Die Costa del Sol und ihr Hinterland

 

Im Hinterland von Málaga

26. Februar 2017

Gestern kletterten wir noch auf dem „Affenfelsen“ herum, wie Gibraltar manchmal liebevoll genannt wird, und heute bewundern wir in Spanien beim Mirador Mojon de la Vibora bereits wieder Kühe mit ausladenden Hörnern.

 

 

Hier scheint man noch stolz zu sein auf schöne, unversehrte Rinder und verstümmelt sie nicht, indem man ihnen die Hörner entfernt.

 

 

Ubrique ist ein eigenartiges Städtchen. Dicht an dicht drängen sich die Häuser und füllen den ganzen Talboden aus. Es erinnert entfernt an einen See. Die Oberfläche scheint überall gleich hoch zu sein.

 

Ubrique

 

Eine kilometerlange Natursteinmauer zieht sich oberhalb von Villaluenga bis auf den Pass und trennt die magere Wiese vom felsigen Umland ab. Sie erzählt vom entbehrungsreichen Leben ihrer Erbauer. Unendlich viele Arbeitsstunden wurden aufgewendet und unzählige Liter Schweiss vergossen, um dem steinigen Boden ein wenig karges Weideland abzutrotzen.

 

Natursteinmauer bei Villaluenga

 

Kurz darauf weicht das wilde Bergland wieder sanften Äckern.

 

 

Wir fahren nicht weiter Richtung Norden, denn morgen müssen wir wieder am Meer sein. In Benajarafe werden wir eine knappe Woche lang bei einem deutschen Paar wohnen und arbeiten.

Deshalb übernachten wir etwas oberhalb vom Guadalhorce-Stausee auf einem Platz mit schöner Sicht auf See und Hügel.

Link zur Strecke vom 25. Februar 2017:

Link zur Strecke vom 26. Februar 2017:

 

 

Auf nach Benajarafe

27. Februar – 3. März 2017

Nicht weit von unserem Übernachtungsplatz spazieren wir zum Aussichtspunkt „Tres Embalses“, wo man, wie der Name sagt, auf drei Staumauern hinunter schauen kann.

 

Drei Staumauern auf einen Blick

 

Unsere kleine Rundreise ins Landesinnere nähert sich dem Ende.
Wir fahren nach Benajarafe. Hier werden wir die nächsten Tage bei Maren und Gerhard verbringen, die seit zwei Jahren hier leben und, Internet sei Dank, auch arbeiten können.
Da beide berufstätig sind, brauchen sie zwischendurch jemanden, der ihnen hilft bei den vielen kleinen Arbeiten, die in Haus und Garten anfallen.
Wir haben sie über „workaway“ kennen gelernt, eine Internetplattform, die Reisenden weltweit „Arbeitsstellen“ vermittelt. So erhält man die Möglichkeit für vier bis fünf Stunden Arbeit pro Tag gegen Kost und Logis einen fremden Ort näher kennenzulernen.

Für Interessierte, hier der Link: www.workaway.info

 

Blick von unserem temporären Zuhause in Benajarafe

 

Wir arbeiten dies und das und lernen ein engagiertes Paar kennen, das sich nebst ihrer Arbeit mit viel Herzblut für ausgesetzte Hunde und Katzen in der Region einsetzt.

Herzlichen Dank, Maren und Gerhard, für die erlebnisreiche Woche, die wir mit euch verbringen durften.

Link zur Strecke vom 27. Februar 2017:

 

 

In die Berge

4. März 2017

Nach dieser kleinen Auszeit von unserer Reise verabschieden wir uns nach dem Mittagessen und ziehen weiter. Wir wollen eines der pittoresken Bergdörfer besuchen, die sie uns empfohlen haben.
In Almáchar bleiben wir über Nacht.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Comares, eine Perle in den Bergen

5. März 2017

Kurz hinter El Borge treffen wir auf einen Bauern, der mit dem Pferd Holz nach Hause bringt.
Als Annette ihn fragt, ob wir ihn fotografieren dürfen, sagt er erfreut zu und stellt sich neben seine Stute „Juanita“.

 

Kein „Bild aus alten Tagen“

 

Die Gegend ist eindrücklich. Wir staunen über die Dörfer in dieser kargen Berglandschaft. Wovon die Menschen wohl leben?

 

Cútar

 

 

Sierra de Tejeda

 

In freundlichen Farben begrüsst uns ein „Azulejo“ etwas unterhalb von Comares.

 

„Willkommen in Comares“

 

Wikipedia weiss: „Comares ist ein typisches weißes Dorf mit prärömischer Geschichte. Die maurische Epoche von Comares endete im Jahr 1487, als das Dorf, das damals aufgrund seines strategischen Standortes wichtiger Verteidigungspunkt war, an die Christen fiel. Comares thront auf einem Felssporn und bietet Rundumausblicke bis zur Küste.“

Die maurische Vergangenheit ist allüberall zu sehen.
Wir folgen den liebevoll in den Weg eingelassenen blauweissen Fusssohlen aus Keramik, die durch den Ort führen. Immer wieder informieren bunte Tafeln über die Geschichte dieses Bergdorfes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die vielen gemauerten Bogen faszinieren uns. Comares ist ein gepflegtes, charmantes Bergdorf, das heute wohl vor allem vom Tourismus lebt.

 

Comares

 

Sorgfältig gestaltete Details findet man im ganzen Dorf. Hier einige Beispiele:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir uns im Dorf sattgesehen haben, machen wir uns auf die Wanderung entlang der Ruta de la Fuente Gorda, die um das Städtchen herum führt.

 

Brunnen unterhalb Comares

 

„Kulturell ist Comares bekannt für die Pflege der Verdiales, einer frühen Flamenco-Form, die mit Gitarren, Geige, Tamburin, Tänzern und Sängern zu den Fiestas zelebriert wird.“ (Zitat Wikipedia)

Leider kommen wir nicht in den Genuss eines Konzertes, doch die Tänzerin, die im obersten Stock an der Wand eines Hauses schwebt, vermittelt uns einen Eindruck von dieser Kultur.

 

Verdiales-Tänzerin

 

Von Comares fahren wir durch mit Reben, Oliven- und Mandelbäumen bepflanzte Hügel weiter nach Colmenar.

 

Frühling in Spanien

 

Link zur Wanderung um Comares:  Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Im Hinterland von Málaga

6. März 2017

Wir kurven durchs Hinterland von Málaga.
In Periana ist ein Aussichtspunkt der Sorte „na, ja“, zum Teil mit einem Mosaik aus Natursteinen geschmückt. Dafür geben wir die Note: „guck mal, wie hübsch!“

 

Natursteinmosaik in Periana

 

Wir fahren weiter und überholen vor Salares eine Ziegenherde, die uns wenig später (wir müssen ja gucken 😉 ) wieder überholt.

 

Ziegenherde mit stolzem Hirten

 

Heute zeigt das Thermometer über 29°C an. Na gut, es ist ja bereits der 6. März und da darf es ja schon langsam etwas wärmer werden! 🙂

Auf unserer Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz fahren wir an einigen gepflegten Dörfern vorbei. Uns gefällt die verschachtelte Bauweise, wir finden sie stimmig und irgendwie heimelig.

 

Árchez

 

Bei Árchez finden wir dann doch noch einen Schlafplatz. Nicht sehr attraktiv, direkt neben der Strasse.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Tag der Skurrilitäten

7. März 2017

Uns ist aufgefallen, dass hier auch kleine, private Feldwege bei der Einmündung in eine grössere Strasse mit offiziellen Stopp-Schildern versehen sind.

Eine dieser Verkehrstafeln lässt uns kalauern:

„Ich kaufe doch nicht beim Stat eine teure Tafel. Da ligt irgendwo noch eine alte 40-er herum. Farbe habe ich auch und schreiben kan ich auch, war ja in Schule!“

Das Endprodukt sieht dann so aus:

 

??? … stimtt doch … oder???

 

In Torre del Mar wundern wir uns über eine andere Kuriosität. In der Nähe des Spitals wurde eine Verkehrsinsel kurzerhand zum Parkplatz umfunktioniert. Wir hoffen, dass zumindest die Gleise, die mitten durch den Kreisel führen, von keiner Strassenbahn mehr befahren werden.

 

Parkplatzkreisverkehr … oder Kreisverkehrsparkplatz ???

 

In Caleta del Sol sieht Annette ein Bild, das den indischen Gott Ganesha zeigt. Seine Attribute sind üblicherweise eine Lotosblüte, ein Buch und eine Gebetskette. Dieser hier trägt aber Beigaben der speziellen Art. Sogar sein Begleittier, eine Ratte (als Zeichen der Intelligenz), ist ihm abhanden gekommen. Wahrscheinlich hat das viele Cannabis (-malen?) dem Künstler die Sinne vernebelt.

 

Ganesha

 

Nun fahren wir der Costa del Sol entlang. Der grösste Teil dieser Küste scheint verbetoniert zu sein. Wir freuen uns deshalb, wenn das Gelände etwas steiler und steiniger wird. Denn da ist jeweils nicht der ganze Hang verbaut. Ein Hauch von Natur breitet sich aus.

 

 

Aber selbst hier quellen aus allen möglichen und unmöglichen Nischen die Häuser.

 

Ladera del Mar

 

Bei Maro füllt ein altes Aquädukt ein ganzes Tal. Die Kombination von Stützen und Bogen lässt das im Grunde wuchtige Objekt leicht erscheinen.
Das ist ein Bauwerk, das uns gefällt. 😉

 

Acueducto del Águila bei Maro

 

Steilküste sei Dank finden wir bei Maro einen ruhigen Platz mit Sicht aufs Meer. Wer hier nicht rastet oder gar übernachtet, der ist selber schuld.

 

Schlafplatz an der Costa del Sol bei Maro

 

Und was schenkt uns Spöttern und Kritikern die Natur? … eine wunderschöne Abendstimmung!

 

Abend an der Costa del Sol

 

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wieder ab in die Berge

8. März 2017

Von der Landzunge Cerro Gordo aus geniesst man einen schönen Blick auf den wilden Teil der Costa del Sol.

 

Costa del Sol

 

An der ganzen Küste stehen mehr oder weniger zerfallene Rundtürme. Diese dienten früher als Beobachtungsposten. Von hier sah man Piratenschiffe, die sich näherten, schon von weitem und konnte die Bevölkerung vor der Gefahr warnen.

Der Torre del Cerro Gordo wurde schön restauriert, nur schade, dass man ihn nicht besteigen kann.

 

Torre del Cerro Gordo

 

Temperaturen um die 30°C Anfang März, Beat findet das unanständig. Wir verabschieden uns deshalb wieder einmal ins Landesinnere, in die Berge, an denen Spanien ja so reich ist.

Unglaublich, wie viele der steilen Hänge terrassiert sind und noch heute kultiviert werden.

 

 

Und überall, selbst an den unwirtlichsten Orten findet man gut erhaltene Dörfer, die zum grössten Teil bewohnt scheinen.

 

Otívar

 

Im Naturpark de las Sierras Tejeda, Almijara und Alhama ist es dann vorbei mit Dörfern und Plantagen. Diesem steinigen Untergrund könnte wohl der beste Agronom keine Olivenplantage abtrotzen.

 

Naturpark de las Sierras Tejeda, Almijara und Alhama

 

 

Lebensgrundlage: Liebe, Sonne, Wind und Sterne?

 

Wir mögen diese archaische Gegend und verbringen die Nacht irgendwo in der Nähe vom Rio Verde, irgendwo in der Nähe von Otívar, aber präzise: in der Mitte von Nirgendwo!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Oliven- und Mandelbäume, soweit das Auge reicht!

9. März 2017

Kein Laut weckt uns am Morgen. Es ist wohltuend still.

Trotzdem fahren wir nach dem Frühstück weiter den Berg hoch. Plötzlich öffnet sich der Blick auf die verschneite Sierra Nevada. Uns wird schlagartig bewusst: Ja, Winter hatten wir diesen Winter keinen.

 

Sierra Nevada

 

Die Landschaft wechselt nun abrupt von schroffen Felsen zu lieblichen Hügeln überzogen mit Mandel- und Olivenbäumen.

 

Baumkulturen bei Jayena

 

 

 

 

 

In Bermejales fahren wir auf den Campingplatz. Ein neuer Blogbeitrag will bearbeitet und freigeschaltet werden. Dazu brauchen wir ein, zwei Tage Zeit und vor allem … Internetanschluss!

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Camping los Bermejales

10. – 11. März 2017

Der Campingplatz liegt nahe dem Stausee Bermejales, was uns zu kurzen Spaziergängen motiviert.

 

Embalse de los Bermejales

 

Am Samstag, 11. März kann Annette der Herausforderung nicht mehr widerstehen und sie wandert die 25 km um den See.
Beat führt während dieser Zeit die Wegstrecken für den Blog nach, und das sind viel mehr Kilometer!

 

 

Link zur Strecke vom 10. März 2017:

Link zu Annettes Wanderung um den Embalse de los Bermejales: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

10 Gedanken zu “Die Costa del Sol und ihr Hinterland

  1. Ein paar wirklich schöne Fotos hab ihr gemacht! Reise selber sehr gerne nach Spanien und Andalusien. Gibt einfach so unendlich viele schöne Ecken zu bereisen und entdecken! Daher ist Andalusien und Spanien generell meiner Meinung nach so ideal für Rundreisen und Ausflüge. Allein an der Costa del Sol mit Nerja, Malaga, Benalmadena, Marbella – und nach Granada ist es auch nicht so weit. Dazu Ronda, Ojen, Antequera, Frigiliana und Mijas im Landesinneren…

    • Hallo
      Sorry, dass wir uns erst jetzt melden, aber wir sind zur Zeit in Island unterwegs und haben oft tagelang keinen Internetanschluss.
      Andalusien ist wirklich eine Reise wert. Uns hat das Hinterland jedoch besser gefallen, als die Costa del Sol, die weitgehend verbaut und verschandelt ist.

  2. Nun endlich komme ich dazu eure Reiseberichte von Spanien zu lesen. Die Costa del Sol und besonders das Hinterland (was man ja weniger gut kennt) bieten ja sehr viel Interessantes. Die vielen hübschen bewohnten Bergdörfer, die Stauseen, die schönen Ausblicke und die netten Menschen – wer hätte das gedacht. Die Fotos sind natürlich wieder super. Comares hat mir besonders gefallen, die haben so viel Flair für die Verschönerung und Erhaltung ihres Dorfes, sind sicher auch sehr stolz darauf. Schon ist der nächste Blog da – auf geht’s, lesen, DANKE.

    • Wir waren auch froh, nach all den verbauten Küstenabschnitten wieder etwas „durchatmen“ zu können. Dabei war Comares ein grosses Highlight, aber die Region als Ganzes hat uns gut gefallen.

  3. Für den ausgefallenen Winter dieses Jahr hattet ihr ja vorigen Winter eine Mehrfachpackung. Und genießt jetzt den Sommer, in Island kann euch der ganz schön „ins Wasser fallen“. Falls (hoffentlich) nicht, habt ihr halt einen richtig langen Sommer nach einem langen Winter. Übrigens, 30° C sind mir persönlich eigentlich immer zu viel.

    • Ja, wir geniesssen den „Vorsommer“ hier in Spanien. Für Island haben wir einen „Jahrhundertsommer“ bestellt. Das konnte man beim Buchen der Fähre im Kleingedruckten, auf ca. Seite 279 ankreuzen! 😉
      Beat findet übrigens auch, Tenmperaturen über 25°C sind reine Verschwendung und zeugen von einer schlechten Planung. So fehlen dann später diese vergeudeten Grade, wenn man sie brauchen könnte. Das mussten wir letzte Nacht erfahren, als es (in den Bergen) – 1°C kalt wurde.

      PS: Heute war es tagsüber wieder über 20°.

      • Das erklärt unseren super Island-Sommer im vergangenen Jahr. Wegen eines Fehlers auf der Internetseite der Fährlinie haben wir per Email und Telefon gebucht. Die Sachbearbeiterin in Kiel hat dabei wohl den Jahrzehntsommer angekreuzt (der Jahrhundertsommer ist ja dieses Jahr im Angebot).
        Die Beat’sche 25° C – Regelung finde ich genial. Und was die weitere Organisation des Wetters betrifft: Niederschlag könnte in der zweiten Nachthälfte, so zwischen 1 und 5 Uhr, erledigt werden. Dann würde kaum jemand belästigt, die Natur bekäme ausreichend Wasser und gegen 7 Uhr wäre so ziemlich alles wieder trocken. In den wärmeren Ländern würde (auch bis 25° C) nicht so viel von dem kostbaren Nass verdunsten. Und als Nebeneffekt müssten hier in Lappland nicht in der ersten Nachthälfte Regen- und Schneewolken das Nordlicht verdecken, wie schon öfter geschehen.
        Aber auf uns hört ja wieder mal keiner.

      • Mit deinem Wettervorschlag sind wir zu 100% einverstanden.
        Sende uns doch bitte den Unterschriftenbogen „Wetter ja, aber richtig!“, wir werden umgehend unterzeichnen!

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