Lofoten 3. Teil

 

Von Wikingern und Pilzen

27. August 2014

Am Morgen war der Himmel bedeckt. Deshalb fuhren wir nach Borg ins Wikingermuseum „LOFOTR“. Wir erfuhren einiges über das Leben der Wikinger und ihre Kultur.
Wir mussten unser Bild der plündernden, mordenden und brandschatzenden Eroberer revidieren. Sie lebten vorwiegend vom Handel, den sie bis weit in den Süden, zum Beispiel dem heutigen Syrien, betrieben und waren somit auf gute Beziehungen angewiesen.
Hier in Borg stand einst ein Hof. Ausgrabungen förderten die Überreste eines Häuplingshauses zutage.

 

Bug eines rekonstruierten Wikingerschiffes

 

In diesem grossen nachgebauten Wikingerhaus befinden sich: Wohn-, Versammlungsraum und Stall des Fürsten unter einem Dach. Hier drinnen darf man alles anfassen und ausprobieren.

 

 

 

 

 

 

Schlafraum und Küche

 

 

 

 

 

 

 

Wer sich für die Wikinger interessiert, hier die Seite des Museums: www.lofotr.no

Auf dem Gelände fanden wir in einem kleinen Wäldchen eine Unmenge von Pilzen der verschiedensten Arten, Farben und Formen. Wir hatten das Stativ im Fahrzeug gelassen. Bei den schwierigen Lichtverhältnissen und den daraus entstehenden langen Belichtungszeiten wurden einige Bilder leider unscharf. Wir möchten aber trotzdem eine Auswahl der Vielfalt zeigen und stellen deshalb einige leicht verschwommene Bilder in den Blog. Man möge uns verzeihen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir fertig gestaunt hatten, fuhren wir weiter nach Eggum. Dort sollte man bereits für das letzte Wegstück zum kostenpflichtigen Wohnmobilstellplatz eine Gebühr entrichten, was wir als Abzockerei empfanden. Deshalb fuhren wir um die Insel herum auf die andere Seite. Nach Liland fanden wir einen schönen Platz am See (Ostadvatnet), wo wir übernachteten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Küstenwanderung à la Lofoten

28. August 2014

Die Wolken hatten sich verzogen und wir wurden von der Sonne geweckt. Wir fuhren weiter nach Unnstad, dem anderen Ende der Strasse. Von hier aus starteten wir zu der „leichten“ Küstenwanderung nach Eggum und zurück.

 

 

In Unnstad gibt es eine Bucht mit Sandstrand, die sich zum Surfen eignet. Auch eine ansässige Surfschule fehlt nicht.

 

Zwei Welten treffen aufeinander.

 

Kurz vor Eggum fanden wir in einem kleinen Naturreservat dieses schöne Wollgras.

 

 

 

 

Über ganz Nord-Norwegen verstreut gibt es die sogenannten Skulpturlandschaften. Das sind Orte, an denen Kunstwerke in die Natur gestellt wurden.

 

 

Ach ja, was wir beinahe vergessen hätten:
Also, die auf der Karte leicht aussehende Küstenwanderung von ca. 16 km. entpuppte sich zum grossen Teil als Kraxelei, die steile Küste auf und ab. Der Weg war nicht immer klar ersichtlich und Annette lief einmel auf einer Spur, die auf einem überhängenden Felsen endete. Zudem war der Weg zum Teil matschig und voller Schafmist, was ihn rutschig machte, zum Teil von Geröllbrocken übersät – kurz: Küstenwanderung à la Lofoten!
Um so stolzer waren wir danach dieses Abenteuer gemeistert zu haben.

 

In dieser Flanke verläuft irgendwo der Weg.

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung Unnstad – Eggum: Da auf „google maps“ ein Teil des Wanderweges fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Grösstes Gemälde der Welt!

29. August 2014

Wir fuhren nach Ballstad, das ein schönes Städtchen sein soll, mit dem grössten „Wandgemälde im Freien“ der Welt.

Das Dorf, hufeisenförmig um einen Hafen herum gebaut, fanden wir schön, typisch Lofoten eben, ausser …

 

 

Vom Gemälde waren wir enttäuscht. Es handelt sich um eine grosse Werft, die auf drei Seiten bemalt ist. Das riesige Gebäude liegt zwischen den schmucken Holzhäusern und stört das Dorfbild.

Hauptsache Weltrekord! …

Selbst von der gegenüberliegenden Seite unübersehbar.

 

 

 

 

 

 

 

Wir wollten auf der anderen Seite der Landzunge, am Nappstraumen übernachten. Doch die Strasse wurde immer schlechter und es gab bald mehr Schlaglöcher als ebene Flächen. Deshalb kehrten wir noch vor Vitting um und fuhren in die andere Richtung.

 

Auf dem Weg nach Haukland

 

In Haukland fanden wir einen grossen Parkplatz am schönen Sandstrand.
Hier herrschte reger Betrieb. Ein Kindergeburtstag wurde gefeiert. Die Kids spielten, entdeckten (eine grosse tote Möwe wurde angeschleift) und trieben Unfug (die Toilettenschüssel wurde mit Sand gefüllt).
Um 19:30 Uhr wurden die Kinder wieder abgeholt und es kehrte Ruhe ein.

Der Abendspaziergang führte uns an den ruhigen Bergsee Solstadvatnet. Wir vermuten, dass unsere Badezeit, unterstützt durch das eiskalte Wasser, weltrekordverdächtig kurz war.

Wer entdeckt unser Wohnmobil auf diesem Bild?

 

Abendstimmung in Haukland

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zum Abendspaziergang an den Solstadvatnet:

 

 

Übersättigt?

30. August 2014

Wir fuhren nach Utakleiv.
Schön, aber irgendwie schon gesehen (Ende der Strasse, Dörfchen in der Ebene am Meer, dahinter schroffe Berge).

Dann fuhren wir zurück, durch den Nappstraumen-Tunnel nach Myrland.
Auch hier: Schön, aber irgendwie schon gesehen (Ende der Strasse, Dörfchen in der Ebene am Meer, dahinter Berge).
Wir waren übersättigt. Zu viele schöne Orte, zu viele schöne Bilder …

 

Spiel von Wolken und Schatten am Berg

 

Dann zurück und um die Insel auf die andere Seite, nach Vikten. Hier gib es eine Glashütte, die sich rühmt, die einzige Glasbläserei nördlich des Polarkreises zu sein. Der Bau ist einzigartig. Eine Kombination von Stein (ganze, vom Meer geschliffene Felsen), Holz und Glas – sehr hübsch.

 

Hauptgebäude mit Atelier, Ausstellungsraum und Kaffee

 

 

Die Produkte sind eher grob, aber eigenwillig und schön.

 

Draussen sind vom Meer geschliffene Steine, Schwemmholz und Kugeln aus der Fischerei aufgestellt. Bau und Ausstellungsobjekte ergeben ein schönes rundes Bild, das super in diese Gegend passt.

 

 

 

 

 

Wir waren begeistert und auch etwas beruhigt. Es gibt sie doch noch, die Orte, die uns packen.

 

Danach fuhren wir wieder auf die Ostseite der Lofoteninseln nach Nusfjord.

 

Fels, Moos und Wasser … was braucht es mehr?

 

Nusfjord …
wieder Ende der Strasse …
aber …
es begeisterte uns!

Nusfjord ist ein ausserordentlich schön angelegtes Fischer- und Touristendorf. Die alten, renovierten Gebäude und die Neubauten harmonieren miteinander.
Die Häuser stehen zwischen und auf den Felsen und sind um den Hafen herum angeordnet. Der Fjord ist eng und schön.
Das Dorf versteht sich als Museum mit neuen „Fischerhütten“, die zum Verkauf stehen. Mit 2,3 Millionen Kronen ist man dabei.
An verschiedenen Orten im Dorf stehen alte Häuser, die man besichtigen kann. Hier sieht man wie die Lofoter am Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt und gearbeitet haben.

 

 

 

Am Hafen

 

 

 

 

 

 

 

Im Hafen

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir uns sattgesehen hatten, fuhren wir zurück auf die Hauptstrasse und weiter gegen Süden.
In Flakstad blieben wir über Nacht und wurden einmal mehr mit einem fantastischen Sonnenuntergang beschenkt.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Oh!

31. August 2014

Auf der Fahrt nach Auster Nesland sahen wir einen Seeadler, den wir in die Kamera holen wollten. Der Vogel hatte jedoch eine andere Vorstellung von Sicherheitsabstand und flog immer wieder ein Stück weiter, sobald Beat sich näherte.
So bleibt der Adler auf diesem Foto halt klein, aber, wie wir finden, trotzdem fein.

 

 

Nach einem weiteren Abstecher nach Indresand planten wir von Selfjorden aus auf die andere Inselseite zu wandern. Doch alle Parkplätze an der engen Strasse waren besetzt. Alle Lofoter und alle Touristen schienen an diesem Sonntag dieselbe Absicht gehabt zu haben wie wir.

Nun näherten wir uns der Südspitze der Lofoten.
Eine weitere „Sculpturlandscap“ (Skulpturlandschaft) wurde angekündigt. Deshalb fuhren wir auf den Rastplatz und blieben etwas ratlos stehen.
Wo war denn nun diese Skulptur?
Liefen die schwarzen Betonbänke und ihre dazugehörigen grauen Betontische, die immer leicht verschoben zueinander standen, unter dem Sammelbegriff „Kunst“?
Wir einigten uns dann darauf, dass das originelle Toilettenhäuschen das gesuchte Objekt sein musste.

 

 

 

 

 

Das Kunstobjekt aus rostendem Stahl, Beton und Plexiglas strahlte einen eigenen Reiz aus und faszinierte uns irgendwie.

Anmerkung am Rande: Wenn man diese Toilette besucht und die Metalltüre in der Metallwand ins Schloss fallen lässt, riskiert man einen Gehörschaden. Zudem wissen dann alle im Umkreis von geschätzten sieben Kilometern, dass da jemand „das stille Örtchen“ besucht.

Nach dieser Weiterbildung in Sachen Kultur fuhren wir weiter bis das Ortsschild von… Oh! … kam.
Å rühmt sich, das Dorf mit dem kürzesten Namen der Welt zu sein.

 

Auf norwegisch spricht man „Å“ als „oh“ aus.

 

Å ist ein pittoreskes Städtchen. Leider war das „Tørrfisk-Museum“ (Stockfischmuseum) bereits geschlossen – Saisonende! Es öffnet erst wieder nächstes Jahr im Mai.

 

 

 

Abendstimmung in Å (Lofoten, Norwegen)

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Whow!!!

1. September 2014

Der Wetterbericht hatte für heute Nachmittag einen Wetterumschlag vorhergesagt. Wir standen deshalb früh auf, denn wir wollten unbedingt noch den Reinebringen besteigen. Der Reiseführer kündigte dies als die schönste Wanderung von ganz Skandinavien an.

Der Weg führt vom Dorf Reine aus auf den 448 Meter hohen Berg.

 

Reine vom Parkplatz aus gesehen

 

Vor dem Aufstieg kündigte uns eine Tafel in drei Sprachen an, dass der Weg rutschig sein könne und Steinschlag drohe. „Begehung auf eigene Gefahr!“

Wir wagten es dennoch und der Wanderweg war wirklich „lofotenmässig“.
Dazu später mehr … erst zügig hinauf gewandert geklettert, denn schlechtes Wetter drohte!

Oben schauten wir über den Grat in die Tiefe und … …. ….. …… …….

Sprachlos bestaunten wir den grandiosen Ausblick.
Tief unter uns der Kirkefjord und Reine, der Ausgangspunkt unserer Wanderung. Dahinter reihten sich Berggipfel an Berggipfel.

 

Reine (rechts) vom Reinebringen aus gesehen

 

 

Aussicht vom Reinebringen (Lofoten, Norwegen)

 

 

 

Ach ja, beinahe hätten wir es vergessen, zum Wanderweg wollten wir noch etwas schreiben. Er war … ja … ein für die Lofoten typischer Bergwanderweg. Die Wege werden nicht unterhalten. Sie führen gerne in direkter Falllinie den Berg hinauf, sind häufig mit kleinen Kletterpartien durchsetzt, bei denen man auch die Hände zu Hilfe nehmen muss und bei Nässe sehr rutschig.

Wie schrieb Frank aus Düsseldorf so treffend ins Gipfelbuch: „Hurra, Ziel erreicht, … aber wie komme ich da wieder runter?!?“

 

Der Weg, hier für einmal nicht in der Falllinie

 

 

 

 

 

 

Kurz nachdem wir wieder heil im Tal angelangt waren, begann es zu regnen. Wir waren froh, dass wir nicht mehr unterwegs waren, denn diesen steilen Abstieg hätten wir nicht bei rutschigem Boden hinter uns bringen wollen.

Wir sind uns einig: Diese Wanderung mit ihrer atemberaubenden Aussicht war der absolute Höhepunkt unserer Lofotenreise und ein würdiger Abschluss.

Die Nacht verbrachten wir am Hafen von Moskenes, wo wir am nächsten Morgen die Lofoten verlassen und die Fähre nach Bodø nehmen wollten.

 

 

Link zur heutigen Strecke:

Link zur Wanderung auf den Reinebringen: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

3 Gedanken zu “Lofoten 3. Teil

  1. Sehr geehrter Herr Tännler,

    ich bin Archäologin und bereite für die Volkshochschule gerade ein Seminar über die Wikinger vor. Einige Bilder auf Ihrer Website wären dafür hervorragend geeignet. Leider konnte ich nicht herausfinden, ob sie geschützt sind. Ich bitte daher um die Erlaubnis, sie für Vorträge verwenden zu dürfen. Wäre das möglich?

    Herzliche Grüße
    Marianne Erath

    • Sehr geehrte Frau Erath

      Es freut mich sehr, dass Sie meine Fotos für Ihr Seminar verwenden wollen.
      Alle Bilder und Texte auf unserem Blog sind, wie im Impressum vermerkt, unser Eigentum.
      Gerne gestatten wir Ihnen aber die kostenlose Verwendung der drei Bilder (p1040558.jpg / p1040560.jpg / p1040562.jpg) unter Quellenangabe (Foto: Beat Tännler, „unserwegs.com“) für Ihr Seminar.

      Herzliche Grüsse
      Beat Tännler
      Annette Lehmann Tännler

  2. Hoi zäme, sooo sensationelle Bilder und das Wetter, wirklich traumhaft. Herzlichen Dank u liebe Grüsse Heidi u Leo

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