Von San Marino nach Bari

 

Corinaldo

11. November 2017

Wir kommen am späteren Nachmittag in Corinaldo an. Die Stadt stellt Wohnmobilisten kostenlos einen Platz mit Strom, Frischwasser, Entsorgungsstation und WiFi zur Verfügung!
Als Dankeschön sammeln wir herumliegenden Müll ein, wie überall, wo wir gratis stehen können. Zudem kaufen wir in den kleinen Läden des Ortes ein.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Rundwanderung an den Fluss Cesano

12. November 2017

Am Morgen leuchtet Corinaldo in den ersten Sonnenstrahlen kitschig rosa.

 

Corinaldo

 

Die Sonne vertreibt die morgendlichen Wolken, ein strahlender Tag liegt vor uns. Wir spazieren durch das Stadttor Porta Santa Maria del Mercato und befinden uns in einem Vorhof der Stadt.

 

Porta Santa Maria del Mercato

 

 

Vorhof von Corinaldo

 

Nun steigen wir die lange Treppe hoch. Ein alter Ziehbrunnen hat es sich auf einem der Podeste bequem gemacht.

 

Pozzo della Polenta

 

Der Name stammt von einer alten Geschichte, nach der einem durstigen Bauern ein Sack Polenta in den Brunnen gefallen sei.

 

Blick hinunter zum Stadttor

 

Die Altstadt liegt auf einem Hügel und ist vollständig von einer Mauer umgeben. Viele Bewohner stellen Pflanzen in die Gassen und schmücken so ihre Stadt.

 

Rose (Rosa)

 

 

 

 

 

 

 

Blühender Kaktus (Cactaceae )

 

 

 

 

 

 

 

 

Granatapfel (Punica granatum )

 

 

Alpenveilchen (Cyclamen)

 

 

 

Auf den umliegenden Hügeln wird vor allem Ackerbau betrieben.

 

Blick aus Corinaldo

 

Natürlich dürfen auch die Olivenbäume nicht fehlen. Was wäre Italien ohne sie?

 

 

Das schöne Wetter und die anmutige Landschaft locken uns hinaus.
Die nette Dame im Tourismusbüro hat uns eine Broschüre mit verschiedenen Wanderungen ausgehändigt.
Wir beschliessen die Touren drei und vier zusammenzufassen und an den Fluss Cesano zu wandern.
Der Weg führt über Hügel und durch Täler, die Strecke ist recht abwechslungsreich und bietet immer wieder schöne Ausblicke, manchmal sogar bis zur Adria.

 

Corinaldo

 

Die Felder sind abgeerntet und bereits wieder für die neue Saat vorbereitet. Die Laubbäume verlieren ihre bunten Blätter, …

 

 

 

 

… die Kakis hängen orange-rot leuchtend an den kahlen Bäumen, der Herbst ist bereits weit fortgeschritten.

 

Kaki (Diospyros kaki)

 

Nach dreieinhalb Stunden sind wir von dieser wunderschönen Herbstwanderung zurück.

Link zur Rundwanderung an den Fluss Cesano: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Regen in Corinaldo

13./14. November 2017

Dem gestrigen Sonnentag folgen wieder zwei Regentage. Wir verbringen diese vorwiegend in unserem NOBIS und werkeln an neuen Blogbeiträgen herum, schreiben Mails und lesen das eine oder andere Buch.

In einer Regenpause wagen wir uns in die Stadt, um das Casa di Scuretto anzuschauen. Von diesem Haus steht lediglich die Fassade. Eine Tafel an der Mauer erzählt die Geschichte dazu:

Der Sohn des Schuhflickers Gaetano Priori wanderte kurz nach 1900 in die USA aus. Er schickte seinem Vater immer wieder namhafte Beträge, um damit ein Haus in Corinaldo zu bauen.
Der Vater trug das Geld aber schnurstracks ins Wirtshaus.
Eines Tages verlangte der Sohn eine Fotografie des neuen Hauses, damit er sich von den Fortschritten ein Bild machen könne.
Gaetano Priori liess eine Fassade erstellen, mit allen Details eines richtigen Hauses, nicht einmal die Hausnummer fehlte. Er kletterte hinter der Wand auf eine Leiter, schaute durch ein Fenster und liess sich so ablichten. Das Haus sei beinahe fertig, schrieb er dazu, es fehlten nur noch die Fensterläden (ital. scuro).
Das Bild überzeugte den Sohn aber nicht, er stellte die Zahlungen ein.
Die „leere“ Fassade steht noch heute, dahinter befindet sich ein verwilderter Garten.

 

Casa di Scuretto

 

Regen sorgt für Abenteuer!

15. November 2017

Da der Regen an Stärke noch zugenommen hat, fahren wir heute ein Stück südwärts. Wir wollen ja nicht hier in Süditalien verschimmeln, sondern nach Griechenland fahren. 🙂

Die Niederschläge der letzten Wochen sorgen für ein Abenteuer:
Auf dem Weg nach Montelupone geraten wir auf einer „Abkürzung“ auf eine schmale, lehmig-rutschige Strasse. Irgendwann geht es nicht mehr vorwärts. Beim Zurücksetzen schlingert das WoMo und die Räder drehen durch. Wir überlegen schon, ob wir hier übernachten und morgen einen Traktor organisieren müssen, der uns rauszieht.
Durch Annettes tatkräftigen Einsatz beim Schieben und Beats kluge Spurwahl kommen wir jedoch heil aus dem Schlamassel raus, Glück gehabt! Nur Annettes Schuhe sehen aus wie Sau!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Keine Neuigkeiten vom Wetter

16. November 2017

Am Morgen scheint die Sonne, doch die Freude währt nicht lange. Danach sieht die Welt wieder aus, wie früher beim Röhrenfernseher das Bild, wenn der Empfang schlecht war.
Für einen kurzen Morgenspaziergang durch Montelupone reicht es aber noch.

 

Stadtmauer von Montelupone

 

Die Stadt ist hübsch, aber für uns auswechselbar gleich, wie viele, die wir bisher gesehen haben. Viel spektakulärer finden wir zwei Kunstwerke.

Einen Radfahrer, der aus einer Eisenplatte geschnitten wurde, auf die die Räder geschweisst sind, finden wir besonders originell. Das Denkmal ist der „Mauer von Huy“ der brutalen Schlusssteigung der Flandern Rundfahrt in Belgien gewidmet.

 

„Mauer von Huy“ von Constantino Castorio

 

Oder eine Frau im Park, die mit ihren langen Haaren kunstvoll aus einem Metallpfeiler herausgearbeitet worden ist. Diese Werk trägt den Titel „Solidarität“ und wurde zum 40-jährigen Gründungsjubiläum des örtlichen Blutspende-Dienstes aufgestellt.

 

„Solidarität“

 

Wir fahren lieber über Land als auf der Autobahn, da man so meist mehr sieht und jederzeit anhalten kann.
Der Weg auf der SS16 Richtung Süden, der wir schon lange folgen, führt aber oft durch hässliche Gewerbezonen, mitten durch Ortschaften mit stockendem Verkehr und um unzählige Kreisel herum. Bei dem trüben Regenwetter eine deprimierende Angelegenheit.
Wir wechseln deshalb ausnahmsweise auf die Autobahn.

In Lido di Campo Marino stehen wir kurz nach dem Eindunkeln vor der verschlossenen Schranke eines offiziellen Stellplatzes. Wir parken daneben, schlafen ruhig und sparen erst noch einige Euro.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Auf der Halbinsel Gargano

17. November 2017

Am Morgen schauen wir uns etwas genauer an, wo wir übernachtet haben.

Oh, das ist ja hübsch hier!

 

Lido di Campo Marino

 

Oh, das ist aber hässlich hier!

 

Uferpromenade in Lido di Campo Marino

 

Die Uferpromenade direkt vor dem Stellplatz ist von den Unwettern der letzten Tage gezeichnet. Das Meer hat Steine bis auf die Wiese geworfen, zudem ist der Platz durch Unrat verschandelt.

Überhaupt ist uns aufgefallen, dass auf unserer Route der Adria entlang in Apulien sehr viel Müll herumliegt. Obwohl viele Abfallcontainer zur Verfügung stehen, scheint man Müllsäcke grundsätzlich am Strassenrand zu entsorgen, wo sie dann von Tieren zerfleddert und nach Essbarem durchsucht werden.

Schade!

Vor Lesina auf der Halbinsel Gargano (dem „Sporn“ an Italiens Stiefel) stehen Olivenbäume und Reben im Wasser. Auch sie finden: „Nun hat’s genug geregnet!“

 

 

Und siehe da, der Wettergott scheint die Auffassung zu teilen. Er schiebt die Wolken beiseite und lässt die Sonne scheinen.

In Capojale präsentiert sich der Hafen in der Flussmündung von der freundlichsten Seite.

 

Hafen von Capojale

 

Der Campingplatz mit dem vollmundigen Namen „5 STELLE“ (zu deutsch 5 Sterne) in Isola Varano scheint die beste Zeit bereits hinter sich zu haben.
Oder wurde in die Infrastruktur hinter der Mauer so viel investiert, dass es nicht mehr gereicht hat, um die Anschrift zu sanieren?
Ob die Preise nach wie vor *****-mässig sind oder an die „5 STEL-E“ angepasst wurden … wir finden es nicht heraus, denn der Platz ist zur Zeit geschlossen.

 

 

Wir halten an einem Aussichtspunkt an der Küstenstrasse vor Vieste. Das Dorf Peschici leuchtet im Sonnenlicht.

 

Peschici

 

Leider ist das kleine Fischrestaurant unten am Meer geschlossen. Die Netze sind eingezogen. Nur die Balken und Leinen hängen noch über dem Wasser.
Wer hier fangfrischen Fisch essen will, muss nächstes Jahr kommen.

 

Ristorante il Trabucco

 

Am Torre Pucci weigert sich der Schatten die geraden Linien des Geländers zu übernehmen. Auch er scheint sich zu freuen, dass endlich die Sonne scheint und legt sich übermütig zackig auf die Treppe.

 

Verspielter Schatten am Torre Pucci

 

Bei Vieste geniessen wir den Blick auf den Sandstrand und das ruhige Meer.

 

Vieste

 

Dann fahren wir landeinwärts und finden in einem lichten Wald auf einer Weide einen geeigneten Übernachtungsplatz.
Eine Rinderherde, von Wachhunden begleitet, bimmelt ruhig vorbei.
Wir könnten einen wunderschön friedlichen Abend verbringen, wenn da nicht Annette wäre …

Sie will sich noch kurz die Beine vertreten und zieht los. Irgendwann nimmt sie eine Abkürzung, um von einer Strasse auf die andere zu kommen.
Im Wald findet die Nacht Annette aber früher als Annette die Strasse.
Im Dunkeln rutscht sie ein schlammiges Bachtobel hinunter und quält sich durch dorniges Gebüsch, bis sie endlich, endlich, verdreckt und zerkratzt, auf eine Strasse trifft.
Doch wie weiter? Steht das Wohnmobil nun links … oder doch eher rechts?
Auf dem Navi des Smartphones, das sie mitgenommen hat, ist der Punkt an dem unser NOBIS steht, nicht ersichtlich, denn der ist auf dem anderen Gerät, das im Wohnmobil liegt, gespeichert. 😦
Beat nach den Koordinaten fragen, geht auch nicht, denn hier, am Ende der Welt, gibt es kein Handynetz.

Beat sorgt sich derweil im NOBIS, zählt erst die Viertelstunden, … dann die Minuten …

Zum Glück fährt nach einiger Zeit ein Bauer vorbei, der bei unserer einsamen Frau im dunklen Wald anhält.
Zum Glück spricht Annette gut italienisch und
zum Glück fährt sie der nette, ortskundige Carlo in die richtige der vielen Forststrassen, die ihm Annette mit vagen Angaben beschreibt.
Nach langen zweieinhalb Stunden schliesst sie ein überglücklicher Beat in die Arme.

Ja, selbst ein kleiner Abendspaziergang kann sich zu einem Abenteuer auswachsen!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Mont‘ Sant Angelo

18. November 2017

Wir fahren hinauf nach Mont‘ Sant Angelo.
Erstmals sehen wir im adriatischen Meer eine grosse Fischzuchtanlage. Solche Aquakulturen kennen wir sonst nur aus dem Norden.

 

Fischzucht vor Fanale

 

In Mont‘ Sant Angelo ist es stark bewölkt und es weht ein kalter Wind.

 

Blick von Mont‘ Sant Angelo

 

Das Städtchen ist auf Pilger und Touristen ausgerichtet. Die meisten Wallfahrer sind aber nicht zu Fuss, sondern mit Reisecars angereist, die nun auf dem riesigen Parkplatz stehen.
Wir schlendern durch das Dorf, zum Kastell und zur Kirche mit der „Grotte der Erscheinungen“.

In den vielen Souvenir-Läden wird überall das Gleiche angeboten. Uns stört das nicht, denn wir nehmen unsere Andenken jeweils im Kopf oder in Form von Pixeln auf Speicherkarten mit.

Einige dieser Andenken (aus dem Fundus der Pixel) teilen wir hier gerne mit dir.

 

Eicheln

 

Zugegeben, diese wunderschönen Eicheln haben wir auch physisch ein bisschen herumgetragen, bis wir einen Tisch gefunden haben, auf dem sie schön zur Geltung kommen.
Nun aber die Souvenirs, die wir an ihrem Ort gelassen haben!

 

Seitengasse

 

Und einige Bilder vom Santuario di San Michele Arcangelo.

 

 

 

 

 

 

Der eisige Wind und die Bettler, die durch die vielen Pilger ein gutes Auskommen zu haben scheinen (alle sind wohlgenährt und anständig gekleidet), vertreiben uns wieder aus dem Dorf, das wunderschön oberhalb der Bucht von Manfredonia liegt.
Auf Meereshöhe sind die Temperaturen um einiges moderater.

Um viele Eindrücke reicher verlassen wir die Halbinsel Gargano.

In Margherita di Savoia wird auch heute noch Meersalz gewonnen. Eines der Becken ist am Austrocknen und eine dicke Salzschicht ragt aus dem Wasser.
Bald ist hier Erntezeit.

 

Salzbecken bei Margherita di Savoia

 

Die Salzgewinnung scheint ein lukratives Geschäft zu sein. Oder steht das wohlgepflegte Haus zwischen den Palmen nur zufällig hier?

 

 

In Margherita di Savoia fahren wir auf einen Stellplatz, wo wir gleich zweimal übernachten.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Waschtag

19. November 2017:

Wir nutzen den wunderschön sonnigen Tag, um Wäsche zu waschen. Die Waschmaschine steht in der Küche des Restaurants, das zum Stellplatz gehört. Die Leinen spannen wir kreuz und quer über einen Platz, auf dem Holzpfosten gelagert werden für den nächsten Sommer. Das stört aber die Wäsche nicht. Der Wind trocknet sie im Nu.

Das Unwetter, das Griechenland heimsuchte, ist weitergezogen. Deshalb buchen wir für morgen Abend eine Überfahrt von Bari nach Igoumenitsa.

 

 

In Bari aufs Meer

20. November 2017

Kurz nach Margherita di Savoia hat jemand sein Auto im ersten Stock geparkt. Das ist clever, denn so muss er das Auto nicht abschliessen, ja, kann sogar den Zündschlüssel stecken lassen und es wird trotzdem nicht geklaut!

 

Ungewöhnlicher Parkplatz

 

In Bari fahren wir auf das Gelände am Fährhafen und lassen uns die reservierten Tickets aushändigen.

Doch hoppla! … Haben wir bei der falschen Reederei gebucht? Die Fähre, die mit herabgelassener Brücke auf Autos wartet, scheint uns etwas gar verlottert.

 

Unsere Fähre?

 

Ach nein, dieser Kahn bleibt im Hafen, bis er wieder schwimmtüchtig ist, und wir warten auf eine neuere Version.

 

Hafen von Bari um 17:13 Uhr

 

 

Hafen von Bari um 18:21 Uhr

 

Pünktlich um 19:30 Uhr legen wir ab.
Nun geht’s nach Griechenland, wo wir den Winter verbringen wollen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

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