an Bord hätten. Als wir dies bejahen, strahlt er. Er habe eine gebrauchte Efoy-Zelle in sein WoMo eingebaut bekommen und nun fehle ihm die „Service-Flüssigkeit“. Glücklicherweise können wir ihm damit und mit der Anleitung, was damit zu tun ist, aushelfen. Er lebt seit 30 Jahren hier in Andorra und ist jetzt auf dem Weg nach Belgien
Wil war Rechtsanwalt und vertrat bekannte Musikgruppen wir Pink Floyd, Rolling Stones und auch Nana Mouskouri.

Eine schmale Strasse führt uns steil den Berg hoch.

 

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Berge Andorras

 

An einigen Stellen wird dem Berg Landwirtschaftsland abgetrotzt.

 

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An einem Brunnen am Strassenrand füllen wir unsere Frischwasservorräte auf. Dabei entdecken wir diese eigenartige Heuschrecke. Sie hat keine Flügel und ein Fühler ist markant kürzer als der andere. Ist das eine uns unbekannte Art, oder hat sie einen Kampf mit Verlusten knapp überlebt?

 

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Larve einer Langfühlerschrecke (Ensifera)

 

Nicht weit davon entfernt hat wohl ein Bauer einen Grasballen verloren. Zwei Kühe geniessen es sichtlich, Futter in rauen Mengen und erst noch auf Mundhöhe fressen zu können.

 

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Danach fahren wir wieder ins Tal hinunter und die andere Seite hinauf.
Das ganze Land Andorra scheint aus einem engen, steilen Bergtal mit Seitentälern zu bestehen. Im Haupttal drängen sich die Häuser und Strassen dicht an dicht in der Talsohle.

 

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Wohnen am Berg

 

Die meisten Häuser Andorras sind aus Natursteinen gebaut oder mit solchen Platten verkleidet und die Dächer mit grauen Materialien gedeckt.

 

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Fontaneda

 

Auf den Pass de la Gallina, führt die letzten Kilometer eine Einbahnstrasse. Sie ist nur 2.50 Meter breit und gegen den steilen Abgrund ungesichert.

Wir staunen als wir lesen, dass hier herauf 2015 das Radrennen der Spanischen Vuelta geführt hat.

Oben steht ein schönes Denkmal, das die Gemeinde Sant Julià de Lòria 2015 aufgestellt hat für Joaquim „Purito“ Rodríguez und seine Verdienste um den Sport und den Staat.

 

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Denkmal für Joaquim „Purito“ Rodríguez

 

Wegen der Einbahnstrasse können wir einen schönen Übernachtungsplatz, an dem wir vorbeigefahren sind, nicht mehr erreichen. Deshalb beehren wir nochmals den schmucklosen Parkplatz von gestern in Sant Julià de Lòria. Das hat den Vorteil, dass wir dort im Einkaufszentrum die Toilette benutzen und am Morgen ofenfrisches Brot kaufen können.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Andorra la Vella

12. Oktober 2016

In Andorra la Vella informieren wir uns über Wandermöglichkeiten und das Wetter der nächsten Tage. Wanderwege gibt es viele, aber Regen ist angesagt.
Noch ist es trocken und wir schauen uns kurz in der Stadt um.

 

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Parlamentsgebäude

 

Wir finden eine Skulptur von Salvador Dalí. Es ist kaum möglich diese zu fotografieren, da sich immer wieder Touristen davor stellen und sich in den unmöglichsten Posen knipsen lassen.

 

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„La noblesse du temps“, Salvador Dalí, 1977

 

Wir fahren auf den Coll la Botella. Im Winter scheint hier wohl viel los zu sein. Es gibt unzählige Parkplätze, einige Sesselbahnen und Skipisten.
Jetzt sieht man lediglich ein paar MTB-Fahrer.

Auf dem Pass trinken wir gemütlich einen heissen Tee, während es draussen immer garstiger wird: der Nebel zieht hoch, es fängt an zu nieseln und die Temperatur fällt auf 6°C. Deshalb kehren wir zurück nach Arinsal, wo es nach unserem Führer einen Wohnmobilstellplatz geben soll, doch dieser ist mit Parkverbotsschildern für die Nacht verziert worden.
Erst in El Tarter können wir uns an den Rand eines grossen Kiesplatzes stellen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Regen, Regen, Regen, …

13. Oktober 2016

Heute ist das Wetter stabil: es regnet unaufhörlich und ist kalt.

Wir fahren deshalb die wenigen Kilometer nach Canillo auf den Campingplatz „Casal“.
Beat erstellt die Wegstrecken für unseren Reiseblog und Annette kümmert sich um die Wäsche.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vom Wetter nichts Neues

14. Oktober 2016

Das Wetter ist immer noch garstig. Doch wir haben eine wirkungsvolle Heizung eingebaut und lassen uns vom übellaunigen Wettergott nicht aus Andorra vertreiben.

Eine kurze Trockenphase nutzen wir um die nahe Kapelle zu besichtigen. Leider ist die Türe verschlossen und wir kehren deshalb kurz darauf zurück. Der zwanzig minütige Ausflug dauerte länger als die regenfreie Zeit und wir treffen nass bei unseren NOBIS ein.
Der Wetterbericht verheisst uns aber für Morgen Sonnenschein.

 

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Església de St. Joan de Caselles

 

 

Wanderung ins Val Madriu

15. Oktober 2016

Als am Morgen um 7:00 Uhr der Wecker klingelt, ist am Himmel keine einzige Wolke mehr zu sehen.
Die Bedingungen sind traumhaft: klare Sicht, blauer Himmel, die Bergspitzen weiss verschneit, herbstbunte Bäume …

Wir fahren nach Engolasters, wo wir nahe beim Startpunkt der Wanderung einen Parkplatz finden. Der Weg wurde mit Steinen ausgelegt und steigt stetig an, immer dem Riu de Perafita-Claror entlang.

Das Gebiet „Madriu-Perafita-Claror“ wurde 2004 als UNESCO Welterbe anerkannt.

 

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Wanderweg der Sorte „Deluxe“

 

 

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Riu de Perafita-Claror

 

Einige Stäublinge schmiegen sich an einen Felsen.

 

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Stinkender Stäubling (Lycoperdon nigrescens)

 

Bei der Cabana de Perafita machen wir Rast und beraten über die weitere Route. Bisher war der Weg klar ausgeschildert, doch hier fehlt ein Wegweiser.
Annette fragt drei Frauen. Diese informieren uns, dass die eigentlich gesuchte Refugi de Perafita noch ein paar hundert Meter weiter liegt.
Wir haben die Hütte gesehen, dachten aber, das sei eine Alphütte, da wir die gefundene „Cabana“ für das „Refugi“ hielten.
Hier gibt es also innerhalb von dreihundert Metern zwei Notunterkünfte für Wanderer, die vom Wetter überrascht werden.

Wir rasten hier, essen und trinken etwas.

 

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Refugi de Perafita

 

Da es in Andorra nur Berge gibt, führt unsere Wanderung zuerst 1200 Höhenmeter hinauf zum Pass und dann wieder gleich viele hinunter.

Nach der kurzen Pause steigen wir weiter auf zum Collada del Maiana. Beat plagen leichte Schmerzen im linken Knie.

 

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Aussicht beim Aufstieg zum Collada del Maiana

 

Der Abstieg ins Vall Madriu ist im oberen Teil sehr steil und rutschig. Beats Knieschmerzen nehmen zu und er humpelt zu Tal. Unten angekommen führt der Weg gemäss Wegweiser noch ca. 2 ½ Stunden talauswärts. Bei dem jetzigen Tempo brauchen wir dafür gut und gerne das Doppelte.

Wie weiter?

Sein Vorschlag, ihn hier mit einer halben Flasche Wasser und zwei Müesliriegel zurückzulassen und im Frühling wieder zu holen, wird verworfen. Die Gefahr, dass er bis da verhungert ist, scheint zu gross. 😉
Zum Glück haben wir in unserer Wanderapotheke auch Schmerztabletten und nach einigen Minuten Pause und einer zweiten dieser Wunderpillen, hinkt er dann doch noch selber zu unserem NOBIS zurück. Annette, die Soziale, trägt für den Rest der Wanderung seinen Rucksack mit!

– Vielen Dank!!!
– Gerne geschehen, das ist selbstverständlich!

 

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Abstieg zum Riu Madriu

 

 

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Herbst im Vall Madriu

 

Auf der Rückfahrt öffnet sich uns ein schöner Blick auf Andorra la Vella. Dieses Bild zeigt deutlich, wie sich die Häuser in das schmale, steile Haupttal zwängen.

 

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Andorra la Vella im Abendlicht

 

Wir sind 7 ½ Stunden gewandert und sehr müde. Deshalb suchen wir uns keinen neuen Übernachtungsplatz, sondern fahren zum dritten Mal zum Einkaufszentrum in Sant Julià de Lòria.

Link zur Wanderung über den Pass Collada del Maiana: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wir glaubten, das 2.65 Meter höher sind als 2.50 Meter

16. Oktober 2016

Wir fahren Richtung Coll d’Ordino. Der Weg schlängelt sich oberhalb von Canillo den Berg hoch. In diesem Seitental wurde fleissig gebaut, wie das Bild zeigt.

 

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Blick auf Canillo

 

Plötzlich entdecken wir weit vorne eine menschliche Figur, die vor einer Aussichtsplattform sitzt.
Das wollen wir uns ansehen.

 

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Wer sitzt denn da?

 

Die Strasse führt nun an einem unbewohnten Bergtal vorbei. Die Hütten lassen vermuten, dass hier im Sommer Kühe weiden.

 

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Val Riu de Montaup

 

Ein paar Kehren weiter fahren wir auf den Parkplatz vom Mirador Roc del Quer.

Ein imposantes Kunstwerk ragt hier in den Himmel. Drei hohe Baumstämme stehen in ihrer ganzen Grösse und wurden mit der Motorsäge zurecht geschnitten.

 

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„Drei Totems“ des mexikanischen Künstlers Jorge Dubón (1991)

 

Ein Weg führt daran vorbei und dann sehen wir ihn, den Mirador Roc del Quer. Aber wo ist jetzt die Person, die wir von unten auf einem Balken sitzend gesehen haben?

 

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Mirador Roc del Quer

 

Ah! Der Weg führt hier links vorbei und weiter hinunter.
Plötzlich sehen wir ihn.
Nackt, wie der argentinische Künstler Miguel Ángel González ihn erschaffen hat, sitzt er auf einem Eisenträger, der die Aussichtsplattform überragt, weit über dem Abgrund.

 

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Statue von Miguel Ángel González

 

Ruhig schaut er das Haupttal hinauf zum Pas de la Casa.

 

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Blick auf Canillo und zum Pas de la Casa

 

Wir staunen, dass diese Figur vor uns den Ausblick nicht etwa stört, sondern sogar bereichert, während wir uns sonst oft ärgern, wenn andere Besucher vor uns stehen und scheinbar nicht zur Seite rücken wollen.

Danach wollen wir auf den Pass Coll d’Ordino.
Kurze Zeit später spannt sich eine Höhenbegrenzung auf 2,5m über die Strasse. Wir meinen beide, diese sei deutlich höher. Sicherheitshalber kehren wir trotzdem um. Unser NOBIS ist 2.65 Meter hoch und wir wollen später nicht in einem Tunnel stecken bleiben und Wenden ist auf der schmalen Strasse schwierig.

Wir fahren deshalb zurück nach Canillo, das Haupttal hinab und versuchen den Pass von der anderen Seite zu knacken.

 

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Überlebenskünstler am Strassenrand

 

Doch auch hier bietet sich die selbe Situation. Diesmal wagen wir uns aber unter der Höhenbeschränkung hindurch und fahren unbehindert bis auf den Pass und darüber hinaus bis zur Höhenbegrenzung auf der anderen Seite, wo wir auf dem Parkplatz mit schöner Talsicht bleiben und übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Mysteriöse Bauten und eine Brücke aus Stein

17. Oktober 2016

Um 8:30 Uhr kommen Bauarbeiter und fangen an den Schutthügel neben dem Picknickplatz weg zu baggern. Schlussendlich stehen drei Lkws bereit. Wir beschliessen unseren Platz zu verlassen und frühstücken auf dem Picknickplatz oberhalb von Ordino.

Danach fahren wir über Arcalis hinaus noch ein ganzes Stück den Berg hoch.
Hier stehen einige winzige Steinhäuser mit kleinen Einfriedungen aus Stein. Alles zu klein um Tiere einzusperren oder als Schutzhütten für Hirten. Wozu mögen diese gedient haben?
Annette fragt holländische und russische Touristen, die mit Bussen angekarrt worden sind, aber keiner weiss etwas Genaueres dazu.
Nichtsdestotrotz fotografieren wir alle diese pittoresken Steinbauten, die in der archaischen Berglandschaft entfernt an mongolische Jurten erinnern.

 

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Am 30. Oktober müssen wir in Lissabon sein, deshalb fahren wir noch heute zurück ins Haupttal und dann über die Grenze nach Spanien.

Die „Pont Romantik“ bei El Serrat veranlasst uns zu einem letzten Fotostopp in Andorra und wir sind froh, dass wir diesen selber bestimmen können und nicht von einem Reisebusfahrer verordnet bekommen. 🙂

 

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„Pont Romantik“ bei Ordino

 

 

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Wunderschön gearbeitete Bogenbrücke

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Der weite Weg über die Grenze

 

Richtung Lissabon

4. Oktober 2016

Wir halten mehr oder weniger den Kurs nach Lissabon. Von dort werden wir am 30. Oktober auf die Azoren fliegen, wo wir, wie bereits vor zwei Jahren, für ein paar Wochen „Housesitter“ werden. Doch mehr darüber später.

Auf Nebenstrassen fahren wir gemütlich durch die reizvolle Gegend.

 

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Puy Griou

 

Gegen Abend lesen wir auf einem Wegweiser: „Chapelle du Pont“. Wir biegen ab und finden einen kleinen Parkplatz direkt am Bach La Rance, der munter über die Steine plätschert.

Ein kurzer Spaziergang bringt uns zu der Chapelle de Notre Dame du Pont. Direkt an die kleine Kapelle ist ein Wohnhaus angebaut. Ob hier einst der Pfarrer gewohnt hat?
Wir staunen über die zweckmässige, aber ungewohnte Kombination.

 

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Chapelle de Notre Dame du Pont

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Grotte Pech Merle

5. Oktober 2016

Nach Figeac biegen wir ab ins Vallée du Célé, ein hübsches Tal mit steilen Felswänden und einem sich wild schlängelnden Flüsschen.
Wir schlendern durch das verschlafene Dörfchen Espagnac-Sainte-Eulalie. Eine übergrosse Holzstatue, die einen Pilger zeigt, ist das einzige menschliche Wesen, das wir antreffen.

 

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Pilger mit Jakobsmuschel in Espagnac-Sainte-Eulalie

 

Mehrmals schon sind uns Äcker mit eigenartigen Gewächsen aufgefallen. Sie sehen aus wie Maisstauden, doch fehlen die Kolben und oben wachsen so eigenartige Saattrauben.
Bei Brengue können wir nicht mehr daran vorbeifahren. Wir halten an und fotografieren das für uns unbekannte Gewächs.
Später klärt uns Wikipedia auf, dass es sich um Mohrenhirse handelt. Sie wird vornehmlich für die Produktion von Mehl und als Futter für Vieh verwendet und ist das Getreide, das 2010 die fünft grösste Anbaufläche weltweit aufwies – nach Weizen, Reis, Mais und Gerste.

Einmal mehr ist der Beweis erbracht, dass Reisen und selbstverständlich auch das „unserwegs-Lesen“ bildet. 😉

 

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Mohrenhirse (Sorghum bicolor)

 

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Fruchtstand der Mohrenhirse

 

An vielen Stellen drängen sich alte Häuser direkt an die Felswände des Tales. So wurde früher wohl wertvolles Acker- und Weideland geschont und die Häuser vor Überschwemmungen geschützt.
Es gibt aber auch heute noch Bauherren, die diese traditionelle Bauweise übernehmen und ihr neues Haus an die zum Teil überhängenden Felsen „kleben“.

 

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Neubau bei Marcilhac-sur-Célé

 

In Cabrerets gibt es zwar kein Cabaret, dafür aber „Pech Merle“, ein sehenswertes Höhlensystem mit ausserordentlich gut erhaltenen prähistorischen Malereien.

Auf einer langen Infotafel lässt sich die Zeit nachempfinden, die seit der Entstehung der Höhle vergangen ist.

 

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Zeitachse: Entstehung der „Pech Merle“ bis heute

 

Wir buchen eine Führung und lassen uns von der Unterwelt verzaubern. Der Weg führt durch Tropfsteinhöhlen. Immer wieder erklärt unser Guide die Zeichnungen an den Wänden und Decken, die vor rund 30’000 Jahren entstanden sind.
Es ist unglaublich, wie nahe man so der Vergangenheit kommt.

Die Bilder sind alle Originale und nicht, wie zum Teil in anderen Höhlen, Nachbildungen. Zum Schutz der Kunstwerke werden pro Tag nur eine bestimmte Anzahl Besucher durch die Gänge geführt und das Höhlenklima und die Luftzusammensetzung werden ständig überwacht.

Da Fotografieren in dieser Unterwelt strikt verboten ist, zeigen wir das Bild eines Wandteppichs, der das ursprüngliche Bild gut trifft.

 

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„Les Chevaux ponctués“ (Das Original ist 29’000 Jahre alt.)

 

Link zur Infoseite von Pech Merle:

 

Nach diesem eindrücklichen Besuch in der Tiefe geht es wieder in die Höhe.

Wir fahren nach Saint-Cirq-Lapopie.
Es ist bereits später Nachmittag und deshalb verschieben wir den Besuch dieses historischen Dorfes auf morgen.

 

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Saint-Cirq-Lapopie

 

Die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz gestaltet sich, wie meistens in der Nähe von touristischen Hotspots, eher schwierig.
Einige Kilometer von Saint-Cirq-Lapopie wollen wir in der Nähe von Berganty auf einem kleinen Platz direkt an der Nebenstrasse übernachten.
Das Nachtessen ist beinahe fertig gekocht, als sich eine junge Frau mit ihrem Hund nähert und unser Wohnmobil ansteuert.

Werden wir nun weggeschickt?

Weit gefehlt!

Die Unbekannte teilt uns mit, dass wir auf ihrem Grundstück in der Nähe übernachten dürften, da es dort ruhiger sei, als hier, direkt an der Strasse.
Wir nehmen dankend an.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Saint-Cirq-Lapopie

6. Oktober 2016

Heute besuchen wir Saint-Cirq-Lapopie. Das Dorf liegt hoch über dem Fluss Lot auf einem Felsen.

 

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Blick von Saint-Cirq-Lapopie auf den Lot

 

Die aussergewöhnliche Lage auf den Klippen und die schönen alten Bauten ziehen viele Touristen an. Die Restaurant- und Café-Dichte ist deshalb sehr hoch.

 

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„Lou Faouré“

 

 

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„L‘ Auberge du Sombral“

 

 

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„La Terrasse“

 

Aber auch gewöhnliche Wohnhäuser wissen zu gefallen.

 

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Hübsches Eckhaus

 

Beim Schlendern durch die Gassen entdeckt man immer wieder pittoreske Details, die zum genaueren Hingucken verleiten.
Zum Beispiel:

 

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Hast du die „Schmuckstücke“ am mittleren Haus entdeckt?

Hier etwas grösser:

 

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Vor allem die alten Türen mit ihren Klopfern haben es Beat angetan. Zum Glück gibt es heute im digitalen Zeitalter keine 36er Filme mehr. In Saint-Cirq-Lapopie hätte er mehrere davon verbraucht.

 

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Nachdem wir gestern in die prähistorische Zeit abgetaucht sind, interessiert uns natürlich brennend, was hier im vorletzten Jahrhundert so alles geschehen ist.

Wir haben Glück: an einem Haus finden wir eine informative Tafel.

 

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Aha … ?!?

 

Für nicht Frankofone übersetzen wir sinngemäss: „Hier ist am 17. April 1891 überhaupt rein gar nichts passiert“.

Wir haben uns sattgesehen und spazieren zurück zu unserem Wohnmobil. Ein Hausrotschwanz schaut uns interessiert nach.

 

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Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)

 

Annette entdeckt auf dem Navi bei Montcuq einen See mit Picknickplatz.
Wir fahren hin, braten dort unsere letzten Cervelats aus der Schweiz und geniessen anschliessend ein Bad im See.

 

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Lac de Montcuq

 

Am späteren Abend fährt ein weiteres Wohnmobil auf den riesigen Parkplatz. Ein Mann steigt aus und führt seinen Hund spazieren. Dabei pfeift er virtuos einige Melodien.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Ziegenkäse-Empfehlung

7. Oktober 2016

Wir kommen mit unserem Nachbarn Mike ins Gespräch. Er stammt ursprünglich aus Grossbritannien, lebt aber seit Jahren hier in der Nähe.
Er ist in Scheidung, sucht nun das einfache Leben und wohnt vor allem im Wohnmobil. Mike empfiehlt uns eine kleine Wanderung hoch zur Kapelle über dem See.
Danach könnten wir ja noch zusammen Kaffee trinken. Er müsse zuerst nach Cahors fahren zum TÜV.

Wir spazieren um den Lac de Montcuq und hinauf zur Kapelle, die heute als privates Gebäude genutzt wird.

 

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Lac de Montcuq

 

 

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Detail auf der Wanderung

 

Nach der Wanderung ist auch Mike zurück. Er hat sein WoMo erfolgreich durch die Prüfung gebracht und will damit demnächst nach Portugal an die Algarve aufbrechen.

Wir unterhalten uns angeregt – mal auf Englisch, mal auf Französisch – bei Tee und Guetzli und feinem Ziegenkäse, den er mitgebracht hat.
Er erklärt uns, wo man den leckeren Käse direkt beim Erzeuger kaufen kann und wir fahren später extra nach Le Cluzel und decken uns mit drei verschiedenen Sorten ein.

Dann gehts wieder zurück an den Lac de Montcuq.

Link zur Wanderung um den Lac de Montcuq und auf die umliegenden Hügel: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auch wir fahren nach Auch

8. Oktober 2016

Auch wir müssen, wie wohl viele Deutschsprechende, das Ortsschild von „Auch“ fotografieren.

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Übrigens: folgendes Schild heisst nicht etwa: „Auch nicht“, sondern zeigt lediglich das Ende der Ortschaft „Auch“ an.

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Doch nun ist genug geblödelt!

Wir wollen weiter auf Nebenstrassen Richtung Portugal.

Unterwegs stossen wir auf den hübschen Picknick-Platz an der Petite Baïse von L‘ Île-de-Noé und beschliessen spontan hier zu bleiben.

Der Platz ist überschattet von grossen Platanen, in das Rauschen des Flusses mischt sich Musik aus einem der Häuser. Als auch noch ein verschmuster Golden Retriever vorbeischaut, fühlen wir uns rundum wohl.
Bei Sonnenuntergang verabschiedet ein Gockel lautstark und mit viel Ausdauer die Sonne. Leider haben wir keine Studien zum Thema: „Tag-Nacht-Umkehr bei Hähnen“ gefunden.

 

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An der „Petite Baïse“ von „L‘ Île-de-Noé“

 

Am Stamm einer Platane direkt neben unserem NOBIS wacht eine Ratte. Wir können deshalb beruhigt schlafen gehen.

 

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Wachsame Ratte

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Nous nous arrêtons en Arette

9. Oktober 2016

Die Temperaturen sind angenehm und wir frühstücken draussen an einem der Picknicktische.

 

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Frühstück an der „Petite Baïse“

 

Danach fahren wir weiter Richtung Süden. Morgen wollen wir die Grenze zu Spanien überqueren.

Unterwegs sehen wir Mähdrescher, die etwas ernten, das wir nicht kennen. Wieder müssen wir fotografieren und uns danach schlau machen, um was es sich handelt.

 

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Die „biologisch Gebildeten“ werden es herausgefunden haben: es sind Sojabohnen.

 

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Sojabohne (Glycine max)

 

Im schmucklosen Arette nächtigen wir auf einem offiziellen und kostenlosen Stellplatz.

Der Spaziergang durch das Dorf bringt uns einige Baumnüsse ein, die auf dem Weg liegen.

Auf einer Infotafel sehen wir, dass es in der Nähe schöne Wanderwege gibt.
Morgen soll die Sonne scheinen und wir wollen einen der umliegenden Hügel besteigen, deshalb fotografieren wir schon mal die gezeichneten Wanderrouten.

Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt ….

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Nicht 52 km bis zur Grenze, sondern 340 km!

10. Oktober 2016

Als wir aufstehen ist der Himmel wolkenlos, ein idealer Wandertag.
Bis zur Grenze nach Spanien sind es nur noch 52 km und kurz davor beginnt der Rundwanderweg über den Pic Soulaing – ideal für uns.

Nach dem Frühstück erledigen wir im kleinen Dorfladen unsere Einkäufe und loggen uns vor dem Tourismusbüro noch schnell ins Internet ein.

Plötzlich realisiert Beat, dass heute Abend die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft in Andorra einen WM-Qualifikationsmatch spielt.
Andorra, das liegt doch hier gleich in der Nähe … oder?
Wir konsultieren die Karte. Andorra liegt nicht weit entfernt, aber die Strasse führt in einem weiten Bogen um die hohen Berge der Pyrenäen dorthin. Bis zur Grenze sind es so 340 km und nach Andorra la Vella 28 km weiter.

Wir sind den Tag gemütlich angegangen und es ist bereits nach 11:00 Uhr, trotzdem, das sollte noch zu schaffen sein.
Wir fahren los und da wir genügend Zeit haben, nicht auf der Autobahn, sondern auf landschaftlich schönen Strecken.
Unsere Frau vom Navi empfiehlt uns mit sanfter Stimme eine besonders schöne Route. Wir folgen ihrem Rat und fahren auf schmalen gewundenen Wegen über die Berge, durch eine wunderschöne Gegend, aber – der Diesel wird langsam knapp und die Zeit läuft uns davon.

Wir wollten eigentlich in Spanien tanken, da der Treibstoff dort günstiger ist, nun vervielfacht sich aber unsere Wegstrecke und hier im Nirgendwo gibt es keine Tankstellen.

Langsam werden wir nervös.

 

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Lordat in den Pyrenäen

 

Irgendwann führt die Bergstrasse dann doch wieder ins Tal und wir gönnen unserem NOBIS ein paar Liter Diesel.
Das reicht bis zur Grenze, wo wir (für 87,5 Cent pro Liter!) den Tank füllen lassen.

Langsam beginnt es zu dämmern und ein Blick auf die Uhr zeigt, es bleibt nicht mehr allzu viel Zeit bis zum Anpfiff Andorra gegen die Schweiz.

Ob wir es noch schaffen …?

Das erfahrt ihr schon bald, denn hier endet Frankreich und damit auch unser heutiger Blogbeitrag. 😉

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Frankreich im Herbst

 

Bonjour, la France

28. September 2016

Heute überqueren wir bei Les Rousses die Grenze nach Frankreich.

 

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Gegend von Coisia

 

Wir wollen abseits der Autobahnen möglichst auf landschaftlich schönen Strecken durch Frankreich zuckeln.
Nach einigen Kilometern finden wir in Thoirette einen Platz direkt am gestauten Fluss Ain.

 

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Schwan auf dem Ain

 

Wir geniessen den schönen Abend und kleben Frankreich auf unsere Europakarte.

 

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Die Karte füllt sich langsam.

 

Quizfrage: wer entdeckt das dritte grüne Land? (Kleiner Tipp: wenn man auf das Bild klickt, wird es grösser, wie alle unsere Fotos.)

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Viadukt von Cize-Bolozon

29. September 2016

Wir folgen einer Umleitung. Kurz vor Cize entdecken wir unten im Tal einen Doppel-Viadukt.

 

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Viaduc de Cize-Bolozon

 

Wir verlassen unsere Route und machen einen Abstecher hinunter. Natürlich muss dieses Bauwerk gebührend fotografiert werden. Dazu geht Beat zu Fuss auf die andere Seite und Annette soll mit dem Wohnmobil später folgen.

Plötzlich hält ein alter Renault neben ihr. Ein Mann steigt aus und fragt freundlich, ob sie sich verirrt habe. Er lädt sie ein. Im Dorf Daranche, auf der anderen Seite des Flusses gebe es eine Bar.
Als er erfährt, dass ihr Mann von drüben fotografieren will, fährt er kurz entschlossen zu Beat, um auch ihn einzuladen.

 

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Da gehts hindurch.

 

 

 

 

 

 

 

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Selbst von der Strasse aus eine imposante Höhe

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Über uns fahren die Eisenbahnzüge, …

 

 

 

 

 

 

 

 

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…  wir fahren unten durch.

 

Wir folgen dem leutseligen Christian in die Bar. Es ist kurz nach 10.00 Uhr am Morgen, doch scheint das Glas Wein, das er bestellt, nicht sein erstes zu sein.

Im Gespräch stellt sich heraus, dass Christian als junger Mann in der Schweiz in Montreux als Koch gearbeitet hat.
Der Wirt Bruno ist in den sechziger Jahren von Belgien hierher ausgewandert. Wir staunen, als wir hören, dass sein Grossvater 19 Geschwister hatte. Das kann man sich heute kaum mehr vorstellen.

Wir erfahren, dass der TGV auf seiner Strecke Genf – Paris über diesen Viadukt fahre und dabei die Geschwindigkeit auf 60 km/h drosseln müsse.
Und wie zum Beweis, fährt dieser wenige Minuten später wirklich über die Brücke.

Nun müssen wir Christian unbedingt zusammen mit dem Wirt ablichten.

 

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Christian und Bruno

 

Als Christian merkt, dass wir die Getränke bezahlt haben, will er uns unbedingt zu einem weiteren (für uns Kaffee) einladen.
Wir wollen jedoch weiter fahren und verabschieden uns von den zwei freundlichen Männern.

Nun fahren wir auf Nebenstrassen durch Rebberge.

 

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La Chapelle

 

Unterwegs entdecken wir ein sonderbares Schauspiel.
Tausende von kleinen Mücken schweben in der Luft und werden vom Wind in immer neue Formationen geblasen. Wir geniessen diese „Live-Performance made by nature“.

 

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Mückenschwarm im Wind

 

Der Herbst zieht langsam ins Land, das Laub färbt sich bunt. Am schönsten leuchten die roten Blätter der Reben in der Sonne.

 

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Herbstblätter der Weinrebe

 

Auf dem Col de la Luère, finden wir einen Übernachtungsplatz. Der Picknickplatz liegt in einer Haarnadelkurve, ist jedoch durch Bäume und Büsche von der Strasse abgeschirmt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Pass (Col de la Luère) zu Pass (Col du Béal)

30. September 2016

Schon frühmorgens rollt der Verkehr wieder über den Pass, aber wir bleiben ungestört.
Nach dem Frühstück fahren wir weiter. Äcker und Wiesen haben nun die Rebberge abgelöst.

 

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Hügellandschaft bei Chevinay

 

 

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Bibost

 

Beim Château de Couzan machen wir Pause.

 

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Château de Couzan

 

Die Ruine ist nur im Juli und August zugänglich. Doch gleich daneben gibt es lohnendere Fotosujets: Das Häuschen, in dem im Sommer die Eintrittsbillette verkauft werden, ist selber sehr schmuck.

 

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„Kassenhäuschen“ vom Château de Couzan

 

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First- und …

 

 

 

 

 

 

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… und Dachziegel des Kassenhäuschens

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Col du Béal bleiben wir über Nacht.
Vor dem Nachtessen wandern wir zum Pierre sur Hautes, der gemäss Karte sehr schön sein soll.
Leider ist der Hauptgipfel von einer Militäranlage besetzt und abgesperrt. Was es hier Schönes zu sehen gibt, entzieht sich unserer Betrachtung.
Auf dem Rückweg werden wir aber von der Natur reich entschädigt und ernten zwei Becher voll ausserordentlich aromatische Heidelbeeren. Man merkt, dass sie diesen Sommer sehr viel Sonne abgekriegt haben.
Morgen wollen wir mehr davon ernten.

 

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Blick auf den Col du Béal

 

Link zur Wanderung auf den Pierre sur Hautes: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Fournols, ein Dorf stellt seine Geschichte vor

1. Oktober 2016

In der Nacht hat der starke Wind zwar nachgelassen, dafür regnet es nun am Morgen und ist trüb und kalt. Wir überlassen deshalb schweren Herzens die Heidelbeeren ihrem Schicksal und fahren weiter.

In Fournols ist der Dorfbrunnen mit „eau potable“ angeschrieben. Wir nutzen diese Gelegenheit, um unseren Frischwassertank aufzufüllen.

 

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Frischwassertanken in Fournols

 

Das Wasser rinnt nur sehr spärlich aus der Röhre. Wir haben deshalb Zeit uns ein wenig umzusehen und entdecken an einigen Häusern bebilderte Infotafeln.
Auf ihnen wird jeweils die Geschichte des Hauses und vor allem ihrer ehemaligen Bewohner erzählt. Viele Details lassen uns schmunzeln und verleihen dem eher trostlos wirkenden Dorf etwas Liebenswertes.
Wir erfahren zum Beispiel, dass ein Krämer, auch Arzneien verkaufte, obwohl alle wussten, dass er kein Apotheker ist; eine Händlerin, die neu eingetroffene Ware bis am Wochenende hortete, damit auch die Bauern aus der Umgebung nach dem Kirchgang etwas davon kaufen konnten; der Schneider eigentlich lieber Imker gewesen wäre; die Frau, die als erste mit einem Automobil fuhr, bestaunt und belächelt wurde; die Grossmutter der Wirtin sehr leckere Pastete buk…..

In St.-Germain-l’Herm fahren wir auf den Campingplatz „Le Sauzet“, der eigentlich seit gestern geschlossen ist. Die netten Betreiber verlängern für uns die Saison und wir dürfen sogar im Gästezimmer duschen, da der Boiler der Campingduschen bereits ausgeschaltet ist.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Erneut Übernachten wir auf einem Pass (Pas de Peyrol)

2. Oktober 2016

Den grössten Teil der letzten Nacht haben wir damit verbracht, den letzte Beitrag mit allen Wegstrecken, Fotos und Texten vorzubereiten. Wenn wir mal endlich unbeschränkten Internetzugang haben, müssen wir den auch nutzen!

In der Nähe von Sainte-Florine entdecken wir dieses kleine baufällige Häuschen inmitten eines abgeernteten Ackers. Hat es einst zu Zeiten der Handarbeit als Werkzeugschuppen gedient?

 

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Am Rand des Feldes stehen vereinzelte trockene Karden.

 

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Karden (Dipsacus)

 

In Massiac fahren wir hoch zur Kapelle der heiligen Madeleine. Das im 12. Jh. erbaute Gotteshaus steht zuvorderst auf einem Felsen, hoch über dem Alagnon-Tal.

 

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Chapelle Sainte-Madeleine

 

Nun geht es weiter durch eine karge Landschaft, die uns an die Schottischen Highlands erinnert, das Tal der Impradine hoch zum Pas de Peyrol.

 

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Impradine-Tal

 

Wir parken kurz hinter dem Pass und wandern den breiten, steilen Weg hoch zum Puy Mary. Hier, auf 1787 m ü. M., bietet sich uns eine grandiose Rundsicht.

 

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Blick vom Puy Mary

 

 

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Blick hinunter auf den Pas de Peyrol (1589 m ü. M.)

 

 

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Puy Mary (1787 m ü. M)

 

Das Gipfelkreuz ist hier nicht, wie wir es von vielen Alpengipfeln gewohnt sind, gross und aus Holz, sondern klein und aus Eisen. Zusammen mit der Sonne gibt es trotzdem ein imposantes Bild ab.

 

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Gipfelkreuz auf dem Puy Mary

 

Link zur Wanderung auf den Puy Mary:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Sonnenaufgang auf dem Puy Mary

3. Oktober 2016

Wir stehen bereits um 6:00 Uhr auf. Der Himmel ist wolkenlos und wir wollen heute den Sonnenaufgang auf dem Puy Mary erleben.

Die Nacht war schweinekalt. Die Frontscheibe an unserem NOBIS ist gefroren. Wir sind froh um unsere Dieselheizung, so können wir unser Frühstück trotzdem bei angenehmen Temperaturen einnehmen.

Kurz darauf gehts im Halbdunkeln los.

Auf dem Gipfel weht in ein kräftiger, eisiger Wind. Neben uns sind lediglich drei jüngere Frauen hier heraufgestiegen, die sich nun in mitgebrachte Schlafsäcke kuscheln und auf den Sonnenaufgang warten.

 

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Kurz vor Sonnenaufgang

 

Um 7:50 Uhr ist es dann so weit, die Sonne erscheint am Horizont.

 

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Sonnenaufgang auf dem Puy Mary

 

 

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Erste Sonnenstrahlen auf den umliegenden Berggipfeln

 

Der Schatten des Puy Mary zeichnet sich im Dunst der Ebene ab. Wir stehen auf dem Gipfel und recken unsere Hände in die Höhe, aber unsere Schatten unterschlägt die Sonne. Schade, wir wären für einmal über dem Horizont gestanden. 🙂

 

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Schatten des Puy Mary

 

Eigentlich hätten wir von hier aus zu einer längeren Gratwanderung starten wollen, doch der Wind bläst so eisig kalt, dass wir vom Warten durchfroren sind und keine Lust mehr verspüren, auf dem exponierten Bergrücken zu wandern.
Deshalb steigen wir wieder hinunter zum Pass.

Die Gräser im Schatten sind noch gefroren und mit Reif bedeckt. Diejenigen an der Sonne jedoch schaukeln goldig leuchtend im Wind.

 

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Im Schatten ist noch alles gefroren.

 

 

 

 

 

 

 

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Gräser in der Morgensonne

 

 

 

 

 

 

 

Unten auf dem Pas de Peyrol öffnet der Wirt gerade sein Lokal. Zusammen mit sechs Jägern, die mit einer grossen Hundemeute und viel Gejohle einen einzigen Hasen erlegt haben, wärmen wir uns und unsere Hände an einem warmen Getränk.

 

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Die Gartenwirtschaft lädt noch nicht zum Besuch ein.

 

 

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Gefrorene Tischplatte

 

Der Tag ist noch jung, es gibt noch viel zu entdecken, deshalb machen wir uns auf den Weg.

Zuerst fahren wir durch das schöne Vallée de la Jordanne. Eingangs Mandaille kaufen wir auf einem Bauernhof Ziegenkäse. Wir unterhalten uns längere Zeit mit der Bäuerin. Sie ist erstaunt, dass wir noch keinen „brame de cerf“ (Brunstschrei des Hirsches) gehört haben. Der ertöne hier im Tal überall und wirke in der Nacht unheimlich.

 

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Haus in Mandailles-Saint-Julien

 

 

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Èglise Saint-Laurent, Mandailles-Saint-Julien

 

In Aurillac fahren wir auf der „Route des Crètes“ wieder zurück. Nun geniessen wir den Blick von oben in das Vallée de la Jordanne und über die Hügel.

 

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„Biotopbaum“ an der Route des Crètes

 

 

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Ausblick von der Route des Crètes

 

Nun fahren wir Richtung Col du Pertus. Kurz vor dem Pass finden wir einen schönen Platz mit Sicht über das Tal.
Auf der Infotafel gleich neben dem Picknicktisch ist die „Gorge de la Jordanne“ beschrieben. Die Bilder gefallen uns und da es erst kurz nach 13:00 Uhr ist, beschliessen wir, nochmals in das Tal hinunter zu fahren und diese anzuschauen.
Unten stehen wir vor verschlossener Tür. Die Schlucht ist leider nur bis Ende September geöffnet und der Zugang mit zwei Meter hohen Eisengittern verbarrikadiert.

Nun ist guter Rat teuer. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! (Das war ein kleiner Ausflug in das Reich der Sprichwörter.) 😉

Wir schaffen es wirklich und gelangen in die geschlossene „Gorge“.

Nun haben wir das Flussbett für uns alleine und geniessen den Spaziergang durch dieses Wunder der Natur.

 

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Weg durch die Schlucht

 

 

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Überall trifft man auf  Steinmännchen …

 

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… das „Baumaterial“ liegt ja nahe.

 

 

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Wunderschöne Wegführung durch die Gorge de la Jordanne

 

Auf dem Rückweg zum Wohnmobil finden wir tiefschwarze, aromatische Brombeeren und können unsere Dosen, die wir immer mittragen, mit den süssen Früchten füllen.

Nun fahren wir nochmals Richtung Col du Pertus und stellen unseren NOBIS an den Platz, an dem wir vor wenigen Stunden umgekehrt sind.
Die Sonne scheint und wir nehmen draussen an dem Picknicktisch das Abendbrot ein und lassen den Blick über das Tal schweifen.
Die Ziegenkäse aus dem Tal schmeckt zusammen mit den Pellkartoffeln und dem Salat vorzüglich und zum Dessert gibt es heisse Brombeeren an Naturjoghurt.

Zum Abschluss werden wir gar noch mit einem schönen Abendrot beschenkt – ein perfekter Tag neigt sich dem Ende zu.

 

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Abendrot über dem Vallée de la Jordanne

 

Link zur Wanderung auf den Puy Mary:

Link zur Wanderung durch die Gorge de la Jordanne: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über das Berner Oberland in die Westschweiz

 

Ins Berner Oberland

21. September 2016

Nach einer kurzen Erholungszeit in Wohlen sind wir wieder auf Achse. Wir fahren ins Berner Oberland, wo wir eine Cousine von Beat besuchen wollen.
Doch bereits in Sins lässt uns die schöne alte Holzbrücke über die Reuss einen ersten Zwischenstopp einlegen.

 

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Alte Reussbrücke in Sins

 

 

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In Unterstock werden wir von Dorli kulinarisch verwöhnt und verbringen zusammen einen gemütlichen Abend.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kreuz und quer durchs Berner Oberland

22. September 2016

Nach einem leckeren Frühstück erhalten wir noch delikate, regionale Spezialitäten auf den Weg. Herzlichen Dank, Dorli, für alles.

Nach einem kurzen Abstecher ins Urbachtal fahren wir weiter nach Brienzwiler, zum Freilichtmuseum Ballenberg.

 

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Urbachtal, Innertkirchen

 

Ausgangs Meiringen stoppt uns die Polizei. Wir müssen warten, bis der Alpabzug unsere Strasse gequert hat.
Als ehemalige Alphirten betrachten wir etwas wehmütig , wie die geschmückten Kühe an uns vorbeidefilieren.

 

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Alpabzug in Meiringen

 

 

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Es gibt sie noch, die Kühe mit Hörnern!

 

Wir erreichen das Freilichtmuseum Ballenberg erst nach Mittag und beschliessen den Besuch auf Morgen zu verschieben, um mehr Zeit zu haben.

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz fahren wir dem Brienzersee entlang nach Interlaken.

 

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Oberried am Brienzersee

 

 

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Mönch und Jungfrau

 

Wir finden weder am See, noch im abgelegenen Isenfluh einen geeigneten Platz, wo das Parken für Wohnmobile über Nacht erlaubt wäre, deshalb fahren wir nach Habkern.
Hier wachsen im Wald Pfifferlinge und Semmelstoppelpilze, was heisst, dass unser Menüplan für das Nachtessen gegeben ist.
Auch Sonderbares treffen wir an: Hier wird das Brennholz nicht nur gespaltet aufgeschichtet, eine fein säuberlich gedeckte Holzstapel besteht gar aus ganzen Baumstämmen.

 

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Gestapelte Baumstämme

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Freilichtmuseum Ballenberg

23. September 2016

Am Morgen fahren wir zurück zum Freilichtmuseum Ballenberg und pünktlich um 10:00 Uhr, als die Tore öffnen, stehen wir vor dem Eingang des Ausstellungsgeländes.

Der „Ballenberg“ liegt in der Nähe von Brienz im Berner Oberland. Auf einer Fläche von 66 ha werden über 100 originale, jahrhundertealte Gebäude aus allen Landesteilen der Schweiz, einheimische Nutztiere und historische Nutzpflanzen gezeigt. Die Häuser wurden an ihren ehemaligen Standorten sorgfältig demontiert und hier wieder aufgebaut und wo nötig restauriert. Die meisten sind getreu ihrer Zeit mit alten Möbeln, Haushaltsgegenständen und Kleidungsstücken ausgestattet.

Bereits im ersten Haus, einer Fabrikantenvilla, verbringen wir zwei Stunden.

 

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Fabrikantenvilla aus Burgdorf von 1872

 

Hier werden Volkstrachten und vieles zur Schweizer Volksmusik gezeigt. Über Kopfhörer krigt man einen Eindruck über die Vielfalt der regionalen Volksmusikstile und die unterschiedlichen Instrumente, die gespielt werden.
Am besten gefallen uns die sogenannten „Unnützen Musikinstrumente“. Wir staunen über die Töne, die Efeublatt, Besen, Rasseln aus Kronenkorken, Flöten aus Maisstängeln, singende Säge, Haarkämme, alle möglichen Klappern und, und, und … von sich geben.

Einige Häuser weiter schockiert uns die Ausstellung: „Verdingkinder reden – Enfances volées“.
Es ist unglaublich aus welch nichtigen Gründen noch vor wenigen Jahren Kinder ihren Familien „von Amtes wegen“ entrissen und fremdplatziert wurden. Viele wurden von ihren Wirtsleuten misshandelt und als billige Arbeitskraft missbraucht.
Nur sehr zögerlich zeigte sich die offizielle Schweiz bereit, das Unrecht zuzugeben und sich für die Missstände zu entschuldigen. Um eine finanzielle Entschädigung der oft traumatisierten Betroffenen, denen nebst der Kindheit auch die Zukunft geraubt wurde, wurde lange gerungen.

Wer sich intensiver mit diesem Thema beschäftigen möchte, hier der Link: wiedergutmachung.ch

 

Nach diesem bitteren Teil der Schweizer Geschichte brauchen wir einen Moment, um uns wieder am schönen Wetter und all den eindrucksvollen alten Gebäuden zu erfreuen.

 

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Bauernhaus mit Wirtsstube, Rapperswil (BE) von 1837

 

 

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Stöckli, Detlingen/Radelfingen (BE) aus dem 18. Jh.

 

 

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Kornspeicher, Ostermundigen (BE) von 1760

 

 

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Schmiede, Bümpliz (BE) aus dem 19. Jh.

 

Auf dem Ballenberg erhält man einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren.

Im Häuserkomplex der „Case rurali“ ist zum Beispiel eine Ausstellung über die Kastanie untergebracht. Die Esskastanie war das „Brot“ der Südschweizer und hat in Krisenzeiten viele vor dem Verhungern gerettet.

 

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Case rurali, Cugnasco (TI) von 1843/1857

 

Auch heute noch wird im Tessin Tabak angepflanzt und verarbeitet.

 

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Tabakpflanzen

 

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Blüte der Tabakpflanze

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Viele alte Nutztierrassen haben auf dem Ballenberg ihr Zuhause.

 

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Der Hahn des Appenzeller Barthuhns …

 

 

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… trägt bunte Federn.

 

In einer alten Sägerei entdecken wir folgenden Sinnspruch:

 

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Wie wahr!

 

Um 17:00 Uhr schliessen die Tore des Freilichtmuseums. Wir haben in den sieben Stunden nur einen Teil des Geländes besuchen können, sind aber auch so voller Eindrücke.

Die Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz vor dem Ausstellungsgelände.

Link zum Freilichtmuseum Ballenberg:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

In den Kanton Freiburg

24. September 2016

Auf einem Abstecher nach Frutigen kaufen wir im Tropenhaus eine „Kräutermischung für Fisch“.
Annette hat herausgefunden, dass sich dieses Gewürz auch vorzüglich für Rührei eignet. (Übrigens, das ist keine Werbung, das ist ein persönlicher, kulinarischer Geheimtipp!)

Nun gehts weiter durch das Simmental und über den Jaunpass in den Kanton Freiburg.

 

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Blick zurück ins Simmental

 

Nach dem Pass entdecken wir kurz vor dem Dorf Jaun einen Wegweiser, der in fünf Kilometern Entfernung eine Feuerstelle verheisst.
Wir fahren den Berg hoch und finden einen Platz, schön gelegen und perfekt eingerichtet mit Feuerstellen, Grill, Brennholz, Beil, Tischen und Sitzgelegenheiten aus Felsbrocken.

Die am Feuer gebratenen Cervelats schmecken vorzüglich.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf das Bäderhorn

25. September 2016

Das Wetter ist schön, wir wollen wandern.
Zuerst fahren wir weiter den Berg hoch, bis zu einem kleinen Parkplatz auf der Alp Rohrbode.
Dort kommen wir mit der Älplerin ins Gespräch, die uns die Wanderung um das „Bäderhore“ empfiehlt.

 

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Gipfel des Schafbergs

 

Wir umwandern diesen Berggipfel nicht nur, sondern besteigen ihn auch.
Oben angekommen geniessen wir mit rund dreissig anderen Ausflüglern die Aussicht. Leider ist es sehr diesig und Eiger, Mönch und Jungfrau, sowie das Matterhorn in der Ferne sind nur schemenhaft zu erkennen. Bei klarer Fernsicht bietet dieses Bäderhorn (2009 m ü. M.) ein grandioses Panorama.

Wie schon oft erlebt: wenn der Blick in die Ferne schwierig ist, findet man zu Füssen oft Schönes. Unter uns liegt ein herbstlich gefärbtes Moor.

 

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Moor am Fusse des Bäderhorns

 

Nun steigen wir wieder vom Gipfel und setzen unsere Rundwanderung über die Alpweiden fort.

 

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Eine einsame Alphütte wartet auf den nächsten Sommer.

 

Nach dreieinhalb Stunden Wanderzeit sind wir wieder zurück bei unserem Wohnmobil.

Die Nacht verbringen wir nochmals auf dem lauschigen Picknickplatz von gestern.

Link zur Wanderung um und auf das „Bäderhore“: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lavaux, ein UNESCO-Weltkulturerbe

26. September 2016

Wir nähern uns Frankreich über das Lavaux. Die Rebberge hoch über dem Genfersee sind beeindruckend und zählen zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Erinnerungen an unsere Fernwanderung über den Alpenpanoramaweg im Jahr 2010 werden wach.
Damals stiefelten wir im „Wonnemonat Mai“ den nationalen Fernwanderweg von Rorschach am Bodensee nach Genf; rund 510 km. Nach drei Wochen Sch…wetter mit Nebel, Regen und Schnee, wurden wir hier im Lavaux die letzten Tage von der Sonne geröstet und holten uns einen schmerzhaften Sonnenbrand.

 

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Blick vom Lavaux auf den Genfersee

 

 

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Rebberge bei Chardonne

 

Die vielen Trauben, die an den Reben in der Sonne reifen, versprechen ein gutes Weinjahr.

 

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Potentieller Rotwein …

 

 

 

 

 

 

 

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… und Weisswein

 

 

 

 

 

 

 

Die Strassen im schönen Lavaux sind eng und Plätze zum Übernachten kaum auffindbar.

Deshalb fahren wir weiter auf den Jura.
Etwas ausserhalb von Romainmôtier finden wir einen grossen Parkplatz. Das Dorf ist sehr hübsch. Alte gepflegte Häuser sammeln sich um das ehemalige romanische Kloster.

 

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Idyllisches Café im ehemaligen Klosterhof von Romainmôtier

 

 

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Klosterhof von Romainmôtier

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf der Suche nach einer LED-Lampe

27. September 2016

Beats Bettlampe funktioniert nicht mehr. Das Ersatzteil, das wir mitführen, brennt lediglich wenige Minuten bis auch dieses den Geist aufgibt.
So viel zum Thema der Lebensdauer dieser LED-Leuchten.

Zum Glück haben wir beim Tourismusbüro von Romainmôtier guten Internetempfang und können uns zwei Adressen von Camper-Servicestellen herausschreiben, die auf unserem Weg nach Frankreich liegen.

Zuerst fahren wir jedoch an den Lac de Joux.
Kurze Zeit drohen dunkle Wolken mit Regen, doch scheint die Sonne scheinen zu wollen und verjagt die düsteren Gesellen.

 

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Licht und Wolken

 

Der Lac de Joux liegt schön eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln.

 

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Lac de Joux

 

 

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Le Pont am Lac de Joux

 

Wir spazieren durch Le Pont, ein verschlafenes Dörfchen am Nordende des Sees.

Nun wird es Zeit weiterzufahren, wir müssen ja noch den defekten Spot ersetzen.
In Gland erfahren wir, dass er nicht mehr funktioniert (was wir ja selber herausgefunden haben) und dass sie keine LED-Lampen an Lager hätten.

Kein Problem, vor der Grenze gibt es ja noch einen weiteren Camper-Service.

In Nyon führen sie aber ebenfalls keine der gewünschten Leuchten, dafür wissen sie, dass es weiter Richtung Frankreich keinen Camper-Shop mehr gibt.
Der nette Herr empfiehlt uns ein Geschäft in Etagnières. Das liegt rund 50 Kilometer nördlich und wir wollen eigentlich südwärts.

Zähneknirschend machen wir uns trotzdem auf den Weg in die falsche Richtung. Denn am Abend im Bett nicht lesen zu können, das ist eine massive Einschränkung der Lebensqualität, und läuft vermutlich gar unter Folter.

In Etagnières werden wir endlich fündig und Annette montiert das gesuchte Ding gleich an Ort und Stelle. Nur so zur Sicherheit…..

Diese Nacht schlafen wir auf dem gut frequentierten Parkplatz beim Vita Parcours in Romanel-sur- Lausanne.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf nach Frankreich

28. September 2016

Heute fahren wir über die Grenze nach Frankreich …

… doch mehr darüber erfährst du im nächsten Beitrag. 😉

… OK, wir lassen mit uns reden und liefern hier, sozusagen als Vorschau, die heute gefahrene Strecke. 🙂

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Graubünden

 

Flond

30./ 31. August 2016

Wir fahren von Liechtenstein in die Schweiz. In Flond verbringen wir zwei wunderschöne Tage mit Heidi und Armin, die uns auch kulinarisch verwöhnen.
Herzlichen Dank!

Link zur Strecke vom 30. August:

 

 

Wanderung durch die Ruinaulta

1. September 2016

Nach zwei Tagen Schlemmen ist dringend Bewegung angesagt.
Von Castrisch aus wandern wir durch die Rheinschlucht „Ruinaulta“ hinunter nach Versam.

 

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Rheinschlucht

 

Unterhalb von Valendas führt der Weg ein Stück weg vom Fluss rechts den Berg hoch und wir werden mit einer schönen Aussicht belohnt.

 

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Blick in die Ruinaulta

 

Ein Stück weiter verengt sich die Schlucht immer mehr. Trotzdem bleibt noch Platz für den Wanderweg und die Eisenbahn.
Wer sich die imposante Klamm ansehen möchte, aber nicht gut zu Fuss ist, hat die Möglichkeit diese zu durchfahren.

 

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Der Glacier Express in der Rheinschlucht

 

Gute Beobachter entdecken in den schroffen Kreidefelsen Pflanzen und Tiere.

 

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Schlafender Hund

 

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Wacher Hund

 

 

 

 

 

 

 

Beat meint beim folgenden Anblick: „Wenn das kein Steinpilz ist, fress‘ ich einen Pfifferling samt Stiel!“

 

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Steinpilz

 

Auch Menschen hinterlassen Spuren. Ein Steinmännchen aus Flusskiesel zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich.

 

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Steinmännchen

 

In Versam kann man mit der Rhätischen Bahn wieder nach Castrisch zurückfahren.
Wir sind jedoch noch frisch und beschliessen weiter zu gehen und auf der anderen Seite hoch über dem Rhein zurückzuwandern.

Nach steilem, schweisstreibendem Aufstieg erreichen wir Conn.
Dort lehnt sich eine Plattform über den Felsen hinaus und gibt die Sicht frei auf den Vorderrhein, der sich 360 Meter weiter unten durch das enge Tal windet.
Dieser Aussichtsturm, der von der Architektin Corinna Menn aus Chur entworfen wurde, heisst „Il Spir“ (romanisch für: der Mauersegler).

 

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Aussichtsplattform „Il Spir“ bei Conn

 

 

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Blick auf den Vorderrhein

 

Im Dorf Conn haben wir Glück. Die Angestellten des Ausflugsrestaurants machen Feierabend und räumen die Terrasse, doch uns zwei müden und verschwitzten Wanderern servieren sie trotzdem noch einen kühlen Trunk.

 

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Blick von Conn Richtung Norden

 

Der Weg zieht sich hin und will nicht enden.

 

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Letzter Blick in die Rheinschlucht

 

Endlich beginnt der Abstieg und nach über sechs Stunden Wanderzeit erreichen wir die Bahnstation Valendas / Sagogn. Natürlich fährt gerade kein Zug und wir wollen nicht warten. Deshalb nehmen wir auch das letzte Stück nach Castrisch unter die Füsse.

Nach 7 1/4 Stunden Marschzeit (Pausen nicht eingerechnet) sind wir müde, aber glücklich wieder bei unserem NOBIS.

Zum Glück finden wir schon sehr bald einen ruhigen Übernachtungsplatz.

Link zur Wanderung durch die Ruinaulta: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über den Albulapass

2. September 2016

Im Rahmen der Art Safiental hat die Künstlerin Jaffa Lam über die Versamer-Schlucht hunderte von Altkleidern aufgehängt, die von der örtlichen Bevölkerung gespendet wurden.
Wir finden diese Wäscheleinen zwischen zwei Brücken witzig.

 

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Bridge-Sewing von Jaffa Lam (Hongkong)

 

An der Strasse zwischen Versam und Bonaduz treffen wir auf einen Aussichtspunkt, der selber schön ist und uns zudem nochmals einen spektakulären Blick auf die Rheinschlucht ermöglicht.

 

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Aussichtspunkt zwischen Versam und Bonaduz

 

Von hier schauen wir ein letztes Mal hinunter auf den Rhein, den eine Gruppe River Rafter befährt und hinüber zum markanten Fil de Cassons.

 

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River Rafting durch die Rheinschlucht

 

 

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Fil de Cassons

 

Weiter geht’s über den Albulapass (2312 m ü. M.), der nur im Sommer offen ist.

 

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Berggasthaus Abula-Hospiz

 

Das Tal dahinter ist hochalpin. Doch die sanft ansteigenden Berge wirken trotzdem lieblich und nicht schroff.

 

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Albulapassstrasse

 

Nun trennt uns nur noch der Ofenpass von unserer einstigen Heimat, dem Val Müstair. Die Passstrasse führt zum Teil durch den Schweizer Nationalpark und die Landschaft ist wesentlich rauer.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf die Alp Champatsch

3. September 2016

Wir schlendern durch das schöne Dörfchen Lü und besuchen Freunde.
Bevor sich alle Dörfer des Tales zur Gemeinde Val Müstair zusammengeschlossen haben, war Lü das höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Dorf Europas.

 

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Dorfbrunnen in Lü

 

 

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Post in Lü

 

Wehmütig spazieren wir hinauf zum Restaurant „La Posa“ auf der Alp Champatsch.

 

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Blick zum Ofenpass mit dem Piz Daint (Mitte)

 

 

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Lü Daint

 

Dieses schnuckelige Alprestaurant haben wir von 2008 bis 2011 selber geführt. Es ist sommers wie winters bequem von Lü, aber auch vom Ofenpass aus erreichbar.
Wir haben viel Herzblut hineingesteckt und konnten uns nur schwer von ihm trennen.

Es freut uns deshalb sehr, dass unsere Nachfolgerin hier ihr Glück gefunden hat.

 

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La Posa, Alp Champatsch

 

Link zum Alprestaurant „La Posa“:

Link zum Spaziergang auf die Alp Champatsch:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Val Müstair, unsere alte Heimat

4. September 2016

Obwohl wir nur drei Jahre hier gelebt haben, fühlen wir uns auch bei diesem Besuch sogleich wieder wie zu Hause. Wir werden freundlich und mit offenen Armen empfangen.
In diesem Tal fühlen wir uns wohl. Wir können uns gut vorstellen, später, wenn wir wieder sesshaft werden, nochmals hier zu wohnen.

In Müstair schlendern wir durch das Dorf.

 

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Kloster Müstair, UNESCO-Weltkulturerbe

 

 

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Müstair

 

Wir erfreuen uns an den schmucken Häusern und den vielen liebevollen Details.
Vor dem Hotel Helvetia trifft zum Beispiel eine eiserne Gesellschaft ein und die Speisekarte wird in einem geöffneten Koffer präsentiert.

 

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Originelle Reisegesellschaft vor dem Hotel Helvetia in Müstair

 

Wir wollen unseren alten Freund Willi Fiolka in seiner „Kleinen Galerie“ besuchen.
Neben der Eingangstüre wartet einer seiner Tausendfüssler, doch Willi selber ist leider nicht zu Hause.

 

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Tausendfüssler von Willi Fiolka

 

Eine Tafel an der Wand informiert uns, dass heute „zu“, da „nicht da“ ist.

 

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Trotzdem wagen wir einen Blick über die Mauer in den Garten, in dem einige seiner Eisenskulpturen stehen, die er allesamt aus alten Gebrauchsgegenständen zusammengeschweisst hat.

 

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Unser Tipp:
Ein Besuch in der „Kleinen Galerie“ in Müstair lohnt sich alleweil.

Nun fahren wir zurück nach Santa Maria, wo wir eine Zeitlang an der schönen Plattamala gewohnt haben.

 

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Plattamala, Santa Maria Val Müstair

 

Schweren Herzens verlassen wir dieses ausserordentlich schöne Tal wieder, fahren über den Ofenpass zurück ins Engadin und übernachten kurz vor der Flüelapasshöhe.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zurück ins Unterland

5. September 2016

Die Nacht war kalt (3° C) und am Morgen mischen sich gar einzelne Schneeflocken in den Regen.

Der Flüelapass ist einiges rauer als der Albula. Die Weiden sind mit Felsbrocken übersät.

 

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Flüelapass

 

Heute geht es ins Unterland, in den Kanton St. Gallen.
Vor wenigen Tagen haben wir vom Kuhgrat in Liechtenstein auf das kleine Dorf Gams hinuntergeschaut.

Dort besuchen wir Freunde und werden ein weiteres Mal köstlich bewirtet.
Herzlichen Dank, Daniela und Michi!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wohlen

6. September 2016

Wir fahren durch das Toggenburg nach Wohlen, wo wir unseren offiziellen Wohnsitz haben.

 

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Churfirsten vom Toggenburg aus gesehen

 

Hier sind wir bei Sandra und Mark und Jonas ein weiteres Mal herzlich willkommen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Dies und das erledigen

7. – 20. September 2016

Die nächsten Tage erholen wir uns von den Reisestrapazen und erledigen all die Dinge, die durch unser Reisen liegengeblieben sind.
Das Wohnmobil wird nach Unnützem durchforstet und der Kleidervorrat aus unserem Lager wieder aufgefüllt.
Auch die Eierkartons aus halb Europa werden nun entsorgt.

 

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Eierkartons als Erinnerungen an bereiste Länder

 

Vom 17. Bis 19. September besuchen wir unseren Freund Roland.
Beat hat endlich wieder einmal die Gelegenheit Backgammon zu spielen und kommt deshalb zweimal nicht vor 04:00 Uhr in der Früh ins Bett.
Danke, Roli, für die schönen Tage und die üppigen Brunchs.

Link zu den Strecken vom 7. – 20. September 2016:

 

 

Liechtenstein

Die Perle Liechtenstein

27. August 2016

Uns geht es wie vielen anderen auch: man reist gerne in ferne Länder und vernachlässigt die nahen Perlen. Doch wir holen das nach und besuchen unser Nachbarland Liechtenstein.

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Schloss Vaduz

Das Wetter ist wolkenlos, ideal für Bergwanderungen. Im Tourismusbüro Vaduz informieren wir uns über die Fürstensteig-Wanderung. Diese führt von Gaflei nach Planken, über mehrere Berggipfel.
Morgen wollen wir diese Wanderung in Angriff nehmen.

Zuerst suchen wir in Planken nach einem Übernachtungsplatz. Doch die erste Busverbindunge nach Gaflei am späteren Vormittag ist zu spät für uns. Auf eine mehrstündige Bergwanderung darf man nicht erst um die Mittagszeit aufbrechen.
Deshalb fahren wir nach Gaflei und finden da am Startpunkt der Wanderung, direkt bei der Bushaltestelle, einen schönen grossen Parkplatz mit Fernsicht.

Am Abend ziehen einige Wolken auf.

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Abendstimmung in Gaflei

Link zur heutigen Strecke:

Fürstensteig-Wanderung

28. August 2016

Der Wecker piepst bereits um 5:00 Uhr. Das sind wir nicht mehr gewohnt. Normalerweise stehen wir ohne Wecker irgendwann auf. Deshalb brauchen wir einige Zeit, um uns aus den Bettlaken zu schälen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir um 6:20 Uhr.

Der Morgen ist noch frisch und wir geniessen die Kühle.

Zuerst steigen wir auf einer Forststrasse bergan, doch schon bald verlassen wir diese und wandern auf dem schmalen Fürstensteig, der sehr schön angelegt ist, aber auch sehr exponiert in die Felswände gebaut wurde. Schwindelfreiheit ist absolut erforderlich.

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Annette auf dem Fürstensteig

Wir starteten auf ca. 1500 m ü. M., wandern über den Gafleispitz zum Kuhgrat, der mit 2123 m ü. M. der höchste Punkt unserer Route ist. Die Rundsicht über das Rheintal in die Schweiz und auf der gegenüberliegenden Seite nach Österreich ist sehr eindrücklich. Leider ist die Sicht etwas diesig.

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Blick auf die Alphütte Garsälli

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Blick vom Kuhgrat zur Gafleispitze (2000 m ü. M.)

Nach einer kleinen Pause setzen wir unsere Gratwanderung fort und steigen auf den Garsellikopf (2105 m ü. M.)
Der Aufstieg wurde hier durch Betonstufen erleichtert.

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Aufstieg zum Garsellikopf

Auch diese Passage ist zum Teil sehr exponiert und mit Seilen gesichert, an denen man sich festhalten kann.

Falls doch jemand abstürzen sollte, hängt weiter unten ein Netz. Wir finden dieses aber etwas knapp dimensioniert und die Sanitäterin im Zentrum, die auf Kundschaft wartet, scheint eher auf Blutentnahme spezialisiert zu sein, als auf das Schienen von Knochenbrüchen.

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Auffangnetz mit „Sanitäterin“

Wir schaffen es ohne Absturz auf den Garsellikopf. Die Sonne brennt nun heiss und wir beschliessen die drei Schwestern nicht mehr zu besteigen und sie stattdessen zu umgehen.

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Blick zu den drei Schwestern

Der Abstieg nach Planken ist sehr steil, doch unsere Gelenke bestehen diesen Härtetest sehr gut.

Leider fährt der nächste Bus ins Tal erst in zwei Stunden. Wir trösten uns zuerst mit einer kühlen Apfelschorle im Restaurant und beschliessen dann, zu Fuss weiter nach Schaan zu gehen.

Heute sind wir mehr als 620 Meter Höhenmeter hinauf und 1’570 Meter hinunter gewandert.
Wir sind müde und froh, dass uns jetzt der Linienbus zu unserem Wohnmobil fahren wird.

Doch …zu früh gefreut!

Bei der Station Triesenberg, Abzweigung Masescha ist Schluss. Der nächste Bus nach Gaflei fährt wieder erst in zwei Stunden.
Wir wandern deshalb die Strasse hoch. In Masescha schickt Annette Beat mit den Rucksäcken in die „Gartenbeiz“ zu einem Bier. Sie selber kämpft sich weiter den Berg hoch und holt unseren NOBIS.

Nach 6 1/2 Stunden reiner Marschzeit und über 1000 Höhenmeter bergauf ist nun auch Annette müde.
Wir übernachten deshalb nochmals im nahen Gaflei.

Link zur Wanderung auf dem Fürstensteig: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

Malbun

29. August 2016

Am Morgen regnet es. Zum Glück haben wir die wunderschöne Gipfelwanderung gestern gemacht.

Wir fahren nach Malbun.
Das Wetter zwingt uns, die geplante Bergtour über den Fürstin-Gina-Weg auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Stattdessen besuchen wir die Friedenskapelle in Malbun und nutzen eine Regenpause für einen Spaziergang um das Dorf.

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Friedenskapelle Malbun

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Buntes Fenster in der Friedenskapelle Malbun

Malbun liegt geborgen in einem Talkessel auf 1600 m ü. M.

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Malbun

Da sich die Sonne heute wohl nicht mehr zeigen wird, fahren wir ein Stück zurück nach Kleinsteg. Dort finden wir direkt am Gänglesee einen idealen Platz.

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Übernachtungsplatz am Gänglesee

Direkt unterhalb des Gänglesees liegt der Stausee Steg.
Auf diesem hat jemand ein exklusives Floss für die Enten gebaut. Selbst ein Balkon mit Geländer und eingetopften Bäumen fehlt nicht.

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Exklusives Entenfloss auf dem Stausee Steg

Link zum Spaziergang um Malbun: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

Burg Gutenberg Balzers

30. August 2016

Wir fahren nach Balzers, der südlichsten Gemeinde Liechtensteins.
Unübersehbar thront die Burg Gutenberg auf einem freistehenden Felshügel, 70 Meter über dem Dorf.

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Burg Gutenberg, Balzers

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Bergfried der Burg Gutenberg

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Alter, wenn auch nicht mittelalterlicher Hydrant im Burghof

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Blick aus dem Burgtor auf den Rebberg

Vor den Toren der Burg entdecken wir einen wunderschönen Schmetterling. Es ist für uns beide das erste Mal, dass wir einen lebenden Schwalbenschwanz sehen.

In „Wikipedia“ lesen wir, dass der Schwalbenschwanz ein Schmetterling aus der Familie der Ritterfalter ist.
Jetzt verstehen wir, weshalb sich der Falter hier in der Nähe der Burg wohlfühlt.

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Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

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In Liechtenstein gäbe es noch die eine und andere Wanderung, die wir gerne machen würden, doch das müssen wir auf später verschieben. Wir sind für heute Abend mit einer Schwester von Beat im Bündnerland verabredet.
Deshalb verlassen wir das sympathische Fürstentum und fahren in die Schweiz.

Link zur heutigen Strecke:

Im Westen von Österreich

 

Hoppla!

21. August 2016

Hoppla! … Was ist denn da los?

 

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Unser NOBIS

 

Der Dauerregen in der Nacht hat wohl alles so durcheinander gebracht, dass sich das Spiegelbild von unserem NOBIS in der Pfütze irgendwie um 180° gedreht hat.
Merke: Der Bus steht zwar so richtig, aber richtig ist in diesem Fall falsch. 😉

Regenwetter hat den Vorteil, dass man sich mehr auf Details in der Nähe konzentriert.

 

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Regentropfen an einer Sitzbank

 

 

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In dieser Hütte wäre es trocken.

 

Wir haben auf der Schönangeralm übernachtet und nutzen nun die Gelegenheit um leckeren Alpkäse zu kaufen.

Danach verlassen wir das Wildschönau-Tal und fahren nach Breitenbach am Inn.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Was glitzert denn da?

22. August 2016

Das fruchtbare Inntal wird gegen Norden vom Karwendelgebirge begrenzt.

 

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Inntal mit Karwendelgebirge

 

In Wattens blinkt plötzlich etwas in bunten Farben. Wir erhaschen einen Blick auf glitzernde künstliche Wolken.
Stoppen, wenden und zurückfahren geht schon beinahe von alleine und wir entdecken das Ausstellungsgelände „Kristallwelten“ von Swarovski.

Es ist Nachmittag und wir haben noch keinen Übernachtungsplatz. Deshalb beschliessen wir, heute auf die Ochsenbrandalm zu fahren und uns die Ausstellung für morgen aufzusparen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Kristallwelten“ von Swarovski

23. August 2016

Die Firma Swarovski wurde 1895 gegründet und machte sich einen Namen mit dem meisterhaften Schleifen von Glaskristallen.

Zum hundertjährigen Jubiläum konzipierte der Künstler André Heller 1995 die Welt der kristallinen Kunst. Das Gelände ist 7.5 Hektar gross.

Im Garten befindet sich die „Kristallwolke“ (von Andy Cao und Xavier Perrot), die über dem schwarz eingefärbten „Spiegelwasser“ hängt. Im Sonnenlicht und durch den Wind bewegt, funkeln die 800.000 Kristalle in den Spektralfarben.

 

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Wolke mit 800’000 Kristallen

 

 

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Glitzernde Wolke

 

Auf dem riesigen Gelände kann man sich auch verpflegen. Dass die Würstchenbude nichts für die schlanke Linie anbietet, hat wohl auch der gelbe VW-Bus daneben am eigenen Leib erfahren müssen. Ob wegen ihm der Fastfood-Stand kaum besucht wird?

 

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„Vollgefressener“ VW-Bus

 

Etwas ratlos lässt uns das „yes to all“ der Schweizer Künstlerin Sylvie Fleury. Diese Botschaft verstehe sie als zynischen Kommentar auf die Konsumorientierung der modernen Gesellschaft.

 

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„Yes to all“ von Sylvie Fleury

 

Der Eingang zu den unterirdischen Ausstellungsräumen wird von einem wasserspeienden Riesen bewacht.

 

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Riese der Kristallwelten

 

Wir wagen uns in seinen Bauch und tauchen ein in die Welt der Kristalle und des Lichts. Verschiedene Künstler durften hier jeweils einen Raum gestalten.

Jim Whiting verbindet in seinem „Mechanical Theatre“ Mensch und Technik. Hauptdarsteller sind eine Frau, die auf einem Laufsteg aus Kristallen ihre Runden dreht und ein Adonis, der sich in Einzelteile zerlegt und wieder zusammenfügt und dabei sein kristallenes Innere zur Schau stellt.

 

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„Walking Woman“

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Adonis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kuppel des Kristalldoms besteht aus 595 dreieckigen Spiegeln. Man hat das Gefühl, sich im Innern eines Kristalls zu befinden.

 

 

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Kristalldom

 

Im Zentrum von „Silent Light“ steht der gleichnamige Baum, der aus 150.000 funkelnden Swarovski Kristallen gestaltet wurde.
Dieser Raum weckt Bilder einer klirrend kalten Winterlandschaft.

 

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„Silent Light“ von Tord Boontje und Alexander McQueen

 

 

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Mitten in der „Wunderkammer“ von Studio Job (Job Smeets und Nynke Tynagel) erhebt sich der „Kristallberg“, der an eine Winterlandschaft erinnert.
Auf ihm stehen mehrere weltberühmte Bauwerke, wie zum Beispiel der Big Ben oder die Freiheitsstatue und daneben einfache Häuser.
Ins Gebirge hinein haben die Künstler gar eine U-Bahn Station gesetzt.

 

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Häuser am Kristallberg

 

 

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U-Bahn Station im Kristallberg

 

Zum Schluss gelangen wir in den Kristallwald. Dort steht die Skulptur „Leviathan“ vor einer Spiegelwand. Der Name bezieht sich einerseits auf das biblische Seeungeheuer, andererseits auf das Werk von Thomas Hobbes, das er 1651 zum Thema Staatswesen geschrieben hat.

Das Objekt setzt sich aus über 10.000 Kristallen zusammen und verweist so auf die Gesellschaft als Netzwerk.

Leviathan wechselt laufend seine Farbe. Wir stehen minutenlang staunend vor diesem Kunstwerk.

 

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„Leviathan“ von Fabrizio Plessi und Thomas Feuerstein

 

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Leviathan

 

Nun verlassen wir diese Welt des Glitter und Glamour wieder und treten in den Sonnenschein hinaus.
Für alle, die diese einmalige Ausstellung in Wattens besuchen wollen, hier der Link:

Link zu Swarovski Kristallwelten:

 

Als Kontrastprogramm zu dieser Kunstwelt fahren wir nach Strassberg bei Telfs.

In Innsbruck müssen wir bei einem Lichtsignal anhalten. Plötzlich steht ein Mann vor dem offenen Seitenfenster und sagt: „I pigscher des!“.
Wir verstehen nur Bahnhof.
Er zückt sein Handy und fotografiert unsere Landkarte auf der Schiebetüre.
Alles klar?!?

Vom Strassberg aus wandern wir zur „Neuen Alphütte“ hoch.

Unser Fokus ist nach wie vor auf „Kunst“ eingestellt und wir finden, ein Baum, der mit seinen Wurzeln krakenartig einen Felsen festhält, fällt ebenfalls in diese Kategorie.

 

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„Baumkrake“ hält Fels

 

Vor der Kapelle in Strassberg entdecken wir diese schlichte Engelsfigur.

 

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Engel vor der Kapelle in Strassberg

 

Nun wird der Weg steiler und führt teilweise durch das Bachbett des Griesbachs.

 

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Wanderweg durch das Bachbett des Griesbach

 

Oben in der „Neuen Alphütte“ lassen wir es uns gutgehen. Wir geniessen das köstliche Alpltris (Spinat- und Käseknödel, Schlutzkrapfen), das von einem gemischten Salat begleitet wird.
Zum Abschluss gönnen wir uns einen leckeren Kaiserschmarrn.

Gestärkt nehmen wir den Abstieg zu unserem NOBIS in Angriff. Die Berge zeigen sich jetzt im milden Abendlicht.

 

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Abendstimmung auf dem Rückweg

 

Wow, war das ein Tag!
Voller Eindrücke, müde und froh nicht mehr kochen zu müssen, gehen wir zu Bett, schliessen die Augen und lassen die Bilder des Tages nochmals vorbeiziehen.

Link zur Wanderung zur „Neuen Alphütte“: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung um den Blindsee am Fernpass

24. August 2016

Heute geht’s weiter über den Fernpass. Vom Pass aus hat man eine schöne Sicht auf die Zugspitze. Uns ist nach Wandern zumute und da liegt der Blindsee zu unseren Füssen näher. Wir fahren ein Stück den Pass hinunter und machen uns auf den Weg um den See.

 

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Badestellen am Blindsee

 

Die Temperaturen und der Sonnenschein laden zum Bade, da können auch wir nicht widerstehen.

Nachdem Annette auch noch einer Wildbiene, die hilflos im Wasser treibt, an Land geholfen hat, können wir unsere Umrundung fortsetzen.

 

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Blindsee am Fernpass

 

Danach fahren wir weiter nach Rinnen, wo wir am Bach einen schönen Platz für die Nacht finden.

Link zur Wanderung um den Blindsee: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Spektakuläre Hängebrücke von Holzgau

25. August 2016

Heute geht’s durch das Namlosertal hinüber ins Lechtal.

 

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Berg im Namloser Tal

 

In Holzgau wollen wir auf einen Campingplatz fahren, den Beat auf der Strassenkarte entdeckt hat. Im Touristenbüro erklären sie uns aber, dass es hier keinen gibt.
Ein zweiter Blick in die Karte zeigt, dass das Symbol einer Jugendherberge zwar dem eines Zeltplatzes ähnelt, aber wie das Leben immer wieder zeigt, ist „beinahe“ nur ein gnädigeres Wort für „überhaupt nicht“.

Deshalb stellen wir unseren NOBIS auf einen Parkplatz im schattigen Wald und machen uns auf, die längste, frei zugängliche Hängebrücke Europas zu erwandern.

Im Aufstieg kreuzen wir eine Raupe im Sonntagskleid, die ebenfalls zu Fuss unterwegs ist, uns aber nicht beachtet und stumm weiter talabwärts kriecht.

 

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Raupe des Kiefernschwärmers (Sphinx pinastri)

 

Bei der Hängebrücke angekommen staunen wir über die kühne Konstruktion. Die Brücke wurde 2011 von der Gemeinde Holzgau gebaut, ist 120.51 Meter lang (die nehmen es aber genau!), 1.20 Meter breit und an der höchsten Stelle 105.00 Meter über Grund.

Wir vertrauen unser Leben dieser leicht schwingenden Konstruktion an, spazieren hinüber … und wieder zurück. Das ist wirklich ein einmaliges Erlebnis.

Unterwegs dämmert uns, dass es gut ist, dass sie die Brücke 120.51 und nicht nur 120.50 Meter lang gebaut haben. Würde der Zentimeter irgendwo fehlen, wäre die Brücke nicht zusammenhängend und würde unweigerlich in den Abgrund stürzen.

 

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Hängebrücke von Holzgau

 

 

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Annette auf der Brücke

 

Danach wandern wir weiter taleinwärts bis zur Jausenstation, die sich Café UTA nennt, was die Abkürzung für „urig, traditionell, anders“ ist.

Zurück wählen wir den Weg durch die Höhenbachschlucht, die unter der Hängebrücke durch führt. Auch dieser Anblick ist atemberaubend.

 

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Hängebrücke von Holzgau

 

 

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Link zur Wanderung zur Hängebrücke und weiter zum Café UTA: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Lüftlmalerei“ in Holzgau

26. August 2016

Holzgau ist nicht nur für seine Hängebrücke bekannt, sondern auch für die vielen, alten, bunt bemalten Häuser. Diese spätbarocken Fassadenmalereien werden als „Lüftlmalerei“ bezeichnet.

Hier eine Auswahl davon:

 

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Heimatmuseum im Doppelhaus, Holzgau

 

 

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Dengeles Haus, Holzgau

 

 

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Paulina Haus, Holzgau

 

 

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Geamå- Haus, Holzgau

 

Auch neuere Gebäude sind kunstvoll bemalt.

 

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Dieses Fenster ist kein Fenster!

 

Was wir im Nachbardorf Hägerau an einer Fassade sehen, lässt uns schmunzeln. Das Bild würde mehr als genug Stoff für einen Aufsatz liefern.

 

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Inspirierende Fassade in Hägerau.

 

In Warth, noch vor dem Hochtannbergpass, schauen wir zurück ins wunderschöne Lechtal mit dem markanten Biberkopf. Gleich hinter dem Gipfel befindet sich der südlichste Punkt Deutschlands.

 

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Blick von Warth Richtung Lechtal mit dem Biberkopf.

 

Kurz nach dem Pass sehen wir das Haus Annette. Leider ist dies nicht Annettes Haus und so bleibt uns nichts anderes übrig als weiter zu fahren. 😉

 

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Das Haus Annette ist leider nicht Annettes Haus.

 

In Bezau finden wir endlich einen Campingplatz mit WiFi, wo wir die Batterien unseres NOBIS wieder einmal so richtig füllen können.

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„Pfiat di“, Österreich

27. August 2016

Unsere Reise durch Österreich geht zu Ende. Heute werden wir die Grenze zu Liechtenstein überqueren.

Damit uns der Abschied nicht so schwer fällt, kreischen am Morgen bereits um 7:57 Uhr zwei Kettensägen. Drei stattliche Fichten in unmittelbarer Nähe werden gefällt.

 

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Bödele, Richtung Bregenzerwald

 

Wir haben die sieben Wochen in Österreich sehr genossen und denken mit Freude an die vielen schönen Wanderungen und die unzähligen positiven Überraschungen zurück.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Salz und Wasser

 

Golling

12. August 2016

Die „Salzwelten“ in Hallein sind unser nächstes Ziel. Wir wollen dort an einer Führung in die stillgelegte Salzmine teilnehmen.

Unterwegs legen wir im schönen Dorf Golling eine Pause ein.

 

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Golling

 

Die Durchgangsstrasse ist eingefasst von gepflegten, schön bemalten Häusern. Eines ist gar grossflächig mit Sgraffiti verziert.

 

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Mit Sgraffitti verziertes Haus in Golling

 

Wir erreichen Hallein erst am Nachmittag und verschieben deshalb den Besuch der Salzmine auf morgen. Wir finden hinter dem Gymnasium einen geeigneten Platz für die Nacht und vertreiben uns die Zeit mit einem kleinen Spaziergang durch die Altstadt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

„Salzwelten“ Hallein

13. August 2016

Alle Besucher werden vorerst mit Hosen und weissen Kapuzenjacken eingekleidet. Dann geht es
los. Wir setzten uns auf einen der langen Böcke, die auf schmale Wagen montiert sind. In die Salzwelten im Dürrnberg bei Hallein taucht man auf einer Schmalspurbahn ein.

 

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Im Innern des Berges geht es erst zu Fuss weiter. Aber schon bald erleben wir, warum alle Hosen mit verstärktem Hosenboden anziehen mussten.
Eine Holzrutsche führt einen Stollen tiefer. Nicht nur die Kinder freuen sich an dieser kurzen, rasanten Fahrt.
Diese Rutschen wurden früher von den Bergleuten benutzt, um an ihren Arbeitsort zu kommen.

Danach verlassen wir Österreich unterirdisch und betreten den deutschen Untergrund.

 

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Unterirdische Staatsgrenze

 

Immer wieder wird die Führung unterbrochen und die Geschichte der Salzgrube anhand einer Geschichte in kurzen Filmszenen gezeigt. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1559-1617) und Grubenbesitzer sowie sein Diener spielen „humorvoll“ Szenen aus der damaligen Zeit.
Beat findet diesen Humor der einfacheren Art eher kindisch.

Besser gefallen ihm die mannshohen Puppen, die Arbeitsabläufe der früheren Salzgewinnung zeigen.

Zur Auflockerung führt ein Teil der Tour auf einem Floss über einen unterirdischen See. Die Wände werden dabei mit verschiedenen bunten Farben beleuchtet, die ständig wechseln. Dabei erklingt in der Grotte klassische Musik.

 

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Flossfahrt über den unterirdischen See

 

Spannend ist es zu sehen, wie sich die Beleuchtungsmittel der Kumpels im Laufe der Zeit entwickelt haben.

 

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Entwicklung der Grubenbeleuchtung

 

Auch der Abbau des Salzes wurde weiterentwickelt.
In der Anfangszeit mussten die Bergleute in mühsamer Handarbeit die Salzsteine aus dem Fels schlagen.

 

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Diese Steine wurden auf einfache Karren geladen und aus dem Stollen gezogen.

 

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Später wurde mittels Holzrohren Wasser in die Stollen geleitet. Dieses wusch das Salz aus dem Gestein und die Sole konnte nach einigen Tagen ans Tageslicht gepumpt werden. Dort wurde das Wasser in grossen geheizten Becken verdunstet und zurück blieb das Salz.

 

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Antikes Bewässerungssystem mit Holzrohren

 

Das Salz wurde dann in grossen Formen zu Blöcken gepresst. Dadurch konnte man das Salz stapeln und besser transportieren.

 

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Produktion von konischen Salzquadern

 

Nun werden wir wieder zurück nach Österreich geführt.

 

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Historische Grenze

 

Zuerst gehen wir durch einen langen, mit Holzbalken und Brettern gesicherten Zugangsstollen. Später werden wir dann wieder mit der Eisenbahn ans Tageslicht befördert.

 

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Zugangsstollen

 

Die Salzgewinnung in Hallein ist sehr alt. Bereits die Kelten haben hier bereits vor rund 2500 Jahren Salz gewonnen. Salz war ein sehr wertvoller Rohstoff, da man damit (noch vor der Zeit der Tiefkühlschränke) Lebensmittel haltbar machen konnte.

Um dies zu veranschaulichen wurde gleich neben der Salzmine die Keltensiedlung „Salina“ nachgebaut. Hier erfährt man einiges über das Leben dieser antiken Volksgruppe.

 

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Nachgebautes Keltenhaus

 

In den Hütten zeigen grosse bemalte Leinwände Szenen aus dem Leben der Kelten.

 

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Keltische Beerdigung

 

Um mehr über die Kultur der Kelten zu erfahren, besuchen wir anschliessend das Keltenmuseum in Hallein.

Es ist erstaunlich, welch filigrane Schmuckstücke und bunte Kleider diese Menschen vor 2500 Jahren hergestellt haben.

Leider ist das Museum nicht sehr besucherfreundlich gestaltet. Ausgrabungsexponat reiht sich an Ausgrabungsexponat, alles fein säuberlich und korrekt beschriftet, was aber den Betrachter sehr ermüdet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Fahrt durch wunderschöne Landschaften

14. August 2016

Heute fahren wir über die Pässe Dientner und Filzensattel entlang der Gebirgskette des Hochkönigs.

 

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Hochkönig

 

 

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Gegend um Saalfelden am Steinernen Meer

 

Vor Zell am See geraten wir auf die Umfahrungsstrasse, die durch einen langen Tunnel führt. Vom See sehen wir so leider gar nichts.

Wir suchen für die Nacht ein kleines Seitental. Über das Rauriser Tal gelangen wir ins Seidwinkl-Tal.

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Keltensiedlung Uttendorf

15. August 2016

Heute wollen wir uns den Zeller See, den wir gestern verpasst haben, ansehen.
Wir fahren rund um das Gewässer und sind enttäuscht. Das Ufer ist grösstenteils verbaut und in Privatbesitz. Auch der Touristenort Zell am See ist nicht nach unserem Gusto.
Deshalb fahren wir weiter ins Kapruner Tal. Kaprun scheint auf orientalische Touristen zu setzen. Vieles ist in arabischer Schrift angeschrieben und die Gäste fast ausschliesslich aus dem Nahen Osten.
Der grosse Stausee am Talende reisst uns nicht von den Socken. Zudem sind die Hochspannungsleitungen und -Masten im ganzen Tal sehr dominant und nicht zu übersehen.

Wir beschliessen das Tal wieder zu verlassen.

 

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Wolken im Pinzgau

 

In Uttendorf finden wir zufällig eine wunderschön angelegte Keltensiedlung.

 

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Keltensiedlung Uttendorf

 

Wir schlendern durch die Siedlung und treffen eine Frau, die mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist. Am Wochenende hat hier ein Keltenfest stattgefunden, mit Handwerks-Vorführungen und keltischen Speisen und Getränken, wo man einen Einblick in das Leben der Kelten erhalten hat.
Leider ist heute Montag und wir haben etwas Besonderes verpasst.
Trotzdem haben wir nun noch die Möglichkeit uns die Häuser, die sonst abgeschlossen sind, in Ruhe anzusehen.

 

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Keltische „Jugendmode“

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Keltische Kleider für Erwachsene

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Anlage ist wunderbar auf einen Hügel gebaut und viel schöner und stimmiger als die Keltensiedlung, die wir Dürrnberg bei Hallein besichtigt haben.

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Wanderung zum Tauernmoos-Staussee

16. August 2016

Wir möchten gerne wieder einmal wandern. Da uns das Kapruner Tal eher abgeschreckt als angezogen hat, fahren wir nach Enzinger Boden im Stubachtal.
Von da steigen wir zum Tauernmoos-Stausee auf. Der Hinweg führt über einen sehr schönen Wanderweg mit angenehmer Steigung.

 

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Tauernmoos-Stausee

 

Wir wandern über die lange Staumauer und geniessen den Blick auf See und Berge.
Plötzlich verdüstert sich der Himmel. Und ein unangenehm kühler Wind kommt auf. Donnergrollen kündigt ein Gewitter an.
Wir beeilen uns, die exponierte Staumauer zu verlassen, vergessen jedoch nicht, noch schnell die Schönheiten dieser Wetterlage einzufangen.

 

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Gewitter im Anzug

 

 

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Blick zurück auf den Tauernmoos-Stausee

 

Da wir nicht den selben Weg zurück gehen wollen, müssen wir nun der Flurstrasse folgen, die sich in nicht enden wollenden Serpentinen den Berg hinab schlängelt.
Nach dem Gewitterschauer bleiben wir nicht alleine, ein leichter Dauerregen begleitet uns auf dem Weg ins Tal.

 

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Wir konzentrieren wir uns auf Schönes in der Nähe und entdecken … Felsen.

Einer, von Natur aus unscheinbar grau, liegt zwischen grünen Legföhren und macht durch seine Faltung auf sich aufmerksam.
Wir verstehen: dieser Stein, der muss alt sein, er hat ja bereits Falten. Ein anderer hat sich mit rostroten Farbtönen geschminkt.

 

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Naturwunder Fels

 

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Alter Stein mit Falten

 

Wir bleiben über Nacht in Enzingerboden. Morgen wollen wir von hier mit der Luftseilbahn zum Weißsee hinauf fahren und dann zum Gletscher hoch wandern.

Link zur Wanderung an den Tauernmoos-Stausee: Da auf „google maps“ ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Kein Wanderwetter

17. August 2016

Am Morgen ist der Himmel bedeckt, die Wolken hängen tief, keine Bergspitze ist zu sehen.
Schweren Herzens lassen wir unsere geplante Wanderung sausen und verlassen das Stubachtal wieder.
Plötzlich entdeckt Annette durch die Autoscheibe einen einzelnen Pfifferling im Wald. Wir halten an, steigen aus und sind, bevor eine Stunde vorbei ist, um über zwei Kilogramm Pilze reicher.

In Neuenkirch am Großvenediger lassen wir uns auf einem Parkplatz für Wanderer nieder und schlemmen wieder einmal Eierschwämme.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Untersulzbach-Wasserfällen

18. August 2016

Das Wetter hat sich wieder gebessert. Wir beschliessen trotzdem hier zu bleiben und heute statt der Wanderung an den Gletscher Ödenwinkelkees zu den Untersulzbach-Wasserfällen zu pilgern.

 

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Untersulzbach-Wasserfälle

 

Ein liebevoll angelegter Wanderweg führt auf der einen Seite der Fälle hinauf und auf der anderen wieder zurück. Unterwegs gibt es zehn Aussichtsplattformen, von denen man einen Blick in die tosenden Wassermassen hat.

 

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Am Wasser gedeihen verschiedene dekorative Pflanzen. (Leider haben wir bei einigen nicht herausgefunden, um was es sich handelt. Wir wären froh, wenn jemand von euch uns da weiterhelfen könnte.)

 

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Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea)

 

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???

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Bärlapp (Lycopodium)

 

 

 

 

 

 

Von einigen Felsen strahlen neongelb die Leuchtflechten.

 

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Leuchtflechten (Chrysotrix chlorina)

 

 

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Blick von den Sulzbach-Wasserfällen ins Pinzgau

 

Wir bleiben eine weitere Nacht in Neuenkirch am Großvenediger, wollen aber die Talseite wechseln und dort ein Stück den Berg hoch fahren.

Im Dorf wird uns mulmig zu Mute. Wir fühlen uns beobachtet.
Unauffällig bleiben wir stehen, drehen uns vorsichtig um und sehen uns plötzlich Auge in Auge mit einem … Auge!

 

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Auge in Neuenkirch am Großvenediger

 

Link zur Wanderung um die Sulzbach-Wasserfälle:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Krimmler Wasserfälle

19. August 2016

Die Sulzbach-Wasserfälle gestern haben uns so gefallen, dass wir heute zu den Krimmler Wasserfällen fahren.

Schon von weitem glitzern die fallenden Wassermassen im Sonnenlicht.

 

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Krimmler Wasserfälle

 

Zuerst wandern wir zum untersten Becken. Hier sieht und hört man das Wasser nicht nur. Man wird zudem mit feinem Wasserstaub berieselt. Eine wunderbare Abkühlung vor dem anstrengenden, vier Kilometer langen Aufstieg neben dem Fall. Drei Wasserfälle folgen hintereinander. Das Wasser fällt insgesamt 380 Meter hinunter.

 

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Unterstes Becken der Krimmler Wasserfälle

 

Diese Wasserfälle sind eine bekannte Attraktion. Und so stürzen nicht nur Wassermassen den Fels herunter, es steigen auch Menschenmassen den breit angelegten Weg den Fels hinauf.

Wie gestern an den Sulzbach-Wasserfällen sind auch hier immer wieder Podeste und Aussichtsplattformen gebaut worden, die rege zum Staunen und Fotografieren genutzt werden.

 

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Gut besuchte Krimmler Wasserfälle

 

 

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Siehst auch du ein Gesicht im Felsen?

 

 

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Oberste Plattform

 

Oben angekommen wandern wir den Weg auf der anderen Seite hinunter. Dieser ist nicht breit ausgebaut, führt zum Teil steil hinunter und ist deshalb kaum begangen.

Die Krimmler Wasserfälle sind sehr imposant und sehenswert.
Wer es aber „persönlicher“ mag, dem werden die unbekannteren Sulzbach-Wasserfälle besser gefallen.

Für diese Nacht fahren wir nochmals zurück nach Neuenkirch am Grossvenediger.

Link zur Wanderung um die Krimmler Wasserfälle:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Weiter ins Tirol

20. August 2016

Wir fahren ins Tirol, wählen aber nicht den kurzen Weg über den Gerlospass, sondern fahren zurück nach Mittersill und von da über den Pass Thurn.

 

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Blick ins Pinzgau

 

In Österreich sind viele Häuser mit Blumen geschmückt. Doch was wir im kleinen Dorf Bockern sehen, übertrifft alles.
Ein altes Haus, das unter Denkmalschutz steht, ist in dieser Beziehung eine wahre Augenweide.

 

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Schmuckstück in Bockern

 

Wir lieben das Besondere und kommen in Auffach in der Wildschönau voll auf unsere Rechnung. Ein Mann hängt hoch oben an einer Kirchturmspitze.
Danke, lieber Dachdecker, dass du uns dieses Bild ermöglichst.

 

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Kirchturm in Auffach

 

Wir übernachten auf einer Alp oberhalb von Auffach neben der Wildschönauer Ache, in der eine Wasseramsel ihr Futter sucht. Leider lässt sie sich nicht fotografieren und so zeigen wir hier lediglich einen Ausschnitt aus ihren Jagdgründen … auch hübsch, finden wir.

 

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Wildschönauer Ache ohne Wasseramsel

 

 

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Übernachtungsplatz auf der Schönangeralm

 

Das Wetter hat nun umgeschlagen und wir verkriechen uns in unseren NOBIS und hören bei einem warmen Tee dem monotonen, meditativen Trommeln der Regentropfen auf dem Blechdach zu.

Link zur heutigen Strecke: