Auf Umwegen in den hohen Norden 2. Teil

 

Bade-Enten wachsen an Föhren!

23. Juni 2014

Hier liefern wir das versprochene Bild unseres bisher schönsten Übernachtungsplatzes nach.
Malingsbo am Nordost-Ende des Nedra Malingsbosjön (Sjön heisst See).

 

 

Wir genossen einen Faulenzertag an diesem idyllischen Ort. Kein Mensch weit und breit. Die Welt schien uns zu gehören.
Um unser Glück noch zu steigern, fanden wir ganz in der Nähe sehr feine Pilze. Wir kochten die Heiderotkappen zum Znacht an einer feinen Rahmsauce. Dazu gab es Nudeln und Salat.

 

Abendessen am Malingsbosjön, direkt am See.

 

Auf dem Spaziergang nach dem Abendessen sahen wir plötzlich am Stamm einer Föhre eine Ente der Gattung: Bade-Ente.

Zuerst glaubten wir uns zu irren … dann … dass die dort nur niste … doch wie wir näher traten, sahen wir, dass sie mit dem Stamm verwachsen war. Nun waren wir sicher, dass wir, wohl als erste Menschen überhaupt, dieses Naturwunder live beobachten durften.
(Wir haben an untenstehendem Bild nichts manipuliert oder zurechtgerückt. Nur geschaut … gestaunt … geknipst.)

 

Naturwunder: Geburt einer Bade-Ente aus dem Stamm einer Föhre!

 

Abendstimmung am Malingsbosjön.

Aufgenommen um ca. 23 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

Königsblau und Gold

24. Juni 2014

Heute beendeten wir unsere Tour um den Malingsbosjön und fuhren nach Kloten zurück.
Wir wanderten auf einem schmalen Wanderweg durch die Wälder nach Nyfors. Dort wollten wir uns im „Tante Emma Laden“, wie er am Start unserer Wanderung auf einer Tafel angepriesen war, verpflegen und dann die 11 km wieder zurück gehen. Deshalb nahmen wir weder Essen noch Getränke mit uns.

Unterwegs wurden wir einmal mehr von der Schönheit der Natur überwältigt. Eine strahlend blaue Libelle an einem kleinen Bach liess uns das Wanderziel für rund eine halbe Stunde vergessen.

 

Blauflügel-Prachtlibelle (Männchen)

 

Nicht nur Blau, nein auch Gold, kleidet gut und wirkt edel.

Sortieren der Flügel vor dem Abflug oder reine Koketterie?

 

 

 

 

 

 

 

Kurze Zeit später lenkte eine Kreuzotter unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ein paar Kilometer entfernt vom nächsten Haus, mitten im Wald, ist es besser, wenn man sich nicht mit dieser Giftschlange anlegt.

 

Kreuzotter

 

Hungrig und durstig kamen wir in Nyfors an. Doch der Tante Emma Laden war geschlossen. Seit drei Jahren schon, wie uns der Besitzer aufklärte.
Müde beschlossen wir den Versuch zu wagen per Autostopp zu unserem Wohnmobil zurückzukehren. Zum Glück nahmen uns zwei nette deutsche Damen mit und fuhren uns nach Kloten zurück bis neben unser fahrbares Zuhause.

Link zur heutigen Strecke:

Link zur heutigen Wanderung: Da auf „google maps“ der Wanderweg fehlt, haben wir eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Ohne Eisen keine Industrialisierung

25. Juni 2014

Heute wollten wir ein Stück weiter in den Norden vordringen. Wir fuhren von Kloten nach Falun.
In Grängesberg besichtigten wir ein altes Eisenverhüttungswerk.

Wikipedia weiss darüber zu berichten:
Grängesberg wurde jahrhundertelang durch seine Eisenerzgrube geprägt, die seit dem 16. Jahrhundert bis 1989 in Betrieb war. 1990 fuhr die letzte Erzbahn nach Oxelösund an der Ostsee für den Export und die dortige Eisenhütte.
Grängesbergsbolaget (1896 als Trafik AB Grängesberg-Oxelösund gegründet) war Schwedens größter Grubenbetrieb und besaß während vieler Jahre eine der größten Eisenerzflotten der Welt. Die Eisenerzgruben von Gängesberg hatten Mittelschwedens reichste Erzvorkommen. Bis Anfang des zwanzigsten Jahrhundert wurde das Eisenerz im Tagebau gewonnen, später im Schachtabbau. Während der 1970er Jahre musste der Ort neu angelegt werden, da der Untergrund durch den Abbau unterminiert wurde. Das neue Zentrum wurde zirka 500 Meter weiter östlich neu errichtet. Das alte Zentrum, im Volksmund „Gamla Grängesberg” genannt, ist teilweise in die alte Grube gestürzt.

 

Hier, im unteren Teil des Hochofens wurde das flüssige Roheisen etwa alle vier Stunden abgelassen. Die anderen Öffnungen dienten zum Einblasen von Luft und zum Abschöpfen der Schlacke.

 

Der obere Teil des Hochofens. Im darüberliegenden Geschoss wurde der Ofen mit gerösteten Erzstücken befüllt.

Hinten sieht man den Röstofen, wo das Erz erhitzt wurde, um das Gestein spröde zu machen, damit man es zerkleinern konnte. Im vorderen Gebäude ist der Hochofen untergebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann fuhren wir nach Falun, da am Abend wieder ein Fussball-WM-Match: Honduras – Schweiz darauf wartete, von Beat gesehen zu werden.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Besuch eines Arbeitsplatzes von Simon Amman

26. Juni 2014

Am Morgen fuhren wir zu der Skisprunganlage etwas ausserhalb von Falun, wo wir einen Arbeitsplatz des zweifachen Doppelolympiasiegers Simon Amman besichtigten.

 

 

Wir stiegen den Hügel hinauf zum Schanzentisch und staunten. Hier stürzen sich im Winter die wagemutigen Skiflieger hinunter. Wir, als ehemaligen Drachenflieger, die das Gefühl von „Luft unter uns“ kennen, kamen überein: nichts für uns!

In einem der Türme kann man mit dem Lift hinauffahren, doch leider war die Türe nicht zufällig offen. Wir mussten uns mit dem Blick von unten begnügen, der schon atemberaubend genug war.

 

Beat fand wieder einmal ein Detail zum Fotografieren.

 

 

 

 

 

 

Danach fuhren wir weiter und übernachteten in Tonnebrö auf einem Autobahnrastplatz. Die Lage am Böles-Noran (See) war sehr schön, doch war der Platz total verdreckt und die ganze Nacht fuhren Autos und Laster auf oder vom Platz. Da wir beide total müde waren, blieben wir trotzdem.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Von gelbem Wasser und Skeletten

27. Juni 2014

Am Morgen füllten wir unseren Frischwassertank an der Servicestation der Tankstelle. Wir trauten uns, nachdem wir gesehen hatten, dass auch andere das Wasser als Trinkwasser verwendeten. In unserem Faltkanister wirkt es gelb, doch ein Trinktest von Annette bestätigte: Trinkbar!

Unterwegs bewegte sich etwas in einer Wiese neben der Strasse. Wieder: Stopp; wieder Knipsen. Wir durften eine Kranichmutter mit ihrem Jungen beobachten. Das typische, buschige Hinterteil des Weibchens verblüffte uns „Nichtornitologen“. So etwas hatten wir noch nie gesehen.

 

 

Wir näherten uns wieder dem Meer, dem Söderhamnsfjärden (Fjord).
In Sandarne parkierten wir neben einem Campingplatz und spazierten im nahen Naturpark Stenö, wo wir die Küstenseeschwalben beim Fischen beobachten konnten. Weiter draussen lagen viele kleine Schäreninseln, die zum Teil nicht bewohnt und dadurch ein Vogelparadies sind.

In der Nähe des Campingplatzes fanden wir ein überwachtes Gelände. Steine schlafen nicht und das Foto unten zeigt, dass die lückenlose Kontrolle gesichert ist.
Dann der Schock. Auf dem Weg zu einem gesunkenen Piratenschiff, von dem nur noch die Masten zu sehen sind, hing an einer Hängematte ein Skelettarm.
Stammte dies von einem der ermordeten Seepiraten oder … uns gefror für einen Moment das Blut in den Adern … oder hatte dieses Skelett auch von so gelblichem Wasser getrunken wie wir???
Plötzlich verspürten wir diffuse Schmerzen in unseren Gedärmen.

Als wir jedoch bemerkten, dass es sich hier um einen originellen Abenteuerspielplatz für Kinder handelte, entspannten wir uns wieder, und die Bauchkrämpfe verschwanden schlagartig. 😉

 

 

 

 

 

 

In Säter fanden wir (ich weiss, es wiederholt sich und wird langsam langweilig, aber wir freuen uns jedesmal aufs Neue darüber) ein weiteres Mal einen Übernachtungsplatz am Wasser, den wir die ganze Nacht über für uns alleine hatten. Wenn man die drei bis vier taghellen Stunden, in denen man die Sonne nicht sieht, als Nacht bezeichnen darf.

 

Gut, ganz alleine waren wir nicht.

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auswirkungen des Wetters

28. Juni 2014

Am Morgen fuhren wir nach Söderhamn. Eigentlich wollten wir eine Bootsfahrt durch den Schärengarten buchen. Vor dem Tourismusbüro trafen wir einen Schweizer, der seit über 30 Jahren in Schweden lebt. Er kann die langen Winternächte nicht mehr ausstehen und wird im August nach Kambotscha auswandern. Er erwähnte, dass es in den nächsten Tagen regnerisch bleiben werde. Wir verwarfen deshalb unsere Idee dem Bottmischen Meerbusen entlang nordwärts zu fahren.
Wir suchten den nächsten Weg nach Sorsele, wo wir Freunde besuchen wollen.

Unterwegs, in Liden, fuhren wir an den Fluss Indalsälven hinunter. Dort folgten wir dem Schild, das auf eine Kanuanlegestelle hinweist. Die Erfahrung hatte uns gezeigt, dass das meist schöne Stellen direkt am Wasser sind, mit guter Infrastruktur.
Und wieder einmal mehr fanden wir …

….. aber auch ein schwedisches Pärchen, das dort ihren Wohnwagen aufgestellt hat. Der Mann informierte uns, dass der Wetterbericht für die nächsten zehn Tage Regen angesagt habe. Sie hätten die Schnauze voll und würden Morgen nach Stockholm zurückfahren. Von dort aus würden sie ein Last-Minute-Angebot buchen, egal ob nach Spanien, Griechenland oder in die Türkei – einfach irgenwohin an die Sonne.

 

Annette nutzt das Regenwetter um am Computer zu arbeiten. Offline, wie meist, aber immerhin.

 

Wir staunten über die Infrastruktur, die wir hier“ in the middle of nowhere“ vorfanden.:
– eine grosse Hütte mit Massenlager für grössere Gruppen von Kanuten.
– eine behintertengerechtes Plumpsklo, wie immer mit WC-Papier
– Feuerstelle mit Picknicktisch und Bänken
– eine Kiste mit gespaltenen Birkenscheiten
– Abfallhäuschen für den Abfall (Hausmüll, Metall, Glas fein säuberlich getrennt)

 

Diesem Wegweiser über den Fluss empfehlen wir nur im Winter, bei genügender Eisdicke, zu folgen.

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Vättaberget

29. Juni 2014

Am Morgen regnete es und unsere Nachbarn fuhren, wie angekündigt, nach Stockholm zurück.

Am Mittag beruhigte sich das Wetter und wir beschlossen auf den Vättaberget zu wandern. Nach ca. einer Stunde waren wir am Ziel. Und es hatte … eine Bergbeiz. Da konnten wir, als ehemalige „La Posa“-Beizer natürlich nicht nur daran vorbei gehen. Sehr feiner hausgemachter Kuchen, guter Tee und … naja … mit viel gutem Willen konnte man es schon Kaffee nennen.

 

Blick vom Vättaberget auf den Indalsälven.

 

Unser Übernachtungsplatz vom Vättaberget aus gesehen.

 

Wir kamen trockenen Fusses wieder „nach Hause“ zurück. Kaum da angekommen, begann es wieder zu regen; Glück gehabt!

 

Romantisches Candlelight-Dinner im grossen Speisesaal.

Vielen Dank, Ursi und Joachim, für den tollen Omnia-Backofen. Annettes Hörnli-Brokkoli-Auflauf war ein Gedicht.

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Wanderung auf den Vättaberget:

 

 

Liden – Bispgården

30. Juni 2014

Auf dem Weg zurück zum Dorf Liden fuhren wir an dieser kleinen Kirche vorbei. Hier beeindruckte uns der besonders schöne Glockenturm mehr als das unscheinbare Kirchlein.
Uns ist aufgefallen, dass in Schweden der Glockenturm häufig neben der Kirche steht. Vielleicht weiss jemand mehr zu diesem Thema?

 

 

Auf dem Friedhof fiel uns ein grosser Grabstein auf, von Magnus Hussen, genannt Vildhussen.
Wir schenkten dem keine weitere Beachtung.

 

Die Eingangspforte zum Kirchen- und Friedhof.

 

Da es den ganzen Tag regnete und wir gerne wieder einmal online gegangen wären, suchten wir in der Nähe von Bispgården einen Stellplatz auf, der von einer Bauernfamilie betrieben wird.

Der Stellplatz war nett gestaltet mit allem, was man braucht, sogar eine Gemeinschaftsküche stand zur Verfügung.
Wir freuten uns an den liebevoll gestalteten Sanitäranlagen Marke: Eigenbau.

 

 

 

 

 

 

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

4 Gedanken zu “Auf Umwegen in den hohen Norden 2. Teil

  1. Wow – wooow! WOW! ich bin richtig happy (und auch ein wenig stolz) auf dieses tolle reiseblog, das ihr da führt!
    kompliment – es sieht nicht nur toll aus, es liest sich auch toll und die bilder sind echt gut! 🙂
    winkewinke in den norden … ah, ich beneide euch ja schon ein wenig!

    • Liebe Denise,

      Du und Jürgen, ihr dürft auch richtig stolz sein. Schliesslich habe ich in Eurem Blog-Kurs „BLOGITO ERGO SUM“ das nötige Handwerkzeug mitbekommen. Informationen zu diesem empfehlenswerten Kurs unter: schriftgut.ch

  2. Hey, ihr Beiden!
    Danke für euren liebevollen Reiseblog. Ich freue mich mit euch an euren Erlebnissen. Die Föteli sind genial. Danke!!!

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