Die Orkney-Inseln

 

 

Leider keine Papageientaucher, dafür ein leckeres Pilzgericht

24. Juli 2015

Beat steht am Morgen früh auf, um nochmals Papageientaucher zu fotografieren. Doch diese sind entweder noch am Schlafen in ihren Höhlen oder bereits wieder aufs Meer hinausgeflogen. Kein einziger lässt sich blicken. Schade!
Dafür leuchten die zwei Stacks of Duncansby vor der Küste in der Morgensonne.

 

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Stacks of Duncansby

 

Auf einem Felsvorsprung in den Klippen präsentiert sich ein frisch geschlüpftes Küken eines Eissturmvogels. Interessant an diesen Vögeln ist das „Röhrchen“, das sie auf dem Schabel tragen. Dadurch besprayen sie Angreifer mit einer stinkenden Flüssigkeit, die zudem die Fettschicht auf dem Gefieder zersetzt.
Kleider, die von diesem galleartigen Sekret getroffen werden, kann man wegwerfen, da sich der Gestank auch durch mehrmaliges Waschen kaum entfernen lässt.

 

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Frischgeschlüpfter Eissturmvogel (Fulmar glacialis)

 

Leider ist nicht viel Zeit, denn bereits um 09:30 Uhr legt die Fähre in Gill´s Bay ab.
Nach einer guten Stunde legen wir in St. Margaret´s Hope auf der Insel South Ronaldsay an. Diese gehört zu den Orkney-Inseln.
Ein kleiner Spaziergang durch das schmucklose Dorf zeigt zweierlei. Einerseits bemüht man sich mit Blumen etwas Farbe zwischen die rötlichen Natursteinmauern der Häuser zu bringen,

 

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andererseits steht da auch das Haus eines Menschen, der viel zu sammeln und nichts wegzuwerfen hat. Wir bezweifeln, dass im Haus noch genügend Platz zum Leben ist.

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Auf der Fahrt zur Windwick-Bay entdecken wir eine Telefonkabine, in „the middle of nowhere“. Weit und breit ist kein Haus zu sehen, doch das Telefon ist noch in Betrieb.

 

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Kontaktmöglichkeit von nirgendwo nach irgendwo

 

Von der Windwick-Bay aus wandern wir oberhalb der Klippen nordwärts. Der Wanderweg ist eher schwierig zu begehen, zum Teil zugewachsen oder er führt über nassen Moorboden. Nach einer Stunde kehren wir um.
Hier das Bild einer Trouvaille vom Wegrand. Die vielen Flechten zeigen, dass die Luft hier sehr sauber ist.

 

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Zaunpfahl mit Flechten

 

Am Abend finden wir in der Nähe von Hoxa einen traumhaften Übernachtungsplatz. Das Wetter stimmt, die Sonne scheint und es weht ein mildes Lüftchen. Wir beschliessen auf dem Sandstrand direkt am Meer zu essen.

 

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„Esszimmer“ am Meer an der Widewall Bay

 

Wir geniessen die letzten, selbstgesammelten Pfifferlinge.

 

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Pfifferlingspfanne à la mode d’Annette

 

Wem das Bild oben den Appetit weckt, hier das Rezept für 2-3 Pers:
– 1 Zwiebel feingehackt
– 150 g Speckwürfeli
– 200 g Erbsen tiefgekühlt
– 600 g Pfifferlinge
– Salz, Pfeffer
– Petersilie

– 200 g Orecchiette
– evtl. ein wenig Sahne

Die gehackte Zwiebel mit dem Speck anbraten, Erbsen hinzufügen, ca. 5 Min. dünsten.
Pfifferlinge dazu geben, ca. 5 Min. köcheln lassen, mit Salz, Pfeffer und Petersilie würzen.
Mit den al dente gekochten Orecchiette mischen, evtl. mit wenig Sahne verfeinern.

 

Nach dem Essen, bei der Nachspeise (Flan caramel) hat die Bucht für uns ein weiteres Dessert bereit. Die Köpfe zweier Kegelrobben tauchen immer wieder aus dem Wasser auf. Sie schauen jeweils aufmerksam herum und verschwinden dann wieder im Meer. Leider gesellen sie sich nicht zu uns.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Küstenwanderung ab der Windwick-Bay: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Heute gibt’s Kultur

25. Juli 2015

Unterwegs grüsst uns eine „lachende“ Schottlandfahne. Wir halten an und ein Mann nähert sich. Freundlich erklärt er, dass er einen Stellplatz für Wohnmobile führe. Wir dürften hier aber gratis parken. Geld ziehe er nur für Übernachtungen ein.

 

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Schottlandfahne mit Smiley

 

Auf Lamb Holm steht die bekannte Italian Chappel.

Diese wurde von 1943 bis 1945 von italienischen Kriegsgefangenen gebaut. Ihnen wurden dazu zwei halbrunde Baracken zur Verfügung gestellt. Die Materialien stammen zum Teil aus Abfällen und Strandgut. Der Altar und das Weihwasserbecken wurden aus Beton geformt.

 

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Italian Chappel von vorne

 

Erstaunlich, was diese Gefangenen aus dem unscheinbaren Gebäude gemacht haben.

 

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Italian Chappel von hinten

 

Domenico Chiochetti bemalte die Kapelle innen auf originelle Weise. Selbst wenn man darin steht, muss man sehr genau hinschauen, um zu sehen, dass die Steine im Gewölbe und im Sockelbereich nicht echt sind.

 

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Kapelle von innen

 

Das Altarbild gestaltete D. Chiochetti nach einem Gemälde von Nicolo Barabino. Die Vorlage stammte von einem kleinen Heiligenbild, das ihm seine Mutter in den Krieg mitgegeben hatte.

 

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Teil des Altarbildes im Chor, daneben Franz von Assisi als Glasfenster

 

In der Kapelle laufen die Vorbereitungen für eine Hochzeit. In einer halben Stunde beginnt die Trauung. Der Küster lädt uns ein von den hinteren Bänken aus der Feier beizuwohnen.
Wir würden uns dabei aber deplatziert vorkommen, deshalb verzichten wir und überlassen den Platz der Festgemeinde.
Auf einer Wiese stehen Heurollen herum und warten auf ihre Endverpackung. Uns gefallen sie so besser als in Plastikfolie eingewickelt.

 

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Heurollen auf der Wiese

 

Kurz vor Stromness sehen wir die Wegweiser nach Ring of Stenness, Ring of Brodgar, Ness of Brodgar und Skara Brae. Diese Kulturgüter aus der Jungsteinzeit zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Staunend stehen wir vor den riesigen, aufgestellten Steinplatten. Unglaublich, dass Menschen diese vor 4500 Jahren aufgerichtet und so gut eingegraben haben, dass heute noch viele davon stehen.

 

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Ring of Stenness

 

Der Ring of Brodgar wurde ca. 2500 Jahre vor Christus errichtet, also rund 500 Jahre vor dem viel berühmteren Stonehenge und kurz nach der Errichtung der grossen Cheopspyramide in Ägypten.

 

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Ring of Brodgar

 

 

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Wozu diese Steinkreise gebaut wurden, ist bis heute nicht klar. Man vermutet, dass sie rituellen Zwecken dienten.

In der Nähe von Skara Brae bleiben wir über Nacht. Die Ausgrabungsstätte wollen wir uns morgen ansehen.
Annette kommt mit Marlene, einer Frau aus Yorkshire ins Gespräch. Diese schwärmt von den Shetland-Inseln, die sie seit Jahren bereise. Als sie hört, dass wir viel Zeit haben, schenkt sie uns kurz entschlossen ihre Strassenkarten von den Inseln. Sie brauche diese nicht mehr, da sie dort jeden Winkel kenne.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Skara Brae

26. Juli 2015

Die alte Siedlung von Skara Brae war ab ca. 3100 v. Ch. während rund 600 Jahren bewohnt. Die runden Häuser wurden von Sanddünen zugedeckt und blieben deshalb lange unentdeckt und gut erhalten. Erst etwa 1850 tauchen nach einem heftigen Sturm erste Fundstücke auf.
Von Archäologen wird Skara Brae als die am besten erhaltene Siedlung der Jungsteinzeit in Europa angesehen. 1999 wurde sie zum UNESCO – Weltkulturerbe erklärt.

 

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Neolithischen Siedlung von Skara Brae

 

Eine Tafel zeigt den „Stadtplan“ dieses Dorfes.

 

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Eines der Häuser wurde komplett nachgebaut. Es besteht aus einem einzigen Raum mit zwei Schlafstätten.
In dem runden Bau aus Schiefersteinen steht in der Mitte ein Herd. Die Bettstellen sind mit Steinen eingefasst. Sogar ein Steintisch und Ablagen in den Wänden fehlen nicht.

 

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So wohnte man vor über 5000 Jahren auf den Orkney-Inseln.

 

Die Schafe interessiert das alles nicht. Wichtig ist nur, dass es genug Gras gibt.

 

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Wir fahren zuerst nach Stromness, wo wir uns über die Fährverbindungen informieren und danach nach Birsay. Dort stellen wir unseren NOBIS so, dass wir die Sicht aufs Meer geniessen können.
Der Weg zur Insel Brough of Birsay ist momentan überflutet, bei Niedrigwasser aber während rund vier Stunden begehbar.

 

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Abendstimmung bei Birsay

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Brough of Birsay

27. Juli 2015

Kurz nach zehn Uhr spazieren wir trockenen Fusses auf die Insel Brough of Birsay. Der Übergang ist betoniert und liegt bei Hochwasser unter dem Meeresspiegel.

 

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Brough of Birsay

 

An den Kanten der Klippen lassen sich die Möwen vom Wind tragen. Sie gleiten im Abstand von wenigen Metern an uns vorbei.

Der Fels besteht aus Sedimentgestein. Die Schichtung ist an den Kanten schön zu sehen. Man erkennt auch, wie das weichere Gestein schneller erodiert.

 

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Tief unter uns holt ein Fischer vom Boot aus Hummer und Krebse aus den Fallen, die er gestern gesetzt hat.

 

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In eine enge Bucht kann man hinunterkraxeln. Dort entdeckten wir den kuriosen Stein mit dem Fischgesicht.

 

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Steinfisch

 

Nach der Umrundung dieser kleinen Insel kehren wir rechtzeitig zurück. So bleibt noch Zeit die Schönheit des Seetangs zu bewundern, der bald wieder im Meer verschwinden wird.

 

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Blasentang (Fucus vesiculosus)

 

 

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Meerestrilogie

 

Am Kiesstrand hat ein Mädchen dieses harmonische Steinmännchen gebaut.

 

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Wir bleiben nochmals eine Nacht an diesem schönen Platz und können am Abend zwei Robben beobachten, die in der Bucht herumschwimmen.

Link zur Wanderung Brough of Birsay: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Heute keine Fahrt auf die Shetland-Inseln!

28. Juli 2015

In Kirkwall wollen wir bei Northlink Ferries eine Fahrkarte für die Fähre nach Lerwick auf den Shetland-Inseln kaufen. Doch heute Abend hat es keinen Platz mehr für unseren NOBIS und ohne NOBIS gehen wir nirgendwohin! Deshalb buchen wir für übermorgen.
Wir spazieren kurz durch die Einkaufsstrasse, dann haben wir schon wieder genug von der „grossen Stadt“ und fahren nach Hobbister.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Rerwick Head und Mull Head

29. Juli 2015

Am Morgen ist es draussen garstig nasskalt. Das Thermometer zeigt nur unwesentlich über 10° C.
Wir fahren zum Rerwick Head. Die verfallenden Betonbauten, wahrscheinlich Verteidigungsanlagen aus dem 2. Weltkrieg, lassen wir links liegen. Dafür kraxeln wir mit viel Begeisterung auf den Felsplatten herum und beobachten das vielfältige Leben in den kleinen Tümpeln zwischen den Felsen. Jeder eine Welt für sich.
Das Wetter ist extrem wechselhaft, Regen-Sonne-Schauer, was bleibt, ist der kräftige, kalte Wind.

 

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Aus solchen Steinplatten wurden wohl einst die Steinkreise gebaut.

 

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Seepocken (Balanidae)

 

 

 

 

 

 

 

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Blasentang (Fucus vesiculosus)

 

 

 

 

 

 

 

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Seeanemone, genauer: Pferdeaktinie (Actinia equina) über dem Wasser

 

 

 

 

 

 

 

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Pferdeaktinie (Actinia equina) im Wasser

 

 

 

 

 

 

 

Es ist verblüffend, den Seeanemonen (die übrigens zu den Tieren zählen) im Wellenspiel zuzuschauen. Im Wasser strecken sie ihre Arme strahlenförmig aus. Sobald sich die Welle zurückzieht und die Anemonen aus dem Wasser ragen, stülpen sie die Tentakel ein oder legen sie so an, dass ein leuchtendrotes, glänzendes, wabbeliges Ding auf dem Stein liegt.
Nachdem wir uns sattgesehen haben, fahren wir zum Mull Head.

 

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Landschaftsbild von unterwegs

 

Am Mull Head wandern wir etwa zwei Stunden der Küste entlang und geniessen die raren Sonnenstrahlen und den Blick über bizarre Felsen auf das tiefblaue Meer.

 

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Steilküste am Mull Head

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung am Mull Head: Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Nachtfähre: Kirkwall – Lerwick

30. Juli 2015

Das Wetter ist heute beständiger und es ist merklich wärmer geworden. (Anmerkung für Sommerfans, wir sprechen hier von 15° C! … immerhin im Plusbereich 🙂 )

Wir finden heraus, dass man in der Busstation von Kirkwall Internetanschluss hat, einen wackligen zwar, aber immerhin. Wir holen unsere Hocker aus dem Wohnmobil und installieren uns am einzigen Tisch in der Wartehalle. Eine Steckdose liefert gleich noch den benötigten Strom, sofern man den passenden Adapter hat. Den haben wir natürlich – gut ausgerüstet wie wir sind – dabei.

 

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Kirkwall

 

Am Abend fahren wir auf den Wideford Hill, einen nahen Hügel, wo wir unser Abendbrot essen. Wir geniessen den Blick über Kirkwall und die vorgelagerten Inseln und Halbinseln.

Wir freuen uns riesig auf die Shetland-Inseln. Die Fähre soll heute um 23:45 Uhr in Kirkwall ablegen und morgen früh um 7:30 Uhr in Lerwick eintreffen.

Es bleibt also noch Zeit in aller Ruhe den Sonnenuntergang zu geniessen, der unsere Vorfreude noch steigert.

 

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Abendstimmung bei Kirkwall

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Im Nordosten Schottlands

 

 

Den Bergen entgegen

14. Juli 2015

Wir verlassen den Zeltplatz von Dunkelt bei strömendem Regen und nähern uns den Bergen Schottlands. Mit Erstaunen haben wir auf der Karte gelesen, dass es hier in Grossbritannien Berge von über 3000 m Höhe gibt! … ?
Erst später merken wir, dass diese Angaben in Fuss und nicht in Metern sind, … also alles mal ca. 0.3 rechnen!

 

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Übernachten am Devil´s Elbow

 

Kurz vor Glenshee übernachten wir vor der Passhöhe auf einem Parkplatz mit Sicht über das Tal. Der Berg links trägt den Namen: „Devil´s Elbow“ (Teufels Ellbogen). Wie er wohl zu diesem eigenartigen Namen gekommen ist?
Das Gelände und die Vegetation erinnert uns sehr an Schweizer Alpentäler.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Eröffnung unserer Pilzsaison!

15. Juli 2015

Wir fahren durch Braemar, einen Touristenort, dann nach Westen dem River Dee entlang durch Inverney. Die Strasse führt ein Stück weit in das Tal hinein, dann über den Fluss und auf der anderen Seite zurück. Wir parken unser WoMo und wandern dem Quoich Water, einem Seitenarm des River Dee entlang.
Es ist sehr still hier. Ausser dem Rauschen des Wassers hört man nichts. Der Weg führt durch Wälder und Moorgebiete und endet abrupt. Der mäandrierende Fluss hat ein grosses Stück des Weges weggespült. Wohl oder übel kehren wir um.
Auf der Rückfahrt entdeckt Annette gelbe Flecken am Wegrand. Diese will sie sich genauer anschauen. Beat hält an, Annette steigt aus, läuft zurück und … kommt mit einem Pfifferling zurück.
Nun kann uns nichts mehr halten. Das Pilzsammelfieber hat uns voll im Griff. 850 Gramm tragen wir zusammen und das Menue für den Abend ist damit gegeben!

 

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Pfifferlinge (Cantharellus cibarius)

 

Wir fahren zurück an einen schönen Aussichtsplatz und installieren uns dort für die Nacht.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung dem Quoich Water entlang: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

B&B in der Kirche

16. Juli 2015

Am Morgen liegt leichter Nebel über dem Tal und verbreitet eine erste Ahnung von Herbst.

 

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Morgennebel liegt über dem River Dee

 

Wir fahren zurück über Braemar nach Ballater.
Vor Ballater halten wir kurz beim Schloss der königlichen Familie in Balmoral. Ein beeindruckender Touristenanziehungspunkt. Wir sehen aber weder Queen Elisabeth, Prinz Charles noch William oder Kate oder gar ein „Royal Baby“ und fahren weiter.

In der Bibliothek von Ballater gelangen wir ins Internet und dürfen sogar einige Kopien ausdrucken.
Im Dorf fällt uns eine Kirche auf, die als Bed & Breakfast angeschrieben ist. Tatsächlich kann man hier in einem ehemaligen Gotteshaus übernachten.
Sachen gibt’s!

 

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B&B in der ehemaligen Kirche von Ballater

 

Vor Stonehaven finden wir einen ruhigen Platz im Wald. In der Nacht prasselt der Regen laut auf unser Dach.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Dunnottar Castle

17. Juli 2015

Wir fahren relativ spät los zum Dunnottar Castle. Beim ersten Parkplatz wollen sie uns gleich 2 £ abknöpfen. Wir fahren weiter und finden kurz darauf einen kleinen Gratisparkplatz. Von hier aus führt ein schöner Wanderweg der Steilküste entlang zu dem historischen Bauwerk. Das Wetter ist noch immer sehr trüb, neblig und regnerisch; die ideale Einstimmung auf die Ruine.

 

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Dunnottar Castel

 

Diese Burg liegt auf einem Felsen, der ins Meer hinaus ragt und nur über ein schmales Felsband erreichbar ist. Diese Lage machte sie früher uneinnehmbar. Es soll die am häufigsten fotografierte Burgruine Englands sein. Wir wollen diese Statistik unterstützen und fotografieren ebenfalls.

Der Nebel wird wieder dichter und wir machen uns auf den Rückweg.

Auf einem Hügel sind schemenhaft Säulen zu erkennen. Wir spazieren hinauf und schauen uns das Stonehaven’s War-Memorial an, das 1922 im Stil einer griechischen Tempelruine errichtet wurde. Nach 1945 wurden die Namenstafeln der Gefallenen um die Opfer aus dem zweiten Weltkrieg erweitert. Jemand hat ans Eingangstor einen kleinen Kranz aus weissen Kleeblumen gehängt. Der Nebel verstärkt die Stimmung, und uns wird die Sinnlosigkeit von Kriegen wieder einmal so richtig bewusst.

 

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Stonehaven’s War-Memorial im Nebel

 

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In Stonehaven werden wir Zeuge eines erbarmungslosen Kampfes. Auf einem Schornstein steht eine Möwe, die eine andere am Flügel gepackt hat. Das Opfer baumelt laut wehklagend über dem Abgrund und versucht sich zu befreien. Erst nach langer Zeit gibt die Angreiferin ihr Opfer frei. Diesem gelingt es, nach kurzem Fall, mit zerzauster Schwinge wegzufliegen.

 

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Möwenkampf

 

Doch es geht auch friedlich zu in Stonehaven.

 

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Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)

 

Obwohl, etwas scheint sich da zusammenzubrauen!

 

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Gewitterstimmung über Stonehaven

 

Bei Collieston finden wir einen Parkplatz beim Visitor-Centre des „National Nature Reserve Forvie“.
Darüber sind wir froh, denn andere Parkplätze in der Region sind mit Übernachtungsverbots-Schildern versehen oder die Einfahrten mit einem Balken auf ca. 2.3 m versperrt. Unser NOBIS ist zwar nicht sehr gross, hat aber doch eine Höhe von 2.65m.

 

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Blick über das „National Nature Reserve Forvie“

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zum Spaziergang zum Dunottar Castel und zum War-Memorial von Stonehaven:

 

 

Wandern im „National Nature Reserve Forvie“

18. Juli 2015

Nach dem Frühstück besuchen wir das Info-Centre des Naturreservates Forvie. Die Ausstellung ist klein, aber modern und gut gemacht.
Der Himmel ist bedeckt, es windet unangenehm kalt, aber wenigstens regnet es nicht. Wir beschliessen zwei kleine Rundwanderungen zusammenzufassen und machen uns auf den 12 km langen Weg.
Der Weg führt zuerst durch eine Heidelandschaft und dann in die Hackley Bay. Ein traumhaft schöner Strand liegt versteckt in der abgelegenen Bucht.

 

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Hackley Bay

 

Der Sand trocknet langsam ab und dadurch entstehen schöne Muster.
Die kleinen Bilder unten lassen sich (wie übrigens alle unsere Fotos) durch Anklicken vergrössern. Freue dich mit uns an den kleinen Details unserer schönen Mutter Erde!

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Abtrocknender Sandstrand

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Seetang im Sand

 

 

 

 

 

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Kiesel im Sand

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Spuren des Austernfischers

 

 

 

 

 

 

Weiter geht’s durch eine karge Dünenlandschaft. Immer wieder fallen uns die Sechsfleck-Widderchen mit ihren roten Flecken auf den Flügeln auf.

 

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Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae)

 

Wir wandern nun dem Ythan-River entlang ins Landesinnere. Hier sollen seltene Eiderenten brüten. Die Gelege sind jedoch so gut getarnt und in der Heide versteckt, dass wir keines entdecken. Auf dem Fluss schwimmen jedoch einzelne Entenmütter mit ihren bereits geschlüpften Küken.

Eine Robbenmutter hat mit ihrem Baby genau diese Flussmündung zum Ausruhen gewählt.

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Robbenmutter beim „Chillen“

 

 

 

 

 

 

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Das Baby betrachtet uns interessiert

 

 

 

 

 

 

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Boje in der Mündung des Ythan-River

 

 

 

 

 

 

 

Wir nehmen nicht an, dass die rote Boje als Spielzeug für die Robben dient, finden aber den Farbtupfer im Wasser schön.

Müde, aber glücklich kehren wir zu unserem NOBIS zurück. Unglaublich, was man in wenigen Stunden alles sehen kann, wenn man die Augen offen hält.

Link zur Wanderung durch das „National Nature Reserve Forvie“:  Da auf “google maps” der Weg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Pennan

19. Juli 2015

Nach zwei Nächten in Collieston fahren wir nun nordwärts weiter.
Unterwegs veranlasst uns der Leuchtturm von Boddam zu einem Stopp. Immer wieder sind wir fasziniert von den markanten Bauten, die zur Sicherheit der Seefahrer an die Küsten gebaut wurden.

 

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Leuchtturm von Boddam

 

Die Landschaft ist lieblich hügelig. Wie hingestreut stehen einzelne Bauernhöfe im Weide- und Wiesland. Einige sind am Zerfallen. Auch hier bewirtschaften immer weniger Landwirte immer mehr Fläche.

 

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Bauernhof in Schottland

 

Auf einer Weide sehen wir Schwarzkopfschafe, die alle fein säuberlich nummeriert sind. Wir stellen uns vor, dass der Besitzer an Schlafstörungen gelitten hat. Ein Nachbar gab ihm den Tipp, abends im Bett Schäfchen zu zählen. Doch der Ärmste verzählte sich im Halbschlaf immer wieder und ärgerte sich darob so sehr, dass sich der Schlaf die ganze Nacht über nicht einstellte.
In einer der schlaflosen Nächte kam ihm die Idee, seine Schafe zu nummerien, um diesem Übel abzuhelfen. Schon am nächsten Morgen kaufte er sich Farbe und Schablone und beschriftete seine Herde. Seither schläft er abends immer problemlos ein.
Und wenn er nicht gestorben ist, so schläft er noch heute jede Nacht selig durch.

 

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Nummerierte Schafe

 

Natürlich könnte es auch sein, dass die Schafe für eine Ausstellung gekennzeichnet worden sind, aber uns gefällt obige Geschichte besser.
„Aussichtspunkt Fort Fiddes“ steht auf einem Wegweiser. Wir biegen rechts ab und schon nach kurzer Zeit geniessen wir die Aussicht.

 

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Aussichtspunkt Fort Fiddes

 

Wir spazieren auf die Landzunge hinaus und sehen von dort ein Fischerdorf, das sich in der Bucht versteckt hält. Die weiss getünchten Häuser leuchten in der Abendsonne. Nach all den grauen bis rötlichen Natursteinhäusern gefällt uns dieser Kontrast so gut, dass wir zurückfahren. Eine schmale, kurvige und sehr steile Strasse führt in das Dorf Pennan hinunter.

 

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Ehemaliges Fischerdorf Pennan

 

Wir parken am Strassenrand und beschliessen: hier bleiben wir diese Nacht!
Dann spazieren wir zum Hafen. Und geniessen die Bilder, die sie sich uns bieten.

 

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Rettungsring im Hafen von Pennan

 

 

 

 

 

 

 

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Fischerei-Utensilien

 

 

 

 

 

 

 

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Portrait einer jungen Möwe

 

 

 

 

 

 

 

Als wir zu unserem Wohnmobil zurückkehren, lädt auf der anderen Strassenseite ein Mann Taschen und Koffer in sein Auto. Er grüsst uns beiläufig über die Schulter hinweg mit einem leisen „Grüezi“. Annette hört es trotzdem und spricht ihn an. Alex arbeitete zwei Jahre in Luzern. Ursprünglich stammt er aus einem winzigen Dorf am Loch Lomond, wo nur 6 Familien wohnten. Pennan sei im Vergleich wie eine Grosstadt, witzelt er.
Er gibt uns einige Tipps für Ausflüge in der näheren Umgebung.
Annette erwähnt nebenbei, dass wir oft keinen Internetzugang hätten. Spontan bietet er uns an, dass wir uns über sein WLAN einzuloggen könnten. Er geht ins Haus und holt die notwendigen Codes, die er uns aushändigt.
So konnten wir unerwartet schnell den letzten Beitrag online stellen. Thank you, Alex!
Immer wieder treffen wir in Grossbritannien auf solch hilfsbereite Menschen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Der alte Hafen von Portsoy

20. Juli 2015

Alex hat uns empfohlen den alten Hafen von von Portsoy zu besichtigen.
Dieser wurde bereits im Jahre 1692 gebaut. Wir staunen über die Bauweise. Hier sind die behauenen Natursteinquader hochkant vermauert.

 

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Alter Hafen von Portsoy

 

Wir schlendern durch den kleinen Fischerhafen und entdecken immer wieder neue Details, die unsere Blicke auf sich ziehen.

 

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Die kleine Hafenkneipe wird von einem Piraten bewacht.

 

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Wir staunen über welche Ästhetik rostige Eisenteile verfügen. Darum hier eine Auswahl, mal mit junger Taube, mal mit Margeriten, mal einfach so:

 

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Doch auch knallige Farben sind im Hafen anzutreffen:

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Nachdem wir uns sattgesehen haben, fahren wir nach Spey Bay. In dieser Bucht soll es Delfine geben, die man vom Land aus beobachten kann.
Wir stellen uns deshalb für diese Nacht auf den Parkplatz des Visitor-Centre mit Blick aufs Meer. Die Delfine wollen wir uns Morgen ansehen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Exotische Blüten

21. Juli 2015

Am Morgen spazieren wir zuerst ein Stück dem River Spey entlang ins Landesinnere. Dabei fällt uns ein Feld voller exotischer Blüten auf. Diese Blumen sollen ursprünglich aus Amerika stammen.
Wir zeigen hier ein Exemplar, vielleicht gibt es unter unseren LeserInnen einen Botaniker, der diese Pflanze kennt …

 

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… oder vielleicht einen Landwirt oder einen Hobbygärtner?

Alle, die es herausgefunden haben, dürfen heute zum Abendbrot Kartoffeln essen, denn es handelt sich um die dekorative Blüte – man staune – einer gewöhnlichen Kartoffelstaude. 😉
Nach dieser Biologiestudie kehren wir an die Spey Bay zurück. Eine Niederländerin erzählt Annette auf der Toilette begeistert von den vielen Delfinen, die sie gerade eben, ganz nahe und ohne Fernglas gesehen hätte.
Wir spazieren zum Kiesstrand und setzen uns auf grosse flache Steine, um Delfine zu beobachten.
Doch die grosse Delfinshow scheint vorbei zu sein. Weit draussen erkennen wir noch zwei Exemplare, die sich manchmal kurz zeigen. Nach einer guten Stunde geben wir auf und kehren zu unserem NOBIS zurück.

Nun fahren wir nach Findhorn, in der Hoffnung dort einen geeigenten Übernachtungsplatz zu finden. Doch Findhorn ist ein Sommertouristenort, aus dem uns die vielen „No overnight parking“-Schilder verjagen.

Wir verlassen die Küste und fahren nach Culbin Forest. Auf dem Parkplatz dort im Wald scheinen wir nicht zu stören.
Annette will sich noch kurz die Beine vertreten, kehrt aber nach kurzer Zeit freudestrahlend zurück. Sie hat direkt am Waldweg Pfifferlinge entdeckt.
Diese wollen wir sammeln. Wir ziehen zu zweit los und was wir sehen, lässt uns beinahe die Augen aus dem Kopf kullern. Der Waldboden ist an einigen Stellen mehr gelb als grün. Wir sammeln nur die schönsten Exemplare. Nach ca. 300 Metern Wegstrecke zwingen wir uns, umzukehren und weitere Pilze stehen zu lassen. Wir haben in kürzester Zeit 1800 g Pfifferlinge gesammelt, was uns für drei üppige, leckere Mahlzeiten reicht.

 

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Pfifferlinge (Cantharellus cibarius)

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Heute ernten wir keine Pilze

22. Juli 2015

Wir machen uns auf den Weg Richtung Norden. Wir wollen als nächstes die Orkney-Inseln besuchen.
In Munlochy, wieder im Wald, finden wir schon wieder Pfifferlinge. Wir haben noch mehr als genug von gestern und lassen diese schweren Herzens stehen. Ganz Schottland scheint voll von diesen Pilzen zu sein. Das ist wohl der Dank des Wettergottes für die lange Regenperiode, die nun hoffentlich beendet ist.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Freude und Ärger liegen nahe beisammen!

23. Juli 2015

Kurz nach Inverness fahren wir auf einer langen Brücke über den Cromarty Firth.

 

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Brücke über den Cromarty Firth

 

Dass Schottland nicht nur von der Landwirtschaft lebt, sehen wir in Alness. Ein Bohrturm steht weiter meerwärts gross und dominant im Cromarty Firth.

 

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Bohrturm im Cromarty Firth

 

In einem anderer Fjord, dem Dornoch Firth, geht es lieblicher zu und her. Ein weiss getünchtes Haus scheint vor Freude über seine exklusive Lage mit Blick auf die hellen Sandbänke zu strahlen. Ob hier auch manchmal Robben ein Sonnenbad nehmen?

 

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Haus am Dornoch Firth

 

In diesem Guesthouse werden die Gäste überaus herzlich willkommen geheissen.

 

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Im Tourismusbüro von Thurso vernehmen wir, dass die günstigsten Autofähren auf die Orkney-Inseln ab Gill´s Bay verkehren. Die ausserordentlich nette Dame erklärt uns, dass sich in der oberen Etage ein historisches Museum befinde und im dritten Stock ein Video über diese Region (Caithness) zu sehen sei.
Wir staunen über den grandiosen Film. Natur und Menschen werden in grossartigen Einstellungen gezeigt, jede für sich ein Kunstwerk. Das ist der schönste und eindrücklichste Werbefilm, den wir je gesehen haben. Nur schon deswegen lohnt sich ein Besuch des Tourist-Information-Centre von Thurso!

Wir fahren zur Gill´s Bay und buchen eine Überfahrt für Morgen um 9:30 Uhr. Zum Schlafen fahren wir zum Leuchtturm beim Duncansby Head.

Wir erkunden die nähere Umgebung und entdecken in einer Felsspalte Papageientaucher. Die Überraschung und Freude diese extravagant bunten Vögel hier anzutreffen ist so gross, dass Beat vor Nervosität die Kamera nicht richtig einstellt und sofort losknipst. Später am PC sehen wir dann, dass alle Bilder unscharf sind. Sie sind so schlecht, dass wir es nicht wagen hier eines zu zeigen.
Beat ärgert sich masslos und will morgen früh nochmals zurückkehren, um diese Vögel mit ihren grossen roten Schnäbeln zu fotografieren.

Der Frust wird durch den folgenden Regenschauer etwas gemildert. Er beschert uns einen wunderschönen Regenbogen, der so gross ist, dass er nicht einmal in unsere Kamera hinein passt.

 

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Regenbogen über dem „Duncansby Head Lighthouse“

 

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Britischer Charme und britische Küche

 

 

Ankunft in England

2. Juli 2015

Morgens um 3:30 Uhr stehen wir auf und stellen uns in Dunkerque in die Warteschlange für die Fähre nach Dover. Pünktlich um 06:00 Uhr legen wir ab.
Nach einer guten Stunde Fahrzeit begrüssen uns die weissen Klippen von Dover in England.

 

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White Cliffs von Dover

 

Diese Klippen sind sehr bekannt und kaum jemand kann an ihnen vorbeifahren, ohne sie zu fotografieren.

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Hier sind die Klippen der Star

 

 

 

 

 

 

 

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Leuchttürme am Hafen von Dover

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Überfahrt fällt uns ein, dass heute unser zehnjähriger Hochzeitstag ist.
Das wollen wir feiern und fahren deshalb in der Nähe von Stansted in ein Restaurant.
Die Steaks vom Holzkohlegrill schmecken ausgezeichnet (von wegen schlechter englischer Küche!).
Zudem dürfen wir auf dem hoteleigenen Parkplatz übernachten. Thanks a lot!

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St. Ives am Great Ouse

3. Juli 2015

In St. Ives treffen wir auf ein schönes Städtchen, das am Fluss Great Ouse liegt.

 

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Idyllisches St. Ives

 

Wir können uns dem englischen Charme nicht entziehen und erfreuen uns an den Reihenhäusern, die alle aus Naursteinen gebaut sind. Jedes Haus trägt einen breiten Schornstein mit bis zu vier Schloten. Wird hier noch jedes Zimmer mit eigenem Ofen beheizt?
Die Leute sind sehr offen und hilfsbereit.

 

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St. Ives

 

In Wakerley bleiben wir für diese Nacht auf einem Parkplatz mitten im Wald bei einem Picknickgelände. Ein Mann spricht uns an und freut sich offensichtlich, dass wir sein Grossbritannien über einen längeren Zeitraum hinweg bereisen wollen. Seine Tipps, was man alles gesehen haben muss, sprudeln nur so aus ihm heraus, so dass Annette mit aufschreiben kaum mitkommt.

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Häuser aus Feuersteinen (Flintstones)

4. Juli 2015

In Burnham Market staunen wir wieder über die Bauart der Häuser. Die Ecken und die Fenster- und Türlaibungen sind mit Klinker gemauert, die Zwischenräume mit unbehauenen, runden Flintsteinen (Feuersteinen) gefüllt.

 

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Häuser mit Flintsteine-Mauern in Burnham Market

 

In Brancaster soll vor der Küste ein Schiffswrack auf einer Sandbank liegen, zu dem man bei Ebbe hinausspazieren kann, hat der nette Herr gestern abend Annette erzählt. Das wollen wir uns ansehen. Als wir aber in Brancaster Bay ankommen, herrscht Hochwasser. Ein Angestellter am Kiosk informiert uns, nachdem er den Tideplan konsultiert hat, dass morgen um 08:10 Uhr Ebbe sei.
Wir fahren ins Landesinnere und finden in der Nähe von Docking einen betonierten Platz inmitten von Getreidefeldern, ideal für uns.

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Hoher Wasserstand bei „Ebbe“

5. Juli 2015

Am Morgen fahren wir kurz nach 7:00 Uhr los, damit wir noch vor der Ebbe am Strand sind. So bleibt uns noch genügend Zeit, um zum Wrack hinauszulaufen, denken wir.
Wir parkieren im Dorf und gehen den Weg zum Meer zu Fuss.
Am Strand ist aber der Ozean etwa gleich hoch wie gestern. Eine Frau, die wir darauf ansprechen, beschreibt es kurz, aber treffend: „Wrong time“. Heute um 14:30 Uhr sei wahrscheinlich Niedrigwasser.

 

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Viel Meer für Ebbe

 

Wir wandern unverrichteter Dinge zurück zu unserem NOBIS und versuchen es am Nachmittag nochmals.

Jetzt scheint „the right time“ zu sein, viel Sand und das Meer weit draussen.
Wir spazieren ins Watt hinaus, Richtung Wrack. Doch ein breiter Priel (Wasserlauf im Wattenmeer mit starker Strömung) stoppt uns und wir können die „Attraktion“ nur aus der Ferne betrachten.

 

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Vom Schiffswrack ist nicht mehr viel übriggeblieben

 

Wir kehren wieder um. Diese „Sensation“ hat den Umweg nicht gelohnt, den wir gefahren sind, aber das Wattenmeer fasziniert uns von Neuem.

 

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Blick von den Dünen auf das „Schiffswrack“

 

Wir fahren wieder zurück an den Schlafplatz von gestern. Auch heute ist ausser dem Trillern der unermüdlich aufsteigenden Lerchen nichts zu hören.

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Schmetterlinge

6. Juli 2015

Die Sonne weckt uns. Draussen flattern unzählige Schmetterlinge von Distel zu Distel.
Wir beobachten das emsige Treiben und staunen über die bunten Flügel und haarigen Leiber.

 

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Beats Lieblingsbild

 

Ist die Raupe auf der rechten Blüte der Schmetterling vom nächsten Jahr?

 

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Kleiner Fuchs (aglais urticae)

 

Wir fahren durch unzählige Getreidefelder. Hier in Norfolk, im Südosten Englands, scheint die Kornkammer Grossbritanniens zu liegen.

 

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Heute wollen wir auf einen Stellplatz in der Nähe von Leeds fahren. Wir sind beide sehr müde und beschliessen unterwegs einen Parkplatz im Stapleford Wood anzusteuern.

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Windmill Inn in Linton

7. Juli 2015

Heute geht´s nach Linton. Beim Pub Windmill Inn soll es gratis WiFi geben. Wir fahren am frühen Nachmittag auf den Platz. Leider kriegen wir nichts mehr zu trinken, da im Pub gleich Mittagspause ist. Die Wirtin gibt uns aber noch das Passwort für den Internetzugang bekannt. So können wir den Nachmittag über online am PC arbeiten.

 

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Linton

 

Am Abend kommt Beat dann doch noch zu seinem Bier in einem Pub. Zurück im Bus werden wir von einer Frau auf Schweizerdeutsch angesprochen. Susanne lebt seit 40 Jahren in England und freut sich sehr hier einmal Landsleute anzutreffen.

 

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Windmill Inn in Linton

 

Wir bleiben über Nacht vor dem Pub und schlafen sehr ruhig, von keinem Lärm gestört.

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Einladung von Susanne und Paul

8. Juli 2015

Am Morgen treffen wir Susanne und ihren Mann Paul nochmals an. Als Susanne hört, dass wir einen Campingplatz ansteuern wollen, um zu duschen und unsere Wäsche zu waschen, lädt sie uns spontan zu sich nach Hause ins Nachbardorf ein. Während die erste Maschine läuft, geht Annette mit Susanne einkaufen. Beat fährt mit Paul zu dem Haus fährt, dass sie neu gekauft haben und nun renovieren. Dort kann Beat beim Herausreissen der Teppiche behilflich sein.
Am Abend können wir, frisch geduscht, unsere saubere Wäsche in den NOBIS tragen und werden danach sogar noch zu einem feinen Nachtessen in einem Pub eingeladen.
Für die Nacht dürfen wir vor ihrem Haus stehen und sogar unsere Batterien an die Steckdose anschliessen.

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Auf nach Schottland

9. Juli 2015

Am Morgen bereitet uns Susanne ein Frühstück mit Pancakes und Hot Cross Buns zu und schenkt uns für die Weiterfahrt typische englische Bonbons und eine Schachtel schottische Shortbreads (ähnlich wie Sablés).

Vielen herzlichen Dank, Susanne und Paul, für die spontane und herzliche Gastfreundschaft, die wir bei euch erfahren durften.

Nun reisen wir weiter nach Schottland. Die Landschaft ändert sich. Das Land wird hügeliger und die Äcker weichen mehr und mehr Weideland.
An der Grenze zu Schottland spielt auf einem Rastplatz ein Schotte im Kilt (Rock) Dudelsack. Für ein Pfund (für Reiseunerfahrene: das ist keine Gewichtseinheit, sondern die Währung in Grossbritannien) darf man ihn dabei fotografieren. Wir verzichten und knipsen lieber die Landschaft.

 

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An der Grenze zu Schottland

 

Wir fahren bis an den Loch Leven. („Loch“ heissen in Schottland die Seen.)
Hier finden wir einen schönen Platz nahe beim See und eine öffentliche Toilette steht erst noch in der Nähe. Wohnmobilist, was willst du mehr?

Einer Info-Tafel entnehmen wir, dass ein Wanderweg rund um den See führt. Den nehmen wir uns für morgen vor.

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Nichts zu lachen!

10. Juli 2015

Am Morgen regnet es in Strömen. Das finden sogar die Lachmöven nicht mehr lustig und wir verschieben unsere Wanderung um einen Tag.

 

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Lachmöve (Larus ridibundus)

 

Am Nachmittag bessert sich das Wetter etwas und wir wagen einen Spaziergang ins Dorf. Kinross schaut aus, als hätte es auch schon bessere Zeiten erlebt. Viele Gärten sind ungepflegt, einige Häuser baufällig. Nur wenige Menschen erwidern unseren Gruss. Auch das triste Wetter trägt zur depressiven Stimmung bei, die das Dorf ausstrahlt.

Zurück am Loch Leven schlendern wir zum Turm, der am Eingang eines alten Friedhofes steht.
Die Informationstafel lässt uns schmunzeln.
Der Turm wurde bis 1832 zur Bewachung der frischen Gräber genutzt. In jener Zeit wurden oft von Leichenräubern (body snatchers) frisch beerdigte Leichen ausgegraben und an die Medizinische Fakultät in Edinburg verhökert.
Andere Zeiten … andere Probleme!

Zum Abendessen haben wir uns eine „schottische Schlachtplatte“ mit Würsten, Black Pudding (Blutwurst), Lorne Sausage (eine Art rechteckige Frikadelle) und Haggis (Wurst aus Innereien) gekauft. Die Würste und der schwarze Pudding schmecken gut, die Haggis ist vom Geschmack her etwas gewöhnungsbedürftig und von irgendwie schmieriger Konsistenz…. na ja, man muss ja nicht alles mögen!

 

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Friedhofs-Wachturm am Loch Leven, Kinross

 

 

Wanderung um den Loch Leven

11. Juli 2015

Heute scheint das Wetter passabel und wir wagen uns auf die Wanderung um den Loch Leven. Der Weg verläuft ohne grössere Steigung mal direkt am Ufer, mal weiter vom See entfernt.
Uns gefallen besonders die originellen, windgeschützten Sitzgelegenheiten auf dem letzten Teil dieser Wanderung.

 

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Sitzplatz

 

Auch ein gedeckter Rastplatz passt sich schön in die Landschaft ein.

 

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Rastplatz am Loch Leven

 

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Blick über das Ried und den Loch Leven

 

Kurz bevor wir unseren NOBIS erreichen, beginnt es leicht zu nieseln. Doch das kann uns nicht mehr verdriessen. Wir sind stolz die 13 Meilen (21 Kilometer) in 4¼ Std.gemeistert zu haben.

Link zur Wanderung um den Loch Leven:

 

 

Annettes Geburtstag

12. Juli 2015

Heute ist Annettes Geburtstag. Da sie Überraschungen mag, kauft Beat im Dorf zum Frühstück verschiedene warme Pasteten ein. Wir essen heute: Hot Mince and Onion Bridie, Hot Steak Pie, Hot Scotch Pie, Macaroni Pie und Sausage Roll. Sie schmecken so lustig wie sie tönen.

Danach fahren wir nach Dunkeld auf einen Campingplatz.
Ein Spaziergang führt uns ins Dorf zum Abendessen im Royal Hotel in Dunkeld. Es regnet nicht und ist angenehm warm. Deshalb essen wir draussen und einmal mehr in Grossbritannien … sehr gut. Dass die Küche auf der Insel miserabel sein soll, muss ein überholtes Klischee sein.

 

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Originelle Natursteinmauer auf dem Weg ins Dorf Dunkeld

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Recycling auf Schottisch!

13. Juli 2015

Heute bleiben wir auf dem Campingplatz, arbeiten am Reiseblog und setzen den zweiten Beitrag über Belgien online.
Vor unserem Wohnmobil stehen verschiedene Container, in denen der Abfall gesondert gesammelt wird. Wir als Recycler sind darüber sehr erfreut und entsorgen Papier, Karton, Aludosen, Plastikflaschen und Restmüll, wie wir es in der Schweiz gelernt haben, in die jeweils dafür vorgesehenen Tonnen.
Am Nachmittag fährt ein Müllfahrzeug vor. Der Chauffeur steigt aus und entleert alle Behälter, ungeachtet ihres Inhaltes in seine fahrende Müllpresse.
Konsterniert schauen wir dem Treiben zu. Ist das Recycling auf schottisch?

Einige Zeit später fährt ein Lieferwagen auf den Platz. Auf der Ladefläche liegen grosse Plastiksäcke mit Aludosen. Ein geistig behinderter Arbeiter steigt aus und sucht aufgeregt in all den leeren Containern nach den Dosen, die noch bis vor kurzem, in Säcke verpackt, herumgestanden sind.
Annette geht zur Fahrerin und erklärt ihr, dass die Müllabfuhr alles mitgenommen habe. Das scheint nicht üblich zu sein und die Frau will genau wissen, was das für ein Fahrzeug gewesen ist.
Ein Hoffnungszeichen, dass auch das schottische Recycling nicht nur eine Alibi-Übung ist.

 

 

Wieder in Belgien

 

 

Bouillon

24. Juni 2015

Wer bei Bouillon an Suppe denkt, dem geht es gleich wie uns früher.
Aber Reisen bildet und wir lernen dazu: Bouillon ist auch ein sehr schönes belgisches Städtchen. Es liegt in einer Flussschlaufe der Semois.

 

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Bouillon an der Semois

 

Wir spazieren der Semois entlang und entdecken im Dorf einen Gemüseladen. Hier werden für € 4.– ein Kilogramm Erdbeeren angeboten. Während wir noch diskutieren, ob das nicht zu viel für uns ist, stellt der Besitzer eine Gemüsekiste heraus und schreibt sie mit € 5.– an.

 

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Wir geraten in einen „Schnäppchen-Kaufrausch“ und decken uns sowohl mit Erdbeeren als auch mit Gemüse ein. In der Kiste liegen: 1 Weisskohl, 1 Spitzkohl, 7 Chicorée, 1 Stangensellerie, 1 Bund Karotten, 4 Bund Frühlingszwiebeln, 12 Paprika, 2 Bund Petersilie.

Das Abendessen fällt, wen wunderts, vegetarisch aus. Wir kochen (viel) Paprikagemüse und Couscous und zum Nachtisch gibt es frische Erdbeeren mit Sahne … alles sehr lecker!
Während wir essen, spaziert ein Ehepaar an unserem Bus vorbei. Wir hören, wie die Frau mehrmals zu ihrem Mann sagt: „Mais, ça ne va pas!“ (Aber das geht nicht!) und auf unseren NOBIS zeigt.
Der Mann kehrt zurück und spricht uns durch das offene Fenster an. Er erklärt uns freundlich, dass es in der Nähe einen Stellplatz für Wohnmobile gäbe und wir dorthin fahren sollten. Wir haben jedoch in Hamoir, wo wir ebenfalls im Dorf direkt am Fluss übernachtet haben, gelesen, dass das einmalige Übernachten auf einem öffentlichen Parkplatz in Belgien erlaubt ist. Darauf angesprochen meint er, er kenne das Gesetz genau, er sei der Bürgermeister der Stadt. Das Übernachten sei lediglich geduldet und nur, wenn man keine Stühle oder Tische hinaus räume, wenn man das Fahrzeug nicht auf Keile stelle und es nicht über das Parkfeld hinausrage.
Nun wissen wir es ganz genau. Wir stellen unser Heim gewissenhaft in das Parkfeld und bleiben „gesetzlich geduldet“ diese Nacht an Ort und Stelle, weil es hier mit Blick auf die Semois so schön ist.

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Essen auf dem Aussichtsturm

25. Juni 2015

Am Morgen spazieren wir durch Bouillon. Wir möchten gerne Pfirsiche kaufen, doch „unser Gemüser“ hat den Laden geschlossen. Dafür finden wir beim Tourismusbüro einen Hotspot mit freiem Internetzugang. Bei dem warmen Wetter checken wir unsere Mails draussen vor dem Gebäude.

 

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Annette an ihrem Arbeitsplatz

 

Danach spazieren wir zum Aussichtsturm hinauf, der auf einem Hügelzug über dem Dorf liegt und geniessen die Aussicht über Bouillon und Semois.

Wieder zurück hat der Gemüsehändler immer noch geschlossen. Wir kaufen deshalb im neuen Einkaufszentrum ein. Dieses hat eine grosse, gekühlte Gemüse- und Früchteabteilung, die rege genutzt wird. Nun wissen wir, warum „unsere Gemüser“ nicht mehr motiviert ist, sein Geschäft offen zu halten. Schade, bald wird es wohl im Dorf einen kleinen sympathischen Laden weniger geben!
Wir fahren hoch zum Aussichtsturm, wo wir heute nacht schlafen wollen.

 

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Belvédère de Bouillon

 

Annette beschliesst: Heute essen wir in luftiger Höhe und trägt kurz entschlossen Tisch und Stühle hinauf.

 

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Nachtessen mit Blick auf Bouillon

 

Der Turm ist aus Holz und stabil gebaut, auch wenn Souvenirjäger oder Vandalen einige Schrauben herausgedreht und mitgenommen haben. Ein Schraubenloch im Geländer ist über dem Tisch erkennbar.

 

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Stilleben mit Schrauben

 

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Nochmals Bouillon

26. Juni 2015

 

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Storchenschnabel (Geranium robertianum) an einer Brückenmauer

 

Wir fahren nochmals in das schöne Städtchen Bouillon hinunter und geniessen die friedliche und ruhige Stimmung.

 

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Bunte Pedalos warten auf Touristen

 

Danach fahren wir weiter kreuz und quer durch Belgien.
Dieser Teil ist sehr dicht besiedelt. Nicht ganz unser „Gusto“. Zudem klettert das Thermometer auf knapp 40 °C und Beat leidet unter der Hitze.

In der Nähe von Dinant stellen wir uns auf den Parkplatz bei den Ruinen von Crève-Coeur. Als jedoch immer mehr Jugendliche im Auto anfahren und Zelte und Bierharrassen ausladen, beschliessen wir, woanders zu Übernachten.

In Anhée finden wir nach einigem Suchen einen ruhigen Platz beim Sport- und Freizeitzentrum.

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Herausgeputztes Belgien

27. Juni 2015

Weiter geht die Fahrt durch Belgien.
Uns fallen die vielen gepflegten Einfamilienhäuser auf, die es hier gibt. Alles, sogar die Hecken und Büsche sind gestylt, kein Grashalm steht, wo er nicht stehen darf. Auf uns wirkt das klinisch sauber, irgendwie lebensfeindlich.

 

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Properes Belgien

 

Die Schlafplatzsuche gestaltet sich auch heute sehr zäh. Erst der siebte Versuch ist erfolgreich.
In Kortessem finden wir beim „Sportpark de Weyer“ einen Gratisplatz mit Strom!
In diesem Sportpark gibt es sogar noch eine Finnenbahn. Dies ist eine Laufstrecke, die mit Holzschnitzeln gefüllt ist, um die Schläge beim Laufen zu dämpfen. Ein Relikt aus der Zeit des Joggens, als es noch keine gefederten Laufschuhe gab.

 

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Finnenbahn in Kortessem

 

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Wiedersehen mit einem alten Bekannten!

28. Juni 2015

Heute treffen wir ganz plötzlich und unerwartet einen alten Bekanten wieder. Unser Delfin, den wir am 30. Mai 2015 in Deutschland, in der Nähe von Brüggen, im Naturpark Maas-Schwalm in den Abfalleimer gesteckt haben. Damals haben wir gehofft, dass der Müll ins Meer gekippt wird und unser Freund so wieder zurück in sein Element findet. (Nachzulesen in unserem Beitrag: „Niederlande“)
Anscheinend ist ihm das Warten zu lange geworden und er ist auf eigene Faust losgezogen. Nun legt er hier in Belgien in einem Getreidefeld eine Ruhepause ein. „Delfi“ scheint etwas abgekämpft, aber wohlauf. Er ist dem Meer ein rechtes Stück näher gekommen.

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„Delfi“ auf dem Weg zum Meer

 

 

 

 

 

 

 

Gegen Abend installieren wir uns in Zeebrugge auf einem Parkplatz. Die Koordinaten haben wir unserem Stellplatzführer entnommen.
Wir schlendern zum Hafen und zum Visserskruis (Gedenken an diejenigen, die auf See umkamen) und bestaunen das Treiben im Jachthafen.
Dann spazieren wir weiter zur Sint Donaaskerk. Drinnen ertönt leise klassische Musik, die modern gestalteten Glasfenster mit schlichten Mustern leuchten im Licht.

 

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Chorfenster

 

 

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Fenster im Schiff

 

Während wir in unserem NOBIS das Abendessen vorbereiten, hält ein Auto. Der Fahrer steigt aus und erklärt, dass hier das Übernachten verboten sei und wir eine Busse von € 150.– riskieren würden. Er meint, für dieses Geld könne man doch schön essen gehen.

Die Schlafplatzsuche geht also von neuem los. Wir fahren acht verschiedene Orte an, bis wir am Ortsausgang von Oosthoek endlich einen Platz finden. Der liegt zwar direkt an der Strasse, aber in der Nacht wird es hier wohl ruhig sein.
Beim Erkundungsrundgang hören wir wieder den Gesang einer Nachtigall. Ein versöhnlicher Abschluss unserer Suche!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Glück gehabt!

29. Juni 2015

Beim Wegfahren sehen wir ein Schild, nach dem wir in einer 4-Std-Parkzone übernachtet haben.
Glück gehabt!
Heute fahren wir zum Campingplatz in Blankenberge. Wir wollen wieder einmal gemütlich duschen und brauchen einen zuverlässigen Internetanschluss, um unseren Blogteil „Luxemburg“ aufzuschalten.

Kurz nach Mittag fahren wir mit dem öffentlichen Bus nach Brugge.
Bei schönstem Wetter flanieren wir durch die Stadt und bestaunen, was sie uns alles bietet.

 

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Altstadt in Brugge

 

 

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In dieser modernen Skulptur spiegeln sich die alten Gebäude.

 

Neben der Sint-Salvator-Kathedrale steht ein eigenwilliges Kunstwerk des chinesischen Künstlers Song Dong. Er nennt es: „Wu Wei“, was soviel wie „Nicht-Handeln, mit dem Fluss der Dinge mitgehen“ bedeutet.
Das Kunstwerk ist aus lauter schiefen Fenstern gebaut, die sich zum Teil öffnen lassen und es Kinder ermöglichen ins leere Inneren zu kriechen. Die Fenster stammen aus Abbruchobjekten in China. Der Künstler will mit seinem Werk auf die Abbruchwut in seiner Heimat aufmerksam machen. Auch historische Kulturschätze müssen dort modernen Gebäuden weichen.

 

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„Wu Wei“, in Brugge

 

 

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Für uns Schweizer ist ein Besuch im belgischen Schokolade-Museum beinahe Pflicht. Bereits beim Eingang kann man etwas Schokolade naschen. Mit der Eintrittskarte gibt es dann gleich noch eine süsse Wegzehrung auf den Rundgang mit. Im Museum erhalten wir viele Informationen über die Gewinnung der Kakaobohne, die Verarbeitung und die Geschichte der Schokolade.
Wer weiss denn heute noch, dass heisse Schockolade früher sehr teuer und das Modegetränk des Adels war?
Am Schluss haben wir die Gelegenheit bei der Zubereitung von Pralinen zuzuschauen. Der Confiseur erklärt laufend die einzelnen Arbeitsschritte und am Schluss darf man auch diese Süssigkeiten kosten.

 

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Mannshohe Skulptur aus Schokolade

 

 

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Schokolade, Schokolade, Schokolade …

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir erklären hier, selbst auch auf die Gefahr hin, dass wir bei der Rückkehr in unser „Schoggiland“ Schweiz im Kerker landen: Die belgische Schokolade ist wirklich sehr lecker und braucht keinen Vergleich mit den Produkten aus der Schweiz zu fürchten!

 

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Impression aus Brugge

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Internet

30. Juni 2015

Heute ist Ausschlafen, Mailen und Arbeiten an unserem Blog angesagt.
Wir wollen übermorgen nach England übersetzen und buchen deshalb eine Fähre von Calais nach Dover.
Spät am Abend funktioniert unser (bezahlter) Internetzugang plötzlich nicht mehr. Ein guter Grund ins Bett zu gehen.

 

 

Über Frankreich nach Grossbritannien

1. Juli 2015

Die Hitze wird beinahe unerträglich. Das Thermometer steigt auf 40 °C im Schatten und im Fahrzeug ist es noch heisser.
Wir fahren über die Grenze nach Calais. Unterwegs sehen wir überall stehende Lastwagenkolonnen und viele Polizisten, die den Verkehr regeln oder Strecken absperren. Auch wir kommen nur stockend vorwärts.Wir denken uns nicht viel dabei (es ist sogar zum Denken zu heiss) und setzen unseren Weg nach Calais ahnungslos fort.
Dort im Fährhafen herrscht aber tote Hose. Der Schalter unserer Transportfirma DFDS ist nicht besetzt und erst hier erfahren wir, dass die Dockarbeiter von Calais seit Tagen streiken.

Ein Zettel weist uns an, nach Dünkirchen (oder Dunkerque, wie es die Franzosen nennen) zu fahren. Dort würden zusätzliche Fähren eingesetzt und man versuche die Passagiere von dort aus nach England zu transportieren.

In Dunkerque erhalten wir die Bestätigung, dass wir morgen früh um 6.00 Uhr mit der Fähre nach Dover fahren können.

Wir lassen unseren NOBIS auf dem Hafengelände stehen und kommen mit unseren Nachbarn, zwei Brüdern aus Deutschland ins Gespräch. Bei einem Glas Wein unterhalten wir uns angeregt, so dass sogar der vorbereitete Salat in unserem Wohnmobil in Vergessenheit gerät.
Um Mitternacht kehren wir zurück. Schlafen ist jedoch wegen der grossen Hitze kaum möglich.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über den Kanal

2. Juli 2015

Um 3:56 Uhr checken wir ein und fahren auf die Fähre.
Das Fährunternehmen DFDS hat es also geschafft, uns trotz Streik in Calais zur gebuchten Zeit nach England zu verfrachten.

Hut ab und herzliche Gratulation!

 

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Auch diese Möwe freut sich mit uns, dass es geklappt hat.

 

Pünktlich um 6:00 Uhr legen wir ab.

Auf der einen Seite der Fähre verabschiedet sich der Vollmond, während auf der anderen Seite die Sonne ihren Arbeitstag beginnt.

 

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Vollmond im Hafen von Dunkerque

 

 

 

 

 

 

 

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Sonnenaufgang im Hafen von Dunkerque

 

 

 

 

 

 

 

Unser erster Tag in England ist gleichzeitig unser zehnter Hochzeitstag. Wir können es kaum glauben, dass es schon so lange her ist!
Wir fahren nach Stansted und gönnen uns zur Feier des Tages im Restaurant des Hotels „De Salis“ leckere, saftige Steaks vom Holzkohlegrill und dürfen danach auf dem Parkplatz übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Luxemburg, DIE Überraschung!

 

 

Noch schnell durch Luxemburg …

12. Juni 2015

Wir haben kein Bild von Luxemburg. Trotzdem wollen wir zwei bis drei Tage aufwenden, um uns dieses Land kurz anzusehen … doch es kommt ganz anders!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wildblumenwiese und 1. Etappe einer Seeumrundung

13. Juni 2015

Nach dem Frühstück fahren wir bis zur Staumauer vor Esch-sur-Sûre. Unterwegs halten wir an und bestaunen ein grosses Wildblumenfeld. Wir können uns kaum sattsehen an der Farbenpracht.

 

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Wildblumen

 

Unter den vielen Mohnblumen entdecken wir sogar ein Exemplar mit „Schweizerkreuz“. Doch auch die Kornblumen und Kornrade sind ausserordentlich schön.

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Kornblume (Centaurea cyanus)

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Mohnblumenknospe (Papaver rhoeas)

 

 

 

 

 

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Mohnblume mit „Schweizerkreuz“

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Kornrade (Agrostemma githago)

 

 

 

 

 

 

Auf einem Parkplatz vor Esch-sur-Sûre sehen wir auf einer Tafel, dass ein Wanderweg rund um den Lac de la Haute-Sûre (Ober-Sauer-See) führt. Die Umrundung des grössten Sees von Luxemburg ist 42 km lang. Das ist uns dann doch zu viel. Doch unser ist Ehrgeiz geweckt. Wir wollen den Weg in drei Etappen zurücklegen.
Das erste Teilstück nehmen wir sogleich in Angriff.

Der Weg führt in ständigem Auf und Ab durch den Wald.
Immer wieder ist der Blick frei auf den langgezogenen See. Bei Lultzhausen führt eine schwimmende Brücke über das Wasser.

 

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Blick auf Lultzhausen mit der schwimmenden Brücke

 

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„Le pont flottant“

 

Wir überqueren die Brücke, die von Badenden und Fischern genutzt wird.
Nach Lultzhausen führt der Weg wieder bergan und an vielen, zum Teil eindrücklichen, Steinskulpturen vorbei. Dies ist ein Teil der Europäischen Skulpturenstrasse des Friedens, die von der normannischen Küste nach Moskau führt.

Weitere Infos zu diesem Projekt:

 

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„Engel vom See“, Georg Ahrens, Deutschland 1999

 

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„Freie Interpretation“, Rokos Kyriakos, Griechenland 1999

 

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„Time and landscape“, Kalle Ton, Niederlande 1999

 

Dann führt der Weg wieder hinunter zum Ober-Sauer-See. Wir wandern zurück zur Staumauer, wo unser NOBIS steht. Dieser Teil der Wanderung ist der unattraktivste. Der Wanderweg verläuft hier direkt neben der vielbefahrenen Strasse.
Nun suchen wir einen Übernachtungplatz. Doch die einsam gelegene St.Pirmin Kapelle, die wir ansteuern, wird von einem älteren Ehepaar in Beschlag genommen, das für morgen Mittag eine Feier vorbereitet.
Wir sind müde und fahren deshalb zurück an den Platz von gestern, der sehr ruhig und mitten im Wald liegt.

Link zur 1. Etappe der Wanderung um den Lac de la Haute-Sûre:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lac de la Haute-Sûre, 2. Etappe

14. Juni 2015

Heute brechen wir auf zur zweiten Etappe. Wir fahren nochmals nach Lultzhausen und überqueren die schwimmende Brücke ein zweites Mal.
Wieder geht es ständig bergauf oder bergab. Obwohl wir höchstens auf 250 Meter über den See steigen, kommen wir so auf mindestens 2000 Meter Höhendifferenz.
Für diese längste Etappe haben wir den heissesten Tag seit langem erwischt. Wir sind rund sechs Stunden unterwegs.
Dafür werden wir mit vielen schönen Ausblicken auf den See entschädigt.

 

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Ausblick auf den Ober-Sauer-See

 

In Arsdorf wandern wir ins Dorf hinein. Wir wollen mit einem der vielen Busse, die wir gestern gesehen haben, zu unserem NOBIS zurückfahren.
In einer Gartenwirtschaft erfrischen wir uns und fragen nach dem Bus nach Lultzhausen. Die nette Wirtin erklärt uns: „Normalement ça n’est pas de problème … mais … aujord’hui c’est dimanche!“ (Normalerweise ist das kein Problem … aber … heute ist Sonntag!).

Aha!!

Wir mühen uns also wieder die steile Strasse hinauf auf die Überlandstrasse und versuchen es per Autostopp. Zum Glück hält bereits das zweite Auto und nimmt uns mit. Wir plaudern auf französisch mit dem netten Fahrer. Er legt uns eine weitere Wanderung ans Herz, diejenige hoch zum „Houfels“. Die müsse man einfach gemacht haben.
Nach einem erfrischenden Bad im Stausee fahren wir wieder zur St.Pirmin Kapelle. Diesmal sind wir alleine und bleiben über Nacht.

 

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St.Pirmin Kapelle

 

Am Abend äst ein Reh in der nahen Wiese und nach dem Eindunkeln schwirren leuchtende Glühwürmchen herum. Eine Nachtigall macht die Idylle perfekt und singt uns in den Schlaf.

Wir haben bis heute nur davon gehört, dass Nachtigallen schön singen, aber nicht gewusst, wie das tönt. Für alle, denen das gleich geht, hier der Link zu einer Tonaufnahme.

Link zum Gesang einer Nachtigall:

Link zur 2. Etappe der Wanderung um den Lac de la Haute-Sûre:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Lac de la Haute-Sûre, 3. Etappe

15. Juni 2015

Heute machen wir es schlauer und fahren zuerst mit dem Bus nach Arsdorf, dem Startpunkt unserer dritten Etappe.
Das „… pas de problème…“ der Wirtin von gestern relativiert sich: Heute ist nicht Sonntag und Arsdorf lediglich das dritte Dorf an der Strasse dem See entlang, doch es fährt kein Bus direkt dorthin. Wir kommen so zu einer dreiviertelstündigen Überlandfahrt mit Umsteigen in Rambrouch und geniessen die Landschaft, die an den Fenstern vorbeizieht.

Auch auf dieser mit 3 ½ Stunden kürzesten Etappe gibt es viele schöne Kleinigkeiten zu bewundern.

 

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„angefressenes“ Blatt

 

 

 

 

 

 

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Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

 

 

 

 

 

 

 

Die Nacht verbringen wir nochmals bei der St.Pirmin Kapelle.

Link zur Busfahrt und zur 3. Etappe der Wanderung um den Lac de la Haute-Sûre:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schöne Aussicht

16. Juni 2015

Wir fahren weiter auf unserer Tour durch Luxemburg. Bei der Pont Misère parken wir und brechen zu der kleinen Rundwanderung auf, die uns der freundliche Herr vorgestern empfohlen hat.
Die Kennzeichnung des Weges ist nicht immer klar, aber wir finden trotzdem den Aussichtspunkt Houfels bei Boulaide.
Er gefällt uns so gut, dass wir beschliessen, anschliessend mit dem WoMo hierher zu fahren um zu übernachten.

 

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Nachtessen am Houfels bei Boulaide

 

Link zur Wanderung zum Houfels:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

In der Luxemburgischen Schweiz

17. Juni 2015

Auf unserer Fahrt sehen wir schöne, rotbraune Kühe, die an der Sûre Wasser trinken. Das ist für uns als ehemalige Rinderhirten natürlich ein Stopp und zwei Fotos wert.

 

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Wir suchen einen geeigneten Übernachtungsplatz. Das ist hier in der sandsteinzerklüfteten „Luxemburgischen Schweiz“ nicht ganz einfach.
Wir finden stattdessen einen eindrücklichen „Predigtstuhl“. Nicht ganz so imposant wie der berühmte Preikestolen am Lysefjord in Norwegen, aber immerhin … ein Predigerstuhl ist ein Predigerstuhl … und man kann ihn ebenfalls besteigen.

 

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Danach spazieren wir auf den Wegen zwischen den mächtigen Sandsteinfelsen. Einige Passagen sind so schmal, dass man sie nur seitwärts gehend passieren kann.

 

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Nachdem wir alle gut, knapp und nicht begehbaren Wege (seitliches Durchzwängen ohne Rucksack manchmal doch noch möglich) ausführlich getestet haben, fahren wir weiter.

In der Nähe von Haller finden wir eine kleine Strasse, die in den Wald führt. Bei einem grossen, offenen Pavillon aus Holz beschliessen wir zu bleiben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Erholung und Arbeiten am Blog in Larochette

18. – 20. Juni 2015

Am Morgen nähern sich zwei Frauen mit einem Dutzend kleinen Kindern, alle mit leuchtendgelben Warnwesten ausgerüstet. Sie sind offensichtlich verunsichert, als sie unser Wohnmobil im Wald entdecken. Annette geht ihnen entgegen und es stellt sich heraus, dass dies der örtliche Kindergarten ist, der zweimal in der Woche einen Tag im Wald verbringt und diesen Pavillon benutzt. Und heute steht da plötzlich dieses fremdländisches Fahrzeug …
Mit den beiden Kindergärtnerinnen unterhalten wir uns eine Weile sehr nett, die Kindern sind aber dermassen verblüfft, dass sie uns nur mit offenen Mündern und grossen Augen anstaunen.

Wir sind müde von den vielen Eindrücken und den anstrengenden Wanderungen in den letzten Tagen und fahren deshalb in Larochette auf einen Campingplatz. Wir geniessen für einmal die Infrastruktur (inklusive WiFi, kleinem Hallenbad und knusprigfrischen, duftenden Baguettes zum Frühstück) und bleiben bei regnerischem Wetter zwei Tage hier. Zudem arbeiten wir an unserem Reiseblog.

Aber auch hier gibt es viel zu schauen:
Wir haben zum Beispiel nicht gewusst, dass die neueren Wohnwagen vom Auto losgekoppelt per Fernsteuerung auf den Platz gestellt werden können. Das dauert manchmal nur wenige Minuten. Doch unsere neuen Nachbarn brauchen dazu eine geschlagene Stunde. Der Mann müht sich ab, den besten Platz auf der Parzelle für den Caravan zu finden und die stark geschminkte Frau steht daneben, in blendendweissen Hosen, ihr Schosshündchen an der Leine.
Steht der Wagen endlich mal auf den Keilen und im Lot, was mit einer Wasserwaage kontrolliert wird, findet die holde Gattin, die andere Ecke sei vielleicht doch besser…

Oder Gassigehen mal anders: Ältere Frauen setzen ihre Hündchen in den Kinderwagen um sie auszuführen.

Oder der leutselige Herr im roten Poloshirt, der immer, wenn sich irgendwo in der Nähe etwas bewegt, sofort, wie aus dem Nichts, dasteht und mitredet, beide Hände tief in den Hosentaschen vergraben.

Link zur Strecke vom 18. Juni 2015:

 

 

An die Mosel

21. 06.2015

In Larochette fahren wir an einer imposanten Schlossruine vorbei. Dann geht es weiter an die Mosel, den Grenzfluss zwischen Luxemburg und Deutschland.

 

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Schlossruine Larochette

 

Vor Wormeldange steht eine kleine Kapelle auf der Krete. Vielleicht ein Übernachtungsplatz?
Wir fahren hoch, doch das letzte Wegstück ist mit einem Fahrverbot belegt. Die Kapelle stellt sich als Gedenkstätte für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges heraus. Der Ort bietet einen schönen Blick über die Mosel und die Rebberge an ihren Flanken.

 

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Wormeldange an der Mosel

 

In der Nähe von Remich spazieren wir durch das grosse, mit künstlichen Seen angelegte Naturreservat Haff Remich. Ein Paradies für Pflanzen und Tiere.

 

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Naturreservat Haff Remich

 

Von einer Vogelbeobachtungshütte aus verfolgen wir, wie die Kormorane ihr Gefieder trocknen. Der Chef hat sich dazu auf den Pfahl der künstlichen Insel gesetzt.

 

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Kormoran (Phalacrocorax carbo)

 

Danach fahren wir zurück nach Remich und stellen uns auf einen Parkplatz zu anderen Wohnmobilen, die direkt an der Mosel parkiert sind.

 

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Schlafplatz an der Mosel

 

 

 

 

 

 

 

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Mosel bei Remich

 

 

 

 

 

 

 

 

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Abendstimmung

 

Link zum Spaziergang zur Gedenkstätte oberhalb von Wormeldingen:

Link zum Spaziergang durch das Naturreservat „Haff Remich“:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von kunstvoll verdrehten Gänsen und Kunstwerken im Wald

22. Juni 2015

Am Morgen sehen wir, dass auch Schwäne und Nilgänse hier übernachtet haben. Morgentoilette ist angesagt und nötigt die Vögel zu einigen Verrenkungen und Beat zu nicht alltäglichen Bildern.

 

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Gefiederpflege einer Nilgans (Alopochen aegyptiacus)

 

 

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Nilgänse, frisch geputzt und bereit, den Tag in Angriff zu nehmen

 

In der Nähe von Waldhaff entdecken wir auf einem Parkplatz die Holzskulptur „Mère de la Terre“.
Die gefällt uns sehr und wir beschliessen trotz Nieselregen die weiteren Kunstwerke anzuschauen, die an diesem Waldweg liegen sollen.

 

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„Mère de la Terre“ (Mutter der Erde), Jean-Paul Thiefels

 

Die sind jedoch schon älter und stehen so nahe beisammen, dass sie sich gegenseitig stören. Zudem werden sie nicht unterhalten und sind zum Teil zugewachsen.
Hier trotzdem zwei Exponate, die uns gefallen.

 

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„Couleurs naturelles“, Katarzyna Kot

 

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„Bëschblummen“ (Holzblumen), Anne-Marie Capesius-Grimler

 

Der Regen nimmt zu und wir kehren zum NOBIS zurück.
Unsere Augen sind wieder auf Kunstwerke eingestellt und deshalb fällt uns unterwegs Verschiedenes auf.

Aussergewöhnlich finden wir diese Eisenplastik, die in Walferdangen steht.
Ein Sinnbild für unsere Erde?

 

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In der Nähe von Hunnebour bleiben wir über Nacht auf einem Parkplatz für Wanderer.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Schnecken und einem Kloster

23. Juni 2015

In der Nacht hat es ausgiebig geregnet. Doch jetzt am Morgen bleibt es trocken. Wir wandern den Berg hoch und in einem weiten Bogen wieder zurück zum Ausgangspunkt.

 

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Regengeschützte Ruhebank

 

Viele Schnecken haben sich vor den sintflutartigen Regenfällen der letzten Nacht in die Höhe geflüchtet.
Eine hängt etwa 1 ½ Meter über Grund an Zweigen und will nun wohl wieder hinunter.

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An einem idyllischen Teich im Wald steht eine offene Hütte, in der man bei Regen Schutz suchen kann. Wanderer, was willst du mehr?

 

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Nach einigen gescheiterten Versuchen einen Grünspecht in Pixel zu bannen, gelingt es Beat hier endlich. Leider ist das Licht nicht ideal und der Vogel etwas zu weit weg. Aber … ihr wisst ja … ein Grünspecht ist ein Grünspecht. Deshalb zeigen wir das Bild hier trotzdem.

 

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Grünspecht (Picus viridis)

 

Wir verlassen nun Luxemburg.
Aus den zwei bis drei Tagen, die wir in diesem kleinen Land verbringen wollten, sind schlussendlich elf Tage voller schöner Überraschungen geworden.

 

In Belgien besuchen wir die Abtei d’Orval. Das Zisterzienser-Kloster wurde im Laufe seines Bestehens mehrmals zerstört und teilweise wieder aufgebaut. Es wird noch heute von Mönchen genutzt. Deshalb sind nicht alle Teile öffentlich zugänglich.

 

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Abtei d’Orval

 

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Zu gewissen Zeiten, wenn keine Messen oder Gebetsstunden der Mönche stattfinden, darf man auf die Empore der Kirche steigen.
Von hier hat man freien Blick auf das wunderschöne Glasbild im Chor.

 

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Nach dem Besuch fahren wir weiter nach Herbeumont und finden dort zufällig einen WoMo-Stellplatz, den die Gemeinde gratis zur Verfügung stellt.
Merci beaucoup!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Belgien: Wanderparadies Ardennen

 

Die ehemalige Steinkohlemine von Blegny

31. Mai 2015

Vor Blegny begrüsst uns ein Bergarbeiter.

 

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Minenarbeiter beim Kohleabbau

 

Auf dem Parkplatz der stillgelegten Mine gibt es ein paar gratis Stellplätze für WoMos. Frischwasser und Entsorgung inklusive, lediglich der Strom kostet etwas.

Wir fühlen uns in Belgien willkommen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Führung im Kohlebergwerk

1. Juni 2015

Heute schauen wir uns die Minen des Bergwerkes an, das 1980 stillgelegt wurde. Wir werden von einem älteren Mann geführt, der hier selber 26 Jahre lang Steinkohle abgebaut hat.
Er erklärt uns, dass die Heilige Barbara die Beschützerin der Bergleute sei. Die sie umgebenden Glühbirnen müssten Tag und Nacht brennen. Die Kumpels hätten sich jeweils geweigert in die Grube zu fahren, wenn auch nur eine der Leuchten nicht gebrannt hätte.

 

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Heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute

 

Die Arbeit unter Tag war mühevoll und gefährlich.
Herabfallende Felsstücke, einbrechendes Wasser, und vor allem das unsichtbare, geruch- und geschmacklose Methangas forderte immer wieder Menschenleben. Ab einer gewissen Konzentration ist das Gas leicht entzündbar und kann explosionsartig brennen.

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Im Hauptstollen

 

 

 

 

 

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Kleine, nicht abgebaute Kohleflöze

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Führung ist sehr eindrücklich.
Wir wollen das Museum erst morgen besuchen und bleiben deshalb noch eine Nacht hier.

 

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Das Werksgebäude strahlt in der Nacht in warmem Licht.

 

 

Holzkugel-Variationen

2. Juni 2015

Im Museum sehen wir mit welch primitiven Werkzeugen in der Anfangszeit hier Steinkohle abgebaut wurde und wie sich die Technik dann entwickelte.
Die Kumpel arbeiteten unter miesesten Bedingungen. Der Lohn reichte nicht einmal für das Nötigste. Deshalb mussten auch ihre Frauen und Kinder ab 14 Jahren in der Mine schuften.

Das ausgebrochene Gestein wurde zu einem grossen Berg aufgeschüttet.
Rund um und auf dieser Abräumhalde wurde ein Naturlehrpfad eingerichtet. Hier lässt sich beobachten, wie Pionierpflanzen den Schuttberg langsam wieder in Beschlag nehmen und bewachsen.

Ausserordentlich gut gefallen uns die Holzplastiken des Künstlers Xavier Rijs, die an diesem Weg stehen. Hier eine Auswahl davon:

 

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Nach zwei Nächten in Blegny fahren wir weiter und übernachten auf deutschem Gebiet, in Rott.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Schöne Überraschung!

3. Juni 2015

Heute gehts zurück nach Belgien.
In Jalhay finden wir einen Stellplatz nahe beim Lac de la Gileppe. Dieser bietet vier Wohnmobilen Strom und WiFi und das erst noch gratis! Tagsüber kann man die Toilette im Aussichtsturm benutzen. Ein Restaurant auf 77 Meter über Grund mit schöner Aussicht über den Stausee und die umliegenden Hügel vervollkommnet das Erlebnis.

 

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Link zur heutigen Strecke:

 

 

Was es im Wald so alles zu sehen gibt

4. Juni 2015

Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel. Es ist sehr heiss.
Wir schätzen den kühlen Wald und spazieren auf dem Waldlehrpfad. Der ist ausserordentlich hübsch angelegt und hält einige Überraschungen bereit:

An den Bäumen aufgehängte Rahmen rücken die markanten Gebäude in der Umgebung ins Bild.

 

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Das Sprichwort: „in die Röhre gucken“ erhält hier einen neuen Aspekt. Man geht hier nicht leer aus, sondern kann auf diese Weise allerlei Waldtiere beobachten. Diese sind zwar nur aus Metall, aber immerhin.

 

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Ein Fuchs ist ein Fuchs!

 

Im Wald duftet es immer wieder auffallend süss. Wir rätseln lange, womit dieser Duft zu vergleichen ist. Dann fällt es uns ein: es riecht, wie wenn man Himbeermarmelade einkocht. Wir finden nicht heraus, woher der Geruch stammt.
Auf dem Rückweg entdecken wir, dass nicht nur Schutthalden, sondern ganze Staumauern von der Natur zurückerobert werden.

 

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Die Rückeroberung

 

Link zum Spaziergang auf dem Waldlehrpfad:

 

 

Was pfeift denn da?

5. Juni 2015

Heute klettert das Thermometer nahe an die 30 °C Grenze. Das hält uns nicht davon ab, den Lac de la Gileppe zu umwandern, der zwischen bewaldeten Hügeln liegt.

Nach ca. zwei Stunden setzen wir uns auf eine Bank, um etwas zu essen und zu trinken.
In der Nähe hören wir ein ständiges kurzes Pfeifen, ähnlich dem Warnruf einer Amsel. Der Ton klingt aber höher und nicht so gestresst. Wir begeben uns auf die Pirsch und suchen die Quelle der Aufregung.

 

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Irgendwo dort oben pfeift es

 

Plötzlich sehen wir einen jungen Buntspecht, der aus einer Baumhöhle guckt. Er schreit pausenlos nach Futter, das ihm seine Eltern unermüdlich zutragen.
Wir können uns an dem Schauspiel kaum sattsehen. Für rund dreiviertel Stunden hat der kleine Schreihals unsere Aufmerksamkeit, was ihn nicht stört. Oder geniesst er es gar im Mittelpunkt zu stehen?

 

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Junger Buntspecht (Dendrocopos major)

 

Zurück bei unserem NOBIS, sind wir uns einig: Der Höhepunkt dieser vierstündigen Wanderung ist „unser Specht“.

Link zur Wanderung um den Lac de la Gileppe:

 

 

Krimi in der Nacht

6. Juni 2015

Morgens um 2:30 Uhr ertönt plötzlich vom Parkplatz her eine Alarmsirene. Diese verstummt erst nach ein paar Minuten. Wir sind hellwach! Was geht da vor?
Annette setzt sich auf den Beifahrersitz, um einen Überblick zu gewinnnen.
An einem der wenigen Autos, die noch dort stehen, brennt das Standlicht. Hat der Besitzer aus Versehen seine eigene Alarmanlage ausgelöst?
Nach einigen Minuten fährt ein Polizeiauto auf den Platz. Zwei Polizisten steigen aus und kontrollieren die Personen in dem Wagen. Auch der Kofferraum wird inspiziert. Die beiden Beamten steigen wieder in ihr Auto, welches sie „zufälligerweise“ hinter dem verdächtigen Fahrzeug geparkt haben. Wenig später folgt ein Kastenwagen der Polizei.
Lange geschieht nichts mehr.
Die Unbekannten scheinen nicht ganz sauber zu sein. Sie müssen schlussendlich im Kastenwagen der Polizei Platz nehmen.

Als alles wieder ruhig ist, legen wir uns zurück in unsere Betten. Nun haben wir Zeit uns unsere eigenen Krimis zu der Situation auszudenken.

Am Morgen beschliessen wir noch einen weiteren Tag hier zu bleiben. Die Belgier bieten ja zu der ausserordentlich schönen Umgebung mit passender Infrastruktur sogar noch spannende Live-Nachtprogramme an. 😉

 

 

Auf zum höchsten Berg Belgiens

7. Juni 2015

Am Mittag brechen wir auf und fahren zum Signal de Botrange, in der Gemeinde von Weismes. Dies ist mit 694 m.ü.M. die höchsten Erhebung Belgiens. Diese Höhe hat nicht allen genügt. Deshalb wurde ein Hügel aufgeschüttet und darauf ein Turm gestellt. Nun können alle, die einmal wirklich Höhenluft schnuppern wollen, die Treppe hinaufsteigen und Belgien von 700 m.ü.M. betrachten. Der natürliche höchste Punkt ist mit einem unscheinbaren kleinen Obelisken gekennzeichnet.

 

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Belgiens höchste Punkte: Links hinten im Wald für Ehrliche, vorne für Aufschneider.

 

Hier scheint jedoch der höchste Punkt des Landes nicht so wichtig zu sein. Im Gegensatz zu den Niederlanden gibt es in der Nähe lediglich ein Restaurant, ein Touristenbüro und einen riesigen Parkplatz (übrigens mit gratis WiFi).
Doch diese Infrastruktur ist wohl eher für den grossen Naturpark Hautes-Fagnes / Eiffel gedacht.

Auf einem Spaziergang durch das Hochmoor entdecken wir wieder das eine und andere.

 

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Frühe Adonislibellen (Pyrrhosoma nymphula)

 

 

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Wir staunen nicht schlecht, als wir diese Spinne entdecken, die über das Wasser laufen kann. Ihr Körper ist ca. 2 cm. lang.

 

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Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus)

 

Diese Nacht sind wir die einzigen, die hier übernachten.

Link zur Wanderung im Naturpark Hautes-Fagnes / Eiffel:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Waschtag

8. Juni 2015

Wir fahren bereits am Vormittag auf den Campingplatz in L’Eau Rouge bei Stavelot. Hier gibt es eine Waschmaschine und wir verbringen den Tag mit Kleiderwaschen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung am Stausee Robertville

9. Juni 2015

Am Stausee Robertville startet eine Rundwanderung zur „Nez de Napoléon“. Diese Nase entpuppt sich als Fels auf einer Krete, in der man mit viel Phantasie den Dreispitz, das Gesicht und die Nase Napoleons erahnen kann.
Uns gefielen das Schloss Reinhardstein und die Tiere im Wald viel besser.

 

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Schloss Reinhardstein

 

Das Schloss wurde 1354 erbaut. Die Besitzerfamilie wechselte mehrmals und das Schloss wurde dem Verfall preisgegeben. Der Historiker Professor Jan Overloop entdeckte die Ruinen 1965 zufällig und restaurierte die verschiedenen Gebäude.

 

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„Wie nennen mich wohl die Menschen, wenn ich mal gross bin? Vielleicht Singdrossel (Turdus philomelos)?“

 

 

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„Oh, ich werde beobachtet, da springe ich lieber ein paar Äste höher, um dort an meinem Zapfen zu knabbern“.

 

Danach fahren wir nach Nonceveux, wo wir die Nacht auf einem Parkplatz neben einem geschlossenen Restaurant und unmittelbar neben einem plätschernden Bächlein verbringen.

Link zur Rundwanderung zur “Nez de Napoléon”:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Die schönste Wanderung Belgiens?

10. Juni 2015

Heute planen wir eine knapp 14 Kilometer lange Rundwanderung.
Kurz bevor wir losmarschieren, fährt das niederländische Ehepaar auf den Platz, das wir gestern auf dem Campingplatz kennengelernt haben. Sie wollen dieselbe Tour wandern wie wir. Diese sei die schönste Wanderung Belgiens und jeder kenne sie.

Der Waldweg ist wirklich ausserordentlich schön angelegt und führt mal auf der linken, dann wieder auf der rechte Seite des lauschigen Bächleins Ninglinspo entlang hoch. Wir queren auf den ersten drei Kilometern den Bach rund 20 Mal, meist auf schmalen Brücken, die aus halbierten Baumstämmen bestehen.

 

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Der Wanderweg wird von Drachen bewacht.

 

Nach ca. einer Stunde verlassen wir den Ninglinspo und queren Wald und Felder, bis wir auf den Bach Chefna treffen. Dem folgen wir bis hinunter zum Fluss Amblève, der uns den Weg zurück zu unserem Wohnmobil weist.

Unterwegs bestaunen wir ein originelles Einfamilienhaus.

 

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Wir fahren weiter mit dem Ziel: Belvédère des Six Ourthes. In Hamoir finden wir erst einen Stellplatz bei einem Sportcenter, der kostet € 8.–. und ist nicht sehr schön.
Eine Tafel klärt uns auf, dass Wohnmobile bis 3.5 Tonnen auch auf normalen Parkplätzen abgestellt werden dürfen.
Danke für diese Information! Wenige Meter weiter finden wir im Dorf, direkt am Ufer der Ourthe einen ruhigen Parkplaz, wo wir nächtigen. Einmal mehr sind wir froh, um unseren kleinen NOBIS.

 

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Vor unserer „Haustüre“: Ourthe in Hamoir

 

Link zur Rundwanderung Ninglinspo – Chefna – Amblève: Da auf „google maps“ ein Teil des Wanderweges fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Belvédère des Six Ourthes

11. Juni 2015

Heute fahren wir nach Belvédère des Six Ourthes. Unterwegs wollen wir uns in einer Bäckerei ein hausgemachtes Eis kaufen. Doch leider ist diese bis abends um 18:00 Uhr geschlossen und wir können die leckere Spezialität lediglich durch das Schaufenster betrachten.

 

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Die alte Knetmaschine hat eine neue Funktion erhalten.

 

Belvédère des Six Ourthes erweist sich als stillgelegtes Hotel, mit Aussichtsturm, der natürlich auch nicht mehr zugänglich ist.
Das ist uns jedoch egal. Wir erfreuen uns an der riesigen Eiche, die auf dem Parkplatz steht und unser Fahrzeug beschattet. Hier bleiben wir bis morgen.

Es ist schön und heiss. Wir wandern über Stock und Stein einer Krete entlang. Und entdecken die imposante Felsplatte Le Herou, die 80-90 m hoch, senkrecht im Wald zu stecken scheint.

 

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Von hier aus steigen, man kann eher sagen: rutschen wir den steilen, mit Laub überdeckten Weg hinunter zur Ourthe.
Auch dieser Weg wird von einem Zauberwesen bewacht. Diesmal ist es eine Schlange, die uns aus einem Baum heraus beobachtet.

 

P1130622 - © Originalgrösse

 

Unten am ruhig fliessenden Fluss staunen wir einmal mehr über die wunderschöne Fauna und Flora.
Kleine Fische geniessen die Sonne im seichten Wasser, während daneben eine Libelle in „Yogastellung“ zu verharren scheint.

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Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)

 

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Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus)

 

Am Abend wird uns wieder einmal bewusst, welch Glück wir haben, dass wir uns eine solche Reise gönnen dürfen und wir sind froh, diesen Schritt gewagt zu haben.

Morgen wollen wir Belgien verlassen und uns Luxemburg anschauen.

Link zur Wanderung an die Ourthe: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Niederlande

 

Kurz vor der Grenze gebremst

21. / 22. Mai 2015

Nach dem Mittag fahren wir mit dem Ziel Niederlande los. Kurz vor der Grenze, in Weener, kommen wir mit einem einheimischen Paar ins Gespräch. Sie erzählen von diversen Sehenswürdigkeiten hier in Ostfriesland und geben uns Tipps, wo man kostenlos übernachten kann.

Die Gegend ist flach wie ein Teppich. Man spottet: „Der Vorteil ist, dass man bereits am Freitag sieht, wer am Sonntag zu Besuch kommt“.

 

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Blick von unserem Übernachtungsplatz

 

Wir beschliessen uns die alte Bohrinsel in Dyksterhusen anzusehen. Die „Bohrinsel“ liegt hinter dem Deich am Dollart und entpuppt sich als leicht erhöhte Aufschüttung, auf der früher Erdgas gefördert wurde. Heute steht die Gegend unter Naturschutz und ist ein Vogelparadies.

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Naturschutzgebiet am Dollart

 

 

 

 

 

 

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Heu und Algen am Zaun: Zeugen der letzten Sturmflut

 

 

 

 

 

 

 

Der Dollart ist eine ca. 100 km² grosse Meeresbucht westlich der Emsmündung und durch Sturmfluten im 13. und 14. Jahrhundert entstanden. Dabei sind über 30 Dörfer überflutet worden.

Auf einer Informationstafel steht dazu lapidar: „Well neet will dieken mutt wieken.“ (Wer keine Deiche bauen will, muss weichen.)

 

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Dollart

 

Der empfohlene Übernachtungsplatz liegt direkt am Deich und ist leicht erhöht. Die Sonne hat das wechselhafte Wetter abgelöst. Ab und zu blökt ein weidendes Schaf, sonst herrscht Stille. Diese beinahe meditative Stimmung bringt uns dazu hier noch einen Tag anzuhängen. Zeit haben wir ja genügend.

Wir haben gar die Musse einer Riesenraupe (ca. 10 cm lang und 1 1/2 cm dick) zuzuschauen, die findet, auf der anderen Seite der Strasse sei das Leben schöner.

 

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Raupe des Weidenbohrers (Cossus cossus)

 

Link zu den Strecken vom 21. / 22. Mai 2015

 

 

In die Niederlande

23. Mai 2015

Heute schaffen wir es doch noch über die Grenze in die Niederlande.
Im Nationalpark „Drentsche Aa“ bei Assen bleiben wir über Nacht. Wir geniessen den ausgedehnten Abend-Spaziergang kreuz und quer durch diesen Park.

 

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Link zur heutigen Strecke:

 

 

Keine Moorleichen

24. Mai 2015

In Appelscha stoppen wir bei einer Eisdiele. Ein junger, tätowierter Mann erklärt uns, dass der Laden erst seit drei Tagen geöffnet sei und einem Freund gehöre. Wir nehmen unser Eis und setzen uns an einen Tisch direkt an den Kanal, während er sich wieder in das Buch „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse vertieft.

 

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Appelscha

 

Wir fahren weiter zum Nationalpark Drents-Friese. Hier soll es ein prähistorisches Museum geben, in dem auch Moorleichen ausgestellt sind. Das Besucherzentrum entpuppt sich als Restaurant mit Spielplatz für Kinder … nichts Prähistorisches … keine Moorleichen.
Janu, nicht jeder Tipp kann zu einem Highlight führen.

Dafür gefällt uns das „Fischerdorf“ Urk, wo heute wohl mehr Touristen als Fische an Land gezogen werden.

Beeindruckend ist, wie nördlich des Dorfes dem Meer entlang über mehrere Kilometer neue Windkraftanlagen aufgestellt werden.

 

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Windkraftanlagen bei Urk

 

In der Nähe von Ommen finden wir einen ruhigen Schlafplatz im Wald.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Über Land

25. Mai 2015

Heute fahren wir auf touristisch schönen Strecken. Dabei bestaunen wir die vielen schmucken Häuser links und rechts der Strasse.

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Wohnhaus mt Reetdach

 

 

 

 

 

 

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Die Fensterläden sind oft schön bemalt

 

 

 

 

 

 

 

Uns fällt auf, dass in den Niederlanden die Häuser, Rasen und Vorplätze meistens sehr sauber und gepflegt sind. Oft sind auch Büsche und Bäumchen in geometrische Formen geschnitten.
Ein Heuschober lässt uns stoppen. Vier riesige Holzpfähle mit ausgebohrten Löchern bilden die Ecken. Das Reetdach scheint durch diese hindurch bis auf die Heuballen hinunter gefallen zu sein.

 

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Beim näheren Betrachten sehen wir: das ist nicht kaputt, das hat System!
Das ganze Dach lässt sich in der Höhe verstellen. So ist das Raufutter optimal geschützt.

Natürlich intressieren uns die Details. Vielleicht können wir das System ja später einmal auf unseren Nobis übetragen?

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Winkeleisen halten das Dach auf der gewünschten Höhe

 

 

 

 

 

 

 

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Alte Handwerkerkunst

 

 

 

 

 

 

 

Leider haben wir nicht herausgefunden, wie das schwere Dach jeweils angehoben oder abgesenkt wird.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Amsterdam und seine Grachten

26. Mai 2015

Genau heute vor einem Jahr sind wir zu unserer Reise „kreuz und quer durch Europa“ aufgebrochen. Da wollen wir uns etwas gönnen: wir fahren nach Amsterdam.

Ein Stellplatz in Amsterdam liegt optimal. Er ist durch hohe Gitter geschützt und zu Fuss erreicht man in ca. 10 Minuten eine Fähre, die Fussgänger und Radfahrer gratis ins Zentrum, zum Hauptbahnhof befördert.

Wir erkunden die Stadt auf einer Rundfahrt durch die Grachten. Dabei erhalten wir viele Infos, die auf Niederländisch, Deutsch und Englisch aus den Lautsprechern schallen. Annette versucht dabei Niederländisch und Beat Englisch zu verstehen. So sucht sich jeder eine angemessene Herausforderung.
Ihr seht, das ist eine Studienfahrt und nicht etwa bloss ein Ausflug! 😉

 

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Dieses asiatische Restaurant schwimmt auf dem Wasser und bietet 900 Gästen Platz.

 

Amsterdam hat rund 100 Grachten und Kanäle und 1200 Brücken, wovon 500 aus dem 17. Jhd. stammen. Der Hafen ist durch Schleusen gesichert. Deshalb ist die Stadt nicht den Gezeiten ausgesetzt und die Grachten führen Süsswasser.

Wir geniessen die Sicht aus der Froschperspektive. Gepflegte Häuser ziehen ruhig an uns vorbei.

 

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Wenn wir eine Kreuzung passieren, blicken wir unter der Brücke hindurch in andere Grachten.

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Und wenn wir unter einer Brücke hindurchfahren, sehen wir … … … die Brücke von unten.

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Was uns besonders gefällt, sind die vielen Hausboote, die an den Quaimauern befestigt sind. Rund 2500 soll es in Amsterdam geben, die meisten mit Wasser und Stromanschluss. Neue Standplätze für Hausboote würden nicht mehr bewilligt, lässt uns der Lautsprecher wissen. Dann wohnen wir halt weiterhin in unserem Wohnmobil. Das hat den Vorteil, dass wir nicht an einen einzigen Standort gebunden sind.

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Den Tag unseres Jubiläums „ein Jahr auf Achse“ beschliessen wir mit einem leckeren Nachtessen in einem libanesischen Restaurant.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wir sind die ersten Gäste

27. Mai 2015

Wir fahren weiter Richtung Den Haag oder S’Gravenhage, wie es die Niederländer nennen. Den angepeilten Stellplatz, den wir im Internet ausfindig gemacht haben, finden wir nur mit Mühe. Die eingegebenen Koordinaten führen uns auf den Parkplatz eines Hallenschwimmbades.
In der Nähe führt eine schmale Strasse zu einem geschlossenen Gitter, hinter dem ein Mann arbeitet.
Er ist der Besitzer des Campingplatzes und erklärt uns, dass erst morgen die grosse Eröffnung mit Grillfest stattfinde. Wir dürften aber gerne bereits heute hier campieren.
Zum Einkaufen spazieren wir ins Dorf. Dabei überqueren wir eine der unzähligen Grachten, die die Niederlande prägen.

 

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Gracht bei Nootdorp

 

Wir beobachten ein Blesshuhnpaar, das seine Jungen füttert. Die Küken sehen noch richtig „strupflig“ aus in ihrem Flaum. An Kopf und Hals stehen „Fäden“ ab. Es sieht aus wie ein alter, grauer Strumpf, der sich langsam auflöst.

 

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Link zur heutigen Strecke:

 

 

Unser „Tag der Kunst“ in Den Haag

28. Mai 2015

Wir fahren mit der Strassenbahn von Nootdorp zur Centraal Station von S’Gravehage. (Aufmerksame Leser wissen, dass diese Stadt bei uns als „Den Haag“ bekannt ist.)
Ein Mitfahrer, vermutlich indischer Herkunft, fällt uns auf. Er wirft bei einer Haltestelle sein Apfelkerngehäuse durch die offene Türe und trifft tatsächlich den relativ schmalen Spalt des Abfalleimers.

Unser Ziel ist das M.C. Escher-Museum. Die Ausstellung ist im alten Palast der Königinnen der Niederlande untergebracht, die hier bis 1984 lebten und arbeiteten. Man kann so nebenbei einen Hauch des Adels einatmen.

Aber nun zu M.C. Escher, dessen Zeichnungen und Lithographien wir bereits in der Schweiz bewundert haben.

 

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Das erste Bild hängt bereits über dem Eingang.

 

Die Ausstellung ist phänomenal! Eschers Ziel mit „Unendlichkeiten“ und „unmöglichen Perspektiven“ den Betrachter in seiner „visuellen Selbstsicherheit“ zu erschüttern, gelingt auf beeindruckende Weise.

 

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Wer zeichnet da wen?

 

Im hauseigenen Fotostudio lassen wir uns auf „Escher-art“ablichten. (Dass hier für einmal die wahren Grössenverhältnisse abgebildet seien, will Beat gar nicht hören.)

 

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Für alle Fans der Sinnestäuschungen und unmöglichen Perspektiven ist der Besuch dieses Museums ein absolutes „Muss“.

Hier der Link zum Escher-Museum:

Begeistert verlassen wir nach ca. zwei Stunden den Palast. Unsere Augen sind offen für Kunstwerke, die wir nun überall sehen.

In der Allee direkt vor dem Museum haben verschiedene flämische Künstler ihre Objekte ausgestellt.

Drei besonders originelle Exponate wollen wir euch nicht vorenthalten.

 

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Der Sturz des Diktators

 

Lustig finden wir das „FÖPAG“, das Freiwillige Öffentliche Persönliche Automatische Gefängnis.
Ein Schild erklärt in vier Sprachen, wie es funktionniert:
„Nach dem Geldeinwurf öffnet sich die Tür und Sie können die Zelle betreten. Die Tür schliesst automatisch nach einigen Sekunden. Sie werden eingeschlossen für den Zeitraum entsprechend Ihres Einwurfs. Nach dieser Zeit öffnet sich die Tür wieder automatisch.“
Natürlich fehlt auch die „Kameraüberwachung“ nicht.

Ab einem Euro pro fünf Minuten ist man dabei und wird so zum Bestandteil der Installation:

 

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Das Bedürfnis, sich einzuschliessen, ist vorhanden!

 

 

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Weiter steht in einem Gewächshaus ein „Erd-Auto“.

 

Nun spazieren wir auf Umwegen zum Bahnhof zurück und stellen fest: auch Architektur kann Kunst sein.
Das Zusammenspiel von alten und modernen Gebäuden sowie einem kleinen See mit Insel, finden wir ausserordentlich malerisch.

 

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Selbst die Kombination von Säulen mit ausgefallenen Kapitellen, Bogen und wilden Farben hat ihren Reiz.

 

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Überall sehen wir Kunst. Sogar die Uhr auf dem Bahnhofsplatz ist eigenwillig schön.

 

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In den Niederlanden scheint das Fahrrad das Verkehrsmittel Nr. 1 zu sein. Überall gibt es Radwege und -streifen. Die Zweiräder haben selbst beim Kreuzen der Strasse oft Vortritt.
Der riesige und hoffnungslos überfüllte Fahrradparkplatz am Hauptbahnhof verfügt über mehrere 100 Fahrradständer.

Als Annette im nahen Einkaufszentrum verschwindet, um das morgige Frühstück sicherzustellen, versucht Beat mit der Kamera entsprechend unserem Tagesmotto: „Kunst“, nicht ganz alltägliche Fotos der aufgereihten Drahtesel einzufangen.

 

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Na gut … „Kunst“ ist das nicht gerade … aber es hat Spass gemacht!

 

Auf der Rückfahrt nach Nootdorp treffen wir den Mann wieder, der uns heute Morgen mit seinem artistischen „Apfelbütschgi-Wurf“ verblüfft hat. Wir freuen uns alle drei über das zufällige Wiedersehen.
In Nootdorp steht ebenfalls ein sehenswerte Hochhaus. Und da wir leicht euphorisiert sind, schieben wir das Bild auch noch nach. 🙂

 

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Hochhaus in Nootdorp

 

Nach diesem Ausflug fahren wir nach Zoetermeer. Dort wollen wir die Nacht auf einem Parkplatz in der Nähe des Sportzentrums verbringen.
Nach dem Nachtessen fährt ein Polizist vor und erklärt uns sehr freundlich, aber bestimmt, dass in den Niederlanden das Campieren ausserhalb von Stell- oder Campingplätzen verboten sei. Es gebe aber in der Nähe einen Bauernhof, der solche Plätze anbiete.

Wir ärgern uns, denn wir benötigen keinerlei teure Infrastruktur und wollen lediglich in unserem Fahrzeug übernachten. Das ist hierzulande zwar in normalen PW’s und LKW’s erlaubt, in Wohnmobilen dagegen ist es verboten. Deshalb beschliessen wir die Niederlande zu verlassen und über die deutsche Grenze zu fahren. Die Deutschen sind in dieser Hinsicht verständnisvoller und gastfreundlicher als die Niederländer.

Das ist nach über einem Jahr Reisen kreuz und quer durch Europa das erste Mal, dass wir weggewiesen werden!

In Elten finden wir einen ruhigen Platz, wo sich niemand daran stört, dass unser Auto nicht menschenleer herumsteht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von Lebensmitteln aus nah und fern

29. Mai 2015

Wir bleiben in Deutschland und fahren etappenweise nach Kevelaer. Dabei versuchen wir bei jeder Gelegenheit Kartoffeln (nicht aus Ägypten!), Knoblauch (nicht aus China!) und Sahne (in wiederverschliessbarer Verpackung!) zu kaufen. Das stellt sich als beinahe unlösbare Aufgabe heraus.

Kevelaer ist der grösste Wallfahrtsort von ganz Nordwesteuropa.
Das Wetter ist regnerisch trüb und wir sind müde. Deshalb lassen wir es bei einem kleinen Rundgang durch diverse Kirchen und Kapellen bewenden. Der Fotoapparat zieht heute seinen wohlverdienten Ruhetag ein.
Zum Abendbrot essen wir erntefrische Spargeln, die wir direkt beim Bauern gekauft haben.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Der Delfin im Wald

30. Mai 2015

In der Nähe von Brüggen fahren wir in den Naturpark Maas-Schwalm. Hier legen wir eine längere Pause ein und spazieren durch den Park.
Im Wald finden wir einen grossen, pinken Luftballon in Delfinform. Da weit und breit kein Salzwasser in der Nähe ist, stecken wir ihn kurzerhand in einen Abfalleimer. Vielleicht wird ja der Abfall hier nicht entsorgt, sondern ins Meer geworfen. So hätte unser Delfin noch eine Chance auf ein artgerechtes Leben.
Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

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Wir beenden unseren Fahrt in Dürwiss. Den Tag beschliessen wir mit einem Spaziergang an den Blausteinsee und lassen uns von der Abendstimmung verzaubern.

 

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Abendstimmung am Blausteinsee

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Abstecher zum höchsten Berg der Niederlande

31. Mai 2015

Heute fahren wir ein letztes Mal in die Niederlande. Der Vaalserberg, mit 322.5 m.ü.M. der höchste „Berg“ des Königreiches, ruft!
Der höchste Punkt lieg im Dreiländereck zwischen den Niederlanden, Belgien und Deutschland.

 

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Dreiländereck mit den im Boden eingelassenen Landesgrenzen

 

Obwohl nicht sehr attraktiv, ist die touristische Erschliessung enorm: Restaurants, Labyrinth, Spielplätze, Naturlehrpfad, zwei Aussichtstürme …

Da können wir nicht wiederstehen. Aussicht gehört für uns Schweizer zu einem „Höchsten Berg“, wie Käse in ein Fondue.
Natürlich wählen wir den ästhetisch schöneren Turm aus (wir waren schliesslich in Den Haag!)
Den Lift verschmähen wir, schliesslich wollen wir den Gipfel (35 Meter über Grund) aus eigener Kraft erklimmen.

 

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Oben angekommen sehen wirbestätigt, was wir schon vorher gewusst haben: Es gibt keine Berge hier, denn die Niederlande sind eben EBEN!
Trotzdem verbringen wir amüsante eineinhalb Stunden auf dem Turm.

Die oberste Plattform kragt weit über die Gartenwirtschaft. Der Boden des „Skywalks“ besteht aus einem Gitterrost und zuvorderst aus Milchglas. Sich da hinaus zu wagen, kostet etwas Überwindung. Annette betreibt „Sozialstudien“(Wer hat wieviel Angst, wer traut sich, wer unterstützt oder verunsichert wen?).
Beat fotografiert wie wild.

Hier einige Impressionen:

 

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Skywalk

 

Zweimal ein Blick senkrecht hinunter auf die Gartenwirtschaft:

 

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Zu sehen gibt es in der Ferne nicht sonderlich viel:

 

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Dafür in der Nähe um so mehr:

 

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Der Turm wurde im Jahre 2011 eröffnet und gefällt durch seine Bauweise. Der Kern ist mit roten behauenen Natursteinen gemauert und beherbergt den Lift. Die Aussentreppe und die Podeste sind mit Holz verkleidete Stahlkonstruktionen.

 

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Falsch!!!
Das ist keine Strasse, die durch mehrere Tore führt!

Das ist der Turm mit seinen Podesten von unten gesehen.
Ein kleines Experiment zum Thema: Man sieht, was man gewohnt ist, was man kennt oder was man sehen will. 😉
Der Zugang zum Turm ist durch einen mit Eisenspitzen versehenen Zaun abgesperrt.

Der „Skywalk“ von unten:

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Besucher/in auf dem Glasteil des „Skywalks“

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach diesem lohnenden Abstecher verlassen wir die Niederlande wieder und fahren weiter nach Blegny in Belgien.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Hurra!!!!!!

 

Jubiläum!

26. Mai 2015

Wir feiern heute: „Ein Jahr auf Achse!“

Heute vor einem Jahr sind wir zu unserer Europareise aufgebrochen und ein Ende ist noch nicht abzusehen.

 

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Herzlichen Dank an alle, die über diesen Blog mit uns reisen.
Es freut uns ausserordentlich, dass unser Reiseblog von immer mehr Leuten besucht und gelesen wird.

Übrigens, hier noch ein kleines Geheimnis:
Wir nennen unser Wohnmobil: NOBIS!
Komischer Name, nicht?

Die Geschichte dazu:
Bevor wir uns dieses neue Zuhause gekauft haben, hatten wir Kontakte zu einem Ehepaar, das ein paar Jahre mit ihrem Wohnmobil auf einer Langzeitreise unterwegs war.
Als der Mann hörte, was wir uns für ein Fahrzeug anschaffen wollten, meinte er in seinem breiten Berner Dialekt: „Das isch nobis!“ (Das ist Unsinn)
Wir müssten uns ein grösseres Fahrzeug zulegen, wenn wir ständig darin leben wollten.
Wir haben uns trotzdem für den sechs Meter langen Peugeot Boxer entschieden, aber der Name „NOBIS“ ist an ihm hängen geblieben.

Wir haben die Grösse unseres Zuhause noch keine Sekunde bereut.
Im Gegenteil: wir freuen uns über die Unauffälligkeit beim Übernachten abseits von offiziellen Camping- und Stellplätzen, über die Wendigkeit auf engen Strassen im Gebirge, in Dörfern und Städten, die relative Kürze beim Parkieren und den tieferen Tarif auf Mautstrassen und Fähren.

 

 

Wandern auf dem Meeresgrund

 

Ab in den Wald

11. Mai 2015

Wir fahren von der Ostsee in Richtung Nordsee. In der Nähe von Hesedorf finden wir einen lauschigen Parkplatz im Wald, wo wir übernachten.

 

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Link zur heutigen Strecke:

 

 

Super leckere Pasta in Deutschland!

12. Mai 2015

Gestern Abend sind wir im Dorf Bevern an einer „Nudelei“ vorbeigefahren. Heute kaufen wir dort ein. Das Sortiment an Bio-Frischnudeln ist gross. Wir entscheiden uns für Ravioli (Nudeltaschen). Um die Qual der Wahl etwas zu mindern, wählen wir gleich drei Sorten: Bärlauch-Ricotta, Walnuss-Gorgonzola und Zitronen-Ricotta.

 

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Danach fahren wir nach Cuxhaven an die Nordsee.

Zum Nachtessen gibt es Bärlauchravioli an Butter und dazu frischen Kopfsalat.
Wir sind lange im „Pasta-Land“ Italien herumgereist, und essen nun im „Bratkartoffel-Land“ (Nord-) Deutschland Nudeltaschen. Aber diese Ravioli schmecken sensationell. Sie sind einfach himmlisch gut!

Für alle Durchreisende: Ein Umweg lohnt sich!
Für alle Pastafanatiker hier der  Link zu „Die Nudelei“:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf nach Cuxhaven

13. Mai 2015

Auf der Karte haben wir gesehen, dass man zu gewissen Zeiten von Cuxhaven auf die Insel Neuwerk wandern kann. Leider ist das Wetter heute stürmisch und kalt. Im Infozentrum hören wir, dass sich der Wind morgen etwas abschwächen und von den Gezeiten her eine Wanderung möglich sein soll.

Mit dieser Information verlassen wir die Stadt und verbringen den Tag im Naturschutzgebiet bei Berensch (Holter Naturpark).
Um das Buschwerk und vor allem die sich unkontrolliert ausbreitende Traubenkirsche (ein Neophyt) einzudämmen, werden Wisente gehalten. Diese mächtigen Tiere leben eingezäunt auf einem grossen Gelände.

Link zum Holter Naturpark:

 

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Heidelandschaft im Holter Naturpark

 

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Wisentbulle (Bison bonanus)

 

 

 

 

 

 

 

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Danach fahren wir zurück nach Cuxhaven, wo wir in der Nähe des Hafens einen bezahlbaren Parkplatz für die Nacht finden.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Zwölf Kilometer auf dem Meeresgrund

14. Mai 2015

Bereits um 8:00 Uhr bringt uns ein Schiff auf die Insel Neuwerk. Das Schiff fährt aus dem Hafen, an der Kugelbake, dem Wahrzeichen von Cuxhaven, vorbei und in einem grossen Bogen um Neuwerk herum, bevor es dort anlegt. Der direkte Weg ist zu seicht und für Schiffe unpassierbar.

 

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Kugelbake von Cuxhaven

 

Laut Broschüre ist eine Wanderung zurück zum Festland erst ab ca. 14:30 Uhr möglich.
Wir schlendern zur Startstelle und überzeugen uns, dass man jetzt höchstens schwimmen, aber sicher nicht wandern kann.
Deshalb vertreiben wir uns die Zeit mit einem Rundgang über die Insel.

Der Leuchtturm ist das älteste Bauwerk an der deutschen Küste. Er wurde von 1300 bis 1310 erbaut.
Auf der ganzen Insel weiden unzahlige Gänse und fressen das Gras so gründlich ab, dass man meint, die ganze Insel bestehe aus lauter frisch gemähtem Rasen. Eine Wirtin erklärt uns, dass im Frühjahr jeweils über 11’000 Ringel- und Nonnengänse hier ihren Zug in den Norden unterbrechen. Sie fressen sich einen Energievorrat für ihre Weiterreise in die nordischen und sibirischen Brutgebiete an. Ende Mai verlassen sie das Wattenmeer wieder. Darauf freue sie sich, denn die Vögel frässen so viel Gras, dass für ihre Pferde nichts mehr übrig bleibe. Ganz zu schweigen von den grünen Flecken auf dem Teppich vom Vogelkot, der mit den Schuhen hereingetragen werde!

 

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Leuchtturm mit Ringelgänsen (Branta bernicla)

 

Aus all den tausenden von Gänsen sticht ein weisser, grosser Vogel heraus. Wir bestaunen den Löffler, der seinen Namen dem breiten, löffelartigen Schnabel verdankt. Er scheint eine berühmte Persönlichkeit zu sein, trägt er doch an beiden Beinen auffällige Ringe.

 

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Löffler (Platalea leucorodia)

 

Im Gegensatz zu den Zugvögeln leben die Feldhasen das ganze Jahr hier.

 

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Feldhase (Lepus europaeus)

 

Langsam wird es Zeit, sich zum Startpunkt unserer Wattwanderung zu begeben.
Das Wattenmeer erstreckt sich über Dänemark, Deutschland und die Niederlande. Es wurde 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt und ist das grösste Wattenmeer der Welt.

In rund zwei Stunden ist Niedrigwasser und das Meer hat sich soweit zurückgezogen, dass wir um 14:15 Uhr losmarschieren können.
Das Wasser ist kalt, der Himmel bedeckt und es weht ein eisiger Wind. Das hindert uns nicht daran, das Abenteuer zu wagen und die rund 12 Kilometer über das Watt nach Duhnen zu wandern.

 

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Startplatz der Wanderung um 10:15 Uhr, noch müsste man schwimmen.

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Startplatz der Wanderung um 14:15 Uhr, jetzt kann man abmarschieren.

 

Der Weg ist mit „Pricken“, Reisigbüscheln, die in den Meeresboden gegraben wurden, markiert.
Den sollte man nicht verlassen. Sonst besteht die Gefahr, dass man in Schlickfelder gerät, wo man so tief einsinken kann, dass man sich nicht mehr aus eigener Kraft zu befreien vermag.

 

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Wanderweg über den Meeresboden

 

Etwas mulmig ist uns schon zumute in diesem ungewohnten Gelände. Uns wird bewusst: Wir wandern auf dem Meeresgrund!

 

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Die vielen Haufen zeigen, dass im sandigen Meeresboden unzählige Wattwürmer leben.

 

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Kothaufen eines Wattwurms

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Meeresboden ist nicht topfeben. Wir queren Priele (Flüsse durchs Watt) und wandern über leicht schlickigen Grund.

 

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Annette quert einen Priel.

 

 

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Wandern durch leicht schlickigen Grund.

 

Wir sind nicht die einzigen unterwegs. Die Feriengäste der Hotels auf der Insel werden in Pferdekutschen vom Festland abgeholt und zurückgebracht. Auch einige Reiter nutzen die Stunde für einen Ritt übers Meer.

 

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Hoteltransfer einmal anders

 

 

 

 

 

 

 

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Die einmalige Landschaft beeindruckt uns tief. Wir wandern durch eine Art „nasse Wüste“, die nur vor und nach Ebbe nicht vom Salzwasser überflutet ist.

Wenn bei auflaufendem Wasser das Meer zurückkommt, kann es sein, dass man die Priele nicht mehr queren kann, da das Wasser zu tief und die Strömung zu stark wird.
Deshalb stehen alle paar Kilometer Rettungsbaken. Leitern führen zu den Gitterkäfigen, in denen man im Notfall auf Bergung warten muss. Diese Hilfeleistungen seien für Leute, die unterwegs die Zeit vergessen hätten oder zu spät gestartet seien, nicht ganz billig, wurden wir gewarnt.

 

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Sandwüste im Meer

 

 

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Rettungsbake

 

Wir queren das Watt ohne Probleme und kommen nach drei Stunden wunderbarer Wanderzeit auf dem Festland in Duhnen an. Dort gibt es sogar eine Fusswaschanlage, wo wir unsere Füsse und Sandalen reinigen können.

Von dem Erlebnis sind wir so begeistert, dass uns selbst die noch folgenden eineinhalb Stunden Marschzeit zurück zu unserem Wohnmobil nicht mehr ärgern können.
Wir haben sogar noch Augen für das märchenhafte Gartentor vor einem Waldorf-Kindergarten. Die Zwerge wurden in liebevoller Arbeit in die Holzlatten geschnitzt und bemalt.

 

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Am Abend verlassen wir Cuxhaven und fahren auf einen Parkplatz im Naturschutzgebiet bei Berensch.

Link zur Wattwanderung:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Bremerhaven

15. Mai 2015

Heute gehts wieder in die Stadt, genauer nach Bremerhaven. Dort finden wir direkt am alten Hafen einen grossen Parkplatz, wo sich bereits andere Wohnmobile aufgereiht haben. Auch wir finden einen Platz mit Sicht auf den Hafen.
Den heutigen kalten und windigen Tag wollen wir in einem geheizten Museum verbringen.

Als ehemalige Azoren-Auswanderer fällt die Wahl auf das Deutsche Auswanderer-Haus.
Auf jedem Eintrittsbillet hat es zwei Stempel von einem ehemaligen, wirklich existierenden Auswanderer und einem Einwanderer nach Deutschland. Den Lebensweg dieser Personen kann man auf dem Rundgang verfolgen. Das hat zwei Vorteile: Erstens erhält der Ausgewanderte ein Gesicht und eine Geschichte und zweitens verteilt sich so der Besucherstrom an den einzelnen Posten, da nach verschiedenen Personen gefahndet wird.
Beat kann sich so zum Beispiel ein Bild machen, von Erich Koch-Weser, 26.02.1875 – 19.10-1944, der 1933 über Bremerhaven in die USA auswanderte.
Der zweite Teil der Ausstellung ist der Einwanderung gewidmet. Auch hier erforscht jeder Besucher die Geschichte eines Menschen anhand einer Person, die wirklich gelebt hat oder heute noch lebt. So verfolgt Annette  beispielsweise den Lebensweg der türkischen Arbeitsmigrantin Serife Seyitler, die 1969 nach Deutschland kam.

Am Ende des Rundgangs hat man die Möglicheit am Computer nach Personen zu suchen, die einmal ausgewandert sind. Wir fanden dabei sowohl einige „Lehmann“ als auch „Tännler“, die einst aus der Schweiz nach Amerika emigriert sind. Wir haben also beide (entfernte) Verwandte in Übersee.

 

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Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven

 

Wir verbringen rund fünf Stunden im Auswanderer-Haus. Das Konzept der Ausstellung überzeugt restlos. Uns wird zum ersten Mal bewusst, dass auch Deutschland ein Auswandererland war.

Die Ausstellung macht anhand von Einzelschicksalen das Thema Aus- und Einwanderung nacherlebbar. Bremerhaven war der wichtigste Hafen für deutsche und osteuropäische Auswanderer. Über 7.2 Mio. Menschen verliessen hier ihre Heimat und suchten ihr Glück in den USA, Brasilien, Argentinien, Australien und Kanada. Vor allem in der Mitte des 19. Jhd. sowie später während und nach dem 2. Weltkrieg trieben politische und wirtschaftliche Gründe viele nach Übersee.

Das Thema ist auch heute wieder brandaktuell. Die Menschen flüchten aus denselben Gründen wie damals und die Not und das Elend für die Betroffenen ist das Gleiche geblieben. Einzig, dass sie nun nicht mehr aus, sondern nach Deutschland (Europa) wollen, ist anders.

Link zum Deutschen Auswandererhaus:

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Das Klimahaus

16. Mai 2015

Es ist immer noch sehr kalt und windig. Zudem ist der Stellplatz ruhig, zentral und man hat eine schöne Aussicht. Weshalb also weiterziehen?
Heute gehen wir ins Klimahaus, das sich am Ende des alten Hafens befindet.
Der futuristische Rundbau liegt direkt neben dem Sail City, einem Hochhaus, das die Form eines aufgeblähten Segels hat.

 

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Das Klimahaus links von Sail City

 

Die Ausstellung ist eine Reise entlang dem achten Breitengrad rund um die Welt, von Bremerhaven über die Schweiz (Isenthal/UR), Sardinien, Niger, Kamerun, (den Südpol), Samoa, Grönland, Insel Langness zurück nach Bremerhaven.
Dabei portraitiert der Reisende Axel Werner jeweils einzelne Menschen oder Familien und beleuchtet ihre Lebensumstände unter verschiedenen Aspekten. Der Klimawandel und seine jeweiligen Auswirkungen ist jedes Mal ein Thema.
Die Ausstellung ist sehr kurzweilig gestaltet mit Videos, aufwändigen Installationen, Spielen, Hörbeispielen und Parcours. In jedem Land wird der achte Breitengrad markiert: In der Schweiz mit Zaunpfählen, auf Sardinien mit trockenen Zweige und gelbe Blumen, in Niger mit Eselskot und nicht ganz gerade („nur Gott macht perfekte Sachen“), in Kamerun mit Bambusstangen durch den Regenwald, in Samoa mit Öllampen in halbierten Kokosschalen, auf der Insel Langness mit einer Menschenkette.

Die Ausstellung hat uns total gefangengenommen. Nach knapp sieben Stunden verlassen wir die Stätte wieder. Wir sind voller Eindrücke und hundemüde. Zum Glück steht unser Bus ganz in der Nähe. Zum Znacht genügt uns eine schnelle Suppe. Zwei Tage voller Eindrücke, … wir wollen nur noch schlafen.

Link zum Klimahaus:

 

 

Zurück in die Bio-Nudelei

17. / 18. Mai 2015

Die letzten frischen Bio-Ravioli sind gegessen. Deshalb verlassen wir Bremerhaven und fahren nochmals zurück nach Bevern. Dort übernachten wir auf dem gleichen lauschigen Parkplatz im Wald wie vor sechs Tagen.
Am nächsten Morgen versorgen wir uns in der Nudelei nochmals mit diversen Köstlichkeiten. Wir sind uns einig: dieser Umweg hat sich gelohnt!
Danach nähern wir uns unserem nächsten Ziel, den Niederlanden. In Westerstede fahren wir auf den offiziellen Stellplatz der Gemeinde.

Link zu den Strecken vom 17. / 18. Mai:

 

 

Westerstede, die Rhododendron-Stadt

19. – 21. Mai 2015

Das Wetter ist sehr launisch. Regen wechselt in rascher Folge mit Sonnenschein. Wir nutzen die drei Tage für Arbeiten am Blog. Kleinere Spaziergänge dazwischen zeigen, dass Westerstede den Zusatz „Rhododendron-Stadt“ zu Recht trägt. Überall zwischen den Häusern, auf dem Land und selbst im Wald blühen diese Pflanzen zur Zeit üppig in den unterschiedlichsten Farben.

 

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Auf in die Holsteinische Schweiz

 

Kurz nach der Grenze

15. April 2015

Unsere Zeit in Wohlen ist zu Ende. Wir fahren nach Windisch, wo wir bei schriftgut.ch Fragen zum Blog klären. Danach machen wir uns auf den Weg nach Norddeutschland. Die gut 1’000 km wollen wir stressfrei zurücklegen, deshalb geht es heute nur bis Bösenreutin, das kurz nach Bregenz, knapp hinter der österreichischen Grenze auf deutschem Gebiet liegt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Gemütliche Stunden

16. April 2015

Am Vormittag lassen wir den Innenausbau unseres Wohnmobils kontrollieren. Nach dem Check fahren wir von Mering nach Bellheim. Wir besuchen ein Ehepaar, dass wir letzten Sommer im Dovrefjell in Norwegen kennengelernt haben. Wir verbringen einige gemütliche Stunden zusammen. Erst gegen Mitternacht stellen wir dann unser Wohnmobil auf den Marktplatz des Dorfes.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Spaziergang am Rhein

17. April 2015

In der Nähe von Speyer spazieren wir dem Rhein entlang.

 

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Biotop am Rhein

 

Auf dem Wasser herrscht ein emsiges Treiben. Viele Lastkähne und einige Kreuzfahrtschiffe kämpfen sich den Rhein hinauf.
Darüber spannt sich schlicht und schön eine Brücke.

 

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Viel Verkehr auf, über und neben dem Rhein

 

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Nach dem erholsamen und kurzweiligen Spaziergang fahren wir weiter. Annette hat auf der Strassenkarte das „Knüllköpfchen“ entdeckt. Diesen Namen finden wir lustig, da wollen wir übernachten. Deshalb verlassen wir die Autobahn kurz nach Frankfurt wieder und fahren durch eine wunderschöne, hügelige Landschaft.

Das Knüllköpfchen hält, was sein Name verspricht. Wir finden einen Hügel mit Aussichtsturm vor und etwas unterhalb einen grossen, windgeschützten Parkplatz.
WoMo-Reisender, was willst du mehr?

 

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Knüllköpfchen mit Aussichtsturm

 

Wir steigen auf den Turm und geniessen trotz des eisig kalten Windes die Aussicht über die liebliche Gegend.

 

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Schwarzenborn

 

 Link zur heutigen Strecke:

 

 

In die Holsteinische Schweiz

18. April 2015

Heute fahren wir in die Holsteinische Schweiz. In Engelau werden wir von Annettes Eltern herzlich begrüsst. Auch in Lütjenburg bereiten uns Annettes Schwester und ihre Familie einen warmen Empfang. Die nächsten Tage dürfen wir in ihrem Ferienhaus in Malmsteg an der Ostsee wohnen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Dies und das

19. April – 11. Mai

Die Tage vergehen mit Zahnarztbesuchen, Reiseblog bearbeiten und dies und dem. Als Höhepunkte erleben wir den 11. Geburtstag unseres Patenjungen Arvid und die ausserordentlich stimmige Konfirmationsfeier von Leif, unserem Neffen.

Aber auch unser Wohnmobil kann feiern. Es erhält eine Beschriftung mit „unserwegs.com“ und eine Europakarte, auf der alle von uns bereisten Länder farbig aufgeklebt werden. Die bunten Flecken wecken in uns unzählige Erinnerungen, und die vielen noch leeren Felder motivieren uns zu weiteren Entdeckungsreisen. Damit unser Nomadentum nicht allzu schnell endet, kleben wir Länder, die wir lediglich durchquert haben, erst gar nicht auf.

 

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Boah! … ist Europa gross! Hast du das gewusst?

 

Die Rapsblüte hat eben begonnen. Im Sonnenschein leuchtend die gelben Felder hell und strahlen eine Fröhlichkeit aus, die sich auf uns überträgt.

 

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Rapsfeld an der Ostsee

 

 

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