Frieren im Süden

 

Flucht vor der Eisglätte

2. Januar 2015

In Wohlen sind die Strassen trocken, aber bereits am Nachmittag soll es auf der Alpennordseite regnen; es droht überfrierende Nässe, deshalb schnell los!
Wir verabschieden uns von der Familie Lehmann, bei der wir einmal mehr Unterschlupf gefunden haben. Herzlichen Dank!
Unterwegs beunruhigen uns einige Tropfen, doch wir schaffen es noch vor dem grossen Regen durch den Gotthardtunnel in die Sonnenstube Tessin. In Ligornetto finden wir einen Parkplatz bei einer kleinen Kirche, wo wir übernachten.

 

Kirche San Giuseppe bei Ligornetto

 

In der Nacht fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Wir wollen unsere Standheizung starten. Doch diese will nicht. Letztes Jahr hat sie einwandfrei funktioniert und jetzt, wo es so kalt ist wie nie, streikt sie. Wir versuchen sie mehrmals zu starten, doch ohne Erfolg.
Wir befürchten, dass uns die Wasserleitungen einfrieren. Deshalb fahren wir um 2:00 Uhr in der Nacht los, auf die Autobahn nach Biasca und zurück. Mit der Heizung des Fahrzeuges bringen wir so wieder Wärme in unser Zuhause und legen uns zum zweiten Mal schlafen.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Toscana, wir kommen

3. Januar 2015

Die Kälte weckt uns am Morgen und wir wandern ins Dorf. Das gibt erstens warm und zweitens gibt es dort ein geheiztes Café, wo wir frühstücken.

 

 

Danach ist die Welt für uns wieder rund. Wir spazieren durch das Dorf Ligornetto und entdecken verschiedene hübsche Ecken.

Bunte Mosaike gegen das Grau-braun der Altstadt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Brunnenfigur in den Mund gelegt: „Es ist zum Kotzen, dass gewisse Zweibeiner immer alle Wände vollsprayen müssen.“

Weiter geht´s nach „bella Italia“. Wir fahren über den Cisapass und gelangen in die Toscana. In Colombiera-Molicciara finden wir einen ruhigen Parkplatz inmitten von Wohnhäusern, die zum grössten Teil unbewohnt wirken.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Castelnuovo Magra

Am 4. Januar

wandern wir bei strahlendem Sonnenschein den Berg hoch in das pittoreske Dörfchen Castelnuovo Magra, das auf einer Kuppe liegt.
In einem einsamen Gässchen stemmt sich eine alte Frau gegen eine schwere Holztüre. Ihr fehlt offensichtlich die Kraft, um gegen den mechanischen Türschliesser anzukommen. Sie bittet uns mit leiser Stimme ihr zu helfen. Annette öffnet die Haustüre und die Frau kann wieder nach Hause. Es ist traurig, wenn die eigene Haustüre ein unüberwindbares Hindernis zur eigenen Wohnung wird.

Auch in Castelnuovo Magra gibt es – wie wohl in jedem Dorf Italiens – einen Platz, auf dem sich die älteren Männer zum Palaver treffen.

 

 

Auf dem Rückweg bestaunen wir die kunstvolle Einzäunung eines Grundstückes.

 

 

 

 

 

 

 

Unter den Olivenbäumen im Hang wurden die Netze nach der Ernte nicht entfernt, sondern lediglich zusammengebunden. Die nächste Ernte kommt bestimmt und was will man sich da unnötige Arbeit bereiten?

 

 

 

 

 

 

 

Link zur Wanderung nach Castelnuovo Magra:

 

 

Reparatur: 1. Versuch

5. Januar 2014

Heute fahren wir nach Grossetto, weil es da eine Truma-Servicstelle gibt. Der Mechaniker findet den Fehler schnell. Der Schlauch, der vom Tank zur Heizung führt, hat sich gelöst und hängt frei in der Luft. Das verstehen auch wir: Kein Diesel, keine Wärme.
Nach 15 erfolglosen Startversuchen blockiert die Standheizung und kann nur von einem Fachmann wieder deblockiert werden. Also kein Problem, denken wir, doch der „Fachmann“ ist ratlos. Seine Nachforschungen und die Vorlesungen von Annette aus dem italienischen Teil des Truma-Handbuches, die er sich geduldig anhört, fruchten nichts. Er gibt nach über einer Stunde auf, seine Mittagspause ist auch schon überfällig.
Das Paradoxe: Unsere Heizung ist nun zwar repariert, funktioniert aber trotzdem nicht.

Danach fahren wir nach Campiglia Marittima. Wir besuchen dort Eva und Andi, die wir auf Graciosa kennengelernt haben. Den Winter verbringen sie jeweils hier in Italien. Sie haben ihr Haus, das idyllisch direkt oberhalb vom historischen Ortskern liegt, aus dem 12. (oder 14. Jahrhundert, man weiss es nicht so genau) liebevoll renoviert.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Befana (= Feiertag)

Der 6. Januar

ist in Italien ein Feiertag – also nichts mit Heizungsreparatur.
Dafür wandern wir mit Eva auf den Monte Calvi (646 m.ü.M.), wo wir die Aussicht auf die sanften Hügel der Toscana geniessen. Anschliessend geht es weiter nach Sassetta (total 4 ½ Stunden).

Link zur Wanderung über den Monte Calvi nach Sassetta: Da auf “google maps” ein Teil des Weges fehlt, haben wir dort eine ungefähre Strecke in die Karte gezeichnet.

 

 

Reparatur: 2. Versuch

7. Januar 2014

Andi, der gelernte Elektriker, schaut sich unser Heizungsproblem an und findet heraus, dass man die Blockade nur mit einem Diagnosetool entsperren kann. Ein Anruf bei Truma-Deutschland bringt uns die Adresse einer Servicestelle ein, die auch wirklich über ein solches Gerät verfügt.
Wir fahren also über 80 km nach Cascina, wo wir die Firma mit einiger Mühe auch finden. Das Gebäude liegt versteckt und schlecht angeschrieben im Industriegebiet. Das Problem ist zwar schnell behoben, doch auch hier dauert der ganze Ablauf über eine Stunde, denn …
… als der Garagist Gabriele hört, dass wir nach Apulien reisen wollen und dass wir viel Zeit haben, ist er nicht mehr zu bremsen. Apulien sei zwar schön, aber wir müssten unbedingt nach Sizilien fahren. Das sei viel attraktiver. Er bittet uns in sein Büro, um die Rechnung zu bezahlen, denken wir. Aber weit gefehlt: am PC zeigt er uns viele sehenswerte Orte, die wir unbedingt besuchen müssten. Damit wir auch wirklich nichts verpassen, schreibt er uns diese auch gleich auf einen Zettel. Erst als der vollgeschrieben ist, können wir uns verabschieden und wieder nach Campiglia Marittima zurückfahren. Vorher jedoch müssen wir Gabriele noch versprechen, dass wir eine Mail schreiben werden und ihm mitteilen, wie uns Sizilien gefällt.

Link zur heutigen Strecke:

 

 

Wanderung nach Suvereto

8. Januar 2014

Heute wandern wir mit Eva durch Wälder und über Felder nach Suvereto (drei Stunden). Wir geniessen die abwechslungsreiche Gegend und die Ausführungen von Eva, die schon seit vielen Jahren hier in der südlichen Toscana lebt und deshalb über viel Insiderwissen verfügt.
In Suvereto werden wir von Andi abgeholt und wir fahren noch zum Golf von Baratti und nach Populonia, das für seine Ausgrabungen von Etruskersiedlungen und -grabstätten berühmt ist.

Auf der Rückfahrt werden wir Zeuge eines Naturschauspiels. Es beginnt zu regnen, doch die Landzunge auf der anderen Seite des Golfs von Baratti leuchtet in der Abendsonne. Ein Regenbogenfragment betont die Grenze zwischen Land und Meer noch zusätzlich.

 

 

Link zur Wanderung nach Suvereto:

Link zur Strecke, die uns Andi gefahren hat:

 

 

Öffnungszeiten auf italienisch

9. Januar 2015

Wir fahren nach Venturina, wo es in der Bibliothek einen Internetzugang geben soll.
Pünktlich um 15:00 Uhr stehen wir vor der verschlossenen Türe. Ein Zettel informiert uns, dass heute erst eine Stunde später geöffnet wird. Nicht weit davon entfernt finden wir eine lärmige Bar, wo wir unsere Mails checken können.
Danach fahren wir an den Golf von Baratti. Hier gibt es am Meer einen ruhigen Platz zum Schlafen.

Link zur heutigen Strecke: 

 

 

4 Gedanken zu “Frieren im Süden

  1. Ich freue mich, dass ihr immer Lösungen für alle Probleme findet und die die richtigen Leute trefft. Gut, dass ihr wieder heizen könnt.
    Gute Weiterreise und gute Restbesserung für Annette!
    Herzlichst, D.

    • Um die Heizug sind wir im Moment wirklich sehr froh. Mir schlägt es ja gründlich auf die Laune, wenn ich ständig friere. Am Mittag erreichen die Temperaturen (falls die Sonne scheint) zwar angenehme 15 – 18°C, aber sonst sind es oft nur 7-8°C, nachts gefriert es manchmal. Das klingt ja sehr moderat, aber ohne Heizung wäre es wohl sehr unangenehm.
      Liebe Grüsse
      Annette

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